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Entstehung und Entwicklung der DAP

Seminararbeit 2003 10 Seiten

Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
1.1. Forschungsgegenstand
1.2. Schwerpunktsetzung und Fragestellung

2. Vorgeschichte der DAP
2.1. Entstehung von antisemitischen Organisationen
2.2. Der „freie Arbeiterausschuss für einen guten Frieden“
2.3. Die Thulegesellschaft
2.4. Der politische Arbeitszirkel

3. Die Entstehung der Deutschen Arbeiterpartei
3.1. Gründungsgeschichte
3.2. Selbstverständnis der Deutschen Arbeiterpartei

4. Erstmaliger Kontakt Hitlers mit der DAP
4.1. Erste Begegnung mit der Partei
4.2. Hitlers Eintritt in die Partei

5. Hitlers Aufbauarbeit
5.1. Struktur der DAP
5.2. Parteiwachstum und Erfolgskonzept
5.3. Entstehung der NSDAP

6. Schluss

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Forschungsgegenstand

Die Niederlage Deutschlands im ersten Weltkrieg und die verheerende wirtschaftliche, als auch politische Situation des Landes ließen eine innere Neuordnung unumgänglich werden. Der rasche Zerfallsprozess des Kaiserreiches traf zusammen mit revolutionärem Aufbegehren von unten und ließ die Monarchie in Deutschland binnen wenigen Tagen zusammenbrechen.

Die politischen Umwälzungen im November 1918 führten daraufhin zur Entstehung der ersten Demokratie auf deutschem Boden – Der Weimarer Republik.

1.2. Schwerpunktsetzung und Fragestellung

Durch die Vielfalt des Themengebietes der Weimarer Republik ist es nötig Schwerpunkte zu setzen und sich auf eine spezielle Fragestellung festzulegen. Da der Umfang der Arbeit begrenzt ist, habe ich mich auf den Zeitraum von 1918 bis Februar 1920 beschränkt. Kurz: dem Weg der DAP zur NSDAP. Hauptsächlich wird hierbei die Entstehungs- und Anfangsphase der Partei betrachtet. Aus Platz-Gründen schließt die Arbeit mit der Umbenennung der DAP in die NSDAP im Februar 1920 ab. Das 25 Punkte Programm vom 24. Februar 1920 wird bereits nicht mehr behandelt.

Geklärt wird die Vorgeschichte der Partei-Gründung und die an der Entstehung beteiligten Personen. Natürlich ist es auch unumgänglich das Erscheinen und Wirken Adolf Hitlers und dessen Parteibeitritt näher zu beleuchten.

Welche historischen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe veranlassten die Gründung der DAP? Wie konnte sich die anfangs unbedeutende Organisation zu einer Massenpartei etablieren?

In den nächsten Kapiteln werden diese Aspekte behandelt und die Ergebnisse in einem abschließenden Fazit veranschaulicht.

2. Vorgeschichte der DAP

2.1. Entstehung von antisemitischen Organisationen

Nach 1918 wollten die meisten Menschen die Tatsache des „schändlich“ verlorenen Ersten Weltkrieges nicht verstehen. Ein Sündenbock musste her. Denn wer wollte schon die Schuld für sein „krankhaft angekratztes Nationalbewusstsein“[1] bei seiner eigenen Person suchen oder gar den Versuch starten die Situation zu akzeptieren?

Verantwortlich gemacht wurden die Juden. Ihre Herrsch- und Geldgier habe sie in der ganzen Welt unbeliebt gemacht und auch der Krieg sei von ihnen nur als Einnahmequelle genutzt worden - so die Anschuldigungen. Genährt wurden diese durch zahlreiche antisemitische Bewegungen. Zum Beispiel stand der antisemitische Kampf der Deutschvölkischen Blätter in Hamburg, vom Deutschvölkischen Bund herausgegeben, seit Januar 1917 unter dem Symbol des Hakenkreuzes. Die allgemeine Unzufriedenheit des Volkes, verursacht durch ständige Unruhen, Streiks, die vehemente Ablehnung der Siegermächte und die wirtschaftliche Not, gaben Anlass zu vermehrter Gründung von Bünden und Interessensgemeinschaften.

2.2. Der „freie Arbeiterausschuss für einen guten Frieden“

Veranlasst durch den Münchener Eisenbahnschlosser Anton Drexler wurde am 7.März 1918 in einem Münchner Gasthaus der „Freie Arbeiterausschuss für einen guten Frieden“ gegründet. Beeinflusst wurde die Organisation durch den seit August 1916 in Bremen bestehenden „Freien Ausschuss für einen deutschen Arbeiterfrieden“, der bereits antisemitische Forderungen aufweist. Die Ziele der norddeutschen Organisation, als auch ihrer bayrischen Ortsgruppe, waren gleich: Kampf den Marxisten, Bolschewisten, Pazifisten, Juden und Freimaurer.[2] Während die Bremer Gruppe, laut Drexler, 1918 bereits 290 000 Mitglieder aufweisen konnte, beschränkte sich die Zahl der Münchner Organisation bei ihrer Gründung auf gerade 28 Gesinnungsgenossen und sollte auch nie über 40 hinausgehen.[3]

2.3. Die Thulegesellschaft

Da der „Freie Arbeitsausschuss für einen guten Frieden“ keinen rechten Halt im Münchener Raum zu fassen vermochte und auch dessen Kriegsverlängerungsparole nicht das Interesse der Massen weckte, musste eine neues Programm gefunden werden. Und es wurde gefunden. Dargestellt durch die Thule-Gesellschaft, der Tarnvereinigung des 1912 nach freimaurerischem Vorbild gegründeten Germanenordens.[4] Unter der Formel: „... jetzt wollen wir sagen, dass der Jude der Todfeind ist, von heute ab werden wir handeln“, agierte die 200 Mitglieder starke bayrische Ordensprovinz, die unter Rudolf Freiherr von Sebottendorff seit Januar 1918 Bestand hatte.[5]

Der deutsche Schulverein, die Fahrenden Gesellen, die Nationalliberale Partei oder auch die Alldeutschen – in der Thule sammelten sich nahezu alle national-interessierten Münchner Vereine. Alle judenfeindlichen Organisationen wurden von dort verfolgt und fanden seit Juli 1918 ihre Publikation durch den „Münchner Beobachter“ – der ebenfalls zum Besitz Sebottendorffs zählte.

2.4. Der politische Arbeitszirkel

Trotz Drexlers parteilich ausbleibenden Erfolgen lies dieser sich nicht entmutigen und hielt im Oktober 1918 seinen ersten öffentlichen Auftritt, einen Vortrag im Wagner-Saal, ab. Ebenfalls anwesend: der Sportjournalist Karl Harrer, später im Vorsitz der DAP . Dieser wurde von der Thule-Gesellschaft, die Einfluss in der Arbeiterschaft zu gewinnen gedachte, zu Anton Drexler gesandt.[6] Ergebnis war der noch im Oktober 1918 im Auftrag der Thule-Gesellschaft gegründete „Politische Arbeitszirkel“. „Eine Vereinigung“, laut der Satzung vom 24. März 1919,“ ausgewählter Persönlichkeiten zwecks Besprechung und Studium politischer Angelegenheiten.“[7] Resultat: Die Gründung einer öffentlich arbeitenden Organisation, deren Hauptinitiative und Namensgebung auf Drexler zurückgeht: Die Deutsche Arbeiterpartei.

[...]


[1] Maser, Werner: Der Sturm auf die Republik. Frühgeschichte der NSDAP. Stuttgart 1973, S.141

[2] ebd. S.143

[3] Deuterlein, Ernst: Der Aufstieg der NSDAP in Augenzeugenberichten. 5.Auflage, München 1982, S.57

[4] Pätzold, Kurt/ Weißbecker, Manfred: Geschichte der NSDAP. Originaltitel: „Hakenkreuz und Totenkopf. Die Partei des Verbrechens“, Köln 1981, S.18

[5] Maser, Werner: Sturm auf die Republik, S.146

[6] Tyrell, Albrecht: Vom ´Trommler` zum ´Führer`. München, S. 22

[7] Maser, Werner; Sturm auf die Republik, S.148

Details

Seiten
10
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638273206
ISBN (Buch)
9783656202479
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v24446
Institution / Hochschule
Universität Mannheim – Geschichte
Note
1,0
Schlagworte
Entstehung Entwicklung Scheitern Weimarer Republik

Autor

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