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Demenz. Symptome, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten

Hausarbeit 2004 31 Seiten

Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in das Krankheitsbild der Demenz
1.1 Definition
1.2 Klassifikation der Demenz
1.2.1 Die primäre Demenz
1.2.2 Die sekundäre Demenz
1.2.3 Demenzähnliche Zustandsbilder
1.3 Die Demenz vom Alzheimer Typ (DAT)
1.3.1 Symptome der Alzheimer Demenz
1.4 Die Schweregrade der Demenz
1.4.1 Leichte Demenz
1.4.2 Mittelschwere Demenz
1.4.3 Schwere Demenz

2. Klinische Diagnosekriterien
2.1 Anamnese
2.1.1 Eigenanamnese
2.1.2 Fremdanamnese

3. Diagnostische Methoden
3.1 Internistischer und neurologischer Befund
3.2 Indikation der Zusatzdiagnostik
3.2.1 Kognitive Testung
3.2.2 Laborparameter
3.3.3 Elektrokardiogramm
3.3.4 Elektroenzephalogramm
3.3.5 Magnetresonanz-Tomographie/kardiale Computertomographie

4. Das Krankheitsbild der Demenz
4.1 Risikofaktoren
4.1.1 Soziodemographische Faktoren
4.1.2 Lebensstilfaktoren
4.1.3 Berufliche Exposition, Umweltfaktoren
4.1.4 Medizinische Vorgeschichte
4.1.4.1 AD und Schädelhirntrauma
4.1.4.2 AD und depressive Störungen
4.1.5 Medikation
4.2 Ursachen
4.3 Behandlungsmöglichkeiten
4.3.1 Medikation
4.3.2 Nicht medikamentöse Behandlung
4.3.2.1 Die Milieu-Therapie
4.3.2.2 Ergo- und Beschäftigungstherapie
4.3.2.3 Biographie-Arbeit
4.3.2.4 Validation
4.3.2.5 Logopädie
4.3.2.6 Physiotherapie
4.3.2.7 Musik- und Kunstherapie

5. Demenzen und Public Health
5.1 Pflegebedürftigkeit und Inanspruchnahme stationärer Pflege
5.2 Häufigkeit von Heimunterbringungen
6. Versorgung Demenzkranker
6.1 Integrationsmöglichkeiten
6.2 Häusliche Pflege
6.3 Bericht von pflegenden Angehörigen
6.4 Pflegebedürftigkeit und Inanspruchnahme stationärer Pflege
6.5 Krankheitserwartung
6.6 Krankheitskosten

II. Einleitung:

In meiner Hausarbeit habe ich das Thema “Demenz” bearbeitet. Folgende Schwerpunkte habe ich bei der Erstellung meiner Arbeit gesetzt:

Im ersten Teil meiner Arbeit möchte ich einen Überblick über die wichtigsten Gebiete der Demenz geben. Dabei werde ich zunächst den Bergriff der Demenz definieren, die Symptome erklären, Möglichkeiten zur Sicherung der Diagnose aufzeigen, sowie anschließend Behandlungsmöglichkeiten diskutieren.

Ich habe mich dazu entschlossen, all diese Bereiche der Erkrankung zu betrachten und nicht einzelne Themen heraus zupicken, wodurch ich einige Themen auch nur angeschnitten hab, damit einen Einblick in das gesamte Krankheitsbild der Demenz gewährleistet ist. Ich versuche zu beschreiben, wie Erkrankte optimal versorgt werden können, wie man die zum Teil verwirrten Verhaltensweisen verstehen und wie ein Zugang zur inneren Welt des dementen Menschen zu finden ist. Dazu zähle ich neben dem Grundwissen, welches ich mit Hilfe dieser Arbeit vermitteln möchte, auch Wissen über den Krankheitsverlauf und die pflegerischen Möglichkeiten, über das benötigte Verständnis und Einfühlungsvermögen sowie über die Achtung der Menschenwürde.

Im weiteren Verlauf gehe ich auch auf die Bedeutung einer solchen Erkrankung auf die gesamte Gesellschaft ein. Themen wie, wie die Verbreitung der Demenz oder die entstehenden Kosten werden hier ebenfalls miteinbezogen.

Den letzten Teil dieser Arbeit habe ich der Pflege, dem Umgang und der Betreuung von Demenzkranken gewidmet.

III. Schwerpunkte der Hausarbeit:

1. Einführung in das Krankheitsbild der Demenz

Zu Beginn dieser Hausarbeit wird eine Einführung in das Krankheitsbild der Demenz vermittelt.

1.1 Definition:

Der Begriff Demenz stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie “ohne Geist”.

Es ist außerordentlich schwer, in der Literatur eine eindeutige Definition des Krankheitsbildes “Demenz” zu finden.

“Eine Definition des Krankheitsbildes ist deshalb so schwierig, da nicht jede Störung, die zu einer verminderten Hirnleistung führt, als Demenz diagnostiziert werden kann”.1

An dieser Stelle wird deshalb die Definition der Demenz nach ICD-10 und DSM-IV angeführt.

Die Internationale Klassifikation der Krankheiten listet in der Definition der Demenz nach ICD-10 folgende Symptome auf:2

- Störung des Gedächtnisses

Aufnahme und Wiedergabe,

Verlust früherer und vertrauter Inhalte (in späteren Stadien).

- Störungen des Denkvermögens

Störung der Fähigkeit zu vernünftigem Urteilen, Verminderung des Ideenflusses,

Beeinträchtigung der Informationsverarbeitung.

- Störungen der emotionalen Kontrolle

Störungen des Sozialverhaltens,

Störungen der Motivation

Anmerkung: Die Sicherung der Diagnose setzt voraus, dass die Störungen unter 1 und 2 schwer genug sein müssen, um eine wesentliche

Beeinträchtigung der Aktivität des täglichen Lebens nach sich zu ziehen,

und mehr als 6 Monate permanent auftreten.3

Im DSM-IV wird spezifiziert, dass neben Amnesie mindestens noch eine der

folgenden kognitiven Störungen bestehen muss: Aphasie, Apraxie, Agnosie, oder Störungen im Bereich der Exekutivfunktion.4

1.2 Klassifikation der Demenz:

Zu unterscheiden sind folgende Formen der Demenz:5

1.2.1 Primäre Demenzen

- Demenz vom Alzheimertyp (mit ca. 50% die häufigste Demenzform),
- Multiinfarktdemenz (MID) / vaskuläre Demenz,
- Mischformen (DAT und MID)
- Dementia seniles (Altersrückbildung des Gehirns) - senile
- Hirnleistungsschwäche, welche primär durch hirnorganische
- Veränderungen hervorgerufen wird.

1.2.2 Sekundäre Demenzen

Demenz als Begleiterscheinung, z.B:

- Demenzzustände bei inneren Krankheiten
- Demenz bei Morbus Parkinson,
- Demenz bei chronisch gesteigertem Hirndruck (Hirnödeme),
- chronische, sich langsam entwickelnde intracranielle Raumforderungen im Gehirn,
- Demenz bei progressiver supranuklearer Lähmung.

1.2.3 Demenzähnliche Zustandsbilder Psychodemenz bei Depressionen

1.3 Die Demenz vom Alzheimer Typ (DAT)

Die häufigste Demenzform mit fast 50% ist die Alzheimer Demenz (AD). Aus diesem Grund soll im folgenden nur auf diese Demenzform näher eingegangen werden. Die anderen Demenzformen bleiben weitestgehend unberücksichtigt.

1.3.1 Symptome der AD

Die häufigsten Symptome der Alzheimer Demenz (AD) bestehen in:6 Î Gedächtnisstörungen Verlegte Gegenstände (Brille, Schlüssel) findet der Kranke nicht, da das Kurzzeitgedächtnis versagt und somit keine Fakten mehr gespeichert werden, die der Kranke für laufende Tätigkeiten benötigt. Î Orientierungsstörungen:

Zuerst ist meist die zeitliche Orientierung gestört (z.B. Uhrzeit, Tag). Im weiteren Krankheitsverlauf kommen auch örtliche, personelle und situative Störungen hinzu.

- Sprachfindungsstörungen:

Diese Störungen treten relativ früh auf. Dabei werden diejenigen Gegenstände, die nicht benannt werden können, weitschweifig umschrieben.

- Sprachstörungen:

Die ersten Anzeichen sind Wortfindungsstörungen, was besonders auffällig beim Ansprechen von Bekannten ist. Der Kranke weiß wer er ist, kommt aber nicht auf den Namen. Deshalb werden Umschreibungen und Füllwörter verwendet.

- Störungen des Erkennens:

Darunter ist die Unfähigkeit sowohl bekannte Gegenstände, bekannte

Personen oder auch bekannte Situationen zu erkennen.

- Veränderung der Persönlichkeit:

Durch die dem Kranken im Anfangsstadium durchaus bewussten Störungen und Defizite zieht er sich aus seinem sozialen Umfeld zurück, weil er verunsichert ist und sich schämt.

Wesenseigenschaften können sich verstärken oder in das Gegenteil verwandeln. Auffällig sind entweder oberflächliche, unverbindliche Freundlichkeit, übertriebene Distanzlosigkeit oder Ratlosigkeit, Unruhe, Misstrauen und Aggressivität.

1.4 Die Schweregrade der Demenz

Die Symptome von demenziell Erkrankten, speziell bei Morbus Alzheimer, nehmen im weiteren Krankheitsverlauf stets zu.

In der Regel werden bei Demenzen 3 Schweregrade unterschieden: die leichte, die mittelschwere und die schwere Demenz.7

1.4.1 Leichte Demenz

Beeinträchtigungen zeigen sich vorwiegend in der beruflichen Tätigkeit sowie in der Ausübung von Freizeitaktivitäten. Bei dieser Form der Demenz kann der Betroffene jedoch noch selbstständig leben. Zunehmend kommt es zu Defiziten im Denk- und Merkvermögen, jedoch ist der Pflegeaufwand durch Angehörige noch relativ gering.

1.4.2 Mittelschwere Demenz

In diesem Stadium der Demenz werden deutliche Lücken im Langzeitgedächtnis bemerkbar. Die Merkfähigkeit schwindet, Verabredungen werden vergessen, Gegenstände werden verlegt und die Suche nach dem Heimweg gestaltet sich zu einem Problem. Deutliche Beeinträchtigungen zeigen sich in einer zeitlichen Orientierungslosigkeit, intellektuelle Fähigkeiten lassen deutlich nach und es kann zu einer Aphasie, Apraxie sowie zu einer Agnosie kommen.

1.4.3 Schwere Demenz

Kennzeichnend für dieses Stadium ist ein totaler Gedächtnisausfall. Der Kranke weiß oftmals nicht mehr, wer er ist, wie er heißt und mit wem er es zu tun hat. Alltägliche Gegenstände (z.B. Zahnbürste, Kamm, Messer) werden nicht mehr erkannt, so dass eine intensive Pflege und Betreuung unumgänglich ist.

In der Regel ist der Erkrankte ausschließlich bettlägerig und eine ständige Aufsicht muss gewährleistet sein. Im Endstadium liegt der Patient nur noch bewegungslos im Bett, Harn- und Stuhlinkontinenz treten auf, eine Reaktion auf Reize ist nicht mehr gegeben, es kommt zu Halluzinationen.

2. Klinische Diagnosekriterien

Eine frühzeitige und gründliche medizinische Diagnose von demenziellen Erkrankungen ist wesentlich für den Krankheitsverlauf und die Anwendung therapeutisch-pflegerischer Einflussmöglichkeit.

Die Diagnose wird anhand des ICD-108 oder des DSM III gesichert.

Je nach Diagnosesystem findet sich eine weite oder enge Definition des Demenzsyndroms. Die weiteste fand sich im “Diagnostic and Statistical Manual” (DSM III), die engste im Diagnosesystem der “Inetrnational Classification of Diseases (ICD 10).

Die Diagnose soll den Verdacht auf ein dementielles Syndrom verifizieren und eine mögliche Ursache der Demenz benennen.9

2.1 Anamnese

Bei der Anamnese und Fremdanamnese10 spielt das Erkennen der Symptome der AD eine entscheidende Rolle.

2.1.1 Eigenanamnese

Die Anamnese ist Aufgabe des behandelnden Arztes und kann als Eigenanamnese gestaltet werden, was sich oftmals als schwierig bzw. als praktisch unmöglich erweist, da durch die verminderte Gedächtnisleistung keine signifikanten Informationen zu erwarten sind.

2.1.2 Fremdanamnese

Die Fremdanamnese, die in Form von Befragungen der Angehörigen bzw. der Kontaktpersonen erfolgt, ist von außerordentlicher Wichtigkeit gekrönt, weil in den meisten Fällen die Erhebung einer Eigenanamnese nicht gewährleistet ist. Hierfür eignet sich vorallem der Fragebogen “Nurses Observation Scale for Geriatric Patients“.11

2.2 Internistischer und neurologischer Befund

Für die Alzheimer Demenz gibt es keine spezifischen körperlichen Befunde. Häufig ist eine hypotone Kreislaufsituation anzutreffen, wobei in fortgeschrittenen Stadien Harn- und Stuhlinkontinenz sowie Gangstörungen auffallen. Vereinzelnd kann es auch zu Krampfanfällen, motorischen Beeinträchtigungen und einem erhöhtem Muskeltonus kommen.

2.3 Indikation der Zusatzdiagnostik

Die Diagnostik der AD ist mangels spezifischer Marker auch heute noch weitgehend eine Ausschlussdiagnostik, so dass alle Untersuchungen durchzuführen sind, die eine andere Ursache der Demenz nachweisen können.

Hierzu gehören folgende Zusatzuntersuchungen:

2.3.1 Kognitive Testung

Erfolgt durch klinische Tests, die auch bei wenig kooperativen Patienten leicht zu handhaben sind, wie beispielsweise der Minimal-Mental-Status-Test12

[...]


1 aus „Pflege dementer Menschen“ von Ingrid Popp, Seite 13

2 aus: ICD-10-GM, Diagnosenthesaurus, Version 2004

3 Kriterium G4 nach ICD-10

4 Kriterium G1 nach ICD-10

5 aus „Pflege dementer Menschen“ von Ingrid Popp

6 aus „Pflege dezenter Menschen“ von Ingrid Popp, S. 22 ff

7 aus „Pflege dezenter Menschen“ von Ingrid Popp, S. 30 ff

8 vgl. Pkt. 1.1 Definition

9 zu den Ursachen siehe 4.2

10 vgl. unter 2.1.2

11 Fragebogen von NOSGER siehe Anlage

12 MMST siehe Anlage, FOLSTEIN et al., 1975

Details

Seiten
31
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638271479
ISBN (Buch)
9783656603399
Dateigröße
674 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v24230
Institution / Hochschule
Universität Stuttgart – Institut für Philosophie, Pädagogik und Psychologie
Note
Schlagworte
Demenz Integration/Reintegration Personen Kompetenzen

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Titel: Demenz. Symptome, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten