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Textanalyse. Nutzung im sozialwissenschaftlichen Unterricht

von Andreas J. Moj (Autor) Christoph Heidenthal (Autor) Corinna Köller (Autor) Luisa Schlierf (Autor)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2013 33 Seiten

Didaktik - Germanistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung von Andreas J. Moj und Luisa Schlierf

2 Betrachtung der beteiligten Parteien sowie der Kriterien für die Textauswahl von Andreas J. Moj
2.1 Die Beteiligten Ebenen der Textanalyse und ihre Attribute
2.2 Planung der Textauswahl
2.2.1 Auswahl nach Unterrichtsphasen
2.2.2 Sprachliche Kriterien bei der Textauswahl, das Auswahlproblem und dessen Lösungsansatz
2.2.3 Anwendungsbeispiel anhand von Tageszeitungen
2.3 Fazit

3 Lesen als Grundvoraussetzung der Textanalyse von Luisa Schlierf
3.1 Bedeutung und interdisziplinäre Relevanz
3.2 Verlaufsschema der Lesesozialisation, Lesemodi und Lesefreude

4 Verstehen unterstützen durch mäeutische Fragen von Luisa Schlierf

5 Die Textanalyse in der Praxis von Christoph Heidenthal
5.1 SQ3R- und PQ4R-Methode
5.1.1 Preview - die Vorschau
5.1.2 Question – Fragen an den Text
5.1.3 Read – das Lesen
5.1.4 Reflect – das Reflektieren des Textes
5.1.5 Recite – den Text zusammenfassen
5.1.6 Review – der Rückblick

6 Ergebnissicherung von Corinna Köller
6.1 Die Relevanz der Ergebnissicherung
6.2 Kooperatives Lernen
6.3 Mindmapping
6.4 Expertenbefragung

7 Fazit von Corinna Köller

Literaturverzeichnis..

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung von Andreas J. Moj und Luisa Schlierf

Erfahrungsgemäß dienen Texte aller Art als Informationsquellen im Alltag. Dabei divergieren Form und Publikationsweg. Ob klassisch als gedruckte Zeitung, als gesprochener Fernsehbeitrag oder über den Weg des Internets durch Blogs oder Podcasts. Print, TV, Radio: der Text als solches ist allgegenwärtig. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, benötigt der Rezipient ein Werkzeug, um mit dem Text, seinen Formen und Inhalten umzugehen. Die Textanalyse ist das „Handwerkszeug eines jeden, der die politische Wirklichkeit verstehen will.”[1] Diese Erkenntnis lässt sich damit verifizieren, dass beinahe 40% der politischen Bildung 14-18 jähriger Jugendlicher aus Texten bezogen wird. Vergegenwärtigt man sich den Umstand, dass Arbeit mit und an Texten meist ein Leben lang anhält - sei es in der Schule, im Studium oder im späteren Berufsleben - wird die Wichtigkeit eines Instruments umso deutlicher. Schlägt man nun den Bogen zum sozialwissenschaftlichen Unterricht in der Schule so zeigt sich, dass sich dessen Gegenstandbereiche vielmals über Texte vermitteln.[2] Zieht man hier als Beispiel das Themenfeld der Politik heran, so ist es offensichtlich, dass es einer Arbeitsgrundlage bedarf. Denn auf Basis von Zeitungsartikeln, Manifesten, Programmen etc. findet das politische Leben statt. Und hier beginnt die Notwendigkeit für eine Technik, die das Fundament für alle zukünftige Arbeit bildet. So beschrieb Kuhn die grundsätzliche Bedeutung der Textanalyse:

Sie lernen, verschiedene Textsorten zu unterscheiden, die vom Lehrer für wichtig gehalten werden; Begriffe, Aussagen, Strukturen des Textes zu identifizieren; sie lernen, in eigenen Worten auszudrücken, was sie am Text interessiert oder betroffen macht; sie lernen, den Text aus unterschiedlichen Perspektiven zu interpretieren; sie lernen, ihn auszuschmücken oder kurz zu lesen, Metaphern zu entschlüsseln und neue Metaphern zu bilden, eine Erzählperspektive einzunehmen die Historizität des Textes zu erkennen, Gattungsmerkmale zu bestimmen usw.“[3]

Das Zitat zeigt Qualifikationen auf, die durch die Anwendung der Textanalyse von der Schülerschaft erlernt werden. Von besonderer Relevanz für die Sozialwissenschaft dürften Punkte wie die Identifikation der Aussage, die Einnahme unterschiedlicher Perspektiven und das Erkennen von rhetorischen Raffinessen sein. Denkt man an Texte einer beliebigen Interessensgruppe, so ist einem auch stets deren ausgeklügelte sprachliche Strategie bewusst. Die Sozialwissenschaften sind also kein isoliertes Fach, sondern interdisziplinär. Vor allem das Werkzeug Sprache und deren Entschlüsselung stehen hier im Vordergrund. Im schulischen Kontext beginnen hier die Schwierigkeiten für die Textanalyse. Denn anders als das Genusslesen in der Freizeit, erfordert die Lektüre von z.B. einem Sachtext im Unterricht eine andere Herangehensweise, da nicht die Unterhaltung, sondern die präzise, umfassende und nachhaltige Verankerung des Inhalts im Vordergrund steht. Erfahrungsgemäß ist dies ungleich mühsamer und kann bei Schülern demotivierend wirken, wenn die Lehrperson den Ansatz falsch wählt, bzw. nicht schlüssig darlegen kann, welchen Sinn das Vorgehen hat.[4]

Das erfolgreiche Konzeptionieren einer Textanalyse von Seiten der Lehrperson, beginnt bereits bei der Textauswahl, welche im Folgenden in Korrelation mit der entsprechenden Unterrichtsphase näher erläutert wird. In diesem Zusammenhang wird die Wahl von Textsorten diskutiert und Anhand von Zeitungstexten exemplifiziert. Der folgende Teil dieser Arbeit erörtert die Grundlagenkompetenz Lesen, sowie deren interdisziplinäre Förderungsrelevanz. Ein Überlegung zur Integration der Lesekompetenzförderung in den Sozialwissenschaftsunterricht wird dargelegt, sowie eine Skizze zur Verständnishilfe durch mäeutische Fragen. Im Folgenden werden Ziele von Textanalysen dargestellt, des Weiteren werden mögliche Instrumente der Entschlüsselung von Textbedeutungszusammenhängen dargestellt, als Beispiel wäre in diesem Zusammenhang die S3QR Methode zu erwähnen. Im letzten Teil dieser Arbeit erfolgt ein Diskurs über die Ergebnissicherung unter Berücksichtigung von Relevanz und Ziel des dargestellten didaktischen Instrumentariums. Des Weiteren erfolgt eine praxisbezogene Darstellung zwei weiterer Methoden. Im Fazit wird ein konkludierender Diskurs über die Vor- und Nachteile des Textanlyse im sozialwissenschaftlichen Unterricht geführt.

2 Betrachtung der beteiligten Parteien sowie der Kriterien für die Textauswahl von Andreas J. Moj

2.1 Die Beteiligten Ebenen der Textanalyse und ihre Attribute

Bei der Bearbeitung von Texten im sozialwissenschaftlichen Unterricht kommt es zum Zusammenspiel mehrerer Parteien bzw. Elemente. Die Verbindungen zwischen diesen legte Georg Weißeno in einem Modell dar.[5] Verbindendes Element in diesem Zusammenspiel ist die Textwelt[6].

Auf den ersten Blick plausibel ist die Gruppe der Lehrperson, der Schülerschaft sowie der Autoren als Urheber von Texten. Alle drei Elemente haben ihre eigene Erfahrungswelt mit Wertorientierungen, Meinungen und Erfahrungen und bringen diese in die Arbeit mit Texten bzw. in die Erstellung ein.[7]

Dem gegenüber stehen die politische Wirklichkeit, Unterrichtsziele und fachwissenschaftlichen Deutungsmuster. Diese Ebenen beeinflussen ihrerseits die Arbeit am Text und sorgen dafür, dass der „Text auf mehreren Ebenen rekonstruiert“ wird.[8] Da im unterrichtlichen Kontext nicht das Genusslesen, sondern die vielfältige Arbeit mit den Texten im Vordergrund steht[9], haben diese Elemente folgerichtig eine rahmende Funktion und geben die Arbeitsweisen vor.

Im Näheren erschließt sich dieses Modell bei der Betrachtung eines Textes von der Entstehung bis zum Einsatz im Unterricht.

Der Entwicklungsprozess eines Textes über einen - beispielsweise politischen - Sachverhalt geht über einen Autor. Dieser filtert nun das Geschehen über die bereits angesprochene eigene Erfahrungswelt und produziert einen Text. Laut Weißeno gibt der Autor „in seiner eigenen Sprache, in seiner Textstruktur und nach seinen Ordnungs- und Ablaufregeln wieder. Dies bedeutet immer einen Verlust ursprünglicher, konkreter Wahrnehmung.“[10]

Die Wirklichkeit wurde also durch den Übergang zum Text durch eine Instanz gefiltert.

Es ist nun an der Lehrperson unter Beachtung der Unterrichtsziele eine Textauswahl zu treffen, die Standards genügt. Im Unterrichtsalltag ist es ebenso Aufgabe des Lehrers mit der Schülerschaft unter dem Einsatz von fachwissenschaftlichen Deutungsmustern diesen Text zu bearbeiten und die in „lebendige Handlung“[11] zurückzuverwandeln. Gemeint ist, dass der Text rekonstruiert werden muss. Rekonstruktion heißt in diesem Falle, über einen Text nachzudenken, sich Schlüsselproblemen anzunehmen und auch über den schöpferischen Ursprung im Klaren zu sein. Das Ziel am Ende des Unterrichts ist nicht die „didaktische Reduktion […], sondern die Erhöhung der Komplexität durch die Rückübersetzung in Wirklichkeit.“[12] Beispielsweise durch das Betrachten und Einbringen von verschiedenen Sichtweisen im Unterricht wird verhindert, dass ein Text seiner reinen Form unkritisch verwendet wird. Weißeno fordert also für den sozialwissenschaftlichen Unterricht einen möglichst komplexen Umgang mit Textmaterial. Lehrer und Schüler stehen in der Pflicht im Unterricht Texte als Basis für ihre Kommunikation zu verwenden.[13]

2.2 Planung der Textauswahl

2.2.1 Auswahl nach Unterrichtsphasen

Aufgrund der großen Bedeutung eines Textes für den Unterricht, ist dessen Auswahl für den handelnden Lehrer ein wichtiger Prozess. Dieser plant seinen Unterricht nach verschiedenen Gesichtspunkten und muss in der Erstellungsphase seine Ziele klar für sich definieren und die Abläufe danach ausrichten. Die jeweilige Unterrichtsphase entscheidet unter anderem, welche Art von Text am besten geeignet ist und zur Anwendung kommt.

Peter Massing hat vier solcher Phasen ausgemacht und sie jeweils hinsichtlich ihrer Intention und der dafür geeigneten Texte eingeteilt. Konkret nannte er die Einstiegsphase, die Informationsphase, die Anwendungsphase sowie die Problematisierungsphase.[14]

In der Einstiegsphase eigenen sich Texte, die an eine Thematik heranführen. Diese sollen bestenfalls bei Schülern die Motivation wecken um im Weiteren daran zu arbeiten. Auch das Herausarbeiten des späteren Themas ist denkbar. Zu diesem Zweck eignen sich kurze und prägnante Texte, eventuell auch nur Zeilen oder gar Überschriften die provozierend wirken.[15][16] Damit soll es erreicht werden die Schüler zu aktivieren und für eine kommende Unterrichtseinheit zu interessieren. Eine größere Bedeutung kommt der Informationsphase zu Teil. Da hier Fakten, Sachverhalte, Positionen, Kontroversen und ähnliches erörtert werden[17], ist die Auswahl des geeigneten Textmaterials hier von besonderer Bedeutung. Aufgrund der Darstellung verschiedener Sichtweisen, muss eine Vielfalt an Positionen abgedeckt werden. Gemäß dem Indoktrinationsverbot sowie dem Kontroversitätsgebot des Beutelsbacher Konsens‘ müssen Meinungen und Sichtweisen im ausgewählten Material in gleicher Qualität dargestellt sein, um eine Beeinflussung der Schüler zu einer Seite zu verhindern.[18]

Vor allem Texte wissenschaftlicher Natur kommen in der Anwendungphase zum Einsatz. Hier soll erlerntes Wissen erprobt und auf neue Sachverhalte verwendet werden, auch um am Ende zu möglicherweise allgemeingültigen Regeln und Generalisierungen seitens der Schüler zu kommen.[19] Bei der Textauswahl eignen sich hier wissenschaftliche Texte. Da diese oft eine konkrete Problematik zur Grundlage haben, erfüllen diese also den Zweck die Sichtweise zu schärfen und Problemlösungen auf Basis des bisherigen Unterrichts zu finden.

Die vierte und letzte Phase dient zu abschließenden Betrachtung. In der Problematisierungsphase soll eine eigene Meinung gebildet werden, auch im Diskurs mit weiteren Positionen.[20] Texte, die die Meinung eines Autors transportieren – denkbar sind Kommentare in Tageszeitungen – können für einen Abgleich der Position eines Schülers dienen. Argumentationen und deren Aufbau können durch den Text detailliert herausgearbeitet, und Argumentationsketten ausfindig gemacht werden. Doch auch eine eigene Haltung lässt sich im Austausch mit einem professionellen Text überprüfen.

Es zeigt sich, dass ein Text nicht beliebig ausgewählt werden kann. Hinter der Selektion muss ein Konzept stehen, um für die jeweilige Unterrichtsphase eine passende Arbeitsgrundlage bereit zu haben. Davon hängt unter anderem ab, ob es im sozialwissenschaftlichen Unterricht zu einem sinnvollen Einsatz eines Textes kommt. Denkt man an wissenschaftliche Arbeiten, so würde deren Einsatz in einem sehr frühen Abschnitt des Unterrichts einen Schüler wohl überfordern. In anderen Fällen könnte sich ein Text in der falschen Phase als wenig ergiebig herausstellen.

2.2.2 Sprachliche Kriterien bei der Textauswahl, das Auswahlproblem und dessen Lösungsansatz

Texte lassen sich hinsichtlich ihrer Komplexität, ihres sprachlichen Niveaus und auch ihrer Intention unterscheiden. Die Lehrperson muss diese Kriterien bei der Auswahl des Lehrmaterials beachten. Die Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II des Landes Nordrhein-Westfalen für das Fach Sozialwissenschaften bieten hier einen Leitfaden, der hinsichtlich einiger Punkte eine Unterscheidung von Texten zulässt.[21] Diese können auf einer Skala eingeordnet werden, die beginnend von Alltagssprachlicheit, subjektiver Betroffenheit und Konkretion bis hin zu Fachsprachlichkeit und der damit einhergehenden Abstraktion führt.[22] Schließlich ist die Einteilung eines Textes in solch ein Raster ein Anhaltspunkt für die Verwendung im Sozialwissenschaftsunterricht. Die Einordnung bestimmt nämlich die geeignete Herangehensweise der (Text-)Analyse. So wird bei eher simpleren Texten der Fokus auf die „fachsprachliche Abstraktion“, bei sozialwissenschaftlichen Sachtexten auf die „phänomenologische Rekonkretisierung“[23] gelegt.

Indes ist die Auswahl an möglichen Texten groß, da prinzipiell erst einmal jeder in Frage käme. Neben klassischen Grundlagenwerken, die sich naturgemäß anbieten wie beispielsweise Der Staat von Platon, Adams Smiths Wohlstand der Natione n, bzw. Zeitungstexten oder Schulbuchtexten, kann auch ein auf den ersten Blick ungewöhnlicher Weg gewählt werden, z.B. mit einem Liedtext.[24] Diese behandeln oft für den Sozialwissenschaftsunterricht relevante Probleme in einer den Schülern fassbaren Sprache.[25] Zudem sind sie erfahrungsgemäß auch oft ein Spiegel ihrer jeweiligen Zeit.

Um dem Auswahlproblem Herr zu werden, hat Georg Weißeno am Beispiel des Politikunterrichts eine mögliche Herangehensweise dargestellt. Er empfiehlt hier den „Rekurs auf die Dimensionen des Politischen.“[26]

Durch die Festlegung auf einen der Bereiche von Politiy (Form), Politics (Prozess) oder Policy (Inhalt) verengt sich die Auswahl an möglichen Texten und die Auswahl kann zielgerichtet geschehen. Diese strenge Selektion lenkt bereits zu Beginn in die richtigen Bahnen. Denn wenn beispielsweise unter Polity (Form) Gesetze subsumiert werden, ist es dementsprechend folgerichtig nur innerhalb dieses Bereichs nach Texten zu suchen und so z.B. Gesetzestexte auszuwählen.[27] Dieses Verfahren erscheint auf der einen Seite sehr rigoros, ermöglicht aber zunächst die Konzentration auf das Wesentliche im Unterricht. Exkurse bleiben nicht ausgeschlossen, doch es ist eine Option um das Auswahlproblem des Lehrers in den Griff zu bekommen.[28]

2.2.3 Anwendungsbeispiel anhand von Tageszeitungen

Aufgrund ihrer Aktualität und Bandbreite an verschiedenen Meinungen sind Tageszeitungen eine beliebte Grundlage für die Auswahl an Texten für den Sozialwissenschaftsunterricht.

Ein erstes Unterscheidungsmerkmal ist die Verfügbarkeit der Zeitung.[29] Während dies vor einigen Jahren die Auswahl stärker beschränkte, sollte der Zugriff auf diverse Publikationen in Zeiten des Internets kein Problem darstellen. Es ist vielmehr entscheidend, dass mit der Größe einer Tageszeitung wohl auch deren Expertise auf vielen Feldern anerkannt ist.[30] Dies dürfte z.B. auf die zwei größten Tageszeitungen - die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung – zutreffen. Denkbar wäre es ebenfalls zu einem speziellen Thema auch eine spezialisierte Publikation zu wählen. Bei wirtschaftlichen Themen böte sich beispielsweise das Handelsblatt an.

Bedenkt man weiterhin auch die Grundsätze des bereits erwähnten Beutelsbacher Konsens‘, so muss die Kontroversität gewahrt werden. Neben der Tatsache, dass sich wohl öffentlich umstrittene Sachverhalte an sich gut eignen um im Unterricht behandelt zu werden[31], spielt die Vielfalt der Darstellungen eine Rolle. Es ist denkbar in Abgrenzung zu den zuvor genannten Tageszeitungen, dass auch ein Text der Tageszeitung ausgesucht wird, die bekanntermaßen dem linksalternativen Spektrum zugeordnet werden kann.

Zuletzt steht der Zeitraum der Textauswahl im Fokus. Es stellt sich die Frage, ob die Auswahl der Texte aus Tageszeitungen eine Entwicklung darstellt etwa durch Artikelsammlungen[32], oder ob ganz aktuelle Themen behandelt werden sollen. Problematisch wird hier die mögliche Fülle an Material. Es ist an der Lehrperson zu Selektieren. Ob dabei auch Kürzungen an einzelnen Texten zulässig sind, ist zumindest fraglich, da diese einen Text als Konstrukt erheblich verzerren können, so dass eine Rekonstruktion der geschilderten Kontexte nicht möglich ist.[33]

2.3 Fazit

Es zeigt sich, dass die Auswahl des Textes maßgeblich die Zweckhaftigkeit Textanalyse im sozialwissenschaftlichen Unterricht bestimmt. Nur der adäquate Text in der passenden Unterrichtsphase legt das Fundament für die weitere Arbeit mit einem Thema. Auch wird klar, dass die Lehrperson ein schlüssiges Konzept haben muss, um die richtige Textauswahl zu treffen. Schließlich ist es der Lehrer, der weiß, wie er seinen Unterricht konzipieren möchte und seine Schüler hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Denkweisen kennt.[34]

[...]


[1] Weißeno: Über den Umgang mit Texten im Politikunterricht, S. 17.

[2] Vgl. Massing: Die Textanalyse, S.38.

[3] Kuhn: Mikromethode/Makromethode, S. 246.

[4] Vgl. Massing: Die Textanalyse, S. 38.

[5] Vgl. Weißeno: Über den Umgang mit Texten im Politikunterricht., S. 14.

[6] Siehe Grafik im Anhang.

[7] Vgl. Weißeno: Über den Umgang mit Texten im Politikunterricht., S. 14.

[8] Ebd.

[9] Vgl. Engartner: Didaktik des Ökonomie- und Politikunterrichts., S.135.

[10] Weißeno: Über den Umgang mit Texten im Politikunterricht., S. 15.

[11] Weißeno: Über den Umgang mit Texten im Politikunterricht., S. 16.

[12] Ebd.

[13] Vgl. Schulz: Unterrichtsplanung., S.123.

[14] Vgl. Massing: Die Textanalyse., S.40f.

[15] Vgl. Massing: Die Textanalyse., S.40f.

[16] Ein beispielhafter Zeitungsausschnitt den Massing verwendet hat, befindet sich im Anhang.

[17] Vgl. Massing: Die Textanalyse., S.41.

[18] Vgl. Massing: Die Textanalyse., S.42.

[19] Vgl. Massing: Die Textanalyse., S.41.

[20] Ebd.

[21] Richtlinien und Lehrpläne für die Sekundarstufe II - Gymnasium/Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen. Sozialwissenschaften. S.31f.

[22] Vgl. ebd.

[23] Ebd.

[24] Vgl. Engartner: Didaktik des Ökonomie- und Politikunterrichts., S.137f.

[25] Vgl. ebd.

[26] Weißeno: Über den Umgang mit Texten im Politikunterricht., S. 17.

[27] Vgl. ebd.

[28] Vgl. ebd.

[29] Vgl. Lach: Tageszeitungen als Informationsmedien zum Thema »Politik und Wirtschaft« in der politischen Bildung., S.261.

[30] Vgl. ebd.

[31] Vgl. ebd.

[32] Vgl. ebd.

[33] Vgl. Massing: Die Textanalyse., S.41

[34] Vgl. Massing: Die Textanalyse., S.41.

Details

Seiten
33
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656563617
ISBN (Buch)
9783656563587
Dateigröße
756 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v266237
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät - Institut für Berufs-, Wirtschafts- und Sozialpädagogik
Note
1,3
Schlagworte
Textanalyse Sozialwissenschaften Fachdidaktik Fachdidaktik Sozialwissenschaften Unterricht Textanalyse Unterricht Sowi

Autoren

  • Andreas J. Moj (Autor)

    5 Titel veröffentlicht

  • Christoph Heidenthal (Autor)

  • Corinna Köller (Autor)

  • Luisa Schlierf (Autor)

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