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Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom / Hyperaktivität - Symptomatik, Entstehungstheorien, Therapieansätze

Hausarbeit 2004 17 Seiten

Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition

3. Prävalenz

4. Symptomatik/ Klassifikation nach DSM-IV

5. Erklärungsansätze
5.1. Psychologische Entstehungstheorien
5.2. Biologische Entstehungsbedingungen

6. Therapie
6.1. Psychologische Ansätze
6.2. Medikamentöse Behandlung

7. Die Bedeutung für das sozialpädagogische Handeln

8. Ausblick

9. Résumé

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ich entschloss mich für die Bearbeitung des Themas „Aufmerksamkeits- Defizit- Syndrom mit Hyperaktivität“ aus dem Bereich „Häufige Probleme bei Kindern und Jugendlichen“,

da ich selbst vor etwa zwei Jahren mit dieser Störung konfrontiert wurde, als ich einen Babysitter-Job bei Bekannten annahm.

Zwei von drei Kindern dieser Familie sind mit dieser Krankheit belastet. Die beiden Jungs sind mittlerweile 8 und 12 Jahre alt und können ihren täglichen Tagesablauf nicht ohne die Einnahme von ‚Ritalin‘ bewältigen.

Um diese Störung zu verstehen und besser damit umzugehen, informierte ich mich schon damals über das Syndrom. Ich musste selbst erst einmal lernen richtig auf die Kindern einzugehen. Um gezielt noch mehr über alle Ursachen, Therapien u.s.w. zu erfahren, wählte ich dieses Thema, nicht zuletzt auch, um im Umgang mit den beiden Jungs dazuzulernen.

2. Begriffsdefinition

Im multiaxialen Klassifikationssystem der WHO (MAS) nach Rutter/Shaffer/Sturge (zit. in Bernau, 1995, S.43) wird die Störung wie folgt definiert:

Unter einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) mit Hyperaktivität versteht man Störungen, deren wesentliche Merkmale kurze Aufmerksamkeitsspanne und erhöhte Ablenkbarkeit sind. In der frühen Kindheit ist das auffallendste Symptom eine ungehemmte, wenig organisierte und schlecht gesteuerte extreme Überaktivität, an deren Stelle aber in der Adoleszenz Hypoaktivität treten kann. Impulsivität, ausgeprägte Stimmungsschwankungen und Aggressivität sind ebenfalls häufige Symptome. Oft bestehen Verzögerungen in der Entwicklung bestimmter Fähigkeiten, sowie gestörte und eingeschränkte zwischenmenschliche Beziehungen.

ADS ist also kein Erziehungsfehler und keine gewollte Marotte der Kinder, sondern eine Störung mit neurobiologischen Besonderheiten in den Informations-Verarbeitungs-Prozessen unseres Gehirns (Aust-Claus, Hammer, 2000, S.18).

3. Prävalenz

Aufmerksamkeitsstörungen gelten als das Problem unserer Zeit. ADS ist eine der häufigsten Ursachen für Entwicklungs- und Verhaltensprobleme im Säuglings- und Kindesalter. Lehrer und Erzieher klagen oft darüber, wie schwierig, unkonzentriert und unruhig die Kinder sind. Allerdings wird die Zahl der aufmerksamkeitsgestörten, hyperaktiven Kinder gerade bei Lehrern oft überschätzt.

In Deutschland leiden 3 bis 5 % der Grundschüler unter einer Aufmerksamkeitsstörung, das entspricht etwa einem Kind pro Schulklasse.

Ca. 8 % aller Kinder in der BRD haben ein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom in Deutschland. Das sind über 1 Million Kinder bzw. zwei Kinder pro Schulklasse.

Lehrer bezeichnen allerdings bis zu 15 % ihrer Schüler als aufmerksamkeitsgestört und/oder hyperaktiv. Man muss also sehr sorgfältig prüfen, ob ein Kind wirklich belastet ist, und anhand anerkannter Merkmale entscheiden, ob eine derartige Problematik wirklich vorliegt. Bei einem Vergleich der Geschlechter zeigt sich im übrigen, dass Jungen weit häufiger betroffen sind als Mädchen.

4. Symptomatik/Klassifikation nach DSM-IV

Um ADS und ADS-Kinder richtig zu verstehen, muss man hinter ihre Fassade blicken.

Denn es reicht nicht aus, lautes, störendes Verhalten, Hyperaktivität, mangelnde Ausdauer und Konzentrations-Probleme unter den eher stigmatisierenden Begriffen „Zappelphilipp“, „Hans-Guck-in-die-Luft“ oder „Bösewicht“ zusammenzufassen.

Oft bleiben die positiven Eigenschaften eines solchen Kindes vielen Menschen verborgen.

Sie sehen nur das expansive, aneckende Agieren, das besonders in Gruppen, in der Schule oder bei bestimmten Anforderungen zu enormen Schwierigkeiten führt- und sie ziehen die falschen Schlüsse.

Die Fassade:

Kinder mit ADS werden häufig so beschrieben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mithilfe der neurologischen und psychologischen Untersuchungen und Tests erweitern wir jedoch unseren Blickwinkel und schauen somit hinter die Fassade. Wir bekommen ein genaueres Bild über den Arbeitsstil, die Begabungen, die individuellen Stärken und Schwächen und über die Ursachen der Verhaltensweisen.

Bei Aufgaben, die ein genaues Zuhören und/oder Hinschauen erfordern, fällt der oberflächliche, impulsive und flüchtige Arbeitsstil auf.

Die Kinder produzieren dadurch viele Flüchtigkeitsfehler, sind unorganisiert, verwirrt und schnell frustriert. Die Ablenkbarkeit wird um so größer, je mehr Reizangebot zur Verfügung steht. Es ist somit auch nicht verwunderlich, dass die Kinder viele Informationen nicht richtig aufnehmen oder schnell wieder vergessen. Sie trödeln dann oder werden zappelig. Sie bekommen Einzelheiten oder Signale der anderen teilweise nicht mit und reagieren falsch.

Trotz ihrer flüchtigen Arbeitsweise ist es dennoch immer wieder erstaunlich, wie gut die meisten Kinder trotzdem in den Entwicklungstests abschneiden.

Beim schnellen Erfassen von logischen Zusammenhängen sind sie oft besonders fit. Sie können sehr schnell, kreativ und ideenreich Aufgaben lösen. Wenn ihnen etwas besonders gut gefällt, sind sie mit Eifer bei der Sache und lassen sich kaum bremsen.

Sie zeigen –oft zur Überraschung der Eltern- ungeahnte Fähigkeiten.

Ein Blick hinter die Fassade verrät:

Kinder mit ADS haben folgende Eigenschaften:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Aust-Claus, Hammer, 2000, S. 56-58)

Weitere Merkmale sind: Sekundäre Neurotisierungen, gefährdete psychische Gesundheit, Schlafstörungen, keine Gefahreneinschätzung, süchtig nach Süßigkeiten, häufige Kopf- und Bauchschmerzen, „Gerechtigkeitsfanatiker“, frech, Eßstörungen, Zwangshandlungen, Depressionen, übertriebener Bewegungsdrang, hat kaum Freunde, macht oft seltsame Bewegungen oder Geräusche, egoistisch... (Bernau, 1995).

Auch wenn man bei jedem Kind ein individuelles Entwicklungs- und Begabungs-Profil finden und selbstverständlich –wie bei allen anderen Störungen oder Krankheiten auch- sehr unterschiedliche Ausprägungsgrade des ADS sehen, gibt es Gemeinsamkeiten in den zutage tretenden Auffälligkeiten, die die Diagnose „ ADS mit Hyperaktivität “ ausmachen.

Aust-Claus & Hammer (2000, S.65) führen die 10 wichtigsten Symptome bei ADS auf:

1) Unaufmerksam und ablenkbar

- Driftet mit der Aufmerksamkeit ab
- Wechselt den Brennpunkt des Interesses

2) Hyperaktivität

- Immer auf dem Sprung

3) Impulsiv

- Handelt, ohne nachzudenken
- Lebt Gefühle sofort aus
- Abwarten fällt schwer

4) Vergesslich und schlechtes Kurzzeitgedächtnis

- Vergisst schnell, besonders alltägliche Dinge
- Alles, was nicht spannend ist, ist schnell aus dem Sinn
- Verliert oft seine Sachen

5) Wirkt zerstreut oder chaotisch

- Wenig Überblick und geringe Eigenorganisation

6) Regeln einhalten- eine der schwersten Übungen

- Eigensinnig
- Will nur seinen Willen durchsetzen
- Alles und nichts wird endlos diskutiert

7) Arbeitsverhalten lässt zu wünschen übrig

- Kein Überblick und wenig Strategie

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638285544
ISBN (Buch)
9783640860876
Dateigröße
594 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v26129
Institution / Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf – Fachhochschule Düsseldorf
Note
1,0
Schlagworte
Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom/ Hyperaktivität

Autor

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Titel: Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom / Hyperaktivität - Symptomatik, Entstehungstheorien, Therapieansätze