Lade Inhalt...

Sprachmittlung im gymnasialen Spanischunterricht

Hausarbeit 2010 14 Seiten

Romanistik - Didaktik Spanisch

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Sprachmittlung?

3 Sprachmittlung im Unterricht

4 Sprachmittlungsaufgaben

5 Entwerfen eigener Aufgaben

6 Sprachmittlung bewerten

7 Schlusswort

8 Bibliographie

1. Einleitung

Wie man anhand früherer Studienpläne erkennen kann, wurde die Übertragungsfertigkeit derSchülerinnen und Schüler durch ihre Fähigkeit, Texte von der Fremdsprache in seine Mutterspracheund umgekehrt zu übersetzen, bewertet. Doch angesichts des Wandels sowohl in der Gesellschaftals auch im beruflichen Alltag aufgrund eines Arbeitsmarkts, der immer mehr von derGlobalisierung beeinflusst wird, hielten Bildungs- und Kultusministerien in den letzten Jahrzehntendie Entscheidung, Studienpläne um praxisorientierte Komponenten zu ergänzen, für notwendig. Sosollen die Schülerinnen und Schüler die wichtigsten Sachverhalte und Inhalte eines Texteserkennen, eine sprachliche Fertigkeit entwickeln, die ihnen das Erklären von Begriffen mittelsParaphrasen erlaubt, und auch wichtige Aspekte in kultureller Hinsicht erlernen.1 Diese sollen ihnendabei helfen, den Freiraum, in dem sie sich bewegen können, wenn sie zwischen beiden Sprachenmitteln, zu erkennen. Ein wichtiger Schwerpunkt soll darauf liegen, einen Einblick in die kulturellrelevanten Aspekte eines Landes bzw. einer Sprachgemeinde zu gewinnen und diese bei dersprachlichen aber auch inhaltlichen Übertragung zwischen den beiden in Frage kommendenSprachen anzuwenden.

2. Was ist Sprachmittlung?

Als erstes ist es wichtig, eine kurze Erklärung des hier verwendeten Begriffs „Sprachmittlung“ undder Unterscheidung zwischen seiner Bedeutung im professionellen und im schulischen Bereich zuliefern.

Der Begriff Sprachmittlung wird im professionellen Bereich mit dem Beruf eines Übersetzers bzw.Dolmetschers verbunden. Innerhalb dieser Berufsgruppe wird erwartet, dass der Sprachmittler eineÜbersetzungsweise bevorzugt, die sich möglichst nahe am Originaltext orientiert. Diese Art derSprachmittlung fördert eine Art der Übertragung, bei der es um die genaue Übersetzung desgeschriebenen bzw. gesprochenen Textes geht. Damit dies gelingt ist es notwendig, gewisseSatzstrukturen oder Stilmittel, die im Originaltext verwendet wurden, zu erkennen und auf diese zuachten, um sie so nah wie möglich in die Zielsprache zu übertragen. Deshalb ist es wichtig, dieseArt der Vermittlung von Sachverhalten gegenüber derjenigen, die im modernenkompetenzorientierten Unterricht stattfinden soll, klar zu unterscheiden. Denn bei der „schulischen“Sprachmittlung geht es darum, etwas freier zu übertragen aber mit dem Schwerpunkt auf den zu übertragenden Inhalt. So tritt die wörtlich exakte Übersetzung etwas in den Hintergrund und wird durch die sinngemäße Übertragung ersetzt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die professionelle und schulische Sprachmittlung sich inBezug auf drei verschiedene Bereiche unterscheiden. Der erste Bereich bezieht sich auf dieSituationen, in denen die Mittlung stattfindet oder angewendet wird; während im professionellenBereich die Übertragung eher im beruflichen oder politischen Kontext stattfindet, erfolgt dieschulische Sprachmittlung in (simulierten) kommunikativen Alltagssituationen. Der zweite Bereichist die Genauigkeit bzw. der Genauigkeitsgrad. Während bei Übersetzern und Dolmetschern einevollständige Entsprechung von Ausgangs- und Zieltext bestrebt wird, ist das Ziel der in der Schulegeübten Sprachmittlung, dass Schülerinnen und Schüler lernen, die wesentlichen Inhalte sinngemäßzu übertragen. Zuletzt unterscheiden sich die beiden Formen in der Art der Orientierung. Währendprofessionelle Übersetzungen sich am Text orientieren, und dies solche Aspekte erfordert wie einekonstante Terminologie oder die Adäquanz der Textsorte, orientiert sich die Übertragung in derSchule am Adressaten; dies bedeutet, dass gelegentlich ergänzende Erklärungen, Auslassungen oderParaphrasierungen für eine besseres Verständnis nötig sind.2

Diese Unterscheidung hat die Rolle von Sprachmittlung im gymnasialen Unterricht etwas deutlicher gemacht. Sprachmittlung bedeutet, dass den Schülerinnen und Schülern der Erwerb einer sprachlichen Kompetenz, die daraus besteht, Inhalte zwischen beiden Sprachen in vereinfachter Weise zu übertragen, ermöglicht wird.

3. Sprachmittlung im Unterricht

Sprachmittlung lässt sich grundsätzlich im Sprachunterricht mit jedem authentischen Textmaterialüben. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler mit ihren sprachlichen Mitteln in vereinfachterund umschreibender Weise Informationen wiedergeben. Dabei muss man beachten, dass einesimulierte Situation, in der Inhalte übermittelt werden sollen, vorgegeben wird und, dass die Inhalte,die übermittelt werden sollen, sich aus dieser Situation ergeben. Ein konkretes Beispiel wäre einesimulierte Urlaubssituation, in der die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe haben, in derFremdsprache Informationen zu verstehen und diese ins Deutsche zu übertragen. Bei Übungendieser Natur können auf vielfältige Weise die sprachlichen Handlungskompetenzen der Schülerinnen und Schüler gefördert werden, denn sie können mündlich oder schriftlich realisiert werden und sie fördern die Schülerinnen und Schüler sowohl rezeptiv als auch produktiv.

Die Strategien, die zur Bewältigung solcher Aufgaben helfen sollen, sind davon abhängig, welcheVariante der Sprachmittlung geübt wird (ob mündlich oder schriftlich) und in welche Richtungübertragen wird (vom Deutschen in die Fremdsprache oder umgekehrt). So ist es z.B. bei derschriftlichen oder mündlichen Übertragung vom Deutschen in die Fremdsprache wichtig, dass dieSchülerinnen und Schüler dabei lernen, wie sie mit unbekanntem Wortschatz umgehen müssen undwelche Techniken bei der Umschreibung jener unbekannten Begriffe zu beachten sind. In der Praxishieße es, wenn ein Schüler den Satz „Ich brauche ein Messer“ übertragen soll und bei derÜbertragung des Wortes „Messer“ das spanische Äquivalent „Cuchillo“ nicht kennt oder sich diesesnicht in Erinnerung rufen kann, soll er versuchen, den Begriff zu umschreiben. Auf diese Weisewird der Schüler in diesem Beispiel Varianten wie „algo para cortar“, „algo con que cortar“ oder„algo para cortar la comida“, versuchen müssen, je nachdem, welche die geeignete für diesimulierte Situation ist.

Als grundsätzliche Voraussetzung für das erfolgreiche Lösen solcher Mediationsaufgaben erweisen sich fundierte Lese- und Schreibstrategien.

Zu den Lesestrategien gehören z.B. die Wahl eines Lesestiles (global oder detailliert) entsprechend der Aufgabenstellung und der Textsorte. Dabei müssen die Schülerinnen und Schüler paratextuale Elemente wie Bilder, Überschriften oder Textstruktur beachten und diese ggf. für ein breiteres Verständnis nutzen können. Außerdem ist es vonnöten, dass die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit entwickeln, wesentliche von unwesentlichen Informationen zu unterscheiden, sodass auf diese Weise die Hauptaussage des Textes erkennbar wird, und anschließend die wesentlichen Informationen dieser Kernaussage zugeordnet werden können.

Auf der anderen Seite ist es bei den Schreibstrategien wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, gelesene Informationen in Form von Stichwörtern strukturiert festhalten zu können. Des Weiteren müssen sie auch die Nutzung von Umschreibungen und die Verwendung von Synonymen erlernen. Schließlich soll auch die Korrektur eigener Ausführungen, wie z.B. durch die Nutzung von einsprachigen Wörterbüchern, gefördert werden.3

[...]


1 Vgl. Grünewald, Andreas; Küster, Lutz (Hg.) Fachdidaktik Spanisch. Klett Verlag, Stuttgart, 2009. S. 103

2 Vgl. Hallet, Wolfgang (2008): Zwischen Sprachen und Kulturen vermitteln. In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch 93. Seelze, Friedrich Verlag, S. 2-7

3 Vgl. Handrechungen zur Sprachmiitlung in den modernen Fremdsprachen: Englisch, Französich, Spanisch. Senat für Bildung, Jugend und Sport. Juli 2006

Details

Seiten
14
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656528852
ISBN (Buch)
9783656531203
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263890
Institution / Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
2
Schlagworte
sprachmittlung spanischunterricht

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Sprachmittlung im gymnasialen Spanischunterricht