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Populismus in Polen

Bachelorarbeit 2013 58 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Osteuropa

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Phänomen des Populismus
a) Populismus per Definition
b) Populismus im politikwissenschaftlichen Diskurs
c) Merkmale populistischer Akteure

3. Polens gesellschaftliche und politische Entwicklungen seit 1989
a) Die Konsolidierung der Demokratie
b) Politische Konfliktlinien und mediale Polarisierung
c) Polens Parteiensystem nach den Parlamentswahlen 2011

4. Populistische Strömungen in Polen
a) Populismus während der Transformationsphase
b) Populistische Parteien in der Regierungsverantwortung
c) Janusz Palikot: Der neue Populist?

5. Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

1. Einleitung

Als Polen 2004 Mitglied der Europäischen Union wurde, galt sein Beitritt als Symbol für eine erfolgreiche „Rückkehr nach Europa“1 und als endgültige Überwindung einer von den Weltmächten des 20. Jahrhunderts aufgezwungenen Isolation. Fast eine Dekade nach diesem Ereignis wird das Land zwischen Oder und Bug auf wirtschaftlicher Ebene als „neuer Tigerstaat Europas“2 angesehen. Mit rund 40 Millionen Einwohnern ist es zu- dem einer der regional bevölkerungs- und einflussreichsten Akteure des nach Osten er- weiterten Staatenverbundes.3

Je öfter die positive Entwicklung der Dritten Polnischen Republik im Ausland ge- meinhin gewürdigt und die Konsolidierung des polnischen Pluralismus von Politologen als abgeschlossen betrachtet wird,4 desto häufiger sorgt Deutschlands östlicher Nachbar auf politischer Ebene für gelegentliches Befremden. Eine Verschwörungstheorie von na- tionaler Tragweite oder eine an historischen Ängsten orientierte Diplomatie sind nur zwei Beispiele für eine offenbar zutiefst von Emotionen geprägte Politik.5 Eine Politik, die maßgeblich von Parteien getragen wird, die vermehrt unter dem Einfluss des euro- paweit auftretenden Phänomens des Populismus zu stehen scheinen.6 Während Populis- mus in den meisten europäischen Demokratien allerdings eine Randerscheinung dar- stellt und hierzulande auf Bundesebene sogar eine noch geringere Rolle spielt,7 könnten grob betrachtet sämtliche polnischen Parteien als populistisch deklariert werden.8

Die der parlamentarischen Mehrheitsbildung gelegentlich dienende Beteiligung von Populisten an Koalitionen in Ländern wie den Niederlanden oder Italien,9 steht im Fall Polens sogar der einzigartigen Erfahrung einer gänzlich aus populistischen Akteuren be- stehenden Regierung gegenüber.10 Und kann Populismus in westlichen Parteiensyste- men oft nur an einer einzigen Organisation mit entsprechenden Merkmalen ausgemacht werden, sehen viele Beobachter in der polnischen Politik eine kontinuierliche Präsenz des Phänomens seit den ersten freien Wahlen vor mehr als zweieinhalb Jahrzehnten.11

Kurioserweise schenkt die deutschsprachige Parteienforschung derlei Befunden, in- nerhalb der seit Mitte der 1980er Jahre verstärkt geführten Auseinandersetzung mit dem Populismus,12 verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit. Mag der primäre Grund die sprachliche Barriere sein, kann nicht geleugnet werden, dass immer noch Berührungs- ängste bei der Analyse der fortwährend als unbeständig verrufenen polnischen Politik- szene bestehen.13 Die nachhaltige Verblüffung über den systemischen Umbruch im ehe- mals sowjetisch beeinflussten Teil Europas,14 sowie der daraus resultierende und etwa von Jens Rydgren beklagte Mangel an empirischen Daten,15 erschwert die herausfor- dernde Auseinandersetzung mit der Thematik zusätzlich. Auf Dauer dürfte das Aus- klammern der politischen Prozesse in Polen, das 2006 noch „ganz Europa in Geiselhaft seines [...] Querulantentums“16 nahm, 2011 allerdings im Widerspruch dazu als „Ban- nerträger der Einheit und Gemeinschaftlichkeit“17 charakterisiert wurde, für das Ver-

In der vorliegenden Arbeit soll aus diesem Grund das Phänomen des Populismus in Bezug auf die jüngsten Entwicklungen innerhalb der polnischen Politik beleuchtet wer- den. Welche populistischen Strömungen gibt es in Polen, welche programmatischen und typologischen Charakteristika weisen sie auf und wo liegen die Ursachen für ihr Auf- kommen? Folglich stellt sich mit Blick auf die bereits erwähnten Beobachtungen zum Populismus in Polen auch die Frage nach seiner Rolle innerhalb des Transformations- prozesses im Allgemeinen und seine Bedeutung für den parteipolitischen Betrieb im Speziellen. Schadet der Populismus der jungen Demokratie oder wirkt er sich womög- lich korrektiv darauf aus?

Um der umfangreichen Thematik gerecht werden zu können, muss demgemäß zual- lererst das Phänomen selbst definiert und ein Abriss des hierzu geführten wissenschaft- lichen Diskurses gegeben werden. Neben der Darlegung einzelner Aspekte, wie dem Wählerverhalten, den Konfliktlinien und dem gegenwärtigen Parteiensystem, folgt ein Überblick über die gesellschaftliche Transformation Polens nach 1989. Den Kern der Untersuchung bildet schließlich eine detaillierte Analyse der von 2005 bis 2007 amtie- renden Regierungskoalition der Parteien Prawo i Sprawiedliwo (dt. Recht und Ge- rechtigkeit, PiS), Samoobrona (dt. Selbstverteidigung) und Liga Polskich Rodzin (dt. Liga Polnischer Familien, LPR), die allesamt sowohl in wissenschaftlichen, als auch journalistischen Quellen mehrheitlich als populistisch bezeichnet werden.18 Abgerundet wird die Arbeit schließlich von einer Betrachtung der 2011 gegründeten und als Bewe- gung auftretenden Partei Ruch Palikota (dt. Palikot-Bewegung, RP), der im selben Jahr aus dem Stand heraus der Einzug ins polnische Parlament gelang, und die aufgrund ih- rer Rhetorik und Programmatik, vor allem aber ihrem Namensgeber und Gründer Ja- nusz Palikot eine Reihe populistischer Merkmale aufweist.

Für die einführende Beschäftigung mit der Thematik kann innerhalb der deutsch- sprachigen Standardliteratur allen voran auf die Einzelwerke und Sammelbände von Frank Decker zurückgegriffen werden, in denen er eine breit angelegte und theoretisch untermauerte Übersicht schafft. In den wiederum explizit zum Populismus in Polen ver- fassten Publikationen wurden bisher allenfalls einzelne Aspekte der als populistisch an- gesehenen Parteien behandelt oder in Gesamtdarstellungen zur Politik Ostmitteleuropas die Thematik nur schemenhaft angerissen. Bei vielen dieser Veröffentlichungen handelt es sich zudem um reine Übersetzungen aus dem Polnischen. Eine allumfassend darstel- lende Quelle fehlt bislang. Stellenweise muss daher auf englisch- und polnischsprachige Literatur ausgewichen werden. Vorzugsweise sind dies die Sammelwerke von Jean-Mi- chel De Waele und Anna Pacze niak (Warszawa 2010) sowie Maria Marczewska-Rytko (Toru 2006). Vielseitig beschäftigt hat sich mit Populismus in Europas östlichen Staa- ten hierzulande Kai-Olaf Lang, dessen Schriften bei der Ausarbeitung der Fragestellun- gen helfen können. Zur allgemeinen Auseinandersetzung mit den Entwicklungen in Po- len eignet sich trotz der bereits sieben Jahre zurückliegenden Veröffentlichung Franz Merlis und Gerhard Wagners umfangreiches Kompendium zur Bedeutung Polens inner- halb Europas (Innsbruck et al. 2006). Generell müssen des Weiteren die relativ aktuel- len Aufsätze der Zeitschrift Osteuropa und der online herausgegebenen Polen-Analysen berücksichtigt werden. Zur Auswertung gesellschaftlicher Aspekte kann zudem auf Da- ten einer polnischen Meinungsforschungsinstituts CBOS zurückgegriffen werden.

2. Das Phänomen des Populismus

a) Populismus per Definition

Von der in der römischen Antike für das m ü ndige Volk verwendeten Bezeichnung popu- lus abgeleitet, kann der Ursprung des heutigen Begriffs Populismus in den USA ausge- macht werden.19 Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war er dort erstmals für die kurzlebi- ge People's Party verwendet worden,20 die aus einer agrarischen Bewegung hervorge- gangen war und sich für eine alternative Finanzpolitik zu Gunsten der im Landesinnern wirtschaftenden Landwirte einsetzte.21 Im heutigen Sprachgebrauch wird das Wort je- doch auf so unterschiedliche Weise verwendet, wie kaum ein anderer politischer Be- griff. Positiv bewertet für eine klar artikulierte Auseinandersetzung mit den Sorgen und Nöten des sog. kleinen Mannes stehend, findet er neuerdings auch für einige in den letz- ten Jahren entstandene Parteien als Umschreibung für die eigenen Doktrinen offizielle Verwendung.22 In der Alltagssprache wird er wiederum schlicht mit Opportunismus gleichgestellt und als Bezeichnung für eine unethische, verantwortungslose und reaktio- näre Politik betrachtet.23 Eine Politik, die sich laut Dieter Nohlen „in der Gier nach Zu- stimmung [...] demagogischer Parolen bedient“24. Als Vorwurf formuliert, kann mit dem Begriff des Weiteren der politische Gegner stigmatisiert werden. Den Populisten wird dann unterstellt, je nach ideologischer Ausrichtung in der Bevölkerung Ängste vor ver- meintlichen Missständen wie Überfremdung oder Sozialabbau schüren zu wollen und sich Mitteln wie der Polemik und der Vorurteilshaftigkeit zu bedienen.25

Wie im Fall dieser am Sprachgebrauch orientierten Deutungen, hat sich auch in der Politikwissenschaft aufgrund unterschiedlicher Herangehensweisen bisher nur eine unpräzise Definition des Populismus etablieren können. Laut dieser gilt er vor allem als „ein ‚multifaktorielles‘ Phänomen“26 mit unterschiedlichen Ursachen. Frank Decker geht aus diesem Grund sogar soweit, ihn „als wissenschaftlichen Begriff [für] problematisch“27 zu erklären. Schließlich könnten neben Parteien auch autoritäre Regime oder einzelne Personen als populistisch definiert werden.28

22 Vgl. Rohr, M. v.: Protest in Tunesien. Revolutionsverlierer proben den Aufstand, Hamburg

28.10.2011, online: http://spiegel.de/politik/ausland/protest-in-tunesien-revolutionsverlierer-proben-d en-aufstand-a-794665.html (30.12.2012).

b) Populismus im politikwissenschaftlichen Diskurs

Obwohl das Phänomen des Populismus in den letzten dreißig Jahren auf fast schon in- flationäre Weise erforscht wurde,29 konnte sich bisher keine der aufgestellten Typologi- sierungen eindeutig durchsetzen. Während Cas Mudde im Allgemeinen zwischen einem agrarischen, ökonomischen und politischen Populismus unterscheidet,30 definiert Kai- Olaf Lang auf der Mikroebene weitere Abstufungen, in die er das Phänomen z. B. nach zentristischen, nationalistischen oder radikallinken Merkmalen unterteilt.31 Für Karin Priester ist Populismus wiederum nur mit drei der gängigen Ideologien vereinbar: dem Konservatismus, dem Liberalismus und interessanterweise dem Anarchismus.32 Zusätz- lich ist sie der Meinung, dass das Aufkommen populistischer Gruppierungen aufgrund seiner starken Abhängigkeit zu einzelnen politischen Führern als „episodisches“33 Phä- nomen ohne eindeutige Langzeitwirkung verstanden werden müsse.34

Obwohl für ihn die Wahl der Ideologie für populistische Akteure ebenfalls nicht gleichgültig ausfällt, kommt Frank Decker zu dem Urteil, dass populistische Akteure programmatisch wandelbar seien oder politischen Bedingungen gegenüber flexibel rea- gieren müssten, um für einen Großteil populärer Ansichten und bestimmter Bevölke- rungsbedürfnisse empfänglich bleiben zu können, die letztendlich an keine feste Ideolo- gie gekoppelt seien.35 Zu einer vergleichbaren Ansicht gelangt auch Ben Stanley, der konstatiert, dass der Populismus eine politische Erscheinung darstelle, die generell an keine gängige Ideologie gebunden werden müsse.36 Wie Andrej Zaslove, fordert er zu- dem, populistische Parteien besonders in Abgrenzung zu extremistischen Gruppierungen als eigenständigen Typus zu sehen oder ganz als gesonderte Ideologie wahrzunehmen.37 Die Idee des Populismus als separater Parteienfamilie liegt daher nahe, lässt sich aufgrund der Vielfältigkeit der voraussichtlich hierfür infrage kommenden Parteien andererseits schwer konstruieren.38

An und für sich stellt sich in der Parteienforschung obendrein die Frage nach geografisch bedingten Variablen des Populismus. Die sich trotz gemeinsamer Grundlagen relativ isoliert entwickelnden Parteiensysteme rechtsstaatlicher Gesellschaften dürften nämlich auch Unterschiede in der Programmatik und dem Gebaren populistischer Akteure aufweisen. Diesbezüglich liegt der Fokus vieler Politologen hauptsächlich auf der Divergenz zwischen Westeuropa und Südamerika.39

Auf diese Unterschiede bezugnehmend spricht Kurt Weyland schließlich sogar vom Populismus als einem strategischen Konzept,40 eine jede beliebige Partei für eine Masse wählbar machen zu können. Zwar an die gesellschaftlichen Bedingungen im 19. Jahr- hundert gekoppelt, attestiert passend zu dieser Theorie auch Gustave Le Bon bereits früh in seinen Untersuchungen den W ä hlermassen von strategisch eingesetzten Mitteln der äußeren Kandidatendarstellung im Urteil und Empfinden beeinflussbar zu sein.41 Edward Bernays postuliert indes, dass ohne den Einsatz gezielter Popularisierung oder personifizierter Politik keine seriöse Partei in der Lage sei Wähler zu gewinnen.42 In der Tat stehen moderne Parteien zunehmend unter dem Druck, als eine Art Marke im medialen Overload präsent bleiben zu müssen.43

Letztendlich ist zumindest für Margaret Canovan Populismus in seinen unterschiedlichen Ausprägungen ein fester Bestandteil moderner Demokratie.44 Im politischen Wettbewerb seien nämlich viele Themen immer schwieriger darzustellen. Die Unterschiede zwischen den konkurrierenden Parteien seien dann auchs nicht im Ziel, sondern im Weg auszumachen, meint Frank Decker. Um das eigene Parteiprofil besser mit dem Wähler kommunizieren zu können, laufe auch in Hauptströmungen der Politik alles auf eine klarere Personalisierung und inhaltliche Vereinfachung hinaus.45

Der Erfolg rein populistischer Parteien entspringt wiederum für viele Parteienforscher ideologischer oder programmatischer Krisen im Zuge gesellschaftlicher Umwälzungen.46 Die wachsende Verflechtung von Politik und Wirtschaft, und eine in diesem Zusammengang als destruktiv wahrgenommene Kapitalbündelung sowie der als zunehmend erschwert angesehene Zugang zu politischer Teilhabe dürften mitentscheidend sein.47 Befürworter der repräsentativen Demokratie müssen sich aus diesem Grund vermehrt den Vorwurf der „Eliteherrschaft“48 gefallen lassen.

c) Merkmale populistischer Akteure

Als populistisch gelten in der Parteienforschung vor allem Gruppierungen, die eine Rei- he von speziellen Aspekten in der Organisation, dem Selbstverständnis, der Vorgehens- weise und den Zielgruppen aufweisen.49 Auffallend ist dabei die häufige Betonung vie- ler Populisten auf einem eigenen „Bewegungscharakter“50, der auf einer „romantisierten Vorstellung des [als homogen betrachteten] Volkes“51 zu basieren scheint. Fester Be- standteil populistischer Argumentation ist demnach die Betonung der zu überwindenden Kluft zwischen dem vermeintlich entmündigten Volk und der gebietenden Elite.52 Nur der Common Sense könne den Staat vor den korrumpierten Technokraten retten, die nicht im Sinne der Bürger handeln würden, sondern einzig selbstsüchtigen Zielen ver- pflichtet seien.53 Viele Populisten bekräftigen, dass die Überwindung dieses Zustandes nur durch die Beseitigung repräsentativer oder selten auch parlamentarischer Prozesse und die Einführung plebiszitärer Verfahren gewährleistet werden könne.54

Angesichts häufig bemühter, medienwirksamer Tabubrüche,55 rohem Wortgebrauch und kämpferischem Politikstil sprechen Populisten vor allem Außenseiter an.56 Im politischen Sinn sind dies Personen, die aufgrund geringer Bildung ein mangelndes Ver- ständnis für gesellschaftliche Prozesse und politische Systeme aufbringen.57 Allerdings gilt die Zuwendung vieler Populisten primär Wählern, die sich entweder benachteiligt fühlen, generell unter sozialer Unsicherheit leiden oder unter dem Einfluss eines Vorge- fühls des Besitzverlustes stehen.58 Populistische Parteien geben sich zudem oft als unbü- rokratisch aus, wobei ihre meist barrierefrei anmutende Organisation auf undemokrati- schen Strukturen basiert.59 Im Gegensatz zum Selbstverständnis als gesellschaftlicher Bewegung steht dann auch die Tatsache, dass populistische Parteien oft nur „von einer einzelnen Person begründet […] aus dem Nichts“60 entstehen. Diese häufig unaus- tauschbaren charismatischen Führer sind in der Regel im Kontrast zu konventionellen Parteien eng mit ihren eigenen Gründungen verwoben.61 Im Unterschied zu den Ziel- gruppen sind sie selbst jedoch mitnichten Vertreter eines benachteiligten Milieus. Popu- listische Führer wie Marine Le Pen oder Silvio Berlusconi sowie die verstorbenen Pim Fortuyn und Jörg Haider besitzen, bzw. besaßen als erfolgreiche Unternehmer oder Er- ben ein beträchtliches Vermögen zur Finanzierung ihres politischen Tuns und die eige- ne, fast schon prophetisch ausgestaltete Inszenierung. In vielen Fällen sind sie erfahre- ne, jedoch parteipolitisch gescheiterte Einzelgänger, die sich persönlich von der Macht im Staat abgeschnitten fühlen. Um den Schein einer gesellschaftlich relevanten und im Sinn des Volkes handelnden Organisation trotz dieser oft überdeutlichen Fokussierung auf den Anführer zu wahren oder als Alternative zu konventionellen Parteien verstanden zu werden, greift man für die Eigenbezeichnungen auf Begriffe wie Bund, Liga, Front, B ü ndnis oder eben Bewegung zurück.62

Resümierend kann festgestellt werden, dass populistische Parteien vor allem ihre Rolle als Antagonisten des Establishments oder ein kollektives Feindbild ausmacht. Mit Hilfe einer dominierenden Leitfigur, provokanter Inszenierungen und der Simplifizie- rung der Politik versuchen Sie für sich zu werben.63 Inhaltlich unterscheiden sie sich von konventionellen Parteien durch den starken Gebrauch von Gemeinsinnargumenten. Das Anbieten radikaler Lösungen, wie etwa die Abschaffung oder Umwandlung beste- hender Institutionen,64 oder die Emotionalisierung durch Schwarz-Weiß-Darstellungen, Gewaltmetaphern und Verschwörungstheorien zählen zu weiteren Merkmalen.65

Bei genauem Blick auf die ideologischen Wurzeln populistischer Akteure treten je- doch gelegentlich äußerst starke Unterschiede auf. So stellt der sog. Populismus der Mitte die systemischen Bedingungen und repräsentativdemokratischen Institutionen des Staates nicht in Frage, versucht allerdings diese durch das Einbeziehen möglichst vieler Bevölkerungsgruppen und Wählerinteressen die Gesellschaft und die eigene Position innerhalb dieser zu stärken.66 Populismus fungiert an dieser Stelle für die politische Mit- te somit vor allem als Strategie gegen schwindende Wählerloyalität, zunehmenden An- passungsdruck, die Herausforderung der Medienprofessionalisierung und die bereits er- wähnte Notwendigkeit der Popularisierung komplizierter politischer Inhalte.67

Für Marcel Lewandowsky steht außer Frage, dass vor allem Volksparteien durch Anbiederung an den mutmaßlichen Zeitgeist für populistisches Handeln affin sind.68 Einerseits müssten sie sich von politischen Extremen abgrenzen und seien dadurch nicht in der Lage, über inhaltlich spektakuläre Vorstöße auf sich aufmerksam zu machen, andererseits sei es für sie notwendig, über die oft engen Grenzen milieubedingter Bedürfnisse oder Ansichten hinweg wählbar zu bleiben.69

In Ausnahmesituationen wie der gegenwärtigen Finanzkrise gelangen vermehrt Par- tei des sog. Rechtspopulismus in den Fokus der Öffentlichkeit.70 Vertreter dieser Spielart erweitern ihre Ziele dann auch gerne um den Erhalt und Kampf für gesellschaftliche Er- rungenschaften wie Freiheit und Wohlstand.71 Generell beziehen sich Rechtspopulisten, deren Wurzeln in den 1980er Jahre liegen,72 in ihrer Programmatik auf nationale und historische Attribute. Im Gegensatz zum politischen Konservatismus fehlt es ihnen je- doch an einer stabilen Wertebasis wie einem idealistischen Handlungsfundament oder Loyalität gegenüber dem etablierten Staatswesen.73 Hinzu kommt vor allem neben der rudimentären Kritik an der politischen Elite die Suche nach S ü ndenb ö cken. Die Lösung vieler Probleme stellt aus ihrer Sicht ein restriktiverer Umgang mit ethnischen und reli- giösen Minderheiten dar.74 Bedient wird damit auch die in gewissen gesellschaftlichen Milieus vorherrschende Furcht vor dem Verlust der kollektiven Identität.75

Während rechtspopulistische Parteien die Ausgrenzung propagieren und vor allem Migranten oder Andersgläubige von politischen Prozessen ausgeschlossen werden sol- len, wird im sog. Linkspopulismus durch eine stärkere Ressourcenverteilung die Einbe- ziehung unterprivilegierter Gesellschaftsgruppen gefordert.76 Auffällig ist an dieser Spielart jedoch, dass ihre Vertreter, die seit den 1960er Jahren auftreten,77 deutlich ge- gen ökonomisch definierte Eliten gerichtete Ressentiments und offen zur Schau gestell- te Antipathien gegenüber dem etablierten System aufweisen. Sie appellieren dabei teil- weise in der Tradition frühsozialistischer Bewegungen an einfache Arbeitnehmer und Erwerbslose.78 Ihr stärkstes Merkmal ist ihr Eintreten gegen die Globalisierung und für den Pazifismus. Als Schuldige von Krisen und Missständen gelten für sie Vertreter des internationalen Kapitalhandels, wie z. B. die Welthandelsorganisation, der Internationa- le Währungsfond oder finanzstarke Bevölkerungsgruppen, die für eine Umverteilung des inländischen Kapitals stärker besteuert werden sollen.79 Zur sog. antifaschistischen Haltung gesellt sich schließlich meist auch eine gegen die USA gerichtete Rhetorik.80 Mit Blick auf die bisher verfasste Literatur zur Situation in Europa, scheint diese Spiel- art allerdings für den gegenwärtigen Diskurs von geringerer Bedeutung zu sein. Viel mehr hat sich der Linkspopulismus als Terminus für eine Reihe von Parteien in den Staaten Südamerikas etabliert.81

3. Polens gesellschaftliche und politische Entwicklungen seit 1989

a) Die Konsolidierung der Demokratie

Im Juni 1989 erlebte die polnische Demokratie nach einem halben Jahrhundert autokra- tischer Fremdherrschaft ihre langersehnte Wiedergeburt.82 Die für den Sturz des Einpar- teiensystems kämpfende Gewerkschaft Solidarno (dt. Solidarit ä t) besaß während des Amtsantritts von Polens erstem demokratisch gewähltem Premier Tadeusz Mazowiecki rund zehn Millionen Mitglieder.83 Ein Viertel der gesamten Bevölkerung. Doch zehn Jahre nach dem Ende des Realsozialismus herrschte gegenüber den wiedergewonnenen demokratischen Institutionen eine relativ hohe Skepsis. Mehr als ein Fünftel aller Polen konnte sich 2000 die Rückkehr in alte Strukturen vorstellen und fast ein Drittel war der Meinung, dass ein einzelner, kompetenter Führer oder eine einzelne, starke Partei an der Spitze des Staates effektivere Alternativen, zum als ineffizient empfundenen Parlamen- tarismus mit seinem zu jener Zeit stark fragmentierten Mehrparteiensystem, seien. Selbst die Rückkehr zur 1795 gestürzten Monarchie war für eine kleine Gruppe denkbar und mehr als die Hälfte aller Polen wünschte sich lieber die Meritokratie.84

Zu Anfang des dritten Jahrzehnts nach den politischen Umbrüchen von 1989 sieht die Lage zwischen der Ostsee und den Karpaten deutlich optimistischer aus. Die Ent- behrungen der harschen Reformphase der frühen 1990er Jahre sind einem regelrechten Wirtschaftsboom gewichen. Mit einer kumulierten Rate von 18,8 Prozent zwischen 2008 und 2012 hält das Land auch der europaweiten Finanzkrise stand,85 womit Polens Ökonomie bisher als einzige ein konstantes Wachstum über dem Durchschnitt der Euro- päischen Union aufweist.86 Des Weiteren konnte auf juristischer Ebene die volle Band- breite an politischen und zivilen Bürgerrechten etabliert werden.87 Auch in führenden Indizes zur Messung von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie hat es der polnische Staat geschafft mit westeuropäischen Ländern gleichzuziehen.88 Beachtlich ist darüber hinaus das Spektrum an direktdemokratischen Instrumenten. Neben Volksinitiativen mit relativ niedrigen Quoren, fakultativen Referenden zu Entscheidungen des Parlaments und op- tionalen Plebisziten besitzen die polnischen Bürger auch die Möglichkeit an Volksent- scheiden mit Europabezug teilzunehmen.89 Uwe Wagschal stuft das Land daher im Kon- trast zu Deutschland in Bezug auf die direkte Demokratie deutlich höher ein.90

Passend dazu werden die bisherigen Entwicklungen der Gesellschaft mittlerweile von den meisten Polen positiv bewertet.91 Ein Fundament dieser Wahrnehmung dürfte je- doch die Integration Polens in die internationale Gemeinschaft des Westens sein.92 Die Einbindung in Institutionen wie die NATO, die OECD und natürlich die Europäische Union haben wesentlich zur positiven Empfindung beigetragen und sogar dazu geführt, dass sich ein Großteil der polnischen Bevölkerung stärker mit Europa als soziokulturel- lem Raum identifiziert, als es in anderen Transformationsgesellschaften des ehemaligen Ostblocks der Fall ist.93

[...]


1 Mehlhausen, T.: Polens Rückkehr nach Europa. Warum sich die Europäische Union für ihre Osterweiterung entschied, Berlin et al. 2009, S. 15.

2 Victor, J.-C.: Polen. Mitten in Europa, Strasbourg 13.10.2012, online: http://ddc.arte.tv/folge/polen-m itten-in-europa (30.12.2012).

3 Vgl. Ziemer, V.: Zwischen Europa und Amerika. Polens Außen- und Sicherheitspolitik nach 1989, Wiesbaden 2009, S. 87 ff.

4 Vgl. Garsztecki, S.: Demokratie in Polen. Auf dem Weg zu Good Governance?, in: Polen-Analysen 5 (68) 2010, S. 2-6, S. 2 ff.

5 Vgl. Bota, A.: Warum glauben so viele Polen, ihr Präsident sei umgebracht worden?, in: Die Zeit 46 vom 08.11.2012, S. 10; vgl. Schuller, K.: Die Sirenen von Warschau. Krieg in den Köpfen. Die Angst vor Russen und Deutschen, in: Internationale Politik 10 (5) 2005, S. 26-34, S. 33.

6 Vgl. Dzwo czyk, J.: Populistyczne tendencje w społecze stwie postsocjalistycznym na przykładzie Polski, Toru 1999, S. 149 ff.

7 Vgl. Lewandowsky, M.: Rechtspopulismus als Herausforderung für die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland, in: T. Mörschel / C. Krell (Hg.): Demokratie in Deutschland. Zustand, Herausforderungen, Perspektiven, Wiesbaden 2012, S. 389-411, S. 395 ff.; vgl. Decker, F.: Parteien unter Druck. Der neue Rechtspopulismus in den westlichen Demokratien, Opladen 2000, S. 158 f.

8 Vgl. Segert, D.: Populismus in Ostmitteleuropa. Stimme der Transformationsverlierer oder Gefährdung der Demokratie?, in: Berliner Debatte Initial 22 (1) 2011, S. 53-65, S. 53.

9 Vgl. Hartleb, F.: Geschrumpfte Volksparteien im Zangengriff. Rechtspopulistische Parteien in Europa, in: R. T. Baus (Hg.): Parteiensystem im Wandel. Perspektiven, Strategien und Potentiale der Volksparteien, Sankt Augustin / Berlin 2012, S. 267-285, S. 269 ff.

10 Vgl. Bachmann, K.: Die List der Vernunft. Populismus und Modernisierung in Polen, in: Osteuropa 56 (11-12) 2006, S. 13-31, S. 13.

11 Vgl. ders.: Populistische Parteien und Bewegungen in Mittelosteuropa, in: F. Decker (Hg.): Populismus in Europa. Gefahr für die Demokratie oder nützliches Korrektiv?, Bonn 2006, S. 216- 232, S. 217.

12 Vgl. Spier, T.: Populismus und Modernisierung, in: F. Decker (Hg.): Populismus in Europa. Gefahr für die Demokratie oder nützliches Korrektiv?, Bonn 2006, S. 33-58, S. 47; vgl. Kaltwasser, C. R.: Populismus in vergleichender Perspektive. Skizze einer Forschungsagenda, in: Berliner Debatte Initial 22 (1) 2011, S. 4-11, S. 4.

13 Vgl. Beyme, K. v.: Systemwechsel in Osteuropa, Frankfurt a. M. 1994, S. 278 f.

14 Vgl. Brown, A.: Aufstieg und Fall des Kommunismus, Berlin 2009, S. 565 ff.

15 Vgl. Rydgren, J.: A legacy of „uncivicness“? Social capital and radical right-wing populist voting in eastern Europe, in: Acta Politica 46 (2) 2011, S. 132-157, S. 154.

16 Böhm, W.: Polen. Europas neuer Querulant, Wien 15.11.2006, online: http://diepresse.com/home/mei nung/meinungarchiv/106462 (30.12.2012)

17 Lang, K.-O.: Zusammenhalten und unterstützen. Ein Rückblick auf die polnische EU- Ratspräsidentschaft in der zweiten Hälfte 2011, in: Polen-Analysen 7 (101) 2012, S. 2-9, S. 2. ständnis gesamteuropäischer Vorgänge zu fehlerhaften Deutungen in der Parteienforschung führen.

18 Vgl. Bachmann, K.: Die List der Vernunft. Populismus und Modernisierung in Polen, in: Osteuropa 56 (11-12) 2006, S. 13-31, S. 13 ff.

19 Vgl. Thommen, L.: Populus, Plebs und Populares in der römischen Republik, in: R. Faber / F. Unger (Hg.): Populismus in Geschichte und Gegenwart, Würzburg 2008, S. 31-41, S. 31 f.

20 Vgl. Lucardie, P.: Populismus. Begriffshistorische und theoretische Bemerkungen, in: F. Wielenga / F. Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2011, S. 17-37, S. 17 f.

21 Vgl. Unger, F.: Populismus und Demokratie in den Vereinigten Staaten von Amerika, in: R. Faber / F. Unger (Hg.): Populismus in Geschichte und Gegenwart, Würzburg 2008, S. 57-78, S. 57 ff.

23 Vgl. Hartleb, F.: Rechts- und Linkspopulismus. Eine Fallstudie anhand von Schill-Partei und PDS, Wiesbaden 2004, S. 61.

24 Nohlen, D.: Populismus, in: D. Nohlen / F. Grotz (Hg.): Kleines Lexikon der Politik, 5. überarb. u. akt. Aufl., München 2011, S. 448-449, S. 448.

25 Vgl. Flecker, J. / S. Kirschenhofer: Die populistische Lücke. Umbrüche in der Arbeitswelt und Aufstieg des Rechtspopulismus am Beispiel Österreichs, Berlin 2007, S. 20 f.; vgl. Bachmeier, A.: Wirtschaftspopulismus. Die Instrumentalisierung von Arbeitslosigkeit in Wahlkämpfen, Wiesbaden 2006, S. 12 ff.; vgl. Holtmann, E. / A. Krappidel / S. Rehse: Die Droge Populismus. Zur Kritik des politischen Vorurteils, Wiesbaden 2006, S. 13 f.

26 Decker, F.: Demokratischer Populismus und oder populistische Demokratie? Bemerkungen zu einem schwierigen Verhältnis, in: F. Wielenga / F. Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2011, S. 39-54, S. 39.

27 Ders.: Der neue Rechtspopulismus, 2. überarb. Aufl., Opladen 2004, S. 21.

28 Vgl. ebd., S. 24 f.

29 Vgl. Decker, F.: Der neue Rechtspopulismus, 2. überarb. Aufl., Opladen 2004, S. 23.

30 Vgl. Mudde, C.: In the name of peasantry, the proletariat, and the people. Populisms in eastern Europe, in: East European Politics and Societies 15 (1) 2001, S. 33-53, S. 34 ff.

31 Vgl. Lang, K.-O.: Populism in „Old“ and „New Europe“. Trends and Implications, in: M. Bútora et al. (Hg.): Democracy and Populism in Central Europe. The Visegrad Elections and Their Aftermath, Bratislava 2007, S. 125-140, S. 126 ff.

32 Vgl. Priester, K.: Populismus. Historische und aktuelle Erscheinungsformen, Frankfurt a. M. 2007, S. 16 ff.

33 Priester, K.: Rechtspopulismus und Demokratie in Europa, in: Neue Gesellschaft. Frankfurter Hefte 65 (1-2) 2010, S. 58-62, S. 62.

34 Neben dieser Koppelung an eine Führungsperson formuliert Karin Priester den Gedanken, dass Populismus in Zyklen aufträte, wie es zuletzt seit Mitte der 1990er Jahre in Form einer europaskeptischen Welle der Fall sei; vgl. Priester, K.: Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Europa. Übergänge und Differenzen, in: Vorg ä nge. Zeitschrift f ü r B ü rgerrechte und Gesellschaftspolitik 51 (1) 2012, S. 52-59, S. 52 f.

35 Vgl. Decker, F.: Der neue Rechtspopulismus, 2. überarb. Aufl., Opladen 2004, S. 32. 36 Vgl. Stanley, B.: The thin ideology of populism, in: Journal of Political Ideologies 13 (1) 2008, S. 95-110, S. 95 ff.

37 Vgl. Zaslove, A.: Here to stay? Populism as a new party type, in: European Review 16 (3) 2008, S. 319-336, S. 319 ff.; vgl. Decker, F.: Demokratischer Populismus und oder populistische Demokratie? Bemerkungen zu einem schwierigen Verhältnis, in: F. Wielenga / F. Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2011, S. 39-54, S. 41.

38 Vgl. Decker, F. / M. Lewandowsky: Die rechtspopulistische Parteienfamilie, in: U. Jun / B. Höhne (Hg.): Parteienfamilien. Identitätsbestimmend oder nur noch Etikett?, Bd. 2, Opladen / Berlin / Toronto 2012, S. 268-281, S. 279 f.

39 Vgl. Decker, F.: Der neue Rechtspopulismus, 2. überarb. Aufl., Opladen 2004, S. 23 f.

40 Vgl. Weyland, K.: Clarifying a contested concept. Populism in the study of Latin American politics, in: Comparative Politics 34 (1) 2001, S. 1-22, S. 4 ff.

41 Vgl. Le Bon, G.: Psychologie der Massen, Köln 2011, S. 162 f.

42 Vgl. Bernays, E.: Propaganda. Die Kunst der Public Relations, 3. Aufl., Freiburg i. B. 2011, S. 83 ff. 43 Vgl. Schlauch, A.: Parteien als Marke? Die Übertragbarkeit von Prozessen des Produktmarketings auf die Politik, in: B. Hombach (Hg.): Bonner Vorträge und Diskurse. Politik und Medien, Bd. 1, Essen 2012, S. 155-174, S. 163 ff.

44 Vgl. Canovan, M.: Trust the people! Populism and the two faces of democracy, in: Political Studies

47 (1) 1999, S. 2-16, S. 2 ff.

45 Vgl. Decker, F.: Populismus und der Gestaltwandel des demokratischen Parteienwettbewerbs, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 62 (5-6) 2012, S. 10-15, S. 13.

46 Vgl. Ders.: Demokratischer Populismus und oder populistische Demokratie? Bemerkungen zu einem schwierigen Verhältnis, in: F. Wielenga / F. Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2011, S. 39-54, S. 40. 47 Vgl. Habermas, J.: Kommunikative Rationalität und grenzüberschreitende Politik. Eine Replik, in: Peter Niesen / Benjamin Herborth (Hg.): Anarchie der kommunikativen Freiheit. Jürgen Habermas und die Theorie der internationalen Politik, Frankfurt a. M. 2007, S. 406-459, S. 431 f.; vgl. Priester, K.: Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Europa. Übergänge und Differenzen, in: Vorg ä nge. Zeitschrift f ü r B ü rgerrechte und Gesellschaftspolitik 51 (1) 2012, S. 52-59, S. 54 f.; vgl. Crouch, C.: Postdemokratie, Bonn 2008, S. 97 ff.;

48 Narr, W.-D.: Der falsche Populismus repräsentativer Demokratie, in: R. Faber / F. Unger (Hg.): Populismus in Geschichte und Gegenwart, Würzburg 2008, S. 261-277, S. 265 f.

49 Vgl. Taggart, P. A.: Populism, Maidenhead 2000, S. 95 ff.

50 Decker, F.: Der neue Rechtspopulismus, 2. überarb. Aufl., Opladen 2004, S. 24.

51 Decker, F.: Demokratischer Populismus und oder populistische Demokratie? Bemerkungen zu einem schwierigen Verhältnis, in: F. Wielenga / F. Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2011, S. 39-54, S. 41. 52 Vgl. Lucardie, P.: Populismus. Begriffshistorische und theoretische Bemerkungen, in: F. Wielenga / F. Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2011, S. 17-37, S. 19 f.

53 Canovan, M.: Trust the people! Populism and the two faces of democracy, in: Political Studies 47 (1) 1999, S. 2-16, S. 3 f.; vgl. Mudde, C.: The populist zeitgeist, in: Government and Opposition 39 (3) 2004, S. 541-563, S. 552 ff.

54 Vgl. Knopff, R.: Populism and the politics of rights. The dual attack on representative democracy, in: Canadian Journal of Political Science 31 (4) 1998, S. 683-705, S. 689 ff.

55 Vgl. Hartleb, F.: Populismus. Zentrales Kennzeichen von Parteipolitik in turbulenten Zeiten?, in: F. Wielenga / F. Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2011, S. 105-127, S. 109.

56 Vgl. Lucardie, P.: Populismus. Begriffshistorische und theoretische Bemerkungen, in: F. Wielenga / F. Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2011, S. 17-37, S. 20; vgl. Hartleb, F.: Populismus. Zentrales Kennzeichen von Parteipolitik in turbulenten Zeiten?, in: F. Wielenga / F. Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2011, S. 105-127, S. 105. 57 Vgl. Lewandowsky, M.: Politische Bildung und Populismus, in: F. Wielenga / F. Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2011, S. 219-234, S. 233 f.

58 Vgl. Pelinka, A.: The rise of populism, in: H. Swoboda / J. M. Wiersma (Hg.): Democracy, populism and minority rights, Wien 2008, S. 39-48, S. 43 f.

59 Vgl. Decker, F.: Der neue Rechtspopulismus, 2. überarb. Aufl., Opladen 2004, S. 34.

60 Ebd.

61 Vgl. ebd., S. 33.

62 Vgl. Priester, K.: Populismus als Protestbewegung, in: A. Häusler (Hg.): Rechtspopulismus als „Bürgerbewegung“. Kampagnen gegen Islam und Moscheebau und kommunale Gegenstrategien, Wiesbaden 2008, S. 19-36, S. 24 f.; vgl. Decker, F.: Der neue Rechtspopulismus, 2. überarb. Aufl., Opladen 2004, S. 34.

63 Vgl. Hartleb, F.: Populismus. Zentrales Kennzeichen von Parteipolitik in turbulenten Zeiten?, in: F. Wielenga / F. Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2011, S. 105-127, S. 106.

64 Vgl. Decker, F.: Demokratischer Populismus und oder populistische Demokratie? Bemerkungen zu einem schwierigen Verhältnis, in: F. Wielenga / F. Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2011, S. 39-54, S. 45.

65 Vgl. Wysocka, O.: Populizm. Rz dy emocji, in: Znak 65 (679) 2011, S. 17-21, S. 17 ff.

66 Vgl. Beyme, K. v.: Populismus und Rechtsextremismus in postmodernen Parteiensystemen, in: D.

Gehne / T. Spier (Hg.): Krise oder Wandel der Parteiendemokratie?, Wiesbaden 2010, S. 177-189, S. 185.

67 Vgl. Lewandowsky, M.: Populismus der Mitte. Das Beispiel New Labour, Marburg 2010, S. 31.

68 Vgl. ders.: Demagogen von rechts und Provokateure aus der Mitte. Rechtspopulismus in Westeuropa, in: Berliner Debatte Initial 22 (1) 2011, S. 40-52, S. 45 f.

69 Vgl. ders.: Populismus der Mitte. Das Beispiel New Labour, Marburg 2010, S. 30.

70 Vgl. Flecker, J. / G. Hentges: Rechtspopulistische Konjunkturen in Europa. Sozioökonomischer Wandel und politische Orientierung, in: J. Bischoff et al. (Hg.): Moderner Rechtspopulismus. Ursachen, Wirkungen, Gegenstrategien, Hamburg 2004, S. 119-149, S. 131 ff.

71 Vgl. Priester, K.: Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Europa. Übergänge und Differenzen, in: Vorg ä nge. Zeitschrift f ü r B ü rgerrechte und Gesellschaftspolitik 51 (1) 2012, S. 52-59, S. 54.

72 Vgl. Hartleb, F.: Rechts- und Linkspopulismus. Eine Fallstudie anhand von Schill-Partei und PDS, Wiesbaden 2004, S. 59.

73 Vgl. Hartleb, F.: Rechts- und Linkspopulismus. Eine Fallstudie anhand von Schill-Partei und PDS, Wiesbaden 2004, S.110.

74 Vgl. Albertazzi, D. / D. McDonnell: The sceptre and the spectre, in: D. Albertazzi / D. McDonnell (Hg.): Twenty-first century populism. The spectre of western European democracy, Basingstoke / New York 2008, S. 1-13, S. 3 ff.

75 Vgl. Schönfelder, S.: Rechtspopulismus. Teil gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Schwalbach am Taunus 2007, S. 212 ff.

76 Vgl. Priester, K.: Wesensmerkmale des Populismus, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 62 (5-6) 2012, S. 3-9, S. 3.

77 Vgl. Hartleb, F.: Rechts- und Linkspopulismus. Eine Fallstudie anhand von Schill-Partei und PDS, Wiesbaden 2004, S. 59.

78 Vgl. Decker, F.: Demokratischer Populismus und oder populistische Demokratie? Bemerkungen zu einem schwierigen Verhältnis, in: F. Wielenga / F. Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster 2011, S. 39-54, S. 41.

79 Vgl. Hartleb, F.: Rechts- und Linkspopulismus. Eine Fallstudie anhand von Schill-Partei und PDS, Wiesbaden 2004, S.158.

80 Vgl. ebd., S. 28.

81 Vgl. Weyland, K.: Populism in the age of neoliberalism, in: M. L. Conniff (Hg.): Populism in Latin America, 2. Aufl., Tuscaloosa 2012, S. 201-222, S. 205 ff.

82 Vgl. Davies, N.: Im Herzen Europas. Geschichte Polens, 4. durchg. Aufl., München 2006, S. 429 f.

83 Vgl. Kühn, H.: Das Jahrzehnt der Solidarno . Die politische Geschichte Polens 1980-1990, Berlin 1999, S. 200.

84 Vgl. Pickel, G. / J. Jacobs: Der soziokulturelle Unterbau der neuen Demokratien Osteuropas, in: G. Pickel et al. (Hg.): Osteuropas Bevölkerung auf dem Weg in die Demokratie, Wiesbaden 2006, S. 31- 52, S. 47 ff.

85 Vgl. Eurostat: Wachstumsrate des realen Bruttoinlandproduktvolumen, Lëtzebuerg 05.11.2012, online: http://epp.eurostat.ec.europa.eu (30.12.2012)

86 Vgl. Staib, B.: Die Oder-Partnerschaft. Über das Zusammenwachsen von altem und neuem Europa an neuen Binnengrenzen, in: H. Zschiedrich (Hg.): Wirtschaftliche Zusammenarbeit in Grenzregionen. Erwartungen, Bedingungen, Erfahrungen, Berlin 2011, S. 55-64, S. 56.

87 Vgl. Pickel, G. / J. Jacobs: Der soziokulturelle Unterbau der neuen Demokratien Osteuropas, in: G. Pickel et al. (Hg.): Osteuropas Bevölkerung auf dem Weg in die Demokratie, Wiesbaden 2006, S. 31- 52, S. 36 ff.

88 Vgl. Lijphart, A.: Patterns of democracy. Government forms and performance in thirty-six countries, 2. Aufl., New Haven 2012, S. 51; vgl. Hobson, C.: Democracy promotion, in: B. Isakhan / S. Stockwell (Hg.): The Edinburgh companian to the history of democracy, Edinburgh 2012, S. 456- 466, S. 461;

89 Vgl. Wagschal, U.: Direkte Demokratie. Rechtliche Grundlagen und politische Praxis, in: F. Grotz / F. Müller-Rommel (Hg.): Regierungssysteme in Mittel- und Osteuropa. Die neuen EU-Staaten im Vergleich, Wiesbaden 2011, S. 237-261, S. 241 ff.

90 Vgl. ebd., S. 244.

91 Vgl. Fałkowska-Warska, M.: Die Geschichte aus der Perspektive der Bürger der Visegrád-Staaten. Verklärung der Vergangenheit oder gesellschaftliche Amnesie?, in: Polen-Analysen 7 (102) 2012, S. 2-7, S. 5.

92 Vgl. Alber, J. / A. C. Holtmann / S. Marquardt: Effekte des EU-Beitritts. Transformationsländer in Ostmittel- und Osteuropa im Vergleich, in: Osteuropa 60 (10) 2010, S. 3-31, S. 22 f.

93 Vgl. Pollack, D.: Nationalismus und euroskeptische Einstellungen in den postkommunistischen Staaten Mittel- und Osteuropas, in: G. Pickel et al. (Hg.): Osteuropas Bevölkerung auf dem Weg in die Demokratie, Wiesbaden 2006, S. 123-136, S. 131.

Details

Seiten
58
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656582441
ISBN (Buch)
9783656581215
Dateigröße
676 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v266070
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1,0
Schlagworte
populismus polen

Autor

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Titel: Populismus in Polen