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Neue Technologien und Produktivität im Euro-Währungsgebiet und USA

Seminararbeit 2002 26 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis und Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Neue Technologien
2.1 Information
2.2 Kommunikation
2.3 Informations- und Kommunikationstechnologien
2.3.1 Die Entwicklung der IuK-Technologien
2.3.2 Neue Technologien als Basis der Neuen Ökonomie

3 Neue Technologien und Produktivität in den USA und im Euro- Währungsgebiet
3.1 Die USA als Vorreiter in der Neuen Ökonomie
3.2 Produktivitätsentwicklung im Euro-Währungsgebiet
3.3 Der Beitrag der Neuen Technologien zum Wirtschaftswachstum
3.3.1 IuK-produzierende Gewerbe
3.3.2 IuK-nutzende Gewerbe
3.4 Neue Technologien und Wirtschaftswachstum

4 Fazit

Anhangverzeichnis

Anhang 1

Anhang 2

Anhang 3

Literaturverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Informationsformen

Abb. 2 Kommunikationsmodell nach Shannon / Weaver

Abb. 3 Die Entwicklung der Kommunikationsdienste

Abb. 4 Arbeitsproduktivität und Beschäftigungswachstum in den

Vereinigten Staaten, 1981-2000

Abb. 5 Privatwirtschaftliche Investitionen – Nachfragekurve für EDV-Investitionsgüter, 1990-2000

Abb. 6 Arbeitsproduktivität und das Beschäftigungswachstum im Euro- Währungsgebiet, 1980-2000

Tabellenverzeichnis

Tab. 1 Gliederung der IuK-produzierenden und benutzenden Branchen

Tab. 2 Entwicklung nach Sektoren in der USA und Euro-Währungsgebiet (in %)

Tab. 3 Aufgliederung der Wertschöpfung und des Arbeitsproduk- tivitätszuwachses im Euro-Währungsgebiet (in Prozent)

1. Einleitung

Informationsgesellschaft, Informationszeitalter, Neue Ökonomie sind Schlagwörter, die in den vergangenen Jahren entstanden sind.

Die Verfügbarkeit von Informationen zur rechten Zeit am rechten Ort in der notwendigen Qualität und Quantität ist für Unternehmen zum wichtigsten Wettbewerbsvorteil geworden. Der Einsatz der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien hat aus diesem Grund an Priorität gewonnen. Diese Neuen Technologien gelten als Triebfeder der Neuen Ökonomie, von der erstmals Anfang der neunziger Jahre in den USA die Rede war.

Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick in die Informations- und Kommunikationstechnologien geben, und den Zusammenhang zur Neuen Ökonomie herstellen. Im dritten Kapitel werden die Auswirkungen, welche die Neuen Technologien auf die Produktivität in den USA und dem Euro-Währungsgebiet haben untersucht.

2 Neue Technologien

In den Medien ist verstärkt von den „Neuen Technologien“ die Rede, dahinter verbergen sich die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien.[1] In den folgenden Kapiteln sollen grundlegende Begriffe erläutert werden, die mit dieser Thematik in Verbindung stehen.

2.1 Information

Der Begriff „Information“ wird in der Literatur durch eine Vielzahl von Definitionen beschrieben. Der Ursprung des lateinischen Wortes Information entspringt dem platonisch-aristotelischen Eidosbegriff, der das innere Wesen eines Gegenstandes wiedergibt.[2] In der Betriebswirtschaft bezeichnet die Information „...das Wissen über Sachverhalte und Vorgänge der Realität, das der Vorbereitung von Handlungen dient.[3]“ An anderer Stelle definiert Rupprecht-Däullary die Information als ein „...in bestimmter Form kodierter Ausschnitt von Wissen[4]“. Diese Informationen, welche in Form von z.B. Sprach- oder Textinformationen weitergegeben werden können, dienen der Wissens- Vermittlung und Erweiterung. So ist evident, dass auch in der unternehmerischen Praxis die Verfügbarkeit von Informationen eine entscheidende Rolle spielt. Um sich erfolgreich am Markt präsentieren zu können, ist es erforderlich, über aktuelle Informationen bezüglich des relevanten Marktes, der Konkurrenz und der Leistung bzw. der Leistungserstellung zu verfügen.[5] Auf Grund der enormen Bedeutung der Informationen für den Erfolg eines Unternehmens wurde seit den 50er Jahren verstärkt diskutiert die Informationen als Produktionsfaktor zu betrachten. Nach der traditionellen volkswirtschaftlichen Definition der Produktionsfaktoren erfolgt eine Differenzierung in Arbeit, Boden und Kapital. Bei dieser Begriffsbildung wird allerdings vorausgesetzt, dass Informationen „...als ideenspendende, verknüpfende, begleitende, vorauseilende und dokumentierende Größe selbstverständlich vorhanden sind und eingesetzt werden können.[6]“ In neueren Betrachtungen geht man jedoch verstärkt davon aus, dass Informationen als Querschnittsfaktor die gesamte Wertschöpfungskette durchziehen und somit entfalten sie erst ihre volle Wirkung im Zusammenspiel mit anderen Produktionsfaktoren. Sie stellen sicher, dass die anderen Produktionsfaktoren bestmögliche Verwendung finden.

Informationen können in verbaler oder non-verbaler Form vorliegen. Die Abbildung 1 soll diese Art der Untergliederung verdeutlichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Informationsformen

Quelle: Vgl. Rupprecht-Däullary 1994, S. 106

2.2 Kommunikation

In engem Zusammenhang mit der Information steht der Begriff der Kommunikation. Darunter ist der „Prozess, bei dem Informationen zum Zwecke der aufgabenbezogenen Verständigung ausgetauscht werden[7]“ zu verstehen. Der Ablauf der Kommunikation wird in dem klassischen Kommunikationsmodell von Shannon / Weaver verdeutlicht. Ein Sender leitet eine Botschaft über einen Übertragungskanal an den Empfänger (Abbildung 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Kommunikationsmodell nach Shannon / Weaver

Quelle: Vgl. Rupprecht-Däullary 1994, S. 108

Im Unternehmen werden vier Formen der Kommunikation unterschieden. So existiert die Mensch-Mensch-Kommunikation (face-to-face), die Maschine-Maschine-Kommunikation, die Mensch-Maschine-Kommunikation und die Mensch-Maschine-Mensch-Kommunikation.[8]

- Die Mensch-Mensch-Kommunikation wird direkt zwischen zwei oder mehr Menschen über akustische oder optische Signale durchgeführt. Die Informationen werden unmittelbar also ohne Hilfsmittel übertragen.
- Es wird von der Mensch-Maschine-Kommunikation gesprochen, wenn ein Mensch mit einer Maschine (z.B. Computer) kommuniziert. Diese Art der Kommunikation findet zum Beispiel im Internet Anwendung indem man auf eine Datenbank zugreift.
- Die Maschine-Maschine-Kommunikation ist eine Art der Kommunikation, bei der zwei oder mehr Maschinen untereinander Daten austauschen. Natürlich dient auch dies dem Menschen, findet aber ohne dessen Eingriff statt. Ein typischer Vertreter dieser Art ist EDI[9], hier tauschen Computer untereinander Dokumente (z.B. Rechnungen aus).
- Von Mensch-Maschine-Mensch-Kommunikation spricht man, wenn die zwischenmenschliche Kommunikation über Maschinen durchgeführt wird. Zu dieser mediengestützten Kommunikation gehören beispielsweise Video-, Telefon-, Computerkonferenzen.[10]

In der heutigen Zeit werden die Unternehmen mit einer zunehmenden Flut an Informationen konfrontiert. Um deren Bewältigung gerecht werden zu können ist der Einsatz leistungsfähiger Informations- und Kommunikationstechnologien von Nöten. Das folgende Kapitel soll einen Einblick in diese neuen Technologien gewähren.

2.3 Informations- und Kommunikationstechnologien

(IuK-Technologien)

Die IuK-Technologien werden eingesetzt, um die elektronische Verarbeitung und Verteilung von Informationen zu realisieren. Dabei ist mit Technologie das Wissen über die Technik gemeint.

Ist von Informationstechnologie die Rede, so ist darunter die automatisierte Erfassung, Speicherung, Verarbeitung, Rückgewinnung und Darstellung von Informationen zu verstehen. Dieser Bereich wird auch als elektronische Datenverarbeitung (EDV) bezeichnet. Als technischer Kern der Informationstechnologie ist der Computer anzusehen. Jedoch existieren je nach Anwendungsform verschiedene Systeme bzw. Geräte, die die automatisierte Verarbeitung der Informationen durch Zerlegung in kleinste Einheiten (Daten), die sogenannte Digitalisierung von Text, Bild, Ton gewährleisten. Hinzu kommt die zunehmende Vernetzung mit Informationssystemen.[11]

Die Kommunikationstechnologie ist die automatisierte Verteilung (Übertragung, Übermittlung, Transfer) von Informationen. Der Transfer von Informationen findet mittels Kommunikationssystemen auf Basis spezifischer Techniken zur Überwindung räumlicher Distanzen statt. Für diese Art der Kommunikation, auch Telekommunikation genannt, werden Übertragungseinrichtungen (Telefonnetze, Glasfaserkabel) zur technischen Übertragung zwischen den Kommunikationspartnern oder den jeweiligen Vermittlungs- und Verteileinrichtungen benötigt. Weiterhin sind Endgeräte (Telefon, Modem, Fax) als Schnittstelle zum Benutzer erforderlich. Die verwendeten Dienste gewährleisten den Nachrichtenaustausch auf der Grundlage verschiedener Standards (Briefdienst, Fernsprechdienst).[12]

2.3.1 Die Entwicklung der IuK-Technologien

Die ersten Entwicklungen, welche im Bereich der IuK-Technologien anzusiedeln sind, gehen auf die Erfindung des Telegraphen Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Somit wurde es erstmals ermöglicht, über weite Entfernungen Daten zu übertragen. Im Anschluss daran bot die Entwicklung des ersten Telefons die Gelegenheit, auch sprachlich trotz örtlicher Distanz zu kommunizieren. Durch immer rasantere Entwicklungen in den Bereichen der Elektronik, Mikroelektronik und der Computertechnik werden immer effizientere Technologien zur Speicherung oder Übertragung von Informationen geschaffen.[13] Die Abbildung 3 soll einen Überblick zur Entwicklung der Kommunikationsdienste bieten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Die Entwicklung der Kommunikationsdienste

Quelle: Motz 1998, S.144

Aus dieser Abbildung ist ersichtlich, wie rasant die Entfaltung dieser Technologien vonstatten geht. Insbesondere die dynamische Verbreitung der Personal Computer im vergangenen Jahrzehnt und der aktuelle Trend weltweiter Vernetzung stehen beispielhaft für diese Entwicklung. Mit dem Internet wurde es möglich, sich vom Computer aus mit anderen Techniken und Mediensystemen (Video, CD-Rom, Fernsehen, ISDN), mit weltweiten Informations- und Kommunikationsdiensten (Bibliotheken, Fakten- und Volltextdatenbanken) oder mit Dienstleistungsunternehmen (Banken und Versicherungen) zu vernetzen.[14] Mit exponentiellen Schüben schreitet die Entwicklung von Innovationen im Bereich der IuK-Technologie weiter voran. Dadurch ist auch der Preisverfall d.h. die schnell sinkenden Preise trotz verstärkt leistungsfähigeren Produkten zu erklären.[15]

2.3.2 Neue Technologien als Basis der Neuen Ökonomie

In den USA etablierte sich in der Mitte der 90er Jahre das Schlagwort „New Economy“ zu Deutsch „Neue Ökonomie“. Darunter bzw. unter Synonymen wie „digitale Ökonomie“, „Netzwerkökonomie“ oder „Internetökonomie“ ist der sich seit dieser Zeit vollziehende Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft gemeint. In der Literatur existieren momentan zahlreiche Definitionsansätze. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung versteht unter der Neuen Ökonomie das verstärkte informationsbasierte und informationsgetriebene Wirtschaften.[16] Für die Europäische Zentralbank ist die Neue Ökonomie gekennzeichnet durch ein gestiegenes Potentialwachstum und den permanenten Rückgang der strukturellen Arbeitslosigkeit.[17] Klotz wiederum versteht darunter ein auf digitalen Netzen basierendes Marktmodell, bei dem besondere Eigenschaften digitalisierter Produkte die Hauptrolle spielen.[18]

Andere Ansatzpunkte beinhalten die Globalität, die Zentralität von Wissen und Information sowie die Vernetzung der Beteiligten. Einigkeit besteht darin, dass die neuen Technologien d.h. die Informations- und Kommunikations-technologien die Basis dieser neuen Wirtschafts- bzw. Gesellschaftsform bilden.

3 Neue Technologien und Produktivität in den USA und im Euro-Währungsgebiet

In den folgenden Kapiteln soll der Einfluss der IuK auf die Entwicklung der Produktivität in den USA und im Euro-Währungsgebiet betrachtet werden. Dieser Darstellung liegt in erster Linie der Bericht „Neue Technologien und Produktivität im Euro-Währungsgebiet“, welcher im Monatsbericht Juli 2001 der EZB erschienen ist, zu Grunde.

Das wohl bedeutendste Charakteristikum der Neuen Ökonomie ist die Beschleunigung des Produktivitätszuwachses. In den vergangenen Jahren wurde verstärkt darüber spekuliert, ob dies das Resultat infolge ansteigender Innovationen im Bereich der IuK-Produktion und der sich ausweitenden IuK-Nutzung ist. Der Zuwachs der Produktivität wird üblicherweise durch die Arbeitsproduktivität[19] gemessen. Eine steigende Arbeitsproduktivität kann in Folge einer Kapitalintensivierung[20] bzw. auf Grund einer Zunahme der Gesamtfaktorproduktivität d.h. durch gestiegene Effizienz des Wirtschaftsprozesses entstehen.

3.1 Die USA als Vorreiter in der neuen Ökonomie

In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre ist in den USA ein anhaltender wirtschaftlicher Aufschwung zu verzeichnen, welcher mit bemerkenswerten Produktivitätsgewinnen einhergeht. Besonders auffallend ist, dass dies von einer verhaltenen Inflation und niedrigen Arbeitslosenquote begleitet wurde.[21] Die Abbildung 4 beinhaltet ein Diagramm zur Entwicklung der Arbeitsproduktivität und der Beschäftigung, gemessen an der Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden der USA. Die Steigerung der Arbeitsproduktivität weist hier bis Mitte der Neunziger Jahre keinen speziellen Trend auf, doch bei der Betrachtung des Zeitraumes 1995 bis 2000 ist ein eindeutig schnelleres Wachstum zu erkennen.[22] Weiterhin ist bemerkenswert, dass dies von einem anhaltenden Beschäftigungswachstum begleitet wurde.[23]

[...]


[1] Vgl. EZB Monatsbericht Juli 2001, S. 41

[2] Vgl. Röß 1993, S. 6

[3] Lück 1993, S. 564

[4] Rupprecht-Däullary 1994, S. 102

[5] Vgl. Schwickert 1995, S. 77

[6] Picot 1990b, S. 6 bei Rupprecht-Däullary 1994, S. 103

[7] Reichwald 1990a bei Rupprecht-Däullary 1994, S. 109

[8] Vgl. Röß 1993, S. 9

[9] Electronic Data Interchange

[10] Vgl. www.d-vision.de/ecommerce/lexikon/lex82.htm

[11] Vgl. www.anaesthesia.com/c108/c10803/iuk.html

[12] Vgl. Rupprecht-Däullary 1994, S. 120

[13] Vgl. Motz 1998, S.143 ff.

[14] Vgl. www.anaesthesia.com/c108/c10803/iuk.html

[15] Vgl. Motz 1998, S.143 ff.

[16] Vgl. www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/gutacht/00.ges.pdf, S. 182.

[17] Vgl. www.bundesbank.de/ezb/index.htm, Monatsbericht Oktober 2000 S. 48.

[18] Vgl. http://tse-hamburg.de/Papers/Wirtschaft/NewEconomics.html, S. 3.

[19] Produktionsleistung pro geleistete Arbeitsstunde

[20] Erhöhung des Kapitaleinsatzes je geleistete Arbeitsstunde

[21] Vgl. www.sachverstaendigenrat-wirtschft.de, Jahresgutachten 2000/2001, S. 127

[22] Vgl. EZB Monatsbericht Juli 2001, S. 43

[23] Vgl. EZB Monatsbericht Juli 2001, S. 45

Details

Seiten
26
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638283236
Dateigröße
798 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v25798
Institution / Hochschule
Hochschule Merseburg – Wiwi
Note
1,3
Schlagworte
Neue Technologien Produktivität Euro-Währungsgebiet Geld Kredit Währung

Autor

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