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Work-Life-Balance bei der Bundeswehr

Seminararbeit 2012 17 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Konstrukt Work-Life-Balance und dessen Komponenten

3. Nutzen des Konzepts Work-Life-Balance

4. Instrumente und Maßnahmen in der Bundeswehr

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Abbildungsverzeichnis

8. Tabellenverzeichnis

9. Erklärung

1. Einleitung

„Den Wert eines Unternehmens machen nicht die Gebäude und Maschinen und auch nicht seine Banknoten aus. Wertvoll an einem Unternehmen sind die Menschen, die dafür arbeiten und der Geist, in dem sie es tun“1

Nordhoff erkannte bereits in den 1960er Jahren den Wert der Mitarbeiter für ein erfolgreiches Unternehmen. Dieses Zitat soll aufzeigen, dass Mitarbeiter das wichtigste Kapital eines Unternehmens sind und ein mitarbeiterorientiertes Personalmanagement somit grundlegend für den Unternehmenserfolg ist. Diese Arbeit behandelt ein Konzept des Personalmanagements, welches in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Bedeutung zugenommen hat - das Konzept „Work-Life-Balance“. Hierfür soll zunächst das Konstrukt Work-Life-Balance sowie dessen Komponenten begrifflich erörtert und dessen Umfang sowie Tragweite aufgeführt werden. Weiterhin soll der Nutzen eines solchen Konzeptes sowie Probleme in der praktischen Umsetzung in Unternehmen verdeutlicht werden. Im zweiten Abschnitt dieser Arbeit sollen konkrete Umsetzungsmaßnahmen in Unternehmen aufgezeigt werden. Dabei sollen diverse Maßnahmen zur Förderung der Work-Life-Balance in der Bundeswehr vorgestellt und anschließend bewertet werden. Ziel dieser Arbeit ist es, die Chancen und Vorteile aufzuzeigen, welche mit der Implementierung mitarbeiterorientierter Instrumente und Maßnahmen zu erreichen sind und konkrete Umsetzungsmaßnahmen an einem besonderen Beispiel aus der Praxis aufzuzeigen.

2. Das Konstrukt Work-Life-Balance und dessen Komponenten

Der Erfolg eines Unternehmens wird langfristig von den Mitarbeitern und ihrer Leistungsfähigkeit bestimmt. Daher können die „richtigen“ Mitarbeiter als Wettbewerbsvorteil für Unternehmen angesehen werden.2

Besonders die Tätigkeit von Führungskräften wird vielfach nur anhand kurzfristiger Gesichtspunkte betrachtet. Doch aktuelle Erkenntnisse der Personalforschung zeigen auf, dass besonders die Erhaltung der Leistungsfähigkeit von Führungskräften mittel- bis langfristig enorm zum Unternehmenserfolg beiträgt.3 Damit die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter nicht durch psychische Beeinträchtigungen (wie z. B. Burn-Out) gemindert oder sogar verloren wird, sollte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Hauptlebensbereichen angestrebt werden.4 Für die Ausgewogenheit der verschiedenen Lebensbereiche steht der Begriff der Work-Life- Balance.

Unter dem Konstrukt „Work-Life-Balance“ wird zunächst ein Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben verstanden, welche langfristig betrachtet die Zufriedenheit mit der eigenen Rollenerfüllung in verschiedenen Lebensbereichen ermöglichen soll, um dadurch dauerhafte Überlastungen zu vermeiden.5 Work-Life- Balance bedeutet, dass das Individuum ganzheitlich betrachtet wird und ihm sowohl im beruflichen als auch privaten Bereich die Möglichkeiten eröffnet werden anfallenden Verpflichtungen und Interessen nachzugehen, um den Arbeitnehmer dadurch langfristig gesund, leistungsfähig und motiviert zu erhalten.6

Bei dieser Betrachtung geht es vor allem darum, den Mitarbeiter nicht nur als Rollenund Funktionsträger in der Arbeitswelt zu betrachten, sondern ihn als Akteur in Lebens- und Berufswelt zu berücksichtigen und zu erkennen, dass diese beiden Bereiche nicht losgelöst voneinander zu betrachten sind.7

Das Konstrukt Work-Life-Balance beinhaltet im Wesentlichen drei Komponenten, welche mit den zentralen Inhalten in Abbildung 1 dargestellt sind. Die Work-Komponente beschreibt das berufliche Engagement und die Zufriedenheit im Beruf der betreffenden Person. Die Life-Komponente bezieht sich dagegen auf den Einsatz und die Zufriedenheit einer Person im persönlichen Bereich. Die dritte Komponente stellt die Balance zwischen der Arbeit und dem Privatleben dar.8

Das Gleichgewicht von Berufs- und Privatleben ist demnach als ein Zusammenspiel persönlicher sowie struktureller Aspekte zu verstehen, bei welchem die beiden Bereiche sich beeinflussen und möglichst im Einklang miteinander stehen sollten. Somit haben zum einen strukturelle Faktoren aus beiden Lebensbereichen Einfluss auf die Balance, zum anderen aber auch persönliche Eigenschaften, wie Stressempfinden oder soziale Kompetenzen.

Stock-Homburg & Roederer unterscheiden bei den Einflussfaktoren auf die Work- Life-Balance nach arbeitsbezogenen und personenbezogenen Faktoren. Einflussfaktoren sind zum einen gegebene Ressourcen, welche die Work-Life- Balance unterstützen, zum anderen aber auch Anforderungen, die es zu bewältigen gilt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Komponenten der Work-Life-Balance (Stock-Homburg, 2008, p. 689)

Als arbeitsbezogene Ressource gelten unter anderem die organisationale und soziale Unterstützung, welche beispielsweise von Kollegen geleistet wird. Diesen Ressourcen stehen arbeitsbezogene Anforderungen gegenüber. Dazu zählen Einflussfaktoren, wie die persönliche Arbeitsanforderung, der Leistungsdruck vom Unternehmen oder auch Arbeitsstunden.

Darüber hinaus beeinflussen personenbezogene Faktoren die Work-Life-Balance von Mitarbeitern. Personenbezogene Ressourcen, wie die familiäre Unterstützung sowie eigene Stressverarbeitungsstrategien wirken sich positiv auf die Work-Life-Balance aus. Doch auch hier können Anforderungen, wie selbst auferlegter Leistungsdruck, familiäre Anforderungen bzw. Einbindungen sich negativ auf das persönliche Gleichgewicht auswirken.9

Um Defizite in der individuellen Work-Life-Balance zu verhindern, ist eine frühzeitige Identifikation von Stressoren entscheidend. Hierfür haben StockHomburg und Bauer (2007a) einen Work-Life-Balance Monitor entwickelt, welcher die einzelnen Komponenten der Work-Life-Balance erfasst, aufschlüsselt und somit das Erkennen von Defiziten in den einzelnen Dimensionen ermöglicht.

Tabelle 1 Ausschnitt aus dem Fragenkatalog des Work-Life-Balance-Monitors

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sollten mehr als die Hälfte der aufgeführten Indikatoren zutreffen, so sollte man von ernst zu nehmenden Defiziten in der Work-Life-Balance ausgehen.10 Um die persönliche Balance aufrecht zu erhalten bzw. wieder aufzubauen, ist es entscheidend, die eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Motive in allen Lebensbereichen herauszufinden und so gewichten, dass Beruf und Privatleben im Einklang miteinander stehen können.11

Im Folgenden soll nun näher auf die Bedeutung und den Nutzen einer Realisierung des Work-Life-Balance Konzeptes eingegangen werden.

[...]


1 Heinrich Nordhoff, 1966

2 vgl. Grosser, 2012, p. 65

3 vgl. Stock-Homburg & Roederer, 2009, p. 22

4 vgl. Hoff, et al., 2005, p. 196

5 vgl. Stock-Homburg, 2008, p. 689

6 vgl Nieder & Michalk, 2009, p. 110

7 vgl. ebd.

8 vgl. Stock-Homburg, 2008, p. 689

9 vgl. Stock-Homburg & Roederer, 2009, p. 27ff

10 vgl. Stock-Homburg, 2008, p. 689f

11 vgl. Nieder & Michalk, 2009, p. 113

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656504962
ISBN (Buch)
9783656505938
Dateigröße
728 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v262293
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Schlagworte
Work-Life-Balane Human Resource Management Bundeswehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf Motivation Berufszufriedenheit Vereinbarkeit von Familie und Dienst Vereinbarkeit von Familie und Dienst in den Streitkräften Innere Führung Sozialdienst der Bundeswehr Familienbetreuungsorganisationen

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