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Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

Hausarbeit 1999 22 Seiten

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhalt

KRITK AN DER THEORIE DAVID HUMES

ZUR VORREDE

ZUM ERSTEN ABSCHNITT
„DIE WÜRDIGKEIT GLÜCKLICH ZU SEIN“ UND „DER GUTE WILLE“
Der „gute Wille“
„Glückseligkeit“:
Die „Würdigkeit glücklich zu sein“:
Kann allein die „Glückseligkeit“ das höchste Gut des Menschen sein? 6
DER BEGRIFF DER PFLICHT
DER KATEGORISCHE IMPERATIV
ZUM ZWEITEN ABSCHNITT
DIE IMPERATIVE
AUTONOMIE UND HETERONOMIE

ZUM DRITTEN ABSCHNITT

„WIE IST EIN KATEGORISCHER IMPERATIV MÖGLICH?“

KRITK AN DER THEORIE DAVID HUMES

Kant sah die Würde des Menschen durch die Theorie Humes, der die Vernunft als bloße Assoziation bestimmter Sinneswahrnehmungen und Erfahrungen definierte und weiterhin die Existenz des Individuums verneinte, bedroht. Hume zufolge sind Gut und Böse nicht von der Vernunft abhängig, sondern erwachsen aus der Bedeutung für das eigene Glück. Immanuel Kant sah sich herausgefordert die Vernunft und somit die Würde des Menschen zu verteidigen.

ZUR VORREDE

In seinen Schriften Grundlegung zur Metaphysik der Sitten und Kritik der praktischen Vernunft beschreibt Kant sein ethisches System. Es gründet sich auf der Überzeugung, dass die Vernunft höchste und letzte Autorität der Moral sei. Nach Kant gibt es zwei Arten von Bestimmungsgründen des Willens: den bedingten oder hypothetischen Imperativ , der einer subjektiven Neigung erwächst und einen bestimmten Zweck verfolgt, und den kategorischen Imperativ, der eine Handlung einem objektiven Gesetz unterwirft, das allgemein gültig und notwendig ist. Der kategorische Imperativ, den Kant auch als Sittengesetz bzw. Grundlage der Sittlichkeit bezeichnet, wurde von ihm folgendermaßen formuliert: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Insofern es ein Tun gebietet, enthält das Sittengesetz einen Imperativ; als kategorisch wird er bezeichnet, weil er unbedingt und unabhängig von den jeweiligen Wünschen und Bedürfnissen gilt. Sein philosophisches Nachdenken stellt er unter folgende Fragen:

-Was kann ich wissen?
-Was soll ich tun?
-Was darf ich hoffen?
-Was ist der Mensch?

Kant sieht allerdings die Notwendigkeit, vor der Beantwortung anthropologischer (und somit empirischer) Fragen, zuerst die Frage nach einem universellen Gesetz zu stellen „ob man nicht meine, daß es von der äußersten Notwendigkeit sei, einmal eine reine Moralphilosophie zu bearbeiten, die von allem, was nur empirisch sein mag und zur Anthropologie gehört, völlig gesäubert wäre...“1 Sieht man aber alles kulturell, biologisch. bedingt, so werden der freie Wille sowie die Vernunft und damit auch der Verstand in Frage gestellt. Allgemeingültige Gesetze können ihren Ursprung jedoch nur in der reinen Vernunft haben. Solche Gesetze, die a priorischen Prinzipien entspringen, nennt Kant moralische Gesetze, wogegen er Vorschriften bzw. Regelungen, die auf der Erfahrung fußen, lediglich als praktische Regeln bezeichnet werden können. Moralische Gesetze allerdings verlangen Verbindlichkeit.

Könnte nun beispielsweise das Gebot der Nächstenliebe, weil allgemeingültig, als ein solches moralisches Gesetz bezeichnet werden? Bei genauerer Betrachtung stellen sich hier folgende Fragen:

a) Handelt es sich hierbei um eine Glaubensfrage?
b) Wie definiert der Einzelne die enthaltenen Begrifflichkeiten (Liebe - Was ist Liebe? Gibt es Liebe? Liebe ich mich selbst? ...).

Je nach Definition und Bewertung dieses Satzes würde das Handeln des Einzelnen unterschiedlich ausfallen und könnte somit nicht als uneingeschränkt gut bewertet werden.

ZUM ERSTEN ABSCHNITT

„Es ist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut gehalten werden, als allein ein GUTER WILLE"2

Nach Kant ist einzig und allein der gute Wille ohne Einschränkung für gut zu halten. Hinter jeglichem Tun steht ein Wille. Das Attribut „gut“ verdient die Handlung aber erst dann, wenn der gute Wille die Basis darstellt. Er allein bringt gute Handlungen hervor, unabhängig von jeglicher Normierung. Allein durch dessen Existenz wird Wertschätzung bzw. Bewertung möglich.

„DIE WÜRDIGKEIT GLÜCKLICH ZU SEIN“ UND „DER GUTE WILLE“

Der „gute Wille“

Der gute Wille kann nicht zweckgebunden sein. Er ist als etwas autonomes und absolutes zu verstehen, welches die empirische Realität übersteigt und somit als transzendent zu bezeichnen ist.

Der „gute Wille“ an sich, d.h. für sich allein ist, ist als unbeschränkt gut zu erachten, ganz abgesehen davon, ob sie durch ihn eingeleitete Handlung durch mögliche äußere Zufälle fehlschlägt ( und die Ergebnisse schlimmstenfalls eher als schlecht zu bewerten sind), so ist doch der „gute Wille“ „...ohne Vergleich weit höher zu schätzen als alles, was durch ihn zu Gunsten irgend einer Neigung, ja wenn man will, der Summe aller Neigungen, nur immer zustande gebracht werden könnte.“3

„Glückseligkeit“:

Die Glückseligkeit ist als eine transzendente Ausrichtung zu begreifen und aufgrund dessen nicht aus eigener Kraft zu erreichen. Völlige Glückseligkeit ist ein in sich geschlossenes System, das keine weiteren Fragen mehr offen lässt.

Die „Würdigkeit glücklich zu sein“:

Diese ist als eine Art Rückkopplung zu verstehen, d.h. sie ist eine Rückfrage an das moralische Prinzip, an das Gute, das Gewissen. Die „Würdigkeit“ ergibt sich aus der Antwort auf die Frage: „Habe ich es verdient, glücklich zu sein?“

So mag es Menschen geben, die sozusagen alles Glück der Welt erfahren, denen jedoch der „gute Wille“ fehlt. Jenen ist die „Würdigkeit glücklich zu sein“ abzusprechen, da die bloße Orientierung an der eigenen „Glückseligkeit“ ohne Mithineinnahme des „guten Willens“ als egozentrisches Handeln abgetan werden muss: „...Daß ein vernünftiger unparteiischer Zuschauer sogar am Anblicke eines ununterbrochenen Wohlergehens eines Wesens, das kein Zug eines reinen und Guten Willens ziert, nimmermehr ein Wohlgefallen haben kann, und so der gute Wille die unerläßliche Bedingung selbst der Würdigkeit glücklich zu sein auszumachen scheint.“4.

Kann allein die „Glückseligkeit“ das höchste Gut des Menschen sein?

Der Mensch trat im Übergang von der Natur- zur Gattungsgeschichte als Mängelwesen heraus. Während bei Tieren das Überleben und die Erhaltung der Art durch das Vorhandensein von Instinkten gesichert ist, wurde dem instinktreduzierten Wesen „ Mensch“ die Vernunft mitgegeben. Diese erscheint allerdings als das denkbar schlechteste Mittel zum Erreichen von „Glückseligkeit“. Wesentlich besser geeignet wäre ein von Instinkten gelenktes Verhalten, wie es eben Tiere an den Tag legen, welches ihnen die Befriedigung ihrer Bedürfnisse zusichert bzw. dazu leitet. Die Vernunft dagegen bezeichnet Kant als „nicht tauglich genug“, da sie u.a. die menschlichen Bedürfnisse mehrt.

[...]


1 Immanuell Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten; Reclam S. 21

2 ebd. S. 28

3 ebd. S. 29

4 ebd. S. 28/29

5 ebd. : S. 31

Details

Seiten
22
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638274753
Dateigröße
611 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v24653
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Philosophisches Seminar
Note
2,0
Schlagworte
Kants Grundlegung Metaphysik Sitten

Autor

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