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Entwicklung der Küche unter Konstruktions-, Nutzungs- und Verwertungsaspekten

Diplomarbeit 2004 87 Seiten

Technik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abbildungsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Vorwort

Einfuhrung

1 Konstruktion
1.1 Material
1.1.1 Massivholz
1.1.2 Holzwerkstoffe
1.1.3 Beschichtungsstoffe
1.1.4 Metall
1.1.5 Glas
1.1.6 Stein
1.1.7 Mineralischer Verbundwerkstoff
1.1.8 Leichtbauplatten
1.1.9 Holz-PP-Compound
1.2 Dimensionierung
1.2.1 Korpuskonstruktion
1.2.2 Korpusabmessungen
1.2.3 Fronten
1.2.4 Arbeitsplatten
1.3 Beschlage
1.3.1 Turbeschlage
1.3.2 Schubkastenfuhrungen
1.3.3 Sonderbeschlage
1.4 Verbindungen
1.4.1 Unlosbare Verbindungen
1.4.2 Losbare Verbindungen
1.5 Transportierbarkeit
1.6 Montierbarkeit
1.7 Anforderungen an die Produktentwicklung

2 Nutzung
2.1 Arbeitsaufwand
2.2 Ergonomie
2.2.1 Arbeitshohe
2.2.2 Gestaltung und Anordnung der Gegenstande
2.2.3 Belastung und Unfallintensitat
2.3 Energie- und Wasserverbrauch
2.3.1 Energielabel
2.3.2 Kochen und Backen
2.3.3 Kuhlen und Gefrieren
2.3.4 Geschirrspulen
2.4 Hygiene

3 Langlebigkeit
3.1 Stabilitat
3.2 Design und Funktion
3.3 Wertewandel
3.4 Wohnungswechsel

4 Verwertung
4.1 Verwertungs- und Entsorgungswege fur Altmobel
4.1.1 Wiederverwendung
4.1.2 Stoffliche Verwertung
4.1.3 Energetische Verwertung
4.1.4 Biologische Verwertung
4.2 Prognose fur die Zukunft

Abschlussbetrachtung

Quellenverzeichnis

Erklarung

Stichwortverzeichnis

Kurzfassung

Die Kuche in ihrer heutigen Form hat eine lange Entwicklung hinter sich.

Dieser Weg uber die letzten 50 bis 70 Jahre wird in der vorgelegten Arbeit unter den As- pekten der Konstruktion, der Nutzung, der Langlebigkeit und der Verwertung aufge- zeigt.

Dabei erfolgt eine besondere Betrachtung der relevanten Veranderungen, die okonomische und okologische Auswirkungen auf den Pro- duktlebenszyklus haben.

Die jeweiligen Vor- und Nachteile dieser Ver- anderungen werden anhand von einigen Bei- spielen dargestellt.

Diese Arbeit soll Ratgeber sein, fur die Pla- nung und Herstellung von Kuchen und einen Ausblick auf zukunftige Entwicklungswege geben.

Schlagworter: Arbeitsablaufe, Energie- verbrauch, Ergonomie, Langlebigkeit, Le- benszyklus, Verwertung

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Frankfurter Kuche

Abb. 2: Sellkuche 1951

Abb. 3: Einbaukuche in den 60er Jahren

Abb. 4: Kuche in den 70er Jahren

Abb. 5: Kuche Mahl-Zeit um 1970

Abb. 6: Kuche in den 90er Jahren

Abb. 7: Rahmenbauweise um 1950

Abb. 8: Massivholzkonstruktion

Abb. 9: Hohlkammerkonstruktion

Abb. 10: Rahmen mit Glasfullung

Abb. 11: Front in 16mm

Abb. 12: Stangenscharnier

Abb. 13: Mobelband, Kropfung D

Abb. 14: Topfband

Abb. 15: CLIP - Scharnier

Abb. 16: Anschlagdampfer BLUMOTION. .

Abb. 17: Besteckkasten aus Polystyrol

Abb. 18: Schubkastenfuhrung um 1970

Abb. 19: Rollenfuhrung

Abb. 20: Stauraum verschiedener Eck- losungen im Vergleich

Abb. 21: Materialeinsatz und Konstruktions- aufwand

Abb. 22: PUR Verklebung nach Hennecke.

Abb. 23: losbare, sichtbare Verbindungselemente

Abb. 24: INVIS Verbinder

Abb. 25: Fadenstudie

Abb. 26: Schrittersparnis in der Frankfurter Kuche

Abb. 27: Arbeitsdreieck in L-Kuche

Abb. 28: Kuchengundrisse um 2000

Abb. 29: Benutzungshaufigkeit der Kuchenbereiche

Abb. 30: moll - design

Abb. 31: Stauraumzonen

Abb. 32: Anpassung der Arbeitshohe

Abb. 33: Illustration zur Arbeitshohe

Abb. 34: Arbeitshohe der verschiedenen Zonen

Abb. 35: Haarer Schutte

Abb. 36: Uberschaubarkeit

Abb. 37: Zusammenhang zwischen Seh- bereich und ArmvorstoBraum

Abb. 38: Uberschaubarkeit bei Auszugen..

Abb. 39: Unterschrank kombiniert mit Fachboden und Auszug

Abb. 40: Verbreitung ausgewahlter Kuchengerate

Abb. 41: Energieverbrauch im Haushalt

Abb. 42: Energielabel fur Kuhlgerate

Abb. 43: Heizenergie in Wohnungen

Abb. 44: Vergleich elektrischer Heiz- systeme

Abb. 45: „Kuhlschrank" mit Eiskuhlung

Abb. 46: Unterbaukuhlschrank

Abb. 47: Gerauschentwicklung der Geschirrspulmaschinen

Abb. 48: Handspulen / Maschinenspulen

Abb. 49: Bestandsalter v. Einbaukuchen

Abb. 50: Bauteile , die der Prufung unterliegen

Abb. 51: Die wichtigsten Kriterien fur den Kuchenkauf

Abb. 52: Kuchenwerkbank

Abb. 53: System 20

Abb. 54: Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz

Abb. 55: Verwertungs- und Entsorgungs- schema fur Altmobel

Abb. 56: Anteil der Kuche am Gesamtmobelaufkommen

Abb. 57: Verteilung der Gebrauchtholz- mengen in Sachsen

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vorwort

Vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Entwicklung der Kuche unter Konstrukti- ons-, Nutzungs- und Verwertungsaspekten und ist im Rahmen des Projekts „Integrierte Produktpolitik (IPP) am Beispiel Kuche" ent- standen.

Im Februar 2001 veroffentlichte die Europai- sche Kommission ein Grunbuch zur integrier- ten Produktpolitik, in dem eine Strategie zur Neuorientierung und Starkung produktorien- tierter Umweltpolitik vorgeschlagen wird. Das bayerische Umweltministerium hat sei- nerseits IPP zu einem Schwerpunkt des Um- weltpakts „Nachhaltiges Wirtschaften im 21. Jahrhundert" erklart.

Als umwelt- und wirtschaftspolitisches Kon- zept verfolgt IPP das Ziel, durch innovative, marktfahige Losungen die negativen Um- welteinwirkungen von Produkten auf ihrem gesamten Lebensweg zu verringern.

Unter der Leitung der Gesellschaft fur Ar- beitssicherheits-, Qualitats- und Umweltma- nagement (Arqum GmbH, Munchen) beschaf- tigen sich Vertreter der Kuchen- und Zuliefe- rerindustrie, des Umweltministeriums, der Fachhochschule Rosenheim und weiterer In- teressensvertreter an der Realisierung eines branchenbezogenen Produktpanels am Bei- spiel Kuche.

Als Diplomand der Fachhochschule Rosen­heim hatte ich die Gelegenheit, mich an zahl- reichen Arbeitstreffen dieser Gruppe zu beteiligen.

Durch das vielschichtige Teilnehmerfeld und den offenen Umgang mit der Thematik, wur- den vielseitige Aspekte diskutiert, die mir aufschlussreiche Informationen und interes- sante Anknupfungspunkte fur meine Arbeit boten.

Es freut mich sehr mit meiner Diplomarbeit einen Beitrag zu diesem Projekt leisten zu konnen und hoffe, dass daraus nutzliche Er- kenntnisse gezogen werden.

Fur die hilfsbereite Unterstutzung mochte ich mich bedanken bei meinen Professoren Herrn Ober, Herrn Dusil und Herrn Michanickl, den Mitarbeitern der Firma Blum Frau Wildauer und Herrn Lubetz, den Teilnehmern am IPP- Projekt, sowie bei allen anderen, die mir bei dieser Arbeit mit Rat und Tat zur Seite stan- den.

Rosenheim, im Februar 2004

Dominik Schwab

Einfuhrung

Die Kuche von heute hat eine bemerkenswer- te Entwicklung hinter sich.

Der Entwicklungsweg vom offenen Feuer, das fur mehr als zwei Millionen Jahre das Zentrum des Hauses war, hin zum Mikrowel- lengaren belegt die Kraft des technischen Fortschritts und die Bedeutung der Kuche fur die Menschen.

Die Kuche der Moderne hat ihre ursprungli- chen Ansatze in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, wo die ..Frankfurter Kuche" Weichen fur die Zukunft stellt.

Die junge Architektin Margarete Schutte- Lihotzky hat das Elend und die hygienischen Katastrophen im Wien der Nachkriegszeit erlitten, als ihr der Frankfurter Baurat Ernst May 1926 die Aufgabe ubertragt, eine stan- dardisierte Kuche fur ein Siedlungsobjekt zu entwickeln.

Sie beschaftigt sich mit der Rationalisierung der Hauswirtschaft und ihr Entwurf einer kli- nisch reinen Kuche basiert darauf, dass die GroBenreduktion durch technisch- konstruk- tive Erfindungen kompensiert wird.

Als Arbeitskuche wird der Raum auf einen Arbeitsbereich innerhalb der Wohnung redu- ziert, der nur nach ergonomischen und oko- nomischen Gesichtspunkten geplant ist, in dem der Mensch zu einer berechenbaren „Einheit" wird.

Das Ende des Zweite Weltkrieges mit seinen katastrophalen Folgen bringt auch eine wirt- schaftliche und technische Erneuerung, die zu veranderten Lebensformen fuhrt. Der Wohnungs- und Raummangel fuhrt zum Bau zahlloser Kleinstwohnungen mit sehr gerin- gem Qualitatsstandard. Die wachsende Zahl der berufstatigen Frauen verandert das tradi- tionelle Familienleben und macht u. a. eine langere Bevorratung der Lebensmittel notwendig.

Teile der Industrie suchen mit dem Ende der Rustung nach neuen zivilen Produkten. Das ist der Nahrboden, um die in den 30er Jahren in den USA bereits erprobten neuen Kuchen- formen fur Deutschland zu ubernehmen.

Die erste systematische Einbaukuche wird 1945 von Werner Sell als Prototyp mit noch recht bescheidenen Materialien in einem von ihm entwickelten Fertighaus eingebaut. Ge­neral Clay setzt sich fur die Verwendung die­ses Kuchentyps in den neuen Wohnbauten der Militarregierung ein.

Damit sind die Voraussetzungen fur eine se- rienmaBige Fertigung geschaffen und die Ba­sis vorhanden, die Einbaukuche nach den Er- kenntnissen der Arbeitsablaufe im Detail zu vollenden. Die Amerikaner bringen ihre Er- fahrungen mit den eigenen Kucheneinrich- tungen ein und verlangen die Ausfuhrung in Stahlblech.

Das, was den Werkbundarchitekten noch zur Perfektion ihrer funktionsgerechten Kuche fehlt - eine Spule mit Abstellflache sowie eine unempfindliche, durchgehende Arbeitsplatte - kann jetzt verwirklicht werden. Aber fur den Verkauf an zivile Wohnbaugesellschaften oder private Haushalte gibt es zunachst we- nige Chancen.

Die erste groBere Presentation fur die Bevol- kerung findet auf der Bauausstellung „Constructa" 1951 statt. Die Firmen Sell und Dr. Becher zeigen komplett ausgestattete Einbaukuchen.

Das Interesse fur die neue Kuchenform ist uberraschend groB, bleibt jedoch auf Grund des hoheren Preises anfangs beguterten Kreisen vorbehalten.

Zusatzlich kommen weitere Schwierigkeiten hinzu: Die Einsicht in die ZweckmaBigkeit des ungewohnten Aufwandes an Gedanken- arbeit und materiellem Einsatz fur diesen Teil des Wohnbereichs ist bei vielen Architekten und Mobelhandlern noch nicht vorhanden.

AuBerdem kennt man anfangs noch keine RastermaBe, so dass jeder Hersteller nach ei- genen Vorstellungen Abmessungen festlegt.

Mit Grundung der Arbeitsgemeinschaft „Die Moderne Kuche (AMK)" 1956 schlieBen sich 10 Hersteller zusammen, die bereit sind, ge- meinsam fur das neue Produkt zu werben, einheitliche Abmessungen zu erarbeiten und dabei die Geratehersteller mit einzubeziehen. Aus diesem Zusammenschluss werden ein- heitliche Abmessungen, Regeln und Normen entwickelt, die jetzt auch den Gerateherstel- lern ermoglichen, ihre Elektrogerate so zu bauen, dass sie in alle Kuchenprogramme passen.

Gepragt von Idee der Kleinkuchen aus den zwanziger Jahren und auf Grund fehlenden Wohnraums, beabsichtigt der Deutsche Nor- menausschuss eine Empfehlung fur eine Kleinstkuche von nur 6,5 Quadratmetern in einer DIN Norm festzulegen. Doch die AMK schafft es, dies zu verhindern und Vorausset- zung am Bau zu schaffen, die den neuen technologischen Entwicklungen besser ent- sprechen.

In den 70er Jahren prasentiert der Designer Luigi Colani zusammen mit Poggenpohl den Zukunftsentwurf einer Kuche. Er heiBt "Expe­riment 70" und ist als Teil eines Hauses ge- dacht, bei dem Kuche, Bad, Arbeitsbereich usw. als kugelformige Elemente an einen zentralen Raum angedockt werden sollen. Diese futuristische Architektur entspricht ei- nem gestalterischen Neuansatz, in dem sich die Aufbruchstimmung der 70er Jahre nie- derschlagt und der alle Lebensbereiche um- fassen soll.

Diese vom ubrigen Wohnen strikt isolierte Kuche wird nie in Serie gebaut, reprasentiert aber das Denkkonzept einer ausgepragten Technikglaubigkeit und stellt elegante Denk- anstoBe dar, die sich aus der tradierten Er- wartungswelt herausbewegen.

Doch die Kuche als „Labor" oder „Maschinen- stand" entspricht schon Mitte der 70er Jahre nicht mehr dem Zeitgeist.

Ende der 70er Jahre vollzieht sich ein Wandel der bis heute anhalt: die Kuche offnet sich wieder zum Wohnen hin und entdeckt ihre sinnlichen Qualitaten neu. Man spricht vom so genannten Cocooning -Trend.

Die Trennung vom „richtigen", reprasentati- ven Wohnbereich bleibt aber weiter erhalten und wird hochstens im Wohnbereich der Rei- henhauser durch das Loch der Durchreiche gebrochen.

Diese Tendenz entwickelt sich bis in die 90er Jahre hin zu einer „offeneren" Kuche mit Bar oder Kuchenblock, oder zum vollwertigen Essplatz in der Kuche .

Trendforscher haben diese Entwicklung beo- bachtet und einen neuen Begriff geschaffen. Homing ist die Weiterentwicklung des Co­cooning. Das Heim ist das Zentrum der Welt, dient als Schutzhafen und als Mittelpunkt al- ler Energieanstrengungen des Lebens.

Auch in der Kuche macht sich dieser Wandel bemerkbar und wird von Kuchenherstellern aufgenommen. Sie machen sich Gedanken uber funktionale Kuchen, die nicht nur nach ergonomischen Gesichtspunkten und Ar- beitsablaufen gestaltet werden, sondern auch das Bedurfnis nach Gemutlichkeit und Wertigkeit befriedigen.

Mit diesem Anspruch entwickeln sich Ku- chen, in denen Eigenschaften und Verhal- tensweisen wie Kommunikation, Genuss und Naturlichkeit hoher bewertet werden.

Die wachsende Zahl der Menschen, die heute ihre Kuche als das Zentrum und Herz der Wohnung sehen, deutet auf diesen Werte- wandel hin und scheint die endgultige Ab- kehr von den Absichten der damaligen Planer zu sein.

Da die „alten" Ziele vor allem einen politisch- okonomischen Kontext hatten, der damals unwissenschaftlich bewiesen wurde, sind wir gegenwartig aufgefordert, neue und klare Richtungen aus dem heutigen Wissen um diese Zusammenhange vorzugeben.

Abb. 1: Frankfurter Kuche

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Sellküche 1951

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Einbaukuche in den 60er Jahren Abb. 6: Kuche in den 90er Jahren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Kuche in den 70er Jahren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Kuche Mahl-Zeit um 1970 (Coop- Himmelblau)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einfuhrung des geschlossenen Herdes und Entdeckung der Hy­giene; Vorratshaltung auf dem Land, Zukauf der Nahrungsmittel in der Stadt; Vorstellung der ersten elektrischen Kuche 1893 auf der Weltausstellung in Chicago

USA: Uberlegungen von C. Austin einer zentralen Kuche in der Stadt; Arbeitsplatzstudien zur Zeitoptimierung - Impulse fur die Einbaukuche

Reform der Kuchen -und Hausarbeit im Zuge der Gleichstel- lungsbestrebungen der Frau

- Frankfurter Kuche
- Munchner Kuche

Kuchentisch und Kuchenbuffet trotzen der Einbaukuche Anmeldung von HPL Schichtstoff (Resopal)

Kriegs - und Nachkriegszeit; beim Wiederaufbau ist die Einbau- kuche wegen ihrer Platzersparnis gefragt

Die Hygiene hat sich durchgesetzt, erste mit Resopal belegte Fronten werden eingebaut

- Form 1000 von Poggenpohl

Die Kuche als WG - Treffpunkt, in der sich auch Manner betati- gen; Die Einbaukuche ist obligatorisch und kann dem Grundriss angepasst werden.

„Tolle Kuchen fur schlechte Kochinnen", vorwiegend in knalli- gen Farben. Es entstehen futuristische Entwurfe, die sich aber nicht durchsetzen.

- Elektra Technovision
- Experiment 70 (Colani)

Der Designer Otl Aicher entwickelt zusammen mit Bulthaup aus seiner Studie „Die Kuche zum Kochen. Das Ende einer Architek- turdoktrin" heraus ein neues Kuchenverstandnis; gleichzeitig entwickelt sich der sog. Cocooning Trend

Die Kuche als Genusstempel;

Leitmotive sind Gesundheit, Genuss, Appetitlichkeit

Das „Homing" lost den Cocooning - Trend ab;

neues Grundmotiv ist die Suche nach Geborgenheit; das Heim

ist das Zentrum der Welt;

- Kuchenvision Concept 2010 (Hettich)

Die IPP gerechte Kuche wird prasentiert;

Kernelement ist die lebenswegoptimierte Kuchengestaltung von der Entwicklung bis zur Entsorgung

1 Konstruktion

Unter dem Thema Konstruktion sind Punkte aufgefuhrt, die unmittelbar mit der Herstel- lung von Kuchenmobeln zusammenhangen.

Die wichtigsten Einflusse, die sich einer Wei- terentwicklung unterzogen haben, werden dabei ausfuhrlicher aufgezeigt.

- Material
- Dimensionierung
- Verbindungen
- Beschlage
- Transportierbarkeit
- Montierbarkeit

1.1 Material

Das Material stellt fur die Konstruktion eine Schlusselfunktion dar. Es sind die Materialei- genschaften, die maBgeblichen Einfluss auf die Konstruktion nehmen, weil sie uber Funk- tionsfahigkeit, Stabilitat und auch Aussehen des Mobels entscheiden.

Im Umgang mit den verschiedenen Materia- lien sollte dabei auf den optimierten Einsatz geachtet werden, und fur die Zukunft eine Reduzierung der Materialienvielfalt in der Kuche angestrebt werden.

Wie sich die Materialien und deren Einsatz uber den Verlauf der Geschichte entwickelt haben ist dabei von entscheidender Bedeu- tung.

1.1.1 Massivholz

Da die Kuche uberwiegend aus Kastenmo- beln besteht findet man zunachst die klassi- schen Konstruktionsmaterialien des konven- tionellen Mobelbaus.

Lange Zeit herrschen Einzelmobelstucke aus Massivholz vor. Wahrend des Krieges werden in kleinen Fertigungsstatten Fronten aus Fichtenrahmen mit Sperrholz oder „Press- pappe" belegt hergestellt, die Oberflache in Holzmaserung gerollt oder einfarbig in Pas- telltonen lackiert.

Aufgrund des Ol-Embargos in den 70er Jah- ren gibt es Tagespreise bei den Schichtstof- fen, wodurch mit verstarkter Zunahme die Holzfrontenfertigung beginnt. Auch die Kranz

- und Lichtleistenfertigung aus Holz wird bis zur Perfektion ausgebaut.

Dabei kommen alle europaischen und exoti- schen Holzarten zum Einsatz, was in der Be- schaffung ein schwieriges Thema ist. Unter- schiedliche Bezugsquellen fuhren zu Abwei- chungen in Farbe und Struktur, worauf eine Welle von Reklamationen folgt.

Anfang der 80er Jahre ist dieser Trend prak- tisch nicht mehr existent. Massivholzteile bleiben zwar immer Bestandteil der Kuchen- programme, deren Bedeutung ist aber - im Gegensatz zur Massivholzfront - weniger geworden.

Heute gibt es wieder einige Hersteller, die sich der industriellen Produktion von Massiv- holzkuchen verschrieben haben. Sie sind aber nicht als richtungweisend zu betrachten, da massive Holzkonstruktionen immer besonde- re Anforderungen an die Konstruktion und Gestaltung stellen. Sie sind sehr individuell und in der Verarbeitung kompliziert und aufwandig.

Von der holzverarbeitenden Industrie werden zwar auch standardisierte Massivholzplatten - in Form von durchgehenden oder keilver- zinkten Leimholzplatten - angeboten die den Arbeitsaufwand reduzieren, der Umgang mit Massivholzkonstruktionen sollte aber den- noch eher eine Starke des Handwerks sein.

Neben konstruktiven Gesichtspunkten zum Einsatz von Massivholz gibt es noch okologi- sche und gesundheitliche Faktoren, die gera- de in jungster Zeit eine immer groBere Rolle spielen und daher zu berucksichtigen sind.

Zum einen ist das Nachhaltigkeitsprinzip[1] von groBer Bedeutung, zum anderen werden dem Werkstoff Holz auch positive Einflusse auf das menschliche Wohlbefinden attestiert.

In den letzten Jahren sind im Anschluss an eine Versuchsreihe systematische Untersu- chungen an unterschiedlichen Holzern und Holzwerkstoffen durchgefuhrt worden. Am „International Institute of Biophysics" in Neuss wurden die Wachstumsimpulse in quantitativer und qualitativer Hinsicht mit Hilfe der Biophotonen-Methode[2] gemessen.

Das Ergebnis dieser Untersuchung sagt aus, dass Massivholz nach DIN 68871 sich eindeu- tig positiv auf das Wohlbefinden des Men- schen und das menschliche Immunsystem auswirkt. Unbehandeltes Massivholz erreicht die besten Werte. Je offenporiger die Ober- flache um so starker, je versiegelter (grun- diert, lackiert, oder auch geolt) umso geringer ist die Wirkung, bis hin zur Bedeutungslosig- keit wie z.B. bei Spanplatten, Tischlerplatten und Sperrholz.

1.1.2 Holzwerkstoffe

Um die Problematik von Massivholzkonstruk- tionen zu beseitigen, werden Holzwerkstoffe[3] entwickelt, die in groBen Formaten die Ei- genschaften haben, die im Mobelbau ge- wunscht sind.

Mehrschichtplatten wie Sperrholzer und fur- nierte Sperrholz-, Spanholz-, Tischler-, und MDF-Platten ermoglichen flachenaktive Holzwerkstoffe, die zwar Holzcharakter ha- ben - jedoch nicht identisch mit Massivholz sind - aber leichter verarbeitet werden kon- nen. Anders als im Massivbau, konnen mit Schichtplatten sehr vielfaltige, auch geboge- ne Formen gebaut werden.

Die Moglichkeiten der Holzwerkstoffe sind langst nicht ausgeschopft. Wissenschaftli- chen Institute und Hochschulen haben weite- re, vielfaltige Anwendungsmoglichkeiten projektiert. Die rasante Entwicklung der Werkstoffe in den letzten Jahren zeigt auf, dass diese Werkstoffe sehr entwicklungsfa- hig sind.

Sperrholz

Am gelaufigsten sind die Stab- und Stab- chensperrholzplatten, die als Alternative zu Massivholz schon lange im Mobelbau zu fin- den sind.

Der Begriff „absperren" bezieht sich auf das Unterbinden von Bewegungen im Holzmate- rial durch Schwindung und Quellung. Die verschiedenen Schichten kompensieren die auftretenden Krafte im Material. Die Gesamt- heit des Werkstoffes verzieht sich nicht.

Das Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI) Holzforschung definiert Holzwerkstoffe allge- mein als „Platten oder Balken aus geometrisch bestimmten oder geometrisch unbestimmten Holzteilen, die mit oder ohne Bindemittel zu- sammengefugt wurden." (Vgl. Thole,V.: Neue technische Entwicklungen im Bereich der Holzwerkstoffe, Vortragsmanuskript, Okt. 2000)

In der heutigen Zeit werden diese Tischler- platten jedoch durch Ein- und Dreischicht- platten verdrangt, weil die Produktion teuer und lohnintensiv ist, und die Holzausbeute bei der Herstellung gering ausfallt.

Eine ebenso bedeutende Rolle spielt das Furniersperrholz, welches besonders in den Kuchenbuffets der 50er Jahre zum Einsatz kommt. Furnierplatten bestehen aus mehr- schichtig, kreuzweise verklebten Furnieren, die flachenstabile Platten bilden.

Aus diesen Sperrholzplatten lassen sich auch Formteile fertigen, was bis dato nur schwer zu realisieren war und einen groBen Vorteil dieses Werkstoffs darstellt.

Mit dem Aufkommen der Spanplatten ver- schwinden die Sperrholzer fur lange Zeit und tauchen erst in der heutigen Zeit in Form der Multiplexplatten wieder auf. Der schichtwei- se Aufbau, der sich in der Kante zeigt, wird als Stilelement verwendet und erfreut sich groBer Beliebtheit bei Arbeitsplatten und Fronten. Einen uberzeugenden Vorteil ge- genuber anderen Holzwerkstoffen (Spanplat­ten), der den Einsatz von Multiplexplatten empfiehlt ist, jedoch nicht zu sehen.

Spanplatte

Die Spanplatte, das Hauptprodukt der Holz- werkstoffindustrie, stellt die stoffliche Basis fur die Industrialisierung der Mobelherstel- lung dar: Die neuen Anwendungsmoglichkei- ten und die wesentlichen Kosteneinsparun- gen in der Mobelproduktion ermoglichen die rasante Entwicklung der Mobelindustrie in der zweiten Halfte des 20. Jahrhunderts.

Die anfanglichen Formaldehyd- und VOC- Emissionen konnen durch verschiedene MaB- nahmen deutlich reduziert werden und machen somit die Spanplatte auch in der Ku- che zu dem Standartkonstruktionsmaterial. Durch die Moglichkeit der Beschichtung mit Furnier, Dekorfilmen und -Folien, sowie Schichtstoffen und der Kantenbearbeitung im

Soft- und Postformingverfahren steht eine unendliche Gestaltungsmoglichkeit in Form, Farbe und Funktion offen.

Bedingt durch den Aufbau der Platten, ist es notwendig die Kanten zu verschlieBen, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhin- dern. Dazu kommen entweder klassische Massivholzanleimer zum Einsatz, oder Kunst- stoffkanten. Ein neuer Trend sind Alumini- umkanten, die mit erhohtem Aufwand verar- beitet werden und unter okologischen Aspek- ten als fragwurdig betrachtet werden sollten.

MDF

Mit der Weiterentwicklung der Spanplatten- technologie kommen Faserplatten in den Mobelbau. Die erste MDF - Anlage in Deutschland entsteht 1973 und macht somit den Weg fur diesen neuen Werkstoff frei. Die fast homogene Struktur des Plattenprofils vereinfacht die Bearbeitung. Profilierte Kan- ten und Frasungen in der Flache sind mach- bar, ohne groBere Schwierigkeiten fur die Oberflachenbehandlung zu bereiten. Vorwiegend bei deckend lackierten Fronten und Hochglanzoberflachen wird MDF ver- wendet, aber auch als Tragermaterial fur Fo- lienbeschichtung, da die Platten eine sehr dichte und glatte Oberschicht haben.

Neben den uberwiegend positiven Material- eigenschaften von MDF muss aber auch er- wahnt werden, dass in der Herstellung dieser Faserplatten ein sehr hoher Energiebedarf vorliegt und eine stoffliche Verwertung schwierig ist.

1.1.3 Beschichtungsstoffe

1930 meldet H. Rommler in Schlesien das Pa­tent fur HPL[4] -Schichtstoff an. Nach dem Krieg erfolgt der Produktionsaufbau in GroB- Umstadt und die Grundung der Firma Reso- pal[5].

In der Nachkriegszeit ist Resopal der moder- ne Werkstoff schlechthin: praktisch, robust und pflegeleicht. Er ist im Wohnbereich un- bedenklich, weil die Harze keine Ausgangs- bestandteile wie etwa Formaldehyd mehr abgeben. Diese sind nach dem Pressvorgang unter Hitze und hohem Druck ausgehartet. Ende der 50er Jahre werden zum erstmals in der Kuchenmobelfabrik Bahr und Priester in Herford Kuchenfronten mit Resopal belegt.

In jungerer Zeit gilt Resopal zwar eher als Synonym fur graue Wohnlichkeit in angestaubtem Dekor, hat sich aber diesem Image zum Trotz bis heute in der Innen- und AuBengestaltung von Gebauden als vielseitiger Werkstoff behauptet.

Seit neuestem uberrascht der Werkstoff mit modernen Dekorkollektionen, deren Beson- derheit ein digitales Druckverfahren ist, mit dem jedes gewunschte Motiv digital aufbe- reitet und in Resopalplatten verpresst wer- den kann.

Aus der Kuche ist dieser Werkstoff fast nicht wegzudenken, da ihm - vor allem auf der Ar- beitsplatte verarbeitet - kein vergleichbares Material gegenubersteht.

Ein weiterer Beschichtungsstoff, der neue Perspektiven in der Gestaltung von Mobel- fronten bringt sind Folien und Filme. 1968 werden erste Fronten mit direkt beschichte- ten Melamin-Dekorfilmen angeboten.

Die Entwicklung geht weiter bis zu den - be- sonders im Niedrigpreissegment verbreiteten - formgepressten Mobelfronten, wo die Folie mittels Vakuum in Profile und um die Kanten gezogen wird.

1.1.4 Metall

In der Beschlagstechnik ist Metall schon lan­ge das gangige Konstruktionsmaterial. Scharniere und Bander werden aus Stahl, E- delstahl, Messing und spater auch aus Zink- druckguss hergestellt. Um das hohe Quali- tatsniveau der derzeitigen Metallteile zu er- reichen gibt es einen Oberflachenschutz, der durch galvanische Schutzschichten oder Kunststoffbeschichtungen erreicht wird.

Seit 1950 baut ein Schweizer Hersteller (Her­mann Forster AG) Kuchen aus Stahl. Kern- stuck dieser Kuchen ist eine im Kuchenbau einzigartige Metall-Sandwich-Bauweise, wel- che sehr leichte und stabile Schrankteile er- laubt.

Eine Einlage aus Pappwaben zwischen den beiden Blechen sorgt dafur, dass sie nicht metallisch scheppern. Die drei Schichten werden mit Naturharzkleber warm verpresst und sind korrosionsfrei dank Verzinkung und umweltfreundlicher Pulverlackbe schichtung.

Solche Metallkuchen sind hoch belastbar, pflegeleicht, verzugsfrei und nahezu emissi- onsfrei.

Neben der Recyclingfahigkeit gilt die Lang- lebigkeit dieser Konstruktionen unter Okolo- gen als Pluspunkt und kann daher durchaus empfohlen werden.

Noch bis vor wenigen Jahren sind Kuchen aus Edelstahl der Gastronomie vorbehalten. Heute bieten alle namhaften Hersteller Mo- delle aus Edelstahl auch fur den privaten Be- reich an.

AuBer im Korpusbau, kommt Stahl zudem u- berwiegend im Spulenbereich zum Einsatz.

1.1.5 Glas

Glas ist schon lange in der Kuche zu finden. Anfangs hauptsachlich als Glasfullung in Rahmenturen, wird es mit der Weiterent- wicklung in der Glasherstellung auch als Fachboden verwendet. Mit den heutigen Moglichkeiten der Glasbearbeitung sind Ganzglasturen und sogar Arbeitsplatten (aus crushed Glas) machbar. Ahnlich wie Metall, ist es unempfindlich gegen alltagliche Bean- spruchung, pflegeleicht und somit auch sehr langlebig. Als Konstruktionsmaterial fur den Korpus kommt es jedoch nicht in Frage.

1892 beginnt eine andere beispiellose Er- folgsgeschichte des industriellen Spezialgla- ses, als Otto Schott das beruhmte „Jenaer Normalglas" entwickelt. Heute ist es als Ce- ran in Kochfeldern bekannt.

Dieses aus naturlich vorkommenden Rohstof- fen hergestellte Produkt ubertrifft in seinen Eigenschaften sogar die Natur, weil Glaske- ramik selbst bei Temperaturwechseln von 800°C noch formstabil bleibt.

Wenn man bedenkt, dass es sich hier immer noch um ein Glasprodukt handelt, und es et- wa mit einer normalen Fensterscheibe ver- gleicht, dann wird der Weg deutlich, den hier die Entwicklung genommen hat.

Die Eigenschaften der Glaskeramik, die sie so ideal fur den Anwendungsbereich Kochen machen, sind erstaunlich: Ceran ist weitge- hend unempfindlich gegen alle Formen von Schlag-, StoB-, Biege- und Zugbelastung, auch Warmespannungsbruche treten nicht auf.

Dafur betragt die Warmeleitfahigkeit vom Heizkorper zum Topf fast 100 %. Ceran- Kochflachen sind zudem absolut glatt und porenfrei. Sie lassen sich also sehr leicht rei- nigen.

Noch ein weiteres Spezialglas von Schott fin- det sich am modernen Kuchenherd: die „Thermax -Scheibe" in der Backofentur. Diese ein- oder zweiseitig mit Metalloxid beschich- teten Scheiben reflektieren die Hitze im Back-

Backofen. Mit doppeltem Nutzen: Die Warme dringt kaum nach auBen und die HerdauBen- scheibe bleibt relativ kuhl, sogar bei Innen- temperaturen bis 500°C.

Die modernen Kochgerate besitzen daruber hinaus meist auch eine glaserne Schalter- blende und ein Touch-Control-Panel aus Glas. Selbst das Backblech besteht heute bei den neuen Herden aus Borosilikatglas. Dazu kommen noch hitzebestandiges Servierge- schirr sowie Topf oder Pfannendeckel aus Glas, so dass man auch bei geschlossenem KochgefaB sehen kann, wie es drinnen be- schaffen ist.

1.1.6 Stein

Margarete Schutte-Lihotzky entwickelt schon in der Frankfurter Kuche einen zuruckgesetz- ten, abgerundeten Betonsockel, auf dem alle Kuchenmobel stehen.

Davor gibt es sogar Plane, ganze Kuchenblo- cke in Beton zu gieBen, in die Herd, Wasser- behalter, Spule und Waschkessel eingelassen sind. Diese Ideen entstehen vor dem Hinter- grund, eine moglichst einfache Reinigung der Kuche zu ermoglichen. Eine Weiterentwick- lung dieses Ansatzes gibt es jedoch nicht.

Stein wird lange Zeit nur fur Spulbecken be- nutzt, bevor er dann auch fur komplette Arbeitplatten eingesetzt wird.

Heute sind Marmor- und Granitplatten die gelaufigsten Arten die man verwendet. Der Vorteil von Steinplatten liegt in der Kratzfes- tigkeit (allerdings nicht bei Marmor) und der Unempfindlichkeit gegen Hitze.

Aufgrund des hohen Gewichts stellen sie je- doch gesteigerte Anforderungen an die Stabi- litat der Unterkonstruktion.

1.1.7 Mineralischer

Verbundwerkstoff

Erst seit ca. 30 Jahren gibt es diesen Werk- stoff, der aus Acrylpolymer-Harz, dem Mineralstoff ATH (Aluminium-Tri-Hydrat) und Pigmenten besteht. Er wird uberwiegend im Plattenformat angeboten und kann wie Holzwerkstoffe bearbeitet werden. Das Mate­rial erlaubt alle Konstruktionen die auch mit herkommlichen Plattenmaterialien machbar sind. Zusatzlich last er sich nach thermischer Vorbehandlung biegen und formen.

Uberwiegend wird Corian[6] bei Arbeitsplatten verwendet, in die die Spulbecken nahtlos eingelassen sind, wobei es aber auch im Mo- belbau zum Einsatz kommt.

Das Material gilt als sehr langlebig und ist voll recyclingfahig.

1.1.8 Leichtbauplatten

Der Aufbau dieser Platten ist ahnlich wie bei der Metallkonstruktion.

Ein Sandwichaufbau aus drei Lagen bildet die Platte. Die Mittellage kann aus phenol- harzgebundenen Glasfasergarn bestehen, oder aus einem wabenformigen Aluminium- kern. Als Beschichtungsmaterialien kommen Gewebe, Furniere, Melaminprodukte und HPL in Frage.

Bisher finden diese Leichtbauplatten uber- wiegend im Innen- und Messebau und in Flug- und Fahrzeuginnenausstattungen Ver- wendung.

Als ein weiteres Einsatzgebiet kann der Mo- belbau gesehen werden. Fronten, Blenden und Verkleidungen konnen aus diesen Plat- ten gefertigt werden.

Die Vorteile dieses Material sind gute me- chanische Eigenschaften, Feuerresistenz und vor allem das geringe Gewicht.

1.1.9 Holz-PP-Compound

Ein sehr neuer Werkstoff sind extrudierte Fa- serstoffplatten.

Sie bestehen aus mind. 80 % Holzfasern und entsprechend 20 % PP (Polypropylen), die als fertiges Compound in Form von Granulat zum Einsatz kommen.

Mittels Extrudern konnen damit selbst schwierige Profilgeometrien ohne jegliche mechanische Nacharbeit hergestellt werden.

Auch plattenformige Werkstucke sind mach- bar, die mit einer Breite bis 1000 mm und ei- ner Dicke von 12 mm eine Alternative zu her- kommlichen Spanplatten sind und Chancen bei der GroBserienproduktion in der Mobelin- dustrie und in der Substitution anderer Werkstoffe bieten.

Durch das Hohlkammerprofil wird eine leich- te und materialsparende Konstruktion er- laubt, die die bisherigen Vorstellungen von Mobelkonstruktion revolutionieren konnte.

Erste Schubkastenzargen und gewolbte Ku- chenfronten werden bereits aus dem neuen Werkstoff gefertigt, der sich in der Bearbei- tung wie Holz verhalt, hohe Stabilitat und Biegefestigkeit bietet, und im Vergleich zu Holz eine erheblich geringere Wasserauf- nahme aufweist.

Die Faserstoffextrusion stellt im Moment noch eine Nische dar, muss aber als ein Ver- fahren mit Zukunft betrachtet werden.

1.2 Dimensionierung

Die Dimensionierung der Konstruktion hangt zunachst stark von der Bauweise und vom eingesetzten Material ab. Da sich besonders im Materialienbereich ein starker Wandel vollzogen hat, haben sich die Konstruktionen uber die Zeit auch verandert.

Durch die neuen Materialeigenschaften lasst sich die Dimensionierung der Bauteile eben- falls verbessern.

1.2.1 Korpuskonstruktion

Im Bereich der fruhen Massivholzkonstrukti- on werden die Mehrzahl der Kuchenmobel in Stollen-, Brett- oder Rahmenbauweise gefer- tigt. Dort sind Querschnitte von 25 x 25 bis 40 x 40 (mm) und Materialstarken von >21 mm ublich. Aus statischen Grunden sind diese Dimensionen nicht erforderlich, sie entsprin- gen mehr fertigungstechnischen und opti- schen Anforderungen.

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Abb. 7: Rahmenbauweise um 1950 [Eschebach]

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Abb. 8: Massivholzkonstruktion um 1949 [Kurt Pflanz]

Um groBformatige Flachen zu realisieren, die nicht in Massivkonstruktionen ausgefuhrt werden sollen, bedient man sich auch gerne Hohlkammerkonstruktionen, wie sie in der Detailzeichnung eines Geschirrschranks von 1949 zu sehen sind.

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Abb. 9: Hohlkammerkonstruktion um 1949 [Kurt Pflanz]

Mit der Verwendung von Holzwerkstoffen kommen - bedingt durch die Herstellverfah- ren - erstmals standardisierte Materialstar- ken auf.

In der industriellen Fertigung werden zwi- schen 1950 und 1970 alle Korpusteile fast ausschlieBlich aus 18/19 mm Rohspanplatte, beidseitig mit 0,6 mm HPL belegt gefertigt. Ab 1970 verabschiedet man sich von den groBen Materialstarken und verwendet lange Zeit Platten der Dimension 16 mm, beidseitig melaminbeschichtet.

Durch die Tatsache, dass in der Regel die Korpusseiten einer Einbaukuche immer mit dem Nachbarkorpus verbunden werden kon- nen, ist die Stabilitat der Konstruktion ausrei- chend gewahrleistet.

Die Anderung der Materialstarke hat jedoch zur Folge, dass auch alle Querteile - inklusive der Einbauteile - im MaB geandert werden mussen.

In jungster Zeit werden Anstrengungen un- ternommen, die Materialstarken weiter zu senken. Bei Spanplatten werden 13 mm an- gestrebt, im Massivholzbereich gehen die Dimensionen ebenfalls hinzu schwacheren Materialstarken.

Dabei bereitet zwar noch die Auszugfestig- keit von Schrauben und Beschlagen Schwie- rigkeiten, es kann aber davon ausgegangen werden, dass in absehbarer Zeit diese Prob- lematik gelost sein wird.

Der Trend zu diesen filigranen Materialstar- ken ist in vielen Bereichen sinnvoll und wird sich daher sicherlich etablieren.

1.2.2 Korpusabmessungen

Mit Festlegung der Dimensionen fur die Ku- chenmobelindustrie durch den AMK- Normenausschuss um 1960 ist es den Her- stellern moglich, einheitliche Kuchenschran- ke zu produzieren.

Dadurch erleichtert sich die Planung von Ku- chen enorm, besonders in der Integration von Einbaugeraten. Die Breiten sind zuerst lange Zeit auf die MaBe 45, 60 und 90 cm be- schrankt. Um den Kuchenplanern entgegen- zukommen werden Abstufungen im 5 cm Raster eingefuhrt.

Ab Mitte der 80er Jahre werden Korpusse in Uberbreiten von 120, 160 und sogar 180 cm angeboten. Der Sinn dieser Breiten ist aber umstritten und setzt sich als StandartmaBe nicht durch.

Heute fangen die Breiten bei 25 cm an. Ab einer Breite von 35 cm ist der Einbau von Auszugen und Schuben moglich. Spulenun- terschranke gibt es ab einer Breite von 45 cm, bei Herdunterschranken sind 60 und 90 cm Standard, bei jenen fur Geschirrspuler 45 und 60 cm. Kuhlgeratenischen haben ebenfalls das MaB von 60 cm.

In der Hohe sind 72 cm das gangige MaB, welches gegenuber dem fruher verbreiteten 67,5 cm hohen Korpus ein Plus an Stauraum bietet.

Die Bautiefe der Korpusse liegt zu 95 % bei 60 cm. Erst seit ca. 5 Jahren wird eine Tiefe von 72 cm gefordert. Im Sinne des Stauraumge- dankens ist diese Forderung berechtigt. Vor der Tatsache, dass die Kuchengrundrisse teil- weise noch immer nach dem Stand der 70er Jahre geplant werden, lassen sich diese Schranke aber mangels Platz in vielen Ku- chen nicht aufstellen.

1.2.3 Fronten

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Abb. 10: Rahmen mit Glasfullung (um 1950) [Eschebach]

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Abb. 11: Front in 16mm mit Softforming Kante (um1970) [Eschebach]

Die Frontenstarke folgt mehr der Gestaltung als statischen Erfordernissen.

Klassische Rahmen-Fullung-Fronten unter- schreiten die konstruktionsbedingte Starke von ca. 20 mm nicht. Massivholzfronten ge- hen Teilweise bis auf 25 mm, wahrend die Fronten aus Holzwerkstoffen sich den Wand- starken des Korpus anpassen.

So sind auch dort die gangigsten MaBe 16 mm mit Folienkanten, spater auch mit Soft- forming- und seit etwa 1993 mit Starkkanten von 0,6 - 1,5 mm Starke.

Der Versuch, im Frontenbereich Materialstar- ken von 13 mm zu realisieren muss aufmerk- sam beobachtet werden, da die Problematik
des Stehvermogens von GroBformaten noch Schwierigkeiten bereitet.

Bei Stahlkonstruktionen sind die Dimensio- nen der Seiten- und Frontteile anders zu be- werten. Durch die Sandwichbauweise wird zwar auch eine effektive Frontenstarke von ca. 16 mm erreicht, die Materialstarke des Stahls ist aber wesentlich geringer (ca. 0,5 bis 1 mm).

1.2.4 Arbeitsplatten

Arbeitsplatten bilden den oberen Abschluss von Unterschranken, der als Arbeitsbereich genutzt wird. Konstruktiv bildet die Platte auch die tragende Ebene fur den Einbau von Kochmulden, Kochfeldern, Einzelkochplatten und Spulen.

Die statisch konstruktive Festigkeit wird durch die entsprechenden Werkstoffe und ih- re konstruktive Dicke gewahrleistet.

Bei Arbeitsplatten haben sich uber die Jahre die unterschiedlichsten Materialstarken ge- zeigt. In den Anfangen sind 25 bis 30 mm ein gangiges MaB, was sich mit dem Aufkommen der Postformingkanten aufgrund der teilwei- se groBen Radien auf 40 mm erhoht.

Die Standardarbeitsplatten der heutigen Zeit orientieren sich nach wie vor an diesem MaB, wenn auch designbedingte Plattenstarken aufkommen, die von extrem dicken Arbeits- platten und Wangen mit 100 mm bis zu be- tont schwachen Dimensionen mit 10 mm ge- hen.

Da die Arbeitsplatte zu den am meisten be- anspruchten Bereichen der Kuche gehort ist sowohl der Materialauswahl als auch der sinnvollen Dimensionierung der Platte be- sondere Beachtung zu schenken.

1.3 Beschlage

Als Beschlage werden alle Teile bezeichnet, die zum Verbinden, VerschlieBen oder Dre- hen von Mobelteilen dienen.

Die heutige Beschlagstechnik beinhaltet ein breites Spektrum an Scharnieren, Auszugsys- temen und Speziallosungen fur Turen, Klap- pen und Schubkasten, welches besonders im Segment der Kuchenmobelbeschlage eine herausragende Entwicklung und ein hohes MaB an Innovationen vollzogen hat.

1.3.1 Turbeschlage

Die ersten Scharniere die in Kuchenmobeln zum Einsatz kommen sind oft Stangenschar- niere (Klavierband), die fur stumpf ein- oder aufschlagende Turen und Klappen verwendet werden. Der maximale Offnungswinkel liegt bei 180o, was eine optimale Zuganglichkeit des Schrankinneren ermoglicht.

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Abb. 12: Stangenscharnier (Klavierband) um 1950 [Pflanz]

Mit dem Aufkommen der Lappenbander, auch Aufsatz- oder Zylinderbander genannt ist es jetzt moglich, die Mobelturen auszu- hangen. Es gibt diese Bander in den unter- schiedlichsten Kropfungen, was gerade fur den Einbau in uberfalzte Turen notwendig ist. Diese Art von Scharnieren ist verstarkt in den Mobeln der 50er Jahre vorzufinden.

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Abb. 13: Mobelband, Kropfung D [Eschebach]

Man findet solche Lappenbander zwar auch noch im modernen Mobelbau, wie etwa bei Kuchen im Landhausstil, wo sie als Stilele- mente verwendet werden, sie sind aber all- gemein eher eine Randerscheinung, da der Einbau kaum rationell machbar ist. Im hand- werklichen Bereich ist das Ausstemmen oder Frasen der Lappenbander dagegen noch ver- tretbar, weshalb sie im gehobenen Mobelbau vereinzelt noch verwendet werden.

1953 verandert die Firma Heine & Sohn mit einer bahnbrechenden Entwicklung die Be- schlagtechnik: Unter dem Markennahmen ANUBA werden die weltweit ersten Ein- bohrbander fur Mobel vorgestellt.

Die vollig neuartigen Scharniere sind nicht nur leicht zu montieren, sondern auch prob- lemlos verstellbar. Die Moglichkeit, das Band zu verstellen ist die Neuerung schlechthin, da sowohl das Klavierband als auch die Lap­penbander quasi keine Moglichkeit bieten, die Gangbarkeit der Mobeltur nach dem Ein- bau der Bander zu regulieren.

Die Entwicklung des Topfbandes um 1960 durch die Firma Heinze in Herford eroffnet eine neue Phase in der Beschlagstechnik.

Die von auBen nicht sichtbaren Topfbander bestechen vor allem durch ihre hohe Flexibili- tat im Anwendungsbereich und das einfache Anschlagen der Turen.

Moderne Topfbander gibt es fur nahezu alle Auf- und Einschlagsarten der Turen in Off- nungswinkeln von -50o fur Eckschranke bis 170o fur Standardsituationen.

Die Bauweise des Beschlags, bestehend aus Topf mit Montagearm und der Montageplat- te als Gegenstuck, ermoglicht das automati- sche Beschlagsetzen. Die Bandposition wird anfangs mit Hilfe von Bohrschablonen, spater mit Dubelmaschinen und heute mit CNC - Maschinen festgelegt.

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Abb. 14: Topfband [StiWa]

Die ersten Topfbander sind noch mit Kunst- stofftopfen versehen, bis 1963 die Firma Grass das erste Ganzmetallmobelband am Markt einfuhrt. Die Qualitat dieser Bander ist hoher anzusiedeln als bei jener mit Kunst- stofftopfen. Heute setzen die Hersteller auch wieder Kunststoffe im Topfband ein (uber- wiegend Thermoplaste), die aufgrund ver- besserter Materialeigenschaften fur einige Bauteile des Bands geeigneter sind als Me- tallteile.

Nachdem sich Topfbander zum Stand der Technik entwickelt haben, wird an der Mon- tagetechnik der Beschlage weitergeforscht. In den 80er Jahren werden so genannte Clip- Scharniere[7] auf den Markt gebracht, die die Montage der Turen erheblich erleichtern, da der Montagearm nur auf der Montageplatte eingerastet wird.

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Abb. 15: CLIP - Scharnier [Julius Blum GmbH]

Ende der 90er Jahre wird ein Topfband an- geboten, das werkzeuglos montiert werden kann. Im Hinblick auf die Montagefreundlich- keit sind diese Entwicklungen als groBer Fortschritt zu bewerten.

Neben den Scharnieren haben sich besonders bei Kuchenmobeln Entwicklungen im Bereich der Zuhaltung und der Gerauschentwicklung hervorgetan.

Bevor das Topfband entwickelt ist, welches eine Selbstzuhaltung hat, werden die Mobel- turen mit Kugelschnappern und Magneten geschlossen gehalten.

Da sowohl Topfband, als auch die anderen Systeme die Tur mit einer unbestimmten Kraft gegen den Korpus ziehen, ist ein ge- rauschloses SchlieBen lange Zeit nicht mog- lich.

Vor etwa 2 Jahren kommen dann die ersten pneumatischen Anschlagdampfersysteme auf den Markt, die die Kunststoffdampfer erset- zen, welche entweder nur aufgeklebt sind, oder - im gehobenen Mobelbau - in entspre- chenden Bohrungen sitzen.

Die Hulsen, die das Dampfungssystem auf- nehmen werden, wie vorher die Puffer, ge- genuber der Bandseite in die Korpusseite eingebohrt oder auf Adapterplatten ange- schraubt.

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Abb. 16: Anschlagdampfer BLUMOTION [Julius Blum GmbH]

In der letzten Entwicklungsstufe dieser Dampfungsmechanismen ist das Energieauf- nehmende Element bereits in das Band in- tegriert (Entwicklung von Grass), wodurch die Dampfer gegenuber der Bandseite weg- fallen.

1.3.2 Schubkastenfuhrungen

Schubkasten sind von jeher ein wichtiger Be- standteil der Kuchenausstattung. Wie schon am Beispiel der Frankfurter Kuche gezeigt, lassen sich verschiedenste Stauguter optimal darin aufbewahren.

So gibt es dort Schubkasten fur nicht naher definierte Kuchenutensilien, aber eben auch spezielle Schutten fur die Aufbewahrung von Lebensmitteln.

Die Aufbewahrung von Mehl erfolgt im Ei- cheschubkasten um das Eindringen von Wurmern zu verhindern, eine zusatzliche Schutte aus Nadelholz wirkt dem Austrock- nen des gelagerten Salzes entgegen. Alumi- niumbehalter, die je 2-3 Kg Kochvorrate ent- halten konnen dienen zugleich der Aufbe­wahrung und als Schuttbehalter.

Die Fuhrung dieser Schube erfolgt auf klassi- sche Weise durch Lauf-, Streif- und Kippleis- ten.

In der Weiterentwicklung werden bei der hangenden Schubkastenfuhrung die Schub- kasten an Hartholz- oder Kunststofffuhrungs- leisten aufgehangt.

In den 70er Jahren kommen dann die ersten Schubkastenwannen aus Polysterol auf den Markt.

Der Kunststoff ermoglicht Wannen aus einen Stuck herzustellen, die leicht zu reinigen sind und den Hygieneanspruch dieser Zeit erful- len. Einteilungssysteme wie sie heute ublich sind, werden schon in der damaligen Zeit entwickelt.

Die Fuhrung erfolgt teilweise noch in einer genuteten Hartholzleiste, bis etwa in den 60er Jahren die Firma Blum Rollschubfuhrun- gen prasentiert.

Die Entwicklung der mechanischen Fuhrun- gen wird mit viel Aufwand betrieben, da sie gegenuber den klassischen Fuhrungssyste- men klare Vorteile nachweisen:

Die Schubkasten konnen hoheres Gewicht tragen, breiter als tief sein und man kann die Schubkasten besonders weit herausziehen. Dabei wird unterschieden zwischen Teilaus- zugen und Vollauszugen.

Der aktuelle Stand der Auszugsysteme unter- scheidet zwischen doppelwandigen und ein- wandigen Zargensystemen, die entweder unsichtbare oder sichtbare Fuhrungen auf- weisen.

Dieser Entwicklungsweg beginnt ca. 1985 mit Einfuhrung von Aluminiumzargen, wel- che eine starke Aufwertung des Produkts be- deuten. Um 1990 folgen einwandige Faltzar- gen aus Stahl, die etwa 1995 durch doppel- wandige Stahlzargen erganzt werden.

Wie schon bei den Turbeschlagen, wird auch beim Schubkasten darauf geachtet, dass er moglichst gerauscharm schlieBt und uber ein automatisches Zuhaltesystem verfugt.

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Abb. 17: Besteckkasten aus Polystyrol [Eschebach]

[...]


[1] Nachhaltigkeit, die zentrale Forderung der UN Umweltkonferenz von 1992 in Rio de Janeiro, ist ein Begriff aus der deutschen Forstwirt- schaft. Es wird nicht mehr Holz eingeschlagen als nachwachst.

[2] Biophotonen:

[3] Jede lebende Substanz, jede organische Zelle von Pflanzen, Menschen, Tieren strahlt ein au- Berst schwaches, aber geordnetes, laserartiges Licht ab. Ein Licht, das sich hervorragend zur Signalubertragung eignet und vermutlich samtliche Energiefelder des Organismus steu- ert. Die Existenz der Biophotonen-Strahlung ist mittlerweile international anerkannt und wird unter anderem vom Bundesministerium fur Wissenschaft und Forschung nachdrucklich unterstutzt.

[4] High Pressure Laminates;Dekorative Schichtstoffplatten aus Kunstharz- filmen

[5] Der Markenname wird meist stellvertretend fur HPL verwendet

[6] Markenname der Firma DuPont

[7] Produktname der Firma Blum

Details

Seiten
87
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638271929
ISBN (Buch)
9783656206606
Dateigröße
12 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v24281
Institution / Hochschule
Technische Hochschule Rosenheim
Note
1
Schlagworte
Entwicklung Küche Konstruktions- Nutzungs- Verwertungsaspekten

Autor

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Titel: Entwicklung der Küche unter Konstruktions-, Nutzungs- und Verwertungsaspekten