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Inszenierung und Performance in populärer Musik und Medien am Beispiel von Lady Gaga

Hausarbeit 2013 15 Seiten

Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Begriffsklärungen

3 Bestandteile und Einflussfaktoren der Performances bzw.Inszenierungen von Lady Gaga
3.1 Identifizierung potenzieller Erfolgsdeterminanten
3.2 Lady Gagas Mode und Styling

4 Lady Gagas Inszenierung in den Medien

5 Fazit

1 Einleitung

Seitdem Stefani Joanne Angelina Germanotta alias Lady Gaga 2008 der musikalische Durchbruch gelang, scheiden sich an ihr die Geister. Die nach dem Queen-Song „Radio Ga Ga“ benannte Songwriterin und Sängerin ragt zumindest zweifellos aus der Masse ihrer Kollegen und Kolleginnen heraus. Doch woran genau liegt dies? Da ihre Inszenierung und Performance diesbezüglich eine große Rolle zu spielen scheint, soll in vorliegender Arbeit nach Klärung eben dieser Begriffe ein näherer Blick auf die Bestandteile und Einflussfaktoren ihrer Inszenierungen und Performances geworfen werden, Lady Gagas Mode und Styling begutachtet und ihre Inszenierung in den Medien untersucht werden. Es soll zudem ein Überblick über diese Themen geschaffen und neben der Identifizierung potenzieller Erfolgsdeterminanten Antworten auf die Frage gefunden werden, was Lady Gaga nun von anderen Musikstars unterscheidet.

2 Begriffsklärungen

Da im Laufe der Arbeit häufig von Inszenierung und Performance die Rede ist, soll zunächst die Bedeutung dieser Begriffe geklärt werden.

Die Brockhaus Enzyklopädie online definiert Inszenierung als einen “Prozess des Auswählens und Arrangierens von etwas mit dem Ziel der Präsentation vor Dritten” (Brockhaus 2013). Auch das entstandene Werk in seiner Gesamtheit kann in diesem Sinne solche beschrieben werden. Dabei können alle Formen menschlichen Ausdrucks darstellerische Mittel sein, die mit technischen Repräsentationen wie Schrift, Bild, Musik und Film kombiniert werden können (vgl. ebd.).

Der Begriff der Performance beschreibt dagegen vor allem die künstlerischen Handlungen vor dem Publikum, weniger den vorhergehenden Planungsprozess. Doch auch hier wird die Verbindung der Performance mit darstellerischen Mitteln wie Tanz, Theater oder Musik bzw. Film, Video oder anderen audiovisuellen Medien als Elemente der Aufführung und Dokumentation derselben genannt. Im Gegensatz zur sogenannten Aktionskunst tritt bei der Performance die aktive Einbindung des Zuschauers häufig in den Hintergrund (vgl. ebd.).

Selbstverständlich handelt es sich auch bei Lady Gagas Aufführungen und Darstellungen (z. B. in Videoclips) um Performances. Inwieweit diese als Inszenierungen im Sinne der eben genannten Definition, die umfassende Planungsprozesse beinhalten, gesprochen werden kann, wird im Laufe der Arbeit deutlich werden.

3 Bestandteile und Einflussfaktoren der Performances bzw. Inszenierungen von Lady Gaga

Aufgrund der Vielfältigkeit und hohen Anzahl der Performances von Lady Gaga ist es kaum möglich, sämtliche ihrer Darstellungen zu erfassen und zu beschreiben oder gar zu analysieren. Trotzdem soll in diesem Kapitel ein Überblick über Lady Gagas Performance und Inszenierung geschaffen werden, indem auf grundlegende Determinanten und Gemeinsamkeiten ihrer Auftritte eingegangen und versucht wird, mögliche Gründe für ihren weltweiten Erfolg festzustellen. Abgesehen davon wird näher auf Lady Gagas Mode und Styling eingegangen.

Unter Performance bzw. Inszenierung werden auch hier die eingangs in der Definition beschriebenen Bestandteile verstanden. Neben Live-Auftritten zählen hierzu daher beispielsweise auch Musikvideos und Darstellungen im Internet.

Woraus bestehen die Performances von Lady Gaga? Michael Fuchs-Gamböck und Thorsten Schatz nennen folgende Zutaten ihrer Shows, die jedes Mal detailliert ausgearbeitet werden: Videos, eine Lichtshow, wechselnde Kostüme, virtuose Tänzer, eine Band und vor allem Sex, welcher von ihnen als Hauptelement, als „Motor des Ganzen“ bezeichnet wird (Fuchs-Gamböck/Schatz 2010, S. 146).

Fuchs-Gamböck und Schatz fassen Lady Gagas Schaffenskonzept als eine Kombination von Hochkultur der Pop Art, anspruchsvoller Mode, einer exzentrischen unangepassten Persönlichkeit mit kommerzieller Mainstream-Musik, aus der ihrer Meinung nach innovativer Pop entsteht, zusammen (vgl. ebd., S. 80).

Als konkrete Einflussnehmer auf Lady Gagas Performances werden in vorliegender Literatur zahlreiche Künstler verschiedener Kunstsparten genannt. Nach Fuchs-Gamböck/Schatz spielte zunächst Colleen Martin (alias Lady Starlight) – Rock n' Roll DJane, Go-go-Tänzerin, Mode-Stylistin und Performancekünstlerin – eine große Rolle bezüglich Lady Gagas künstlerischer und performativer Entwicklung. Sie wurde Anfang 2004, also vor Gagas Durchbruch, zu einer Art Mentorin, aber auch Showpartnerin[1]für diese und vermittelte ihr, dass „Performance auf der Bühne echte Kunst sein kann, eben Performance Art“ [Hervorhebung im Original] (ebd., S. 42ff).

Neben den Einflüssen auf musikalischer Ebene durch Queen, David Bowie, Madonna und Michael Jackson (vgl. Gray II 2012, S. 3) werden zudem wesentliche Vertreter der Pop Art wie Andy Warhol und Roy Lichtenstein, sowie ein Maler des abstrakten Expressionismus der New York School, Paul Jackson Pollock, und der Bildhauer Constantin Brȃncuși, aber auch der Lyriker Rainer Maria Rilke und Lyriker und Dramatiker Berthold Brecht als Inspirationsquellen für Lady Gagas Musik und ihre Performance generell genannt (vgl. Fuchs-Gamböck/Schatz 2011, S. 85 nach Focus 2009).

Das Ergebnis ihrer Arbeit, das Fuchs-Gamböck/Schatz als eine von Lady Gaga entwickelte „Shock-Art-Performance“ beschreiben, wird von ihnen als eine Verknüpfung von Pop, Prunk und Theater beschrieben (vgl. Fuchs-Gamböck/Schatz 2011, S. 8). Auch Karley Adney benutzt diesen Begriff und erklärt, dass Lady Gaga gerne Menschen schockt, um deren Aufmerksamkeit zu erlangen (vgl. Adney 2012, S. 204).

Lady Gaga bemerkt zu diesem Thema in der Internetausgabe des Stern: „()Aber nur für Menschen, die ohne Mut und Fantasie durchs Leben gehen, ist mein Stil ein Schock“ (Mocek 2009).

3.1 Identifizierung potenzieller Erfolgsdeterminanten

Das Konzept scheint in jedem Fall zu funktionieren. Mit allen ihren bisherigen Studioalben, „The Fame“ von 2008 und „Born This Way“ von 2011, aber auch der EP „The Fame Monster“ und vielen einzelnen Songs erreichte Lady Gaga in zahlreichen Ländern erste Plätze in verschiedenen Chartlisten, sowie diverse Grammy Nominations und Grammy Awards (vgl. Gray II 2012, S. 3f).

Doch wie lässt sich Lady Gagas herausragender Erfolg erklären? Kate Durbin und Meghan Vicks, die die wissenschaftliche Online-Zeitschrift „Gaga Stigmata“ über Lady Gaga ins Leben gerufen haben, nennen zum einen den Umstand, dass sie durch die Dancemusic viel mehr Menschen erreicht als andere Performance-Künstlerinnen (vgl. Durbin/Vicks 2011, S. 36), zum anderen die Tatsache, dass sie seit längerer Zeit der erste Popstar ist, „der es sich zum Programm macht, seine Fans zu bestärken – insbesondere die jungen, homosexuellen und alleingelassenen unter ihnen“ (ebd.)[2]

Auch laut Jennifer M. Santos ermutigt Lady Gaga ihre Rezipienten dazu, sich selbst zu

[...]


[1]Zusammen traten sie in selbst konzipierten Shows in aufreizender, zum Teil selbstgenähter Wäsche in den Nachtclubs New Yorks auf, wo sie sich nach und nach einen Namen als exzentrische, ausgeflippte und erotische Showtalente machten (vgl. Fuchs-Gamböck 2011, S. 44ff)

[2]Als weiteres Beispiel soll an dieser Stelle ihre Aktion zum Thema Essstörung erwähnt werden: http://www.spiegel.de/panorama/leute/essstoerungen-lady-gaga-ruft-koerper-revolution-aus-a-857998.html

Details

Seiten
15
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656552604
ISBN (Buch)
9783656552932
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v265546
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen – Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik
Note
1,7
Schlagworte
inszenierung performance musik medien beispiel lady gaga

Autor

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