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Spider-Man: vom Comic zum Kinofilm

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 16 Seiten

Filmwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Schwierigkeiten und Auseinandersetzung mit dem Erzählstoff
2.2 Handlung
2.3 Charaktere
2.4 Realistik und Plausibilität
2.5 Stilistische Mittel

3. Fazit

4. Quellen

1 Einleitung

Wenn eine Geschichte, in welcher medialen Form auch immer – Schrift, Bild, Ton – in einen Film umgewandelt wird, ist das immer ein komplexer Prozess. Diese Umwandlung geschieht durch Adaption. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort „adaptare“ ab, welches „anpassen, passend herrichten“[1] bedeutet. Das Originalmaterial in Form seines Ursprungsmediums muss also an die neue Medienform Film angepasst werden.

Vergleicht der Rezipient die Ursprungsmaterial und den Film, sieht er nur die Ergebnisse der Adaptierung, er sieht die Oberfläche dessen. Er kann die Storylines vergleichen, die Charaktere, die Bilder, kann die Unterschiede wahrnehmen. Doch was er nicht sieht, ist der Prozess des Adaptierens und die Gründe für die Entscheidungen, die die Filmemacher gefällt haben. Ich möchte hier auf beides eingehen: einerseits sollen die Handlungen des Comics und der Filme verglichen und auf ihre Differenzen hin analysiert werden, andererseits soll die Spider - Man- Trilogievon Sam Raimi genauer unter die Lupe genommen und hinter die Kulissen geschaut werden, um punktuell herauszufinden, wie der Adaptionsprozess vom Comic zum Film ablief. Dafür finde ich sichtbare und dadurch besser nachvollziehbare Elemente des Filmes am geeignetsten.

Weshalb aber wähle ich Spider-Man, warum keinen anderen Film, beispielweise Der Herr der Ringe, welcher auch mit großem Aufwand vom Buch zum Film adaptiert wurde und großen Erfolg hatte? Nun, erst einmal gibt es seit Tim Burtons Batman von 1989 einen regelrechten „Superhelden-Boom“[2] und da ist es interessant, herauszufinden, wie denn diese besondere Art von Adaption, vom Comic zum Film, vor sich geht. Desweiteren fasziniert mich besonders die Heldenfigur Spider-Man. Es ist eine Figur, welche Teil unserer realen Welt sein könnte, die nicht nur ein Superheld ist, sondern auch ein normaler Junge aus New York, der alltägliche Probleme in seinem Leben meistern muss, wie jeder andere Mensch auch.[3] Und zuletzt war diese Trilogie außerordentlich erfolgreich: alle drei Filme sind unter den 100 finanziell erfolgreichsten Filmen aller Zeiten auf www.imdb.com gelistet.[4]

2. Hauptteil

2.1 Schwierigkeiten und Auseinandersetzung mit dem Erzählstoff

Die erste Schwierigkeit, die bei der Adaption zu meistern war, ist der Umfang an Erzählstoff, den die Comics hergeben. Fast vierzig Jahre lang lief diese Comic-Serie zu dem Zeitpunkt, als im Jahre 2000 mit der Vorproduktion von Spider-Man begonnen wurde. Wie packt man vierzig Jahre Amazing Spider-Man in drei Spielfilme mit insgesamt lediglich ca. fünf Stunden Erzählzeit? Gar nicht. Es musste ausgewählt werden, welche Spider-Man-Geschichten verfilmt werden.

There was so much potential story because there’s fourty years of comic books. We had to satisfy enough of the legend and legacy in a two-hour-movie.[5]

Sam Raimi und die Produzenten mussten sich letztendlich für die wichtigsten Mainplots entscheiden: die Verwandlung Peter Parkers in sein Alter Ego, die Liebesgeschichte Peters mit MJ, seine Kämpfe als Spider-Man gegen den Green Goblin, Doctor Octopus, den New Goblin, Sandman, den Symbionten und damit gegen seine eigene dunkle Seite und schließlich gegen Eddie Brock alias Venom. Dazu kamen noch die dazugehörigen Nebenplots: Peters Schwierigkeiten in der Schule, an der Universität und als schüchterner Teenager mit der Welt allgemein, Onkel Bens Tod, die Intrigen J.J. Jamesons gegen Spider-Man, seine Affäre mit Gwen Stacy und seine enge Beziehung zu Tante May.

Sam Raimi sagt über den Film:

[Peter Parker] is one of us who becomes a superhero. We weren‘t trying to make a superhero movie that had a lot of heart; we weren’t even really trying to make a “superhero movie”. We made the story of Peter Parker and how his life was affected by the curse or blessing of these powers. The Spider-Man stories are about how he learns to be responsible, and that’s what our movie is about.[6]

Es geht also vor allem um Peter Parker. Spider-Man ist „nur“ eine Seite seiner Persönlichkeit.

Um die ausgewählten Spider-Man- Geschichten in einem Film plausibel und zeitlich logisch sowie handlungslogisch zu erzählen, mussten sie zu einer lückenlosen Storyline neu zusammengefügt werden. Eine weitere Schwierigkeit erläutert Laura Ziskin:

Every fan has a Spider-Man movie in their head, the one they would make, and our challenge was for audiences to suspend that and go along for the ride that was Sam Raimi’s vision of Spider-Man […].[7]

Der Film durfte also nicht, wenn er die Fans überzeugen wollte, als bloße eigene Interpretation des Regisseurs produziert werden, sondern er musste sich stark an den Comics, den Fans und deren Vorstellungen orientieren; die Comicbilder sollten zum Leben erweckt, nicht neu erfunden werden.

This picture was a different beast from other films I’ve done. I felt like Spider-Man’s valet! This was less about me being a storyteller. It was about being at the service of a myth.[8]

Nun, wie hat Sam Raimi diesem „Mythos“ gedient?

Allein durch die Tatsache, dass Spider-Man verfilmt worden ist, wurde bereits eine Geschichte Spider-Mans adaptiert. Im Jahre 1964, in The Amazing Spider-Man #14, lockte der Grüne Kobold Spider-Man in die Wüste zu einem gemeinsamen Filmdreh mit dem fiktiven Produzenten B. J. Cosmos.[9]

[...]


[1] Duden online: http://www.duden.de/rechtschreibung/adaptieren. Zuletzt geprüft am 25.10.2013.

[2] CINEMA: http://www.cinema.de/kino/home/news-und-specials/c/comicverfilmungen/superhelden/comic-verfilmung-invasion-der-superhelden,3161611,ApplicationArticle.html. Zuletzt geprüft am 25.10.2013.

[3] Vaz, Mark Cotta: Behind the mask of Spider-Man: the secrets of the movie. New York: The Ballantine Publishing Group 2002, S. 19.

[4] IMDb: http://www.imdb.com/boxoffice/alltimegross?region=world-wide. Zuletzt geprüft am 25.10.2013.

[5] Vaz: S. 23.

[6] Vaz: S. 19.

[7] Vaz: S. 23.

[8] Ebenda.

[9] Vaz: S. 27.

Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656527602
ISBN (Buch)
9783656530152
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263758
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Institut für Theaterwissenschaft
Note
2,3
Schlagworte
Filmwissenschaft Filmadaption Spider-Man Re-Telling Intermedialität Comic Film

Autor

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Titel: Spider-Man: vom Comic zum Kinofilm