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Strukturen des Golfmarktes in Deutschland. Potentiale, Einflussfaktoren und internationaler Vergleich

Doktorarbeit / Dissertation 2003 246 Seiten

Sport - Sportökonomie, Sportmanagement

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

I EINFUHRUNG
1.1 Fragestellung und Relevanz
1.2 Forschungsbedarf und -stand
1.3 Wissenschaftliche Literatur zur „Golfokonomie“
1.4 Methodische Vorgehensweise und Organisation
1.4.1 Quantitative Forschungsmethoden
1.4.2 Qualitative Forschungsmethode: Leitfadeninterview
1.5 Aufbau

II AUFTAKT: GOLFHISTORIE
11.1 Weltweit
11.2 Golf im Dritten Reich und in der Nachkriegszeit
11.3 Golf in der sowjetischen Besatzungszone; Grande gegen Golf in der DDR

III METHODENKRITIK: FEHLERQUELLEN BEI DER ERFASSUNG VON GOLFDATEN
III.1 Einleitung
III.2 Regionale Zuordnung: Internat. Vergleiche der Anzahl der Golfer
III.2.1 Zeitpunkt der Datenerhebung
III.2.2 Methoden der Datenerhebung: Vereinszahlen vs. Umfragedaten
III.2.3 Typologie der Golfer: Organisierte vs. unorganisierte Golfer
III.2.4 Eigene Definition: Clubgolfer vs. clubfreie Golfer
III.3 Angebotsseite
III.3.1 Anzahl der Clubs: mit vs. ohne Platz
III.3.2 Anzahl der Platze
III.3.3 Definition: Private vs. offentliche Platze, offentliches Golf
III.4 Nachfrageseite: Nachfrager vs. Nutzer
III.4.1 Golfnachfrage vs. Golfnachfrage vor Ort
III.4.2 Wartelisten
III.5 Verhaltniszahlen
III.5.1 Definition
III.5.2 Berechnungsprobleme
III.5.2.1 Platz vs. Spielbahnen
III.5.2.2 Golfer vs. Golfen
III.6 Zukunftsprognosen
III.6.1 Angebot vs. Nachfrage
III.6.2 Gesamt- vs. Teilmarkte
III.7 Zusammenfassung

IV ANGEBOTSANALYSE: DIFFERENZIERUNGSKRITERIEN OFFENTLICHER UND PRIVATER GOLFANLAGEN
IV. 1 Einleitung
IV. 2 Grundlegende Merkmale
IV 2.1 Spielberechtigung
IV. 2.2 Kostenart
IV. 2.3 Bindung
IV. 2.4 Spielstarkenachweis
IV 2.5 Zwischenresumee
IV. 3 Weitere Merkmale
IV. 3.1 Soziale: Image und Klientel
IV. 3.2 Okonomische
IV... 3.2.1 Mitgliedsbeitrag
IV. 3.2.2 Andere Kosten, Finanzierung und Auslastung
IV. 3.2.3 Spielgebuhren (Greenfee)
IV. 3.2.4 Okonomische Zielsetzung
IV 3.3 Sportliche
IV. 3.3.1 Trainingsbedingung
IV. 3.3.2 Zielgruppe
IV. 3.3.3 Turniere und Leistungsorientierung
IV. 3.4 Quantitative: Anzahl und GroBe
IV. 3.5 Institutionelle
IV 3.5.1 Verband
IV. 3.5.2 Rechtsform
IV. 3.5.3 Eigentumer
IV. 3.5.4 Geschaftsfuhrung
IV. 3.5.5 Sportliche Leitung
IV. 3.6 Sonstige
IV. 3.6.1 Gastronomie
IV. 3.6.2 Pro-Shop und Schlagerverleih
IV... 3.6.3 Touristische Verbindung
IV. 4 Prognosen
IV. 4.1 Anzahl
IV. 4.2 Qualitat
IV. 4.3 Mitglieder
IV. 4.4 Angebotsstruktur
IV. 4.5 Preisstruktur
IV. 5 Zusammenfassung

V NACHFRAGEANALYSE
V. 1 Potentialbefragung
V. 1.1 Einleitung
V. 1.2 Untersuchungsdesign
V. 1.2.1 Daten
V. 1.2.2 Methoden
V. 1.3 Ergebnisse
V. 1.4 Diskussion
V. 1.4.1 Weiche und harte Indikatoren
V. 1.4.2 Image von Golf
V. 1.4.3 Barrieren gegen Golf
V. 1.5 Schlussfolgerungen
V. 2 Regionalspezifische Faktorenanalyse - ein Leitfaden
V. 2.1 Einleitung
V. 2.2 Konsumtheorie und Methode
V. 2.3 Abhangige Variablen
V. 2.3.1 Anbieter- und Nachfragerpotential
V. 2.3.2 Gebundenes Clubgolf, ungebundenes/offentliches Golf
V. 2.4 Unabhangige Variablen: Faktorauswahl
V. 2.4.1 Auswahl des Geltungsbereiches
V. 2.4.1.1 Einzugsgebiet
V. 2.4.1.2 Pilotprojekt: Raum X
V. 2.4.2 Potentialberechnung
V. 2.5 Die Faktoren
V. 2.5.1 Wirtschaftliche Faktoren
V. 2.5.1.1 Preise fur Golf
V. 2.5.1.2 Pro-Kopf-Einkommen
V. 2.5.1.3 Art der Beschaftigung
V. 2.5.2 Soziodemographische Faktoren
V. 2.5.2.1 Bevolkerungszahl
V. 2.5.2.2 Alter
V. 2.5.2.3 Schulabschluss
V. 2.5.2.4 HaushaltsgroBe
V. 2.5.2.5 Allgemeines Sportinteresse
V. 2.5.2.6 Golfneigung
V. 2.5.3 Politik: Einfluss von Umweltschutzern
V. 2.5.4 Standort, Infrastruktur und Tourismus
V.2.5.4.1 Qualitat und Dichte des StraBennetzes
V.2.5.4.2 Touristische Verknupfung
V.2.5.4.3 Besiedlungsdichte
V.2.5.4.4 Immobilieninvestment
V.2.5.5 Historie
V.2.5.5.1 Anzahl der alteingesessenen Clubs
V.2.5.6 Markt
V.2.5.6.1 Anzahl der Golfanbieter (Clubanlagen und offentliche Anlagen)
V.2.5.6.2 Anzahl anderer Sport- und Freizeitanbieter
V.2.5.6.3 Grundstuckspreise
V.2.5.7 Klima: Sonnenscheindauer, Niederschlagsmenge und Lufttemperatur
V.2.5.8 Sonstige
V.2.5.8.1 Anzahl internationaler Grossturniere
V.2.5.8.2 Medienprasenz
V.2.5.8.3 Sponsoring/Idole
V. 2.5.8.4 Golf in Uni-/Schulsport
V. 3 Zusammenfassung

VI INTERNATIONALER VERGLEICH
VI. 1 Fallbeispiel: Deutscher, englischer und schwedischer Golfmarkt im Vergleich
VI. 1.1 Einleitung
VI. 1.2 Auswahlgrunde
VI. 1.3 Golfangebot in den 3 Landern
VI. 1.3.1 Deutschland
VI. 1.3.2 Schweden
VI. 1.3.3 England
VI. 1.3.4 Zusammenfassung des Angebotsvergleiches
VI. 1.4 Golfspieler in den 3 Landern
VI 1.4.1 Deutschland
VI. 1.4.2 Schweden
VI. 1.4.3 England
VI. 1.4.4 Zusammenfassung des Nachfragevergleiches
VI. 1.5 Wichtige Erfolgsfaktoren in England
VI. 1.5.1 Zugang
VI 1.5.1.1 Platztypen
VI. 1.5.1.1.1 Municipal courses
VI. 1.5.1.1.2 Proprietary courses
VI. 1.5.1.1.3 Private member courses
VI. 1.5.1.2 Platzerlaubnis
VI. 1.5.1.3 Fazit Zugang
VI. 1.5.2 Preisgestaltung
VI. 1.5.2.1 Municipal und public courses
VI. 1.5.2.2 Proprietary courses und private member clubs
VI. 1.5.2.3 Fazit Preisgestaltung
VI. 1.5.3 Besonderheiten und Initiativen in England
VI. 1.5.3.1 Societies
VI. 1.5.3.2 Getrennte Verbande fur Damen und Herren
VI. 1.5.3.3 Associate Membership
VI. 2 Golfangebot und Golfspieler weltweit
VI. 2.1 Einleitung
VI. 2.2 Weltweite Verteilung
VI. 2.3 Potential
VI. 2.3.1 Auslastung in Deutschland
VI. 2.3.2 Auslastung international
VI. 2.3.3 Szenario 1: Steigerung der Auslastung
VI.2.3.4 Szenario 2: Anstieg der Golferdichte
VI.3 Zusammenfassung

VII OFFENTLICHES GOLF: GOLF FUR WENIGE - GOLF FUR VIELE - GOLF FUR ALLE
VII.. 1 Einleitung
VII. 2 Grunde fur die Offnung
VII. 2.1 Sicherung des Monopols
VII. 2.2 Druck von auBen
VII. 2.2.1 Ostdeutscher GolfVerband
VII. 2.2.2 Bundesverband Golfanlagen e.V
VII. 2.3 Wiedervereinigung
VII. 2.4 Rechtliche Urteile
VII. 2.4.1 Besteuerung von Vereinen im weiteren Sinne
VII. 2.4.1.1 Einleitung
VII. 2.4.1.2 Gemeinnutzigkeit
VII. 2.4.1.3 Rechtsfolgen fur die Besteuerung
VII. 2.4.1.3.1 Korperschaftssteuer
VII. 2.4.1.3.2 Gewerbesteuer
VII. 2.4.1.3.3 Umsatzsteuer
VII. 2.4.1.3.4 Grundsteuer, Erbschafts- und Schenkungssteuer
VII. 2.4.1.3.5 Abziehbarkeit von Spenden
VII. 2.4.1.4 Voraussetzungen fur die Anerkennung
VII. 2.4.1.4.1 Rechtliche Struktur
VII. 2.4.1.4.2 Forderung der Allgemeinheit
VII. 2.4.1.4.3 Satzung
VII. 2.4.1.4.4 Tatsachliche Geschaftsfuhrung
VII. 2.4.2 Besteuerung von Vereinen im engeren Sinne: Golf-Vereine
VII. 2.4.2.1 Allgemeinheit
VII. 2.4.2.2 Investitionsumlagen
VII. 2.4.3 Fazit
VII.. 3 Instrumente zur Forderung des offentlichen Golfs
VII. 3.1 Vereinigung clubfreier Golfer (VcG)
VII. 3.1.1 Organisationsstruktur und Entwicklung der VcG
VII. 3.1.2 Vorteile fur den DGV
VII. 3.1.3 Vorteile fur die Offentlichkeit
VII. 3.1.4 Kampagnen zur Nachfrager-Gewinnung
VII. 3.2 DGP und VoG
VII. 3.3 Forderung offentlicher Kurzplatze
VII.. 4 Zusammenfassung
VIII ZUSAMMENFASSUNG UND FORSCHUNGSAUSBLICK

IX LITERATURVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

VERWENDETE ABKURZUN GEN

X ANHANG

X.1 Offentliche Anlagen in Deutschland

X.2 Fragebogen fur Ipsos vom Januar 2001 im Auftrag der GTC

X.3 Leitfaden: Befragung des schwedischen und englischen Golfverbandes

EINFUHRUNG

Fragestellung und Relevanz

Die nachfolgende Arbeit setzt sich im Wesentlichen mit den vier folgenden Fragen auseinander:

1. Wie entwickelt sich der Golfsport quantitativ und qualitativ in den nachsten Jahren?

Es steht auBer Zweifel, dass der Golfsport in Deutschland ein sehr groBes Wachstum zu verzeichnen hat, manch einer nennt es sogar einen (Nachfrage-)Boom.

Die Rechtfertigung fur diese Aussage liegt einerseits in der zahlenmaBigen Entwicklung der Sportart selbst: die Steigerungsraten entsprechen seit 1990 mehr als einer Verdreifachung der Anzahl der Golfer und mehr als einer Verdopplung der Anzahl der Platze und Clubs. Andererseits erhalt die quantitative Aussage eine Fundierung, wenn man den Golfsport gegenuber anderen Sportarten im Deutschen Sportbund (DSB) betrachtet: seit 10 Jahren belegt Golf eine Spitzenposition, was die relativen Wachstumsraten aller im DSB vertretenen 57 Sportarten betrifft - auch fur das Jahr 2001 hatte Golf wieder die hochste relative und die zweithochste absolute Wachstumsrate. Damit ubertrifft der Sport alle anderen „Trendsportarten“ wie z.B. den Rollsport, die nur kurze Perioden der Steigerung aufweisen.

Quo vadis Golfsport? Diese Fragestellung ergibt sich zwangslaufig aus der beschriebenen Entwicklung.

2. Was sind die Einflussfaktoren fur diese Entwicklung?

Will man den Zuwachs von Angebot und Nachfrage im Golfbereich besser verstehen, ist es wichtig, die Einflussfaktoren zu kennen. Dadurch konnen zukunftige Trends besser vorhergesagt werden bzw. kann versucht werden, auf die wesentlichen Faktoren einzuwirken.

3. Was ist in diesem Zusammenhang unter „offentlichem GolP‘ zu verstehen und wodurch wird es in Deutschland gefordert?

Vergleicht man die Entwicklung von Golf in Deutschland mit der Entwicklung in anderen Landern, in denen der Sport sehr popular ist, fallt haufig das Schlagwort „offentliches Golf wenn es um die Benennung eines wesentlichen Unterschieds geht. Zudem wird behauptet, dass das Angebot von „offentlichem Golf‘ in Deutschland seit einigen Jahren zunehmen wurde.

Um dies beurteilen zu konnen, ist es wichtig, zunachst die Merkmale von „offentlichem Golf‘ zu benennen bzw. die Unterschiede zu anderen Landern hervorzuheben. Die Untersuchung dieses Aspektes ist insofern von Interesse, als „offentliches Golf‘ eine Angebotsalternative darstellen konnte, um die ermittelten Marktpotentiale in Deutschland zu realisieren.

4. Was zeigen internationale Vergleiche mit bekannten „Golfnationen“, in denen Golf bereits eine grofie Popularitat aufweist?

Wenn der Golfsport in Deutschland auf dem Weg zu einem „Sport fur viele“ ist, konnen aus Vergleichen mit Landern, in denen dies schon der Fall ist, hilfreiche Informationen fur eine Weiterentwicklung gewonnen werden.

Ihre Relevanz erhalten die Fragen auch aus einer okonomisch-materiellen Sichtweise heraus. Sportarten bedeuten Nachfrage nach Konsumgutern, Investitionen und Dienstleistungen, und wachsende Sportarten bedeuten eine wirtschaftliche Outputsteigerung fur die gesamte Volkswirtschaft. Die Nachfrage nach Golf bedeutet eine multiplikative Verknupfung von direkter, indirekter und induzierter Wertschopfung, wenn es gelingt, durch Tourismusangebote oder publikumswirksame Meisterschaften zusatzliche Nachfrager in die betreffende Region zu locken.[1] Der eine Euro, den der zusatzliche Golfer beim Kauf einer Spielgebuhr auf dem Golfplatz ausgibt, durchwandert die gesamte Wirtschaft und erzeugt damit ein Wachstum im lokalen bzw. regionalen Output und in der Beschaftigung: der Club bezahlt Lohne und Steuern, der Club bezahlt Lieferanten und der Club zieht neue Kunden in die Region z.B. durch Tourismus, die dort wieder Einkommen und Beschaftigung schaffen.[2] Ein Golfplatz ist (auch) ein Wirtschaftsunternehmen; er erzielt einen Umsatz von 0,5 bis 2 Mio. Euro und seine Investitionen liegen ebenfalls zwischen 3 und 5 Mio. Euro. Aggregiert man diese Ausgaben uber die letzten 10 Jahre entstehen Investitionsvolumina fur Golfplatze von mehreren Mrd. Euro - noch nicht eingerechnet die gesamte Golfindustrie. Untersuchungen aus dem Jahr 1996[3] haben ergeben, dass ein Golfer pro Jahr umgerechnet rund 550 Euro ausgibt; das Markvolumen wurde damals bei der Halfte der heutigen Spielerzahl auf ca. 150 Mio. Euro geschatzt.

Golf stellt also einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar - eine offentliche Unterstutzung von Golfanlagen im Vergleich zu anderen Sportanlagen hat bislang gefehlt. Alle finanziellen Aktivitaten mussen von privater Seite getragen werden und das, „obwohl es fur manche Orte und Gemeinden zwei Zeitrechnungen „v.G.“ und „n.G.“ (vor Golfplatzeroffnung und nach Golfplatzeroffnung) gibt.“[4] Wie sich umgekehrt eine gesamtwirtschaftliche Stagnation auch auf den Golfplatzbau auswirkt, haben Takeshita et al. eindrucksvoll in einer Analyse des Golfmarktes fur die japanische Rezession nachgewiesen.[5]

Eine bewusst kurz gehaltene historische Betrachtung erhalt ihre Relevanz dadurch, dass der Deutsche Golf Verband (DGV) 2007 seinen 100-jahrigen Geburtstag feiert. Er kann zwar bedingt durch die Auflosung in Kriegszeiten nicht auf ein 100-jahriges Bestehen zuruckblicken, dennoch auf die imposante Entwicklung eines Sports, der sich weiterhin groBen Umstrukturierungsprozessen gegenubersieht.

I.2 Forschungsbedarf und -stand

Die Relevanz zur Beantwortung der oben gestellten Fragen entsteht zum anderen auch aus einer wissenschaftlich-theoretischen Sichtweise heraus. Es existiert so gut wie keine wissenschaftliche Bearbeitung der Thematik in Deutschland. Bis dato sind auf Bundesebene erst funf Dissertationen im geistes-sozialwissenschaftlichen Bereich erschienen[6], die Golf- Sponsoring[7], Golf-Tourismus[8], Golf-Okologie[9], die Ausbreitung[10] von Golfanlagen oder das Genehmigungsrecht[11] bei deren Bau zum Schwerpunkt hatten. Allerdings ist all diesen Arbeiten neben der geographischen Abgrenzung auch die Wiederholung von bekannten betrieblichen, genehmigungsrechtlichen und okologischen Fragestellungen gemein.

Die vorliegende Arbeit untersucht in dem noch nahezu unbearbeiteten Themenbereich des Golfmarktes in Deutschland zunachst die makrookonomischen Grundstrukturen. Bis dato sind noch keine Untersuchungen bekannt, welche die methodischen Fehlerquellen bei der Erfassung von Golfdaten aufdecken, die deutschen Anlagen in einen genaueren internationalen Vergleich stellen und somit die Hintergrunde, Abgrenzungskriterien und Chancen von offentlichem Golf ableiten.

Unter der Untersuchung von „Strukturen des Golfmarktes“ wird eine Analyse der Angebots- und der Nachfrageseite verstanden. Dabei bezieht sich die Betrachtung der Angebotsstruktur auf die grundlegenden Formen von privatem Club- und offentlichem Golfangebot. Die Betrachtung der Nachfragestruktur bezieht sich sowohl auf eine soziodemographische Charakterisierung der potentiellen Nachfrager sowie deren Klassifizierung in unterschiedliche Interessensgruppen. Zudem unterliegt die Nachfrageseite verschiedenen Einflussfaktoren, wie z.B. okonomischen, sozialen oder politischen. Diese sollen auf ihre Bedeutung hin untersucht werden.

Da in der Arbeit ein weitgehend neues Forschungsgebiet behandelt wird, ist keine spezifische Theorie bekannt, auf die zuruckgegriffen werden kann. Lediglich in Kapitel V.2 wird auf die Theorie der Nachfragefunktion aufgebaut. Diese besagt, dass die Nachfrage nach einem Gut von Faktoren wie dem eigenen Preis, dem Preis anderer Guter, dem Einkommen, den Praferenzen und anderen Faktoren abhangt. Zur Vereinfachung werden oft nur Reaktionen der Nachfrage auf Veranderungen des eigenen Preises oder des Einkommens betrachtet, wahrend die anderen Faktoren konstant gehalten werden (ceteris-paribus- Klausel). Als Ergebnis ergibt sich (im allgemeinen) eine inverse Beziehung zwischen nachgefragter Menge und Preisanderung. Diese Beschrankung auf wenige Faktoren wird in

Kapitel V.2 aufgehoben, und es werden weitere Einflussfaktoren auf die Golfnachfrage ermittelt.

Bei der Ermittlung von relevanten Einflussfaktoren auf die Nachfrage nach Golf konnen im weitesten Sinne Gemeinsamkeiten mit der umfangreichen Arbeit von Laurer[12] gefunden werden. Jedoch schon bei der Durchfuhrung, dem betrachteten Schwerpunkt und der Methode unterscheiden sich die Ansatze grundlegend. Laurer ordnet seine Arbeit der Wirtschaftsgeographie zu und untersucht die Verhaltnisse in Bayern und Ostdeutschland, um auf dieser Grundlage Bestimmungsgrunde fur die zeitliche und raumliche Ausbreitung herauszuarbeiten. Sein theoretischer Bezugsrahmen basiert auf der Innovations- und Diffusionstheorie, und sein Hauptaugenmerk liegt auf den angebotsseitigen Aspekten und dem Diffusionsprozess als Ganzes.

Das hier vorgestellte Modell soll als Leitfaden fur eine okonometrische Beweisfuhrung mittels einer Regression dienen und sich somit methodisch an der internationalen Literatur von Melvin/McCormick[13] orientieren. Diese entwickeln eine Angebots- und Nachfragefunktion mit deutlichem Fokus auf den Faktoren, welche die Servicequalitat von Golfanlagen beeinflussen. Unter anderem kommen sie zu dem Ergebnis, dass die Nachfrage nach Golf sehr elastisch ist, und deshalb kleine Preisanderungen groBe Veranderungen der Nachfrage bewirken. Die Wissenschaftler waren in der glucklichen Lage, in den USA auf ca. 17.000 Datensatze mit jeweils rund 100 Variablen zuruckgreifen zu konnen. Ein solcher Umfang und eine solche Genauigkeit bei der Datenerfassung sind in Deutschland allerdings noch Zukunftsmusik.

Neben diesen Untersuchungen uber die Strukturen wird zudem die wichtige Frage nach dem Potential von Golf in den kommenden Jahren erortert. Das Interesse dafur bestand auch schon Ende der 1980er Jahre und fuhrte zu einer Untersuchung des Emnid-Instituts[14] ; sie wird vor allen Dingen durch die umfangreiche Studie von Golf & Tourism Consulting (GTC)[15] zur Jahrtausendwende wieder aufgegriffen, an deren Erstellung der Autor mitwirkte. Die Studie behandelt die unterschiedlichen Strukturen auf der Angebotsseite, das Marketing und die wirtschaftliche Situation der Golf-Anlagen sowie golftouristische Themen. AuBerdem werden auf der Nachfrage seite die Golfer unter anderem bzgl. der Soziodemographie, ihrer Einstellung zum Golfsport und ihres Spiel- und Ausflugsverhaltens untersucht.

Um eine moglichst genaue Aussage uber die Potentiale von Golf in den nachsten Jahren zu geben und vor allen Dingen Barrieren fur die Entwicklung zu benennen, wird auf Daten uber Nichtgolfer zuruckgegriffen. Da die Untersuchung von Emnid die einzige Referenzquelle mit der gleichen thematischen Zielsetzung und einer im weitesten Sinne ahnlichen Fragestruktur bildet, wird hierauf an einigen Stellen der Arbeit vergleichend Bezug genommen und somit die Entwicklung seit 1987 mit den heutigen Indikatoren verglichen.

1.3 Wissenschaftliche Literatur zur „Golfokonomie“

Die okonomische Golfliteratur in Deutschland ist (inzwischen) sehr diversifiziert. Dies betrifft einerseits die Themenschwerpunkte an sich und andererseits die Intensitat, mit der an sie herangegangen wird. Allerdings weitgehende Ahnlichkeit herrscht bei dem Gros der Literatur dahingehend, dass es sich dabei hauptsachlich um eine management-, betriebswirtschaftlich-anwendungsorientierte Betrachtungsweise handelt. Diese Konzentration stellte fur die vorliegende Arbeit, die auf eine wissenschaftlich-theoretische Makrosichtweise fokussiert keine allzu groBe Hilfe dar. Es sollen in der Arbeit nicht die Kostenstrukturen oder Bestandteile von Golfanlagen dargestellt, der lange Weg und die einzelnen Phasen von der Planung bis zur Genehmigung erlautert oder die umweltgerechte Renaturierung von Ackerland durch Golfprojekte beschrieben werden. Diese Punkte werden unter anderem durch die einschlagigen professionellen Beratungsfirmen zur Genuge in Fachzeitschriften behandelt.

Der DGV gibt eine Reihe von Leitfaden heraus, die z.B. das Steuerrecht, die Trainerausbildung oder Genehmigungs- und Umweltaspekte betreffen, um seinen Mitgliedern bei der Clubfuhrung und Initiatoren bei neuen Golfprojekten zu helfen.

Zeitschriften

Heutzutage existieren ca. 20 verschiedene, vorwiegend monatlich erscheinende deutsche Golfzeitschriften, neben den internen Periodika der einzelnen Clubs. Dabei besteht der Hauptteil der Zeitschriften aus einer Mischung von Clubnachrichten, Regel- und Schwungtipps oder Reiseberichten. Die zwei auflagenstarksten sind hierbei das „Golf Journal“ (Verkaufte Auflage: 42.332, Stand: IVW III/02) sowie das „Golf Magazin“ (Verkaufte Auflage: 38.425, Stand: IVW II/03).[16]

Sehr viel spezifischer sind Fachmagazine, wie sie ca. seit Mitte der 1990er Jahre oftmals als Folge von Berufs-Verbandsgrundungen entstanden sind. Als sehr bedeutend ist hierbei der „golfmanager“ zu nennen[17], welcher als einziger zumindest in „Tuchfuhlung“ geht mit wissenschaftlichen Themen mit volkswirtschaftlicher Golfmarkt-Orientierung. Allerdings steht auch hier, wie der Name schon sagt, die betriebswirtschaftliche Seite mit Marketing- und Controllingtipps im Vordergrund. In eine ahnliche Richtung geht auch die zweimonatige Publikation „Golf inside“, die fur den Einzelhandel veroffentlicht wird und die neuesten Verkaufszahlen von Handschuhen bis Golfschlagern statistisch aufbereitet. Daneben haben Verbande wie der Greenkeeper Verband ein eigenes „Greenkeepers Journal“, der Verband der Golflehrer ein „Pro Golf‘ und die Vereinigung clubfreier Golfer e.V. (VcG) bzw. der DGV ein Verbandsorgan mit der (eigenen) „VcG aktuell“ oder der (offiziell vom DGV anerkannten) „G.O.L.F.-Time“. Weitere Magazine, die sich z.B. konzentriert dem offentlichen Golf widmen, existieren seit 2003 („Public Golf‘).

Nicht zu vergessen, sind die regelmaBig erscheinenden Sonderbeilagen der „FAZ“, des „Handelsblatt“ oder der „Suddeutschen Zeitung“, die sich mitunter sehr eingehend und kritisch durch die Einbeziehung von Gastautoren verschiedenen Thematiken aus dem Golfbereich nahern.

Sammelwerke und Monographien

Als wichtigste Sammelwerke in Deutschland haben sich die Dokumentationen zu Workshops und Kongressen, die anlasslich der beiden groBen deutschen Golfmessen „Golf Europe“ und „Fairway“ stattfinden, herauskristallisiert. Dabei sind besonders die Dokumentationen der Fairway zu erwahnen, die von Billion seit 1995 teilweise sogar einschlieBlich der Diskussionsrunden erfasst wurden. Seit kurzer Zeit bekommt Golf auf anderen Messen, wie z.B. der CMT als Touristikmesse eine Plattform fur Expertenrunden und Schausteller.

Dies ist auch nicht verwunderlich, da besonders der Golftourismus-Bereich das neue Zielobjekt im gesamten Golfmarkt darstellt. Hieruber ist neben einem neuen Leitfaden des DGV inzwischen auch eine erste Dissertation von Stolberg-Schloemer erschienen. Weitgehend betriebsorientierte Konzepte, welche die Golfanlage als Wirtschaftseinheit betreffen, hat Billion[18] [19] [20] [21] in einer ganzen Reihe von Aufsatzen und Monographien ausfuhrlich behandelt. Thematisch passen dazu auBerdem noch ein Handbuch zum Golfmanagement[22] oder Veroffentlichungen der Golfplatz-Architekten Grohs und Preissmann und auf osterreichischer Ebene Ennemoser, die alle Inhaber von Beratungsfirmen fur Golfprojekte sind. Ennemoser[23] ist dabei wohl einer der ersten, der mit einer umfangreichen okonomischen und strukturellen Untersuchung - unterstutzt durch die osterreichische Wirtschaftskammer - innerhalb eines Bandes den Golfmarkt durchleuchtet. Allerdings tut er dies mit einem deutlichen Fokus auf Osterreich und auf die betriebswirtschaftliche Seite.

Die erste deutschsprachige Dissertation in diesem Bereich ist von Schalk, die sich mit dem Sponsoring von Golfvereinen auseinandersetzt - die erste dem Autor bekannte Diplomarbeit von Ebert[24] aus dem Jahr 1929, der sich generell mit einer Darstellung von Golf befasste.

Im internationalen Bereich ist vor allen Dingen die Arbeit der National Golf Foundation (NGF) und McKinsey[25] zu erwahnen, die sich fur die Guterindustrie insbesondere mit zukunftigen Absatzmoglichkeiten von Golfprodukten in den USA befasst.

Fur den golfhistorischen Bereich in Deutschland, dessen besondere Aktualitat und Bedeutung vor dem Hintergrund des anstehenden 100-jahrigen Jubilaums besteht, sind vor allem die Arbeiten von Quanz[26] von Bedeutung.

Das internationale Pendant zur Studie von Emnid ist eine Untersuchung des Royal & Ancient Golf Club of St. Andrews[27] uber die Nachfrage von Golf in GroBbritannien, die ebenfalls aufgrund einer Potentialberechnung den Bedarf von 700 neuen Golfanlagen im Konigreich prognostizierte.

Internationale Sammelwerke mit golfentwicklungstheoretischen Schwerpunkten stellen vor alien Dingen die Kongressdokumentationen zum „World Scientific Congress of Golf (WSCG)“ dar, der alle 4 Jahre in St. Andrews/Schottland stattfindet. Diese einwochige Zusammenkunft ist die einzige ihrer Art und gibt somit einen fast vollstandigen Uberblick uber die weltweite Forschungsarbeit zum Golfsport.

Dabei wurden erst auf den letzten beiden Kongressen 1998 und 2002 Fragestellungen zum Golfmarkt bzw. zur -entwicklung behandelt, neben denjenigen Themenbereichen, die den Golfer, die Technologie im Equipment oder die okologischen Hintergrunde von Golfplatzen betrafen. Dabei fallt auf, dass die internationale Forschung vor allen Dingen auf die makrookonomische und strukturelle Ebene abzielt[28] und nicht so sehr auf die managementorientierte wie in Deutschland. Gerade bei Melvin/McCormick spielt z.B. die Unterscheidung von privaten und offentlichen Anlagen eine sehr groBe Rolle, und sie kommen zu dem Ergebnis, dass diese sich gegenseitig positiv beeinflussen. Ein weiteres Beispiel hierfur ist eine US-amerikanische Dissertation von Krock[29], die sich mit dem Golfmarkt rund um Chicago befasst und spater als Grundlage fur generelle Angebots- und Nachfrageanalysen von Melvin/McCormick diente.

Hierzu gehoren auch Untersuchungen uber Multiplikatorprozesse und die Auswirkungen von Golf auf die Wirtschaft, fur England untersucht von Proctor[30], fur Deutschland von Billion[31] oder fur die USA in einem umfassenden Modell von der NGF[32].

Fur die genannten Untersuchungen wird ein umfangreicher und detaillierter Datensatz benotigt, der eine grundliche Erfassung auf Seiten der Anlagen und Kommunikation z.B. an die Verbande voraussetzt. Ein solches Zahlenmaterial steht in Deutschland leider nicht zur Verfugung. Die internationalen Forschungsaktivitaten haben Shmanske[33] dazu veranlasst, in Kurze ein Buch in den USA herauszugeben mit dem verheiBungsvollen Namen „Golfonomics“.

I.4 Methodische Vorgehensweise und Organisation

Als Methode werden weitgehend eigene Verfahren ermittelt, da bisher keine ausreichend erprobten Konzepte in dem behandelten Gebiet veroffentlicht wurden, die forschungsleitend sein konnten.

Der Weg von der Problemstellung zum Modell wird in der Arbeit folgendermaBen durchschritten: Zunachst wird das Problem wie z.B. die Ermittlung von relevanten Einflussfaktoren auf die Nachfrage nach Golf (Kapitel V.2) als Ausschnitt oder Teilbereich des gesamten Golfmarktes untersucht. AnschlieBend wird die Problemstellung formuliert und das Ziel der Untersuchung eingegrenzt, um ein Konzept fur diese zu erstellen. Hierbei helfen das Literaturstudium, Expertenmeinungen, Beobachtungen oder grundlegendes Alltagswissen.

Literaturstudium

In der gesamten Arbeit wird auf golfmarktrelevante Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Literatur von verschiedenen Disziplinen wie der Betriebswirtschaftslehre, der Wirtschaftsgeographie, der juristischen Lehre und der Volkswirtschaftslehre zuruckgegriffen, wobei auf zuletzt genannter Disziplin der Hauptschwerpunkt liegt.

Neben den deutschlandweiten Recherchen in Bibliotheken, Verlagen oder statistischen Landesamtern hat sich der Fundus des Deutschen Golf Archivs[34], als zentrale Sammelstelle fur golfbezogene Literatur als uberragende Quelle nicht nur fur die historischen Dokumente erwiesen. Internationale Literatur konnte zum Teil durch personliche Kontakte im Ausland erworben werden.

Das generelle Problem, das sich bei dem Studium der Literatur stellt, ist der Mangel an verfugbaren theoretischen Modellen, die adaptiert werden konnen. Somit mussen vielfach eigene Hypothesen entwickelt werden, die auf ihre Richtigkeit hin uberpruft werden. Durch induktives Vorgehen (qualitative Forschung) wie in Kapitel IV (Abgrenzung offentlicher vs. privater Anlagen) werden Aussagen getroffen, die durch verschiedene Beispiele (vorlaufig) verifiziert werden. Andere (quantitative) Aussagen wie in Kapitel V (Nachfrageanalyse) oder VI (internationaler Vergleich) gelten solange, bis sie durch eine Falsifikation der deduzierten Hypothesen widerlegt werden konnen.

Expertenmeinungen

Neben den leitfadengestutzten Experteninterviews (siehe I.4.2) konnten Lucken, die bei der Recherche in Bibliotheken entstanden, durch Fachgesprache in Workshops anlasslich von Golfmessen (Golf Europe/Munchen 2000-2002, Fairway/Munchen 2000-2002) oder auf internationalen wissenschaftlichen Kongressen (WSCG) geschlossen werden. Durch Gesprache mit Vertretern aus Australien, den USA, Japan oder England - also den fuhrenden Golfnationen - ist der Autor in die Lage versetzt worden, Verstandnisprobleme zu losen und Informationen zu sammeln. Dies betraf sowohl Wissenschaftler als auch praxisorientierte Personen, die im Golfbereich tatig sind.

Bevor die Auswahl der unterschiedlichen Erhebungsmethoden erfolgt, werden die relevanten Begriffe wie clubfreies-/Clubgolf oder offentliche/private Anlage als Nominaldefinitionen in Kapitel III mittels zweckmaBiger Begriffsexplikationen festgelegt. Durch die wissenschaftliche Begriffsbildung kann der Inhalt der Begriffe so genau und so eindeutig wie moglich (fur diese Arbeit) bestimmt werden.[35].

Die empirische Forschung verlangt eine Uberprufbarkeit der wissenschaftlichen Aussagen bzw. deren Bezug auf erfahrbare Realitaten und Sachverhalte. Die Aussagen konnen sowohl durch quantitative als auch qualitative Methoden erlangt werden.

In der Arbeit werden beide Forschungsansatze nebeneinander verwendet. Sie unterscheiden sich neben dem Datenmaterial auch hinsichtlich ihrer Forschungsmethoden, Gegenstand und Wissensverstandnis. „Vereinfacht kann der Unterschied zwischen quantitativer und qualitativer Forschung folgendermaBen formuliert werden: Qualitative Sozialforschung geht i.d.R. von einem dialog-konsenstheoretischen Wahrheits- bzw. Realitatsverstandnis aus und benutzt nicht standardisierte Methoden der Datenerhebung sowie interpretative (nicht statistische) Methoden der Datenauswertung, wobei sich die Interpretation nicht nur wie (meist) bei den quantitativen Methoden auf Generalisierungen, sondern auch auf Einzelfalle bezieht.“[36]

Die beiden Ansatze wurden in der Vergangenheit oftmals als unvereinbar betrachtet. Es gibt jedoch nicht die „richtige“ Forschungsmethode. Die Extrempositionen, die nur einen einzigen Forschungsansatz gelten lassen, scheinen inzwischen seltener geworden zu sein[37], zumal sich z.B. durch eine Zuordnung von Skalenwerten qualitative Daten in quantitative umwandeln lassen. In der Arbeit soll deutlich werden, dass die beiden Ansatze sich nicht gegenseitig ausschlieBen, sondern vielmehr erganzen; jeder Ansatz wird gemaB seinen Vor- und Nachteilen und dem Gegenstand der Untersuchung ausgesucht.

Bei den Befragungen aus Kapitel IV-VI wird auf die Gutekriterien Objektivitat, Reliabilitat und Validitat Wert gelegt. Die Objektivitat setzt eine Transparenz der Methoden voraus, damit unterschiedliche Forscher mit denselben Untersuchungsmethoden zu vergleichbaren Resultaten gelangen. Dementsprechend wird eine gewisse Standardisierung vorausgesetzt. Dieser Grundsatz wird durch die Form der quantitativen Untersuchung in Kapitel IV und V erfullt und in der qualitativen Untersuchung von Kapitel VI durch die Hilfe der Befragten bei Verstandnisproblemen bestmoglich versucht zu erfullen. Von der Validitat der qualitativen Analyse und damit der Authentizitat und Ehrlichkeit der gemachten Aussagen kann ausgegangen werden, da keine widerspruchlichen Aussagen gefunden werden konnten, und eigene sowie fremde Erfahrungen die Schilderungen bestatigen (sog. „dialogische und argumentative Validierung“).

Veranlasst durch die geringe wissenschaftliche Behandlung der Thematik wird der Methodenkritik an bisherigen Analysen ein eigenes Kapitel (Kapitel III) eingeraumt.

I.4.1 Quantitative Forschungsmethoden

Die Untersuchungen in Kapitel IV-VII (mit Ausnahme von VI.1) basieren auf quantitativen Analysetechniken. Untersuchungsplanung, Datenerhebung und die spatere Uberprufung von Hypothesen richten sich nach der Moglichkeit einer Quantifizierung der Beobachtungsrealitat. Das Datenmaterial ist numerischer Art und wird deskriptiv statistisch verarbeitet.

Auf Selbstauskunft basierend mittels telefonischer Befragung im Juni 2001 (siehe Anhang X.1) sind die Angaben uber die offentlichen Anlagen aus Kapitel IV bzgl. Preispolitik und Zugangsvoraussetzungen. Die Daten zu den Anlagen wurden in ein vorher entwickeltes Tabellenschema eingetragen und fur die Untersuchungen in Kapitel IV verwendet. Dabei interessieren vor allen Dingen ihre Gesamtzahl, ihr durchschnittliches Preisgefuge und ihre

Anforderungen fur eine Spielberechtigung, um Unterscheidungsmerkmale zwischen offentlichen und privaten Anlagen zu finden.

Als methodische Vorgehensweise bei der Nachfrageanalyse in Kapitel V.1 wird eine representative Befragung mittels Fragebogen (im Anhang X.2 dargelegt) gewahlt. Die Daten entstammen einer Befragung im Januar 2001, die von GTC unter Mithilfe des Autors ausgewertet wurde und durch das Marktforschungsunternehmen Ipsos deutschlandweit durchgefuhrt wurde.

Die representative Befragung der Nichtgolfer erfolgte schlieBlich bei 1.000 deutschen Einwohnern uber 14 Jahre, die nicht oder nicht mehr Golf spielen. Durch den Fragebogen wurde die Befragung standardisiert. Die gewahlten statistischen Auswertungsinstrumente (SPSS) und der angestrebte Geltungsbereich fur die Grundgesamtheit erforderten eine moglichst hohe Standardisierung und Voll standi gkeit. Neben der Grundlichkeit fuhrte die Komplexitat bei der Erfassung der Daten durch die Einbeziehung einer schwierigen Fragenstruktur bzgl. Erfahrungen mit Golf, Image-Barrieren und generellem Interesse zu der Methode eines computergestutzten personlichen Interviews (CAPI). Ein weiterer Vorteil des CAPI war, dass die Befragung dadurch leicht durchzufuhren und auszuwerten war. Fur alle Fragen waren Anforderungen zu erfullen, welche die Sprache, die Lange, die Reihenfolge, den Kontext, die Details und die Wortwahl betrafen. Aus diesem Grund und auch wegen der Einzigartigkeit der Befragung wurde eine Pretest durchgefuhrt (Dezember 2000), damit Mangel identifiziert werden konnten, die dann beseitigt wurden.

In der endgultigen Befragung wurden unter den insgesamt 15 Fragen wenige offene mit geschlossenen kombiniert. Sie bezogen sich auf das Image von Golf, die Barrieren der Befragten, ihre Freizeitaktivitaten und ihre Bereitschaft fur das Golfspiel.

Uber die Art und den Autoritatsanspruch der Interviewer kann keine exakte Aussage getroffen werden, da diese von Ipsos gestellt wurden. Es kann jedoch von einer neutralen, distanzierten Interviewform ausgegangen werden, in der sich der Interviewer weder emotional beteiligte, noch eine autoritar-aggressive Haltung gegenuber den Befragten einnahm.

Das Einzelinterview stellte sich besonders fur die hier betrachtete Thematik des Golfsports als dem Gruppeninterview uberlegen heraus, da hier der Druck eventuell zu groB gewesen ware: durch das personliche Einzelinterview konnte gerade bei Angaben zum Interesse fur einen „elitaren“ Sport oder zur Hohe der finanziellen Ausgaben eine groBere Ehrlichkeit erwartet werden. Zudem ist die personliche Befragung eher standardisierbar und die Begleitumstande des Interviews (Larm, Ermudung) konnen besser kontrolliert werden.

Die Untersuchungen in Kapitel VI.2 basieren auf numerischen Daten uber die internationale Anzahl von Anlagen und Spielern bzw. in Kapitel VII uber die nationale Anzahl von clubfreien Golfern. Die Datenquellen werden mittels deskriptiver Statistik ausgewertet, um die Verteilung und Zusammenhange zu beschreiben. Um Aussagen uber die Entwicklung und Potentiale treffen zu konnen, wird in Kapitel VI.2 auf die analytische Methode von Szenarien zuruckgegriffen.

I.4.2 Qualitative Forschungsmethode: Leitfadeninterview

Bei der qualitativen Forschung steht ein verbales bzw. nichtnumerisches Datenmaterial zur Verfugung, das uberwiegend nicht auf Messungen basiert. Die Erfahrungsrealitat wird verbalisiert und interpretiert.

Neben den zahlreichen Gesprachen auf internationalen Kongressen und Messen fanden im Juni 2001 Interviews mit jeweils einem Vertreter des englischen und schwedischen Golf- Verbandes (schriftlich per email und telefonisch) sowie einem englischen Profi-Spieler, der als Golflehrer in Deutschland arbeitet, statt (mundlich). Die Experten wurden zu der Entwicklung von clubfreiem Golf im allgemeinen und der Art der offentlichen Platze, Spieler und Organisationen im speziellen in ihrem Land befragt. Ziel war dabei, eine Meinung uber die Situation im Ausland zu erhalten, um den internationalen Vergleich aus Kapitel VI.1 aufzustellen. Der Leitfaden zu den Interviews ist im Anhang X.3 zu finden. Die Expertenmeinungen wurden durch eigene Erfahrungen und Beobachtungen zum englischen Golfmarkt erganzt, die durch einen 3-monatigen Arbeitsaufenthalt in der Golfbranche (IMG McCormack, 08-10/2001) in London gewonnen wurden.

Die Auswahlkriterien fur die verwendete Technik bezogen sich auf die Aspekte Realitatsbezug, Zeitaufwand, Verstandnis der Komplexitat und Gewissheit. Es war dem Interviewer wichtig, dass die Befragten keine ungewollten Vermutungen auBern und uber die deutschen Golfstrukturen Kenntnis besitzen. Dem voran gingen Arbeitschritte, die sich mit der inhaltlichen und organisatorischen Planung befassten. Dabei wurde das Thema eingegrenzt und die Befragungspersonen bzw. die -technik ermittelt.

Bzgl. der Interviewpartner wurde die Form des Experteninterviews gewahlt. Der Experte stand nicht als Person, sondern eher in seiner Eigenschaft als Fachwissender im Vordergrund. Er ist Reprasentant einer Gruppe gewesen, verfugte uber ein klares und abrufbares Wissen und musste auf diese Funktion hin gesteuert werden, wobei das eigene Fachwissen durch den Leitfaden kommuniziert wurde und der Interviewer dadurch einen Ruckhalt erfuhr. Die Mitarbeiter des schwedischen und englischen Golf-Verbandes wurden als Experten ausgewahlt, da sie eine gewisse Verantwortung trugen fur die Abgrenzung von offentlichen und privaten Anlagen und uber einen privilegierten Zugang zu Informationen uber die Personengruppe der Golfer verfugten.[38] Der Profi-Spieler besaB aufgrund seiner englischen Abstammung Fachkenntnis uber die englischen Strukturen und konnte diese aufgrund seiner beruflichen Anstellung in einem Hamburger Golfclub mit den deutschen vergleichen.

Bzgl. der Technik wurde das sog. Leitfadeninterview gewahlt: „Im Hinblick auf das wissenssoziologische Erkenntnisinteresse am ExpertInnnenhandeln halten wir ein leitfadengestutztes offenes Interview fur das angemessene Erhebungsinstrument.“[39] Die Antworten der mundlichen Befragung wurden stichwortartig protokolliert.

Das Leitfadeninterview lieB genugend Spielraum, um bestimmte Themen zu vertiefen oder neue Fragen einzubeziehen. Der Leitfaden stellte in gewisser Weise ein Gerust dar, um wesentliche Fragen nicht zu vergessen. Dabei war die Reihenfolge der Fragen beliebig.

Die qualitative Methode wurde gewahlt, um unerwarteten Aspekten Raum zu lassen, zumal die Bedingungen im Ausland nicht von vorneherein in ihren Einzelheiten bekannt waren. Der Fragebogen war nur teil-standardisiert, da in der offenen Befragung ohne vorgegebene Antwortalternativen eine individuelle Artikulierung moglich sein sollte. Als Ergebnis sind die Antworten der Befragung sehr unterschiedlich ausgefallen und reichen uber eine bloBe Beantwortung hinaus (Begrundung der Antwort).

Bei den Experteninterviews handelt es sich nur um Stichproben, da die Grundgesamtheit zu groB ist. Anders als bei der quantitativen Analyse sollen hier keine statistisch reprasentativen Ergebnisse erzielt werden. Durch die Analyse soll versucht werden, so gut wie moglich eine Verallgemeinerung der Ergebnisse zu erzielen, die fur den spezifischen Fall begrundet ist. Es muss daher deutlich gemacht werden unter welchen Umstanden, fur welche Situation und welche Zeiten die Aussagen gelten: „... damit man angeben und glaubhaft machen kann, auf welche anderen Falle die Ergebnisse ubertragbar sein sollen , wofur sie exemplarisch und in diesem Sinne generalisierbar sind.“[40]

1.5 Aufbau

Die Arbeit ist folgendermaBen gegliedert: zunachst soll in Kapitel II eine kurze historische Betrachtung einen Uberblick uber die Entstehungsgeschichte von Golf geben. Diese schlieBt die Darstellung von zwei Zeitperioden in Deutschland mit ein, die fur die Arbeit relevant sind.

Die Methodenkritik in Kapitel III soll die Schwierigkeiten bei der Verwendung von Golfdaten darstellen und geht bewusst den Untersuchungen der Angebots- und Nachfrageseite voran. Da in diesen Untersuchungen teilweise ungenaue Daten verwendet werden mussen, soll zuvor eine Sensibilisierung fur die Thematik erreicht werden.

In Kapitel IV folgt insofern eine erste inhaltliche Bearbeitung des Begriffs „offentliches Golf“, als offentliche Anlagen von privaten Anlagen anhand von verschiedenen Kriterien unterschieden werden sollen.

Nach dieser Betrachtung der Angebotsseite soll in Kapitel V die Nachfrageseite untersucht werden. Dabei stehen Untersuchungen in Kapitel V.1 uber das Potential von Golf fur die nachsten Jahre im Vordergrund, und es sollen Grunde fur die Barrieren gegen Golf ermittelt werden.

Zur Erstellung einer Nachfragefunktion, die verschiedene Einflussfaktoren fur die Nachfrage nach privatem und offentlichem Golf integriert, sollen die Untersuchungen in Kapitel V.2 dienen.

Im darauf folgenden Kapitel VI sollen das Golfangebot und die -nachfrage im internationalen Vergleich betrachtet werden. Dabei werden England und Schweden herausgegriffen, und anschlieBend die weltweite Verbreitung von Golf dargestellt.

Das Kapitel VII widmet sich ausschlieBlich der Thematik des offentlichen Golfs. Nachdem dieses von der Angebotsseite her schon in Kapitel IV definiert wurde, liegt der Schwerpunkt in Kapitel VII auf einer Erklarung der Grunde fur die Offnung des Golfsports in Deutschland sowie einer Beschreibung der Instrumente und Initiativen in diesem Bereich.

Jedes Kapitel wird durch eine Einleitung begonnen, in der die relevanten Fragestellungen dargestellt werden und die als Wegweiser durch das Kapitel dienen soll. Am Schluss jedes Kapitels steht eine kurze Zusammenfassung.

In Kapitel VIII werden die Ergebnisse und Untersuchungen der gesamten Arbeit zusammengefasst und ein Forschungsausblick gegeben.

II Auftakt: Golfhistorie

Im folgenden Kapitel soil kurz die historische Entwicklung von Golf weltweit, sowie die Entwicklung in Deutschland beschrieben werden. Dabei werden fur Deutschland nur zwei Perioden herausgegriffen: Golf im Dritten Reich und Golf in der ehemaligen DDR.

Die knappe Darstellung dieser zwei Perioden erfolgt deshalb, da in beiden Zeitabschnitten dem Golfsport Eigenschaften zugesprochen wurden, die fur viele Gegner des Sports noch heute gelten.

Zudem sollen wesentliche Aussagen der Arbeit (besonders aus Kapitel V) durch eine Beantwortung der folgenden Fragen eine Grundlage erhalten: Haben die heutigen Barrieren gegen Golf (unter anderem) historische Ursachen? Wie wurde das Image von Golf als elitarem Sport sich einerseits zu Nutze gemacht (im Dritten Reich), und andererseits der Sport genau deswegen abgeschafft (in der ehemaligen DDR)? Durch welches (ideologisch bestimmte) Verstandnis von Golf als einer offentlichen Sportart konnten die wenigen Golfer in der DDR auf den Westverband nach der Wiedervereinigung einwirken (siehe dazu besonders Kapitel VII.2.2.1)?

II.1 Weltweit

Auch wenn die Schotten fur sich in Anspruch nehmen, den Sport in ihrem Land erfunden zu haben, so musste dies korrekterweise zumindest mit einem Nebensatz in Frage gestellt werden.

Die Vertreter der Theorie, dass Schottland die Wiege des Golfsports darstellt, berufen sich in ihren Belegen immer wieder auf das im Jahre 1457 erlassene Dekret des Parlaments unter dem schottischen Konig James II, das Golfspielen zu verbieten: „...because able-bodied men from the townships were neglecting their archery practice...“[41] Neben diesem wohl ersten schriftlichen Beleg, wird noch auf eine Reihe von Sagen verwiesen, die den Golfsport auf eine noch altere Zeit datieren. Da werden Vorganger des Golfsports im alten Rom oder sogar im asiatischen Raum vermutet, oftmals mit dem Verweis auf Hirten, die aus Langeweile mit ihren Staben Steine in Erdlocher beforderten. Fur diese noch langer zuruckliegenden Ursprunge hat die Geschichtsforschung allerdings keine konkreten Hinweise gefunden, so dass weiterhin von der These ausgegangen werden muss, das Golfspiel sei in Europa entstanden.

Gillmeister[42] ist sich sicher, dass das Golf, das in dem Erlass von 1457[43] benannt wird, nicht als ein Vorganger unseres heutigen Golfs gelten darf: „Der Ausdruck „Golf" hatte daher vermutlich nicht dem harmlosen Golf, sondern einem nahen Verwandten des mittelalterlichen FuBballsspiels gegolten, dem mit einem am Ende gekrummten Holzschlager ausgefochtenen, mindestens ebenso rupelhaften Hockeyspiel."

Schenkt man der neueren Forschung Glauben, so ist Golf nicht in Schottland entstanden, sondern in Holland.

Weit weniger Ungewissheit herrscht allerdings daruber, wo der erste Club entstanden ist, auf dessen Platz sich ein geregelter Spielbetrieb vollzog bzw. wo der erste Platz entstand. Hierbei gilt der Platz von 1608 in Blackheath bei London als der erste angelegte Golfplatz. Oftmals wird in Buchern der Royal and Ancient Club in St. Andrews/Schottland als der alteste Club der Welt bezeichnet, was aber nachweislich falsch ist, da dieser erst 1754 gegrundet wurde, im Gegensatz zu der Grundung 1744 der Society of Golfers, die 10 Jahre zuvor stattfand. Was aber fur den beruhmten Club von St. Andrews spricht, ist die Tatsache, dass er insofern der alteste ist, als der 10 Jahre zuvor gegrundete nur mit Unterbrechungen bestand.

Auf dem europaischen Kontinent wurde der erste Platz erst sehr spat geplant und zwar im Jahre 1856. Er wurde in Pau in Frankreich eroffnet. Bis das Golffieber auch nach Deutschland uberschwappte, dauerte es weitere 40 Jahre bis Anfang der 1890er Jahre der erste Platz in Berlin gebaut wurde und 1895 dort der erste Club gegrundet wurde. Die Grundung des Deutschen Golf Verbandes (DGV) vollzog sich weitere 12 Jahre spater, im Jahre 1907 in Hamburg.

Dem voran gingen die Urlaubsaufenthalte von englischen und amerikanischen Gasten in den Kurorten von Bad Homburg, Wiesbaden oder Baden-Baden, bei denen sie zum Erstaunen der Einheimischen zahlreich ihre Golfschlager auf den Grunflachen schwangen.

Fur die Deutschen war dieser Sport etwas Neues, und es war ein Deutscher mit dem Namen Philipp Heineken, der erstmals im Jahre 1893 ein Sammelwerk mit Golf herausbrachte, das als das alteste umfassende Schriftstuck mit dem Thema Golf eines deutschen Autors gilt[44].

II.2 Golf im Dritten Reich und in der Nachkriegszeit

Der Golfsport befand sich wahrend der Regierungszeit des NS-Regimes in einer besonders beschutzten Lage, begunstigt durch den damaligen Reichssportfuhrer, der es sogar zulieB, dass eine Umwandlung des Verbandes in ein Fachamt Golf (und somit unter behordlicher Aufsicht) im Jahre 1934 innerhalb eines Jahres wieder ruckgangig gemacht wurde.

Die Verbandsfuhrer, damals Karl Henkell fur den DGV, wurden vom Reichssportfuhrer berufen und ernannten ihrerseits die Vereinsfuhrer, ehemals Clubprasidenten.

Wie der Golfgedanke und das totalitare Regime uberhaupt zusammenpassen konnten, deutet Buhl: „Golf als Sport der Elite - so fanden denn auch Nationalsozialismus und Golf doch noch zusammen. SchlieBlich verstanden sich die neuen Herren selbst als Elite; das ganze Selbstbild von Partei, Wehrmacht, SS, die ganze nationalsozialistische Glaubenslehre von Rasse und Volk waren durchwirkt vom Glauben an die eigene Ausgewahltheit und Einmaligkeit. Warum sollte da ausgerechnet etwas so Elitares wie der Golfsport nicht zum neuen Deutschland passen?“[45] In anderen Landern wie z.B. Italien fanden Historiker heraus, dass „... golf was naturally distanced from Fascim’s more egalitarian and xenophobic ideals.“[46]

Die Entwicklung wahrend des Dritten Reiches nahm entsprechend der politischen Federfuhrung einige Eigenarten an: neben die Masten mit den Clubfahnen wurden weitere Fahnenmasten mit Hakenkreuzen gestellt, die Anzahl der Clubs stieg drastisch durch die Annektierung Osterreichs an, gewohnt englische Ausdrucke des Sports wurden eingedeutscht („Golfer sprich deutsch“[47] ) und Golfspielen wird zur Wehrertuchtigung umfunktioniert. Im Jahre 1937 wird auf dem Verbandstag des DGV eine vollkommene Arisierung der Golfclubs vermeldet. Schon ein Jahr zuvor 1936 wurden zu den inoffiziellen olympischen Meisterschaften im Golf im Anschluss an die olympischen Spiele nur Mannschaftsmitglieder zugelassen, die einen Ariernachweis hatten[48].

Es war ein Anliegen der beim Verbandstag 1942 anwesenden Prasidenten die Platze uber die Zerstorungen des Krieges hinweg, so gut es ginge zu erhalten. Dafur bedankten sich denn auch die (westlichen) Siegermachte nach Beendigung des Krieges durch eine lebhafte Nutzung der vorhandenen Anlagen. In der sowjetischen Zone wurden sie allerdings in Ackerland umgewandelt.

Nach dem letzten Verbandstag 1942 kamen die Aktivitaten des Verbandes aufgrund des Krieges beinahe zum Erliegen. In seinen letzten Rundschreiben versuchte der Verbandsfuhrer Henkell seine Mitglieder trotz der schwierigen Situation zu ermutigen, die Platze soweit es moglich war, einigermaBen zu pflegen.

Sehr schnell zeichnete sich die Sonderrolle des Golfsports nach dem Kriege ab, da durch das groBe Interesse der Amerikaner und Englander an diesem Sport nicht nur viele Platze erhalten blieben, sondern sogar in der Zeit von 1945-1949 noch sieben neue hinzukamen.[49] Dies war eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Deutschland sehr zerstort war und alle Krafte fur einen Wiederaufbau verwendet werden mussten, bei dem die Renovierung der Golfplatze sicherlich eine untergeordnete Rolle spielte.

Dennoch kam es gerade in den britisch besetzten Gebieten sehr schnell zu gemeinsamen Golfaktivitaten zwischen Deutschen und Englandern. Auch wenn anfangs die Deutschen nur ganz bestimmte Tageszeiten zur Verfugung gestellt bekamen, zu denen sie ihren Sport ausuben konnten, wurden dennoch gerade die von der englischen Besatzungsmacht eingenommenen Platze sehr bald wieder in deutsche Hande zuruckgegeben. Oftmals bildete sich ein deutscher Club neben einem englischen, wie dies z.B. in Krefeld der Fall war.[50] Ganz anders verhielt es sich bei den Amerikanern, die zunachst jeglichen Kontakt mit Deutschen unterbanden (und fur welche auch bis zum Herbst 1946 ein offizielles Fraternisierungsverbot bestand) und in deren Zone die Platze noch am langsten fur Deutsche gesperrt blieben. Diesbezuglich heiBt es im Protokoll vom 12.3.1949: „Die Versammlung wird darauf hingewiesen, dass der Name „Deutscher Golf Verband“ zur Zeit noch gegen die ausdrucklichen Anordnungen der Militarregierung verstoBt und es daher im Interesse unserer

Bestrebungen von groBter Wichtigkeit ist, dass dieser fruhere Titel bei Veroffentlichungen, Golfberichten usw. sorgfaltig vermieden wird.“[51] Erst im Oktober 1949 entsteht der Deutsche Golf Verband wieder offiziell, nachdem durch die Grundung der DDR im selben Monat ein gesamtdeutscher Verband unmoglich geworden war.

II.3 Golf in der sowjetischen Besatzungszone; Grunde gegen Golf in der DDR

So ungewohnlich positiv sich die Entwicklung der Platze in den Sektoren der westlichen Alliierten vollzog, so negativ entwickelte sich der Golfsport in der sowjetischen Besatzungszone. Ganz im Gegensatz zu den meisten deutschen Sportverbanden, die nach dem Fall der Mauer Anfang der 1990er Jahre ein Verschmelzen feiern konnten, traf im Fall des Golfsports ein DGV im Westen auf ein Nichts im Osten. Es gab zwar einige Spieler in der ehemaligen DDR, aber keinen Platz. Und dies, obwohl 1949 immerhin 14 Platze in Ostdeutschland vorhanden waren.

50 sehr man diese Platze zu pflegen und erhalten versuchte, so fielen sie dennoch fruher oder spater der landwirtschaftlichen Nutzung zum Opfer. Es war fur viele der Golfenthusiasten einfach nicht vorstellbar, dass ihr Sport in den politischen Rahmen der SBZ nicht einzugliedern war. „... [deshalb] spalten sich die Golfliebhaber von Beginn an in zwei Lager. Die eine Seite erkennt sehr schnell die Ausweglosigkeit fur das Golf unter den herrschenden politischen Bedingungen. Die andere Seite in Dresden, Oberhof und Rostock erkennt erst sehr spat oder gar nicht, dass sich die Sportart nicht in den politisch-gesellschaftlichen Umgestaltungsprozess der Sowjetunion einfugen lassen wird. Jede personliche oder offizielle Aussage, die eine Chance fur den Golfsport signalisiert, wird als Hoffnungsanker ergriffen.“[52]

Vor dem Hintergrund einer Untersuchung daruber, wie sich der Golfsport in der deutschen Gesellschaft zum Ausklang des 20. und am Anfang des 21. Jahrhunderts zu einem „Freizeitsport“[53] entwickeln kann, ist es bedeutend auf seine Geschichte gerade im Ostteil Deutschlands einzugehen. Denn wahrend Golf im Westteil Deutschlands uber Jahrzehnte seit dem Ende des 2. Weltkrieges hinweg der Grundstein fur seine heutige Bedeutung gelegt wurde, so entschieden wurde er in der damaligen DDR abgelehnt. Die Grunde fur die Ablehnung konnen einen Aufschluss daruber geben, warum sich Golf bis heute nicht zu einem Volkssport in Deutschland entwickelt hat.

Die ideologischen Vorbehalte gegenuber Golf waren wohl ein Hauptgrund fur die ablehnende Haltung des Politburos gegenuber dieser Sportart. Golf als Ausdruck des feindlichen Kapitalismus mit allen Klischees behaftet, gegen die sich die staatsfuhrung zu erwehren versuchte. Waren diese Charakterzuge des Golfsports schon damals Grund genug, um den Sport zu tabuisieren, so halten sich diese Vorurteile in der Bevolkerung von Ost und West noch bis in die heutige Zeit und sind ein Hauptgrund fur viele Menschen, den Sport nicht auszuuben. Ob sie gerechtfertigt sind oder nicht, wird an anderer Stelle genauer untersucht (siehe z.B. Kapitel V). Der Sport war in der DDR eng mit der Politik verbunden. In den Sportarten sollte die sozialistische Gesinnung vorangetrieben werden und es wurden solche Sportarten unterstutzt, die nach Meinung der Regierung mit dem politischen Leitbild ubereinstimmten.

Ein zweiter ganz wesentlicher Grund fur die Ablehnung des Golfsports von Seiten der Regierung ist in der Darstellung der DDR nach auBen hin zu suchen und die Folgen davon betrafen nicht nur den Golfsport. Denn die Regierung verfolgte eine konsequente Forderung des Spitzensports, was zu Lasten des Freizeitsports und auf Kosten derjenigen Sportarten ging, in denen die ostdeutschen Sportler nicht an der Weltspitze mithalten konnten. Denn es ist kein Geheimnis, dass fur die DDR international Wettkampfe wie z.B. ganz besonders die olympischen Spiele dazu benutzt wurden, die Uberlegenheit im Sport als einen Beweis fur eine Uberlegenheit des ganzen sozialistischen Systems gegenuber dem westlichen Kapitalismus zu bewerten. Internationale Wettkampfe waren vor dem Niedergang des Kommunismus auch immer Wettkampfe der politischen Systeme. Und Golf als nicht- olympische Sportart war unbrauchbar, um das Land zu reprasentieren.[54]

Ein dritter Grund fur die ablehnende Haltung gegenuber dem Sport war rein finanzieller Natur. Nachdem die vorhanden Platze nach dem Kriege der Bodenreform zum Opfer fielen und zu 100% in Acker- und Weideflachen umgewandelt wurden, waren in der zweiten Halfte des 20. Jahrhunderts keine Grundlagen mehr vorhanden, auf denen Golfplatze hatten entstehen konnen. Die Politik verlegte ihr Interesse auf gunstigere Sportarten, weshalb z.B. auch die Infrastruktur fur Tennis und Segeln niemals in ausreichendem Masse zur Verfugung standen.

Ob der mangelnde Massensportcharakter des Golfspiels eine Folge oder Grund fur die oben beschriebene Tabuisierung war, kann nur vermutet werden. Jedoch war er ein Grund fur die Regierung, Randsportarten aus dem Forderungskatalog zu streichen. Das mangelnde Interesse konnte nicht quantifiziert werden, da es keinen ostdeutschen Golfverband gab. Erst im April 1990 grundete sich ein „Deutscher Golfverband der DDR e. V.“ mit gerade einmal 40 Einzelmitgliedern, denn einen Platz gab es ja nicht. In der BRD existierten zum gleichen Zeitpunkt 293 Clubs mit ca. 125.000 Mitgliedern. Die Golfer in der DDR lernten sich meistens auf ihren Urlaubsaufenthalten in Marienbad oder Karlsbad kennen, in der ehemaligen CSSR, in der diese beiden Platze wahrend des Kommunismus erhalten blieben.[55]

Dies verdeutlicht, dass es 40 Jahre dauerte bis auf dem Gebiet der ehemaligen DDR Anstrengungen unternommen wurden, die Golfbewegung (wieder) zu beleben, neu zu formieren und neu zu organisieren. Der DGV im Westen stieB also nach der Wiedervereinigung auf eine zu vernachlassigende Zahl von aktiven Golfern und konnte seine Monopolstellung gegenuber dem Verband der DDR, der sich inzwischen in „Golfsportverband der DDR“ umbenannt hatte, trotzdem nur gegen Widerstand durchsetzen. Im Wesentlichen ging es bei den Auseinandersetzungen um den Zeitpunkt des Aufsplitterns in Landesverbande und um Machtverteilungskampfe, die sicherlich auch durch die unterschiedliche ideologische Vergangenheit schwer aus dem Weg zu raumen waren.

Zur Vereinigung der beiden Golf-Verbande - die erste west- und ostdeutsche Verschmelzung zweier Fachverbande im DSB - kam es im September 1990. Heute sind dem DGV 3 zusatzliche Landesverbande beigetreten (Sachsen/Thuringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern; Brandenburg ist Berlin zugeordnet worden).

III METHODENKRITIK: FEHLERQUELLEN BEI DER ERFASSUNG

von Golfdaten

III.1 Einleitung

Das wachsende Interesse an der Entwicklung des Golfsports in Deutschland hat eine Reihe von Beitragen nach sich gezogen, in denen versucht wird, diese Entwicklung zu beschreiben, zu analysieren und fur die Zukunft zu prognostizieren. In Deutschland entstehen, wenn auch noch verhalten, verschiedene Anbieter und Agenturen, die ganzheitliche Losungsstrukturen bei dem Neubau von Golfanlagen offerieren. Ganzheitlich bedeutet, dass von der Architektur des Platzes bis hin zum Management, Fachwissen zur Verfugung gestellt wird. Zusatzlich befassen sich private Autoren und offentliche Verwaltungen in zunehmendem Masse mit der Untersuchung des deutschen Golfmarktes[56]. Fachzeitschriften fur den Golfhandel veroffentlichen z.B. monatliche Verkaufszahlen des Handels, und Publikums- als auch Fachmessen verzeichnen ein wachsendes Interesse (Fairway, Rheingolf, Golf Europe, CMT).

Auf offentlicher Seite beauftragen die Tourismusverbande Agenturen mit der Untersuchung der regionalen Entwicklungschancen im Bereich Golf oder fuhren selbst solche studien durch. Es wurden in den letzten Jahren zunehmend Fachverbande gegrundet, die sich mit speziellen Facetten und Struktureinheiten des Golfs befassen. Dies reicht von einem Verband der Greenkeeper, der sich unter anderem mit der Anpflanzung der robustesten Grassorte beschaftigt bis hin zu Golfmanagement-Verbanden, die die Geschaftsfuhrung eines Golfplatzes beraten. Gerade in den letzten Jahren gab es namlich eine nicht unbedeutende Zahl von gescheiterten Projekten, die durch hohe Anfangsinvestitionen in wirtschaftliche Probleme gerieten.

Die Geschaftstatigkeit in diesen Bereichen verlangt nach einer theoretischen Analyse des Marktes, um Probleme besser verstehen oder gar vermeiden zu konnen. Deshalb wird versucht, Daten des Golfmarktes zu erfassen und auszuwerten. Allerdings kommt es hierbei haufig zu Ungenauigkeiten oder sogar Fehlern - ganz zu schweigen davon, dass noch nicht einmal einheitliche Definitionen gefunden wurden (siehe z.B. die Diskussion um den Begriff „offentliches Golf‘, Kapitel IV). Wenn man allerdings Umfrage-Ergebnisse auswerten bzw. internationale Vergleiche ziehen will, so sind eine genaue Datenerfassung bzw. ein detailliertes Fachwissen uber die benutzte Erhebungsmethode von ubernommenen Daten unerlasslich. Im Folgenden sollen einige potentielle Fallen und Besonderheiten bei der Datenerhebung und -auswertung beschrieben werden.

III.2 Regionale Zuordnung: Internat. Vergleiche der Anzahl der Golfer

In fast jeder Veroffentlichung, welche die Entwicklung von Golf in Deutschland beschreibt, werden auch internationale Vergleiche gezogen. Diese beziehen sich meist auf die Anzahl der Golfer und die Anzahl der Platze sowie Verhaltniszahlen hieraus (oft auch zur Einwohnerzahl). Diese Zahlen werden oftmals uber mehrere Jahre zusammengefasst und grafisch miteinander verglichen. So werden z.B. im „Golf-Timer“[57] seit Jahren verschiedene Tabellen zum europaischen Golf aufgestellt, wozu der europaische Golfverband die Rohdaten liefert. Hinzugefugt werden den Tabellen die Zahlen fuhrender auBereuropaischer Golfnationen, wie USA, Kanada, Australien oder Japan. Nur selten finden sich Vergleiche zu den Ausgaben der Spieler oder Strukturvergleiche zwischen den Landern. Der Grund hierfur ist wohl, dass Ausgaben bei uns nur schwer mit z.B. den Ausgaben in einem armeren Land verglichen werden konnen. Hierbei mussten zu viele Parameter wie Lebenshaltungskosten oder Pro-Kopf-Einkommen berucksichtigt werden, um korrekte Vergleiche ziehen zu konnen.

Die Anzahl der Spieler oder Clubs bzw. Platze werden von den nationalen Verbanden ubernommen und anschlieBend gegenubergestellt. Was allerdings dabei nicht beachtet wird, ist die unterschiedliche Methodik, wie diese Zahlen gewonnen werden. Im Folgenden soll deshalb darauf eingegangen werden, wer, wie, wann und von wem diese Daten gewinnt. Bei der Frage nach dem „wer“ zeigen sich keine groBen Unterschiede - zumindest nicht innereuropaisch. Hier werden die Daten von den nationalen Verbanden erhoben, teilweise von den regionalen Verbanden an ihre Dachverbande weitergegeben, soweit jene vorhanden sind.

Nur in den USA werden die Daten fur die United States Golf Association (USGA)[58] von einer Stiftung, der National Golf Foundation (NGF) erhoben. Die NGF ist eine Interessenvertretung der Golfindustrie, die sich eingehend wissenschaftlich mit der Thematik von Golf in den USA beschaftigt. Dementsprechend sind die Daten, die dort erhoben werden sehr viel praziser und umfangreicher, als dies in den meisten anderen Landern der Welt der Fall ist.

III.2.1 Zeitpunkt der Datenerhebung

Ein Unterschied bezieht sich auf den Zeitpunkt, wann die Zahlen erhoben werden. In Deutschland haben die Clubs die Pflicht, ihre Mitgliederstatistik zu einem bestimmten Tag beim Verband einzureichen, damit dieser die Zahlen dann veroffentlichen kann. So wird im DGV verlangt, dass die Clubs ihre Mitgliederaufstellung bis spatestens zum 15. Oktober einreichen[59], was sich aber oftmals sehr verzogert. Dies liegt unter anderem auch daran, dass die Vereine mit der Abgabe der Statistik auch ihren Verbandsbeitrag (2002: EUR 14,-- pro Mitglied) an den Dachverband abfuhren mussen. Der DGV erstellt seine Statistik dann zum Januar des folgenden Jahres. Sie ist sowohl im Internet als auch in Druckform z.B. im Golf- Timer des jeweiligen Jahres nachzulesen. Es handelt sich bei dieser Statistik also um die Momentaufnahme einer BestandsgroBe, die fur das vorige Jahre ihre Geltung findet und auch hier nur bis Ende September gilt.

Ganz anders hingegen sieht z.B. der zeitliche Ablauf in den Niederlanden aus. Hier werden die Zahlen in der ersten Jahreshalfte eingeholt und der 1. Juli gilt als Stichtag, bis zu welchem jeder Club seine Statistik eingereicht haben muss. Werden die Zahlen also im internationalen Vergleich am Ende des Jahres von der EGA (European Golfers Association) bzw. DGV eingeholt, so fallen die Niederlande mit einer weitaus geringeren Zeitspanne ins Gewicht, da andere Lander ihre Statistiken erst 3 oder mehr Monate spater schlieBen. Zu denken ist hierbei z.B. an das Zahlenmaterial uber die nordamerikanische Golfszene: die NGF gibt Informationen weiter, die sich immer auf das Ende des gegebenen Jahres beziehen; die Schweizer Zahlen z.B. beziehen sich auf die Daten wie sie zum 1. Oktober des vorangegangenen Jahres vorhanden waren.[60]

Man konnte nun vermuten, dass sich - gerade fur die Zahl der Clubgolfer - von Juli bis zum Saisonende keine groBen Abweichungen mehr ergeben, da niemand einem Club in der Mitte des Jahres beitreten wird. Allerdings hat sich dieses Verhalten auf Seiten der Nachfrager geandert, da einige Vereine dazu ubergegangen sind, groBere Flexibilitat (z.B. Monatsmitgliedschaften) bei ihren angebotenen Vertragen anzubieten. Somit ist es durchaus denkbar, dass auch gegen Mitte bzw. Ende der Saison noch erhebliche Ab- bzw. Zugange zu verzeichnen sein konnten. Hinzu kommt, dass der Begriff Saison fur viele sudliche Lander kaum eine Bedeutung hat, da hier das ganze Jahr hindurch gespielt werden kann.

Werden also die Zahlen miteinander verglichen, so muss man Rucksicht auf die sehr unterschiedlichen Erhebungszeitpunkte nehmen. Das Gegenuberstellen von Daten aus unterschiedlichen Landern kann hilfreich sein, generelle Tendenzen und unterschiede in der langfristigen Entwicklung der aktiven Golfer zu belegen; allerdings sagen die Zahlen nur bedingt etwas uber kleine Zeitraume oder ad hoc-Vergleiche aus. Was hier fur die Anzahl der Golfer dargestellt wurde, gilt auch fur die Anzahl der Platze oder Clubs, da diese zwar haufiger veroffentlicht werden (z.B. in Fachzeitschriften), aber auch nur als BestandsgroBen in die internationalen Vergleiche einflieBen.[61]

III.2.2 Methoden der Datenerhebung: Vereinszahlen vs. Umfragedaten

Im Folgenden wird dargestellt, wie unterschiedlich die Daten in den Landern erhoben werden. So ist zum einen wichtig, ob die Daten freiwillig oder pflichtmaBig an die Verbande weitergegeben werden, welche Sanktionsmechanismen im Falle einer Vernachlassigung greifen und zum anderen wie die Daten erhoben werden.

Zwischen der Frage nach dem „wie“ und der Frage nach dem „von wem“, besteht ein Zusammenhang. Denn werden nur registrierte Clubmitglieder als Golfer gewahlt, so ist die Methode eine andere und auch einfachere, als wenn auch clubfreie Golfer in die Definition miteinbezogen werden.

Im europaischen Golfverband als Dachverband der nationalen Verbande werden die Daten von den Vereinen an die regionalen und nationalen Verbande weitergemeldet. Die Vereine haben weder ein Interesse daran, die Zahlen zu ubertreiben, da sie einen Kopfbeitrag pro Mitglied abfuhren mussen, noch die Zahlen zu untertreiben, da sonst das Mitglied keinen offiziellen Spielberechtigungsausweis erhalt. Insofern sind diese Zahlen verlasslich[62] und werden die tatsachliche Anzahl an Verbands-Mitgliedschaften (nicht Mitgliedern!) widerspiegeln. Ein wichtiger Punkt neben der Art der Meldung ist die Pflicht des Vereins, seine Mitgliederstatistik zu einem bestimmten Zeitpunkt einzureichen. Ganz anders erfolgt dies z.B. in den USA, wo kein Verein bzw. Club verpflichtet ist, sich bei der NGF zu melden. Dementsprechend muss dort auch eine andere Methode der Datengenerierung gewahlt werden. Es kann sich hier nicht auf die Clubs verlassen werden, sondern die Umfragen mussen viel intensiver gestaltet werden. So werden dort die Haushalte zu ihren Golfaktivitaten befragt, da viele Golfer in den USA keine Clubmitglieder sind. Sie mussen dies auch nicht sein und konnen dennoch auf den schonsten Platzen der Welt spielen, da diese vielfach offentlich sind. Die Ergebnisse der Befragung der Haushalte werden dann mit den gemeldeten Clubgolfern verknupft.

Es wird also deutlich, dass ein und die gleiche Zahl in den USA und Deutschland nicht nur unterschiedliche vertragliche vereinsbindungen abbilden kann, sondern auch ganz verschieden gewonnen wurde. Bedingt durch die Freiwilligkeit der Meldung und der Schatzung sind die Daten trotz der Einbeziehung aller Golfer nicht so verlasslich, wenn auch vollstandiger.

III.2.3 Typologie der Golfer: Organisierte vs. unorganisierte Golfer

In Deutschland, aber auch im GroBteil von Europa werden nur diejenigen Golfer gezahlt, welche organisiert sind. Organisiert in diesem Sinne bedeutet, dass sie einem Verein angehoren, der wiederum im Dachverband (DGV bzw. LGV) Mitglied sein muss. Zwar gibt es in Deutschland seit den 1990er Jahren auch (organisierte) vereinsfreie Golfer; jedoch sind auch diese durch eine Hilfskonstruktion Mitglieder im DGV, namlich uber die VcG. Folglich wird bei Zahlenvergleichen in FuBnoten darauf verwiesen, dass es sich lediglich um die Anzahl der organisierten Golfer handeln kann[63]. Ob dies allerdings so einfach vereinheitlicht werden kann, muss zumindest mit einem Fragezeichen versehen werden.

Denn die Aussagekraft einer Statistik kann nur so gut sein, wie sie die Realitat abbildet: so ergibt sich z.B. fur England ein verfalschtes Bild eines Golflandes, wenn nur organisierte Spieler mit dem Ziel der Vereinheitlichung genannt werden. In England ist Golf ein Volkssport, und da es dort viel mehr Moglichkeiten gibt, den Sport auch ohne Vereinszugehorigkeit auszuuben, ist eine Statistik nur der organisierten Golfer wenig reprasentativ fur Golf, auch wenn dies notwendig ist, um sie z.B. mit den deutschen Kennzahlen vergleichen zu konnen. Zumindest sollte darauf hingewiesen werden, dass es in England noch ungefahr eine weitere Mio. von clubfreien Golfern gibt.[64]

Ein weiterer Unterschied bei der behandelten Frage: „Was ist ein Golfer?“ ergibt sich durch die zuvor erwahnte VcG. Denn werden solche Hilfskonstruktionen geschaffen, um clubfreie Golfer zu organisieren und registrieren, kann dies die Zahlen ein weiteres Mal verzerren. Allerdings muss man die Vorteile einer solchen Konstruktion aus statistischer Sicht schatzen, da sie eine gute Quantifizierung der offentlichen Golfer ermoglichen. In den USA oder auch in England, wo es sehr viele clubfreie Golfer gibt, konnen diese immer nur aufgrund von Umfragen innerhalb sehr groBer Bandbreiten geschatzt werden. Zusammenfassend sollte also bedacht werden, dass die Anzahl von Golfern, wie sie in Tabellen wiedergegeben wird, bei weitem kein vollstandiges Bild von der tatsachlichen Situation der Golfaktivitaten in einem Land wiedergeben muss. Eventuell werden dabei groBe Gruppen vernachlassigt.

III.2.4 Eigene Definition: Clubgolfer vs. clubfreie Golfer

Entgegen der Verwendung in der ubrigen Golf-Literatur, in der eine Vielfalt von Begriffen wie Gelegenheitsgolfer, Graugolfer, registrierte, organisierte oder auch clubfreie Golfer auftaucht, soll in dieser Arbeit nur zwischen Clubgolfern und clubfreien Golfern unterschieden werden. Dies soll der besseren Verstandlichkeit und der Wahrung einer einheitlichen Form dienen, zumal einige der Begriffe unglucklich gewahlt sind.

Als Clubgolfer wird das Mitglied in einem Golfclub verstanden und als clubfreier Golfer, der Spieler ohne Heimatplatz. Als clubfreie Golfer gelten somit Spieler organisierter Formen (z.B. VcG, Robinson), als auch Spieler, die keiner Vereinigung oder Organisation angehoren.

III.3 Angebotsseite

Die Gefahr, dass die Daten uber die Angebotsseite ebenfalls nur verzerrt gemessen und nur bedingt zwischen verschiedenen Landern vergleichbar sind, ist nicht so groB wie uber die Nachfragerseite. Lagen die Probleme auf der Kundenseite oftmals in der hohen Dunkelziffer, so trifft dies nicht in dem Masse auf die Statistiken der Anlagen zu.

Auf der Anbieterseite ist erstens die Entwicklung nicht so rasant wie auf der Spielerseite und die (quantitative) Veranderung somit besser beobachtbar, und zum anderen haben die Anlagen selbst ein Interesse daran, ihre Spielmoglichkeiten publik zu machen. Denn nur, wenn sie in den Golfplatzfuhrern aufgelistet werden, haben sie die Chance, ausreichend

Klientel gewinnen zu konnen, um die Auslastung moglichst hoch zu halten. Und auch, wenn es mehrere Golffuhrer in einem Land gibt, so ist die Angebotsseite immer noch besser dokumentiert als viele der offentlichen Golfer auf der Nachfrageseite, die niemals Mitglied eines privaten oder offentlichen Vereins werden, aber dennoch Golf nachfragen.

III.3.1 Anzahl der Clubs: mit vs. ohne Platz

Der Club bzw. Verein spielt in der Geschichte des deutschen Golfs eine entscheidende Rolle. So war es bis 2003 generell nur dem (gemeinnutzigen) Verein gestattet, ordentliches Mitglied im DGV zu werden und somit vorgabenwirksame Wettspiele fur seine Mitglieder veranstalten bzw. deren Handicap verwalten zu konnen. Neben anderen Auflagen muss das DGV-Mitglied uber einen Platz mit mindestens 9 Lochern verfugen (Eigentum oder Nutzungsrecht) und einen Kopfbeitrag fur seine Clubmitglieder an den DGV abfuhren. Der Verein musste nicht gemeinnutzig sein, allerdings musste er in ein deutsches Vereinsregister eingetragen sein.

Auch wenn in der DGV-Satzung von vergleichbaren Organisationen gesprochen wurde, die Mitglied im DGV werden konnten, so fuhrte diese Formulierung bis 2003 ins Leere, da „... Gesellschaften des Handels grundsatzlich keine einem Verein vergleichbare Organisation sind und daher grundsatzlich nicht ordentliches DGV-Mitglied werden konnen.“[65]

Es hat somit in der fast 100-jahrigen Geschichte des DGV stets nur eine geringe Zahl von auBerordentlichen, nicht stimmberechtigten Mitgliedern gegeben, die oftmals auch nicht gemeinnutzig waren (bzw. nicht uber einen eigenen oder vertraglich genutzten Platz verfugten). Dies waren ehemals oft Kurorte oder Hotelgruppen und sind seit den 1990er Jahren verstarkt kommerzielle Betreiberanlagen. Diese mussten dann vielfach einen Club grunden, um im DGV aufgenommen zu werden bzw. Wettspiele veranstalten zu konnen.[66] Die satzungsanderung im Jahr 2003 ermoglicht eine Aufnahme der gewinnorientierten Anlagen in den Kreis der ordentlichen Mitglieder, auch weil der DGV keine Konkurrenzverbande nahren will, wie sie sich schon gebildet haben (z.B. BVGA).

Allerdings ist diese Situation, bei der nur eine geringe Abweichung zwischen der Anzahl der Clubs und der Anzahl der Platze auftritt in anderen Landern so nicht gegeben.

So ist es in England moglich, einen Verein zu grunden, ohne uber einen eigenen Platz zu verfugen.[67] Diese Vereine erkaufen sich Spielrechte in den nahe gelegenen Clubs mit eigenen Platzen, auf denen Mitglieder dann an bestimmten Tagen zu geringeren Greenfees oder sogar kostenfrei spielen durfen. Solche Clubs („societies“[68] ) beschranken sich nicht auf nur einen Platz, sondern haben eventuell mit mehreren Anlagen ein Abkommen uber das Spielen ihrer Mitglieder. Die Anzahl dieser Vereine in England ist groB, und sie sind wohl am besten mit den in Deutschland auftretenden Thekenvereinen vergleichbar. Allerdings haben viele eine groBe Bedeutung in der englischen Golfkultur.

Wer also einen Vergleich von Clubs in Deutschland und denjenigen in England, Irland oder auch den USA ziehen mOchte, muss sich unbedingt dieser strukturellen Unterschiede bewusst sein.

Das gilt insbesondere dann, wenn Mitgliederstatistiken aufgestellt und die Anzahl von Mitgliedern pro Club verglichen werden.

III.3.2 Anzahl der Platze

Der DGV listet seit ein paar Jahren die Golfanlagen gemaB ihrer Locheranzahl auf. Er unterscheidet zwischen 9, 18 und 27-Loch-Anlagen[69]. Auf diese Weise ist es eindeutig leichter, die Anzahl der Platze mit denen anderer Lander zu vergleichen, indem die Gesamtzahl der Platze auf 18-Loch-Einheiten heruntergerechnet wird. Leider gibt es jedoch aus dem Ausland nur selten eine gleichermaBen detaillierte Auflistung und die GroBe der Anlagen kann, wenn uberhaupt, nur in muhevoller Kleinarbeit herausgefunden werden.

Die Studie von Golfliteratur hat allerdings gezeigt, dass diese Indexierung auf 18-Loch- Anlagen nicht bei allen Autoren greift und aller Vorsicht zum Trotze, weiter Apfel mit Birnen verglichen werden. Denn allzu oft werden einfach Zahlen uber die Anzahl der Platze aus dem Ausland gleichgesetzt mit der Anzahl von 18-Loch-Einheiten bzw. die Anzahl der Clubs mit der Anzahl von Platzen[70]. Daraus konnen zwar grobe Aussagen resultieren, aber mit wissenschaftlicher Detailgenauigkeit und statistischer Aussagekraft hat dies wenig zu tun. Diesem Problem wird oftmals einfach dadurch begegnet, dass einfach von „Platzen“ geredet wird, ohne genauer zu beschreiben, um welche Art von Platzen es sich handelt. Diese Handhabung kann zwar im Nachhinein nicht mehr als falsch, sondern lediglich als ungenau ausgezeichnet werden, tragt aber nicht dem Ziel bei, fundierte Erkenntnisse zu gewinnen.

Dabei spielt aber nicht nur die GroBe der Platze eine Rolle, sondern auch deren Nutzungsfahigkeit bzw. Bespielbarkeit. Dies soll heiBen, dass man die Platze noch weiter unterteilen sollte in Platze, die schon geplant wurden, noch im Bau sind bzw. diejenigen, welche bereits existieren. Eine solche Unterteilung wurde noch besser zur Planungssicherheit von Investitionen von Golfplatzbetreibern dienen und Entwicklungen fur die Wissenschaftler besser prognostizierbar machen. In den USA wird dies von der NGF im Auftrage der usGA so gehandhabt.

Zusammenfassend lasst sich also festhalten, dass eine genauere Differenzierung der Golfanlagen nach ihrer GroBe und ihrem baulichen Fortschritt genauso erforderlich ware, um Entwicklungen und Vergleiche besser darstellen zu konnen, wie bei den Nachfragern: hier wurden schon sehr viel fruher erste Versuche bei umfassenden Umfragen unternommen, sie nach soziodemographischen Gruppen zu unterscheiden[71] Denn je genauer die Nachfrage- und Anbieterseite eingegrenzt und kategorisiert werden konnen, desto besser konnen Aussagen uber vergangene und zukunftige Entwicklungen getroffen werden.

III.3.3 Definition: Private vs. offentliche Platze, offentliches Golf

So wie bei den Golfspielern, gibt es auch bei Golfplatzen und -anlagen in der Literatur unterschiedliche Begriffe. Da es in dieser Arbeit in erster Linie um eine deutliche Unterscheidung zwischen privaten und offentlichen Anlagen geht, werden Begriffe wie Kurzplatze, Kombianlagen, Par-3-Platze, etc. ausgespart, da hauptsachlich die Art des Zugangs zum Platz von Interesse ist.

Unter privaten Anlagen werden Clubanlagen verstanden, die nur Mitgliedern und ihren Gasten zuganglich sind, unter offentlichen Anlagen werden offentlich-zugangliche Anlagen verstanden, auf denen jedermann nach dem Prinzip des Pay & Play spiel en kann. Es soll daraus nicht geschlossen werden, dass sich eine offentliche Anlage in offentlicher Hand befindet, sondern lediglich eine Aussage uber die Gruppe der Spielberechtigten getroffen werden. Eine genauere Unterscheidung der Begriffe nach weiteren Merkmalen wird in Kapitel IV vorgenommen.

Unter „offentlichem Golf" wird sinngemaB das Zusammentreffen von clubfreien Spielern und offentlich-zuganglichen Anlagen verstanden.

III.4 Nachfrageseite: Nachfrager vs. Nutzer

Ein Problem bei der Bezeichnung und Berechnung der Nachfrage nach Gutern ist die Unterscheidung der Nachfragetypen: der Wunsch nach einem Gut (latent demand) unterscheidet sich wesentlich von der effektiven Nachfrage (revealed demand) nach einem Gut.[72] Dies stellt eine generelle Schwierigkeit bei der Interpretation von Nachfragedaten dar und trifft besonders dann zu, wenn Potentiale ermittelt werden sollen bzw. Prognosen fur zukunftige Entwicklungen gemacht werden sollen. Auf einem Golfplatz ist die tatsachliche Nachfrage und somit die Nutzung leicht zu ermitteln; allerdings existiert auch eine potentielle Nachfrager-Schar, die aufgrund des mangelnden Angebots, das auf sie zugeschnitten ist, ihre Nachfrage nicht offenbart. Gerade diese Gruppe ist aber fur Investitionsentscheidungen auf Golfanlagen von besonderer Bedeutung. Es gibt in diesem Fall eine Nachfrage ohne Angebot.

Neben diesen beiden Hauptgruppen kann auch noch eine dritte Gruppe von Nachfragern definiert werden. Damit ist diejenige Nachfragegruppe gemeint, die erst durch ein passendes Angebot entsteht. Diese sog. induzierte Nachfrage (induced demand) entsteht im Gegensatz zu der potentiellen Nachfrage erst durch ein neues Angebot. Dies kann fur den Golfbereich z.B. eine neue Anlage sein, die durch besondere preisliche Angebote oder durch ihre geographisch gunstige Lage neue Nachfragergruppen anspricht. Diese konnen auch von anderen Freizeiteinrichtungen und -aktivitaten zum Golfsport abwandern (sog. diverted demand).

Generell muss also bei dem Begriff „Nachfrage“ auf eine vorsichtige Interpretation der Daten geachtet werden. Besonders fur die Erstellung von Prognosen fur die Zukunft sind oftmals Daten uber die latente oder induzierte Nachfrage als Planungshilfen von Bedeutung, die jedoch nur sehr schwer ermittelt werden konnen.

Eine zweite Fehlerquelle bei der Interpretation von Nachfragedaten kann dadurch entstehen, dass die Zahlen ohne Hintergrundinformationen uber das Angebot betrachtet werden.

Nachfragedaten stellen allerdings auch immer ein Ergebnis der Interaktion von Nachfrage und Angebot dar, weshalb Informationen uber das Angebot sehr wichtig sein konnen. Deshalb wird im spateren Kapitel vorgeschlagen, zusatzliche Faktoren fur eine Nachfrageanalyse mit einzubeziehen und zu untersuchen.

III.4.1 Golfnachfrage vs. Golfnachfrage vor Ort

In allen Statistiken wird die Anzahl der Golfer oder Mitglieder als gleichbedeutend mit der Nachfrage nach Golf benannt. Dies gilt sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Die Golfnachfrage wird somit in allen Landern mit der Anzahl der Spieler gleichgesetzt. SchlieBt man die zuvor genannten Einschrankungen aus, wie z.B. die Unterscheidung zwischen Club- und clubfreien, aktiven und passiven Golfern, so bleibt dennoch eine weitere Ungenauigkeit in den Zahlen bestehen.

Fehlerhafte oder ungenaue Aussagen treten auch hier wieder eher versteckt zu Tage, wenn von relativen Zahlen die Rede ist. Dies soll am Beispiel der so genannten Golferdichte oder englisch: participation rate“ verdeutlicht werden.

Diese Kennzahl ist, wie im folgenden Kapitel III.5.1 grafisch verdeutlicht, eine entscheidende MaBzahl fur die Fortentwicklung von Golf in einem festgelegten Gebiet und gibt die Zahl der Spieler als Prozentsatz der Gesamtbevolkerung im betrachteten Raum an. Will man z.B. eine Strukturkarte fur Deutschland erstellen, bei der die Golferdichten auf Lander-, Regierungsbezirk- oder Kreisebene dargestellt sind, um somit eine Aussage uber die Potentiale in manchen Bezirken treffen zu konnen, so schleichen sich hierbei unweigerlich Fehler ein, wenn nicht mit groBter Vorsicht die exakten Zahlen ermittelt werden.

Geht man von einer Berechnung auf Landerebene aus, so werden vielfach die Golferdichten berechnet, indem der Quotient aus Einwohnerzahl des betreffenden Bundeslandes im Nenner und die Anzahl der Golfer im Zahler diese Kennzahl ergeben. Die Anzahl der Spieler wird also durch die Anzahl der Bevolkerung geteilt und das prozentuale Ergebnis soll die Golferdichte abbilden.

Dabei wird die Anzahl der Golfer von den Listen der Landesgolfverbanden ubernommen oder aus den Aufstellungen des DGV, wie sie z.B. im Golf Timer abgedruckt sind.[73] Dort werden die Anzahl der Clubs bzw. Platze pro Landesverband aufgefuhrt und somit auch die Anzahl deren Mitglieder als die Anzahl der Golfer.

Das erste Problem, das fur den Golfbereich diesbezuglich auftritt, ist die Tatsache, dass Landesverband und geographische Landergrenzen nicht deckungsgleich sind. Dies soll bedeuten, dass zwar Clubanlagen in einem Landesverband Mitglied sein konnen, sie nach ihrer geographischen Lage aber einem anderen Landesverband zugerechnet werden mussten[74] Der Anteil der ca. 650 Clubs (Stand: 2001) in Deutschland, fur welche diese Sonderstellung zutrifft, ist dabei sicher verschwindend gering, allerdings kann sie gerade bei einwohnerschwachen Bundeslandern und mitgliederstarken Clubs die relativen Zahlen deutlich verfalschen.

Grund fur diese „falsche“ Zuordnung ist oftmals reiner Lobbyismus in den Reihen der Landes- und Clubvorstande. Dabei ist als Kennzahl in diesem Fall nicht nur die Golferdichte von der ungenauigkeit betroffen, sondern auch die so genannte versorgungsrate („provision rate“) und die Auslastung („operating rate“), welche den Anteil der Einwohner pro Platz bzw. den Anteil der Golfer pro Platz angibt. In beiden Fallen wird die Anzahl der Platze und Clubs wie sie von den Landesverbanden gemeldet werden unter umstanden fehlerhaft ubernommen, wenn man sie auf das geopolitische Bundesland beziehen mochte.

Man kann diesen Fehler jedoch umgehen, indem man die geografische Zugehorigkeit der Clubs uberpruft bzw. von GroBen pro Landesverband spricht. Ist bekannt, welche Clubs trotz ihrer Lage einem benachbarten verband zugerechnet werden, so konnen diese aus der Gesamtheit herausgenommen werden, falls die geographische Zuteilung von Bedeutung ist. Diese ist schon alleine dann von Bedeutung, wenn von den oben genannten relativen KenngroBen gesprochen wird. Denn die Einwohnerzahl und andere GroBen werden von Seiten der statistischen Amter immer auf eine geopolitische Ebene herunter gebrochen. Dementsprechend ware auch eine Bezeichnung wie z.B. „Golferdichte pro Landesverband“ falschlich, da sich die Einwohnerzahl wiederum nicht auf den gesamten Landesverband bezieht, sondern auf das Bundesland.

Selbst wenn allerdings die oben genannte Besonderheit mit ins Kalkul gezogen wird, besteht immer noch eine bedeutende Fehlerquelle, will man die Golfnachfrage auf eine RegionalgroBe beziehen. Dies gilt umso mehr, je weiter die Nachfrage nach Golf auf Korperschaften (Regierungsbezirke, Kreise, Gemeinden) herunter gebrochen wird.

Wird namlich z.B. fur einen Regierungsbezirk die Anzahl der Golfer in den Clubs berechnet oder fur ein Bundesland aus den Statistiken des DGV ubernommen, so spiegelt dies eben nicht die Golfnachfrage wieder. Es sagt lediglich etwas uber eine Golfnachfrage vor Ort aus. Dies liegt daran, dass ein Golfclub seine Nachfrager nicht aus dem unmittelbaren Umfeld rekrutiert, sondern die Nachfrager zum Teil eine weite Anreise in Kauf nehmen. Das ist hauptsachlich darin begrundet, dass besonders in Ballungszentren die Platzknappheit die Betreiber dazu veranlasst, die Platze auBerhalb der Agglomerationen zu bauen. Deshalb mussen die Golfer oftmals lange Strecken bis zu ihrem Heimatclub anreisen.

Stammen die Golfer jedoch nicht aus dem direkten geographischen Umfeld, in dem sich der Platz befindet, konnen sie nicht dieser Region als Golfnachfrager zugerechnet werden. Sie fragen zwar Golf in dieser Region nach und intensivieren die Nachfrage dadurch, kommen allerdings aus einem anderen Gebiet.

Dies trifft besonders fur die Anlagen am Rand der betrachteten Einheit (z.B. Regierungsbezirke) zu. Diese Anlagen erreichen viele Nachfrager, die in einem anderen Gebiet wohnhaft sind - zugerechnet werden sie allerdings der Nachfrage im Bezirk des Platzes. Davon ebenfalls betroffen, sind in besonderem Masse die Platze auBerhalb von Ballungsgebieten, so z.B. in Hamburg. Eine Vielzahl der Platze in Niedersachsen oder Schleswig Holstein rekrutieren ihre Mitglieder aus im Stadtgebiet Hamburg ansassigen Personen. Einem Regierungsbezirk an der Grenze von Hamburg eine hohe Golfnachfrage zuzusprechen, ware dementsprechend nicht korrekt. Denn die Golfnachfrage ist in Hamburg sicher hoher.

Deutlich wird dieses Problem bei folgender beispielhafter Konstruktion: Betrachtet werden die zwei einzigen Anlagen in Norddeutschland. Club 1 liegt sudlich von Hamburg in Niedersachsen. Angenommen seine Golfnachfrage vor Ort bzw. seine Mitgliederzahl betragt 1.000 Mitglieder und 400 davon kommen aus dem Hamburger Stadtgebiet. Seine eigentliche Golfnachfrage betragt somit lediglich 600.

Baut nun ein neuer Anlagenbetreiber einen Platz Nummer 2 nur drei Kilometer entfernt auf Hamburger Stadtgebiet und alle Hamburger wechseln auf diesen Platz, so wird sich die Nachfrage vor Ort des Club 1 erheblich verringern, die (korrekte) Golfnachfrage wurde allerdings gleich bleiben.

Ahnliches trifft auch fur Aussagen zur Golferdichte zu. Geht man der Einfachheit halber von 5 Mio. Einwohner in Niedersachsen[75] und 2 Mio. in Hamburg aus, so betragen die Golferdichten bei falscher Berechnung 0,02% in Niedersachsen und 0% in Hamburg. Daraus konnte man schlieBen, in Hamburg gebe es keine Golfer und dementsprechend ein unbegrenzt zu forderndes Potenzial. Korrekterweise sind aber 0,012% der Einwohner Niedersachsens Golfer und 0,02% Hamburger Golfer. Vergleicht man diese beiden Zahlen wurde man genau das Gegenteil konstatieren mussen: in Hamburg spielen mehr Leute als in Niedersachsen, folglich ware eine Forderung dort sinnvoll.

Um das Problem zu umgehen, musste von jeder Anlage erhoben werden, welcher Anteil der Spieler aus benachbarten Regionen kommt. Man wurde somit zumindest eine Schatzung erstellen konnen uber die tatsachliche Nachfrage pro Gebietseinheit. Eine solche Befragung ist vor allen Dingen dort von Bedeutung, wo sich die Anlagen an den Grenzen der Regierungsbezirke oder Bundeslander befinden. Gerade dort unterscheiden sich die Golfnachfrage vor Ort und die tatsachliche effektive Nachfrage.

III.4.2 Wartelisten

Oftmals wird die Nachfrage nach Golf mit der Anzahl der Golfer gleichgesetzt. Die Nachfrage wird an der Nutzung des Gutes Golfplatz gemessen. Eine Uberschussnachfrage herrscht, wenn das Angebot die Nachfrage nicht ausreichend zu decken vermag.

Dies schlagt sich im Golf z.B. teilweise in den Wartelisten nieder, die viele Vereine fuhren. Bei sehr renommierten Clubs kommt es vor, dass Anwarter bis zu 10 Jahren auf der Warteliste stehen, bevor sie in den Verein eintreten durfen. Allerdings weisen die Wartelisten zwei Probleme auf, weshalb sie die Uberschussnachfrage nur ungenugend abbilden konnen.

Erstens sind die Wartelisten der Vereine nicht unendlich lang und dokumentieren folglich die Uberschussnachfrage nicht vollstandig. Vielmehr brechen die Verantwortlichen bei einer bestimmten Zahl von Anwartern ihre Listen ab. Sie vergewissern sich jahrlich, ob der Wunsch nach einer Bewerbung fur das Folgejahr noch vorliegt. Letzteres tragt eindeutig zu einer groBeren Verlasslichkeit der Zahlen bei, da viele potentielle Mitglieder sich inzwischen fur einen anderen Club mit kurzerer oder gar keiner Wartezeit entschieden haben.

Dies deutet aber auf ein zweites Problem hin, weshalb Wartelisten die Nachfrage oftmals doppelt zahlen: viele der Anwarter stehen auf mehreren Wartelisten und sind teilweise sogar schon registriertes Mitglied in einem anderen Club. So werden auch Mitglieder im DGV oftmals doppelt gezahlt, da hier die Anzahl der Mitglieder in den Clubs gezahlt werden, auch wenn ein Mitglied eventuell mehrere Mitgliedschaften in verschiedenen Clubs besitzt. Der Ausdruck „Anzahl der Mitgliedschaften im DGV“ ware also die genauere Bezeichnung, fur das was bisher als Summe der Golfer im DGV bezeichnet wurde. Dies ist auch insofern die richtige Bezeichnung, da ein Golfer, der in mehreren Clubs Mitglied ist, auch mehrere Verbandsbeitrage leisten muss.

Diese Vorgehensweise der (ungewollten) Mehrfachzahlung setzt sich ubrigens bis an die oberste Stelle, den DSB fort. In seinen Statistiken wird zwar vom DSB als dem mitgliederstarksten Verbund gesprochen; allerdings davon, dass in den einzelnen Verbanden einige Doppeltzahlungen vorkommen und zudem viele Mitglieder in verschiedenen Sportverbanden aktiv sind, wird nicht ausreichend verdeutlicht.

Wenn also im Golf die Anzahl der Golfer mit der Nachfrage nach Golf gleichgesetzt wird, so sollte doch zumindest Vorsicht geboten sein, schon deshalb, da viele clubfreie Golfer, die offensichtlich Golf nachfragen gar nicht gezahlt werden konnen (siehe III.2.3). Dieser Gefahr einer Untertreibung der Nachfrage nach Golf begegnen viele Studien damit, dass sie unter Nachfrager diejenigen verstehen, die Golf bereits spiel en plus diejenigen, die gerne Golf spielen wurden, dies aber aus verschiedenen Grunden nicht realisieren. Eine solche Konstruktion einer hypothetischen Nachfrage ist dann sinnvoll, wenn z.B. Planungskonzepte verfasst und Machbarkeitsstudien neuer Golfanlagen fur bestimmte Regionen durchgefuhrt werden, da der Investor gerne im vorhinein wissen wurde, mit welcher Auslastung der Anlage er zu rechnen hat. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass es sich hierbei nicht um eine vorhandene Nachfrage handelt, sondern allenfalls um eine geschatzte und rein hypothetische.

III.5 Verhaltniszahlen III.5.1 Definition

Abbildung 1: Darstellung der Kennzahlen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Als Basisdaten fur die Berechnung der Entwicklung von Golf in einem Land werden auf der Nachfragerseite die Anzahl der Golfer und auf der Anbieterseite die Anzahl der Platze, Anlagen oder oftmals auch Clubs herangezogen. Als dritte GroBe wird oftmals auf die Bevolkerungszahl in einem Land Bezug genommen.

Die Kennzahlen, die hieraus entstehen, sind die Golferdichte, die Auslastung und die Versorgung. Mit der Golferdichte wird die Anzahl der Spieler relativ zur Gesamtbevolkerung, mit der Auslastung die Anzahl der Spieler pro Platz gemessen. Die Versorgung eines Landes oder auch Golfplatzdichte gibt die Anzahl der Bevolkerung wieder, die sich einen Golfplatz teilt.

Je besser Rucksicht auf die zuvor erwahnten Probleme wie der regionalen Zuordnung oder der Unterscheidung zwischen Nutzer und Nachfrager genommen wird, desto genauer konnen Aussagen mittels dieser Verhaltniszahlen getroffen werden.

III.5.2 Berechnungsprobleme

Man kann nach den Aussagen der ersten beiden Abschnitte schlussfolgern, dass die gebildeten Kennzahlen ahnliche Fehler aufweisen, wie die einzelnen Komponenten, weil

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Allerdings kann dieser Einkommensmultiplikator in landlichen Gebieten fur grofie internationale Turniere gering sein, da ein grofier Teil der Ausgaben nach „aufien“ fliefit; siehe dazu z.B. Gratton, C./Taylor, P. (2000), S. 182 ff.

[2] Dies kann auch fur ortsansassige Nachfrager gelten, sofern es zum sog. „Entsparen“ kommt.

[3] Albrecht Golf-Verlag et al. (1996)

[4] Marzin (1995), S. 13

[5] Takeshita et al. (1999)

[6] Im deutschsprachigen Bereich existiert noch eine Dissertation von Papitsch, H. (2002), im medizinisch-

naturwissenschaftlichen Bereich eine weitere hohe Anzahl.

[7] Schalk, I. van der (1993)

[8] Stolberg-Schloemer, B. (2002)

[9] Baartz, R. (1994) und BTE (1992)

[10] Laurer, P. (2001) als Vertiefung seiner Diplomarbeit (1995)

[11] Drosdek, A.J. (1997)

[12] Laurer, P. (2001)

[13] Melvin, P.C./McCormick, R.E. (2001)

[14] Emnid (1988)

[15] GTC (2001)

[16] Verkaufte Auflagen in II/2003; Golf Journal: 40.294, Golf Magazin: 38.425; online unter www.pz-online.de [Stand: 13.10.2003]

[17] Organ des Golfmanagement Verbandes Deutschland (GMVD)

[18] DGV/GTC (2003)

[19] Stolberg-Schloemer, B. (2002)

[20] Diplomarbeiten von Kuschow, M. (1999) oder Kamps, D. (2001) haben in jungster Zeit ebenfalls vom Golftourismus gehandelt.

[21] z.B. Billion, F. (1996)

[22] Pfaff Marketing GmbH (1999)

[23] Ennemoser, K. (2000)

[24] Ebert, H. (1929)

[25] NGF/McKinsey and company (1999)

[26] z.B. Quanz, D.R. (1995)

[27] Royal & Ancient Golf Club of St. Andrews development panel (1989)

[28] vgl. z.B. Melvin, P.C./McCormick, R.E. (2002), O’Hara, J./Beckwith, R. (2002) oder Jackson, T. (2002)

[29] Knock, J.A. (1999)

[30] Proctor, S. (2002)

[31] Billion, F. (1999), S. 57 kommt zu dem Ergebnis, das in Deutschland der Multiplikatoreffekt von Golfplatzen bei 3 liegt. Genauer belegt, wird diese Aussage allerdings nicht.

[32] NGF (1992)

[33] Shmanske, S. (n.n.e.)

[34] Online unter: http://golfarchiv.dshs-koeln.de [Stand: 19.2.2003]

[35] Mayer, H.O (2002), S. 9

[36] ebd., S. 25

[37] Bortz, J./Doring, N. (2002), S. 295

[38] Meuser, M./Nagel, U. (1991), S. 443 definieren Personen mit solchen Eigenschaften als « Experten »

[39] Meuser, M./Nagel, U (1997), S. 486

[40] Oswald, H. (1997), S. 73

Glover, J. (1997), S. 9

[42] FAZ (2002), S. B4

[43] Der Parlamentsbeschluss wurde ubrigens in den Jahren 1471 und 1491 (dann unter Jakob IV.) nochmals wiederholt.

[44] Heineken, P. (1893)

[45] Die Zeit (2002)

[46] Bosworth, R.J.B. (1999), S. 345

[47] Dieses Plakat wurde vom Verbandsfuhrer entworfen, nachdem er fur eine Eindeutschung englischer Fachausdrucke in der Juni-Ausgabe 1940 der Golfzeitung aufrief.

[48] Quanz, D.R. (2001), S. 37f.: Die vom Fuhrer gespendete Bernsteinschale ging an die siegreichen Englander; Hitler selbst lieB sich bei der Uberreichung wegen des 3. Platzes (hinter Frankreich) der deutschen Mannschaft nicht blicken, wobei er erst kurz vor der Ankunft im Club durch Funk verstandigt umdrehte, als sich ein Sieg der Englander abzeichnete.

[49] Sikora, K. (2001), S. 10

[50] Quanz, D.R. (1995), S. 111: Der englische Club nannte sich „Krefeld Golf Club“ und der deutsche „Krefelder Golf-Club“.

[51] o.V. (1949), S. 3

[52] Sikora, K. (2001), S. 19

[53] Unter dem Begriff Freizeitsport wird gemaB der Diskussion der 1980er Jahre uber die Begriffe Freizeitsport, Breitensport, Spitzensport die Ausubung einer Sportart verstanden, die einen hohen Grad der Selbstbestimmung und hohe Zuwachszahlen besitzt und nicht nur von Vereinen angeboten wird, sondern z.B. auch von kommerziellen Anbietern (siehe z.B. Rothig, P. (1992))

[54] Golf war lediglich in den Jahren 1900, 1904 und 1916 (wobei die Spiele dort wegen des Krieges ausfielen) olympische Sportart; neue Bestrebungen bemuhen sich allerdings um eine Wiederaufnahme.

[55] Ungefahr zur gleichen Zeit (1987) entstand auch in Russland der erste Platz in der Nahe von Moskau, mit einer abstrus hohen Aufnahmegebuhr von US$ 20.000, erbaut von einem schwedischen Ex-Eishockey- Nationalspieler.

[56] dabei ist vor allem an die offentlichen Verwaltungen in den Tourismusballungszentren zu denken (z.B. in Bayern oder Mecklenburg-Vorpommern)

[57] ist die vom DGV jahrlich erscheinende Publikation mit Adressen, Statistiken, Turnieren...

[58] Amateurverband; die Profis sind in der Professional Golfers Association (PGA) vereint.

[59] DGV: AMRI des DGV, Seite 3, Punkt 1.9.

[60] die Angaben beruhen auf schriftlichen Befragungen des Verfassers bei den Verbanden.

[61] Bei der Betrachtung der Platze kommt ein weiterer Punkt bezuglich ihrer Vergleichbarkeit hinzu (siehe III.3.2).

[62] sieht man von Fehlern bei der Erhebung aufgrund Zeitdruck, Ubertragungsfehlern, etc. ab

[63] z.B. DGV (2002), S. 329

[64] gemaB Angaben der English Golf Union (EGU)

[65] Dallmeyer; K. (1999), S. 3

[66] siehe dazu genauer: Kapitel IV.3.5

[67] dies ist zwar auch in Deutschland moglich, da es auch hier mehr Clubs als Platze gibt; so ist jedoch satzungsgemaB vom DGV geregelt, dass auf einer 18-Loch-Anlage nur hochstens 2 Vereine spielen konnen. Eine bestimmte Zahl an eigenen Lochern ist also wie oben beschrieben erforderlich.

[68] Siehe dazu genauer: Kapitel VI.1.5.3.1

[69] allerdings versteht der DGV unter einer 9-Loch-Anlage, alle 6 bis 12 Loch-Anlagen, unter 18-Loch alle 13- 21-Loch-Anlagen und alles daruber als 27-Loch-Anlage (siehe z.B. DGV (2002), S. 325)

[70] z.B. in Ennemoser, K. (2000), S. 22 ff.

z.B. im Golftimer; siehe DGV (2002), S. 332 f.

[72] z.B. in Gratton, C./Taylor, P. (1992), S. 84

[73] DGV (2002), S. 322 f.

[74] Um nur ein Beispiel zu nennen, sei hier der Club „St. Dionys“ erwahnt, der Mitglied im Hamburger Landesverband ist, geographisch allerdings in Niedersachsen liegt.

[75] Im Land Niedersachsen sind eigentlich ca. 8 Mio. Menschen angesiedelt.

Details

Seiten
246
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638272261
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v24329
Institution / Hochschule
Deutsche Sporthochschule Köln – Sportökonomie und -management
Note
cum laude (gut)
Schlagworte
Strukturen Golfmarktes Deutschland Potentiale Einflussfaktoren Vergleich

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Titel: Strukturen des Golfmarktes in Deutschland. Potentiale, Einflussfaktoren und internationaler Vergleich