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Sucht und Abhängigkeit im Alter. Unterrichtsentwurf zum Thema "Alkoholsucht" an einer Berufsbildenden Schule

Unterrichtsentwurf 2012 45 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Pflegemanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bedingungsanalyse
2.1 Institutionelle Rahmenbedingungen
2.2 Personelle Ausstattung
2.3 Ausbildungsorganisation
2.4 Raumausstattung
2.5 Rahmenlehrplan
2.6 Die Lernvoraussetzung
2.7 Die Lehrvoraussetzung

3 Sachanalyse
3.1 Die vier häufigsten Suchtmittel in Deutschland
3.2 Stoffgebundene und Stoffungebundene Abhängigkeit
3.3 Definition nach ICD-10
3.4 Faktoren zur Begünstigung einer Abhängigkeit/Sucht
3.5 Formen der Abhängigkeit
3.6 Stufen der (Alkohol)Abhängigkeitsentwicklung
3.6.1 Stufe 1
3.6.2 Stufe 2
3.6.3 Stufe 3
3.6.4 Stufe 4
3.7 Die verschiedenen Typen von Alkoholikern
3.7.1 Alpha-Alkoholiker
3.7.2 Beta-Alkoholiker
3.7.3 Gamma-Alkoholiker
3.7.4 Delta-Alkoholiker
3.7.5 Epsilon-Alkoholiker
3.8 Therapie einer Alkoholabhängigkeit
3.8.1 Motivationsphase
3.8.2 Entgiftungsphase
3.8.3 Entwöhnungsphase
3.8.4 Rehabilitations- und Nachsorgephase
3.9 Alkoholentzug im Alter

4 Didaktische Analyse
4.1 Einordnung der Stunde in den Lehrplan
4.2 Didaktische Reduktion
4.3 Lernziele
4.3.1 Fachkompetenz
4.3.2 Methodenkompetenz
4.3.3 Soziale Kompetenz
4.3.4 Personale Kompetenz
4.4 Gegenwartsbedeutung
4.5 Zukunftsbedeutung
4.6 Exemplarische Bedeutung
4.7 Erweisbarkeit und Überprüfbarkeit
4.8 Zugänglichkeit
4.9 Planung und Ablauf der Unterrichtsstunde
4.9.1 Planung der Unterrichtsstunde
4.9.2 Ablauf der Unterrichtsstunde
4.10 Verlaufsplanskizze der Unterrichtsstunde

5 Reflexion
5.1 Eigenreflexion der Prüfungsstunde
5.2 Mentorenreflexion
5.3 Ergebnisse des Feedbackbogens
5.3.1 Die Ausstrahlung
5.3.2 Der Kontakt zur Klasse
5.3.3 Die Struktur
5.3.4 Die Visualisierung
5.3.5 Die Sprache
5.3.6 Die Interaktion mit der Klasse
5.4 Reflexion des Praxissemesters

Literatur

Internetquellen

Anlagenverzeichnis

1 Einleitung

Laut der Prüfungsordnung des B.A. Studiengangs Pflegepädagogik, der Hochschule Ludwigshafen am Rhein, ist im dritten Semester ein Orientierungspraktikum von insgesamt sechs wöchiger Dauer und im fünften Semester ein Praxissemester von insgesamt 16 wöchiger Dauer vorgesehen.1

Das Orientierungspraktikum absolvierte ich auf dem Pflegestützpunkt in X. Somit war die Vorgabe, das praktische Studiensemester an einer Bildungseinrichtung des Gesundheitswesens durchführen zu müssen Neuland für mich. Im Gegensatz zu anderen Kommilitonen, welche bereits im Orientierungspraktikum erste Berührungspunkte mit einer Schule der Pflegeausbildung hatten. Von Seitens der Hochschule bestanden die Vorgaben, an das praktische Studiensemester, dass mir als Praktikant die Möglichkeit gewährleistet werden musste mindestens zwölf Doppelstunden Unterricht zu hospitieren und mindestens weitere zwölf Doppelstunden Unterricht eigenverantwortlich zu planen und zu halten.2

Ich persönlich, als staatlich anerkannter Altenpfleger, hatte die zusätzliche Anforderung an das praktische Studiensemester dieses an einer Fachschule für Altenpflege durchzuführen. Zum einen hatte ich die Befürchtung mich als Praktikant unter Schülern der Krankenpflege persönlich nicht wohl zu fühlen, zum anderen denke ich, dass mein späteres Aufgabenfeld mehr in die Richtung der Altenpflegeausbildung tendieren wird. Durch dieses, von mir selbst auferlegte, zusätzliche Kriterium ergaben sich weiter Hürden beim Finden einer geeigneten Praktikumsstelle. Da alle Altenpflegeschulen im Umkreis meines Wohnortes sich an die Ferienzeiten der Länder Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg orientieren war es nicht möglich ein Praktikum mit einer Dauer von 16 Wochen im vorgegebenen Zeitraum zu absolvieren. Nach Gesprächen mit Herrn Prof. Dr. A und den Schulleitungen der Fachschulen für Altenpflege in Y und Z ergab sich für mich die Möglichkeit das Praktikum auf die Dauer von zwölf Wochen zu reduzieren. Um nicht völlig unvorbereitet in mein eh schon straff geplantes Praktikum einsteigen zu müssen wurde der Kompromiss eingegangen, dass ich bereits vor offiziellem Antritt des Praktikums, zwei Tage an der Schule in Z hospitieren zu können.

Im Nachhinein erwies sich die Wahl der BBS W mit der Außenstelle Z als Praktikumsstelle als gute Wahl. Durch das von der Schule breit gefächerte Angebot an Schulformen wurde es mir ermöglicht neben der Ausbildung zum staatlich anerkannten Altenpfleger auch in andere Bildungsgänge reinzuschnuppern. So habe ich beispielsweise zwei Doppelstunden in einer Berufsfachschulklasse, für Gesundheit und Pflege, hospitieren und drei weitere Doppelstunden in der gleichen Klasse unterrichten können.

Der nun folgende Unterrichtsentwurf lehnt sich, in seiner Strukturierung, an das didaktische Modell der Kritisch-konstruktiven Didaktik nach Wolfgang Klafki an.

Im weiteren Verlauf des Textes werde ich bei Personenbezeichnungen die maskuline Form verwenden um eine bessere Lesbarkeit des Textes zu gewährleisten, ich spreche damit gleichermaßen Frauen und Männer an.

2 Bedingungsanalyse

Im nun folgenden Abschnitt werden die Voraussetzungen, die ich meiner Unterrichtsplanung zugrunde gelegt habe, kurz dargestellt.

Laut Hilbert Meyer ist die Bedingungsanalyse wie folgt definiert: „Die Bedingungsanalyse dient der Erfassung und der didaktischen Bewertung der für eine Unterrichtseinheit/eine Klasse wesentlichen Einflussfaktoren, die sich unterstützend oder hemmend auf den Unterrichtsprozess und die Unterrichtsergebnisse auswirken können.“3

2.1 Institutionelle Rahmenbedingungen

Die BBS (Berufsbildende Schule) W, mit der Außenstelle Z, ist eine staatliche Schule welche der Kreisverwaltung W untergeordnet ist. Die Schulleitung wird, zum jetzigen Zeitpunkt, von Herrn B übernommen. Als Abteilungsleiter der Abteilung Z fungiert Herr C.4 Die BBS W unterteilt sich in drei Abteilungen. Abteilung 1 Gewerblich- technisch, mit dem Standort W, Abteilung 2 Kaufmännisch- hauswirtschaftlich ebenfalls mit dem Standort W und der Abteilung 3 Außenstelle Z. Die Fachschule Altenpflege der BBS W ist der Abteilung 3 Außenstelle Z untergeordnet und wird Koordiniert von Frau D, welche zusätzlich noch die Koordination des Hauswirtschaftlichen Bildungszweiges der Außenstelle Z innehat.5 Die Schulaufsicht obliegt dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz.6

2.2 Personelle Ausstattung

Das Lehrerkollegium des Bildungsganges Altenpflege setzt sich aus fünf festangestellten Lehrkräften zusammen: Frau Studiendirektorin D mit einem Diplomgrad in Ökotrophologie, Frau Dr. E mit einem abgeschlossenen Medizinstudium, Frau F als Diplom Theologin und Diplom Gerontologin, Frau F als Krankenpflegerin mit Weiterbildung zur Lehrerin für Pflegeberufe und Herrn G als gelernter Krankenpfleger und Diplom Medizinpädagoge.

2.3 Ausbildungsorganisation

Die Ausbildung beginnt einmal jährlich, jeweils zum 1. August. Da die BBS W eine staatliche Schule ist gibt es kein Auswahlverfahren, jeder Bewerber der die Zugangsvoraussetzungen erfüllt wird angenommen. Die Zugangsvoraussetzungen für den Bildungsgang Altenpflegehilfe sind:

Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsabschluss, Nachweis einer beruflichen Vorbildung durch:

Abgeschlossene mind. zweijährige Berufsausbildung oder mind. einjährige praktische Tätigkeit oder ein freiwilliges soziales Jahr in sozialpflegerischen Einrichtungen der Altenhilfe oder in Krankenhäusern oder der Abschluss der Berufsfachschule I (Fachrichtung Gesundheit/Pflege) oder eine mindestens dreijährige hauptberufliche einschlägige Tätigkeit oder das mindestens zweijährige Führen eines Familienhaushalts mit mindestens einer pflegebedürftigen Person.

Sowie die Vorlage eines Ausbildungsvertrages mit einer Einrichtung der stationären oder ambulanten Altenhilfe. Ein ärztliches Zeugnis über die körperliche Eignung für den angestrebten Beruf und die Vollendung des 16. Lebensjahres.7

Die Zugangsvoraussetzungen für den Bildungsgang Altenpflege sind:

Realschulabschluss oder ein anderer als gleichwertig anerkannter Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss, sowie eine erfolgreich abgeschlossene, mindestens zweijährige Berufsausbildung oder die Erlaubnis als Krankenpflegehelferin oder Krankenpflegehelfer oder eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung von mind. einjähriger Dauer in der Altenpflegehilfe.

Die Vorlage eines Ausbildungsvertrages mit einer Einrichtung der stationären oder ambulanten Altenhilfe und ein ärztliches Zeugnis über die körperliche Eignung für den angestrebten Beruf.8

Die Dauer der Ausbildung in der Altenpflegehilfe ist auf ein Jahr festgelegt, die Ausbildung in der Altenpflege wird mit einem Umfang von drei Jahren veranschlagt. Im ersten Ausbildungsjahr werden die Schüler der beiden Lehrgänge, Altenpflegehilfe und Altenpflege, gemeinsam Unterrichtet. Der theoretische und fachpraktische Unterricht an der Fachschule erfolgt in Lernmodulen. Da der Unterricht im Blocksystem organisiert ist findet ein Wechsel zwischen theoretischer und praktischer Ausbildung, mit den einzelnen Kooperationspartnern der stationären, teilstationären und ambulanten Altenhilfe statt. Einen besonderen Schwerpunkt an der Fachschule Altenpflege in Z bildet das Themenfeld Demenz, da das regionalspezifische Lernmodul sich mit diesem Themenfeld befasst.9

2.4 Raumausstattung

Das Schulgebäude der Außenstelle Z umfasst vier Etagen. Auf der dritten Etage stehen dem Bildungsgang Altenpflege zwei Demonstrationsräume und ein PC-Pool zur Verfügung. Jeder der zwei Demonstrationsräume ist mit zwei Pflegebetten ausgestattet, hier wird es den Schülern ermöglicht die in der Theorie besprochenen Tätigkeiten an Demonstrationspuppen zu üben. Weiterhin sind die Demonstrationsräume mit einer Tafel, einem Overheadprojektor und einem PC mit angeschlossenem Beamer ausgestattet. Im PC-Pool stehen den Schülern 15 Computer mit Internetzugang zur Verfügung. Den Schülern wird somit, z.B. im Rahmen von Gruppenarbeiten, die Recherche im Internet ermöglicht. Auf der vierten Etage befinden sich zwei weitere Klassenräume, welche ausschließlich von den Ausbildungsgängen der Altenpflegehilfe und Altenpflege genutzt werden. Beide Räume sind identisch ausgestattet mit jeweils einer Tafel, einem Overheadprojektor und einem PC mit angeschlossenem Beamer. Die Klassenräume sind mit Einzeltischen ausgestattet, so ist eine individuelle Anpassung der Sitzordnung an die Unterrichtsmethode leicht zu verwirklichen.

2.5 Rahmenlehrplan

Die Fachschule Altenpflege der BBS W richtet sich nach dem Lehrplan und Rahmenplan des Landes Rheinland-Pfalz. Dieser ist seit dem 1. Januar 2006 verbindlich und unterteilt sich in 17 Lernmodule. Das Lernmodul 2. ist unterteilt in die Lernmodule 2.1 und 2.2. Eine Sonderstellung nimmt das Modul 17 ein, welches als Wahlpflichtmodul den Titel Regionalspezifisches Lernmodul trägt. Wie bereits in einem vorhergehenden Abschnitt beschrieben hat die BBS W ihren Schwerpunkt in diesem Lernmodul auf das Themenfeld der Demenz ausgerichtet.10

Der Lehrplan und Rahmenplan der Altenpflegehilfe des Landes Rheinland-Pfalz ist identisch mit dem Lehrplan und Rahmenplan des ersten Ausbildungsjahres der Altenpflege des Landes Rheinland-Pfalz.11 Aus diesem Grund werden die Schüler beider Lehrgänge im ersten Jahr gemeinsam Unterrichtet.

2.6 Die Lernvoraussetzung

Der Kurs AP 10/13, welcher sich zum Zeitpunkt der von mir geplanten Unterrichtseinheiten im 2. Ausbildungsjahr befand, setzt sich aus insgesamt 15 Schülern zusammen. Von den 15 Schülern des derzeitigen Mittelkurses sind 14 weiblich und einer männlich, dies zeigt dass der Pflegeberuf nach wie vor ein von Frauen dominierter Berufszweig ist. Die Altersspannen der einzelnen Schüler reichen von 19 Jahren bis hin zu 48 Jahren, die Verteilung dazwischen ist sehr gleichmäßig, so finden sich im Mittelkurs fünf Schüler die bereits das 40. Lebensjahr beendet haben, demgegenüber stehen vier Schüler die das 23. Lebensjahr noch nicht beendet haben. Somit ergibt sich ein Durchschnittsalter des Kurses AP 10/13 von 33 Jahren. Der männliche Schüler des Kurses ist im Besitz der Fachhochschulreife, alle übrigen Kursteilnehmer haben entweder die Mittlere Reife oder den Hauptschulabschluss und die abgelegte Prüfung zum Altenpflegehelfer als Vorbildung. Da das Durchschnittsalter der Klasse relativ hoch ist, haben auch einige Schüler bereits langjährige Erfahrung als Pflegehilfskraft oder auch in fremden Berufszweigen sammeln können, so z.B. sind zwei der Schüler gelernte Köche. Die Hälfte des Kurses, sieben Schüler, hat einen Migrationshintergrund. Zwei Schüler sind gebürtig aus Rumänien, ein weiterer aus Schweden, einer aus Kasachstan, ein weiterer aus Polen, einer aus der Türkei und ein Schüler ist gebürtig aus Tadschikistan. Aufgrund dieser Vielfalt an Nationalitäten in diesem Kurs ist unter Umständen mit sprachlichen Barrieren im Unterricht zu rechnen. Hier bedarf es einer speziellen Vorbereitung auf eventuell auftretende Verständigungsprobleme einzelner Schüler. Meine Mentorin gab mir im Vorfeld den Rat eine Einteilung in Gruppen selbst durchzuführen, da die Gefahr sonst sehr hoch ist das die Schüler mit Migrationshintergrund unter sich bleiben was zur Folge hätte das diese Gruppe vom Leistungsniveau nicht mit anderen Gruppen mithalten könne. Während meiner Hospitation im Mittelkurs konnte ich keine Konflikte unter den Schülern erkennen, dies bestätigte mir meine Mentorin auch, sie nannte den Mittelkurs: „Eine schnucklige liebe Klasse.“ Ob und in welchem Maße Vorerfahrungen bei den einzelnen Schülern zum Thema Sucht bzw. Abhängigkeit im Alter vorliegen konnte im Vorfeld nicht abgeschätzt werden, da die praktischen Einsatzgebiete der einzelnen Schüler in verschiedenen Einrichtungen der Altenhilfe stattfinden. Einige Schüler absolvierten bereits ein Praktikum in einer Gerontopsychiatrischen Einrichtung und haben dort schon Berührungspunkte mit dem Thema Sucht gehabt. Jedoch lässt sich dies nicht auf den ganzen Kurs übertragen, weshalb bei der Vorbereitung der Unterrichtseinheiten zum Thema Sucht von keinerlei Vorwissen seitens der Schüler ausgegangen wurde.

2.7 Die Lehrvoraussetzung

Da ich mein, im Rahmen des Studiums vorgeschriebenes, Orientierungspraktikum im Pflegestützpunkt X absolvierte verfügte ich zu Beginn des praktischen Studiensemesters an der BBS W über keinerlei Erfahrung im Unterrichten. Die Schule an sich war mir bis zum Zeitpunkt meines Praktikums ebenfalls unbekannt. Als Einrichtung der theoretischen Pflegeausbildung kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt lediglich die private staatlich anerkannte Fachschule für Altenpflege der Diakonissen V in Y, da ich dort von 2006 bis 2009 meiner Ausbildung zum staatlich anerkannten Altenpfleger absolvierte. Fr. Dr. E, welche an der BBS W als Lehrkraft tätig ist war mir jedoch aus meiner Ausbildung bereits bekannt, da sie ebenfalls eine Lehrertätigkeit an der Schule in Y ausübt.

Gemeinsam mit meiner Mentorin, Frau F, entschloss ich mich meine ersten Unterrichtsversuche im Bildungsgang der Berufsfachschule I Gesundheit und Pflege zu wagen. Nachdem ich dort erfolgreich drei Doppelstunden zum Thema Demenz unterrichtete begann ich mit dem Unterricht im Mittelkurs der Altenpflegeausbildung zum Thema Schlaganfall. Die ersten zwei Doppelstunden zum Schlaganfall dienten für mich dem kennen lernen. Weshalb ich mich absichtlich dagegen entschloss meinen Unterrichtsentwurf zu diesem Thema als Prüfungsentwurf einzureichen. Nachdem ich die ersten Erfahrungen als Lehrkörper in zwei verschiedenen Schultypen sammeln durfte entschloss ich mich für das Thema Sucht als mein „Prüfungsthema“. Mit dem theoretischen Wissen aus den Vorlesungen zur Didaktik begann ich nun meine Unterrichtsplanung mit dem Schritt der Bedingungsanalyse um dann über die Sachanalyse hin zur didaktischen Analyse zu gelangen.

3 Sachanalyse

Im folgenden Abschnitt wird das Thema der Unterrichtseinheit Sucht/Abhängigkeit im Alter zusammengefasst und dargestellt. Als Hilfsmittel wurden von mir die Lehrbücher In guten Händen Band 1 und Gerontologie und Gerontopsychiatrie: Lernfeldorientiert verwendet. Beide Bücher werden an der Fachschule Altenpflege der BBS W als Unterrichtsbücher verwendet.

3.1 Die vier häufigsten Suchtmittel in Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland sind die am häufigsten konsumierten Suchtmittel der Tabak, 14 Millionen Deutsche gelten als Nikotinsüchtige. Alkohol stellt das am zweit häufigsten konsumierte Suchtmittel, mit rund 1,6 Millionen Abhängigen, in Deutschland dar. Mit rund 1,4 Millionen Abhängigen, in Deutschland, reihen sich verschreibungspflichtige Medikamente auf dem dritten Rang ein. Die viert häufigste Substanzgruppe wird zusammengefasst unter illegale Drogen, hier wird eine Zahl von rund 290000 Abhängigen in Deutschland vermutet.12

3.2 Stoffgebundene und Stoffungebundene Abhängigkeit

Neben den Stoffgebundenen Süchten, wie z.B. die Nikotin- oder Alkoholsucht, treten auch Stoffungebundene Abhängigkeiten auf. Als Stoffungebundene Abhängigkeit lässt sich beispielsweise die Spielsucht bezeichnen.13 Da die Stoffungebundenen Abhängigkeiten in Bereichen der Gerontopsychiatrie von geringer Bedeutung sind wird auf diese Form der Abhängigkeitserkrankung im weiteren Verlauf der Sachanalyse nicht mehr eingegangen.

3.3 Definition nach ICD-10

Zur Diagnose des Abhängigkeitssyndroms müssen nach der ICD-10 mindestens drei der folgenden Kriterien während des letzten Jahres gemeinsam erfüllt gewesen sein:14

- Starkes, oft unüberwindbares Verlangen, die Substanz einzunehmen
- Schwierigkeiten, die Einnahme zu kontrollieren (was den Beginn, die Beendigung und die Menge des Konsums betrifft)
- Körperliche Entzugssymptome (z.B. Schlafstörungen, Zittern, Brechreiz, etc.)
- Substanzgebrauch zur Milderung der Entzugssymptome
- Benötigen immer größerer Mengen, damit die gewünschte Wirkung eintritt
- Fortschreitende Vernachlässigung anderer Verpflichtungen, Aktivitäten, Vergnügen oder Interessen (das Verlangen nach der Droge wird zum Lebensmittelpunkt)
- Fortdauernder Gebrauch der Substanz(en) wider besseres Wissen und trotz eintretender schädlicher Folgen.15

3.4 Faktoren zur Begünstigung einer Abhängigkeit/Sucht

Es gibt mehrere Faktoren welche die Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung begünstigen. Zum einen gilt die genetische Disposition, insbesondere für die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit als begünstigender Faktor, zum anderen spielt das Lebensalter ebenfalls eine große Rolle bei der Abhängigkeitsentwicklung, da Suchtmittel von älteren Menschen oft als Ersatz für fehlende Zuwendung und bei Einsamkeit eingenommen werden. Ein weiterer Faktor ist die Gewohnheit im sozialen Umfeld, die zu einer Abhängigkeitsentwicklung beitragen kann. Das Verordnungsverhalten von Ärzten spielt ebenfalls eine große Rolle, da Schlafmittel einen Risikofaktor für die Entwicklung einer Medikamentenabhängigkeit darstellen. Ein letzter Faktor, der eine Suchtentwicklung begünstigen kann, sind Depressionen. Depressionen führen häufig zu Missbrauch von Suchtmitteln, deshalb ist es wichtig in solchen Fällen den Ursachen der Depressionen entgegenzuwirken.16

3.5 Formen der Abhängigkeit

Als Abhängigkeit oder auch Sucht bezeichnet man ein zwanghaftes Bedürfnis oder auch Verlangen nach einer bestimmten Substanz mit der einhergehenden Unfähigkeit dieser Substanz fern zu bleiben. Man kann nun unterscheiden ob der Betroffene körperlich oder psychisch Abhängig von einem Suchtmittel ist.17

„Die körperliche Abhängigkeit von einer Substanz ist durch zunehmende Toleranz (um die gewünschte Wirkung zu erzielen, muss die Dosis immer mehr gesteigert werden) und das Auftreten von Entzugserscheinungen gekennzeichnet.“18

„Die psychische Abhängigkeit zeigt sich in dem unwiderstehlichen, übermächtigen Verlangen, eine bestimmte Substanz immer wieder einzunehmen, um ein Glücksgefühl zu erzeugen oder um negative Gefühle zu überdecken. Das Verlangen ist so groß, dass schädliche Folgen in Kauf genommen werden.“19

3.6 Stufen der (Alkohol)Abhängigkeitsentwicklung

Zu Beginn einer Abhängigkeitsentwicklung steht meist das Erleichterungstrinken, dem folgt die zunehmende Toleranzentwicklung was zur Folge hat das die Trinkmenge immer weiter zunimmt. Bis das Denken fast ausschließlich nur noch um den Alkohol und dessen Beschaffung kreist.20

[...]


1 http://web.fh- ludwigshafen.de/fb4/home.nsf/Files/35F106491141F7B9C12577040027679B/$FILE/PO%20Pflegep% C3%A4dagogik%20BA.pdf

2 http://web.fh- ludwigshafen.de/fb4/home.nsf/Files/22F79B70D971D7A4C12577AE00369BC1/$FILE/Grunds%C3%A 4tze.pdf

3 Meyer (2010), S. 130

4 http://bbs-W.bildung-rp.de/index.php?id=31

5 http://bbs-W.bildung-rp.de/index.php?id=77

6 http://bbs-W.bildung-rp.de/index.php?id=31

7 http://[Seite der BBS].de/index.php?id=102

8 http://[Seite der BBS].de/index.php?id=101

9 http://[Seite der BBS].de/index.php?id=102

10 http://[Seite der BBS].de/fileadmin/user_upload/bbs/bbs.bildung- rp.de/materialien/lehrplaene/lehrplan_bbs_2005/fs/FS_Altenpflege_FR_Altenpflege.pdf

11 http://[Seite der BBS].de/fileadmin/user_upload/bbs/bbs.bildung- rp.de/materialien/lehrplaene/lehrplan_bbs_2005/fs/FS_Altenpflege_FR_Altenpflegehilfe.pdf

12 Vgl. Bremer-Roth/Henke/Lull/Borgers C./Borgers A./Cleve (2005), S. 651

13 Vgl. Marwedel (2005), S. 270

14 Vgl. Wurlitzer (2003), S. 741

15 Vgl. Marwedel (2005), S. 270 u. 271

16 Vgl. Bremer-Roth/Henke/Lull/Borgers C./Borgers A./Cleve (2005), S. 651

17 Vgl. Marwedel (2005), S. 270

18 Marwedel (2005), S. 270

19 Marwedel (2005), S. 270

20 Vgl. Bremer-Roth/Henke/Lull/Borgers C./Borgers A./Cleve (2005), S. 652

Details

Seiten
45
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656984160
ISBN (Buch)
9783656984177
Dateigröße
841 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263749
Institution / Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein
Note
2,0
Schlagworte
sucht abhängigkeit alter unterrichtsentwurf thema alkoholsucht berufsbildenden schule

Autor

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Titel: Sucht und Abhängigkeit im Alter. Unterrichtsentwurf zum Thema "Alkoholsucht" an einer Berufsbildenden Schule