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Der Beitrag des Papstes Innozenz III. zur Gestaltung Europas. Innozenz III. - Schöpfer des Kirchenstaates und Wurzel des Stato della Città del Vaticano.

Seminararbeit 2002 10 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil
1. Lothar von Segni
2. Der Kirchenstaat ab 754 bis zu Papst Innozenz III
3. Der Tod Heinrichs VI. als Ausgangspunkt
4. Quellenanalyse zur Rekuperationspolitik und Thronstreitpolitik Innozenz‘ III
5. Das Ergebnis

III. Schluss

IV. Quellen- und Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Am 20.9.1870 wurde die „Heilige Stadt“ Rom von italienischen Soldaten besetzt und zur Hauptstadt des Königreichs Italien erklärt. Dies war das Ende des Kirchenstaates[1], dessen über tausendjährige Geschichte von Eroberungskriegen geprägt war. Der lange Kampf der Päpste um einen ausschließlich durch päpstliche Souveränität beherrschtes und von außen unangetastetes Gebiet fand am 11.2.1929 seinen Abschluss. Der Staat der Vatikanstadt (Stato della Città del Vaticano) wurde geschaffen. Dieses souveräne Völkerrechtssubjekt[2] ist das Ergebnis aus der Existenz des Kirchenstaates, dessen Wurzeln weit zurückreichen und dessen wahre Erschaffung im Jahre 1198 mit dem Pontifikat des 177. Papstes Innozenz III. begann. Anhand von Quellen aus dem Thronstreitregister Innozenz‘ III., das er speziell für diese politische Situation anlegen ließ, sowie aktueller Forschungsliteratur werde ich diesen Sachverhalt in vorliegender Arbeit erläutern. Die hier verwandte kritische Edition des Thronstreitregisters stammt von Friedrich Kempf (Regestum Innocentii III papae super negotio Romani imperii). Nach einigen Worten zur Person Innozenz‘ III. werde ich einen kurzen Überblick über die Geschichte des Kirchenstaates bis zum 12. Jahrhundert geben und die politische Ausgangssituation der Problematik erläutern. Dem folgt die Quellenanalyse, aus der sich das Ergebnis ableitet. Der Schluss wird den Bogen zum Begriff Europa schlagen.

II. Hauptteil

1. Lothar von Segni

Lothar, Sohn des Grafen von Segni, wurde um 1160 bei Anagni geboren. Nach seinen Studien in Bologna und Paris war Lothar philosophisch-theologisch und in den Rechten hervorragend gebildet und mit staatsmännischen Anlagen ausgestattet. Im Jahre 1190 erlangte er die Kardinalswürde von San Sergio. Unmittelbar nach dem Tode des Papstes Cölestin III. (8.1.1198) wählten die Kardinäle Lothar, ihr jüngstes Mitglied, einstimmig zum Papst. Am 22.2. (Fest Petri Stuhlfeier) desselben Jahres wurde Lothar als Innozenz III. geweiht und gekrönt. Nach

einem achtzehn Jahre dauernden Pontifikat starb Innozenz III. am 16.7.1216 in Perugia und wurde in der bischöflichen Kirche San Lorenzo beigesetzt[3].

2. Der Kirchenstaat ab 754 bis zu Papst Innozenz III.

Eine Verbindung des Papsttums mit der neuen fränkischen Dynastie der Karolinger ermöglichte die Unterwerfung der Langobarden unter die fränkische Herrschaft. Pippin der Jüngere und Karl der Große bezwangen sie in drei Kriegen (754, 756 und 774/5). Pippin hatte dem Papst die Bewahrung und die Rückgabe des Dukats von Rom, des Exarchats von Ravenna, Istrien und Venetien, Korsika und der Herzogtümer Spoleto und Benevent zugesagt (diese Pippinische Schenkung ist nicht ganz erfüllt worden: Istrien und Venetien hatten dem Kirchenstaat nie angehört). Im Jahre 800 wurde Karl der Große zum Kaiser gekrönt und der Kirchenstaat dadurch in das karolingische Reich eingegliedert, behielt aber weitgehend Autonomie. Zu Beginn des 10. Jahrhunderts reduzierte sich der Kirchenstaat wieder auf den Dukat von Rom, der aber von Laien beherrscht wurde. Das Papsttum geriet in deren Abhängigkeit[4]. Während des 12. Jahrhunderts befand sich der Kirchenstaat faktisch in der Hand der Kaiser[5]. Als Innozenz III. Anfang des 13. Jahrhunderts den Stuhl Petri bestieg, begann er, die Geschichte eines unabhängigen Staates der Kurie zu schreiben.

[...]


[1] Vgl. Frenz, TRE 19 S. 92: Bezeichnung für diejenigen Gebiete in von der Mitte des 8 Jh. bis 1870 der weltli-

chen Herrschaft des Papstes unterworfen waren bzw. vom diesem beansprucht wurden. In Italien erstreckte

sich der Kirchenstaat als geschlossenes Gebiet vom tyrrhenischen Meer bis zur Adria. Er beinhaltete die fünf

Regionen Romagna, Marken, Umbrien, Patrimonium Petri in Tuscia und der römischen Campania.

[2] Vgl. Gatz, EKL 4 Sp. 1099.

[3] Vgl. Schwaiger, TRE 16 S. 176 u. Fichtinger S. 175/176.

[4] Vgl. Frenz, TRE 19 S. 93.

[5] Vgl. Frenz, TRE 19 S. 94.

Details

Seiten
10
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638115674
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v2601
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für Geschichtswissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
Innozenz III. Kirchenstaat Heinrich VI. deutscher Thronstreit Rekuperationen

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Titel: Der Beitrag des Papstes Innozenz III. zur Gestaltung Europas. Innozenz III. - Schöpfer des Kirchenstaates und Wurzel des Stato della Città del Vaticano.