Lade Inhalt...

Die soziale Verantwortung eines Unternehmens

von Alexander Keck (Autor)

Facharbeit (Schule) 2013 31 Seiten

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die soziale Verantwortung eines Unternehmens
2.1 Begriffsbestimmung uns historische Entwicklung
2.2 Die Stakeholder
2.3 Die CSR als Charakteristikum der Sozialen Marktwirtschaft
2.4 Die Relevanz des Themas
2.5 Die Formen der CSR
2.6 Die Fragestellungen der CSR
2.7 Die Verantwortungspyramide nach Carroll

3 Beweggründe für die Implementierung des „CSR-Gedankens“
3.1 Die Reduzierung strategischer Risiken
3.2 Die Reduzierung längerfristiger Risiken
3.3 Die Reduzierung von Investitionsrisiken
3.4 Die Reduzierung von Prozessrisiken
3.5 Die Reduzierung von Reputationsrisiken
3.6 Die CSR als Bestandteil und Flankenschutz der Unternehmensstrategie
3.7 Erreichung eines Wettbewerbsvorteils

4 Kritik an der Corporate Social Responsibility

5 Implementierung der Corporate Social Responsibility
5.1 Beispielhafte Vorgehensweise bei der Implementierung der CSR
5.2 Die Organe der CSR-Implementierung
5.3 Beispiele erfolgter CSR-Implementierung

6 CSR Instrumente
6.1 CSR-Strategie
6.2 Richtlinien
6.3 CSR-Kommunikation
6.4 CSR-Programm/Nachhaltigkeitsprogramm
6.5 CSR-Kennzahlensystem

7 Die Corporate Social Responsibility bei Ritter Sport
7.1 Ritter Sport
7.2 Die CSR bei Ritter Sport
7.3 Interview mit Alfred T.Ritter

8. Literaturverzeichnis
8.1 Bibliographie
8.2 Internetquellen

9 Glossar

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Begriffsabgrenzung der CSR

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat weltweit eine Diskussion angestoßen, inwieweit es ein „Gut und Böse“ in der Wirtschaft gibt. Die Suche nach Werten und der Versuch, diese in die Geschäftsaktivitäten zu integrieren, scheint die Menschen in Deutschland und Europa zu beschäftigen. In kürzester Zeit hat sich die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (neudeutsch Corporate Social Responsibility) zu einem der wichtigsten Themen in Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt.

Neben ökonomischen Werten, welche berechtigterweise noch immer im Mittelpunkt stehen, gewinnen soziale (z.B. Aus- und Weiterbildung, Innovationen, Schaffung neuer Arbeitsplätze) und ökologische Werte (z.B. der Versuch, energieeffizienter und ressourcenschonender zu wirtschaften) an Bedeutung. Gesellschaftlich verantwortliches Handeln ergibt sich schon aus dem Grundgesetz: Eigentum verpflichtet – und das nicht nur gegenüber den Shareholdern d.h. dem eingesetzten Kapital sondern auch gegenüber sozialen und ökologischen Belangen.

Die Unternehmen sehen sich einem wachsenden öffentlichen Druck ausgesetzt, gesellschaftlich verantwortlich zu Handeln, da die Konsumenten ihre Kaufentscheidungen immer stärker danach ausrichten.

Gerade vor dem Hintergrund der Schlecker-Pleite gewinnt der Satz von Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik, an Relevanz:

„Verantwortliches Handeln und wirtschaftlicher Erfolg

sind nicht voneinander zu trennen.“

Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen geht weit über altruistisches Handeln hinaus und kann aus ursächlich wirtschaftlichem Interesse heraus und rein extrinsisch motiviert sein.

In meiner Seminararbeit möchte ich aufzeigen, wie Unternehmen die gesellschaftliche Verantwortung in die Geschäftsaktivitäten integrieren können, dass der unternehmerische Erfolg mit der Schaffung eines Mehrwertes für die Gesellschaft einhergeht.

2. Die soziale Verantwortung eines Unternehmens

2.1 Begriffsbestimmung und historische Entwicklung

Im deutschsprachigen Raum wird die CSR erst seit wenigen Jahren als ernstzunehmender Managementansatz wahrgenommen. Die Thematik hingegen ist nicht neu – bereits im 12. Jahrhundert entstand der Begriff des „Ehrbaren Kaufmann“. Mit der Einführung der sozialen Marktwirtschaft und die freiwilligen sozialen Maßnahmen in den 1890er Jahren in England als Unternehmer sich z.B. durch den Bau von Wohnsiedlungen für soziale Stabilität und verbesserte Lebensbedingungen ihrer Arbeiter einsetzten wurden die der CSR zugrundeliegenden Vorstellungen weiterverfolgt. Mit der von R. Edward Freeman veröffentlichte „Stakeholdertheory“, der vom Club of Rome vorgestellte Studie „Grenzen des Wachstums“ und der von Carroll entwickelte „CSR Pyramid“ wurden die ideologischen Grundlagen für die heutige CSR-Bewegung gelegt.

Als Corporate Social Responsibility (CSR) wird die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung bezeichnet, die über die rechtlichen Pflichten des Unternehmens hinausgeht. Die Europäische Union schreibt in Ihrer Richtlinie, Corporate Social Responsibility (neudeutsch für Unternehmensverantwortung) sei ein Konzept, bei dem Unternehmen soziale und ökologische Belange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren.[1] Im Zentrum der CSR steht dabei die Frage, welchen Beitrag ein Unternehmen für eine Gesellschaft und die Stakeholder leisten kann. Der Schwerpunkt der CSR liegt auf der Frage wie die Gewinne erwirtschaftet werden und die Verwendung der Gewinne tritt zunächst in den Hintergrund. Zu den CSR-Handlungsfeldern nach Dresewski zählen der Markt, der Arbeitsplatz, die Umwelt und das Gemeinwesen.

Da die Vielzahl an Begriffen welche in der Literatur mit unterschiedlicher Konnotation verwendet werden die Verständigung über die CSR erschwert, verfolge ich in meiner Seminararbeit die dem sog. Triple Bottom Line Ansatz zugrundeliegende Definition der CSR. Um dennoch eine umfassende Meinungsbildung zu ermöglichen, habe ich die Aspekte der Corporate Governance und des Corporate Citizenship in meine Überlegungen teilweise miteinbezogen.

„Zunächst muss das Unternehmen klären, nach welchen Spielregeln es spielt, indem es die Corporate Governance festlegt, d.h. welche Gesetze, welche eigenen Wertvorstellungen es einzuhalten hat. Mit Rücksicht auf diese definierten Spielregeln verdient es dann sein Geld, und zwar unter der Überschrift Corporate Social Responsibility. Von diesem verdienten Geld wiederum gibt es – als gutes Unternehmen – an die Gesellschaft, d.h. an seine Gemeinde, der es Materialien, Mitarbeiter, Kunden bzw. Lieferanten entnommen hat, etwas zurück und betreibt damit Corporate Citizenship.“[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Begriffsabgrenzung der CSR

2.2 Die Stakeholder

Da die Unternehmen in der Regel keine Non-Profit-Organisationen sind, muss es gelingen, auf einer Basis des Vertrauens gegenüber unterschiedlichsten Stakeholdern ein nachhaltig innovatives und profitables Unternehmensumfeld aufzubauen – nicht umsonst wird die CSR häufig als „Entwicklung vom Shareholder-Value zum Stakeholder-Dialog“ bezeichnet.

Zu den Stakeholdern gehören sämtliche interne und externe Anspruchsgruppen, welche von den „unternehmerischen Tätigkeiten gegenwärtig oder in Zukunft direkt oder indirekt betroffen sind.“[3]. Zu den internen Anspruchsgruppen zählen die Eigentümer (Shareholder), das Management und die Mitarbeiter. Unter dem Begriff der externen Anspruchsgruppen werden die Fremdkapitalgeber, die Lieferanten, die Konkurrenz, der Staat sowie die Gesellschaft subsummiert. In einigen Definitionen impliziert die CSR zudem die natürliche Umwelt und (potenzielle) Konsumenten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Die Stakeholder und deren Interessen

2.3 Die CSR als Charakteristikum der Sozialen Marktwirtschaft

Unternehmen tragen durch Berücksichtigung gesellschaftlicher Ziele als wichtige Akteure der gesellschaftlichen Entwicklung zur Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen und Problemen bei – ein Charakteristikum der sozialen Marktwirtschaft welches auch im Grundgesetz[4] verankert ist.

Der Staat hat in der sozialen Marktwirtschaft die Aufgabe, den Wettbewerb zu sichern und wirtschaftlich schwächere zu unterstützen was in der Regel nur national geschehen kann. Die CSR ist somit auch Ausdruck eines Vertrauens auf die Marktmacht der Verbraucher. Die CSR-Aktivitäten können als ein freiwilliger Beitrag zu einer modernen und global verbreiteten sozialen Marktwirtschaft bezeichnet werden, da diese nach Alfred Müller-Armack die Freiheit auf dem Markt mit Elementen des sozialen Ausgleichs verbindet was bei der CSR ebenfalls der Fall ist. Die strategische Implementierung der CSR ist somit auch Ausdruck einer Haltung, deren Ziel es ist, einen Beitrag zu einer sozial, ökologisch und kulturell nachhaltigen Entwicklung (Sustainability) der Gesellschaft zu leisten welche die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen nachfolgender Generationen in das eigene Handeln miteinbezieht.

2.3 Die Relevanz des Themas

Aufgrund der Globalisierung hat die CSR in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Dies hat vor allem damit zu tun, dass Politik und Recht häufig nur im eigenen Staat wirken können und die CSR dabei helfen kann, dass durch die Globalisierung hervorgerufene Regulierungsdefizit durch freiwillige Maßnahmen auszugleichen. Aus den großen gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre gegen welche Regulierungen nur geringe Wirkungen zeigen erwächst gerade in der sozialen Marktwirtschaft eine neue gesamtgesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen.

Die CSR als freiwillige Veränderung des unternehmerischen Handelns erhebt jedoch nicht den Anspruch noch sollte sie die Gesetzgebung ersetzen – aufgrund konjunktureller Veränderungen und selbst gesteckter Ziele ist dies wenig ratsam. Die CSR kann jedoch die Möglichkeit bieten, gesellschaftliche Ziele zu verfolgen und neue Standards zu setzten. Die Verantwortung für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung liegt bei den Unternehmen und nicht beim Staat - der Politik kommt bei der CSR demzufolge lediglich eine passive Rolle zu, so kann z.B. versucht werden Flexibilität und Handlungsspielräume zu schaffen. Die Europäische Kommission bspw. versucht dem neuen Aktionsplan zur CSR zufolge Corporate Social Responsibility durch Marktanreize sowie eine öffentliche Debatte für Unternehmen attraktiv zu machen.

Die Bertelsmann Stiftung stellte in einer Studie[5] über die CSR-Politik in Europa 2006 fest, dass es in Deutschland weder eine nationale Strategie noch einen Ansprechpartner gebe. Mittlerweile versucht die Bundesregierung durch den 2010 erschienenen Aktionsplan unter dem Motto „CSR-Made in Germany“ und das 2009 gegründete CSR-Forum Unternehmen für verantwortungsvolles Handeln zu gewinnen. Ein Versuch dieser Strategie ist es, wie von der Europäischen Kommission empfohlen mit einem Internetportal ( www.csr-in-deutschland.de) sowie Auszeichnungen (z.B. den „CSR-Preis“) auf die Corporate Social Responsibility aufmerksam zu machen. In vielen anderen Länder wie z.B. in Schweden oder in Frankreich ist die CSR längst Bestandteil der Wirtschaftspolitik, in Großbritannien gibt es seit dem Jahr 2000 sogar einen CSR-Minister.

[...]


[1] http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/site/de/com/2001/com2001_0366de01.pdf, 31.5.2013 14:00 Uhr

[2] Rudolff, R.: „Was ist Corporate Social Responsibility?“ aus http://www.celesio.com/downloadblob/28542/103104/131_Publikationen_Download/data/Wettbewerbsvorteil.pdf?e=t, 31.5.2013 14:00 Uhr

[3] http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/anspruchsgruppen.html?referenceKeywordName=Stakeholde, 31.5.2013 14:00 Uhr

[4] GG§14,2: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen.“

[5] http://www.bertelsmann-stiftung.de/bst/de/media/xcms_bst_dms_17243_17244_2.pdf, 31.5.2013 14:00 Uhr

Details

Seiten
31
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656532491
ISBN (Buch)
9783656536307
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263988
Note
15
Schlagworte
verantwortung unternehmens

Autor

  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.

    Alexander Keck (Autor)

Zurück

Titel: Die soziale Verantwortung eines Unternehmens