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Georg Büchner. Die Verehrung eines politischen Verbrechers?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 36 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Neuere Geschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Georg Büchner als Volkstribun des Vormärz

2. Georg Büchner- Ein Leben zwischen zwei Revolutionen
2.1 Die revolutionäre Prägung Büchners in Straßburg (1831-1833)
2.2 Büchners Krisenzeit in Gießen- Der Grundstein für seine
politische Agitation?

3. Büchners politisches Menschenbild- Der gefesselte, verelende und eingekerkerte Mensch
3.1 Die Revolutionstheorie Büchners- Die breite Masse als tragende Säule
3.2 Der politische und soziale Gegenentwurf Büchners

4. Politische Volksaufklärung oder erhoffte Volkserhebung?
Büchners ,,Hessischer Landbote“
4.1 Das Großherzogtum Hessen- Eine Ausbeutungsmaschinerie im Dienste der Aristokraten?
4.2 Die Jagd auf den Hochverräter- Gesetzlich begründet oder ein Akt der staatlichen Willkür?

5. Fazit: Die paradoxe Tragik der Geschichte

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

1. Einleitung- Georg Büchner als Volkstribun des Vormärz

,,Wer ist dieser Büchner?“ könnten wir uns ebenso fragen wie der Herausgeber einer großen Dresdner Literaturzeitschrift, dem Danton´s Tod zur Rezension vorlag.[1] Ein ,,Revolutionär“,[2] ein ,,junge[r] Rebell[]“, [3] jener ,,Volkstribun[] des Vormärz“,[4] ein ,,Demokrat in jedem Pulsschlag seines Herzens, in jedem Gedanken seines Hirns“,[5] die ,,zentrale[] Gestalt des hessischen Widerstands“,[6] der ,Dichter des Leidens und Mitleidens´“,[7] ein faszinierter ,,Naturforscher“,[8] ein ,,glühender Freiheitskämpfer [und] weitschauender Politiker“, [9] oder ,,ein libertärer Frühkommunist“.[10] Die Liste der Bemerkungen bezüglich Georg Büchner ließe sich vermutlich über eine ganze wissenschaftliche Arbeit hinweg fortführen. Bemerkenswert an der Rezeptions-geschichte Büchners ist jedoch, dass der Hauptprotagonist über Generationen hinweg (so auch in den meisten einführenden Zitaten) mit einem äußerst beschwingt-pathetischen Ton enthusiasmiert wird. Warum eigentlich diese Begeisterung, die sich auch im Jahre 2012 und 2013 darin bemerkbar macht, dass sie dem Gedenken an Georg Büchner gewidmet sind?[11] Diese Verherrlichung zeigt sich in der Gegenwart auch darin, dass u.a. Schulen nach ihm benannt werden und seit 1923 mit dem Georg-Büchner-Preis an ihn gedacht wird.[12]

Zunächst sein so kurzes, wie ein ,,Meteor[]“[13] aufblitzendes und schnell verlöschendes Leben, das ihn zeitlos jugendlich bleiben lässt und stets die unbeantwortete Frage aufwirft, was aus ihm noch alles hätte werden können. Zum anderen die in Büchner so auffallend zur Geltung gebrachte Verschränkung von Politik, Wissenschaft und Dichtung.[14] Seine außerordentlichen Leistungen in all diesen Bereichen offenbaren sich vor allem vor dem Hintergrund, dass Büchner seinem kurzen Leben, in dem andere, wie man sagt, zu leben erst anfangen, drei Dramen von weltliterarischem Rang, ein Pamphlet, das dem Kommunistischen Manifest vorangestellt wurde, zwei Übersetzungen und eine Doktordissertation, die rasch zu seiner Promotion und Dozentur führte, abringt.[15] Ob aus der Schule, aus dem Theater oder anderen Quellen: Die meisten Deutschen kennen die Werke des bekannten hessischen Dichters.[16] Doch kennen Sie auch die beträchtlichen Fakten seines ungewöhnlichen Lebens und Denkens? Die Verstrickung Büchners in die revolutionären Bewegungen des Vormärz, die steckbriefliche Verfolgung durch die Strafjustiz des Großherzogtums Hessens, seine Flucht nach Frankreich und letztlich in die Schweiz? Ist angesichts dieser Tatsachen Georg Büchner eigentlich nichts anderes als ein politischer Verbrecher ? Ein Verbrecher, der sich des ,,Hochverrates“ schuldig gemacht hat? Oder ist dieser Vorwurf doch nur ein Akt der Verkehrung beziehungsweise Verfälschung von Tatsachen?

Diese Leitfrage wird im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit als Grundlage zur näheren und vor allem differenzierten Betrachtung genommen und im Schlussteil beantwortet. Die Struktur dieser Arbeit lässt sich am besten mit einem dreistufigen Muster beschreiben, die aufeinander aufbauend dem Leser dabei helfen sollen, die Argumentationsweise des Verfassers bei der Beantwortung der Leitfrage nachvollziehen zu können. Hierbei wird in einem ersten Schritt (Gliederungsblock zwei) Georg Büchners Werdegang verfolgt. In diesem Zusammenhang erwartet den Leser nicht eine reine Auflistung der biografischen Entwicklung Büchners. Vielmehr soll auf struktur- und ereignisgeschichtlicher Basis die These, dass Büchner Teil seiner Zeit ist, zu der er in einem interdependenten Verhältnis stand, argumentativ gestützt werden. Der Fokus wird sowohl auf den sozialen Einflüssen Büchners als auch auf seine politisch prägendste Zeit in Straßburg liegen. Hervorzuheben sind neben den zahlreichen Monografien, Sammelbänden oder Aufsätzen, die man zu diesem Thema vorfindet [17] und die in dieser Arbeit weitestgehend Berücksichtigung gefunden haben, gerade die Werke von Jan Christoph Hauschild[18] und Thomas Michael Mayer[19], denn sie bieten hierbei durch die Entdeckung und Heranziehung neuer Quellen (Protokolle, Akten) und Briefe besonders fundierte biographisch-historische Einblicke in das Leben Büchners. Gerade letzterer hat mit seiner bahnbrechenden Studie, in der er Büchner –basierend auf fundierten Quellennachweisen- als ,,Frühkommunisten“ bezeichnet, für internationales Aufsehen gesorgt. Auf diesem Fundament kann in Gliederungsblock drei das von Büchner gezeichnete Menschenbild und sein politischer und sozialer Gegenentwurf thematisiert werden. Über Georg Büchners politische Gedanken und Aktivitäten sind wir durch eine Fülle von Quellenaussagen (Briefe, Zeugnisse der Freunde, Verhörprotokolle, usw.), aber auch durch zahlreiche Aufsätze oder Monografien ziemlich detailliert unterrichtet.[20] Der Verfasser dieser Arbeit hatte es sich zur Mühe gemacht, diese Quellen, die in edierter Form zahlreich vorhanden sind,[21] zu studieren um dem Leser aus nächster Hand die weitere These plausibel zu machen, dass die neue, aber zugleich historische Frage seiner Zeit ihm die Revolution ist. Sie ist Dreh-und Angelpunkt seines Wirkens und sollte ihn zur direkten Konfrontation mit der Staatsjustiz führen. Gerade sein ,,Hessischer Landbote“, der in Gliederungsblock vier den thematischen Kontext darstellt, sollte die revolutionäre Botschaft Büchners offen zu Tage legen.[22] Hierbei interessiert sowohl die Absicht Büchners, die er mit der Konzeption des Hessischen Landboten verfolgt hat als auch die Frage, ob die Jagd auf Georg Büchner durch die staatlichen Behörden gesetzlich legitim oder ein Akt der Willkür war. Um diese –angesichts der Leitfrage dieser Arbeit- wichtige Frage beantworten zu können, hat der Verfasser dieser Arbeit das Strafgesetzbuch des Großherzogtums Hessens im Vormärz studiert, welches erfreulicherweise in Darmstadt ediert zur Verfügung stand.[23] Im Schlussteil wird der Autor jene im Textverlauf erarbeiteten Informationen dann bündeln, dem Leser ein überschaubaren Überblick geben, die eingehend formulierte Leitfrage aufgreifen und konkret beantworten. Eine weiterführende Anregung über die paradoxe Tragik der Geschichte soll diese Arbeit hoffentlich spannend und anregend umrunden.

Zwei letze Hinweise: Um die Lesbarkeit zu erleichtern, wird in dieser Arbeit das generische Maskulinum verwendet. Erwähnenswert ist zu guter Letzt, dass die zahlreichen Forschungskontroversen, die die Auseinandersetzung mit Georg Büchner begleiten, im Rahmen dieser Arbeit durchgehend thematisiert und behandelt werden, wobei der Verfasser dieser Arbeit diesbezüglich auch klar Position bezieht und damit zur Diskussion preisgibt.

2. Georg Büchner- Ein Leben zwischen zwei Revolutionen

Der 17. Oktober 1813, an dem Carl Georg Büchner[24] als das älteste Kind des Ehepaares Ernst Karl Büchner und Louise Caroline, geborene Reuß, in einem kleinen Ort bei Goddelau[25] im Großherzogtum Hessen das Licht der Welt erblickte, gehört zu einem einschneidenden historischen Ereignis.[26] Am Tag zuvor griff die verbündete Allianz aus Preußen, Schweden, Österreich und dem zaristischen Russland die Grande Armée Napoleons [27] bei Leipzig an. Der Ausgang der Völkerschlacht bei Leipzig entschied über den Charakter der Zeit, in der die Generation Büchners in all ihren Facetten aufwachsen sollte. Denn mit der Niederlage Napoleons ging ein heroisches Kapitel Geschichte im Gefolge der Französischen Revolution zu Ende. Was folgte, war eine Periode der Restauration, der restriktiven Karlsbader Beschlüsse (1819), der Zensur, der politischen Verfolgung und Unterdrückung, in der die Feudalregimes in Europa in erster Linie das Ziel verfolgten, die patriotischen Freiheits-und Nationalbewegungen im Keim zu ersticken.[28]

Ähnlich wie in weiten Teilen Europas, löste das Ende Napoleons auch im Hause der Büchners ein geteiltes Echo aus.[29] Während Ernst Büchner Napoleon bewunderte,[30] war die Mutter Georg Büchners im Geiste der antinapoleonischen Befreiungsbewegung aufgewachsen und beschwor damit –wie Poschmann zutreffend resümiert- ,,in romantischer Begeisterung die gemeinsame Kultur der politisch zerrissenen deutschen Nation“.[31] Kam Georg Büchner schon als Kind mit diesen widersprüchlichen Tendenzen und Anschauungen der Zeit in Berührung, so waren seine Elternteile als eigenständige Charakterpole von nicht geringer Bedeutung für seine eigene Entwicklung. Bis zu seinem Eintritt in die zur damaligen Zeit gegründete ,,Privat- Erziehungs- und Unterrichts-Anstalt“ des Theologen Dr. Karl Weitershausen genoss Büchner Privatunterricht bei seiner Mutter.[32] Louise Caroline Büchner, die von den Zeitgenossen als eine warmherzige, gerechte, liebenswürdige, freundliche, sanfte und bei aller Bescheidenheit kluge Frau beschrieben wurde, förderte mit ihrer natürlichen Art Büchners Entwicklung zur Wahrhaftigkeit und Menschenliebe, zum Mitgefühl und zur Hilfsbereitschaft gegenüber den Unterdrückten und Unterprivilegierten.[33] Während sich also der väterliche Einfluss durch das Bestehen auf strengen Grundsätzen, dem Verlass auf rationalistischem Denken und praktischen Erfahrungen sowie einem Autoritätsanspruch behauptete,[34] so der mütterliche vor allem durch Herzlichkeit, Liebe und dem Vertrauen auf Fantasie und Einfühlung.[35] Durch den Beruf seines Vaters begegnete die Familie Büchner den Bedürftigen und Zukurzgekommenen täglich. Die Notleidenden klopften an ihre Tür, warteten hilfesuchend im Vorzimmer der Praxis oder ließen bei nächtlicher Stunde die Bitte aufkommen, Ernst Büchner möge zur Hütte, zum Schuppen oder Hinterhof-Stübchen kommen, um Schmerzen und Verzweiflung zu dämpfen.[36] So hatte Georg Büchner von klein auf Deklassierung, Armut und physische sowie seelische Not des niederen Volkes ständig vor Augen. Auf Basis von Familienaussagen berichtet Karl Emil Franzos, dass Georg Büchner dadurch bereits als Kind ,,ein Mitleid von leidenschaftlicher Kraft“ gegenüber den einfachen Menschen gehegt habe, dass ,,es sich stets zu persönlichem Leid gesteigert“ habe.[37]

Bereits bei seinem Wechsel zum neuhumanistischen Gymnasium im Jahre 1825, das vor ihm schon bekannte Persönlichkeiten wie Georg Christoph Lichtenberg, Justus Liebig und Georg Gottfried Gervinus besucht hatten,[38] wurden Georg Büchner die staatlichen Grundprinzipien seiner Zeit deutlich: Die Parolen ,,Anhänglichkeit an das angestammte Fürstenhaus“ und ,,Gehorsam gegen Behörden und Gesetze“ wurden von klein auf eingetrichtert.[39] Umso verwunderlicher erscheint hierbei dann die Tatsache, dass Georg Büchner in seiner Schülerrede vom ,,Zur Vertheidigung des Cato von Utica“[40] vom 29. September 1830 die unbedingte Prinzipientreue, das Ehrgefühl und Pflichtbewusstsein, den Patriotismus und die Freiheitsbegeisterung des antiken Senators und Feldherrn vor allen Zuhörern lautstark preist.[41] Schon in der Kindheit haben sich bei Georg Büchner demnach erste unerschütterliche Werte und Normen gebildet, die für sein weiteres Wirken einen grundlegenden Stellenwert einnehmen würden. Von größter Bedeutung für die Ausprägung der politischen und sozialen Gesinnung Büchners sollten sich rückblickend jedoch die Studienjahre 1831 bis 1833 in der französischen Metropole Straßburg erweisen.

[...]


[1] Vgl. Hauschild, Jan Christoph: Georg Büchner. Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe, Reinbek bei Hamburg 2004, S. 7.

[2] Böhme, Helmut: Vom rückwärts gerichteten Fortschritt: Hessen im Vormärz und Büchner, in: [o.A.]: Büchner. Zeit, Geist, Zeit-Genossen. Ringvorlesung an der Technischen Hochschule Darmstadt im Wintersemester 1986/87 zum 150. Todestag von Georg Büchner, Darmstadt 1989, S. 9-72, hier: S. 13.

[3] Goltschnigg, Dietmar (Hg.): Georg Büchner und die Moderne. Texte, Analysen, Kommentar, Band 1: 1875-1945, S. 11. Ebenso als Rebell bezeichnet ihn Nauheimer, Corinna: Georg Büchner als Rebell. Revolutionäre Ideen während der Studienzeit in Gießen 1833/34. Dissertationsarbeit, Frankfurt am Main 2008.

[4] Grab, Walter: Ernst Ludwig Koseritz, Wilhelm Schulz und Leopold Eichelberg: Revolutionäre Demokraten im Umkreis Georg Büchners, in: [o.A.]: Büchner. Zeit, Geist, Zeit-Genossen. Ringvorlesung an der Technischen Hochschule Darmstadt im Wintersemester 1986/87 zum 150. Todestag von Georg Büchner, Darmstadt 1989, S. 163-195, hier: S. 163.

[5] So sein zeitgenössischer Weggefährte und Freund Wilhelm Schulz zit. nach: Grab, Walter (unter Mitarbeit von T. M. Mayer): Georg Büchner und die Revolution von 1848. Der Büchner- Essay von Wilhelm Schulz aus dem Jahr 1851. Text und Kommentar, Königstein/Ts 1985 (= Büchner-Studie, 1), S. 66.

[6] Schaub, Gerhard: Georg Büchner. Friedrich Ludwig Weidig. Der Hessische Landbote. Texte, Materialien, Kommentar, München/Wien 1976 (= Hanser 202), Vorwort.

[7] H. Mayer zit. nach Böhme: Fortschritt, S. 13.

[8] Schnell, Ralf: Deutsche Literatur von der Reformation bis zur Gegenwart, Reinbek bei Hamburg 2011, S. 339.

[9] Hauschild, Jan Christoph: Das Bild Georg Büchners in der frühen deutschen Arbeiterbewegung, in: Poschmann, Henri (Hg.): Wege zu Georg Büchner. Internationales Kolloquium der Akademie der Wissenschaften (Berlin-Ost), Berlin [u.a.] 1992, S. 234-251, hier: S. 246.

[10] Mayer, Thomas Michael: Büchner und Weidig – Frühkommunismus und revolutionäre Demokratie. Zur Textverteilung des Hessischen Landboten. In: Arnold, Heinz Ludwig (Hg.): Georg Büchner I/II. München 1979 (Text + Kritik. Sonderband), S. 16–298, hier: S. 33.

[11] Anlässlich seines 175. Todestages am 19. Februar 2012 und dem bevorstehenden 200. Geburtstag am 17. Oktober 2013 werden zahlreiche literarische Publikationen erscheinen. Ebenso findet seit Anfang September 2012 bis November 2012 eine Veranstaltungsreihe unter dem thematischen Rahmen ,,Georg Büchner und die Region“ in der KulturRegion FrankfurtRheinMain statt. Vorträge, Lesungen und Stadtspaziergänge führen an Orte und zu historischen Persönlichkeiten, die ganz entscheidend für das Wirken des Dichters und Sozialrevolutionärs Georg Büchner waren.

[12] Ursprünglich wurde dieser Preis an bildende Künstler, Sänger, Dichter und Schauspieler verliehen. Heute ist dieser Preis eine hohe, wenn nicht die höchste Auszeichnung für Schriftsteller und Dichter. Vgl. Schröter, Anika: Große Namen in Darmstadt, Frankfurt am Main 2011, S. 17.

[13] Hauschild: Georg, S. 17.

[14] Vgl. Goltschnigg: Moderne, Band 1, S. 12.

[15] Vgl. Ebd.

[16] Vgl. Schröter: Darmstadt, S. 14.

[17] Einen wunderbaren Überblick über die im Zeitraum von 1977 bis 1980 erschiene Büchner-Literatur bietet Mayer, Thomas Michael: Georg Büchner Literatur 1977-1980, in: Georg Büchner Jahrbuch 1 (1981), S. 319-350. Über die erschienenen Werke im Zeitraum von 1989 bis 1997/1998 berichten Mayer, Thomas Michael/ Schulz, Christian/ Engels, Klaus: Georg Büchner Literatur 1989-1997/1998 (mit Nachträgen), in: Georg Büchner Jahrbuch 9, (1995-1999), 2000, S. 612-668.

[18] Hauschild, Jan Christoph: Georg Büchner. Biographie. Stuttgart 1993.

[19] Mayer, Thomas Michael: Büchner und Weidig – Frühkommunismus und revolutionäre Demokratie. Zur Textverteilung des Hessischen Landboten. In: Arnold, Heinz Ludwig (Hg.): Georg Büchner I/II. München 1979 (Text + Kritik. Sonderband), S. 16–298.

[20] Zu diesen Artikeln zählt der Verfasser vor allem diejenigen von Thomas Michael Mayer, Walter Grab und Eckhart Franz auf. Diese werden im Laufe der Arbeit dem Leser häufiger begegnen.

[21] Verwendet wurde vor allem die edierte Quelle von Dedner, Burghard/ Fischer, Tilman/ Funk, Gerald (Hgg.): Georg Büchners Sämtliche Werke und Schriften. Historisch-kritische Ausgabe mit Quellendokumentation und Kommentar. Briefwechsel, Darmstadt 2012 (= Marburger Ausgabe, Band 10,1). Im Folgenden wird die Abkürzung MA verwendet.

[22] Die Zahl der Ausgaben des ,,Hessischen Landboten“ ist ebenso groß wie der Umfang der diesbezüglichen Literatur. Grundlegend und in dieser Arbeit Berücksichtigung gefunden haben die Werke von Schaub, Gerhard: Georg Büchner. Friedrich Ludwig Weidig. Der Hessische Landbote. Text, Materialien, Kommentar, München 1976 (= Hanser 202) sowie aufgrund umfangreicher Quellenauszüge Enzensberger, Hans Magnus: Georg Büchner- Ludwig Weidig. Der Hessische Landbote. Texte, Briefe, Prozeßakten. Kommentiert von H.M. Enzensberger. Frankfurt am Main 1974 (= Insel Taschenbuch, 51).

[23] Strafgesetzbuch für das Großherzogtum Hessen, nebst den damit zusammenhängenden Gesetzen. Amtliche Handausgabe, Darmstadt 1853.

[24] So sein vollständiger Taufname. Siehe hierzu das Taufprotokoll vom 28. Oktober 1817 in Mayer, Thomas Michael (Hg.): Georg Büchner. Leben, Werk, Zeit. Katalog der Ausstellung zum 150. Jahrestag des „Hessischen Landboten“. Marburg, 3., verbesserte und vermehrte Auflage 1987, S. 19.

[25] Die Ortschaft Goddelau ist heute ein Stadtteil von Riedstadt und liegt in der hessischen Rheinebene zwischen Darmstadt und Worms.

[26] Vgl. Poschmann, Henri: Georg Büchner. Dichtung der Revolution und Revolution der Dichtung, Berlin Weimar 1985, S. 5, Beise, Arnd: Einführung in das Werk Georg Büchners, Darmstadt 2010, S. 16, Schröter: Darmstadt, S. 14. Den historischen Rahmen schildert in kurzen, aber sehr eindringlichen Zügen Eke, Norbert Otto: Büchner und seine Zeit, in: Martin, Ariane (Hg.): Georg Büchner und das 19. Jahrhundert, Bielefeld 2012 (= Vormärz-Studien 22), S. 7- 28.

[27] Empfehlenswert zur Einsicht in das alltägliche Leben eines Soldaten Napoleons ist die Monografie von Mayer, Karl J.: Napoleons Soldaten. Alltag in der Grande Armée. Darmstadt 2008.

[28] Vgl. Büchnerhaus (Hg.): Auf den Spuren der Büchners in Riedstadt. Gedenken zum 175. Todestag und 200. Geburtstag Georg Büchners, Riedstadt 2012, S. 6. Durch den Wiener Kongress von 1815 wurde das Ende der Ära Napoleons besiegelt. Die treibende Kraft zur Durchsetzung der restaurativen Politik war hierbei Fürst von Metternich. Zum Wiener Kongress siehe Kissinger, Henry A.: Das Gleichgewicht der Großmächte. Metternich, Castlereagh und die Neuordnung Europas 1812-1822, Zürich 1986. Zur Person Metternich siehe Siemann, Wolfram: Metternich. Staatsmann zwischen Restauration und Moderne, München 2010, in der der Autor Metternich von dem üblichen Klischee eines Reaktionärs befreit und ihn in einem ganz anderen Betrachtungswinkel erscheinen lässt, sodass der Leser letztlich die Möglichkeit hat, zwischen diesen beiden divergierenden Meinungen bezüglich dieser fürstlichen Persönlichkeit zu abstrahieren.

[29] Vgl. Poschmann: Dichtung, S. 5f.

[30] Ernst Büchner hatte als dienstverpflichteter Feldscher mit holländischen Truppenteilen fünf Jahre lang an den Eroberungszügen der Grande Armée durch Europa teilgenommen. Vgl. Poschmann: Dichtung, S. 6, Böhme: Fortschritt, S. 22 sowie Schröter: Darmstadt, S. 17.

[31] Poschmann: Dichtung, S. 6.

[32] Hauschild: Georg, S. 22, Poschmann: Dichtung, S. 6. Das Unterrichtsniveau im Gymnasium war hierbei erstaunlich, denn bereits die Achtjährigen wurden in Geometrie, Geschichte, Physik, Latein, Griechisch und Französisch unterrichtet, und das von morgens bis nachmittags an sechs Tagen in der Woche. Caroline Büchner erteilte Georg Elementarunterricht im Lesen und Schreiben und evtl. auch im Rechnen und übertrug ihm durch den Akt des Vorlesens auch die Liebe für Märchen, Sagen und Volksliedern. Siehe hierzu Loch, Rudolf: Georg Büchner. Das Leben eines Frühvollendeten. Berlin 1988, S. 27.

[33] Vgl. Böhme: Fortschritt, S. 26.

[34] Vgl. Poschmann: Dichtung, S. 6f. Trotz seiner Offenheit in weltanschaulichen und religiösen Fragen und seiner ,,musterhaft humane[n] Art [in der] Berufserfüllung“, wodurch er laut Franzos die ,,Hochachtung“ all seiner Patienten genoss, war Ernst Büchner allem Anschein nach in der Tat ,,in politischen Dingen nicht bloß loyal und conservativ, sondern stramm reaktionär, von tiefster Abneigung gegen alle liberalen, geschweige denn demokratischen Strebungen“. Siehe Karl Emil Franzos in der Einleitung zu: Georg Büchner´s Sämtliche Werke und handschriftlicher Nachlaß. Erste kritische Gesammt- Ausgabe. Eingeleitet und herausgegeben von Karl Emil Franzos, Frankfurt am Main 1879, S. XIf. Ebenso Loch: Frühvollendeten, S. 17-19.

[35] So wird Georg Büchner nachgesagt, dass er in ,liebender Verehrung´ an ihr hing. Vgl. Böhme: Fortschritt, S. 26.

[36] Vgl. Loch: Frühvollendeten, S. 19.

[37] Franzos: Einleitung, S. XXII. So berichtet Franzos auch, dass Büchner Ungerechtigkeiten abgrundtief hasste und ihn gütige Zurechtweisungen weich gestimmt hätten, wohingegen Strenge ,,wirkungslos an ihm abgeprallt sei“.

[38] Vgl. Böhme: Fortschritt, S. 22f.

[39] So aus einer Rede des Darmstädter Gymnasialdirektors Karl Dilthey vom Herbst 1830 vor Schülern, unter denen sich auch nachweislich Georg Büchner befand. Siehe hierzu Schaub, Gerhard: Georg Büchner und die Schulrhetorik. Untersuchungen und Quellen zu seinen Schülerarbeiten. Bern/ Frankfurt am Main 1975 (= Regensburger Beiträge zur deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft, Bd. 3), S. 13. Ausschnitte aus der Rede sowie ein zeitgenössisches Portrait von Direktor Dr. Dilthey ist bei der Biografie Büchners von Loch: Frühvollendeten, S. 5-7.

[40] In ihrer Dissertation analysiert Lehmann, Susanne: Georg Büchners Schulzeit. Ausgewählte Schülerschriften und ihre Quellen, Tübingen 2005, auf den Seiten 107 bis 165 explizit diese bemerkenswert gute Rede. Ebenso Büchners Schulreden bei Loch: Frühvollendeten, S. 5-9.

[41] Vgl. Beise: Einführung, S. 19. Zur historischen Persönlichkeit Marcus Porcius Cato, genannt Cato der Jüngere, siehe Stein-Hölkeskamp, Elke: Marcus Porcius Cato – der stoische Streiter für die verlorene Republik. In: Hölkeskamp, Karl-Joachim/ Stein-Hölkeskamp, Elke (Hgg.): Von Romulus zu Augustus. Große Gestalten der römischen Republik. München 2000. S. 292–306. Ebenso beweist Büchner in seinem Aufsatz mit dem Titel ,,Helden-Tod“ vom Jahre 1829/1830, dass er jener ,,Vergötterer der Französischen Revolution“ war, als den ihn sein zukünftiger Straßburger Freund Alexis Muston in Erinnerung behalten sollte. Siehe hierzu Fischer, Heinz: Georg Büchner und Alexis Muston. Untersuchungen zu einem Büchner-Fund, München 1987, S. 273.

Details

Seiten
36
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656527428
ISBN (Buch)
9783656531951
Dateigröße
693 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263736
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt – Institut für Geschichte
Note
1,3
Schlagworte
Georg Büchner Grossherzogtum Hessen Gesetzgebung Hessens im Vormärz Hessischer Landbote Revolutionstheorie Straßburger Jugendzeit Französische Revolution Gießener Schwarzen Vormärz Büchners Frühkommunismus Vorkämpfer der sozialen Demokratie

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Titel: Georg Büchner. Die Verehrung eines politischen Verbrechers?