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Case Management. Eine Einführung

Hausarbeit 2013 14 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung.

1. Definition.

2. Geschichtlicher Hintergrund.

3. Funktionen des Case Manager.
3.1 Advocacy Funktion.
3.2 Broker Funktionen.
3.3 Gate Keeper Funktionen.

4. Gestaltungsaufgaben.
4.1 Angebots- und Nutzerorientierung.
4.2 Handeln nach Vereinbarungen.
4.3 Prozedurale Fairness.
4.4 Produktorientierung.
4.5 Qualitätsmanagement
4.5.1 Strukturqualität
4.5.2 Prozessqualität
4.5.3 Ergebnisqualität

5. Methode des Case Managements.
5.1 Falleinschätzung.
5.2 Hilfeplanung.
5.3 Durchführung.
5.4 Begleitung und Überprüfung der Hilfen.
5.5 Klientenfürsprache.
5.6 Beendigung und Auswertung.
6. Fazit und Kritik.
Literaturverzeichnis.

0. Einleitung

Die immer knapper werdenden finanziellen Mittel der öffentlichen Haushaltskassen zwingen auch die Sozialarbeit zu einer Ökonomisierung mit betriebswirtschaftlichen Ansätzen. Die Forderung nach einer wirtschaftlichen Optimierung ist eine logische Konsequenz.

Demnach muss die Sozialarbeit sparsamer und dennoch effizienter und effektiver werden. So werden sozialarbeiterische Organisationen zu sozialen Dienstleistern umstrukturiert und Sozialarbeiter werden zu Managern der sozialen Angebote, verknüpfen die zur Verfügung stehenden Ressourcen und stimmen das Angebot der möglichen Hilfestellungen ab. Eine mittlerweile gängige Methode, die all diese Schritte in sich vereint, ist das so genannte Case Management. Dieses wird nicht nur in der Sozialen Arbeit und im Gesundheitswesen angewandt, sondern auch in der Pflege, der Rehabilitation, der Psychiatrie, bei medizinischen Behandlungen, in der Altenpflege, der Behindertenhilfe, der Familienhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch der Straffälligen- und Bewährungshilfe sowie der Suchtmittelabhängigen- und Wohnlosenhilfe.

Case Management kann als koordinierter und vernetzter Hilfeprozess betrachtet werden, der versucht durch Aktivierung der persönlichen, sozialen und materiellen Ressourcen die Abhängigkeit der Klienten von Hilfesystemen zu verringern. Es geht darum, die Selbstbestimmung der Klienten zu fördern.

Im Rahmen dieser Arbeit möchte ich die Grundlagen und den Ablauf des Case Managements aufzeigen. Zunächst werde ich Case Management definieren, um dann im Anschluss daran auf die Herkunft und historische Genese dieser Methode zur Prozessgestaltung einzugehen.

1. Definition

Wörtlich übersetzt bedeutet „Case“ Fall, demnach stehen beim Case Management Einzelfälle und deren Koordinierung im Fokus. Da sich das Konzept des Case Managements von verschiedenen Sichtweisen aus betrachten lässt und sich in einer breiten Masse an Anwendungsbereichen wiederfindet, gibt es natürlich viele unterschiedliche Definitionen von Case Management. Es lassen sich dennoch sieben Grundkriterien nennen, die in fast allen Bereichen zur Anwendung kommen:

- over time (kontinuierliche Versorgung)
- across services (grenzenübergreifende Hilfsangebote in Bezug auf Einrichtungen und deren Zuständigkeiten)
- ganzheitliche Sichtweise (Patient steht als Individuum im Mittelpunkt)
- dynamischer Prozess (regelmäßige Zusammenarbeit der professionellen und lebensweltnahen Personen und Organisationen)
- integriertes Hilfesysteme (mehrere Parteien werden gebündelt und vom Case Manager koordiniert)
- Zielorientierung (ergebnisorientierte Problemlösung)
- Qualitätsentwicklung und Sicherung (Versorgung und Zufriedenheit wird reflektiert, gesichert und weiterentwickelt).

Was Case Management ganz konkret für das Sozial- und Gesundheitswesen bedeutet, fasst Wendt wie folgt zusammen: „Case Management bietet für Sozialdienste eine Prozeßlenkung an, in der die einzelnen Vorgänge transparent, jeweils für sich handhabbar und zu kontrollieren, zu bewerten und abrechenbar sind” (Wendt, 2001, S. 28).

2. Geschichtlicher Hintergrund

Im Folgenden möchte ich die historische Entwicklung des Case Management Konzeptes beschreiben. Dabei befasse ich mich vorwiegend mit der US-amerikanischen Entstehungsgeschichte, da dort die Konzeption des Case Managements ihren Anfang nahm und Amerika als Ursprungsland bezeichnet werden kann.

Mitte der 70er-Jahre wurden aus Gründen der Reorganisation des Gesundheits- sowie des Sozialwesens aber auch aufgrund neuer Bürgerrechte in den USA viele chronisch psychisch Kranke, geistig Behinderte und andere pflegebedürftige Menschen aus stationären Behandlungen entlassen. Es schien nicht mehr vertretbar zu sein, Menschen in Anstalten und Heimen einzubehalten, ohne dass ihnen eine erkennbare Hilfe oder Besserung zugutekam. Die Menschen wurden an die Hilfe gewöhnt und wurden mehr oder minder unfähig ihr eigenes Leben zu organisieren. Ebenso war der damit verbundene Kostenfaktor ein erheblicher Grund an der damaligen Situation grundlegende Änderungen vorzunehmen. Es wurde klar, dass die vorhandenen Unterstützung „viel kostet und mehr schadet als nutzt“ (Wendt, 2001, S. 15). Die Anzahl der stationären Plätze nahm rasant ab. Den Entlassenen, die nun mehr oder weniger auf der Straße saßen, mussten Angebote in der ambulanten Betreuung und Pflege geboten werden. Die plötzliche Umstellung führte zu einer großen Intransparenz in Bezug auf die angebotenen Dienstleistungen, sodass den Bedürftigen die Kompetenz fehlte das soziale Angebot zu überblicken und sich selbstständig, die für sie relevanten Programme herauszufiltern. Erste Versuche dem Entgegenzuwirken war beispielsweise die „service integration“, welche Angebote bündeln sollte, um eine verständliche und nachvollziehbare Übersicht der möglichen Hilfestellungen zu ermöglichen. Im weiteren Verlauf entstanden viele Programm zur Förderung von Behinderten und psychisch Kranken nach dem Modell der gemeindenahen Unterstützung aus der Altenpflege, um das Umfeld und so die Pflege zu erleichtern, wobei schon damals darauf geachtet wurde, dass „eine Fachkraft oder ein Team mit dem Klient Kontakt hält, egal welche und wie viele Dienste tätig waren“ (Wendt, 2001, S.15). Es wurden weitere Modelle und Herangehensweisen erarbeitet, vom reinen Vermittler, der darauf spezialisiert war das richtige Angebot zusammenzustellen und Klient und Dienstleister zusammen zu bringen, über die Wiedereingliederung und Rehabilitation kranker Menschen, bis zur Stärkung der persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten der Lebensführung. Letzteres war vor allem für psychisch kranke Menschen in großem Maße hilfreich, um ihnen die Führung ihres eigenständiges Lebens wieder zu ermöglichen (vgl. Wendt, 2001, S. 16).

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Details

Seiten
14
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656542230
ISBN (Buch)
9783656543114
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v264684
Institution / Hochschule
Hochschule RheinMain
Note
1,3
Schlagworte
case management eine einführung

Autor

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Titel: Case Management. Eine Einführung