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,Oh, wie schön ist Panama' und ,John Chatterton: Der große Schlaf' - Ein Vergleich

Hausarbeit 2004 14 Seiten

Didaktik - Deutsch - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Bilderbuch
2.1 Aufgaben und Funktionen des Bilderbuchs
2.2 Merkmale des Bilderbuchs

3. Analyse und Vergleich der beiden Bilderbücher
3.1 Der Text: Funktionen und Eigenschaften
3.2 Das Bild: Funktionen und Eigenschaften
3.3 Zusammenfassung bisheriger Unterschiede bzw. möglichen Parallelen
3.4 Das Personenarsenal
3.4.1 Das Personenarsenal in ,John Chatterton: Der große Schlaf’
3.4.2 Das Personenarsenal in ,Oh, wie schön ist Panama’
3.5 Formen der Intertextualität

4. Schlusswort

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich zweier Bilderbücher. Bei diesen handelt es sich um ,Oh, wie schön ist Panama’ von Janosch und ,John Chatterton: Der große Schlaf’ von Yvan Pommaux.

„Oh, wie schön ist Panama“ handelt davon, wie der kleine Bär und der kleine Tiger eines Tages auf die Idee kommen in ihr Traumland Panama zu reisen und dafür ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Auf ihrem Weg treffen sie viele andere Tiere und kommen letztendlich wieder in ihrem eigenen kleinen Haus an, was sie allerdings nicht als ihr eigenes wiedererkennen.

„John Chatterton: Der große Schlaf“ handelt davon, dass Detektiv John Chatterton vom Ehepaar Rosendorn damit beauftragt wird, deren Tochter zu bewachen, damit sie sich nicht an einer Spindel sticht, wie es von einer Fee vorausgesagt wurde. Dies kann John Chatterton allerdings nicht verhindern, so dass nicht nur das Mädchen, sondern auch alles in ihrer unmittelbaren Umgebung, inklusive der Detektiv selbst, in einen tiefen Schlaf fällt. John Chatterton erwacht aber nach einiger Zeit wieder und macht sich auf die Suche nach der Person, die das Mädchen liebt, um es von dieser Person wachküssen zu lassen und erlöst somit alle wieder von dem tiefen Schlaf.

Zunächst soll auf das Bilderbuch – sprich seine Merkmale, Funktionen und Aufgaben – im Allgemeinen eingegangen werden.

Danach werden unter den Gesichtspunkten Text, Bild, deren Verhältnis zueinander, Personenarsenal und Formen der Intertextualität die beiden Bilderbücher analysiert und verglichen.

2. Das Bilderbuch

2.1 Aufgaben und Funktionen des Bilderbuchs

Dem Bilderbuch werden sechs verschiedene Funktionen zugesprochen: Die ästhetische Funktion, die sprachliche Funktion, die umweltzeigende und umwelterklärende Funktion, die emotionale und phantasiefördernde Funktion, die erzieherische Funktion und die literaturpädagogische Funktion.

Bilderbücher vermitteln ästhetische Bilderfahrung indem sie die Neugier wecken und Phantasie fördern. Sie geben dem Kind oftmals die erste Möglichkeit mit der Kunst und deren verschiedenen Formen in Kontakt zu treten und sich mit Gestaltung auseinander zusetzen. Zudem bieten sie die Möglichkeit Kinder dazu anzuregen selbst schöpferisch tätig zu werden. Mit der sprachlichen Funktion trägt das Bilderbuch – indem es beispielsweise durch (Nach-)Erzählen zum freien Sprechen anregt - einen wichtigen Teil zur Sprachentwicklung und Sprachaneignung bei. Es schult die Ausdrucksfähigkeit des Kindes, worauf der schriftliche Ausdruck später aufbauen kann. Da in Bilderbüchern eine Vielfalt von Ereignissen der, den Kindern bekannten oder erschließbaren Umwelt, behandelt wird, kommt hier die umweltzeigende bzw. umwelterklärende Funktion zum Tragen. Als ,Paradebeispiel’ sei hier das Sachbilderbuch genannt, das den Kindern die Umwelt erklärt und somit Wissen vermittelt und ihnen so möglicherweise helfen kann, sich in der Umwelt zurecht zufinden. Die emotionale und phantasiefördernde Funktion wird dadurch erreicht, dass das Bilderbuch die Phantasie durch schöne, bunte Bilder anspricht und dazu einlädt, die Geschichten weiterzuerzählen. Zudem greifen moderne Bilderbücher häufig auch Themen wie Angst auf. Die Kinder werden also nicht mehr dadurch geschont, dass ihnen in den Büchern nur die ,heile Welt’ präsentiert wird und müssen sich so teilweise emotionalen Herausforderungen stellen. Da Bilderbücher „auch heute noch ,heimliche Erzieher’“[1] sind, beinhalten sie die erzieherische Funktion. Sie belehren manchmal unterschwellig, manchmal aber auch sehr offensichtlich wie in dem moralischen Bilderbuch ,Struwwelpeter’. Die literaturpädagogische Funktion entsteht dadurch, dass Bilderbücher meist die erste Begegnung von Kindern mit Literatur sind. So werden die Kinder an Literatur herangeführt und ihnen der Zugang zu späteren Lesestoffen und Gattungen noch erleichtert.[2]

2.2 Merkmale des Bilderbuchs

Bilderbücher sind die Bücher, denen Kinder zuerst begegnen. Dies kann schon im frühen Kleinkindalter geschehen, da es sogar für die Altersstufe beispielsweise Bilderbücher für die Badewanne gibt. Diese sind aus weichem Plastik und beinhalten meist simple Bilder von Tieren und Gegenständen. Allerdings haben diese ,Badewannenbücher’ nicht den Doppelcharakter wie die meisten Bilderbücher, da sie ausschließlich Bilder, aber keinen Text enthalten.

Die Bilder haben einen hohen Aufforderungscharakter und mit dem Bild zusammen sicherlich – bei Kindern im Kindergarten- bzw. frühen Grundschulalter – eine „tiefere Wirkung und Nachhaltigkeit“[3], als ein Text allein. Meistens bedarf das Bilderbuch der Vermittlung durch Zweite, beispielsweise die Eltern oder Geschwister, da die Kinder noch nicht selbst, oder noch nicht ausreichend lesen können. In diesem Fall wird die Haltung des Kindes gegenüber dem Buch – wenn auch nicht bewusst – durch den Vermittler beeinflusst. Das Bilderbuch zieht außerdem einen „vielschichtigen Kommunikationsprozess“[4] nach sich, da sich z.B. Eltern und Kind über das Vorgelesene unterhalten, oder die Eltern das Kind dazu befragen können. Zudem könnte das Kind dazu animiert werden die Geschichte nach zu erzählen und somit an das freie Erzählen bzw. Sprechen herangeführt zu werden. „Für die Erfassung des Bilderbuchs sind maßgeblich die Fähigkeit zu differenzierter Wahrnehmung und zur Konzentration, das Gedächtnis, der Erfahrungshorizont des Kindes und seine sprachliche Kompetenz.“[5] Allerdings schult das Bilderbuch diese Fähigkeiten auch. Die Interessen und Bedürfnisse des Kindes sollte das Bilderbuch immer im Auge behalten, aber es sollten ebenfalls ein wenig über den Entwicklungsstand hinausgehen. Neben den bereits erwähnten Fähigkeiten sollten Bilderbücher aber auch die Sprachentwicklung, die Kreativität und die ästhetische Sensibilisierung des Kindes fördern. Ein weiteres Merkmal und sicherlich auch ein Aspekt, der das Bilderbuch reizvoll macht, ist die Möglichkeit des Verweilens. Anders als bei den bewegten Bildern des Fernsehens z.B., kann das Kind beim Bilderbuch bestimmen, wann es weiterblättert. Zudem kann es auch zurückblättern, oder die Konfrontation mit bestimmten Situationen vermeiden bzw. verweigern, indem es diese überblättert.[6]

[...]


[1] Sahr, Michael und Schlund, Angela: Das Bilderbuch in der Grundschule. In: Wolf-Handbücher. Unterrichtspraxis. Wolf Verlag: Regensburg 1992, S. 14

[2] Vgl. Sahr, Michael und Schlund, Angela: Das Bilderbuch in der Grundschule. In: Wolf-Handbücher. Unterrichtspraxis. Wolf Verlag: Regensburg 1992, S. 8-15

[3] Halbey, Hans Adolf: Bilderbuch: Literatur. Neun Kapitel über eine unterschätzte Literaturgattung. Beltz Athenäum Verlag: Weinheim 1997, S. 11

[4] Ebd.

[5] A.a.O., S. 17

[6] Vgl. Halbey, Hans Adolf: Bilderbuch: Literatur. Neun Kapitel über eine unterschätzte Literaturgattung. Beltz Athenäum Verlag: Weinheim 1997, S. 11-18

Details

Seiten
14
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638278775
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v25166
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
3,0
Schlagworte
Panama John Chatterton Schlaf Vergleich Kinderliteratur Grundschule

Autor

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