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Sport und Osteoporose

Seminararbeit 2009 21 Seiten

Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Osteoporose?
1.1 Einleitung
1.1.1 Wer ist von Osteoporose betroffen?
1.1.2 Unterscheidung zwischen lokalisierter und generalisierter Form der Osteoporose
1.2 Formen der Osteoporose
1.2.1 Primäre Osteoporose
1.2.2 Primäre Osteoporose Typ 1
1.2.3 Primäre Osteoporose Typ 2
1.2.4 Sekundäre Osteoporose
1.3 Anzeichen für eine Osteoporose
1.4 Stadien der Osteoporose
1.5 Osteoporose bei Männern und Kindern
1.6 Diagnostik

2. Prävention
2.1 Kalziumreiche Ernährung
2.2 Vitamin D
2.3 Phosphathaltige Lebensmittel reduzieren
2.4 Sport

3 Behandlung durch Medikamente
3.1 Biophosphonate
3.2 Selektive Estrogen-Rezeptor-Modulatoren

4 Sport
4.1 Schwerpunkte der auf Bewegung basierenden Therapie
4.2 Muskelkrafttraining

5 Ein Anti-Osteoporose-Training
5.1 Gesundheitssport
5.2 Sporttherapie

6 Zusammenfassung

Literatur

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Knochenmasse unter optimalen und suboptimalen Bedingungen (Bone Health and
Osteoporosis: A Report of the Surgeon General, 2004, chapter 6, p. 113)

Abb. 2: Trainingsplan (Kreuzriegler & Gollner, 1992, S. 71)

Abb. 3: Idealer Trainingspuls (Kreuzriegler & Gollner, 1992, S. 73)

1 Was ist Osteoporose?

1.1 Einleitung

Osteoporose, ist eine Volkskrankheit, von der vor allem Frauen und Männer im höheren Lebensalter betroffen sind. Die Erkrankung ist durch eine Störung im Knochenstoffwechsel gekennzeichnet, wodurch die Knochenmasse über das normale Maß hinaus abnimmt und die Knochenstruktur beeinträchtigt wird. Dies hat zur Folge dass der Knochen im wahrsten Sinne des Wortes porös wird und an Stabilität verliert. Geringe Belastungen wie etwa kleine Stürze, das Heben der Einkaufstasche oder das Bücken oder Niesen können zu Brüchen führen. Der Begriff „Osteoporose“ kommt aus dem Griechischen und lässt sich folgendermaßen übersetzen: „Osteo“ heißt Knochen, „porose“ leitet sich von porös ab und bezeichnet die Höhlenbildung in Organen.

Normalerweise wird altes Gewebe abgebaut und gleichzeitig neues wieder gebildet. Die Form der Knochen wird durch die so genante Matrix verleiht, in die sich die Mineralstoffe Calcium und Phosphat wiederum einlagern um dem Knochen die Härte und Dichte zu verleihen. Gesteuert wird die Bildung und Wirkung dieser Hormone von den Geschlechtshormonen Östrogen und Testosteron.

Bei der Osteoporose ist das Gleichgewicht des Hormonhaushaltes gestört. Es wird mehr Knochenmasse abgebaut als neue gebildet werden kann. Folglich kommt es zu einer verminderten Knochendichte. Das Zusammenspiel einer niedrigen Knochenmasse und einer daraus folgenden Störung der Mikroarchitektur des Knochengewebes resultieren Knochenbrüchigkeit und steigendes Frakturriskio.

Allgemein ist bekannt, dass bei jedem Menschen mit zunehmenden Alter Abbau-, Verschleiß- und Degenerationsprozesse stattfinden. Ein normaler, altersbedingter Knochenabbau, der etwa ab dem 35 Lebensjahr einsetzt, beträgt nach Angaben in der Fachliteratur bei gesunden Menschen ca. 0,5 - 1,5 % pro Jahr. Damit verliert der Mensch unter normalen Lebensumständen zwischen dem 35. und 70. Lebensjahr etwa ein Drittel seiner Knochenmasse.

1.1.1 Wer ist von Osteoporose betroffen?

Schätzungen zu Folge leidet etwa jede Dritte Frau und jeder fünfte Mann über 50 Jahre in Deutschland an Osteoporose. Das sind ca. acht Millionen Menschen. Zwei Millionen Menschen haben in Deutschland aufgrund einer Osteoporose bereits einen Knochenbruch erlitten. Aufgrund der hormonellen Umstellung nach der Menopause der Frau beschleunigt sich ihr Knochenschwund. Deshalb sind vor allem Frauen nach den Wechseljahren von Osteoporose betroffen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Menschen in jungen Jahren an Knochenschwund erkranken, z. B. durch eine lang anhaltende und hoch dosierte Cortisonbehandlung.

Obwohl oft ungeachtet, gibt es jedoch ein ganz offensichtliches Zeichen, das Hinweise zur Osteoporose liefert. Das Nachlassen der Körpergröße. Dennoch ist diese Krankheit oftmals lange unbemerkt und dadurch unterschätzt.

Meist vergehen Jahre, bevor die Krankheit erste Beschwerden verursacht. Immer wiederkehrende Rückenschmerzen sind zumeist das erste Warnzeichen für eine Osteoporose. Die Krankheit wird aber oft erst dann erkannt, wenn bereits Knochenbrüche aufgetreten sind. Darum gilt je früher der Arzt den Knochenschwund erkennt, desto besser kann sein Fortschreiten verhindert werden.

1.1.2 Unterscheidung zwischen lokalisierter und generalisierter Form der Osteoporose

Die lokalisierte Form der Osteoporose umfasst den Knochenmasseverlust in einem eng umgrenzten Bereich.

Die häufigere Form und somit die generalisierte Form umfasst die Minderung der Knochenmasse im gesamten Skelettsystem.

1.2 Formen der Osteoporose

Entsprechend der Krankheitsentstehung wird zwischen primärer und sekundärer Osteoporose unterschieden.

1.2.1 Primäre Osteoporose

Etwa 95 Prozent aller Patienten leiden an der primären Osteoporose für die keine direkte Ursache auszumachen ist. Sie steht im engen Zusammenhang mit dem Alter, der hormonellen Regulation und dem Calciumstoffwechsel. Der postmenopausale Östrogenausfall ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein entscheidender Faktor. Darüber hinaus scheinen zierliche Menschen häufiger an Osteoporose zu leiden da sie eine geringere Ausgangsknochenmasse haben und das Skelett stärker auf Belastungen reagiert.

Innerhalb der Teilbereiche werden wiederum verschiedene Typen voneinander unterschieden. Die primäre Osteoporose Typ 1 sowie die primäre Osteoporose Typ 2.

1.2.2 Primäre Osteoporose Typ 1

Die so genannte postmenopausale Osteoporose betrifft in der Regel Frauen im Alter von 50 bis 70 Jahren. Es erkranken etwa 20 – 40 Prozent aller Frauen in den Wechseljahren an Osteoporose. Als Hauptursache für die Entstehung einer postmenopausalen Osteoporose wird auf den Mangel des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen zurückgeführt. Ein Mangel also, der durch die Hormonumstellung der Wechseljahre ausgelöst wird und das Gleichgewicht zwischen Knochenauf- und -abbau stört, was letztlich den Verlust an Knochenmasse zur Folge hat. Hierbei wird die schwammige Knochenstruktur, die so genannte Spongiosa geschädigt.

Eine gezielte Vorbeugung um den Mangel des Sexualhormons Östrogen zu entgehen liegt in der Einnahme von Hormonpräparaten, eine Umstellung der Ernährung auf eine ausgewogene und kalziumreiche Ernährung sowie ein hohes Maß an Bewegung.

1.2.3 Primäre Osteoporose Typ 2

Da Frauen und Männer ab dem 70. Lebensjahr gleichermaßen von der so genannten senilen Osteoporose Typ 2 betroffen sind, erklärt sich auch die synonyme Verwendung der Bezeichnung senile Osteoporose von selbst. Senil bedeutet „altersschwach“.

Anders als beim Typ 1 der primären Osteoporose, ist hier nicht nur die Spongiosa geschädigt, vielmehr weitet sich die Schädigung auch auf die massive Knochensubstanz, die so genannte Kompakta aus, was zur Folge hat, dass überdurchschnittlich häufig die Röhrenknochen wie beispielsweise Oberschenkel- oder Unterarmknochen brechen.

1.2.4 Sekundäre Osteoporose

Diese Form der Osteoporose kann als selten bezeichnet werden da lediglich 5 Prozent aller Osteoporoseerkrankungen auf diese Form zurückzuführen sind. Genauso wie bei der senilen Osteoporose sind Frauen und Männer gleicher Weise betroffen. Die sekundäre Osteoporose entsteht als Folge anderer Krankheiten, deren Ursachen größtenteils bekannt sind. Dies sind beispielsweise Hormon produzierende Tumore, Überfunktionen der Nebennierenrinden sowie der Schilddrüse, Störung der Funktion der Nebenschilddrüse, Magen -Darm-Erkrankungen oder auch erblich bedingte Bindegewebserkrankungen. Des Weiteren kann erzwungener Bewegungsmangel, überhöhter Alkohol-, Zigaretten- oder auch Kaffeekonsum als Ursache gelten. Die Einnahme bestimmter Medikamente, die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, können sich im Sinne von Nebenwirkungen ebenfalls verstärkend auswirken.

1.3 Anzeichen für eine Osteoporose

Die Osteoporose weist keine eindeutigen Symptome auf, sondern ist ein schleichender Prozess der nicht von Anfang an erkennbar ist. Auffällig sind nur die unter Belastung oder im Laufe des Tages zunehmenden Rückenschmerzen. Die Schmerzen sind oftmals im Nacken, im mittleren Brustwirbelsäulenbereich und im mittleren Bereich der Lendenwirbelsäule lokalisiert. Ein spätes jedoch sicheres Indiz weist der stark gerundete Rücken, der so genannte „Witwenbuckel“ auf. Eingebrochene Wirbel und der Verlust an Knochenmasse führen dazu, dass die Haltung sich ändert aufgrund der einhergehenden Rumpfverkürzung. Die Betroffenen können bis zu 10 cm und mehr kleiner werden. Des Weiteren ist das Tannenbaumphänomen zu nennen, das sich durch quer verlaufende Hautfalten im Rumpfbereich auszeichnet. Die Osteoporose wird auch als die lautlose Krankheit bezeichnet da der Knochenschwund allmählich fortschreitet ohne dass der Betroffene spürbare Symptome erleidet.

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Details

Seiten
21
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656539728
ISBN (Buch)
9783656543176
Dateigröße
868 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v264648
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,3
Schlagworte
sport osteoporose

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Titel: Sport und Osteoporose