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Magnus Ernst Schwantje: Schriftsteller, Pazifist, Tierrechtler und Vorreiter der deutschen Vegetarierbewegung

Seminararbeit 2012 16 Seiten

Biographien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurzbiographie

3. Literatur von Magnus Schwantje

4. Literatur über Magnus Schwantje

5. Digitalisierungsprojekte und Datenbanken

6. Archive

7. Nachleben

8. Literaturverzeichnis
8.1. Weiterführende Literatur

9. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Für die Semesterarbeit und das Referat wählte ich den deutschen Schriftsteller,Pazifisten,Tierrechtler und Vorreiter der deutschenVegetarierbewegung Magnus Schwantje.[1] Dies liegt darin begründet, dass ich mich seit etwa drei Jahren intensiv mit Theorie und Praxis in Bezug auf Tierschutz/Tierrechte beschäftige. Somit lag es nahe, dass ich eine Person aus diesem Bereich nehme. Die konkrete Wahl auf Magnus Schwantje fiel, weil ich, zum Zeitpunkt der Wahl einer Person, seine Gesammelten Werke (Band I) von einem Freund empfohlen bekommen habe und mir seine Philosophie sehr gut gefiel, da sie sehr praxisbezogen ist. Des Weiteren fragte ich mich, warum Magnus Schwantje so stark in Vergessenheit geriet und sah es daher als Herausforderung möglichst viel über diese, für mich schillernde, Persönlichkeit herauszufinden.

Zunächst wird in der Semesterarbeit Magnus Schwantje mittels einer kurzen Biographie vorgestellt. Daran anschließend wird versucht die Literatur von ihm und über ihn aufzuzeigen. Im fünften Kapitel soll kurz darauf eingegangen werden was sich im Internet bzw. in Datenbanken zu ihm finden lässt um daran anschließend den Archiv-Rechercheweg zu beschreiben. Zum Abschluss der Semesterarbeit wird dann im siebten Kapitel noch kurz auf Schwantjes Nachleben eingegangen.

2. Kurzbiographie

Magnus Ernst Schwantje wurde am 3.Juni 1877 in Oldenburg, Niedersachsen, geboren. Aufgrund von Verarmung seiner Eltern musste er die Oberrealschule vorzeitig verlassen und arbeitete nach kurzer kaufmännischer Lehre zwischen 1895 und 1900 als Buchhandlungsgehilfe. In dieser Zeit begann er auch seine ersten Schriften zu verfassen. Aufgrund deren wurden Tierschützer auf ihn aufmerksam und er übernahm die Leitung des Berliner-Tierschutzvereins. In dessen Dienste arbeitete er nun als Redakteur, Schriftsteller und Redner. Aufgrund von Streitigkeiten schied er dann aber 1904 aus dem Verein aus.

Er schrieb dann weiterhin Flugblätter, Aufsätze etc. und gründete 1907 seinen eigenen Verein mit dem Namen „Gesellschaft zur Förderung des Tierschutzes und verwandter Bestrebungen“. In der Folgezeit nahm er an verschiedenen Kongressen der Tierschutz- und Friedensbewegung teil. Ab 1912 gab er die Monatszeitschrift „Ethische Rundschau“ heraus in der Fragen der Ethik behandelt wurden. Die Kriegszeit verbrachte Schwantje, der als entschiedener Kriegsdienstgegner keinesfalls Soldat werden wollte, auf dem Gut von Hans Paasches.[2]

Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Name seines Vereins in „Bund für radikale Ethik“ umbenannt und er gab von 1920 bis 1932 die halbjährlich erscheinenden „Mitteilungen des Bundes für radikale Ethik heraus“. In dieser Zeit verfasste er die meisten seiner Schriften jedoch wurde seine Lage angesichts der Nazis ab 1933 bedrohlich. In diesem Jahr wurde er von der GESTAPO verhaftet und in das Kolumbiahaus in Berlin gebracht. Dort gab es aber einen GESTAPO-Mann der mit ihm sympathisierte und erreichen konnte, dass er nach kurzer Zeit freigelassen wurde. Er reiste dann zu seiner Schwester nach Stade (Niedersachsen) von wo aus er den Bund 1934 auflöste. Ende 1934 floh er aufgrund der immer prekärer werdenden Lage in die Schweiz, wo er so gut als möglich versuchte seine Gedanken publik zu machen. 1935 wurde er in Deutschland mit einem Publikationsverbot belegt, so dass er sein Leben in der Schweiz in bitterer Armut fristete.[3] 1949 kam er aufgrund einer Vortragsreise nach Deutschland zurück und zog dann endgültig wieder bei seiner Schwester ein. Dort verlebte er dann seinen Lebensabend, wie eigentlich sein ganzes Leben schon ohne viel Geld und nur darauf bedacht seine Ideen zu verbreiten. Am 11.September 1959 starb Magnus Schwantje in Oberhausen, Nordrhein-Westfalen, wo er in seinen letzten Tagen betreut wurde.[4] Zu seiner Beerdigung auf dem Kommunalfriedhof in Oberhausen-Lirich kamen nur vier Menschen.[5]

Zum Abschluss dieses Kapitels soll noch kurz das Kernstück der Schwantjeschen Philosophie dargelegt werden. Dies ist die radikal-ethische Lehre, deren Grundgedanke darin besteht, dass die Menschen den Antrieb zu moralischen Handeln nicht durch ein Gebot der Vernunft, sondern durch Mitleid empfangen, und dass die Befolgung der sittlichen Gebote mit ihrer Anwendung auf die hilflosesten leidensfähigsten Wesen, die Tiere, zu beginnen hat.[6]

3. Literatur von Magnus Schwantje

Magnus Schwantje lebte in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Um alle noch vorhanden publizierten Schriften aufzuspüren, wurde zuerst der „Karlsruher Virtueller Katalog“ zu Hilfe genommen.[7] Dies ist eine Metasuchmaschine mit der man weltweit in verschiedenen Bibliotheken suchen kann. In Österreich werden dazu bspw. der Gesamtkatalog des Österreichischen Bibliothekenverbundes, der Katalog der österreichischen Landesbibliotheken und der Katalog der österreichischen Nationalbibliothek durchsucht. Der „Karlsruher Virtueller Katalog“ bot mit seinen 148 Treffern in insgesamt 23 Katalogen in den drei Ländern zunächst einen ersten Überblick was Schwantje alles schrieb bzw. was alles publiziert wurde.

Des Weiteren half hier auch schon das Magnus-Schwantje-Archiv auf welches im Kapitel 6 noch weiter eingegangen wird.

In einer Sekundärliteratur („Gesammelte Werke Band 1“, Walter Schütte) konnten dann einige Angaben gefunden werden, wie viel veröffentlichtes Material Schwantje schrieb bzw. was heute noch vorhanden ist. Vieles wurde nämlich während und nach dem zweiten Weltkrieg zerstört. So sind heute noch 34 Bücher und Broschüren, die Zeitschriften „Ethische Rundschau“ (1912-1915) und „Mitteilungen des Bundes für radikale Ethik“ (1920-1932), bei welchen er als Herausgeber fungierte, und unzählige Aufsätze, welche in Zeitschriften und Zeitungen abgedruckt wurden, erhalten.[8]

4. Literatur über Magnus Schwantje

Nachdem nun einige Informationen über die Schriften von Magnus Schwantje vorlagen, wurde nach Literatur über ihn gesucht, wobei sich dies als relativ schwierig darstellte. Im Laufe der Suche wurde nämlich klar, dass er sehr in Vergessenheit geriet. Für die Recherche wurden wieder die verschiedensten Bibliothekskataloge, sowie Suchmaschinen im Internet benutzt. Erheblich erleichterten die Recherche auch einige nützliche Tipps von Archivaren und Bibliothekaren.

Zunächst stieß ich bei meiner Recherche auf das schon oben genannte Buch von Walter Schütte, welcher ein Neffe von Schwantje war. Eigentlich sollten diesem Band noch zwei weitere Folgen, was aber nie geschah. Auch wollte Walter Schütte eine große Biographie herausbringen, welche aber ebenfalls nie zu Stande kam. Nach einer Anfrage beim Hirthammer-Verlag wurde mir mitgeteilt, dass dies aus Kostengründen nicht realisiert wurde. Dies ist das einzige über ihn publizierte Buch, wobei allerdings der Großteil des Buches die wichtigsten Schriften zum Thema Vegetarismus von Schwantje enthält. Ein weiteres Buch auf welches ich stieß, ist von Käthe Moritz[9], wobei aber nicht herausgefunden werden konnte, ob es sich auch hier nur um Schriften von Schwantje handelt. Im Buch „Das Schlachten beenden!“[10], in welchem Renate Brucker ein Vorwort zu Schwantjes Text schrieb, geht es ebenfalls um ihn. Auch gibt es einen Artikel von Renate Brucker über Schwantje welcher im Buch „Tierische Geschichten“ erschien.[11]

Bis auf die vier zuvor genannten Bücher, gibt es keine eigenständigen Publikationen über ihn. Ansonsten konnten nur Aufsätze in Zeitschriften oder im Internet ausfindig gemacht werden (bspw. von Heinz-Wilhelm Bertram[12] oder Renate Brucker[13]). Einen Eintrag über Magnus Schwantje gibt es auch noch in „Reichls Philosophischen Almanach auf das Jahr 1924“, welcher von Dr. Paul Feldkeller herausgegeben wurde.[14] In anderen Lexika (bspw. Brockhaus, Neue Deutsche Biographie, Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg etc.) fand ich nichts zur meiner Person.

[...]


[1] https://linksunten.indymedia.org (18.06.2012)

[2] Brucker (2005), Magnus Schwantje, 8.

[3] Brucker (2009), Magnus Schwantje, 9.

[4] Bis auf die ausgewiesenen Stellen wurde alles aus folgendem Buch (Kapitel: Kurzer Lebenslauf des Magnus Schwantje) übernommen: Schütte (1976), Gesammelte Werke, 10-28.

[5] http://suite101.de/article/das-recht-der-tiere-auf-bruederlichkeit-a46903 (19.06.2012)

[6] Brucker (2005), Magnus Schwantje, 3.

[7] http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html

[8] Schütte (1976), Gesammelte Werke, 8-9.

[9] Moritz (1959), Magnus Schwantje, dem bahnbrechenden Vegetarierphilosophen und selten uneigennützigen Menschen zum Gedächtnis.

[10] Brucker (2010), Ehrfurcht vor dem Leben, 97-107.

[11] Brucker (2009), Tierrechte und Friedensbewegung, 268-285.

[12] Bertram (2008): Magnus Schwantje, Pionier des Tierrechts.

Online im Internet: http://heinz-wilhelm-bertram.suite101.de/das-recht-der-tiere-auf-bruederlichkeit-

a46903 (09.05.2012).

[13] Brucker (2011): Magnus Schwantje – “radikaler Ethiker”. Online im Internet: http://www.tier-im-

fokus.ch/mensch_und_tier/schwantje_magnus/ (09.05.2012).

[14] Feldkeller (1924), Reichls Philosophischer Almanach auf das Jahr 1924, 54.

Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656568506
ISBN (Buch)
9783656568582
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v266159
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
1
Schlagworte
magnus ernst schwantje schriftsteller pazifist tierrechtler vorreiter vegetarierbewegung

Autor

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Titel: Magnus Ernst Schwantje: Schriftsteller, Pazifist, Tierrechtler und Vorreiter der deutschen Vegetarierbewegung