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Das Gesundheitswesen im Wandel - Ärzte und Patienten unter dem Einfluss von e-Commerce

Hausarbeit 2001 16 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhalt

1. Executive Summary

2. Ergebnisse der Umfrage zu Akzeptanz und Auswirkungen der Neuen Medien
2.1. Ärztebefragung und erste Ergebnisse
2.2. Der „konservative High-Tech-User“

3. Auswirkungen auf das Gesundheitswesen

4. Medizinische Informationen im WorldWideWeb - eine Bestandsaufnahme

5. Marktperspektiven – neue Kriterien bestimmen den Erfolg

6. Ein Fazit

1. Executive Summary

E-Commerce wird das Gesundheitswesen stark verändern und die Beziehungen zwischen Arzt, Patient und Pharma-Unternehmen nachhaltig beeinflussen. Aus dieser Erwartung heraus hat die Unternehmensberatung Gemini Consulting, heute Cap Gemini Ernst & Young, eine Studie initiiert, die zum Ziel hatte, eben diese Annahmen zu überprüfen, und konkrete Entwicklungen im Gesundheitswesen und künftige Einsatzmöglichkeiten der Neuen Medien zu zeigen.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Ärzteblatt befragte Gemini Consulting schriftlich 5.000 Ärzte im Bundesgebiet, darunter 2.605 Kliniker und 2.395 niedergelassene Ärzte, repräsentativ geschichtet nach Geschlecht, Alter und Bundesland. Durch Einbeziehen von Klinikärzten sollte bewusst eine im Durchschnitt jüngere, aktiv in die Forschung eingebundene Zielgruppe angesprochen werden.

Der Zeitraum der Studie umfaßt das erste Halbjahr 2000. Die Fragebögen wurden im letzten Quartal 1999 an die ausgewählten Ärzte verschickt. Die Rücklaufquote betrug 34%, das ist ein sehr gutes Ergebnis für eine schriftliche Befragung. Dies lässt den Schluss zu, dass das Thema innerhalb der Ärzteschaft auf großes Interesse gestoßen ist. Die Antworten besitzen ein hohes Repräsentationsniveau und lassen dadurch Rückschlüsse auf die gesamte Ärzteschaft zu.

Ärzte sind nach eigenen Angaben keine „Computer-Power-User“. Die Reichweite des Internets bei den Ärzten beträgt allgemein 59%, 70% bei Klinikern und 48% bei niedergelassenen Ärzten. Dies ist ein deutlich höherer Anteil im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung (22%) im Untersuchungszeitraum[1]. Die Tendenz ist stark steigend. Anfang 2001 gab es insgesamt schon 24,2 Mio. Internet-User in Deutschland[2]. Das entspricht heute einem Anteil von 28,5% an der Allgemeinbevölkerung.

Trotz der großen Reichweite haben die Neuen Medien die traditionellen Medien nicht substituiert, sondern eher ergänzt. Die Ärzteschaft erwartet durch das Internet massive Auswirkungen auf das Gesundheitswesen. Die Mehrheit der Befragten ist zugleich der Überzeugung, dass das Internet künftig das wichtigste Informationsmedium sein wird. Das hat weitreichende Folgen: es wird erwartet, dass das Werbeverbot für Medikamente liberalisiert wird und informierte, mündige Patienten künftig verstärkt bestimmte Arzneimittel und Therapien einfordern. Allerdings sehen darin nur 14% der Ärzte dadurch eine deutliche Verbesserung des Verhältnisses zwischen Arzt und Patient.

Diese recht progressive Einschätzung des Potenzials des Internets bestätigen bisherige Erfahrungen in den USA. Doch steht die pharmazeutische Industrie diesem positiven Zukunftsbild noch eher abwartend gegenüber.

2. Ergebnisse der Umfrage zu Akzeptanz und Auswirkungen der Neuen Medien

2.1. Ärztebefragung und erste Ergebnisse

Die Reichweite unter den Ärzten ist sehr hoch. Die Auswertung der Fragebögen ergab, dass bereits 59% der Ärzte Zugang zum Internet haben, wobei ein deutlicher Unterschied zwischen Klinikärzten und niedergelassenen Ärzten besteht. 48% der niedergelassenen Ärzte, aber bereits 70% der Kliniker besitzen einen Internet-Zugang. Bei Klinikärzten fällt insbesondere der hohe Anteil an Internet-Anschlüssen in der Praxis/im Krankenhaus auf (22%). Im Vergleich dazu besitzen 8,5% der niedergelassenen Ärzte Zugang zum Internet. Der Anteil der Internet-Anschlüsse zu Hause ist bei beiden Gruppen mit 23% bzw. 25% etwa gleich hoch.

Ein Grund für den höheren Vernetzungsgrad der Kliniker im Vergleich zu niedergelassenen Ärzten könnte die unterschiedliche Altersstruktur sein. Das Altersprofil der beiden Gruppen, wie in Abb. 1 dargestellt, zeigt, dass Kliniker im Durchschnitt jünger sind als ihre Kollegen aus dem ambulanten Bereich: 38% der Kliniker, aber nur 15% der niedergelassenen Ärzte sind jünger als 40 Jahre.

Auch die Nutzungsintensität ist bei der Gruppe der Kliniker höher: 14% von ihnen sind mehr als 10 Stunden pro Monat online, aber nur 9% der niedergelassenen Ärzte. Die Mehrheit beider Gruppen surft weniger als 5 Stunden im Monat (privat und beruflich). Wenn die jüngere Arztgeneration nachrückt und in den niedergelassenen Bereich wechselt, kann auch hier mit weiteren Steigerungen gerechnet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Altersprofil der befragten Ärzte (%)

Beide Gruppen gaben mehrheitlich an, dass sie seit ein bis zwei Jahren am Netz sind. Von den Klinikern sind 22% schon seit über drei Jahren angeschlossen, während der Anteil bei den ngl. Ärzten bei 17% liegt.

Auch bezüglich der Einschätzung der Computerkenntnisse gibt es Unterschiede zwischen den Gruppen: 15% der Klinker, aber nur 10 % der ngl. Ärzte sehen sich als „Computer-Power-User“. Mehrheitlich stimmen beide Gruppen der Aussage zu, dass sie über Entwicklungen in den Neuen Medien informiert sind, aber nur wenig Erfahrung als Nutzer haben. Keine Zeit, sich mit den Internet-Angeboten auseinanderzusetzen, finden nach eigenen Angaben nur 35% der Kliniker, jedoch 51% der niedergelassenen Ärzte.

2.2. High-Tech-User

Bezüglich der beruflichen Nutzung rangieren traditionelle ärztliche Informationsmedien, wie Fachzeitschriften, Fachbücher, Tagungen und Kongresse sowie Besuche von Pharma-Referenten deutlich vor der Nutzung der Neuen Medien. Fast 90% der Befragten gaben an, Fachzeitschriften häufig oder sehr häufig als Informationsquelle zu nutzen (vgl. Abb. 2). Hier besteht kein Unterschied zwischen beiden Ärztegruppen. Dagegen nehmen weniger als 20% häufig oder sehr häufig das Internet bzw. Online-Dienste in Anspruch. Dabei zeigt sich wiederum ein Unterschied zwischen Klinikern und niedergelassenen Ärzten: erstere nehmen mit 27% Neue Medien in Anspruch, im Vergleich zu 12% ihrer Kollegen im niedergelassenen Bereich.

[...]


[1] GfK-Medienforschung, Januar 2000

[2] GfK-Online Monitor, 7. Welle, April 2001

Details

Seiten
16
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638114691
Dateigröße
583 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v2417
Institution / Hochschule
Hochschule RheinMain – FB Wirtschaft
Note
2
Schlagworte
Gesundheitswesen Wandel Patienten Einfluss Kurs Informations- Kommunikationssysteme

Autor

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