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Granovetters Theorie der Einbettung und Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung

Literaturzusammenfassung wirtschaftssoziologischer Klassiker

Exzerpt 2011 12 Seiten

Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Granovetters Theorie der Einbettung

2 Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung

3 Bibliographie

1 Granovetters Theorie der Einbettung

Die Embeddedness bzw. „Einbettung“ von Mark Granovetter, besitzt als Organisationsprinzip der Wirtschaftssoziologie einen privilegierten und bislang unangefochtenen Standpunkt; sie kann als Katalysator, wenn nicht sogar Manifesto, der seit gut zwei Dekaden solide etablierten sog. „Neuen Wirtschaftssoziologie“ erachtet werden (Granovetter und Swedberg 1992; Smelser 1994; Swedberg 1997; Granovetter und Swedberg 2011).1 Der Öffentlichkeit präsentierte Granovetter die Embeddedness erstmals 1985 in seinem Aufsatz “Economic Action and Social Structure: The Problem of Embeddedness” (Granovetter 1985), woraufhin er bis heute eine Vielzahl von Aufbereitungen, sowie (Weiter)Entwicklungen, vorgenommen hat (Granovetter und Swedberg 1992; Granovetter op. 2002, 2005a, 2005a).

Betrachtet man das Wirken des Autors vor diesem Hintergrund, so hat die Granovetter’sche „Einbettung“ mindestens zwei Dimensionen: einerseits stellt sie ein theoretisch analytisches Konzept bzw. Theoriegebäude dar, andererseits ein mehr oder minder konkretes wirtschaftssoziologisches Forschungsprogramm.2

Die letztere Dimension manifestiert sich darin, dass Granovetter in der Konzeption (neo)klassischer Ökonomie von Markt, Preisfindung, Verteilung und Konsum grundlegende Fehler sah, zugleich aber auch in den Ansätzen der Soziologie Defizite identifizierte und insbesondere deren Verschanzung in die peripheren Bereiche der ökonomischen Sphäre à la Talcott Parson verurteilte (Granovetter 1990; Swedberg 1997).3 Um dieser Malaise zu kontern, war seinem Argument schon in seinem ersten Aufsatz implizit und explizit, dass die Wirtschaftssoziologie nicht nur die Argumentation (neo)klassischer Wirtschaftstheorie angreifen, sondern endlich auch die Kernthemen dieser in ihre eigenen Untersuchungen einbeziehen sollte; entgegen der damals immer noch spürbaren Nachwehen Parson’scher Sozialwissenschaft (Granovetter 1990; Smelser 1994).

Was hingegen die erstere Dimension anbelangt, so fußt die „ Embeddedness “ als theoretisches Konzept auf zwei grundlegenden soziologischen Annahmen: (i) Handeln (auch wirtschaftliches), ist immer sozial situiert und kann nicht durch Rückgriff auf individuelle Motive allein erklärt werden, genauso wie (ii) soziale Institutionen nicht automatisch, in einer unabwendbaren Weise, entstehen, sondern vielmehr sozial konstruiert sind (in Anlehnung an Peter L. Berger und Thomas Luckmann)(Krippner und Alvarez 2007; Granovetter op. 2002, 2005a).4

Konzeptionalisiert Granovetter Annahme (i) bereits in seinem ersten Aufsatz zur „Einbettung“ 1985, so ist Annahme (ii) hingegen erst in späteren Werken vorzufinden; die Hinzunahmen dieser letzteren Annahme ist zugleich die grundlegendste Weiterentwicklung seiner ursprünglichen theoretischen Idee, die wiederum, mehr oder minder, als Antwort auf seine Kritik konzeptionalisiert wurde (Krippner und Alvarez 2007; Granovetter op. 2002; Granovetter 2005c).

Granovetters erste Annahme führt schließlich zu dem, was er in seinem bahnbrechenden Aufsatz als „Problem der Einbettung“ bezeichnet hat. Sein Argument beginnt damit, dass u.a. Anthropologen, Historiker und Soziologen darauf hingewiesen haben, dass wirtschaftliches Handeln in primitiven und vormarktlich organisierten Gesellschaften in enormem Maße in gesellschaftlichen Kontext eingebettet waren, jedoch mit dem Fortschritt und der Modernisierung autonomer wurde (Granovetter 1985; Granovetter 1990). Dem setzt er die Auffassung von Ökonomen entgegen, welche eine zeitliche Unterscheidung zwischen Gesellschaften nicht akzeptieren und stattdessen sagen, dass das Level der Einbettung zu jeder Zeit gering war und immer bleiben wird (Granovetter 1985; Granovetter 1990).5 Daraus formuliert Granovetter seine eigene Ansicht, die der Ökonomischen insofern gleich ist, als sie eine Änderung des Levels der Einbettung auf der Zeitachse ablehnt, sich jedoch dahingehend von dieser unterscheidet, als sie Einbettung des (wirtschaftlichen) Handelns grundlegend und immer als substantiell erachtet (Granovetter 1985; Granovetter 1990).6 Sein Argument, dass (wirtschaftliche) Handlungen und Institutionen in konkrete, bestehende Systeme von sozialen Beziehungen eingebettet sind, stellt demnach einen Mittelweg zwischen „Untersozialisiertem“ Verhalten der Wirtschaftstheorie und „Übersozialisiertem“ Verhalten sozialwissenschaftlicher Theorie dar (Granovetter 1985; Granovetter 1990).7 Er argumentiert, dass ironischerweise beide Extremperspektiven in der Debatte an der „Atomisierung“ des Individuums kranken, indem sie dieses als blind gehorchendes Wesen entweder gegenüber der Entscheidungsfindung perfekten Wissens oder der sozialen Norm konzeptionalisieren und damit gleichsam ihre Erklärungseffektivität begrenzen (Granovetter 1985; Granovetter 1990).8 Um dieser Insuffizienz der Erklärungskraft zu begegnen, erweitert der Autor seine Argumentation um die Konzepte „Vertrauen“ und „gesetzeswidriges Handeln“ in Wirtschaftstransaktionen und zeigt, dass stetige Netzwerke von sozialen Beziehungen zwischen Menschen das Vermögen haben, Vertrauen zu schaffen und gesetzeswidriges Handeln abzuschrecken: Menschen orientieren ihre Entscheidungen an vergangenen Handlungen mit Menschen und fahren mit jenen in Interaktionen fort, den sie vertrauen (Granovetter 1985; Granovetter 1990).9 Dennoch muss darauf hingewiesen werden, dass Granovetters Theorie keine Annahmen über in diesem Sinne systematisch selbstregulierende Systeme macht. Stattdessen räumt der Autor ein, dass Netzwerke sozialer Beziehungen alleine, gesetzeswidriges Verhalten nicht werden verhindern können (Granovetter 1985; Granovetter 1990). Ganz im Gegenteil, er führt sogar an, dass Vertrauen geradezu den Grundstein für gesetzeswidriges Verhalten, etwa Betrug, legen kann, was er mit der Dichte der Netzwerke sozialer Beziehungen und der unterschiedlichen Zugehörigkeiten zu solchen erklärt (Granovetter 1985; Granovetter 1990).10

Zur Illustration seiner Argumentation zieht der Autor Oliver Williamsons Transaktionskostentheorie der Institutionenökonomik heran, welche sich mit den Bedingungen beschäftigt, die Firmen dazu anregen, sich mit ihren Zulieferern zusammenzuschließen, anstatt den offenen Markt für ihre Versorgung zu nutzen (Granovetter 1985; Granovetter 1990). Williamson argumentiert, dass ein Unternehmen sich mit seinem Zulieferer immer dann zusammenschließen wird („ vertical integration “), wenn es effizient ist, dies zu machen; das ist besonders dann der Fall, wenn Zulieferer die Möglichkeit des Preisbetrugs haben (Granovetter 1985; Granovetter 1990). Dem stellt Granovetter entgegen, dass Zulieferer sich größtenteils wider einer solche „Abzocke“ entscheiden und verhalten, weil ihre Identität und Reputation von Konventionen abhängt; Netzwerke sozialer Beziehungen sanktionieren nämlich gegen Konventionen verstoßendes Verhalten, indem sie dem jeweiligen Unternehmen seine Geschäftsgrundlage entziehen: zunehmend mehr Unternehmen erfahren durch das Netzwerk von der jeweiligen Geschäftspraxis, sodass immer weniger den jeweiligen Anbieter nutzen (Granovetter 1985; Granovetter 1990).11 Folglich müssen Unternehmen, nach Granovetter, sich nicht mit ihren Zulieferer zusammenschließen bzw. solche, die Möglichkeiten zum Preisbetrug haben, in ihr Unternehmen integrieren, da Netzwerke „Abzocke“ unterbinden (Granovetter 1985; Granovetter 1990).12 Damit fungierte der „untersozialisierte“ Ansatz von Oliver Williamson für Granovetter als Vehikel, um mittels Netzwerktheorie zu zeigen, dass Systeme von sozialen Beziehungen, entgegen der Sicht (neo)klassischer Wirtschaftstheorie, Einfluss auf die Wirtschaft haben und ökonomische Ereignisse bestimmen; soziale Beziehungen tun dies von außen, sie werden als allgegenwärtig und nicht marginal angenommen und haben vielmehr positive Effekte, als ein störendes Moment, wie von den Ökonomen perpetuiert vorgetragen wird. Dies vorausgeschickt, ist es nicht verwunderlich, dass Granovetter und seine Anhänger das (neo)klassische wirtschaftstheoretische Modell eher erweitern oder vervollständigen wollen, als es umzustürzen (Krippner und Alvarez 2007).13

Zurückkommend auf Granovetters eingangs erwähnte zweite Annahme (ii) formuliert der Autor, in seinem weiteren Wirken schließlich, dass sich Handlungen von Individuen so aufrechnen können, dass sie in größere ökonomische Folgen („ outcomes “) bzw. Institutionen resultieren; er betonte jedoch auch, dass es nicht zwangsweise dazu kommen muss (Granovetter op. 2002; Granovetter 2005c). Ob das der Fall ist und welche Form diese „outcomes“ bzw. Institutionen annehmen, wenn dem so ist, hängt stark von Inhalt und Struktur der persönlichen Beziehungen ab, in denen die ökonomischen Prozesse eingebunden sind: die Fragmentierung von Netzwerken verringert etwa die Homogenität von Akteursverhalten, wovon bspw. viele Arten von Preisen betroffen sind (Preissetzungsmechanismen bzw. Preisvolatilität ), wohingegen die Akkumulation und Anwachsung von Aktivitätsmustern um persönliche Netzwerke herum zu deren Institutionalisierung führen kann (Granovetter op. 2002; Granovetter 2005c).14

Zusammengenommen mit der Konzeptionalisierung seiner ersten Annahme, bildet diese zweiten Formulierung schließlich sein kohärentes Theoriegebäude, in welchem er einerseits ein grundlegendes Argument über die Einbettung (ökonomischen) Handels in sozialem Kontext bringt, andererseits einige spezifische Argumente, welche Effekte diese Einbettung auf drei verschiedenen Ebenen wirtschaftlichen Lebens haben kann, nämlich (a) ökonomischen Handelns: relationale/strukturelle Einbettung (hintergehe ich meinen Geschäftspartner oder nicht?), (b) ökonomischer Folgen („ outcomes “): „ strong ties “/“weak ties “ (wie kommen Preise zustande und wieso schwanken diese?) sowie (c) ökonomischen Institutionen: Integration von (a) und (b) (wie kommt es zur Firma? Wie ist die Unternehmensform der Holding zu erklären?) (Granovetter 1990; Dobbin 2004b).

Ohne seinem vorstehend dargestellten Konzept bzw. Organisationsprinzip jegliche Genialität absprechen zu wollen, sollte dennoch nicht unerwähnt bleiben, dass dieses zu keiner Zeit unbeantwortet geblieben und zu dieser Form wohl auch erst durch eine Vielzahl kritischer Entgegnungen gediehen ist. Dabei reichen die Kritikpunkte von theoretischer Schwammigkeit bzw. fehlender Definition von Einbettung (Swedberg 1997; Krippner 2002), über die exklusive Fokussierung, sowie Überbetonung sozialer Netzwerke und damit einhergehender Ausblendung alternativer sozio-kultureller Strukturen und größerer sozialer Systeme im Allgemeinen (Barber 1995; Krippner 2002; Krippner 2004) bzw. der Kultur im Speziellen bis hin zum grundsätzlichen Infrage stellen seines Organisationsprinzips für die Neue Wirtschaftssoziologie (Krippner 2002; Beckert 2003; Krippner 2004; Beckert 2007). Letztere, fundamentale Kritik, argumentiert, dass Granovetters Programm die Sicht auf alternative Konzepte versperre und identifiziert zugleich andere Fokusse, die für das Vorhaben der Neuen Wirtschaftssoziologie erklärungstechnisch wesentlich ertragreicher sein könnten wie Wert, Wettbewerb/Konkurrenz und Kooperation (Beckert 2007); zugleich soll er seinem eignen Anspruch nicht gerecht geworden sein, indem er in seiner Bestrebung eine Legitimation für die Soziologie zu bekommen, wirtschaftliche Themen zu behandeln, selbst, die Ökonomie mit dem „ singling out “ eines Faktors imitiert hat (Netzwerke) und zwei Paradigmen dieser übernommen hat, die er eigentlich angreifen wollte: den Atomismus und die Autonomie der Wirtschaft(sphäre)(Krippner 2002; Krippner 2004; Krippner und Alvarez 2007). Abschließend sei noch die indirekte aber auch fundamentale Kritik erwähnt, es gäbe unter den „Granovetterianern“ keine Koordinierung und gegenseitige Bezugnahme in der Erkenntnisgenerierung, stattdessen Dissens darüber, welche Netzwerke eigentlich untersucht werden sollten, welche sozialen Beziehungen eigentlich zur Entstehung von Märkten notwendig sind oder wieso das zu untersuchende Netzwerk überhaupt von Relevanz ist (Fligstein op. 2002).

[...]


1 S.h. zur Herausbildung der sog. „Neuen Wirtschaftssoziologie“ sowie dem Unterschied zwischen dieser und der „klassischen“ Variante mit einführendem Charakter etwa Granovetter 1990; Granovetter und Swedberg 1992; Smelser 1994; Swedberg 1997.

2 Die Zweidimensionalität entspricht meiner subjektiven Wahrnehmung; verwiesen sei an dieser Stelle jedoch auf Swedberg und Maurer 2009, die die Komplexität seines Werkes betonen und auf die damit zusammenhängende Schwierigkeit hinweisen, dem polyvalenten Argument zu folgen.

3 Talcott Parson war u.a. lange Jahre für die scharfe Trennung von Ökonomie und Soziologie verantwortlich, bis er in späteren Jahren seines Wirkens diese integrativer gestaltete. Sein in diesem Zusammenhang relevantes Werk ist Parsons und Smelser 1984.

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4 Das Werk von Peter L. Berger und Thomas Luckmann Berger und Luckmann 1991 ist das Schlüsselwerk des Sozialkonstruktivismus. Im Sinne letzterer versucht Granovetter seinen Ansatz an die Institutionentheorie anzuschließen; dazu im Folgenden ausführlicher.

5 Bereits an dieser einleitenden Argumentationsfigur Granovetters lässt sich nicht leugnen, dass er seine „Einbettung“, wenn auch nicht in gänzlicher Anlehnung an Karl Polanyi (das hat er nämlich zeitweise geleugnet, vgl. bspw Krippner 2004), so zumindest durch Inspiration dessen geschrieben hat, welcher wiederum im wissenschaftlichen Diskurs, mehr oder minder (auch hierzu herrscht teilweise Dissens, vgl. bspw. Krippner und Alvarez 2007; Block 2003, als Initiator des Begriffes der „Einbettung“ gehandelt wird (besonders durch Polanyi et al. 2010 bzw. die gesondert publizierte Konzeptionalisierung in Polanyi 1992); Polanyi wird jedoch darüber hinaus eine ideologisch-programmatische Richtung attestiert.

6 Hier wird durchaus die Parallele zu Karl Polanyi offensichtlich: seine Formulierung ist de facto ein substantivistisches Argument. Weiterhin differenziert er, an anderer Stelle explizit, innerhalb substantivistischer Schule: den Ansatz von Polanyi bezeichnet er als starke subsantivistische Position, seine eigene ordnet er als schwache subsantivistische Position ein, vgl.Granovetter 2005c.

7 Der (neok)klassischen Ökonomie entsprechend sind wirtschaftliche Akteure strikt rational, eigennützig und in ihrem Verhalten, welches durch Präferenz(funktion)en determiniert ist, stets auf die Maximierung ihres Nutzens ausgerichtet; dazu verfügen die Akteure über perfekte Informationen. Dementgegen verhalten sich wirtschaftliche Akteure der sozialwissenschaftlichen Auffassung an Parsons‘scher Tradition anlehnend, wie alle sozialen Akteure, stets normgeleitet.

8 Tatsächlich könnte der übersozialisierte Ansatz der Sozialwissenschaft in die (Grenz)Nutzentheorie der (neo)klassischen Ökonomie integriert bzw. übersetzt werden, wenn etwa „Normkonformität“ als Nutzenfunktion (um)geschreiben bzw. das Gleichungssystem (um)modelliert würde; damit wäre selbst der mathematisch logische Beweis erbracht, dass beide Ansätze sich insofern gleichen, als sie austauschbar sind und trotzdem zur gleichen Zielfunktion führen.

9 Die Formulierung der Möglichkeit bzw. des „Vermögens“ ist zum Entkräften einer etwaigen funktionalistischen Sichtweise gewählt, die möglicherweise in Anbetracht seiner Erkenntnis formuliert werden könnte; weiter in dieser „entkräftenden“ bzw. richtigstellenden Stoßrichtung im Folgenden.

10 In diesem Zusammenhang führt er „strong ties“versus „weak ties“ sowie „relationale Einbettung“ und „strukturelle Einbettung“ ein, vgl. Granovetter 1985; Granovetter 1990; Granovetter op. 2002 Beispiele für das Argument sind etwa: „Verletzt wird man immer nur, von den Personen, die man liebt“, die Prisoners ‘ Dilemma in Familie, internes Vertrauen unter Bankräubern (Diebesehre), Bestechungs- und Schmiergeldzahlungen vorrangig in Teams.

11 Hier könnte man auch Kritik an Granovetter äußern, dass er im Grunde genommen eine Argumentationsfigur der (neo)klassischen Wirtschaftstheorie verwendet, nämlich „die unsichtbare Hand des Marktes“ (Wettbewerb): Unternehmen mit unaufrichtigen Geschäftspraktiken werden von alleine aus dem Markt geschwemmt, weil sie keinen Absatz mehr realisieren können, da alle Unternehmen zu einem anderen Zulieferer gewechselt sind.

12 Hier gilt die Anschlussfähigkeit der Kritik aus Fußnote 10 sowie die mögliche kritische und zu problematisierende Sicht eines funktionalistischen Arguments aus Fußnote 8.

13 Dies äußert sich auch darin, dass bei Granovetter(ianern) die Annahme der Rationalität des Akteurs explizit aufrechtgehalten wird.

14 Beispiele sind Arbeiten, die Preissetzungsmechanismen und Preisvolatilität auf dem Weinmarkt, dem Anleihen-Markt und im Optionsscheingeschäft untersucht haben: wenn Märkte „klientelisiert“ sind, d.h. Käufer und Verkäufer auf langjährige Beziehung zurückblicken, haben beide keinen Anreiz zu alternativen Marktakteuren zu wechseln, sodass ihr Netzwerk der sozialen Beziehung zu starren Preisen führt. Damit sei kursorisch nur eine Erkenntnis angeführt. Ein Beispiel der Institutionalisierung hat nachweislich die Arbeit zum Aufkommen der Unternehmensform der Holding in der US-amerikanischen Energiewirtschaft erbracht. Für Details zu den einzelnen Arbeiten, sowie darüber hinaus, sei überblicksweise verwiesen auf Granovetter 1990; Dobbin 2004a.

Details

Seiten
12
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656546696
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v265138
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Institut für Soziologie
Note
1,0
Schlagworte
granovetters theorie einbettung schumpeters entwicklung literaturzusammenfassung klassiker

Autor

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