Lade Inhalt...

Lernen mit Bildern im Fremdsprachenunterricht

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 11 Seiten

Didaktik - Deutsch - Deutsch als Fremdsprache

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entwicklung der Relevanz von Bildern im FU

3 Lernen mit Bildern

3.1 Die Bildverarbeitung

3.2 Wie Bilder auf den Lernprozess wirken

4 Einsatz von Bildern im FU

4.1 Voraussetzungen für den Einsatz von Bildern

4.2 Funktionen von Bildern in Lehrwerken

5 Zusammenfassung

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Bilder sind das halbe Leben oder noch viel mehr. Grund genug, die Tatsache anzuerkennen und – mehr noch – sich um die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Lernenden und der Zöglinge, mit Bildern angemessen umgehen zu können, zu kümmern“ (vgl. Schubert, 2006: 11).

Bereits 1986 stellte Allan Paivio in seiner Theorie der dualen Kodierung eine Überlegenheit beim Lernen sprachlicher Informationen in Verbindung mit Bildern im Gegensatz zum Lernen mit rein abstrakten, verbalen Informationen fest, da das Lernen mit bildhaftem Material zu einer höheren Behaltenswahrscheinlichkeit führt (vgl. Martschinke, 2001: 61). Insbesondere im Fremdsprachenunterricht spielen Bilder eine große Rolle, da sie z. B. in Form von Bildergeschichten oder Abbildungen helfen können, das Verständnis von abstrakten Informationen zu erleichtern und somit den Lernprozess zu unterstützen. Bilder stehen jedoch im Lernprozess nie für sich allein, sondern sind immer im didaktischen Gesamtkontext zu betrachten (vgl. Hallet, 2010: 28). Um unterstützen zu können, dürfen sie nicht willkürlich eingesetzt werden, sondern müssen zum Beispiel an das Vorwissen oder an den kulturellen Hintergrund der Lernenden angepasst werden. Dies verdeutlicht die Schwierigkeit Bilder für Lehrzwecke einzusetzen oder auch Lehrwerke zu gestalten. Ziel dieses Literaturberichts ist es, zu Beginn wichtige Aspekte beim Lernen mit Bildern herauszustellen, um anschließend den Einsatz von Bildern im Fremdsprachenunterricht in den Fokus nehmen zu können. Dabei soll als Basis für die weitere Arbeit zunächst die historische Entwicklung des Einsatzes von Bildern im FU skizziert werden (Kapitel 2). Als nächstes sollen dann zentrale Theorien zum Lernen mit Bildern vorgestellt werden. Dabei wird sowohl auf die kognitive Bildverarbeitung bei den Schülerinnen und Schülern als auch den Verlauf des Lernprozesses eingegangen (Kapitel 3). Danach soll der konkrete Einsatz von Bildern im Fremdsprachenunterricht betrachtet werden, wobei notwendige Richtlinien bei der Arbeit mit Bildern sowie Funktionen von Bildern in Lehrwerken diskutiert werden (Kapitel 4). Der Literaturbericht schließt mit Kapitel 5 ab, in dem wesentliche Ergebnisse noch einmal zusammengefasst werden.

2 Entwicklung der Relevanz von Bildern im FU

Das erste bebilderte Fremdsprachenlehrwerk war das „Orbis sensualium pictus“, das durch Johann Amos Comenius im Jahre 1658 veröffentlicht wurde. Neben lateinischen Lesetexten und ihrer muttersprachlichen Übersetzung fanden sich illustrierte Abbildungen darin, um auch das Sehverstehen der Lernenden anzusprechen, damit sie sich auf diese Weise das Gelesene besser einprägen konnte. Dieses Lehrbuch erwies sich zwar als Erfolg, konnte sich aber langfristig nicht im Fremdsprachenunterricht durchsetzen (vgl. Hecke & Surkamp, 2010: 19-20).

Auch die in den 1940er Jahren vorherrschende audiolinguale Methode beschäftigte sich vor allem mit dem Anhören, dem Nachsprechen und dem auswendig Lernen von Dialogen und eröffnete kaum Spielraum für visuelle Kreativität. Die Arbeit mit Bildern wurde sogar als teilweise überholt angesehen (vgl. Hecke & Surkamp, 2010: 21). Erst als sich in den 1960er Jahren die audiovisuelle Methode etablierte, wurde dem Einsatz von Bildern im Fremdsprachenunterricht wieder mehr Beachtung geschenkt, in dem nun häufig über die Präsentation einer Bilderabfolge, bzw. einer Bildergeschichte eingestiegen wurde (vgl. Hecke & Surkamp, 2010: 21 sowie Sturm, 1991: 4-5). Hier war die Anschaulichkeit durch Bilder eine Grundvoraussetzung für das Verstehen und das Üben von Wortbedeutungen. Als exemplarische Lehrwerke für die audiovisuelle Methode können hier „Sprachkurs Deutsch“ und „Fremdsprache Deutsch“ genannt werden.

In der kommunikativen Phase des Fremdsprachenunterrichts, die in den 1970er bis 1980er Jahren praktiziert wurde, kamen noch verstärkter Bilder zum Einsatz, mit dem Ziel, vor allem die Kommunikation über die Bildinhalte in den Fokus zu nehmen (vgl. Hecke & Surkamp, 2010: 21). Als Lehrwerke können hier zum Beispiel „Sichtwechsel“ und „Deutsch Aktiv“ aufgeführt werden. Zu bedenken ist jedoch, dass durch den vielen Einsatz von Bildern (vornehmlich Karikaturen) es zu einer Vernachlässigung der Grammatik sowie der Lese- und Schreibkompetenz kam. Die „Gefahr der Überversorgung mit Bildern“, also einer visuellen Überfrachtung, wie Sturm es kritisch anmerkt, erscheint auch aktuell beim Durchsehen der aufgeführten Lehrwerke berechtigt (vgl. Sturm, 1991: 5). Die sich parallel zur Hochzeit der kommunikativen Methode in den 1980er Jahren entwickelnde interkulturelle Phase nutze Bilder auch zur Initiierung des Lernprozesses, jedoch sollten Bilder nun auch interkulturelle Inhalte vermitteln, wie es zum Beispiel in den Lehrwerken „Sprachbrücke“ und „Stufenkolleg“ gezeigt wird. Ziel des interkulturellen Ansatz war es somit bei den Lernenden – durch den Einsatz von Bildern – Wissen über die Zielkultur zu erarbeiten (vgl. Hecke & Surkamp, 2010: 21-22).

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656520252
ISBN (Buch)
9783656529194
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263282
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Deutsch als Fremdsprache
Note
1,3
Schlagworte
lernen bildern fremdsprachenunterricht

Teilen

Zurück

Titel: Lernen mit Bildern im Fremdsprachenunterricht