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Der dritte Kreuzzug und der Tod Kaiser Friedrichs I. Barbarossa

Hausarbeit 2012 12 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Kreuzzug und Tod eines Kaisers
1. Vorgeschichte
a) Voraussetzungen für die Kreuzzüge
b) Die ersten beiden Kreuzzüge
2. Vorbereitungen
a) Finanzierung des Heeres
b) Maßnahmen für die Zeit der Abwesenheit
3. Der dritte Kreuzzug bis zum Tod Barbarossas
a) Inmarschsetzung
b) Balkan
c) Byzantinisches Gebiet
d) Kleinasien
e) Konya
4. Der Tod Barbarossas
5. Das Ende des Kreuzzuges
a) Folgen für das fränkische Heer
b) Friedensvertrag von Ramla

III. Resümee

Karte: Christentum und Islam zur Zeit der Kreuzzüge 1096-1270

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Der dritte Kreuzzug stellt eine entscheidende Zäsur im Verlauf sämtlicher kriegerischer Pilgerfahrten in den Orient dar. Haben die christlichen Kreuzritter den ersten Kreuzzug für ihre Sache entscheiden können, mussten sie im zweiten schmerzliche Verluste in Kauf nehmen. Barbarossa war an letzterem beteiligt, damals noch als junger Mann. Der dritte Kreuzzug wurde durch Diplomatie und Kommunikation federführend vom deutschen Kaiser vorbereitet. Doch auf die herkömmliche Weise konnte das Heer der Franken an den Kämpfen um Jerusalem am Ende des 12. Jahrhunderts nicht teilnehmen. Das Oberhaupt ihres Heereszuges verstarb auf der Pilgerfahrt in Kilikien. Wieso spricht man dennoch vom Kreuzzug Friedrich I. Barbarossas? Kann ein Brief unbekannter Herkunft seinen Tod aufklären?

II. Kreuzzug und Tod eines Kaisers

1. Vorgeschichte

a) Voraussetzungen für die Kreuzzüge

Die Geschichte der Pilgerfahrten zur Heiligsten Stätte ist lang. Der Hl. Hieronymus zog bereits Ende des 4. Jhd. nach Israel, um sich dort dauerhaft niederzulassen[1]. Von 636 bis 638 wurden Jerusalem und Palästina von der arabischen Halbinsel her durch Muslime erobert[2]. Die Eroberungen Syriens und Anatoliens durch sowie die Niederlagen der Byzantiner gegen die Seldschuken sorgten im 11. Jhd. für einen erheblichen Verlust des Einflusses auf dem Landweg nach Jerusalem [3].

b) Die ersten beiden Kreuzzüge

Das bellum iustum wurde 1095 von Papst Urban II. ausgerufen[4]. Der erste Kreuzzug endete mit einem Sieg der Kreuzritter und einer opferreichen Schlacht um Jerusalem[5]. Der zweite Kreuzzug wurde 1145 nach der Rückeroberung Edessas durch Imad ad-Din Zengi von Papst Eugen III. ausgerufen[6]. Bereits in Kleinasien wurden die Heere Konrads III. und Ottos von Freising von den Seldschuken besiegt. Der endgültige Misserfolg bestätigte sich in der erfolglosen Belagerung Damaskus‘ im Juli 1148.[7]

2. Vorbereitungen

a) Finanzierung des Heeres

Ähnlich vernichtend vollzog sich für das christliche Heer die Schlacht bei Hattin von 1187[8]. Ein nicht geringfügiger Grund für das Scheitern der Ritter war sicher ihre schlechte Ausrüstung. Um diesen Fehler nicht zu wiederholen, erhob man für den dritten Kreuzzug in England und Frankreich den Saladin-Zehnten.[9] Dem fränkischen Heer hingegen durfte sich nur anschließen, wer mindestens drei Mark Silber vorweisen konnte, um sich selbst für ein bis zwei Jahre zu verpflegen [10].

b) Maßnahmen für die Zeit der Abwesenheit

Für die Vorzeit der ersten Kreuzzüge sind zahlreiche Pogrome überliefert. Auf dem Marsch in Richtung Osten ermordeten die christlichen Ritter Juden in Köln, Mainz, Speyer und Worms, aber auch in Südfrankreich, Würzburg, Regensburg und Prag.[11] Um derlei Verbrechen künftig zu verbieten, verfasste Barbarossa ein besiegeltes Schreiben, in dem den Juden Frieden garantiert wurde. Dieses präsentierte er öffentlich und forderte für dessen Einhaltung von der jüdischen Gemeinde finanzielle Unterstützung für den Kreuzzug. [12]

3. Der dritte Kreuzzug bis zum Tod Barbarossas

a) Inmarschsetzung

Nachdem Barbarossa bereits im April 1188 auf dem Hoftag in Mainz das Kreuz ergriff, wartete er noch ein Jahr, bis er in Hagenau Tasche und Stab des Pilgers hinzunahm.[13] Zur Verehrung des Ritterheiligen wählte der Kaiser als Aufbruchstermin den Georgstag, also den 23. April 1189[14]. Tatsächlich zog das Heer jedoch erst am 11. Mai 1189 von Regensburg aus los. [15] Franzosen und Engländer, die später mit dem Schiff folgen sollten, reisten erst am 4. Juli 1190 vom gemeinsamen Sammelpunkt Vézelay ab[16].

b) Balkan

Mit Soldaten, Reitern, Bischöfen, Adligen und Knappen zog das Heer auf dem Landweg nach Ungarn. Zahlenangaben von 100.000 Rittern sind weit überhöht, jedoch verdeutlichen sie die Dimension. Barbarossas Zug war wohl der bis dato größte Verband, der Europa je verlassen hatte. [17] In einem Brief über den Kreuzzug Kaiser Friedrichs I. erfahren wir, dass die Ritter seit dem 4. Juni in Ungarn honorifice recepti et ab ipso (König Bela III.) benigne et amicabiliter behandelt wurden[18]. Am 29. Juni betraten sie sodann byzantinisches Hoheitsgebiet und fielen in die Hände von furum et latronum. Später durchquerten sie cum magno labore per partes Bulgarie,[19] unter anderem den Bulgarenwald.

c) Byzantinisches Gebiet

Am 26. August eroberte das Heer die verlassene Stadt Philipopolis und zerstörte diese[20]. Am 22. November, nach monatelanger Verwüstung des Zwischenlandes, eroberten die Kreuzritter auch Adrenopoli et circumiacentibus civitatibus et regione und zwei Tage darauf bekämpfte Barbarossas Sohn Friedrich von Schwaben erfolgreich das inexpugnabili castro Timanticon [21]. In Adrianopel richtete man das Winterlager ein[22]. In ständigen Verhandlungen mit Isaak II. Angelos, dem Kaiser Konstantinopels, verblieb das Kreuzfahrerheer diesseits der Meerengen und hielt sich für einen eventuellen Kampf bereit[23]. Nachdem sich Isaak seiner Wehrlosigkeit bewusst wurde und die Gefahr der Franken für bedrohlicher befand als jene durch Saladin, schloss er am 14.02.1190 einen Friedensvertrag mit Barbarossa[24]. In diesem wurden den Kreuzfahrern insgesamt 235 Schiffe zur Übersetzung des Hellespont zugestanden[25]. Binnen 20 Tagen reiste das Heer nach Gallipoli, diesmal ohne Überfälle und Brandschatzungen [26].

[...]


[1] Vgl. Tilly, Michael, Art. Hieronymus, Sophronius Eusebius, in: Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL) Bd. 2, Hamm 1990, Sp. 818-821.

[2] Vgl. Jaspert, Nikolaus, Die Kreuzzüge, Darmstadt 5 2010, S. 1.

[3] Vgl. Stumpf, Gerd, Der Kreuzzug Kaiser Barbarossas. Münzschätze seiner Zeit, München 1991, S.

[4] Vlg. MIGNE, Jacques-Paul, Patrologia Latina 202, Cambridge 1844/55, Kol. 1539-1542

[5] Vgl. Thorau, Peter, Die Kreuzzüge. München 2004, S. 72f.

[6] Vgl. Jaspert, Kreuzzüge, S. 44ff.

[7] Vgl. Jaspert, ebenda.

[8] Vgl. Laudage, Johannes, Friedrich Barbarossa (1152-1190), Eine Biografie, Regensburg 2009,

S. 317f.

[9] Vgl. Laudage, ebenda.

[10] Vgl. GÖRICH, Knut, Friedrich Barbarossa. Eine Biographie, München 2011, S. 538.

[11] Vgl. Jaspert, Kreuzzüge, S. 37.

[12] Vgl. Chazan, Robert, Emperor Frederik I, the third crusade, and the jews, in: Viator, Medieval and Renaissance Studies 8, Los Angeles 1977, 83ff.

[13] Vgl. STUMPF, Kreuzzug, S. 8.

[14] Vgl. Ehlers, Joachim, Die Ritter. Geschichte und Kultur, München 2006, S. 37.

[15] Vgl. Görich, Barbarossa, S. 549.

[16] Vgl. Mayer, Hans Eberhard, Geschichte der Kreuzzüge, Stuttgart 10 2005, S. 178.

[17] Vgl. Mayer, Geschichte, S. 173; Sepp, Johann, Barbarossas Tod und Grab, in: Sammlung gemeinverständlicher Vorträge Nr. 14, S. 326ff.

[18] Vgl. Italische Quellen über die Taten Kaiser Friedrichs I. in Italien und der Brief über den Kreuzzug Kaiser Friedrichs I., hg. u. übers. v. Franz-Joseph SCHMALE, Darmstadt 1986, S. 372.

[19] Vgl. Schmale, Brief, ebenda.

[20] Vgl. Stumpf, Kreuzzug, S. 8.

[21] Vgl. Schmale, Brief, S. 372.

[22] Vgl. Stumpf, Kreuzzug, S. 8.

[23] Vgl. Görich, Barbarossa, S. 566ff.

[24] Vgl. Laudage, Barbarossa, S. 323.; zum nie erfolgten Hilferuf der Christen in Byzanz vgl. OSTROGORSKY, George, Geschichte des byzantinischen Staates, Oxford 1956, S. 297ff.

[25] Vgl. Görich, Barbarossa, S. 571f.

[26] Vgl. Görich, ebenda.

Details

Seiten
12
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656504375
ISBN (Buch)
9783656504825
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v262298
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Institut für Geschichte
Note
1,3
Schlagworte
kreuzzug kaiser friedrichs barbarossa

Autor

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