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Investiturstreit. Sieg des Papsttums oder Sieg des Königtums

Hausarbeit 2010 15 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kirchenreform und entstehender Konflikt
2.1. Die Kirchenreform
2.2. Entwicklung des Konflikts zwischen Papst und deutschem König

3. Investiturstreit
3.1. Konflikt zwischen Papst und deutschem König
3.2. Gang nach Canossa
3.3. Gegenkönig und erneuter Kirchenbann

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema der vorliegenden Hausarbeit ist der Investiturstreit zwischen Heinrich IV. und Gregor VII. Der Investiturstreit lässt sich jedoch nicht auf diese zwei Personen beschränken, da es sich um einen größeren Prozess handelte, welcher schon vor dem Konflikt zwischen Heinrich IV. und Gregor VII. begann und nach ihrem Konflikt nicht sofort beendet war.

Betrachtet man die Forschungslage zu diesem Thema, so lässt sich festhalten, dass es sich um ein ausführlich erforschtes Thema handelt, was sich an der zahlreichen Fachliteratur zeigt.

Die Hausarbeit ist in zwei große Hauptpunkte mit jeweils zwei Unterpunkten gegliedert. Zuerst wird der Prozess der Kirchenreform betrachtet, da die Kirchenreform bei der Beschäftigung mit dem Investiturstreit nicht unberücksichtigt gelassen werden kann. Denn viele Punkte des Investiturstreites entstanden aus den Bestrebungen der Kirchenreformer heraus. Daher ergibt sich der zweite Unterpunkt des ersten Hauptpunktes, in welchem die Entwicklung des Konfliktes zwischen Papst und deutschem König betrachtet wird. Der zweite Hauptpunkt befasst sich schließlich mit dem Investiturstreit selbst in seinem Verlauf und seinen Auswirkungen. Die Arbeit schließt mit der Überprüfung der Hauptthese in dem Punkt Fazit. Die Hauptthese, die dieser Arbeit zugrunde liegt, lautet: "Das Papsttum ging gestärkt aus dem Investiturstreit hervor."

In dem sich nun anschließenden Hauptteil wird die Kirchenreform näher erläutert.

2. Kirchenreform und entstehender Konflikt

2.1. Die Kirchenreform

Der Prozess der Kirchenreform wird oft auch als Gregorianische Reform

bezeichnet, was aber nicht unumstritten ist. Die Reformbestrebungen begannen nicht erst unter Papst Gregor VII. sondern auch schon während des Pontifikats Leos IX. und erstreckten sich bis zum Pontifikat Calixtus II.[1]

Die Reformbestrebungen umfassten im Wesentlichen drei Punkte.

Der erste Punkt war die Bekämpfung der Priesterehe. Die Priesterehe bezeichnete das Verhältnis eines Klerikers zu einer Frau in Form der Ehe oder des Konkubinats und wird auch als Nikolaitismus bezeichnet.[2]

Eine erste ernstzunehmende Verurteilung und Bekämpfung der Simonie erfolgte erst im Zuge der Gregorianischen Reform. Im Zuge dieser Bewegung wurde die Simonie als häretisches Vergehen geahndet. Vor der Gregorianischen Reform wurde das Zölibat für den Klerus zwar oft gefordert, aber es wurde kaum umgesetzt. So wurde aber auf mehreren Synoden beschlossen, dass die Kinder, welche aus diesen Beziehungen hervorgingen, von der Amtskirche nicht anerkannt wurden und so auch nicht erbberechtigt waren. Damit sollte versucht werden, der Entfremdung von Kirchengut vorzubeugen. Die theologische Begründung ergab sich aus der Forderung nach kultischer und moralischer Reinheit des Klerus. So untersagte die Lateransynode von 1059 Klerikern, welche in einer Ehe lebten, den Gottesdienst zu halten und forderte das Volk auf, diese Kleriker zu meiden.[3]

Die Umsetzung dieser Beschlüsse war jedoch schwer zu bewerkstelligen. Eine Lösungsmöglichkeit für dieses Problem war die Gründung von sogenannten "vita canonica". Dabei handelte es sich um halb monastisch organisierte Gemeinschaften von Priestern. Dies diente einer besseren Kontrolle der Lebensweise von Priestern, dennoch unterschieden sich diese Gemeinschaften von den Mönchen in Klöstern, da die Aufgabe des Weltklerus darin bestand die Sakramente zu verwalten und sich um die Seelsorge zu kümmern. Die Aufgabe der Mönche hingegen war die Askese und Kontemplation.[4]

Der zweite Hauptkritikpunkt der Kirchenreformer war die Simonie. Die Simonie bezeichnet die Erlangung eines kirchlichen Amtes mit Hilfe von Bestechung, Schmeichelei oder Willfährigkeit. Der Begriff wurde abgeleitet aus einem Bericht in der Apostelgeschichte (Apg 8,18-25), als ein als Zauberkünstler bezeichneter Mann namens Simon versucht den Jüngern die Gabe des Heiligen Geistes ab zukaufen.[5]

In der kirchlichen Praxis kam es seit ca. 300 n.Chr. zu einem Widerstand gegen die Simonie. So wurden den Beteiligten Strafen und auch der Ausschluss aus der Kirche angedroht. Die Strafen und Erlässe wurden von mehreren Synoden und Päpsten weiter präzisiert. So war es Papst Gregor I., welcher neben dem käuflichen Erwerb von Ämtern auch noch die Schmeichelei und Willfährigkeit zu dem Begriff der Simonie hinzufügte. Des Weiteren stufte Gregor I. die Simonie als Häresie ein und nahm Vorausleistungen für die Segnung, das Begräbnis oder die Aufnahme in ein Kloster mit unter den Begriff Simonie auf.[6]

Dennoch war die Simonie ein weit verbreitetes Phänomen. So belegen Schriften von Athanasius oder Ambrosius von Mailand die Normalität des Kaufs und Verkaufs von kirchlichen Ämtern. Ein Grund für die weite Verbreitung und Normalität der Simonie, dürfte wohl die häufige Verfügungsgewalt von Laien über die Kirchen gewesen sein.[7]

Betrachtet man die Zeit der Kirchenreform des 11.Jh., so lässt sich feststellen, dass der Kampf gegen die Missstände stark zunahm und konsequenter geführt wurde. In dieser Zeit verschärften sich die Missstände innerhalb der Kirche und die Reformbestrebungen wurden ernsthafter. Auch der Ämterkauf nahm in erheblichem Maße zu, was sich vor allem durch den Aufschwung der Geldwirtschaft zu dieser Zeit erklären lässt.[8]

[...]


[1] Vgl. Struve, T., Gregorianische Reform, in: Lexikon des Mittelalters. Band IV., München 1989, S.1686.

[2] Vgl. Beulertz, St., Nikolaitismus, Nikolaiten, in: Lexikon des Mittelalters. Band VI., München/Zürich 1993, S.1164.

[3] Vgl. Beulertz, St., Nikolaitismus, Nikolaiten, in: Lexikon des Mittelalters. Band VI., München/Zürich 1993, S.1164-1165.

[4] Vgl. Goez, Werner, Kirchenreform und Investiturstreit. 910-1122. 2.Aufl. Stuttgart 2008, S.68-70.

[5] Vgl. Goez, Werner, Kirchenreform und Investiturstreit, S.67-68.

[6] Vgl. Schieffer, Rudolf, Simonie, in: Theologische Realenzyklopädie. Band XXXI., Berlin/New York 2000, S.277.

[7] Vgl. Schieffer, Rudolf, Simonie, S.277.

[8] Vgl. Schieffer, Rudolf, Simonie, S.278.

Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656534396
ISBN (Buch)
9783656535287
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v264103
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Historisches Institut
Note
2,3
Schlagworte
investiturstreit sieg papsttums königtums

Autor

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