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Krankenversicherung. Abschaffung des dualen Systems?

Analyse und Beurteilung des Vorschlags zur Einführung der Grünen Bürgerversicherung

Seminararbeit 2013 52 Seiten

VWL - Gesundheitsökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2. Das duale Krankenversicherungssystem Deutschlands
2.1 Die Gesetzliche Krankenversicherung
2.2 Die Private Krankenversicherung

3 Herausforderungen des dualen Krankenversicherungssystems
3.1 Finanzierungsprobleme der GKV
3.2 Ausgabenbelastung der Arbeitgeber
3.3 Steigende Ausgaben der GKV
3.4 Gerechtigkeitslücken der solidarischen Finanzierung
3.5 Versorgungsunterschiede bei Kassen- und Privatpatienten
3.6 Mangelnder Wettbewerb

4 Die Bürgerversicherung
4.1 Ausgestaltung der Grünen Bürgerversicherung
4.2 Auswirkungen der vorgeschlagenen Reform
4.2.1 Wirkung auf die Finanzierung des Krankenversicherungssystems
4.2.2 Wirkungen auf den sozialen Ausgleich
4.2.3 Wirkung auf die Beschäftigung
4.2.4 Wirkung auf die Versorgungsunterschiede
4.2.5 Wirkung auf den Wettbewerb

5 Schlussbetrachtung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Tabelle 1: Gegenüberstellung zentraler Merkmale der GKV und PKV

Tabelle 2: Gegenüberstellung zentraler Merkmale der Grünen Bürgerversicherung und des Status Quo

Tabelle 3: Beitragssatzeffekte der Bürgerversicherung

Abbildung 1: Aufbau des Gesundheitsfonds

Abbildung 2: Entwicklung des Altersquotienten bis 2060.

Abbildung 3: Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach Zeitumfang

Abbildung 4: Negativer Multiplikatoreffekt

Abbildung 5: Absolute Ausgaben der GKV

Abbildung 6: Anteil der GKV Ausgaben am BIP

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Das deutsche Gesundheitssystem in seiner aktuellen Ausgestaltung erfährt in letzter Zeit einen immer größeren Widerspruch. Die Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenkassen, hervorgerufen durch die demografische Bevölkerungsentwicklung und die ständige Veränderung des Arbeitsmarktes, lassen den Wunsch nach Reformen aufkommen.[1] Auch die fehlende soziale Gerechtigkeit und das Ausmaß der Umverteilung werden durch die derzeitige Handhabung der solidarischen Finanzierung kritisiert.[2] Zusätzlich wird Kritik an der systematischen Trennung zwischen Gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und Privater Krankenversicherung (PKV) geübt, da sie einen unzureichenden Wettbewerb und eine so genannte „Zwei-Klassen-Medizin“ entstehen lässt.[3]

Wenn man dem Wahlprogramm von Bündnis90/Die Grünen[4] zur Bundestagswahl 2013 Glauben schenken darf, so stellt die „Grüne Bürgerversicherung“ eine Lösung all dieser Probleme dar, indem sie für eine nachhaltige Finanzierung, einen größeren Wettbewerb, eine stärkere Solidarität und mehr Gerechtigkeit im Gesundheitswesen sorgen soll.[5]

Im Rahmen dieser Seminararbeit wird der vorliegende Reformvorschlag sowohl auf sein Potenzial als auch auf die damit verbundenen Einschränkungen untersucht. Hierzu wird zunächst ein Blick auf die aktuelle Ausgestaltung des deutschen dualen Krankenversicherungssystems geworfen (Kapitel 2). Anknüpfend daran werden die sich daraus ergebenen Problemfelder beleuchtet (Kapitel 3). Im Anschluss wird die Ausgestaltung der geplanten Grünen Bürgerversicherung analysiert und hinsichtlich ihrer verteilungspolitischen, ökonomischen und strukturellen Aspekte bewertet (Kapitel 4). [6] In der Schlussbetrachtung werden die positiven Aspekte, Schwachstellen und Herausforderungen zusammengefasst und kritisch in Bezug auf ihre Umsetzbarkeit diskutiert.

2. Das duale Krankenversicherungssystem Deutschlands

Das deutsche Gesundheitssystem ist durch sein duales Krankenversicherungssystem gekennzeichnet, in dem eine Vollversicherung sowohl in der gesetzlichen Krankenkasse als auch in den privaten Krankenkassen möglich ist.[7] Daher wird im Folgenden eine getrennte Betrachtung dieser zwei Systeme vorgenommen.

2.1 Die Gesetzliche Krankenversicherung

Der Gründungsakt der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) geht auf das Krankenversicherungsgesetz von 1883 zurück und stellt einen weiteren Baustein in Bismarcks Sozialgesetzgebung dar. Ziel war es, mittels einer Versicherungspflicht eine Solidargemeinschaft für die schutzbedürftigen Arbeiter zu schaffen.[8] Seither hat sich die GKV aufgrund ökonomischer, gesellschaftlicher und politischer Veränderungen von einer Arbeiterversicherung zu einer umfassenden Versicherung nahezu aller Bevölkerungsschichten entwickelt.[9]

Gemäß Art. 20 I GG und dem daraus abgeleiteten Sozialstaatsprinzip versteht sich die Bundesrepublik Deutschland als ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.[10] Hieraus leitet sich die Verantwortung des Staates ab, für soziale Sicherheit, soziale Gerechtigkeit und einen sozialen Ausgleich zu sorgen. Um diesen Auftrag zu erfüllen, wird in erster Linie die GKV eingesetzt. Sie gewährt den Versicherten Gesundheitsleistungen, welche im Hinblick auf das Bedarfsdeckungsprinzip im gesetzlich festgelegten Leistungskatalog niedergeschrieben sind und sichert somit die Bevölkerung gegen die finanziellen Folgen von Krankheiten ab.[11] Die vom Gesetzgeber definierten Aufgaben der GKV finden sich in § 1 SGB V und umfassen neben der Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit, die Verbesserung des Gesundheitszustandes sowie die Aufklärung und Beratung der Versicherten.[12]

Medizinische Leistungen werden den Versicherten nach dem Sachleistungsprinzip gewährt. [13] Hierzu schließen einzelne Krankenkassen (KK) mit Leistungserbringern Verträge, in welchen sich die KK zur Zahlung vereinbarter Vergütungen und sich die Leistungserbringer zur Versorgung und Behandlung der Versicherten verpflichten. [14] Die Vergütung der vertragsärztlichen Leistungen erfolgt im Rahmen einer morbiditätsbedingten Gesamtvergütung[15]. Bei dieser zahlen die Krankenkassen eine Gesamtvergütung an die Kassenärztliche Vereinigung (KV), welche sich nach dem Behandlungsbedarf ihrer Versicherten richtet. Die Grundlage für die Abrechnung des einzelnen Vertragsarztes gegenüber der KV ist der bundesweit geltende Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM).[16] Dieser ermöglicht es dem Vertragsarzt, seine erbrachten Leistungen der Kassenärztlichen Vereinigung gegenüber nachzuweisen und den entsprechenden Anteil der Gesamtvergütung zu beziehen.[17]

Die Träger der GKV stellen Krankenkassen dar, welche als Körperschaften des öffentlichen Rechts die Aufgabe besitzen, das staatliche Sozialrecht auszuführen.[18] Da sie hierbei als mittelbare Staatsverwaltung auftreten, wird ihnen eine Gewinnerzielungsabsicht untersagt. [19] Sie unterliegen einer vielseitigen staatlichen Aufsicht, welche von den Sozialministerien der Länder und dem Bundesversicherungsamt ausgeführt wird.[20] Dabei sind die Krankenkassen gezwungen, alle Personen aufzunehmen, welche der Versicherungspflicht in der GKV unterliegen. Für bereits PKV Versicherte gilt dieser Kontrahierungszwang nur eingeschränkt in Ausnahmefällen.[21] Entsprechend zu diesem Zwang können sich die Versicherungspflichtigen ihre Krankenkasse in der GKV aussuchen (Wahlfreiheit). [22]

Von 1970 bis 2013 hat sich die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen um mehr als 90 % auf derzeit noch 134 verringert, [23] welche zusammen ca. 69,8 Mio. Mitglieder haben und damit rund 85 % der deutschen Bevölkerung auf sich vereinen. Unter diesen 33 Mio. männlichen und 36,8 Mio. weiblichen Mitgliedern finden sich 17,6 Mio. mitversicherte Familienangehörige und 17,7 Mio. Rentner.[24]

In der GKV wird der versicherte Personenkreis unterschieden in Mitglieder und Versicherte. Als Mitglieder werden alle Personen bezeichnet, die aufgrund einer abhängigen Beschäftigung pflichtversichert sind. Ihre Mitgliedschaft beginnt automatisch mit der Aufnahme eines versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses. Zu den Mitgliedern zählen gem. § 5 I SGB V auch Arbeitslose, welche Leistungen nach dem SGB III beziehen, Studenten sowie Arbeiter, Angestellte und Auszubildende, die gegen ein Arbeitsentgelt beschäftigt sind, das unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. [25] Oft wird in diesem Zusammenhang von pflichtversicherten Personen gesprochen.

Versicherte hingegen sind z.B. beitragsfrei mitversicherte Familienangehörige[26] eines GKV-Mitglieds oder aber Arbeiter und Angestellte, welche sich freiwillig für die GKV entschieden haben.[27] Gem. § 6 I SGB V wird Arbeitern und Angestellten die Wahl zwischen der GKV und PKV gewährt, solange ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt über der Versicherungspflichtgrenze liegt.[28] Diese wird von der Bundesregierung jährlich neu festgesetzt und beträgt 52.200 Euro für das Jahr 2013.[29]

Auch für weitere Berufsgruppen - wie Unternehmer, Selbstständige, Richter und Beamte - besteht keine Versicherungspflicht in der GKV.[30] Beamte sind Teil eines speziellen Krankenversicherungssystems, welches öffentliche Beihilfeleistungen mit einer anteiligen Versicherung in der PKV kombiniert.[31]

Die heutige Finanzierung der GKV beruht auf dem zum 1. Januar 2009 eingeführten Gesundheitsfonds sowie dem damit verbundenen morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich. In diesen Fonds fließen neben den Beitragseinnahmen aller Krankenkassen auch die Steuerzuschüsse des Bundes, welche der Versicherungsfinanzierung der beitragsfrei mitversicherten Kinder dienen.[32] Dieser jährliche Bundeszuschuss für versicherungsfremde Leistungen beträgt im Normalfall 14 Mrd. Euro. Für das Jahr 2013 umfasste er aufgrund der Haushaltskonsolidierung jedoch nur 11,5 Mrd. Euro.[33] Für das Jahr 2014 wurde er angesichts der positiven Finanzentwicklung der GKV um eine weitere Milliarde Euro auf 10,5 Mrd. Euro reduziert.[34]

Aus diesem Gesundheitsfonds erhält jede Krankenkasse im Kontext des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs pro Versicherungsnehmer pro Monat eine Grundpauschale, inklusive alters-, geschlechts-, und risikoadjustierter Zu- und Abschläge. [35] Dieser kassenübergreifende Risikostrukturausgleich berücksichtigt anhand 80 verschiedener Krankheitsgruppen die Morbidität in der Versichertenstruktur der Krankenkassen.[36] Sein Ziel ist es, die Risikoselektion der KK zu unterbinden.[37] [38]

Neben den genannten Einnahmequellen besitzt die GKV die Möglichkeit Zusatzbeiträge zu erheben, sofern die finanziellen Mittel des Gesundheitsfonds nicht zur Ausgabendeckung ausreichen. [39] Sollte eine Krankenkasse von diesem Recht Gebrauch machen, besitzen die Beitragszahler ein Sonderkündigungsrecht, das ihnen einen ungehinderten Wechsel der Krankenkasse einräumt.[40] Lässt es die Finanzsituation der Krankenkassen zu, können diese an ihre Mitglieder eine Prämie ausschütten, wie es z.B. im Jahr 2013 bei der Techniker Krankenkasse der Fall ist.[41]

Die Gesamteinnahmen der GKV umfassten 2012 ca. 189,6 Mrd. Euro, die Gesamtausgaben beliefen sich auf 184,5 Mrd. Euro. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sowohl die jährlichen Einnahmen als auch die Ausgaben kontinuierlich anstiegen. So wurden für das Jahr 2000 Einnahmen i. H.v. 133,8 Mrd. Euro und Ausgaben i.H.v. 133,7 Mrd. Euro verzeichnet.[42] Darüber hinaus wird ersichtlich, dass der Ausgabenanteil der GKV mehr als die Hälfte der gesamten deutschen Gesundheitsausgaben ausmacht.[43]

In Abbildung 1 wird die Funktionsweise des oben beschriebenen Gesundheitsfonds graphisch zusammengefasst.[44]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aufbau des Gesundheitsfonds

Quelle: In Anlehnung an WMF Betriebskrankenkasse (o.J.), o.S.

Die Beitragshöhe der Mitglieder richtet sich nach ihren beitragspflichtigen Einnahmen.[45] Diese werden bei versicherungspflichtigen Beschäftigten vor allem durch das Arbeitsentgelt bestimmt. Zusätzlich werden die Renten der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) sowie die Versorgungsbezüge und anderweitiges Arbeitseinkommen berücksichtigt.[46] Bei freiwilligen Mitgliedern der GKV wird die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit berücksichtigt, indem bei ihnen auch sonstige Einnahmen, wie z.B. Einnahmen aus Kapitalvermögen oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, hinzugezählt werden.[47]

Seit dem 1. Januar 2011 existiert mit dem in Kraft getretenen GKV- Finanzierungsgesetz ein einheitlicher allgemeiner Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen i.H.v. 15,5 %.[48] Dieser gilt für alle Mitglieder, die einen Anspruch auf Krankengeld besitzen. Für Mitglieder ohne Krankengeldanspruch gilt der ermäßigte Beitragssatz gem. § 243 SGB V i.H.v. 14,9 %.[49], [50]

Durch die aktuelle Gesetzgebung werden auch die Arbeitgeber von versicherungspflichtig Beschäftigten zur Finanzierung der GKV herangezogen. Diese Art der anteiligen Finanzierung wird in § 249 SGB V normiert und führt im Falle des allgemeinen Beitragssatzes[51] zu einem Arbeitnehmeranteil i.H.v. 8,2 % und einem Arbeitgeberanteil i.H.v. 7,3 %.[52] Diese Beitragssätze werden nur auf beitragspflichtige Einnahmen angewendet, welche die gesetzliche Beitragsbemessungsgrenze (BBG) nicht überschreiten. Für das Jahr 2013 gilt eine BBG von 47.250 Euro[53]. Beitragspflichtige Einnahmen darüber hinaus bleiben unberücksichtigt.

Elementar für die Finanzierung der GKV ist das Umlagedeckungsverfahren, nach dem die Beiträge einmal pro Jahr adäquat festgesetzt werden, damit die Summe der Einnahmen den voraussichtlichen Ausgaben entspricht.[54] Auf diese Art wird das Solidarprinzip berücksichtigt, welches zu einem weitläufigen Solidarausgleich führt. [55] Da die individuell gezahlten Beiträge der GKV Mitglieder dieser Globaläquivalenz folgen und nicht von der jeweils beanspruchten Leistung abhängen, entsteht ein sozialer Ausgleich zwischen Gesunden und Kranken.[56] Aufgrund der heterogenen Solidargemeinschaft der GKV findet sich dieser auch zwischen Jungen und Alten, Familien und Singles, Männer und Frauen sowie Reichen und Armen wieder.[57]

2.2 Die Private Krankenversicherung

Die Unternehmen der PKV sind im Gegensatz zur GKV kein Teil des Systems staatlicher Daseinsvorsorge. [58] Als Private Krankenversicherungen werden privatrechtlich verfasste Wirtschaftsunternehmen wie Aktiengesellschaften (AG) oder Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG) verstanden, welche erwerbswirtschaftliche Ziele verfolgen.[59] Diese unterliegen, genau wie die GKV, einer staatlichen Regulierung. Die Rechtsgrundlagen der PKV sind neben dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) und dem Versicherungsvertragsgesetz (VersVG) das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) und das Handelsgesetzbuch (HGB). Die staatliche Aufsicht übernimmt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). [60] Im Jahr 2011 befanden sich 43 private Krankenkassen am Markt, wovon 19 VVaG und 24 AG darstellten.[61]

Die Finanzierung der PKV erfolgt nach dem Kapitaldeckungsverfahren.[62] Nach diesem muss der Barwert der Prämien, die von den Versicherten über die Laufzeit des Versicherungsvertrages gezahlt werden, dem Barwert der jeweils erwarteten Gesundheitsaufwendungen entsprechen.[63] Prämien, welche nach diesem Äquivalenzprinzip ermittelt werden, heißen risikoäquivalente Prämien. Diese Risikoäquivalenz wird jedoch nicht für den einzelnen Versicherungsnehmer verfolgt sondern für ein Risikokollektiv, das innerhalb eines Tarifes[64] ähnliche Versicherungsrisiken aufweist.[65]

Darüber hinaus ist die Finanzierung der PKV durch ihre Altersrückstellungen gekennzeichnet. Diese werden gebildet, indem die von jungen Versicherten zu zahlenden Prämien die erwarteten Ausgaben übersteigen. Durch diese Ausgestaltung der Prämienzahlung soll erreicht werden, dass die Beiträge der Versicherten im hohen Alter stabil bleiben und nicht zu einer übermäßigen Belastung führen.[66] Die Altersrückstellungen aller Versicherten werden auf dem Kapitalmarkt angelegt um weitere Zinserträge zu erwirtschaften.[67] [68] Der Wert der Altersrückstellungen lag im Jahr 2011 bei 145,4 Mrd. Euro.[69]

Da das individuelle Versicherungsrisiko für die Höhe der Prämien ausschlaggebend ist, werden bei Vertragsabschluss Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und der Umfang des gewünschten Versicherungsschutzes des Versicherungsnehmers berücksichtigt.[70] Um eine Entscheidung zu treffen, ob überhaupt ein Versicherungsvertrag abgeschlossen werden kann, nutzt die PKV eine Gesundheitsprüfung, bei der eine wahrheitsgemäße Auskunft des potenziellen Versicherungsnehmers gesetzlich vorgeschrieben ist. Erst wenn ein individueller privater Versicherungsvertrag zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer geschlossen wurde, gilt die Person als PKV versichert.[71]

Abweichend zur GKV existiert in der PKV keine kostenlose Mitversicherung von Familienangehörigen. Für diese muss ein eigenständiger Versicherungsvertrag mit individuellen Prämien abgeschlossen werden.[72] Zudem beschränkt sich der Kontrahierungszwang der privaten Krankenkassen auf einen branchenweit einheitlichen Basistarif. Demzufolge muss die PKV jeden Antragssteller, der nicht der Versicherungspflicht der GKV unterliegt, in den Basistarif aufnehmen.[73]

Die PKV bietet neben einer Krankheitsvollversicherung auch private Zusatzversicherungen an, wobei erstere nur von Personen abgeschlossen werden dürfen, die nicht der Versicherungspflicht in der GKV unterliegen. Zusatzversicherungen dürfen auch von Versicherten der GKV abgeschlossen werden. [74] Im Jahr 2011 befanden sich ca. 9 Mio. Versicherte in einer Krankheitsvollversicherung der PKV, darunter waren 18,3 % Kinder, 50,8 % Männer und 31 % Frauen.[75] Im selben Jahr wurden knapp 22,5 Mio. Zusatzversicherungen abgeschlossen. Dabei gilt es zu beachten, dass eine Person auch mehr als eine Zusatzversicherung abschließen kann.[76]

In der PKV befinden sich vor allem Selbstständige, Freiberufler, Beamte und abhängig Beschäftigte mit einem jährlichen Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze der GKV von 52.200 Euro.[77] „Die Beamten...sind die bedeutendste Mitgliedergruppe der PKV; sie machen rund die Hälfte ihrer Mitglieder aus".[78] Sie unterliegen, wie bereits erwähnt, nicht der Versicherungspflicht in der GKV. Ihnen wird vom Dienstherrn eine Beihilfe für die beihilfefähigen Behandlungskosten gewährt. Wie hoch diese ist, hängt davon ab, ob der Beamte verheiratet ist und ob er Kinder besitzt. Sie kann zwischen 50 % und 80 % betragen.[79]

Die Beitragseinnahmen der PKV beliefen sich im Jahr 2011 auf 34,6 Mrd. Euro, wovon 25,1 Mrd. Euro aus den abgeschlossenen Verträgen einer Krankheitsvollversicherung resultierten. Die Zusatzversicherungen machten lediglich 6,7 Mrd. Euro aus, wobei knapp 67 % dieser Einnahmen auf Zusatzversicherungen zurückgehen, die von GKV Versicherten abgeschlossen wurden. Die Ausgaben für Versicherungsleistungen umfassten im Jahr 2011 knapp 22 Mrd. Euro.[80]

Die Leistungen der PKV werden gewöhnlich als Geldleistungen im Zuge der Kostenerstattung gewährt. Wie hoch diese Erstattung im Einzelfall ist, hängt von dem gewählten Versicherungstarif ab. Grundsätzlich gehen höhere Prämien mit einer höheren Kostenerstattung einher. [81] Dieses Kostenerstattungsprinzip stellt das Gegenstück zum Sachleistungsprinzip der GKV dar.

Da die PKV, anders als die GKV, keine Versorgungsverträge mit Ärzten oder Krankenhäusern schließt, haben Versicherte der PKV die freie Wahl unter allen Leistungserbringern. Nach einer Behandlung wird die erbrachte Leistung direkt dem Versicherungsnehmer in Rechnung gestellt, woraufhin dieser, je nach Tarif, die Möglichkeit besitzt, sich die Kosten von seiner Krankenkasse erstatten zulassen.[82]

Die Rechnungsgrundlage für ambulante privatärztliche Behandlungen bildet die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), für privatzahnärztliche Behandlungen gilt die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Allgemeine Leistungen der Krankenhausbehandlung werden in der GKV und PKV identisch mit der DRGFallpauschale[83] vergütet.[84]

3 Herausforderungen des dualen Krankenversicherungssystems

In Kapitel 2 wurde deutlich, dass es sich bei der GKV und PKV um zwei grundverschiedene Modelle der Absicherung für den Krankheitsfall handelt.[85] Bevor die Probleme dieser Ausgestaltung analysiert werden, fasst die nachfolgende Übersicht zunächst die zentralen Strukturmerkmale der beiden Krankenversicherungssysteme abschließend zusammen und ermöglicht so den Vergleich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Gegenüberstellung zentraler Merkmale der GKV und PKV

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Simon, M. (2013), S. 264.

3.1 Finanzierungsprobleme der GKV

Da die einkommensabhängigen Beiträge der GKV-Mitglieder den größten Teil der GKV-Einnahmen ausmachen, hängt die Finanzierung der GKV vor allem von den abhängig Beschäftigten und deren Arbeitseinkommen ab.

Eine Schwierigkeit stellt dabei die abnehmende Geburtenrate bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung dar. [86] Diese demografische Entwicklung wird zwangsläufig dazu führen, dass der Anteil der jungen, erwerbsfähigen Personen immer weiter abnehmen und der Anteil der Rentner immer weiter zunehmen wird. Bereits vor drei Jahren wurde vom Statistischen Bundesamt vorausgesagt, dass im Jahr 2060 doppelt so viele 70-Jährige leben werden, wie Kinder geboren werden.[87]

Abbildung 2, die sich auf Berechnungen aus dem Jahr 2013 bezieht, verdeutlicht die demografische Altersentwicklung und prognostiziert für das Jahr 2060, dass auf 100 Personen zwischen 20 und 64 Jahren, welche die Hauptlast der Beiträge tragen, 98 Personen fallen werden, die unter 20 oder älter als 65 sind. Hieraus wird deutlich, dass die Finanzierungsbasis der GKV in der Zukunft stark gefährdet sein wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Entwicklung des Altersquotienten bis 2060.

Quelle: Breyer, F. (2013), S. 778.

Einerseits führt diese Entwicklung in der GKV zu einer Kostensteigerung auf der Ausgabenseite, zumal die Gesundheitsversorgung von Rentnern meist mit kostenintensiveren Behandlungen verbunden ist. Andererseits reduzieren sich die Einnahmen, da nicht nur die Anzahl der erwerbstätigen Beitragszahler abnimmt sondern zusätzlich die beitragspflichtigen Renten im Vergleich zum Erwerbseinkommen geringer ausfallen[88]

Auch der verstärkte Trend zur Teilzeitarbeit hat negative Auswirkungen auf die Einnahmen der GKV, da geringere Einkommen grundsätzlich niedrigere Beitragszahlungen bedingen. In Abbildung 3 wird die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach Zeitumfang dargestellt. Seit dem Jahr 2000 verringerte sich die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland um 1,6 %, wobei die Zahl der Vollzeitbeschäftigten um 7,2 % sank und die der Teilzeitbeschäftigten um 32,4 % stieg.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach Zeitumfang

Quelle: Statistisches Bundesamt, (2012a), S. 94

Weiterhin kann die Abwendung der Beschäftigten vom Normalarbeitsverhältnis zu einer Beitragsschwächung der GKV führen. [89] Daten des Statistischen Bundesamtes belegen, dass sich immer größere Teile der Bevölkerung für die Selbstständigkeit entscheiden oder einer atypischen [90] Beschäftigung nachgehen. Für den Zeitraum von 1996 bis 2011 konnte eine Zunahme der Selbstständigen um ca. 2,7 Mio. und eine Abnahme der normal abhängig Beschäftigten von knapp 1 Mio. verzeichnet werden.[91] Von 1999 bis 2009 stieg der Anteil der atypisch Beschäftigten unter allen Erwerbstätigen um 4,5 % an, wobei der Anteil von Personen in einem Normalbeschäftigungsverhältnis um 5,1% sank. [92] Ursachen für die Zunahme von Erwerbsformen wie Alleinunternehmer, Existenzgründer, Ein-Personen-Unternehmen sowie die Ich-AG, waren in erster Linie politische Maßnahmen, welche die Arbeitslosigkeit reduzieren und das allgemeine Wirtschaftswachstum fördern sollten.[93]

Darüber hinaus konnte für die Vergangenheit eine Abnahme des Stellenwerts der abhängigen Beschäftigung als primäre Einnahmequelle festgestellt werden, denn immer mehr Menschen bezogen neben ihrem Arbeitseinkommen größere Anteile an Kapitaleinkommen wie Zinsen, Mieten und Pacht, welche nicht in der Bemessungsgrundlage der GKV berücksichtigt werden. [94] So sank die Bruttolohnquote[95] von 1991 bis 2008 von 71 % auf 65,4 %.[96]

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine Zunahme dieser Entwicklungen, bei gleichzeitigem demografischem Wandel und bei Fortsetzung des Trends hin zur atypischen Beschäftigung die GKV in Zukunft vor große Finanzierungsprobleme stellen könnte.

3.2 Ausgabenbelastung der Arbeitgeber

Da die Lohnnebenkosten der Arbeitgeber bereits in den letzten fünf Jahren kontinuierlich angestiegen sind, [97] werden negative Auswirkungen auf die Beschäftigung der GKV Mitglieder befürchtet, wenn versucht wird, den sinkenden Beitragseinnahmen mit einer Beitragssatzanhebung entgegenzuwirken. Aufgrund der nahezu paritätischen Beitragsfinanzierung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, bedingen höhere Beitragssätze höhere Lohnnebenkosten, welche wiederum zu Entlassungen führen könnten. Hieraus kann sich ein negativer Multiplikatoreffekt ergeben, der in Abbildung 4 verdeutlicht wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Negativer Multiplikatoreffekt

Quelle: Eigene Darstellung

3.3 Steigende Ausgaben der GKV

Die steigenden Ausgaben der GKV werden gemeinhin kritisch gesehen und in der Presse ist sogar verstärkt die Rede von einer „Kostenexplosion“[98]. Im Folgenden wird untersucht, ob und inwiefern diese Einschätzung gerechtfertigt ist.

In Abbildung 5 ist die Entwicklung der GKV-Ausgaben für den Zeitraum von 1999 bis 2011 dargestellt. Anhand der Grafik wird der (bis auf 2004) kontinuierliche Anstieg der GKV-Ausgaben deutlich. Sie stiegen im betrachteten Zeitraum um ca. 48,7 Mio. Euro.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Absolute Ausgaben der GKV

Quelle: Eigene Darstellung, Rohdaten entnommen aus Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.) (2012), S. 134.

In dieser Darstellung werden jedoch die Entwicklung der Wirtschaftskraft und die allgemeine Preissteigerung vernachlässigt. Relevant für die Beurteilung der Ausgabenentwicklung ist daher der prozentuale Anteil der GKV-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP).[99] Dieser wird in Abbildung 6 veranschaulicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Anteil der GKV Ausgaben am BIP

Quelle: Statista (Hrsg.) (2012), Rohdaten aus AOK Bundesverband (Hrsg.) (2012), S. 8.

Da in den Jahren von 2000 bis 2011 der Anteil der GKV-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt nur zwischen 6,3 % und 7,2 % schwankte, kann nicht von einer Kostenexplosion[100] gesprochen werden. Der scheinbar relativ große Sprung von 6,5 % im Jahr 2008 auf 7,2 % im Folgejahr lässt sich nicht auf einen starken Ausgabenanstieg zurückführen, sondern wurde verursacht durch die damalige Finanzkrise. Sie sorgte für eine absolute Reduzierung des BIPs, wobei die Ausgaben der GKV dieser Entwicklung nicht unmittelbar folgten.[101]

Die geringfügige Ausgabensteigerung von 6,5 % auf 7 % ist vermutlich die Folge des medizinischen Fortschritts. Durch neue Diagnose- und Therapieformen sowie innovative Arzneimittel, die in den gesetzlich festgelegten Leistungskatalog der GKV aufgenommen werden, erhöhen sich die Gesundheitsausgaben.[102] Berechnungen aus dem Jahr 2000 haben ergeben, dass aufgrund des medizinisch-technischen Fortschritts die Leistungsausgaben in der GKV um 1 % stärker wachsen als der allgemeine Produktivitätsfortschritt.[103]

Diese Ausführungen verdeutlichen, dass es sich bei der angeblichen „Kostenexplosion“ um eine Fehleinschätzung handelt, da die bisherige Ausgabenentwicklung der GKV nicht übermäßig angestiegen ist.

3.4 Gerechtigkeitslücken der solidarischen Finanzierung

Das deutsche Gesundheitswesen soll solidarisch wirken. Dies erfordert, dass die medizinische Versorgung der Kranken durch die Gesunden mitfinanziert wird und dass eine Umverteilung von Gutverdienenden zu den Einkommensschwachen stattfindet.[104] Dieses Ziel wird aufgrund der Versicherungspflichtgrenze allerdings nicht auf der gesamten nationalen Ebene erreicht, denn diese „...erlaubt den besserverdienenden Arbeitnehmern, sich der Solidargemeinschaft der GKV zu entziehen.“ [105] Wie bereits ausgeführt sieht die aktuelle Ausgestaltung des Krankenversicherungssystems keinen Solidarausgleich in der PKV vor. „Bei dem ... Interesse zur Gewinnerzielung bleibt kein Platz für sozialstaatlich motivierte Umverteilung.“[106] Es wird angesichts des Kapitaldeckungsverfahrens argumentiert, dass jeder Geburtenjahrgang für sich selbst sorgt.[107]

Die künstliche Trennung von GKV und PKV verhindert einen umfangreichen Solidarausgleich, da sich „ ... Beamte und Selbstständige sowie Arbeitnehmer mit Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze nicht daran beteiligen müssen.[108] “ Hierbei handelt es sich meist um junge, einkommensstarke und gesunde Versicherte[109], für welche es „.nach individuellem Nutzenkalkül lohnend (ist), der GKV den Rücken zu kehren und sich .. deutlich günstiger privat zu versichern.“[110] Dabei „ ... ist jedes freiwillige Mitglied, das seine Krankenkasse in Richtung PKV verlässt, ein finanzieller Verlust für die Solidargemeinschaft.“[111]

Doch gerade auf eine große Solidargemeinschaft, mit ausgewogener Risikomischung, ist die GKV hinsichtlich ihrer Finanzierung angewiesen.[112] Vor diesem Hintergrund stellt sich der Kassenwechsel während der letzten beiden Jahrzehnte als problematisch dar. Viele GKV-Versicherte überschritten die Versicherungspflichtgrenze und nutzten die Möglichkeit zum Wechsel in die PKV. Waren 1991 noch knapp 71,3 Mio. Mitglieder in der GKV versichert, reduzierten sich diese bis 2009 auf ca. 70 Mio. Die PKV verzeichnete in diesem Zeitraum einen Zulauf von knapp 2 Mio. Versicherten, was zu diesem Zeitpunkt 30% aller PKV Versicherten entsprach.[113]

Inzwischen hat sich auch die GKV von ihrer ursprünglichen Funktion als Solidargemeinschaft der sozial schutzbedürftigen Arbeiter weit entfernt.[114] Ein positiver Aspekt dieser Entwicklung, ist der erweiterte Personenkreis, welcher im Laufe der Zeit zur Versicherungspflicht hinzugezogen wurde.[115] Dieser sorgt für eine Stärkung der Solidargemeinschaft. Der negative Aspekt liegt hauptsächlich in der gesetzlich festgelegten Beitragsbemessungsgrenze und -grundlage, da diese nur einen eingeschränkten Solidarausgleich in der GKV entstehen lassen.[116]

„Die nahezu ausschließliche Berücksichtigung von Erwerbs- und Erwerbsersatzeinkommen bei der Beitragsbemessung ... bedeutet .. einen Verstoß gegen das Solidarprinzip“.[117] Die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Versicherten wird nicht berücksichtigt, da ihre derzeitigen Beitragszahlungen zu großen Teilen von der Herkunft und nicht von der Höhe ihres Einkommens abhängen. [118] Bspw. wird eine Person mit einem Lohneinkommen i.H.v 5.0 Euro aus unselbstständiger Arbeit stärker belastet als jemand, der 2.0 Euro Lohneinkommen und 3.000 Euro Mieteinkünfte besitzt. Um eine horizontale Gerechtigkeit zu ermöglichen, die gewährleistet, dass die Beitragszahlungen dieser zwei Personen gleich hoch sind, sollten im Sinne des Leistungsfähigkeitsprinzips alle Einkunftsarten des Einkommensteuerrechts in der Bemessungsgrundlage berücksichtigt werden.

Doch auch die vertikale Gerechtigkeit, nach welcher Versicherte mit höherem Einkommen auch zu größeren Teilen zur Finanzierung herangezogen werden sollten, wird derzeit eingeschränkt. So wirkt die Belastung bei Besserverdienern nicht für den Teil ihres Einkommens, welcher über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, wohingegen das Einkommen von Geringverdienern voll zur Beitragszahlung herangezogen wird.[119] Die Tatsache, dass Besserverdienende einen geringeren Anteil ihres Einkommens verbeitragen und kleine und mittlere Einkommen im Vergleich überproportional belastet werden, wird als regressive Verteilungswirkung bezeichnet.[120]

Angesichts dieser Regelung hängt die Beitragsbelastung eines Ehepaares davon ab, wie sich sein Gesamteinkommen auf die beiden Ehepartner verteilt. So ist bspw. die Belastung eines Ehepaares A höher, bei dem der Mann 4.0 Euro und die Frau 2.000 Euro verdient, als bei einem Ehepaar B, bei dem der Mann 5.000 Euro und die Frau 1.000 Euro verdient. Grund: der Anteil der 5.0 Euro, welcher die BBG überschreitet und damit nicht verbeitragt wird, ist bei dem Ehepaar B größer als beim Ehepaar A, während die 2.000 Euro der Frau voll beitragspflichtig sind.[121]

Die Gerechtigkeit in der GKV wird darüber hinaus durch die beitragsfreie Familienmitversicherung in Frage gestellt. „So ist . die Beitragsbelastung von Zwei-Verdiener-Paaren oft deutlich höher als diejenige von Ein-Verdiener-Paaren mit identischem Haushalts-Einkommen.“'[122]

3.5 Versorgungsunterschiede bei Kassen- und Privatpatienten

Ein weiteres zentrales Ziel des deutschen Gesundheitswesens ist die effektive Bereitstellung des medizinisch Notwendigen für Kranke. Dies beinhaltet auch, dass die so genannte “Zwei-Klassen-Medizin“ vermieden wird.[123] Jedoch weist die derzeitige Trennung von GKV und PKV eben diese Strukturen auf.[124]

Hauptursache für die Versorgungsunterschiede bei Kassen- und Privatpatienten sind die ungleichmäßigen Vergütungsstrukturen: einerseits der Einheitliche Bewertungsmaßstab der GKV und andererseits die Gebührenordnung für Ärzte der PKV. Sie lassen nicht nur eine Ungleichbehandlung in der medizinischen Versorgung zu, sondern sorgen auch für eine abnehmende Ärztedichte im ländlichen Raum. In der Vergangenheit haben sich Ärzte bei ihrer Entscheidung zur Standortwahl stark an der regionalen Verteilung der PKV Versicherten orientiert, weshalb die Ärztedichte insbesondere auf dem Land als Versorgungslücke bezeichnet wird.[125] Für viele Ärzte ist es aus ökonomischer Sicht attraktiver, Versicherte der PKV den GKV Versicherten vorzuziehen. „So zahlen Privatversicherte beim Arzt mehr als das Doppelte der GKV-Vergütung für die gleichen Leistungen.[126] “ Dadurch gelingt es den Ärzten, „.zwischen gesetzlich und privat versicherten Patienten zu diskriminieren“[127], was laut der Patienten „nicht nur bei Wartezeiten, sondern auch bei der medizinischen Behandlungsqualität.“[128] geschieht.

3.6 Mangelnder Wettbewerb

„Das duale Krankenversicherungssystem in seiner derzeitigen Ausprägung behindert einen funktionstüchtigen Wettbewerb in mehrfacher Hinsicht.“[129]

Ein echter Wettbewerb zwischen GKV und PKV besteht zurzeit nicht, da ein übergroßer Teil der Bevölkerung der Versicherungspflicht in der GKV unterliegt und somit nicht die Möglichkeit eines Wechsels in die PKV besitzt. Zwar unterliegen Beamte dieser Versicherungspflicht nicht, doch wird sich kaum einer von ihnen für die GKV entscheiden, da er in diesem Fall den gesamten Versicherungsbetrag selbst zahlen muss und nicht, wie in der PKV, einen Anteil durch die Beihilfe erstattet bekommt. Hinzu kommen Personen mit schweren Krankheiten oder Behinderungen, die nur unter sehr hohen Kosten in der PKV versichert werden würden.[130] Der Teil der Bevölkerung, der ein Wahlrecht zwischen GKV und PKV besitzt und auf den sich der Wettbewerb zwischen diesen beiden konzentriert, beschränkt sich letztendlich auf „rel. wenige junge und gesunde Gutverdiener sowie Selbstständige.“[131]

Nachteilig für den Wettbewerb kommt hinzu, dass wie in Kapitel 2 dargestellt, GKV und PKV verschiedene Rechtsformen darstellen und dabei ihren individuellen Rechtsgrundlagen unterliegen, denn „nur bei einheitlichen Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter kann produktives Konkurrieren um die Gunst der Versicherten erfolgen.“[132]

Auch der Wettbewerb zwischen den privaten Krankenkassen hat stark abgenommen. Ursächlich hierfür ist die Schwierigkeit, die von den Versicherten gebildeten Altersrückstellungen bei einem Kassenwechsel mitzunehmen,[133] „.da es praktisch unmöglich ist Altersrückstellungen zu bilden, die exakt dem individuellen Risiko eines Versicherten entsprechen...“[134] Aus diesem Grund können PKV Versicherte nur mit sehr hohen Verlusten ihre Krankenkasse wechseln.[135] Der verbleibende Wettbewerb zwischen den privaten Krankenkassen beschränkt sich somit nur auf die Anwerbung der angesprochenen Neukunden, was dazu führt, dass nicht immer die beste Versorgung für die bereits Versicherten angeboten wird.[136]

Vergleichsweise gering ist auch der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen der GKV, da diese gesetzlich zur Erhebung der gleichen Beitragssätze verpflichtet sind und durch den gesetzlich festgelegten Leistungskatalog nur geringe Unterschiede in ihrem Versorgungsangebot aufweisen.

Nicht nur die Zahl, sondern auch das Ausmaß der aufgezeigten Herausforderungen verdeutlicht, dass ein Handlungsbedarf seitens der Politik besteht und neue gesetzliche Regelungen dringend erforderlich sind. Eine in der Öffentlichkeit viel diskutierte Reformmöglichkeit zur Lösung dieser Probleme stellt die Bürgerversicherung der Grünen dar, welche im folgenden Kapitel vorgestellt und hinsichtlich ihrer Wirkungen analysiert wird.

4 Die Bürgerversicherung

Bereits im Jahr 2002 wurde die „Kommission für die Nachhaltigkeit in der Finanzierung der Sozialen Sicherungssysteme“, kurz „Rürup-Kommission“, ins Leben gerufen und mit ihr die Idee der Bürgerversicherung.[137] Das Kernmodell dieser Kommission sah zunächst drei Elemente vor: die Abschaffung der Versicherungspflichtgrenze, die Berücksichtigung aller Einkommensarten in der Beitragsbemessungsgrundlage und die Erweiterung des Versichertenkreises auf die gesamte Wohnbevölkerung.[138]

[...]


[1] Vgl. Kiefer, G. / Ruiss, D. (2004), S. 153 - 154.

[2] Vgl. Van Sanctum, U. (2010), S. 410.

[3] Vgl. Strengmann-Kuhn, W. (2005), S. 80.

[4] Im Folgenden die Grünen

[5] Vgl. Bündnis 90/Die Grünen, (2003), S. 1 - 3 und Bündnis 90/Die Grünen, (2013), S. 122 - 123.

[6] Vgl. Kiefer, G. / Ruiss, D. (2004), S. 152.

[7] Vgl. Wille, E. / Hamilton, G. J. / von der Schulenburg, J.-M. et al. (2012), S. 100.

[8] Vgl. Simon, M. (2013), S. 32.

[9] Vgl. Oesterreich, J. (2006), S. 266.

[10] Vgl. Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (1949), Art. 20 I GG.

[11] Vgl. Wille, E. / Hamilton, G. J. / von der Schulenburg, J.-M. et al. (2012), S. 64.

[12] Vgl. Simon, M. (2013), S. 181 und § 1 SGB V.

[13] Vgl. Schwarze, J. (2003), S.25.

[14] Vgl. Simon, M. (2013), S. 111 und § 72 SGB V.

[15] Zur detaillierteren Darstellung der Gesamtvergütung vgl. Simon, M. (2013), S. 309 - 319.

[16] Vgl. § 87 II SGB V

[17] Vgl. Simon, M. (2013), S. 309 - 318.

[18] Vgl. ebenda, S. 163.

[19] Vgl. ebenda, S. 169.

[20] Vgl. § 90 SGB IV sowie Simon, M. (2013), S. 170.

[21] Zur genauen Regelung vgl. § 5 SGB V sowie § 6 SGB V.

[22] Vgl. Simon, M. (2013), S. 114 - 115.

[23] Vgl. Statista (Hrsg.) (2013), S. 10.

[24] Vgl. Bundesministerium für Gesundheit (2013) S. 37 - 43.

[25] Vgl. Schräder, J. (2008), S. 70 - 71 sowie § 5 I SGB V.

[26] Ehegatten und Kinder des GKV-Mitglieds, solange diese nicht hauptberuflich selbstständig sind oder über ein geringeres Einkommen verfügen, als in § 18 SGB IV festgesetzt.

[27] Vgl. Simon, M. (2013), S. 185.

[28] Vgl. § 6 SGB V.

[29] Vgl. Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung (2013), § 4.

[30] Auf Ausnahmen für bestimmte Selbstständige wird an dieser Stelle nicht weiter eingegangen.

[31] Vgl. Wille, E. / Hamilton, G. J. / von der Schulenburg, J.-M. et al. (2012), S. 100 - 101.

[32] Vgl. Simon, M. (2013), S. 205 - 206 und Paquet, R. (2013), S. 70.

[33] Vgl. § 221 I SGB V.

[34] Vgl. Bundesratsdrucksache 626/13, (2013), S. 2.

[35] Vgl. § 266 SGB V.

[36] Vgl. Oberender, P. / Zerth, J. (2009), S. 330.

[37] Vgl. ebenda, S. 331.

[38] Mit Einführung der Kassenwahlfreiheit 1996 und dem entstandenen Wettbewerb unter den KK bestand die Gefahr, dass nur Versicherte mit niedrigem Risiko und hohem Einkommen rentabel für die Versicherungen sind und es daher zu einer Risikoselektion kommt.

[39] Vgl. Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.) (2011), S. 6.

[40] Vgl. Henke, K.-D. / Richter, W.F. (2009), S. 728.

[41] Vgl. TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt (2012), o.S.

[42] Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2013), S. 8 - 9.

[43] Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (o. J.), o.S.

[44] Vgl. WMF Betriebskrankenkasse, (o. J.), o.S.

[45] Vgl. § 223 SGB V.

[46] Vgl. § 226 SGB V und Schräder , J. (2008), S. 68.

[47] Vgl. § 240 SGB V.

[48] Vgl. GKV-Finanzierungsgesetz sowie § 241 SGB V.

[49] Vgl. Simon, M. (2013), S. 201 und § 243 SGB V.

[50] Auf den Pauschal ermäßigten Beitragssatz für geringfügig Beschäftige und den Beitragssatz für Studenten und Praktikanten wird nicht weiter eingegangen.

[51] Beim Ermäßigten AN 7,9 % und AG 7 %.

[52] Vgl.§ 249 SGB V.

[53] Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales, (Hrsg.) (2012), S. 4.

[54] Vgl. Schräder, J. (2008), S. 69.

[55] Vgl. Wille, E. / Hamilton, G. J. / von der Schulenburg, J.-M. et al. (2012), S. 64 - 65 ähnlich § 3 SGB V.

[56] Vgl. Isensee, J. (1975), S. 640.

[57] Vgl. Schräder, J. (2008), S. 68.

[58] Vgl. Simon, M. (2013), S. 265.

[59] Vgl. ebenda, S. 164.

[60] Vgl. ebenda, S. 219 - 220 sowie Schräder, J. (2008), S. 81.

[61] Vgl. Verband der Privaten Krankenversicherung (2011), S. 16.

[62] Vgl. von der Schulenburg, J.-M. / Greiner, W. (2007), S. 31 - 32.

[63] Vgl. Eekhoff, J. / Wolfgramm, C. (2010), S. 685.

[64] Ein Tarif ist ein Versicherungsangebot, dass nach seinem Leistungsumfang definiert ist.

[65] Vgl. Simon, M. (2013), S. 241.

[66] Vgl. Wille, E. / Hamilton, G. J. / von der Schulenburg, J.-M. et al. (2012), S. 97.

[67] Vgl. Simon, M. (2013), S. 249.

[68] Aus diesem Grund ist die Finanzierung der PKV stark abhängig vom Zinssatz, weshalb die aktuelle Niedrigzinsphase ein Problem darstellt, auf das hier nicht weiter eingegangen wird.

[69] Vgl. Verband der Privaten Krankenversicherung (2011), S. 18.

[70] Vgl. Schräder, J. (2008), S. 82 sowie Simon, M. (2013), S. 227 - 228.

[71] Vgl. Simon, M. (2013), S. 227 - 228 und Versicherungsvertragsgesetz (2007), § 19 I VersVG.9

[72] Vgl. Simon, M. (2013), S. 222.

[73] Vgl. ebenda, S. 223.

[74] Vgl. ebenda, S. 235.

[75] Vgl. Verband der Privaten Krankenversicherung (2011), S. 29.

[76] Vgl. ebenda, S. 16.

[77] Vgl. Schräder, J. (2008), S. 81 ähnlich Simon, M. (2013), S. 219.

[78] Paquet, R. (2013), S. 31.

[79] Vgl. Schräder, J. (2008), S. 83 ähnlich Simon, M. (2013), S. 226.

[80] Vgl. Verband der Privaten Krankenversicherung (2011), S. 17.

[81] Vgl. Simon, M. (2013), S. 236.

[82] Vgl. ebenda, S. 236 – 237.

[83] Diagnosis Related Groups (deutsch: diagnosebezogene Fallgruppe).

[84] Vgl. Simon, M. (2013), S. 239.

[85] Vgl. Simon, M. (2013), S. 266.

[86] Vgl. Schräder, J. (2008), S. 18.

[87] Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), (2009), S. 5.

[88] Vgl. Kiefer, G. / Ruiss, D. (2004), S. 154.

[89] Vgl. Strengmann-Kuhn, W. (2005), S. 157.

[90] Atypisch bezeichnet hier die Abweichung vom Normalarbeitsverhältnis wie z.B. T eilzeitbeschäftigung.

[91] Vgl. Statistisches Bundesamt, (Hrsg.), (2011).

[92] Vgl. Statistisches Bundesamt, (Hrsg.), (2012a), S. 60.

[93] Vgl. Fachinger, U. (2007), S. 530.

[94] Vgl. Schräder, J. (2008), S. 70.

[95] Anteil des Bruttoeinkommens aus unselbstständiger Arbeit am gesamten Volkseinkommen.

[96] Vgl. Schäfer, C. (2010), S. 637

[97] Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.), (2012b).

[98] Vgl. n-tv (2006).

[99] Vgl. Simon, M. (2013), S. 157.

[100] Vgl. Simon, M. (2013), S. 155.

[101] Vgl. ebenda, S. 160 - 161.

[102] Vgl. Cassel, D. / Postler, A. (2003), S. 438 sowie Breyer, F. (2013), S. 780.

[103] Vgl. Breyer, F. / Ulrich, V. (2000), S. 1 - 17.

[104] Vgl. Strengmann-Kuhn, W. (2005), S. 86.

[105] Kiefer, G. / Ruiss, D. (2004), S. 154.

[106] Schräder, J. (2008), S. 81.

[107] Vgl. Wille, E. / Hamilton, G. J. / von der Schulenburg, J.-M. et al. (2012), S. 97.

[108] Van Sanctum, U. (2010), S. 410.

[109] Vgl. Strengmann-Kuhn, W. (2005), S. 70.

[110] Jacobs, K. (2012), S. 652.

[111] Wille, E. / Hamilton, G. J. / von der Schulenburg, J.-M. et al. (2012), S. 6.

[112] Vgl. Jacobs, K. (2012), S. 652.

[113] Vgl. Simon, M. (2013), S. 143.

[114] Vgl. Oesterreich, J. (2006), S. 266.

[115] Vgl. Simon, M. (2013), S. 34 - 77.

[116] Vgl. Strengmann-Kuhn, W. (2005), S. 70.

[117] Sehlen, S. / Schräder, W.F. / Schiffhorst, G. et al, (2004), S. 14.

[118] Vgl. von der Schulenburg, J.-M. (2005), S. 426.

[119] Vgl. Strengmann-Kuhn, W. (2005), S. 87.

[120] Vgl. Kiefer, G. / Ruiss, D. (2004), S. 154 und Sehlen, S. / Schräder, W.F. / Schiffhorst, G. et al, (2004), S. 14.

[121] Vgl. Rothgang, H. / Arnold, R. / Unger, R. (2010), S. 9.

[122] Vgl. Sehlen, S. / Schräder, W.F. / Schiffhorst, G. et al, (2004), S. 14.

[123] Vgl. Strengmann-Kuhn, W. (2005), S. 86.

[124] Vgl. ebenda, S. 80.

[125] Vgl. Jacobs, K. (2012), S. 652.

[126] Wasem, J. / Walendzik, A. (2012), S. 659.

[127] Strengmann-Kuhn, W. (2005), S. 87.

[128] Heier, M. / Marstedt, G. (2012), S. 54 – 78.

[129] Wille, E. / Hamilton, G. J. / von der Schulenburg, J.-M. et al. (2012), S. 102.

[130] Vgl. Jacobs, K. (2012), S. 652.

[131] Jacobs, K. (2012), S. 653.

[132] Kiefer, G. / Ruiss, D. (2004), S. 158.

[133] Ausnahme ist der Basistarif, welcher jedoch nur im geringen Umfang genutzt wird.

[134] Strengmann-Kuhn, W. (2005), S. 89.

[135] Vgl. Eekhoff, J. / Wolfgramm, C. (2010), S. 684.

[136] Vgl. Strengmann-Kuhn, W. (2005), S. 80.

[137] Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Hrsg.), (2003), o.S.

[138] Vgl. Lauterbach, K. (o. J.), S. 9. sowie Schräder, J. (2008), S. 24 – 25.

Details

Seiten
52
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656551898
ISBN (Buch)
9783656551942
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v264722
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover – Öffentliche Finanzen
Note
1,7
Schlagworte
krankenversicherung abschaffung systems analyse beurteilung vorschlags einführung grünen bürgerversicherung

Autor

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Titel: Krankenversicherung. Abschaffung des dualen Systems?