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Klimaschutz als Herausforderung und Chance für die Energiewirtschaft

Seminararbeit 2013 29 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

III. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.2 Ziel, Abgrenzung und Aufbau der Arbeit
1.3 Begriffserklärung
1.3.1 Klimaschutz
1.3.2 Energiewirtschaft
1.3.3 Herausforderungen und Chancen

2. Vom Klimawandel zum Klimaschutz
2.1 Der Klimawandel
2.2 Die Folgen des Klimawandels
2.3 Klimaschutz als politische Verantwortung

3. Klimaschutz als Herausforderung und Chance
3.1 Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Energiewirtschaft
3.2 Klimaschutz als Herausforderung für die Energiewirtschaft
3.2.1 Klimaveränderung
3.2.3 Ausbau erneuerbarer Energien
3.2.2 Versorgungssicherheit und Netzsicherheit
3.2.4 Notwendigkeit des Netzausbaus
3.2.5 Speichertechnologie
3.3 Klimaschutz als Chance für die Energiewirtschaft
3.3.1 Endlichkeit fossiler Brennstoffe
3.3.2 Unabhängigkeit von Energieimporten
3.3.3 Kostensenkung durch regenerative Energie und Energieeffizienz
3.3.4 Wirtschaftsförderung durch Technologievorsprung
3.3.5 Bürgerbeteiligung und Daseinsberechtigung
3.4 Zusammenfassung

4. Persönliches Fazit

IV. Literaturverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: CO2 vs. Temperatur, S. 4; URL: http://www.klimawandel-global.de/assets_c/2008/ 09/co2-vs-temperatur.php, eingesehen am 25.03.2013

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Das Klima auf diesem Planten verändert sich nachweislich - der Trend weist auf eine starke globale Erwärmung hin. Die Folgen sind, wenn auch noch in verhältnismäßig schwacher Ausprägung, bereits jetzt spürbar. Die deutlichsten Anzeichen dafür sind zunehmende, extre- me Wetterphänomene. Das Ergebnis zeigen allein die jüngsten Ereignisse: Starke Unwetter, wie der Sturm „Sandy“ in den USA im Oktober 2012, häufen sich und brechen in ihrer Zer- störungskraft immer neue Rekorde (vgl. Mejias 2012). Überschwemmungen, weitläufige Stromausfälle und Schäden in Milliardenhöhe sind die Folge (vgl. ebenda). Ein anderes Ext- rem zeichnet sich hingegen in Afrika ab. Dort sind die Menschen mehr denn je durch Dürren von Nahrungsmittel- und Wasserknappheit betroffen (vgl. Neshitov 2012). Abgesehen von der humanitären Tragödie dieser Ereignisse, sind auch die volkswirtschaftlichen Folgen enorm. Die Veränderung der klimatischen Verhältnisse ist insbesondere auf den starken An- stieg von Kohlenstoffdioxid, aber auch anderen klimawirksamen Gasen in der Atmosphäre zurückzuführen. Diesen Vorgang gilt es durch einen wirksamen Klimaschutz zu verhindern. Der größte Teil der Kohlenstoffdioxid-Emissionen beruht auf der Erzeugung von Energie aus fossilen Energierohstoffen. Energie, in Form von Strom, Wärme und Treibstoffen. Energie ermöglicht es uns, unseren Lebensstandart zu steigern - sie ist ein bedeutendes und begehrtes Gut. Der Konflikt, der jedoch zwischen Klimaschutz und fossiler Energiegewinnung besteht, wird offensichtlich.

1.2 Ziel, Abgrenzung und Aufbau der Arbeit

Das Ziel dieser Arbeit ist es, Herausforderungen und Chancen herauszuarbeiten, die sich für die Energiewirtschaft bei der Auseinandersetzung und der Umsetzung eines wirksamen Kli- maschutzes ergeben. Um nicht den Rahmen der Ausarbeitung zu sprengen, beziehen sich die dargestellten Herausforderungen und Chancen stets auf die Energiewirtschaft in der Bundes- republik Deutschland. Die Energiewirtschaft an sich verkörpert einen riesigen Wirtschaftsbe- reich. Die momentanen Tendenzen im Energiesektor weisen im Bezug auf den Klimaschutz auf einen bedeutsamen Wandel im Bereich der Elektrizitätsgewinnung hin. Dies lässt sich aus dem Energiekonzept der Bundesregierung eindeutig entnehmen (vgl. Bundesregierung 2010a). Aus diesem Grund beziehen sich die im Hauptteil aufgeführten Herausforderungen und Chancen auf den Teilbereich der Energiewirtschaft, der mit der Gewinnung und Ver- marktung von Elektrizität betraut ist. Anzumerken bleibt, dass es sich bei dieser Gegenüber- stellung nicht um eine abschließende Behandlung der Thematik handelt. Die dargelegten Her- ausforderungen und Chancen vermitteln dem Leser lediglich einen Überblick über die grobe Entwicklungsrichtung einer noch nicht abgeschlossen Metamorphose der Energiewirtschaft. Zu Beginn der Ausarbeitung, scheint es sinnvoll, dass zunächst die Bedeutungen der Begriffe aus der Themenstellung kurz erläutert werden, bevor detailliert auf die Problemstellung im Hauptteil eingegangen wird. Im anschließenden Kapitel wird herausgestellt, aus welchen Gründen der Klimaschutz immer mehr an Bedeutung gewinnt und welche weitreichenden Folgen er verhindern soll. Außerdem wird zusammengefasst, welche Bedeutung der Politik bei der Umsetzung eines wirksamen Klimaschutzes zukommt. Im angeschlossenen Hauptteil wird zunächst der Frage nachgegangen, welche Bedeutung der Energiewirtschaft in einer in- dustrialisierten Gesellschaft zukommt und was dies im Hinblick auf ihre Verantwortung für den Klimaschutz bedeutet. Diesem Punkt folgend, schließt sich die Gegenüberstellung von Herausforderungen und Chancen an, mit denen sich die Energiewirtschaft durch den Klima- schutz konfrontiert sieht. Abgerundet wird der Hauptteil durch eine Zusammenfassung der erfolgten Ausarbeitung und eine kurze Bewertung der dargelegten Herausforderungen und Chancen. Den Schluss dieser Arbeit bildet ein kritisches, persönliches Fazit zu dieser umfang- reichen Thematik.

1.3 Begriffserklärung

1.3.1 Klimaschutz

Das Wort Klimaschutz begegnet uns im Alltag immer häufiger, der Grund dafür liegt in der Aktualität dieses Themas. Jeder scheint zu verstehen, was dieser Begriff bedeutet, aber eine anerkannt Definition ist schwer zu finden. Wenn man den Sachstandsbericht des Intergovernmental Penal on Climate Change interpretiert, ist das Wort Klimaschutz grund- sätzlich als Sammelbegriff für eine Fülle von Maßnahmen zu sehen, die geeignet sind, die klimatischen Verhältnisse auf diesem Planeten vor einem Anstieg zu bewahren (vgl. Alley et al. 2007). Der Klimaschutz ist Antwort und Notwendigkeit auf den drohenden Klimawandel.

1.3.2 Energiewirtschaft

„[…] [Unter] Energiewirtschaft [versteht man] diejenigen Sektoren der Wirtschaft, die mit der Förderung bzw. dem Import von Energieträgern, deren Umwandlung, Lagerung und Trans- port befasst sind“(Jochem). Die Energiewirtschaft kann daher als ein komplexer Markt be- schrieben werden, der die Nachfrage nach Produkten und den damit verbundenen Dienstleis- tungen aus fossilen Brennstoffen, Kernbrennstoffen und anderen Energieträgern bedient. Ihre Aufgabe ist es, die Versorgung, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit der Energieversorgung nachhaltig sicherzustellen (vgl. BMU 2011b). Die von der Energiewirtschaft bereitgestellte Energie in Form von Elektrizität, Wärme und Treibstoffen, stellt eine essentielle Ressource für unsere moderne, industrielle Gesellschaft dar (vgl. Jochem).

1.3.3 Herausforderungen und Chancen

Die Herausforderungen der Energiewirtschaft durch den Klimaschutz, sind in diesem Zusammenhang gleichzusetzten mit den Problemen und Aufgaben, mit denen sich die Energiewirtschaft, bei der Einhaltung rechtlicher Klimaschutzmaßnahmen konfrontiert sieht. Die andere Seite der Medaille stellt die Chancen für die Energiewirtschaft dar. Sie bestehen aus potenziellen Zugewinnen jeglicher Art, die die Energiewirtschaft durch die bewusste und nachhaltige Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen erwirtschaften kann.

2. Vom Klimawandel zum Klimaschutz

Das nachfolgende Kapital verdeutlicht, dass der Klimawandel, ergo der Anstieg der klimatischen Verhältnisse auf der Erde, der Anstoß für die kritische Befassung mit Klimaschutz ist. Die Folgen des Klimawandels verdeutlichen zusätzlich die Notwendigkeit des Klimaschutzes. Zudem wird im diesem Kapitel der Frage nachgegangen, wie ein wirksamer Klimaschutz von der Deutschen Bundesregierung politisch umgesetzt wird.

2.1 Der Klimawandel

Das Klima auf der Erde ist seit jeher Veränderungen unterworfen - das Klima wandelt sich.

Das IPCC führt als Gründe für diesen Wandel natürliche und menschliche Einflüsse auf (vgl. Adger et al. 2007, S. 38). Im alltäglichen Kontext ist mit dem Begriff Klimawandel der An- stieg der globalen Durchschnittstemperatur gemeint. Zu verdanken ist dieser Anstieg beson- ders der zunehmenden Konzentration klimawirksamer Treibhausgase in der Erdatmosphäre (vgl. Greenpeace Redaktion 2012a). Die erhöhte Konzentration von Treibhausgase bewirkt den sog. Treibhauseffekt (vgl. ebenda). Die durch Sonnenstrahlung verursachte Wärmeab- strahlung von der Erdoberfläche in das Weltall, kann nicht mehr im gewünschten Umfang erfolgen (vgl. ebenda). In Folge dessen erwärmt sich die Erdatmosphäre (vgl. ebenda). Die Hauptauslöser für diesen Effekt sind vorwiegend die Treibhausgase Kohlenstoffdioxid, Me- than und Lachgas (vgl. Greenpeace Redaktion 2012b). Der durch die Gase bewirkte Treib- hauseffekt wird in zwei Bereiche unterteilt, in den natürlichen Treibhauseffekt und den anthropogenen Treibhauseffekt (2).

Der natürliche Treibhauseffekt wird bedingt durch eine ausgewogene Konzentration von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre (vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 2011a). Eine Grundmenge dieser Gase in der Atmosphäre ist ohne Frage notwendig um auf der Erdoberfläche ein menschliches Leben zu ermöglichen (vgl. ebenda). Der anthropogene Treibhauseffekt dagegen bezeichnet den vom Menschen selbst verursach- ten Anstieg der Konzentration klimawirksamer Gase (vgl. Freie Universität Berlin 2006). Dieser Anstieg ist zum Einen mit der intensiven Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohl, Erd- gas und Erdöl verbunden (vgl. ebenda). Bei ihrer Verbrennung geben sie in hohem Maße das in ihnen gebundene Kohlestoffdioxid in die Atmosphäre ab (vgl. ebenda). Zum Anderen ist der anthropogene Treibhauseffekt verbunden mit der intensiven und oft rücksichtlosen Nut- zung der Erdoberfläche und Vegetation (vgl. Freie Universität Berlin 2009). Besonders durch die großflächige Rodung tropischer und borealer Wälder werden nicht nur Treibhausgase er- zeugt, sondern es wird auch die natürliche Absorption von Kohlenstoffdioxid durch die Vege- tation verhindert (vgl. ebenda).

Die drohenden Probleme für das zukünftige Leben auf der Erde sind eindeutig dem anthropo- genen Treibhauseffekt zu verdankenden (vgl. Bernstein et al. 2007, S. 5f). Eine Klimaerwär- mung ist nach dem Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaveränderung eindeutig gegeben (vgl. Bernstein et. al. 2007, S. 2). Diese lässt sich an der Beobachtung der Meeres- und Luft- temperaturen, wie auch am steigenden Meeresspiegel erkennen (vgl. ebenda). Allein die Kon- zentration des Kohlenstoffdioxids in der Luft, hat von 1750 bis ins Jahr 2012 um nahezu 40% signifikant zugelegt (vgl. WMO 2012, S. 1). Der durchschnittliche Temperaturanstieg um ca. 0,7 Grad allein seit 1950, wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit durch die starke Zunahme der anthropogenen Treibhausgas-Konzentration verursacht (vgl. Bernstein et al. 2007, S. 6f). Die angefügte Grafik verdeutlicht unübersehbar den steigenden Trend der CO2-Konzertration und der globalen Durchschnitts- temperatur seit 1860. Betrachtet man die Messda- ten zu den aufge- führten Aussagen von Bernstein und

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: CO2 vs. Temperatur

der WMO drängt sich die Vermutung auf, dass die Ursachen dafür in der Nutzung fossiler Brennstoffe, seit Beginn der industriellen Revolution und der nachfolgenden Industrialisie- rung zu finden sind. Welche Ausmaße der Klimawandel und die einhergehende globale Er- wärmung haben werden, ist fraglich und umstritten. Ein weiterer Temperaturanstieg kann als sichere Erkenntnis betrachtet werden (vgl. Bernstein et al. 2007, S. 9ff). In welcher Höhe die- ser eintreffen wird, lässt sich aber nicht konkret bestimmen (vgl. ebenda). Die Prognosen rei- chen von 1 Grad Celsius bis auf über 6 Grad Celsius (vgl. ebenda). Klar wird, dass je höher die Temperatur ansteigt, desto stärker werden die spürbaren Auswirkungen auf unser Leben hervortreten.

2.2 Die Folgen des Klimawandels

Schon bei einer geringfügigen Erwärmung des Klimas sind die drastischen Folgen sowohl von ökologischer, ökonomischer und sozialer Natur. Es lässt sich schlussfolgern, dass die Folgen des Klimawandels in ihrer Intensität stark abhängig sind von der Höhe des mittleren Temperaturanstiegs, der Geschwindigkeit mit der sich dieser vollzieht und den sozioökonomi- schen Maßnahmen, die dagegen unternommen werden. An dieser Stelle werden nur einige Beispiele für die Folgen des Klimawandels aufgeführt, um die Brisanz der Thematik zu ver- deutlichen.

Die deutlichsten Veränderungen des Klimawandels werden besonders in den extremen Witte- rungsverhältnissen wie Hitzewellen, Überschwemmungen und Stürmen zu spüren sein (vgl. et al. Bernstein 2007, S. 55). Besonders die Bewohner von Küstengebieten werden zusätzlich mit dem Anstieg des Meeresspiegels zu kämpfen haben (vgl. ebenda). Nicht nur das Leben des Menschen würde durch den Klimawandel beeinflusst werden, auch die Wirtschaft und besonders die landwirtschaftliche Produktion würden schwer darunter leiden (vgl. ebenda). Großflächige Ernteausfälle würden die Lebensmittelvorräte verknappen und zu sozialen Spannungen und Hungersnöten führen (vgl. ebenda). Das Ökosystem hätte starke Schwierig- keiten sich an die veränderten klimatischen Verhältnisse anzupassen (vgl. ebenda). Je nach Ausmaß der Erderwärmung, können in diesem Jahrhundert alleine 30% der Tierarten ausster- ben und auch die Flora wird stark in Mitleidenschaft gezogen (vgl. ebenda). Außerdem ist eine erhöhte Sterberate unter Menschen auf Grund von Infektionskrankheiten, Mangelernäh- rung und der extremen Witterungsverhältnissen zu erwarten (vgl. ebenda).

Es wird deutlich, dass neben den aufgeführten Problemen besonders auch erheblichen öko- nomischen Belastungen zu erwarten sind, für welche Lösungen gefunden werden müssen.

2.3 Klimaschutz als politische Verantwortung

Die Folgen des Klimawandels und die Notwendigkeit des Klimaschutzes, werden zwar öf- fentlichkeitswirksam in den Medien verbreitet, die nötigen Schritte seitens der Industrie und der Öffentlichkeit dagegen vorzugehen bleiben jedoch eher verhalten. Umso wichtiger ist es, dass der Staat die Verantwortung für das Wohlergehen seiner Bürger wahrnimmt und mit ei- ner geeigneten Klimapolitik wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz beschließt (vgl. Dratwa et al. 2010, S. 68f). Um allzu schlimme Auswirkungen des Klimawandels zu vermei- den, wird für den globalen Klimaanstieg eine vertretbare Grenze von 2 Grad Celsius gegen- über dem vorindustriellen Niveau angegeben (vgl. ebenda). Die bereits getroffenen und zu- künftig noch zu beschließenden Maßnahmen zum Klimaschutz stellen darauf ab, diese Grenze nicht zu überschreiten und bestenfalls möglichst weit zu unterbieten (vgl. ebenda). Grundsätz- lich zielen alle Maßnahmen darauf ab, die Emission von Treibhausgasen dort hingehend ein- zuschränken (vgl. ebenda). Diesem 2-Grad-Ziel schließt sich auch die Deutsche Bundesregie- rung an (vgl. BMU 2009).

Die Maßnahmen der Bundesregierung zum Klimaschutz sind ambitioniert und vielseitig. Für den wesentlichsten Punkt halte ich die Vorgabe, den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid inner- halb gewisser Zeiträume beständig um einen bestimmten Prozentsatz zu senken. Die erste Hürde ist eine Minderung dieser Emissionen um 40% bis ins Jahr 2020, bezogen auf das Ni- veau von 1990 (vgl. BMU 2009). Der Handel mit Zertifikaten, die Industriebetriebe dazu be- rechtigen eine bestimmet Menge an Treibhausgasen zu emittieren, stellt ein erstes Werkzeug zu einem effektiven Klimaschutz dar (vgl. Krumme et al.). Den Unternehmen entstehen fi- nanzielle Vorteile, wenn es ihnen gelingt, ihren Energieverbauch zu senken, oder die einge- setzte Energie effizienter zu nutzen (vgl. ebenda). Ein großes Potenzial für den Klimaschutz wird der Steigerung der Energieeffizienz zugeschrieben (vgl. BMU 2009). Meiner Meinung nach betrifft die Energieeffizienz jedoch hauptsächlich den Bereich der privaten Haushalte, wie auch die Industrie, da in der Energiewirtschaft die technischen Möglichkeiten bereits gut ausgereizt sind. Eine Entsprechende Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirt- schaft und Technologie bestätigt das (vgl. Seefeldt 2006, S. 6). Der wichtigste Schritt der Re- gierung die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, liegt allerdings in der Förderung zum Ausbau regenerativer Energie, u.a. Fotovoltaik, Windkraft und Biomasse (vgl. BMU 2009). Die Förderung gilt als Garant für die Abkehr von fossilen Brennstoffen und den damit ver- bunden schädlichen Klimaauswirkungen (vgl. ebenda). So soll allein bis ins Jahr 2020 der Anteil der regenerativen Energien mit 30% zur Deckung des Endenergieverbrauchs beitragen (vgl. ebenda) .

Die Maßnahmen und Ziele der Bundesregierung sind jedoch noch weitaus vielschichtiger. Verdeutlicht wurde, dass die Bestrebungen der Bundesregierung von weitreichender Bedeutung für den Klimaschutz sind und die Energiewirtschaft in einem gesetzlichen Rahmen dazu gezwungen wird, Klimaschutz zu betreiben.

3. Klimaschutz als Herausforderung und Chance

3.1 Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Energiewirtschaft

Der Energieversorgung kommt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung wirtschaftlichen Wachstums zu. Die zuverlässige Versorgung mit Energie gilt als Grundstock einer modernen Industriegesellschaft wie Deutschland (vgl. Lambing 2012, S. 1f) (vgl. Karl 2011, S. 7). Die Bedeutung der Energiewirtschaft liegt insbesondere im Bereich der verarbeitenden Industrie und dem Dienstleistungssektor, ein großer Teil liegt aber auch bei den privaten Haushalten. Auch wenn sich der volkswirtschaftliche Stellenwert der Energiewirtschaft nur unzureichend darstellen lässt, ist doch die „[…] Allgegenwertigkeit der Energie […]“ (Karl 2011, S.1, zi- tiert nach Kruse 1972, S. 17) deutlich nachvollziehbar. Der größte Teil der heute bereitgestell- ten Energie wird vorwiegend aus fossile Brennstoffe wie Kohle, Gas und Erdöl gewonnen (vgl. Umweltbundesamt 2013a). Die Wende hin zu regenerativen Energien nimmt jedoch konstant an Bedeutung zu. Ihr Anteil lag im Jahr 2011 bei rund 20,3% des gesamten Brutto- stromverbrauchs (vgl. Umweltbundesamt 2012b). Je nach Art der bereitgestellten Energie- form schwanken die einzelnen Anteile (vgl. ebenda). Auf Grund des hohen Anteils an fossilen Brennstoffen scheint es kaum verwunderlich, dass die Energiewirtschaft den Sektor mit dem höchsten Ausstoß des Treibhausgases Kohlstoffdioxid darstellt. Die Energiewirtschaft ge- winnt nicht nur Energie, sie trägt somit auch zu über 42% zum Gesamtausstoß an Kohlen- stoffdioxid bei (vgl. Umweltbundesamt 2012a).

3.2 Klimaschutz als Herausforderung für die Energiewirtschaft

3.2.1 Klimaveränderung

Wenn das Klima sich auf Grund des Klimawandels verändert, wird es die Energiewirtschaft sein, die diese Veränderung direkt zu spüren bekommt. Allein der Einfluss von Extremwetter- lagen, kann eine enorme Wirkung auf die Förderung und den Transport von Kohle oder Gas haben, und damit Auswirkungen auf die Verfügbarkeit dieser und zum Teil daraus gewonne- ner Energierohstoffe in Deutschland.

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Details

Seiten
29
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656558378
ISBN (Buch)
9783656558354
Dateigröße
593 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v266042
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Geislingen
Note
1,0
Schlagworte
klimaschutz herausforderung chance energiewirtschaft

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