Lade Inhalt...

Möglichkeiten und Grenzen der Produktionsverlagerung ins Ausland in der Modebranche

Eine kritische Betrachtung

Hausarbeit 2013 21 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Modebranche
2.1 Definition der „Mode“
2.2 Textile Kette
2.3 Produktlebenszyklus

3. Die Produktionsverlagerung ins Ausland
3.1 Globalisierung
3.2 attraktive Produktionsstandorte
3.3 Entwicklung Chinas als Produktionsstätte
3.4 Gründe der Verlagerung
3.5 Möglichkeiten
3.6 Gefahren und Risiken

4. Die Konsequenzen
4.1 Rückverlagerung
4.2 Global Player

5. Schluss

6. Literaturverzeichnis

7. Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist durch eine differenzierte und relativ stark schwankende Nachfrage gekennzeichnet, wodurch die Wichtigkeit dieser Industrie ersichtlich wird, flexibel und anpassungsfähig zu sein.

Die geforderte Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an die sich schnell verändernden Marktbedingungen zeigt, wie wichtig die richtige Produktionsstandortentscheidungen sind, denen die Unternehmen ausgesetzt sind.

Denn eine hohe Anpassungsfähigkeit wird entweder durch eine kostengünstige Produktion oder durch die Vertikalisierung erreicht, da somit – wenn auch auf jeweils verschiedenen Wegen – Kosten eingespart werden können.

In der vorliegenden Arbeit wird jedoch hauptsächlich auf die Produktionsverlagerung ins Ausland eingegangen. Einerseits wird geschildert, für welche Produktionsstandorte sich Unternehmen entscheiden und weshalb sie den Schritt einer Produktionsverlagerung wagen.

Des Weiteren wird untersucht, was die Möglichkeiten aber auch die Grenzen einer solchen Verlagerung sind.

Eine Produktionsverlagerung ins Ausland bedarf reichlicher Überlegung und die Gründe müssen gut durchdacht sein.

Es wird zudem auch gezeigt, inwiefern sich die Globalisierung auf die Bekleidungsindustrie auswirkt und welche Konsequenzen eine solche Verlagerung mit sich bringt.

2 Die Modebranche

Schnelligkeit, Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft zeichnen die Modebranche aus. Denn aufgrund der Kurzlebigkeit der Trends und schnellen Saisonwechseln ist ein hohes Maß an Flexibilität gefordert.

Das Ziel der Modebranche ist es, auf den wachsenden Märkten präsent zu sein und die weltweite Öffnung der Märkte zu erreichen.

2.1 Definition der „Mode“

Der Begriff der Mode wird oft mit dem Begriff „Haute Couture“ ( Designermode ) assoziiert, der Begriff stammt von dem französischen Wort für eine hohe Schneiderkunst. Die Kleider der „Haute Couture“ sind exklusive Produkte, die der Designer als Einzelexemplar aus den hochwertigen Stoffen und Accessoires, sowie auch nach individueller Bestellung der Kunden anfertigt [1] . Die Zahl der Konsumenten dieser Produkte ist gering, weil die Demokratisierung der Lebensweise die Anzahl der Kunden dieser Sparte verringert hat. Zudem ist die Mode heute im Alltag sehr präsent und jeder will sich modisch kleiden können, wodurch sich die Modemacher den Bedürfnissen ihrer Kunden anpassen mussten und somit kostengünstigere aber dennoch modische Stücke anfertigten. Die Mode der sechziger Jahre durchlebte einen Richtungswechsel von elegant und schick zu sportlich-unkomplizierter Kleidung nach dem Motto „ready-to-go“. Dieser Richtungswechsel hat die Modebranche zu einer auch für die breite Masse zugänglichen Branche gemacht. Die Hersteller der Modewaren erhalten ihren Hauptunternehmensgewinn aus den Produkten der Klasse „prêt-a-porter“, was soviel wie „bereit zum Tragen" bedeutet. Die Fertigkleidung ist deutlich billiger als „Haute Couture“ und wird in großem Ausmaß für den Verkauf in Geschäften hergestellt. [2] Heutzutage gehören auch Uhren und Autos, aber genauso der Lebensstil und die Lebensmittel zu dem Begriff der Mode. Gleichzeitig erweitert sich die Reihe der modischen Produkte mit den Waren, die mit erhöhter Publizität verbunden sind. Daher können in der heutigen Gesellschaft als Modeprodukte im weiteren Sinne fast alle Waren des persönlichen Gebrauchs betrachtet werden. Die Modebranche bestimmt somit das Bild von modischen Produkten, um dann durch die Produktion und den Vertrieb den Kundenbedarf an diesen Produkten zu sättigen.

Die Modebranche muss sich zudem dem ständigen Wandel des Lifestyles und vor allem auch den Trends der jeweiligen Saison anpassen.

2.2 Textile Kette

Die Herstellung von Textilien und Bekleidung steht am Anfang der textilen Kette. Diese Herstellung wird in drei Industrien unterteilt. Die Chemiefaserindustrie kümmert sich um die Herstellung von Textilhilfsmitteln und textilen Rohstoffen, die Textilindustrie verarbeitet und veredelt diese textilen Rohstoffe und die Bekleidungsindustrie beschäftigt sich mit dem Konfektionieren der in der Textilindustrie verarbeiteten und veredelten Textilien.

Somit ist die textile Kette eine Aneinanderreihung der einzelnen Stufen im textilwirtschaftlichen Produktions- und Verteilungsprozesses. [3]

Durch den Strukturwandel in der Textil- und Bekleidungsindustrie entstand dann auch der Differenzierungsdruck aufgrund des immer stärker werdenden Wettbewerbs für die einzelnen Unternehmen. Durch diesen Differenzierungsdruck entwickelte sich dann auch der Begriff der Vertikalisierung, was allgemein die „Integration vor- oder nachgelagerten Stufen des Wertschöpfungsprozesses“ [4] in der gesamten textilen Kette bedeutet. Die Arbeitsteilung der textilen Kette wird in die grundlegende Produktion von Rohstoffen, die Produktion von Textilien und auch in die Vermarktung über Groß- und Einzelhändler aufgeteilt.

Vertikale Unternehmen nehmen Einfluss auf die Entwicklung der Produkte, auf die Sortimentszusammenstellung und den Vertrieb.

Somit gibt es keinen Zwischenhandel und deshalb fallen auch beispielsweise die Show-Rooms weg und die Kollektionen müssen nicht auf Fachmessen präsentiert werden.[5]

2.3 Produktlebenszyklus

Der Produktlebenszyklus beschreibt das typische Leben eines Produktes am Markt, also vom Markteintritt bis zum Ausscheiden aus dem Markt. Der Produktlebenszyklus wird in fünf unterschiedliche Phasen unterteilt: In die Einführungsphase, die Wachstumsphase, die Reifephase, die Sättigungsphase und schließlich in die Degenerationsphase.

In der nachfolgenden Abbildung erkennt man, wie sich das Produkt in den einzelnen Phasen entwickelt und verhält.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abb.1: http://www.economics.phil.uni-erlangen.de/lehre/bwl-archiv/lehrbuch/kap2/prodzy/prodzy.pdf , abgerufen am: 15.04.2013)

Die einzelnen Produktlebenszyklusphasen sind für die Entscheidung einer Produktionsverlagerung von Bedeutung, denn die Standortfaktoren werden in jeder Phase unterschiedlich gewichtet.

In der Einführungs- aber auch der Wachstumsphase werden Innovationen erzielt. In dieser sogenannten Innovationsphase entwickelt sich das Produkt, wodurch noch nicht eindeutig feststeht, welche Standortfaktoren für die Produktion wichtig sein werden. Dadurch finden diese forschungs- und entwicklungsintensiven Phasen dort statt, wo man qualifiziertes und technisches Personal findet. In dieser Innovationsphase müssen die Unternehmen flexibel und schnell auf Marktbedürfnisse und Konkurrenten eingehen können. Demzufolge zählen für Unternehmen in dieser Phase technisch hoch entwickelte Länder zu den attraktiveren Produktionsstandorten.

In der Reifephase hat das Unternehmen mit dem Produkt seine Marktpräsenz ausgebaut und dadurch lassen sich die optimalen Standortfaktoren erkennen. Die Produktion wird zum Schwerpunkt und deshalb wird ein Augenmerk auf ungelernte Arbeitskräfte gelegt und vorzugsweise auch auf ein niedriges Lohnniveau. Dennoch muss das Unternehmen eine ideale und langfristige Unternehmensstrategie ausarbeiten, wodurch eine Verlagerung in Entwicklungsländer oft noch nicht angebracht ist, da das Management erst noch Kapitalinvestitionen, wie beispielsweise in Maschinen, planen muss.

Erst nach Reifephase sind die Produktionsprozesse und auch die Produkte standardisiert, deshalb wird die Kostenersparnis zu einem der Hauptstandortfaktoren. Infolge dessen steigt die Bedeutung an ungelernten Arbeitskräften in einem Land mit niedrigem Lohnniveau stark.

Dadurch verlagern viele Unternehmen kurz nach der Reifephase ins Ausland, da nur durch diese Verlagerung eine Kostenersparnis im Bereich der Produktion erzielt werden kann.

Somit haben alle Länder einen unterschiedlichen Stellenwert in den Produktionszyklusphasen, wobei zu beachten ist, dass die Einteilung der Produktionsstandorte in die einzelnen Länder eine allgemeine Erklärung ist. [6]

[...]


[1] vgl. Schütte, Stefanie: Die 101 wichtigsten Fragen, C.H.Beck, o.O, 2011, S. 16ff.

[2] vgl. Schütte, Stefanie: Die 101 wichtigsten Fragen, C.H.Beck, o.O, 2011, S. 18, 49ff.

[3] vgl. Schneider, André: Dissertation über die Internationalisierungsstrategien in der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, Technische Hochschule Aachen, 2003, S.78

[4] Riekhof, Hans-Christian: Retail Business in Deutschland – Perspektiven, Strategien, Erfolgsmuster, Gabler Verlag, 2. Auflage, Wiesbaden, 2008, S. 440

[5] vgl. Riekhof, Hans-Christian: Retail Business in Deutschland – Perspektiven, Strategien, Erfolgsmuster, Gabler Verlag, 2. Auflage, Wiesbaden, 2008, S. 440

[6] vgl. Seyffarth, Fabian: Der Produktlebenszyklus und seine wirtschaftsräumlichen Implikationen aus nationaler wie internationaler Perspektive, GRIN Verlag, RWTH Aachen, 2010, S. 6-8

Details

Seiten
21
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656504351
ISBN (Buch)
9783656505693
Dateigröße
893 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v262301
Institution / Hochschule
EBC Hochschule Hamburg
Note
2,3
Schlagworte
Produktionsverlagerung Globalisierung Global Player

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Möglichkeiten und Grenzen der Produktionsverlagerung ins Ausland in der Modebranche