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NLP. Bedeutung und Kerntechniken des Neurolinguistischen Programmieren

Studienarbeit 2013 13 Seiten

Soziologie - Kommunikation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis Seite

1. Einleitung

2. Geschichte und Begriffserläuterung

3. Zweck und Bedeutung des NLP
3.1. Möglichkeiten der Verbesserung der Kommunikation
3.2. Anwendungsgebiete

4. Kerntechniken und Schlüsselbegriffe
4.1. Zugangshinweise
4.2. Rapport
4.3. Pacing
4.4. Leading
4.5. Refraiming
4.6. Ankern
4.7. Ressourcen

5. Chancen und Risiken

6. Schluss: Die Lösung meines Problems

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ich versuchte vor ein paar Jahren alles um ein paar Pfunde zu verlieren - Weight Watchers, Kalorien zählen, nur Wasser trinken, FDH - alles! Aber nie konnte ich mehr als ein paar Kilos abnehmen und gut ging es mir nicht dabei. Auf meiner damaligen Arbeitsstelle wurde das natürlich auch gesehen und ich wurde auch angesprochen auf meine schlechte Laune. Ich verlor immer schnell den Mut und ging schnell in den normalen Alltag über. Nach einigen Versuchen fragte mich meine damalige Chefin, was ich denn alles versucht habe und welche Erfolge ich erzielte, sie fragte mich ganz gezielt Dinge, die mich zum Nachdenken brachten und ich kam nach einigen Gesprächen mit ihr zu deutlichen Erfolgen. Meine Chefin war

NLP-Trainerin und schnell hinterfragte ich NLP. Ich informierte mich über diese Methodik, welche Hintergründe hatten meine Erfolge und warum war es auf einmal so einfach meine Ziele zu erreichen? Ich bekam von meiner Vorgesetzten viel Informationsmaterial und meine Denkweise änderte sich in vielerlei Hinsicht. Ich möchte deswegen heut gern diese Studienarbeit darüber schreiben, um kurz und prägnant die Vorteile von NLP zu verdeutlichen, welche Möglichkeiten man hat und was man selbst und in der Beziehung mit anderen erreichen kann.

2. Geschichte und Begriffserklärung

Die Geschichte des NLP begann Anfang der 70er Jahre mit dem jungen Professor für Linguistik, John Grinder, und dem Informatikstudenten Richard Bandler. Sie starteten ein wissenschaftliches Projekt, in dem sie der Frage nachgingen: Warum können einige Menschen auch in schwierigen Situationen Vertrauen und Kontakt zu anderen Menschen aufbauen und manche nicht?1

Zu Beginn des Projektes lernten beide sehr eifrig voneinander und entwickelten dadurch die Grundlage für das Modeling-Konzept, welches sich durch das Bilden und Nutzen von Modellen zum Erlernen von Verhaltensweisen auszeichnete. Nach dieser ersten Phase begannen sie andere Menschen und Situationen zu beobachten und durch verschiedene Rückprüfungen entstanden immer weitere Details dieses Modells. In der letzten Phase versuchten sie das entwickelte Modell an Dritte weiter zu transportieren, die nicht an der Entstehung beteiligt waren, um zu sehen, welche Möglichkeiten es gibt solch ein System zu erlernen.

Für diese Transportzwecke analysierten sie erfolgreiche Kommunikatoren, wie z.B. Virginia Satir, Milton Erickson und Fritz Pearls. Diese Analyse brachte sie zu dem wichtigen grundlegenden Ergebnis, dass das Eingehen auf den Gesprächspartner wichtiger als die Sachaussage war und die Methodik war entstanden: es wurden Abläufe einer wirkungsvollen Kommunikation erkannt und in verschiedene Modelle übertragen, damit auch Dritte dieses Verhalten lernen konnten - sie nannten diese Methode: Neurolinguistisches Programmieren, kurz NLP.2

Die 3 Wortbestandteile verdeutlichen dieses: Neuro steht für die besondere Verbindung zu unseren Sinnen - wahrgenommene Signale werden im Gehirn aufgenommen und gespeichert und sind dann abrufbar, sie formen unser Verhalten und unser Weltbild. Linguistik steht für die Bedeutung der Sprache - sie spiegelt die Art des Denkens wider und ist der Schlüssel zu unseren inneren Vorgängen. Das Wort Programmieren verdeutlicht die Verbindung zur Informatik, die wir im NLP stets wiederfinden. Unser Verhalten ist durch Programme gesteuert und einmal installierte Programme können stets geändert oder ergänzt werden.3

NLP beschäftigt sich also mit der menschlichen Subjektivität und versucht diese in Bezug zur Realität zu setzen. Mit der Erkenntnis des NLP kann jeder Einzelne einen Zugang zu ziel- und lösungsorientierten Veränderungen erlangen und durch die richtige Anwendung der Techniken seine Umwelt besser wahrnehmen, verstehen wie andere denken und fühlen, besser kommunizieren und somit schwere Situationen auch meistern.

3. Zweck und Bedeutung des NLP

3.1. Möglichkeiten der Verbesserung der Kommunikation

„Kommunikation bezeichnet den Austausch von Informationen zwischen zwei oder mehreren Personen, wobei die Mitteilung sprachlich (verbal) oder/und nichtsprachlich (nonverbal) erfolgen kann.“4 Die Basis der zwischenmenschlichen Beziehungen ist die Kommunikation und ca. 55% unserer Kommunikation läuft allein über die nonverbalen Zeichen. Genau hier setzt NLP an: Die Wahrnehmung spielt eine zentrale Rolle im NLP. Wir nehmen mit Hilfe unserer 5 Sinne unsere Umwelt wahr: sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken und unsere Wahrnehmung bestimmt, welche Informationen wir aufnehmen und welche Informationen im Gedächtnis gespeichert werden.

Die Wahrnehmung ist von Person zu Person unterschiedlich und somit hat jeder individuell sein eigenes Weltbild, welches sich in der Kommunikation stets ausdrückt. NLP gibt einen Werkzeugkoffer, um genau diese Wahrnehmung von anderen Individuen zu verstehen und somit eine effizientere Kommunikation durch ein besseres Verständnis des Gesprächspartners zu fördern. NLP lehrt Kommunikationsprozesse besser zu verstehen und seine eigenen Ressourcen besser zu nutzen und seine Ziele wirksamer zu erreichen durch das Bewusstmachen bisher unbekannter Fähigkeiten. Durch das Erlernen von Konfliktlösungen in einer Streitsituation wird die Teamarbeit verbessert, Hinweise werden besser erkannt im Umgang mit Gesprächspartnern und die Interaktionen können somit besser abgestimmt werden und nonverbale Botschaften besser angelegt werden. Fragetechniken werden dargestellt, um die eigenen Gesprächsintentionen näher zu bringen und NLP zeigt auf, wie wir unsere Sprache besser gebrauchen können.5 Durch den sicheren Gebrauch von NLP kann die Kommunikation somit um ein vielfaches verbessert und ausgeweitet werden und erlangt neue Maßstäbe.

3.2. Anwendungsgebiete

War das entstandene Modell ursprünglich für psychotherapeutische Zwecke gedacht, breitete es sich jedoch rasch in verschiedene Bereiche aus. NLP erlaubt es, Strukturen und Verhaltensmuster mit unterschiedlichen Inhalten zu füllen und somit wurde die Methodik in allen Bereichen der Kommunikation, der Konfliktbearbeitung, der Beratung, der Organisationsentwicklung, des Verkaufs und weiteren genutzt.6

Im Gesundheitswesen beispielsweise hängt der Erfolg einer Behandlung heutzutage neben den fachlichen Fähigkeiten stärker von dem Einsatz der Helfer und der Kommunikation mit den Patienten ab, durch bestimmte Methoden kann eine harmonische und kooperativere Beziehung zu den Patienten aufgebaut werden. In der Wirtschaft wird NLP als Werkzeug für Führungskräfte genutzt, um spezielle Fertigkeiten zu erlangen mit Menschen umzugehen, die die Welt anders sehen als man selbst. Durch Phobie-Techniken können im Bereich der Psychotherapie tiefsitzende Ängste erfolgreich gelöst werden und in der Erziehung eines Kindes kann durch aufmerksames Zuhören und Beobachten ein effektiveres Lernen erreicht werden durch die folglich bessere Unterstützung.

Auch im Bereich des Gerichtswesens kann durch die verfeinerte Wahrnehmung von nonverbalen und verbalen Elementen eine bessere Lösung von Konfliktsituationen herbeigeführt werden. Wir finden noch viele weitere Bereiche, in der die Methoden von NLP erfolgreich genutzt werden können, z.B. im Unterricht, in der Beratung, im Coaching oder in der Persönlichkeitsentwicklung.7

4. Kerntechniken und Schlüsselbegriffe

4.1. Zugangshinweise

Im NLP nutzt man für den Aufbau des Kontakts und das Verständnis des Gegenübers Zugangshinweise zu seinem Repräsentationssystem. Durch das Repräsentationssystem des Gesprächspartners kann erkannt werden, über welche Sinneswahrnehmungen Informationen aufgenommen und Erfahrungen abgerufen werden.

In dieser Methodik bezeichnet man das menschliche Sinnessystem mit dem Kürzel V.A.K.O. V steht für visuell (sehen), A für auditiv (hören), K für kinästhetisch (fühlen) und O für olfaktorisch-gustatorisch (riechen und schmecken). Dieses Kürzel „ist der knappe und prägnante Ausdruck für den gesamten Ablauf umfassender Nachfrage und Wahrnehmung.“8 Man versucht durch verschiedene Zugangshinweise Rückschlüsse auf das System des Gesprächspartners zu ziehen, um genau diesen Kanal auch zu nutzen, um die Kommunikation so effektiver zu gestalten. Man betrachtet dazu die Augenmuster und das Sprachverhalten. Bandler und Grinder fanden heraus, dass die Augenstellung Hinweise darauf gibt, welche inneren Prozesse ablaufen und durch welche Sinneswahrnehmungen die dabei verwendeten Informationen geprägt sind. Sie unterschieden 6 Augenstellungen:

- Augen oben rechts: innere Bilder werden aus Gedächtnis abgerufen:
- Augen oben links: Konstruktion von Bildern
- Augen Mitte rechts: Erinnerung an Töne:
- Augen Mitte links: Konstruktion von Tönen
- Augen unten rechts: Mensch befindet sich im inneren Dialog:
- Augen unten links: gefühlsmäßiges Erleben einer Szene9

[...]


1 vgl. hierzu Birker 1997, S. 11

2 vgl. hierzu Birker 1997, S. 12

3 vgl. hierzu Birker 1997, S. 13 f.

4 Köck & Ott 1994, S. 213

5 vgl. hierzu Simon, Walter 2004, S. 81

6 vgl. hierzu Birker 1997, S. 14 f.

7 vgl. hierzu DVNLP e.V. 2009, S. 11-15

8 Birker 1997, S. 43

9 vgl. hierzu Birker 1997, S. 46-48

Details

Seiten
13
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668288027
ISBN (Buch)
9783668288034
Dateigröße
423 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v263009
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH Campus Berlin
Note
1,7
Schlagworte
NLP Neurolinguistisches Programmieren Kommunikation Wirtschaftspsychologie Studienarbeit

Autor

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Titel: NLP. Bedeutung und Kerntechniken des Neurolinguistischen Programmieren