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Praxisbericht KBZO

Praxissemester - Körperbehinderten Zentrum Oberschwaben

Praktikumsbericht / -arbeit 2008 22 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Praxisstelle
2.1. Die Institution
2.2. Wer sind die Klienten?
2.3. Wohnen Erwachsene
2.3.1. Stationäres Wohnheim
2.3.1.1. Verhinderungspflege
2.3.2. Förder- und Betreuungsgruppen (F&B-Gruppen)
2.3.3. Trainingswohnen
2.3.4. Stadtbüro
2.3.4.1. Ambulant Betreutes Wohnen (ABW)
2.3.4.2. Offene Hilfen

3. Tätigkeitsbereich
3.1. In welche Arbeitsbereiche erhielt ich Einblick, wo war ich beteiligt und welche Arbeitsabläufe wurden selbstständig von mir durchgeführt?
3.1.1. Begleitetes Wohnen
3.1.2. Heimverwaltung, Wohnheim und Heimleitung
3.2. Welche methodischen Schwerpunkte wurden gesetzt?

4. Auswertung
4.1. Persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Aufgabenbereich
4.2. Persönliche Auseinandersetzung mit den Erfahrungen beim Umgang mit den Klienten
4.3. Persönliche Auseinandersetzung mit der Anleitung und dem professionellen Team
4.4. Persönliche Auseinandersetzung mit dem forschenden Lernen
4.5. Persönliche Auseinandersetzung mit der Supervision
4.6. Persönliche Auseinandersetzung mit der Konsultation
4.7. Abschließende Bemerkung.

1.Einleitung

Mein Praktisches Studiensemester, welches ich im Rahmen der Ausbildung zur Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (Bachelor of Arts) absolvierte, leistete ich im Körperbehinderten-Zentrum Oberschwaben (KBZO) in Weingarten im Bereich Wohnen Erwachsene. Der Zeitraum des Praktikums erstreckte sich vom 30. Juli 2007 bis zum 15. Januar 2008. Die Arbeitszeit habe ich in Vollzeit geleistet.

Die Praxisstelle habe ich gewählt um einen Einblick in die ambulanten Hilfen für Menschen mit Behinderung zu erhalten. Dadurch dass ich bereits in einem stationären Behindertenwohnheim (Kinderheim St. Johann in Zußdorf) gearbeitet habe, wollte ich wissen, was es außer diesem Angebot noch gibt. Das KBZO ist eine Einrichtung, die verschiedene Wohnformen für Erwachsene Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung anbietet. Also für die Erfahrungen, welche ich sammeln wollte, sehr geeignet.

Beginnen möchte ich mit der Darstellung der Institution, in der ich mein Praktikum abgeleistet habe und den Bereich Wohnen Erwachsene näher beleuchten. Dabei werde ich auch die Aufgabenstellung meiner Praxisstelle einflechten. Danach möchte ich auf einige meiner Tätigkeitsfelder im Bereich Wohnen Erwachsene eingehen. Auf Grund der Kürze dieses Berichtes werde ich meine Arbeit hier nur exemplarisch vorstellen können, viele Aspekte werde ich nur kurz ansprechen, ohne in die Tiefe gehen zu können. Zu guter letzt kommt meine persönliche Auswertung zu Papier.

In diesem Bericht werde ich auf eine Differenzierung des männlichen und weiblichen Geschlechts verzichten und der Einfachheit halber die männliche Form nutzen.

2. Praxisstelle

2.1. Die Institution

Das KBZO ist eine private Stiftung des Bürgerlichen Rechts, die aus einem Elternverein, der 1968 gegründet wurde, entstanden ist. Auf Initiative von Eltern behinderten Kindern wurde der gemeinnützige Verein „Hilfe für das körperbehinderte Kind e.V.“ und kurz darauf ein Kindergarten und eine Schule gegründet. Die Trägerschaft ging 1971 in eine gemeinnützige GmbH über. Seit 1988 besteht das Körperbehinderten-Zentrum Oberschwaben als private Stiftung.

Oberstes internes Kontrollorgan des KBZO ist der Aufsichtsrat. Er besteht aus Mitgliedern, die mehrheitlich aus dem öffentlichen Leben kommen. Die Geschäfte werden von zwei Vorständen nach dem „Vier-Augen-Prinzip“, nach einer genehmigten Stiftungssatzung und Vorstandsgeschäftsordnung, geführt.

Das KBZO ist eine sogenannte „Komplexeinrichtung“, aber es besteht keine Zentralisierung an einem Standort. Das KBZO hat Standorte in vier Landkreisen (Landkreise Ravensburg, Biberach, Sigmaringen und Friedrichshafen).

Das KBZO betreibt eine Vielzahl von Einrichtungen für körperbehinderte Menschen. Die Bereiche sind in Heimsonderschule, Wohnen Erwachsene und Verwaltung unterteilt.

Organigramm zur Gesamtstruktur des Körperbehinderten-Zentrums Oberschwaben

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Um den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung gerecht zu werden, ist das Ziel der Stiftung KBZO die Schaffung und Unterhaltung von Einrichtungen der Frühförderung, der vorschulischen und beruflichen Förderung, Schülerwohnheimen, Arbeitsplätze und Wohnmöglichkeiten für erwachsenen körperbehinderte Menschen, ambulanten Hilfen und Beratung für körperbehinderte Menschen und ihre Angehörigen und alle Maßnahmen, die zu einer wirksamen Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung beitragen.

Nach individueller Notwendigkeit und den Bedürfnissen entsprechend werden neue Dienstleistungen und Kooperationen mit anderen Trägern entwickelt und angeboten.“[1]

Derzeit werden am KBZO etwa insgesamt 970 körperbehinderte Menschen beschult, ausgebildet und betreut. Das KBZO ist damit eine der größten Körperbehinderteneinrichtungen Baden-Württembergs und der Bundesrepublik Deutschland.

Im KBZO arbeiten ungefähr 450 Festangestellte Mitarbeiter unterschiedlichster Fachrichtungen und circa 110 Zivildienstleistende und FSJler. Das Körperbehinderten-Zentrum Oberschwaben gehört somit zu den größten Arbeitgebern in Weingarten.

Das Körperbehinderten-Zentrum Oberschwaben ist Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbands.

2.2. Wer sind die Klienten?

Das Spektrum von Personen mit Körper- und/oder Mehrfachbehinderung reicht im KBZO vom Kleinkind bis zum Erwachsenenalter, vom Geistig Behinderten bis zum Hochschulabgänger.

Im Bereich der Heimsonderschulen bietet das Schülerjugendwohnheim 187 Wohnplätze.

Die Angebote der Abteilung Wohnen Erwachsene richten sich an volljährige Menschen mit Körper- und/oder Mehrfachbehinderung.

Im Ambulant Betreuten Wohnen sind momentan (Stand Januar 2008) 42 Bewohner, im stationären Erwachsenenwohnheim leben 93 Erwachsene Menschen mit Körperbehinderung, davon leben 12 Bewohner im Trainingswohnen und 18 Bewohner sind den Förder- und Betreuungsgruppen zuzuordnen.

Die Geschlechterverteilung ist verhältnismäßig ausgewogen, in den Wohnheimen sowie im ABW. Das Durchschnittsalter liegt zwischen 25 und 45 Jahren.

2.3. Wohnen Erwachsene

Die Abteilung Wohnen Erwachsene bietet seit dem Jahre 1991 stationäre Wohnplätze für erwachsene Menschen mit Behinderung und seit 2000 das Ambulant Betreute Wohnen, im KBZO als Begleitetes Wohnen benannt, sowie das Trainingswohnen an.

„Menschen mit körperlichen und schwerst-mehrfachen Behinderungen finden im KBZO ein Zuhause.

Wir achten die Menschenwürde des Einzelnen, respektieren seine Persönlichkeitsrechte und stärken seine Entscheidungsfreiheit.

Mit einem differenzierten Angebot wird auf die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner eingegangen. Ihnen soll ein weitgehend „normales“ Leben ermöglicht werden.

Ziel ist es, den Bewohnern ein erfülltes Leben zu ermöglichen, hinsichtlich [ihres] Alltags- und Jahresrhythmus, [durch den] Wechsel von Wohnen-Freizeit-Arbeit, [beim] Umgang der Geschlechter, [durch] wirtschaftlichen Standard [und es werden die] persönlichen Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen [des Einzelnen respektiert].“[2]

2.3.1. Stationäres Wohnheim

„Das primäre Ziel der Wohnheime ist es, die Menschen mit Behinderung soweit wie möglich zu befähigen, ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Ist dieses Ziel auf Grund der Behinderung nur eingeschränkt möglich, wird individuell überprüft, welche Teilziele erreicht werden können.

Neben der Förderung ist das zweite Hauptziel der Wohnheime, die Zufriedenheit der Bewohner zu gewährleisten und ihnen einen Rahmen zu bieten, in dem sie ihr Leben so normal wie möglich führen können.“[3]

Folgende Ausführungen orientieren sich an der Konzeption „Wohnen Erwachsene“.

Die stationären Wohnheime der Abteilung sind an verschiedenen Standorten in Weingarten (Thumbstraße 39 und 41, Franz-Beer-Straße 102) und Ravensburg (St. Martinusstraße 81) angesiedelt.

Die Abteilung Wohnen Erwachsene ist im Gesamtressort der Stiftung Körperbehinderten-Zentrum Oberschwaben organisiert. Verantwortlich für diese Abteilung ist der Abteilungsleiter (Herr Scherbel), der eine Stellvertretung (Herr Mahl) hat. Zudem ist für jeden der momentan drei Standorte ein Hausleiter zuständig.

„Die Wohnheime sind an erster Stelle den Aufgaben der Eingliederungshilfe nach dem SGB XII verpflichtet. Daraus ergeben sich zwei zentrale Aufgaben der Mitarbeiter:

Förderung der Bewohner mit dem Ziel der größtmöglichen Selbständigkeit [und] Integration und Betreuung der Bewohner, dort wo dieses Ziel auf Grund der Behinderung nicht oder nur eingeschränkt erreichbar ist. Betreuung bedeutet Beratung und differenzierte Übernahme von Tätigkeiten für den Mensch mit Behinderung.

Aufgabe der Mitarbeiter ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und nur dort Tätigkeiten für den Bewohner zu übernehmen, wo dies aus behinderungsbedingten Gründen nicht möglich ist.

Das Ziel .. [dieser] Pflege ist es, die Bewohner in ihren Aktivitäten zu unterstützen und die vorhandenen Fähigkeiten zu erhalten und zu fördern.

[...]


[1] Leitbild der Stiftung Körperbehinderten-Zentrum Oberschwaben 2005

[2] Broschüre des KBZO: „Erwachsenenbereich“ o. J.

[3] Konzeption „Wohnen Erwachsene“ 2006: 3

Details

Seiten
22
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656536185
ISBN (Buch)
9783656536420
Dateigröße
599 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v264114
Institution / Hochschule
Hochschule Ravensburg-Weingarten – Soziale Arbeit
Note
2,0
Schlagworte
Praxisbericht Praxissemester KBZO Körperbehinderten Zentrum Oberschwaben Praxisstelle Stationäres Wohnheim Verhinderungspflege Trainingswohnen Förder- und Betreuungsgruppen Stadtbüro Ambulant Bereutes Wohnen ABW Offene Hilfen Begleitetes Wohnen Heimverwaltung Wohnheim methodische Schwerpunkte persönliche Auseinandersetzung

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