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Reality TV. Realitäten der Medialen Fernsehwelt

Ein Vergleich Niklas Luhmanns und Angela Kepplers

Seminararbeit 2011 36 Seiten

Soziologie - Medien, Kunst, Musik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Reality TV?
1. Begriffsklärung
2. Geschichtliche Entwicklung
3.. Charakteristika

3. Mediale Realitätskonstruktion bei Niklas Luhmann
1. Das Massenmedium bei Niklas Luhmann
2. Realität und ihre Verdopplung
3. Massenmedien und ihr Umgang mit Realität

4. Mediale Realitätskonstruktion bei Angela Keppler
1. Realitätserzeugung durch Massenmedien
2. Massenmedien in der sozialen Gegenwart
3. Beeinflussung der Realität durch Massenmedien

5. Ein Vergleich der medialen Realitätskonstruktion bei Niklas Luhmann und Angela Keppler

6. Wie würden Niklas Luhmann und Angela Keppler mit Reality TV umgehen?
1.. Angela Keppler und Reality TV
2.. Niklas Luhmann und Reality TV

7. Schluss

8. Quellenangaben

1. Einleitung

Im Umgang mit dem Medium Fernsehen wird immer wieder deutlich, dass sich die Art und Anzahl der Programme über die Jahre verändert hat. Wo noch vor 30 Jahren zur Prime Time das Musikantenstadel oder ein Heimatfilm über den Bildschirm flimmerte, sieht man sich heute „Wer wird Millionär“, „Bauer sucht Frau“ oder „Germany’s next Topmodel“ an.

Dieser Wandel wurde auch in der Kommunikationswissenschaft und der Soziologie bemerkt worden. Der vor allem in den 1990er Jahren prägend gewordene Begriff des Reality TVs, im deutschen Sprachraum auch „Realitätsfernsehen“ genannt, spielt hierbei eine große Rolle. So haben sich Kommunikationswissenschaftler und Soziologien wie Jürgen Grimm, Elisabeth Klaus, Stephanie Lücke, Claudia Wegener oder auch Angela Keppler verstärkt mit dem Phänomen dieser „realen“ Programmform auseinander gesetzt. Doch auf eine gemeinsame Definition dieses noch recht jungen Genres konnten sich diese Wissenschaftler nicht einigen. In der folgenden Arbeit wird sich die Definition Jürgen Grimms als hilfreich erweisen. Er sieht Reality TV als „Programmform, die mit dem Anspruch auftritt, Realität im Sinne der alltäglichen Lebenswelt anhand von Ereignissen darzustellen, die das Gewohnte der Alltagsroutine durchbrechen“ (Grimm 2008, S.80f.). Hierbei benutzt Grimm den vor allem von den Soziologen Alfred Schütz und Jürgen Habermas geprägten, in der Philosophie durch die Phänomenologie Edmund Husserls entwickelten Begriff der Lebenswelt. Wichtig im Zusammenhang mit dem hier zu behandelnden Realitätsfernsehen ist, dass der Begriff der Lebenswelt wiederkehrende Erfahrungen in Beruf und Familie oder auch einmalige Erlebnisse wie Heirat, Geburt, Krankheit oder Tod beinhaltet. Denn eben diese Ereignisse stehen im Mittelpunkt des Reality TVs. Es wird so der „normale“ Mensch in seinem „normalen“ Alltag, in dem aber besondere Dinge geschehen, gezeigt. Daher präsentiert das Realitätsfernsehen nicht die Wirklichkeit als Ganzes, sondern zeigt den Alltag in Ausnahmesituationen.

Doch hier stellen sich nun die folgenden Fragen: Was ist die „Wirklichkeit“? Was heißt Realität? Wie kommt diese zustande? Und damit verbunden: Wie geht eine Programmform wie Reality TV mit Realität um, bzw. konstruieren die Medien eventuell ihre eigenen Realitäten? Dies sind die Fragen, mit denen sich diese Arbeit im Weiteren beschäftigt.

Da Niklas Luhmann, als einer der großen Soziologen unserer Zeit, sich eingehend mit dem Thema Realität und deren Konstruktion beschäftigt hat, wird dieser als Vergleich zu Angela Keppler, deren Wurzeln in der Kommunikationswissenschaft liegen und die sich intensiv mit Reality TV auseinander gesetzt hat, heran gezogen. Doch zunächst ist zu klären, was sich hinter dem Begriff des Reality TVs verbirgt, wie diese Programmform zustande kam und welche Charakteristika sie aufweist. Im Weiteren ist näher auf Niklas Luhmanns Konstruktivismus, den Begriff des Massenmediums bei Luhmann und seine Sicht auf Massenmedien und ihren Umgang mit Realität einzugehen. Auch ist zu betrachten, wie Angela Keppler die massenmediale Realitätserzeugung beschreibt, wie Massenmedien sich in der sozialen Gegenwart zeigen und wie diese nach Ansicht Kepplers die Realität beeinflussen. Da die beiden Wissenschaftler gewisse Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede aufweisen, schließt sich ein Vergleich der medialen Realitätskonstruktion an. Abschließend wird Bezug auf Luhmanns und Kepplers Umgang mit Reality TV genommen.

2. Was ist Reality TV?

1.. Begriffsklärung

Der Begriff stammt ursprünglich aus den USA und hat sich aus „reality based stories“ entwickelt, da er zunächst nur für nachgestellte Geschichten verwendet wurde, die auf einem wahren Ereignis beruhen. Das deutsche Äquivalent ist das „Realitätsfernsehen“.

„Mit dem Begriff ‚Reality TV’ bezeichnen wir eine im deutschen Fernsehen verstärkt seit Beginn der 90er Jahre verbreitete Fernsehgattung, die in ihrer Form Elemente mehrerer anderer Gattungen, wie der Serie und der Dokumentation, aufweist“ (Klaus / Lücke 2003, S.196). Dabei versteht man unter der Bezeichnung „Gattung“ die Fernsehsendung nach ihrer Form, die sich in verschiedene Unterkategorien, die sogenannten Genres unterteilen lässt. Es handelt sich also um nachgestellte Szenen, die auf wahren Gegebenheiten beruhen und als Mittelpunkt den „Alltag von Durschnittszuschauern“ (Grimm 2008, S.80f.) aufzeigen. Man kann daher von einer „Verlebensweltlichung der Medien“ (ebd.) sprechen. So suchen die Zuschauer nach relevanten Informationen für ihr Alltagsleben. Dies ermöglich es dem Realitätsfernsehen nicht die Wirklichkeit als Ganzes, sondern den Alltag in Ausnahmesituationen zu zeigen.

Der seit Mitte der 1990er Jahre prägende Begriff „Reality TV“ wird facettenreich gedeutet und in verschiedenen Ausprägungen und Auslegungen behandelt. Dennoch ist sich die Wissenschaft einig, dass es sich bei Reality TV um tatsächliche Ereignisse, die nachgestellt oder von Augenzeugen durch Videoaufnahme aufgezeichnet werden, handelt (vgl. Wegener 1994, S.15ff).

Nach Wegener zeigen sich im Programmformat des Realitätsfernsehens folgende vier Merkmale: „Realereignisse werden entweder wirklichkeitsgetreu nachgestellt oder durch originales Filmmaterial dokumentiert. Die Ereignisse haben in erster Linie keinen (oder nur selten) unmittelbaren Bezug zu aktuellen, gesellschaftlich-relevanten Themen. Die Ereignisse zeigen im Wesentlichen Personen, die entweder psychische und/ oder physische Gewalt ausüben und/ oder erleiden. Die einzelnen Beiträge thematisieren verschiedene Ereignisse, die in keinem unmittelbaren Zusammenhang miteinander stehen“ (Wegener 1994, S.17). Diese Charakterisierung ist häufig in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Reality TV zu finden und kann somit als relevant angesehen werden.

2.. Geschichtliche Entwicklung

Unterhaltungssendungen, wie fiktionale Sendungen, Sportsendungen, Talk- und Quizshows etc., waren schon immer beim Fernsehpublikum beliebt. In den 50er- und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts war das Fernsehprogramm vor allem geprägt von großer musikalischer Abendunterhaltung nach dem Muster der bunten Abende. Typisch hierfür ist die in der DDR beliebte Sendung „Ein Kessel Buntes“, die bis zum Zusammenbruch des Staates ausgestrahlt wurde. Vor allem in den 50er Jahren waren Rate- und Gewinnspiele beliebt, während ihnen in den 1960ern große Unterhaltungsshows, wie „Spiel ohne Grenzen (1965 in der ARD ausgestrahlt) oder „Der goldene Schuss“ (1964 im ZDF ausgestrahlt) als erste interaktive Fernsehshow, den Rang abliefen. Auch in der 1970er Jahren war der Trend der Fernsehunterhaltung dominant, bis in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts neue Formen der Unterhaltungsshows aufkamen. Durch die neu entstandene Konkurrenz von öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Sendern erhielten verhaltensorientierte Shows in den 1990er Jahren mehr Tragweite. Hierbei handelte es sich um Single-, Beziehungs- oder leistungsorientierte Spielshows, wie die „100.000 Mark Show“. Schließlich spielte jedoch Leistung eine immer geringere Rolle und die Präsentation der Kandidaten als einfache, authentische Menschen, die sich im Setting der Show verhalten müssen (vgl. Mikos 2000, S.161-176), trat in den Vordergrund. Verhaltensorientierte Shows wie „Big Brother“, „Inselduell“ oder auch tägliche Talkshows wie „Britt“ werden zunehmend wichtiger. Sie holen den Alltag und die Realität der Kandidaten in die Sendung und wirken sich wiederum auf dessen Alltag aus. In der Sendung werden die Kandidaten in eine Situation gebracht, die zur Ausstrahlung im Medium inszeniert wurde und in der die Kandidaten gemeinsam handeln müssen.

Der Trend geht dahin, dass der Anteil der fiktionalen Handlung zugunsten der nicht-fiktionalen Handlung abnimmt. So wird Information immer mehr zur Unterhaltung, wodurch die traditionelle, strikte Trennung von Unterhaltung und Information aufgelöst wird und parallel dazu die lebensweltlichen Perspektiven immer stärker betont werden.

Die meisten deutschen Sendungen haben ihr Vorbild in amerikanischen Sendungsformaten gefunden. In Amerika ist es weit verbreitet, dass Fernsehjournalisten mit FBI-Agenten und Polizeidienststellen zusammen arbeiten. Die Behörden zeigen sich wohl vor allem deshalb kooperativ, weil sie sich mehr Zusammenarbeit mit der Bevölkerung durch eine bessere mediale Präsentation erhoffen. Es gibt aber auch hier wie im deutschen Fernsehen, Amateurfilmer und Laien. Generell zeigt sich in Europa, dass die Sendungen keine reinen Kopien ihrer amerikanischen Brüder sind, sondern, dass immer neue Varianten entstehen. Die amerikanischen Vorbilder werden entschärft und an die spezifisch nationalen, sozialen, kulturellen und historischen Kontexte der jeweiligen Länder angepasst.

3.. Charakteristika

Stephanie Lücke hat in ihrem Werk „Real Life Soaps – Ein neues Genre des Reality TV“ (Münster 2002) einen Kriterienkatalog (vgl. Lücke 2002, S.52-61), auf den hier Bezug genommen wird, erstellt.

Erstens muss es sich um „ normale Menschen“ (ebd., Hervorh. durch d. Verf.) handeln; es dürfen daher keine Schauspieler oder Prominente auftreten. Dies rechtfertigt wohl auch den Begriff des Reality TVs.

Als zweites spricht Lücke von der „ Personalisierung“ (ebd., Hervorh. durch d. Verf.). Diese erzeugt einen Eindruck von Authentizität. Dabei wird eine Echtheit vermittelt und eine emotionale Nähe erzeugt, was die Identifikation der Zuschauer mit den Personen im Fernsehen vereinfacht. Indem die Protagonisten angenommen oder abgelehnt werden, entsteht, so Lücke, ein sozialer Vergleich der Zuschauer mit ihnen. Außerdem werden intime Details und Gefühle veröffentlicht. Zum Teil hat der Zuschauer die Möglichkeit selbst in das weitere Geschehen durch Interaktion einzugreifen und so den Fortgang der Sendung mitzubestimmen. Auf diese Weise wird sowohl die Glaubwürdigkeit als auch die emotionale Nähe zu den Protagonisten gesteigert. Claudia Wegener bezeichnet dies weniger positiv als „Einbruch der Öffentlichkeit in ihr Privatleben“ (Wegener 1994, S.53) und betont, dass je stärker sich der Zuschauer mit dem Milieu des Handelnden identifizieren könne, desto stärker fühle er sich mit dem Protagonisten verbunden (vgl. Wegener 1994, S.60).

Als drittes Charakteristikum führt Lücke die sogenannte „ Emotionalisierung“ (Lücke 2002, S.52-61, Hervorh. durch d. Verf.) an. Hier geht es vor allem darum, dass Laien ihre Geschichte emotional widerspiegeln und sich deren Emotionen auf die Zuschauer überträgt, was durch gefühlvolle Musik, Großaufnahmen der betroffenen Person und Zeitlupenaufnahmen verstärkt wird. Dies fördert eine weitere Identifikation.

Die „ Intimisierung“ (ebd., Hervorh. duch d. Verf.) gilt als viertes Charakteristikum. Hier wird Privates in die Öffentlichkeit gerückt und durch eine starke Verkürzung der Geschichte werden Stereotypen benutzt.

Damit schließt das fünfte Charakteristikum an, die „ Stereotypisierung“ (ebd., Hervorh. durch d. Verf.). Auch hier spielt die Kürze der Zeit eine große Rolle und, um stärkere Emotionen bei den Zuschauern zu wecken, müssen komplexe Zusammenhänge reduziert werden. Dies wird auch von Claudia Wegener unterstützt (vgl. Wegener 1994, S.76ff). Sie zeigt dabei ein dominantes Motto des Reality TV auf: „Wer einschaltet weiß, was ihn zu erwarten hat“ (Wegener 1994, S.78).

Um die Spannung weiter zu erhöhen wird ein weiteres Element genutzt, die „ Dramatisierung“ (ebd., Hervorh. durch d. Verf.). Sie wird vor allem beim gewaltzentrierten Reality TV benutzt und bedient sich Mittel wie „’Living-Camera’, (...), spannungssteigernder Musik, schnellen Schritten, überraschende Szenenwechsel, möglichst dramatische Darstellung der Ereignisse“ (Lücke 2002, S.56). Prägend ist auch der Live-Charakter, da meistens eine Live-Inszenierung zumindest vorgetäuscht wird.

Dies geht mit dem achten Charakteristikum, der „ Mischung von Fiktion und Realität “ (Lücke 2002, S. 56-61, Hervorh. durch d. Verf.), einher. Denn Fernsehen ist für viele Menschen immer noch das glaubwürdigste Medium und Reality TV hat den Anspruch Realität abzubilden. Dabei benutzt es aber auch fiktive, dramaturgische Mittel. Somit ist Realitätsfernsehen, trotzdem es fiktionale Elemente enthält, im non-fiktionalen Bereich anzusiedeln.

Das neunte Charakteristikum wurde bereits in Kapitel 2.2 angesprochen. Hierbei handelt es sich um die Unterscheidung von „ Information und Unterhaltung“ (ebd., Hervorh. durch d. Verf.). Reality TV enthält viele unterhaltende Aspekte und wird deshalb nicht mehr der Information zugeordnet.

Als zehntes und letztes Charakteristikum führt Lücke die Begriffe „ Authentizität und Inszenierung“ (ebd., Hervorh. durch d. Verf.) an. Authentizität wird im Reality TV dadurch erzeugt, dass unprominente Menschen wahre Geschichten vor der Kamera erzählen, während die Inszenierung durch die Dramaturgie entsteht. So ist Reality TV für Lücke eine „Teil-Inszenierung“ (Lücke 2002, S.61) von Ereignissen.

Dieser Kriterienkatalog dient dazu das Genre des Reality TVs in der Vielzahl der Programme und Sendungen zu erkennen. Er zeigt außerdem die Vielschichtigkeit der teils banal wirkenden Sendungen und lässt erahnen, welche Gedankengänge und Ideen hinter den einzelnen Programmformaten stehen.

3. Mediale Realitätskonstruktion bei Niklas Luhmann

1.. Das Massenmedium bei Niklas Luhmann

„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“ (Luhmann 2004, S.9). So beginnt Niklas Luhmann sein Werk „Die Realität der Massenmedien“ (Wiesbaden, 2004) und es ist unschwer zu erahnen, welche Rolle die Massenmedien im Laufe seiner weiteren Auseinandersetzung mit Realität und deren Konstruktion spielen. So spricht er gleich zu Beginn von einem „Manipulationsverdacht“ (ebd.), der aber keine Konsequenzen nach sich ziehe, da das Wissen der Massenmedien sich selbst reproduziere und sich selbst verstärke (vgl.ebd.). Für ihn ist die Erscheinung von Massenmedien ein „Effekt der funktionalen Differenzierung der modernen Gesellschaft“ (Luhmann 2004, S.10) und Massenmedien sind somit nur ein Funktionssystem der modernen Gesellschaft unter vielen anderen. Eine kurze Erläuterung des Systemgedankens Luhmanns findet sich in Kapitel 3.2.

Luhmann definiert Massenmedien als „alle Einrichtungen der Gesellschaft, die sich zur Verbreitung von Kommunikation technischer Mittel der Vervielfältigung bedienen“ (ebd.). Damit schließt er Bücher, Zeitschriften, „photografische und elektronische Kopierverfahren aller Art“ (ebd.) und „Kommunikation über Funk“ (ebd.) ein, während er „Vorträge, Theateraufführungen, Ausstellungen, Konzerte“ (ebd.) kategorisch ausschließt, nicht aber die Verbreitung der Aufführungen über Filme und Disketten. Denn „erst die maschinelle Herstellung eines Produkts als Träger der Kommunikation – aber nicht schon Schrift als solche – [hat] zur Ausdifferenzierung eines besonderen Systems der Massenmedien geführt“ (Luhmann 2004, S.11). Weiter begründet er: „[die] Verbreitungstechnologie (...) konstruiert selber nur ein Medium, das Formenbildung ermöglicht, die dann, anders als das Medium selbst, die kommunikativen Operationen bilden, die die Ausdifferenzierung und die operative Schließung des Systems ermöglicht“ (ebd.). Für ihn sind Massenmedien also stets an eine technische Dimension gekoppelt, die sie erst zu diesen werden lässt. So ist für Luhmann Schrift alleine noch kein Massenmedium, ein Buch oder eine Zeitschrift, die gedruckt und verkauft wird, allerdings schon. Denn eben diese maschinelle Produktion und die damit verbundene Verbreitung haben erst zur Entstehung und Verbreitung von Massenmedien geführt.

Bei massenmedialer Kommunikation gibt es „keine Interaktion unter Anwesenden zwischen Sender und Empfänger“ (Luhmann 2004, S.11), da diese durch ein technisches Gerät, beispielsweise ein Radio oder einen Fernseher, unterbrochen wird. Massenmediale Kommunikation findet also durch Hören, Lesen, Sehen und Verstehen statt. Hierbei handelt es sich somit um eine asymmetrische Kommunikation.

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Details

Seiten
36
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656514084
ISBN (Buch)
9783656514497
Dateigröße
616 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v262906
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Institut für Soziologie
Note
1,0
Schlagworte
Mediensoziologie Niklas Luhmann Reality TV Angela Keppler Medien Soziologie Fernsehen

Autor

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Titel: Reality TV. Realitäten der Medialen Fernsehwelt