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Die Informations- und Mediengesellschaft - Medientheorien mit dem Schwerpunkt auf Marshall McLuhan

Seminararbeit 2003 12 Seiten

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe

Gliederung

I. Allgemeines

II. Kurzer Überblick über vorhandene Medientheorien

III. Einführung in die Theorie von Marshall McLuhan

IV. McLuhans „Geschichte“ der Medien

V. Quellenangabe und Literaturangabe

I. Allgemeines:

Durch die wachsende Bedeutung der Medientechnologien sind Medientheorien zu einem Bestandteil der Wissenschaften geworden (z. B. in der Politik; Ökonomie; Bildung; Kunst).

Früher wurden Massenmedien und deren Wirkungen medientheoretisch im Rahmen der Politik untersucht, heute sind Massenmedien in allen Wissenschaften (z. B. Sozialwissenschaften) zum Bestandteil von Forschungen geworden, die Medien jeweils aus ihrer Perspektive untersuchen.

Die wachsende Bedeutung der Medien zeigt sich auch am Umfang der Untersuchungen und Forschungen zu diesem Thema. Es gibt zu sehr viele unterschiedliche Bereiche von Medien, die in den Studien zum Gegenstand werden. Einige Kapitel in Büchern tragen z. B. Titel wie: Öffentliche Meinung und die Bedeutung der Medien; Die Bedeutung des Verbreitungsmediums; Die Glaubwürdigkeit der Medien; Die Entwicklung der Massenmedien; Kommunikation, Massenkommunikation, Wirkung.

Erwähnen möchte ich auch noch, dass zum Thema Medien und Medienwirkungen nicht nur in Deutschland zahlreiche Untersuchungen gemacht werden. Auch in England und vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika – wo das Medium Fernsehen bei den Menschen einen großen Stellenwert einnimmt - wird hierzu weitreichend geforscht.

Es gibt nicht EINE geltende Medientheorie, sondern es bestehen zahlreiche Theorien, die alle eine unterschiedliche Definition des Begriffs Medium verwenden und sich in ihrem Inhalt unterscheiden. Auch die Schwerpunktsetzung in den verschiedenen Theorien ist differenziert, es werden sowohl Technik, die Funktion als auch die Inhalte der Medien in den Vordergrund gestellt.

Ich gebe im folgenden einen ganz kurzen Überblick über bestehende Theorien und deren Hauptthese. Im weiteren gehe ich auf eine von mir ausgewählte Theorie, die Theorie von Marshall McLuhan, genauer ein.

In allen Theorien wird mehr oder weniger der Blick auf den Zusammenhang zwischen Medien, Kommunikation und Wahrnehmung gelenkt. Es besteht die These, dass die in einer Epoche dominierenden Kommunikations- bzw. Informationsmedien mit den Kommunikationsverhältnissen auch das Weltbild und die Wahrnehmungsmuster prägen.

Die folgenden Medientheorien sind gekennzeichnet von: 1. stehen Medien selbst und nicht ihr Inhalt oder ihr sozialer Kontext im Mittelpunkt der Untersuchung und 2. bilden sie den Ausgangspunkt und die Basis der Theorie. Es gibt noch zahlreiche weitere Medientheorien (z. B. Niklas Luhmann; Jean Baudrillard; Theodor W. Ardorno u. a.), die alle eine andere Perspektive des Themas behandeln.

II. Kurzer Überblick über vorhandene Medientheorien:

Walter Benjamin: Sein ästhetischer Ansatz behandelt die Auswirkungen des in den 30er Jahren aufkommenden Medium Film und anderer Medien auf die Kunst und bewert deren Stellung und Funktion innerhalb der Gesellschaft.

Marshall McLuhan: Er sieht in den Medien die Organisatoren der menschlichen Wahrnehmung und die „Vorgeber“ der Weltsicht. Er macht eine Gegenüberstellung der

Buch-Epoche mit dem Zeitalter der Elektrizität. (Siehe nachfolgende Ausführung)

Vilém Flusser: Er macht eine Analyse der Informationstechniken und Kommunikationsstrukturen und entwickelt Zukunftsvisionen der menschlichen Zivilisation.

Neil Postman: Er geht auf die Beziehung der Kultur als Umwelt von Medien und Medienkonstellationen ein, welche seiner Ansicht nach immer andere Denkmuster und Wahrheitsbegriffe erzeugen. Sein Ansatz ist Medienökologisch orientiert.

Paul Virilio: Bei ihm steht die zunehmende Geschwindigkeit von elektronischen Medien im Vordergrund, die die menschliche Wahrnehmung verändern, verhindern und ersetzen. Er fragt nach der Ethik der Medien.

Friedrich A. Kittler: Er geht auf historische Gegebenheiten des Wissens ein. Er rekonstruiert netzwerkartige Verknüpfungen von Medien und gesellschaftlichen Institutionen, welche die Produktion und Zirkulation von Diskursen anregen.

Claude E. Shannon und Warren Weaver: Sie haben eine mathematische Informationstheorie entwickelt. Es wird ein formaler Begriff gewonnen, der durch die Abstraktion vom sozialen Kontext und dem semantischen Inhalt der Kommunikation gewonnen wurde und auf alle Formen von Kommunikation, die auf Medien beruht angewendet werden kann.

III. Einführung in die Theorie von Marshall McLuhan:

Marshall McLuhan ist unter den Medientheoretikern der prominenteste. Seine Hauptwerke sind „The Gutenberg Galaxis“ und „Understanding Media“, in denen er Thesen von dem Ende der „Gutenberg Galaxis „ (also des Zeitalters des Buchdrucks) aufstellt und den Anbruch eines neuen elektronischen Zeitalters verkündet.

Er verwendet in seiner wahrnehmungstheoretischen Theorie den Medienbegriff ziemlich unklar. Zum Teil werden Begriffe wie Technik und Medium synonym verwendet. Auch werden Strassen, Häuser, Mode und Geld als Medien bezeichnet. Seine Theorie ist jedoch sehr aktuell, da die Wahrnehmung zu einem zentralen Thema der Wissenschaft geworden ist.

Der Ausspruch „Das Medium ist die Botschaft“ stammt von ihm und meint die Auswirkungen der Medien, die sich durch ihre Verwendung zwangsläufig ergeben. Da die Technik die Dimension von Raum und Zeit verändert und die Schemata bestimmt, in denen die Welt wahrgenommen wird, ist die Botschaft eines Mediums das, was es mit den Menschen macht und nicht der Inhalt des Mediums.

McLuhan setzt Medien mit Metaphern gleich, weil auch sie den Erfahrungen eine neue Form geben und bestimmen, wie wir Sehen, Hören und Fühlen, sie übertragen Erfahrungen in eine neue Form. Wahrnehmung ist nach McLuhan immer schon technisch strukturiert und vorgebildet, nie unmittelbar. Für McLuhan setzt eine uneingeschränkte, ganzheitliche Wahrnehmung der Welt die Beteiligung aller Sinne voraus.

Das Zusammenspiel der Sinne (Wahrnehmung) besteht nach McLuhan nicht konstant, sondern kann unterschiedlichen Mustern folgen (z. B. das Empfinden von Farbe, verschiedene Rottöne sind rot, doch unterschiedlich zusammengesetzt). Auch die Zusammensetzung der verschiedenen Empfindungen in der Wahrnehmung kann unterschiedlich gewichtet sein. Verstärkt man z. B. mit einer am Ohr gehaltenen Technik den Schall, betrifft dies gleichzeitig auch Tast-, Geschmacks- und Gesichtssinn, verändert also das Verhältnis untereinander.

Für McLuhan ist der Inhalt eines Mediums immer ein anderes Medium (z.b. Sprache ist der Inhalt der Schrift, diese wiederum Inhalt eines Buches, dieser wiederum Inhalt des Buchdrucks). Dieser Inhalt verschleiert die Wirkungsweise der Medien und lenkt von Ihren eigentlichen Effekten ab.

McLuhan untersucht die medialen Botschaften mit Hilfe von Physiologischen und wahrnehmungstheoretischen Thesen. Für ihn ist Wahrnehmung ein Zusammenspiel der menschlichen Sinne, wobei das Zentralnervensystem (ZNS) die Koordination übernimmt.

Wenn diese Funktion z. B. durch Stress oder Überlastung gestört wird, dann reagiert das ZNS mit der „Amputation“ oder „Absonderung“ des betroffenen Körperteils.

Um sich dies besser vorstellen zu können, hierzu ein Beispiel: Das Rad stellt nach McLuhan eine Absonderung des Fußes dar, dass durch die Medien Geld und Schrift entstand. Durch die Schrift und das Geld wurden der Handel und der Verkehr beschleunigt, wodurch eine Überlastung des Transportmittels Fuß entstand. Dieser Körperteil wurde „Amputiert“ und ergab somit die Erfindung des Rades. Weitere Beispiele sind das Radio (Erweiterung des Ohres) und die Kamera (Erweiterung des Auges).

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Details

Seiten
12
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638283465
ISBN (Buch)
9783640471980
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v25826
Institution / Hochschule
Hochschule München – Fachbereich Sozialwesen
Note
2
Schlagworte
Informations- Mediengesellschaft Medientheorien Schwerpunkt Marshall McLuhan

Autor

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