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Neue Wirtschaftsformen im 21. Jahrhundert. Was leistet die internationale Politik und in welchen Bereichen besteht noch Handlungsbedarf?

Hausarbeit 2004 21 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie

Leseprobe

Gliederung / Inhalt

1.0 Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Erläuterung der Fragestellung

2.0 Transnationale Konzerne / Multinationale Unternehmen
2.1 Definition
2.2 Tätigkeitsbereiche
2.3 Voraussetzungen
2.4 Einfluss
2.5 Tochterunternehmen
2.6 Unternehmenspolitik
2.7 Vorteile
2.8 Nachteile
2.9 Kontrolle / Wirtschaftspolitik / Rahmenbedingungen

3.0 Strategische Kooperationsnetze
3.1 Definition
3.2 Tätigkeitsbereiche
3.3 Entwicklung
3.4 Voraussetzungen
3.5 mögliche Kooperationsformen
3.6 Kontrollmechanismen und Politik

4.0 Medien
4.1 Rolle der Medien
4.2 Medien als Wirtschaftsmacht

5.0 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1.0 Einleitung

1.1 Einführung in das Thema

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Phänomenen der Transnationalen Konzerne, von Strategischen Kooperationsnetzen und deren Zusammenwirken mit den Medien.

Transnationale Konzerne gibt es seit über einhundert Jahren, doch in den vergangenen zwanzig Jahren hat ihre Zahl eine neue Dimension erreicht, so dass hier nicht mehr von einer Unternehmensart gesprochen werden kann welche am Rand steht, sondern vielmehr von einer Form die immer populärer wird und so populär ist, dass es sich lohnt sie genauer zu betrachten, will man den Kreislauf von Wirtschaft und Politik verstehen.

Weiterhin werde ich mich mit den Strategischen Kooperationsnetzen und ihren Möglichkeiten beschäftigen. Diese Art der Unternehmensverknüpfung stellt eine neue Herausforderung an alle Beteiligten dar und könnte sich in Zukunft, trotz ihrer Risiken zu einem immer wichtigeren Zweig der Wirtschaft entwickeln.

1.2 Erläuterung der Fragestellung

Die Umstrukturierung der Wirtschaft und ihr kaum mehr zu erfassender Einfluss findet in der Öffentlichkeit wenig Aufmerksamkeit, obwohl die Präsens und deren Auswirkungen überall sichtbar sind.

Aus diesem Grund soll im nachfolgenden der Frage nachgegangen werden, durch welche Faktoren sich diese Unternehmensformen ausbreiten und welche Vorteile sie nutzen. Darüber hinaus wird vor allem auf den Einfluss und die Auswirkungen dieser Unternehmensformen eingegangen und nach der Aufgabe der Politik gefragt sowie untersucht, wo sie heute schon tätig ist.

In der Zeit von voranschreitender Globalisierung und der Aufweichung geografischer Grenzen stellt sich die Frage, auf welchem Weg sich die Wirtschaft befindet und wie das Zusammenspiel von nationaler und internationaler Politik in diesem Rahmen funktioniert.

Unweigerlich ist dieses Thema durch die Globalisierung geprägt und ich werde nicht umhinkommen, an einigen Stellen auch auf deren Wirkungsweisen einzugehen, um den Gesamtzusammenhang sichtbar zu machen. Allerdings kann dieses nur am Rande geschehen, da die Globalisierung ein so umfangreiches und komplexes Thema darstellt, welches nicht beiläufig zu erklären ist.

Es wird Aufgabe sein, die einzelnen Punkte zu durchleuchten und deutlich zu machen, dass es sich nicht um selbstständige Vorgänge handelt, sondern um Prozesse welche einen Ursprung haben, durch Entwicklungen geprägt sind und natürlich auch ein Ziel verfolgen.

2.0 Transnationale Konzerne / Multinationale Unternehmen

2.1 Definition

Transnationale Konzerne, auch Multinationale Unternehmen genannt definieren sich dadurch, dass die Muttergesellschaft ihren Sitz in einem Land hat und mehrere (die verschiedenen Definitionen schwanken zwischen zwei und zehn) Tochtergesellschaften im Ausland unterhält. Diese Tochtergesellschaften erwirtschaften in der Regel mindestens 50% des Umsatzes. Bei dieser Unternehmensform handelt es sich um nichtstaatliche Akteure, welche transnational von einem Land aus agieren.

2.2 Tätigkeitsbereiche

Die Bereiche in denen Transnationale Konzerne tätig sind erstrecken sich auf viele Gebiete, zum Beispiel auf den Rohstoffsektor wie die Förderung, Verarbeitung und Vermarktung von Erdöl, den Bereich der Landwirtschaft und den des Bergbaus. Darüber hinaus agieren sie auf dem Gebiet der verarbeitenden Industrie, im Dienstleistungsgeschäft wie dem Bankwesen und der Versicherungen sowie in der Kulturindustrie mit ihren vielfältigen Sektoren. Als derzeit stark wachsenden Markt muss auch die Aktivität der Transnationalen Konzerne im Börsengeschäft genannt werden.

2.3 Voraussetzungen

Voraussetzungen für Transnationale Konzerne, in einem Land eine Tochtergesellschaft zu gründen sind die Gewährleistung von Eigentumsrechten, eine stabile Währung, steuerliche Vorteile, die Möglichkeit von staatlichen Subventionen sowie die Außen- und Wirtschaftspolitik des Landes und deren Sicherheitslage. Jedoch können verschiedene Umstände dazu führen, dass die Konzerne auch in Regionen Tochterunternehmen gründen, in denen die Situation nicht immer friedlich ist, sondern teilweise durch Bürgerkriege aufgerüttelt wird. Sie schließen Übereinkommen mit den Regierungen, welche ihnen dann einen gewissen Grad an Schutz zusichern. Hierbei kommt den Konzernen eine autonome Rolle zu, welche einem Enklavenstatus entspricht und sie zu einer Art Fremdkörper werden lässt.

Darüber hinaus wichtig für die Auslandsinvestitionen der Unternehmen sind: Standort, Internationalisierungsvorteile, Lohnkostenniveau und Beeinflussung der wirtschaftlichen Entwicklung der Länder.

„Die rasche Entwicklung im Bereich der Kommunikationstechnologie, die Zunahme der Mobilität und die Senkung der Kommunikationskosten erlauben nun den Unternehmen, vermehrt Zugang zu fremden Märkten zu finden. Unter solchen Bedingungen drängt sich eine Expansion in weniger wettbewerbsintensive Zielgebiete geradezu auf. Fördernd wirkt, dass sich heute die neuen Märkte durch vermehrte politische Stabilität auszeichnen. Dies vermindert das Risiko einer Expansionspolitik zusätzlich.“[1]

2.4 Einfluss

Die Tätigkeit von Transnationalen Konzerne beschränkt sich mittlerweile nicht mehr nur auf das bloße Angebot eines Produktes. Der Einfluss reicht von technischem Fortschritt im Flugverkehr, in der Telekommunikation bis hin zu Vereinbarungen von Standards mit anderen Unternehmen, was unter Umständen auch zu einer Verweigerung im Fortschritt führen kann.

Sie entscheiden über die Verteilung von Kapitalwerten und Finanzmitteln, über den Einsatz von Technologien, Arbeitskräften, Waren und Präsenz auf den verschiedenen internationalen Märkten.

Darüber hinaus besitzen sie durch ihre allgegenwärtige Präsenz auch Einfluss auf Wertvorstellungen und Verbrauchergewohnheiten. Dies ist ein Mechanismus, welcher über das rein wirtschaftliche Handeln und Lenken hinausgeht. Es stellt einen Austausch zwischen den Kulturen dar. Das in Jahrzehnten oder Jahrhunderten gewachsenes Lebensgefühl von Völkern wird durch den Freihandel ausgetauscht. Eine Vermischung von Kulturen findet statt.

Das Mitwirken beschränkt sich aber nicht nur auf die ökonomische Seite, sondern auch auf die Einflussnahme bei Regierungen durch zur Verfügung gestelltes Expertenwissen und Mobilisierung der Öffentlichkeit.

Für die Heimatländer kann durch das Ausnutzen von Standortvorteilen eine Gewinnsteigerung erreicht werden, durch die dann Mittel für neue Investitionen zur Verfügung stehen. Allerdings können die Tochtergesellschaften ihr erzieltes Kapital selber verwalten oder es an den Mutterkonzern zurückfließen lassen. Je nachdem, wie dieser Punkt in den Unternehmen geregelt ist kann im Heimatland des Mutterkonzerns eine Schaffung von Arbeitsplätzen stattfinden, oder das Geld anderweitig investiert werden.

Somit stellt das zurücktransferieren der Gewinne in das Land des Mutterkonzerns einen negativen ökonomischen Einfluss dar, da dieses Geld für Neuinvestitionen im Gastland verloren ist.

Die Investitionspolitik der Transnationalen Konzerne spielt eine enorme Rolle dabei, wie sich die Ansiedelung eines Unternehmens im Gastland auswirkt. Durch Kreditaufnahmen im Gastland besteht das Risiko, dass sich die Konditionen bei der Kreditbeschaffung für die einheimische Industrie verschlechtern. Hier sind Kredite aus dem Herkunftsland oder anderen Finanzquellen von Vorteil, um das Gleichgewicht zu bewahren.

Werden Güter für den Aufbau des Unternehmens aus dem Ausland importiert, wird keine Stärkung der einheimischen Wirtschaft im Gastland erreicht. Erfolgt aber eine Zusammenarbeit mit den lokalen Zulieferbetrieben ist ein zusätzlicher Wirtschaftsimpuls an das Gastland gegeben, der dann einen positiven Effekt erzielen kann.

Diese Politik zur Stärkung der regionalen Wirtschaft wird meist von den Gastländern gefördert und stellt eine sinnvolle Regulierung im Umgang mit Transnationalen Konzerne dar. Die Vereinten Nationen haben bei ihrer Arbeit in den Entwicklungsländern erkannt, dass hier ein positiver Effekt erzielt wird und fördert die Zusammenarbeit zwischen den großen Konzernen und der einheimischen Wirtschaft im Gastland.

Die globale Vernetzung und diese noch nie da gewesene Standortunabhängigkeit von Kapital macht es durch die internationalen Börsen möglich, dass täglich 1000 Milliarden Dollar[2] am internationalen Finanzmarkt transferiert werden. Dieses Geld stammt zu einem großen Teil von den Multinationalen Unternehmen, die ständig auf der Suche nach dem bestmöglichen Investitionsrückfluss sind.

Laut der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen lag das Bruttoinlandsprodukt der meisten Länder der Erde unter dem von einigen Multinationalen Unternehmen. Noch wird die Liste durch die Länder USA, Deutschland, Italien, Großbritannien, Japan, Frankreich und Niederlande angeführt, aber schon General Motors und DaimlerChrysler liegen in ihren Einkünften vor Brasilien. Diese Liste macht mit nackten Zahlen ersichtlich, dass zum Beispiel Indien mit seiner über einer Milliarde Menschen nur die Hälfte des Geldes zur Verfügung hat wie IBM oder die Royal Dutch / Shell Group oder nur ein Drittel von Ford Motor bzw. Wal-Mart Stores[3]

[...]


[1] Asper, Adrian: Globalisierung von Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und die Auswirkungen auf den Tourismus, Bern/Stuttgart/Wien, Verlag Paul Haupt, 1997, Seite 23

[2] Benoist, Alain de: Schöne Vernetzte Welt Eine Antwort auf die Globalisierung, Tübingen/Zürich/Paris, Grabert Verlag, 2001, Seite 30

[3] http://www.dgvn.de/pdf/bi-globalpakt.pdf

Details

Seiten
21
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638285094
ISBN (Buch)
9783638848206
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v26058
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Lehrstuhl für Politikwissenschaft
Note
1,7
Schlagworte
Neue Wirtschaftsformen Jahrhundert Politik Bereichen Handlungsbedarf Grundkurs Internationale

Autor

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