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Psychologie der Persönlichkeit

Persönlichkeit; Tiefenpsychologische Erklärungsmodelle; Das Jugendalter; Psychische Störungen

Fachbuch 2012 51 Seiten

Psychologie - Persönlichkeitspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Persönlichkeit Tiefenpsychologische Erklärungsmodelle
1.1 Begriffliche Abgrenzung
1.2 Persönlichkeitsmodell Sigmund Freuds
1.3 ES, ICH, ÜBER-ICH
1.3.1 ES
1.3.2 ICH
1.3.3 ÜBER-ICH
1.4 Dynamik der Persönlichkeit
1.4.1 Möglichkeiten der ICH-Schwäche
1.4.2 Fallbeispiel
1.5 Angst und Abwehr
1.6 Unbewusste Abwehr
1.7 Weitere Abwehrmechanismen
1.8 Fallbeispiele – Abwehrmechanismen
1.9 Schema der Libidoentwicklung (Freud)
1.10 Die individualpsychologische Theorie (A. Adler)
1.10.1 Die Zielgerichtetheit des menschlichen Lebens
1.10.2 Das Minderwertigkeitsgefühl
1.10.2 Das Gemeinschaftsgefühl
1.11 Analytische Psychologie (C. G. Jung)
1.11.1 Wesen und Struktur der Psyche
1.11.2 Extraversion und Introversion
1.11.3 Die Persona
1.11.4 Der Schatten
1.11.5 Animus und Anima
1.11.6 Archetypen
1.11.7 Methoden der Therapiearbeit:
1.12 Persönlichkeitsentwicklung nach Erik H. Erikson
1.12.2 Entwicklungsstadien nach Erikson
1.12.3 Persönlichkeitstheorien im Vergleich
1.13 Existenzanalyse und Logotherapie nach Viktor E. Frankl
1.13.1 Exkurs: Humanistische Psychologie

2. Das Jugendalter
2.1 Vorpubertät
2.1.2 Präpuberaler Wachstumsschub und geschlechtliche Differenzierung
2.1.2 Problem der Akzeleration
2.1.3 Psychische Auswirkungen der Akzeleration
2.1.4 Probleme im Zusammenhang mit Spätentwicklern
2.1.5 Erscheinung der Vorpubertät beim Knaben
2.1.6 Die Beziehung zu Eltern und Lehrern
2.1.7 Besondere Erscheinungen der Vorpubertät beim Mädchen
2.2 Pubertät und Adoleszenz
2.2.1 Entwicklungsaufgaben für den Jugendlichen
2.2.2 Das Coping
2.2.3 Biologische Grundlagen
2.2.4 Sexualität
2.2.5 Soziale Integration
2.2.6 Identitätsfindung als zentrale Aufgabe
2.3 Aktuelle Tendenzen der Jugendforschung

3. Psychische Störungen
3.1 Neurosen
3.1.1 Ursachen von neurotischem Verhalten
3.1.2 Formen der Neurose
3.1.3 Psychose
3.1.4 Formen der endogenen Psychose
3.1.5 Modelle psychischer Störungen
3.1.6 Mögliche Störungen von Persönlichkeitsstrukturen
3.1.7 Fallbeispiele zu psychischen Störungen

1. Persönlichkeit Tiefenpsychologische Erklärungsmodelle

Vorbemerkung:

In der Persönlichkeitspsychologie sind sehr viele unterschiedliche Theorien entwickelt worden. Je nach Standort des Wissenschaftlers treten in den Definitionen andere Schwerpunkte zutage:

Ein Großteil der neueren Definitionen betont die Komplexität oder Einzigartigkeit des (lebenslangen) Persönlichkeitsaufbaus und glaubt nicht bloß an eine Ansammlung bestimmter Eigenschaften.

Persönlichkeit (ganzheitlicher Ansatz) (Vgl. Zimbardo, Gerrig; 1999, S. 520)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Klassische Definition: (Vgl. Zimbardo, Gerrig; 1999, S. 520)

Unter Persönlichkeit versteht man jene relativ dauerhaften Wesenszüge und Disposition des Individuums, die sich im Laufe der Zeit zu einem Verhaltensmuster verfestigt haben, welches es von anderen Individuen unterscheidet.

Definition 2: (Vgl. Hillgards et.al; 2001, S 443)

Persönlichkeit ist als das einzigartige und charakterliche Muster an Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen definiert, das den persönlichen Stil eines Individuums bei der Interaktion mit der Umwelt ausmacht

1.1 Begriffliche Abgrenzung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Vgl. Zimbardo, Gerrig; 1999, S. 520f)

Allen tiefenpsychologischen Persönlichkeitsmodellen ist gemeinsam, dass sie dem Unbewussten die entscheidende Rolle bei der Bestimmung der menschlichen Persönlichkeit zuerkennen. Weiters wird auf die große Bedeutung der frühkindlichen Erfahrungen und ihrer Verarbeitung hingewiesen.

Kurzer Überblick über wichtige Theorien (Vgl. Zimbardo, Gerrig; 1999, S. 520ff)

Persönlichkeitstheorien sind eine Reihe von Annahmen über die Struktur und Funktion individueller Persönlichkeiten. Sie dienen Psychologen zur möglichen Vorhersage. Verschiedene Theorien ermöglichen unterschiedliche Vorhersagen, wie sich Menschen unter bestimmten Bedingungen verhalten werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2 Persönlichkeitsmodell Sigmund Freuds

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sigmund Freud wurde 1856 in Freiberg (Mähren) geboren. 1860 zog er nach Wien, wo er Medizin studierte.

Nach seinem Studium widmete er sich als Nervenarzt besonders der Erforschung psychisch bedingter Erkrankungen.

Nach einem Frankreichaufenthalt beim Pariser Neurologen Jean-Martin Charcot (Hysterie, Hypnose) ließ er sich 1886 in Wien mit einer Praxis nieder.

In der Folge entwickelte er die Theorie über Entstehung von Neurosen, die er Psychoanalyse nannte. Seit 1902 war er Titular-Professor in Wien (kein Lehrstuhl!). 1938 Emigration nach London – ein Jahr später verstorben (1939). (Vgl. Lahmer; 2010, S. 241)

Unbewusste Motivation

Freud betonte die Existenz des unbewussten Seelenlebens (Welt von Trieben und Gedanken), also das Verborgene, um Angst zu vermeiden. Freud hatte in Paris (bei Charcot) die Hypnose bzw. posthypnotische Suggestion gesehen. Der Hypnotiseur brachte die Personen dazu, sich an traumatische Erlebnisse zu erinnern. Durch das kathartische Wiedererinnern konnten die psychischen Neurosen abgeführt werden. Im täglichen Leben gibt es in emotionalen Situationen oft Reaktionen, die von unerkannten (unbewussten) Motiven angetrieben werden. Freud entwickelte die Bewusstseinsstufen, wo das Bewusste, das Vorbewusste und das Unbewusste eine tragende Rolle im psychischen Apparat spielen. (Vgl. Lahmer; 2010, S. 241f)

Ursprünglich Bewusstes wird aufgrund von Realitäts- und Erziehungsansprüchen (z.B. beschämender Misserfolg, mit Verbot belegte Wünsche, peinliche Gefühle) ins Unbewusste „abgeschoben“. Verdrängte Inhalte bleiben aber erhalten und können indirekt (z.B. in Träumen, Fehlleistungen, neurotischen Symptomen ð Abwehrmechanismen) wirksam werden.

1.3 ES, ICH, ÜBER-ICH (Vgl. Springer-Kremser; 1994, S35ff)

Freud spricht vom psychischen Apparat, der aus mehreren Instanzen besteht. Diese Instanzen stehen in dynamischer Wechselwirkung und bewirken das Verhalten des Individuums. Mit zwei wesentlichen Arbeiten führte Freud diese neue Theorie in die Psychoanalyse ein. Für die Zuordnung zu diesen Instanzen war nicht mehr die Bewusstseinsfähigkeit ausschlaggebend, sondern auf welcher Seite die innerpsychischen Konflikte in den einzelnen Elementen sind. (Vgl. Springer-Kremser; 1994, S. 36)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Der psychische Apparat (Vgl. Springer-Kremser; 1994, S. 36ff)

1.3.1 ES

Ist die älteste psychische Instanz und beinhaltet alles, was vererbt und bei der Geburt mitgebracht wurde, vor allem die Triebe. Das ES stellt den Urgrund, das, aus dem sich die beiden anderen Instanzen bilden, dar. Dafür liefert das ES die Energie. Es ist das Energiereservoir für die gesamte Persönlichkeit. ES kennt weder gut noch böse. Es strebt nur nach Lustgewinn (Eros, Libido = Lebenstrieb: Thanatos = Todestrieb).

1.3.2 ICH

Dem ICH kommen die bewussten Erkenntnis-Funktionen zu. Das ICH versucht die aus dem ES aufsteigenden Triebimpulse und seinen Drang nach Befriedigung mit den realen Gegebenheiten in Einklang zu bringen (Realitätsprinzip). Das ICH erweist sich als das „eigentliche Anpassungsorgan“, das wahrnimmt, denkt, plant und entscheidet.

Das ICH bildet sich bereits im Kleinkind.

Verhältnis:

ICH: ES ist im Verhältnis wie der Reiter: Pferd ð Pferd liefert Energie und Kraft, Reiter bestimmt Ziel und leitet die Bewegungen. Manchmal verliert jedoch der Reiter die Herrschaft über sein Pferd ...

1.3.3 ÜBER-ICH

Das Über-Ich entspricht etwa dem Gewissen (Moralitätsprinzip). In der Kindheit werden Forderungen an das ICH (Ge- und Verbote) akzeptiert und internalisiert. Es werden weitgehend Wunschvorstellungen anderer Autoritäten (Eltern, Lehrer, Chefs, gesellschaftl. Normen ...) vermittelt.

1.4 Dynamik der Persönlichkeit

Diese drei Instanzen ES, ICH, ÜBER-ICH stehen in ständiger Wechselbeziehung.

Das ICH hat in diesem Zusammenspiel eine zentrale Funktion. Es kämpft gegen das ES, das ÜBER-ICH und die Forderungen der Realität. Aus diesen Kämpfen können sich seelische Störungen ergeben (Konfliktsituationen, Angst, Schuldgefühle).

1.4.1 Möglichkeiten der ICH-Schwäche

wenn entweder eine der beiden Instanzen oder die Realität über das ICH siegen

Das ES siegt über das ICH.

Das ÜBER-ICH siegt über das ICH.

Die Realität siegt über das ICH.

Fallbeispiel:

August, 14 Jahre alt, möchte sehr gerne ein Mountainbike haben, doch seine Eltern geben ihm nicht das nötige Geld. Eines Tages sieht der Jugendliche vor einem öffentlichen Gebäude in einem Fahrradständer ein Fahrrad stehen, das nicht abgesperrt ist und genau seinen Wünschen entspricht.

Reaktion:

ES:

ÜBER-ICH:

ICH:

1.4.2 Fallbeispiel

Werner (Lehrling) fühlt sich seit längerem von seinem Chef ungerecht behandelt. Als er nach einigen Tagen Krankenstand wieder zur Arbeit erscheint, lässt ihn der Chef zu sich rufen und wirft ihm mangelnden Einsatz vor.

Reaktion

ES:

ÜBER-ICH:

ICH:

Schlussfolgerungen für die Erziehung (zum Aufbau eines starken ICHs) ð Diskussion

1.5 Angst und Abwehr

Der pathologischen Verdrängung gliedern sich „normale“ Abwehrmechanismen an, von denen (neben weiteren, etwa die Selbstverleugnung, der Starrsinn, die Tatsachenignorierung) die wichtigsten dargestellt sind. Freud hat auf die entscheidende Rolle der Sexualentwicklung in der Kindheit für die Persönlichkeitsentwicklung hingewiesen. Demnach gibt es keine asexuelle, „unschuldige“ Kindheit, sondern bereits im 1. Lebensjahr verspüren Kinder sexuell getönte Lustempfindungen.

Die Entwicklung der Libido, d.h. der sexuellen Energie, wurde von Freud in mehrere Phasen aufgeteilt (psychosexuelle Phasen). Die Bedürfnisbefriedigung erfolgt dabei je nach Phase durch die Reizung verschiedener „erogener“ Körperbereiche (z.B. Mund, After, Genitalien). (Vgl. Lahmer; 2010, S. 244)

Ein Ausbleiben der Befriedigung (wie auch ein Übermaß) kann zur Ursache innerpsychischer Konflikte werden (ð Fixierung = Festhalten an Verhaltensweisen, die einer früheren Stufe der Libidoentwicklung entstammen). Wünsche, Bedürfnisse, die vom ÜBER-ICH nicht zugelassen werden, können beim Menschen verschiedene Ängste (z.B. vor Strafe), Gewissensbisse, Schuldgefühle auslösen.

Um Angst zu vermeiden oder zu verringern, setzt das ICH Schutzmaßnahmen ein, die die Ansprüche vom ES abwehren, unbewusst machen und somit drohende Konflikte vermeiden sollen. Diese Schutzmaßnahmen nennt man Abwehrmechanismen. Es findet eine Verdrängung statt. (Vgl. Springer-Kremser; 1994, S. 42ff)

ÜBER-ICH (Filterfunktion) Spannungsfeld ES (Ansprüche)

ICH (bewusste oder unbewusste Abwehr) Schutz vor seelischen Konflikten

Bewusste Abwehr (z.B. vor Scham, Angst, Schuldgefühl, Aggression): flüchten, angreifen, argumentieren, entschuldigen, lernen, ertragen, täuschen...

Unterschiede

ICH-Befreiung: Abwehrmechanismen (Verdrängen)

ICH-Befreiung: z.B. bewusste Auseinandersetzung (Lösung des Konflikts)

Ziel des Verhaltens: Minderung der Spannung

1.6 Unbewusste Abwehr - Abwehrmechanismen

Projektion (Vgl. Lahmer; 2010, S. 248)

Die Projektion ist ein Zeichen für unvollständige Verdrängungen, denn Triebimpulse aus dem ES und Impulse aus dem ÜBER-ICH, die man selbst verdrängen will, werden bei anderen Menschen wahrgenommen und vielleicht bekämpft.

Bsp.: Nicht ich bin aggressiv – die anderen zeigen ein aggressives Verhalten. Die Angst vor gleichgeschlechtlichen Regungen bewirkt, dass man anderen Personen Homosexualität unterstellt oder Homosexuelle sogar bekämpft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Projektion

Reaktionsbildung (Vgl. Zimbardo, Gerrig; 1999, S. 534)

Um die Verdrängungen zu sichern, wird im Bewusstsein das Gegenteil des zu Verdrängenden fixiert. Z. B. kann unerwiderte Liebe in Hass – (Zynismus) gegen die geliebte Person umschlagen. Besonders auffällige, übersteigerte Höflichkeit kann die Reaktionsbildung auf aggressive Wünsche sein; Reaktionsbildung auf Furcht kann Tapferkeit bedeuten; übertriebene Fürsorge einer Mutter um ihr Kind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Reaktionsbildung

Ein empfindsamer Menschenkenner erkennt Reaktionsbildung vor allem an ihrer übertriebenen Intensität.

Verschiebung (Substitution) (Vgl. Zimbardo, Gerrig; 1999, S. 534)

Wünsche und Bedürfnisse, die sich nicht am Original befriedigen können, werden an einem Ersatzobjekt realisiert.

Bsp.: Ein Schüler, der auf einen Lehrer wütend ist, tobt sich aus nichtigem Anlass bei seinem jüngeren Bruder aus. Ein kinderloses Ehepaar betreut seinen Hund mit besonderer Hingabe.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Verschiebung

Sublimierung (Vgl. Springer-Kremser; 1994, S. 42ff)

Nicht zugelassene Wünsche und Bedürfnisse werden umgesetzt in Leistungen, die sozial erwünscht sind oder sogar hoch bewertet werden.

Sublimierung aggressiver Impulse in Sport und Kampfspielen, Berufsrivalität Sublimierung sexuell-erotischer Impulse in karitative Tätigkeiten, in geistig-kulturelle Leistungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Sublimierung

1.7 Weitere Abwehrmechanismen

Regression (Vgl. Zimbardo, Gerrig; 1999, S. 534)

Bei Frustration und Enttäuschungen greift das ICH auf frühere Stadien der erfolgreichen Lebensbewältigung zurück.

Bsp.:Wenn ein vierjähriger Bub bereits sauber war und wieder zum Bettnässer wird, weil er ein Geschwisterchen bekommen hat, handelt es sich um Regression(drohender Liebesverlust: Rückgriff, um stärkere Aufmerksamkeit der Mutter zu binden...).

Bsp.:Mädchen wurde mehrere Male sehr enttäuscht … Sie wendet sich wieder ihrer Freundin zu...

Rationalisierung (Vgl. Zimbardo, Gerrig; 1999, S. 534)

Gefühlsbetonte Entscheidungen, die wir uns nicht eingestehen wollen (ungerechtfertigtes, unerlaubtes, nachteiliges Verhalten). Um solches Verhalten vor uns selbst und vor anderen zu rechtfertigen (Selbstwertgefühl, Ansehen darf nicht beeinträchtigt werden!), versuchen wir es mit „vernünftigen“ = rationalen Erklärungen zu begründen.

Bsp.:Der verschmähte Liebhaber erklärt, dass das Mädchen in Wahrheit gar nicht anziehend war. Missliche Situation: Man rationalisiert diese so, als habe sie in Wirklichkeit auch gute Seiten!

Identifikation (Vgl. Zimbardo, Gerrig; 1999, S. 534)

Angst kann vermieden oder vermindert werden, indem sich jemand mit anderen Personen identifiziert, um dadurch Schutz zu erlangen (er erlebt die Bedrohung nicht mehr allein, sie ist jetzt gegen die Gruppe gerichtet). Asoziales Verhalten fällt in der Gruppe leichter (man fühlt sich gedeckt).

Identifikation mit dem Angreifer: Das ICH versetzt sich in die Rolle dessen, durch den es bedroht wird.

Bsp.:Ein 16-jähriges Mädchen kommt zu spät nach Hause und läutet an der Haustür. Die Mutter öffnet. Die Tochter überhäuft die Mutter mit Vorwürfen wegen des verspäteten Aufmachens...

Kompensation (Vgl. Zimbardo, Gerrig; 1999, S. 534)

Tatsächliche oder auch nur eingebildete körperliche oder geistige Minderwertigkeit wird auszugleichen versucht, so etwa durch „Angeben“.

Konversion (Vgl. Springer-Kremser; 1994, S. 50)

Bedeutet „die Umwandlung psychischer Spannungen und Konflikte in körperliche Symptome“, „wobei aber der Körper – organisch gesehen – unversehrt bleibt.“ Konversionsneurosen (z. B. Tics, Stottern); Konversionshysterie (z .B. krampfartige Anfälle, hysterisches Lachen u.a.)

Abwehrmechanismen können den Übergang zu Ausdruckformen psychischer Störungen (z.B. Neurosen) bilden. Ein längeres starres und übertriebenes Einsetzen von Abwehrmechanismen führt nach der psychoanalytischen Lehrmeinung zu psychischen Störungen.

Abwehrneurosen sind psychische Erkrankungen, bei denen für die Erkrankten die üblichen Abwehrmechanismen nicht ausreichen und zusätzliche neurotische Abwehrmechanismen zur Erzielung des Verzichtes aufgeboten werden müssen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Abwehrmechanismen

1.8 Fallbeispiele – Abwehrmechanismen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Denken Sie nach, ob Sie selbst solche Mechanismen einsetzen.Beziehen Sie folgende Fragen mit ein:

- Finden Sie Fehler, die Sie bei anderen kritisieren, auch bei sich selbst?

- An wem lassen Sie meist Ihren Ärger, Ihre Wut aus?

- Gleichen Sie mangelnde Erfolge (...) durch besondere Aktivitäten auf anderen Gebieten aus?

- Haben Sie „Sündenböcke“, d.h. Leute, auf die Sie eigenes Versagen, eigene Schuld abschieben?

[...]

Details

Seiten
51
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656528593
ISBN (Buch)
9783656531821
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263864
Institution / Hochschule
Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien / Krems – Berufsbildung
Note
1
Schlagworte
Psychische Störungen Das Jugendalter Persönlichkeit Tiefenpsychologische Erklärungsmodelle

Autor

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Titel: Psychologie der Persönlichkeit