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50 Jahre BRD - Der Prozeß der deutschen Teilung (Teil 1)

Hausarbeit 2000 19 Seiten

Politik - Politische Systeme - Historisches

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungen häufig verwendeter Begriffe

Einleitung

1945
1.) 8.Mai 1945: Bedingungslose Kapitulation Deutschlands
2.) Die Potsdamer Konferenz
3.) Die Kriegsverbrecherprozesse von Nürnberg
4.) Die unterschiedlichen Vorgehensweisen der vier Siegermächte
4.1. USA ( die amerikanische Zone )
4.2. Großbritannien ( die britische Zone )
4.3. Frankreich ( die französische Zone )
4.4. Sowjetunion ( die sowjetische Zone )
5.) Der Wiederaufbau eines breiten und vielseitigen Parteienspektrums
5.1. Im Osten
5.2. Im Westen

1946
1.) 21./22.04.1946: Zusammenschluß von SPD und KPD
2.) Die Pariser Außenministerkonferenz
3.) 25.05.1946: Einstellung der Reperationslieferungen an die SU
4.) Die Stuttgarter Rede des amerik. Außenministers Byrnes

1947
1.) Die Bi-Zone
2.) Die Moskauer Außenministerkonferenz
3.) Der Marshall-Plan
4.) Die Münchner Ministerpräsidentenkonferenz
5.) Die Londoner Außenministerkonferenz
6.) 06./07.12.1947: Tagung des 1. Dt. Volkskongresses in Ostberlin

Schlussbemerkung

Zitatverzeichnis

Literaturliste

Abkürzungen häufig verwendeter Begriffe:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere die Jahre 1945-1949, sind

von enormer Wichtigkeit für das entstehenden Deutschland. Wie kam es zur

Spaltung Deutschlands? Diese Spaltung hat die Deutschen über fast fünfzig

Jahre beschäftigt.

Im folgenden möchte ich nun, anhand von geschichtlichen Ereignissen der

damaligen Zeit, und mit Hilfe ausgewählter Literatur zu der Thematik, eine

Hinführung zum Thema schaffen. Zum ersten kann man wahrscheinlich den

komplexen geschichtlichen Ablauf in einer Hausarbeit nicht zur genüge

behandeln, aber zumindest ansatzweise anschneiden. Zum zweiten, behandle ich

in dieser Hausarbeit nur den Zeitraum von 1945-1947, und erläutere somit

wichtige Ereignisse, wie die Berliner Blockade oder die Währungsreform, nicht,

obwohl sie auch unmittelbar zur Spaltung beigetragen haben.

Trotzdem hoffe ich, dass meine Ausführungen dem Thema der Hausarbeit

gerecht werden.

1945

1.) 8. Mai 1945 : Bedingungslose Kapitulation Deutschlands

Mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte am 7./9. Mai 1945 endete, eine Woche nach dem Selbstmord Hitlers, die nationalsozialistische Diktatur und mit ihr die staatliche Existenz des Deutschen Reiches. Die Regierungsgewalt ging, wie die vier allierten Oberbefehlshaber in der Berliner Erklärung am 5. Juni 1945 feststellten, auf die Siegermächte über. Definiert war der Begriff Deutschland noch als Territorium des Deutschen Reiches in den Grenzen vom 31. Dezember 1937, d.h. ohne die Annexionen und Eroberungen des NS- Regimes.

Die Besatzungsmächte hatten kein deutschlandpolitisches Programm, das über die vordergründigen Besatzungsziele – Abrüstung, Demilitarisierung, Wiedergutmachung, Bestrafung, Reduzierung des deutschen Industriepotentials – hinausreichte, und die Vorstellungen über die Realisierung des Besatzungsprogramms – Demokratisierung und Zurückführung Deutschlands in die Gemeinschaft der demokratischen Völker – waren unter den Siegermächten total verschieden.

2.) Die Potsdamer Konferenz

Auf der Potsdamer Konferenz ( 17.07 – 02.08.1915 ) hatten die USA, GB und SU über die Grundsätze der Behandlung des besiegten Deutschlands Beschlüsse gefasst, die die Politik der allierten Kriegskonfrenzen von Teheran ( 28.11. – 01.12.1943 ) und Jalta ( 04.02. – 12.02.1945 ) teils in die Tat umsetzten, teils stillschweigend revidierten. Es schien, als sei das Ziel der Zerstückelung Deutschlands aufgegeben worden, denn die Vertreter der drei Weltmächte waren übereingekommen, das in vier Besatungszonen ( Frankreich erhielt auch eine eigene Zone ) aufgeteilte Deutschland in wirtschaftlicher Hinsicht als Einheit zu behandeln und in absehbarer Zeit deutsche Zentralbehörden zu schaffen.

Frankreich, welches zur Potsdamer Konferenz nicht zugezogen wurde, fühlte sich durch die Konferenzergebnisse nicht gebunden und verfolgte in erster Linie seine Sicherheitsinteressen, denen ein möglichst zersplittertes Deutschland am besten zu entsprechen schien. Im Vordergrund der französischen Politik stand auch die „dauerhafte Schwächung Deutschlands durch Abtrennung der Wirtschaftszentren an Rhein und Ruhr“(1), und die „Ausnutzung der Wirtschaftskraft des Saarlandes“ (2) zur Stärkung der eigenen Wirtschaft.

Das in Potsdam beschlossenen Reperationsprogramm sah drastische Eingriffe in die deutsche Wirtschaft vor, aber im Unterschied zum Versailler Vertrag ( 1919 ) wurden statt langfristiger Zahlungen das gesamte deutsche Auslandsvermögen sequestriert und die Demontage eines beträchtlichen Teils der deutschen Industrie in Aussicht genommen. Die SU sollte ihre Ansprüche in ihrer Zone befriedigen, darüberhinaus erhielt sie aus den Westzonen Fabrikausrüstungen.

Die Besatzungsmächte verpflichteten sich mit dem Potsdamer Konferenz dazu in den bestzten Zonen Maßnahmen durchzuführen, welche den Militarismus und Faschismus in Deutschland vernichten und dafür Sorge tragen, dass Deutschland „niemals mehr seine Nachbarn oder die Erhaltung des Friedens in der ganzen Welt bedrohen kann.“(3)

Dabei sollte die ganze Bevölkerung Deutschlands von den Besatzungsmächten in gleicher Weise behandelt werden.

Die Ziele und Bestimmungen der Potsdamer Konferenz können in drei Sparten aufgeteilt werden:

1.) Die politischen Bestimmungen: Das besetzte Deutschland wird durch den Rat der Aussenminister bzw. durch den Allierten Kontrollrat verwaltet und es sollten die vier D`s durchgesetzt werden: Denazifizierung, Demokratisierung, Dezentralisierung und Demilitarisierung. Denazifizierung heisst, Auflösung aller Organisationen der NS und Bestrafung aller Kriegsverbrecher, was dazu führte , dass das Gerichtswesen reorganisiert werden musste. Ausserdem sollte die Verwaltung dezentralisiert werden und die Grundrechte unter Berücksichtigung der militärischen Sicherheit gewährleistet bleiben. Demilitarisierung bedeutete, dass Deutschland total entwaffnet und die Kriegsindustrie in Deutschland abgebaut werden sollte. Die Demokratisierung Deutschlands beinhaltete, dass das Volk im demokratischen Sinne umerzogen werden sollte und dass das gesellschaftspolitische Leben auf einer demokratischen Grundlage basieren soll.
2.) Die wirtschaftlichen Bestimmungen: Teilweise wurden schon einige Bestimmungen genannt. Grundsätzlich sollte das deutsche Kriegspotential vollständig vernichtet werden und ein Verbot und die Demontage der deutschen Kriegsindustrie durchgesetzt werden.Desweiteren sollte die deutsche Wirtschaft in kürzester Zeit dezentralisiert werden, die neue Betonung bei der Neuorganisation Deutschlands sollte bei der Landwirtschaft und der Friedenswirtschaft für den inneren Bedarf liegen.
Deutschland wurde auch dazu verpflichtet, in größtmöglichem Ausmaß für die Verluste und Leiden , die es den Vereinten Nationen verursacht hat, Ausgleich zu schaffen, Reperationen zu leisten. Aber: „...während der Besatzungszeit ist Deutschland als wirtschaftliche Einheit zu betrachten.“(4)
3.) Die territorialen Bestimmungen: Die territorialen Bestimmungen im Potsdamer Abkommen hatten häufig einen sehr provisorischen Charakter. Also provisorisch wurde das nördliche Osrpreußen und Königsberg bis zur endgültigen Regelung an die SU abgetreten und alle Gebiete östlich der Oder-Neiße- Linie , sowie Danzig waren ab diesem Zeitpunkt unter polnischer Verwaltung. Das Problem am provisorischen Charakter der territorialen Bestimmungen war, dass sie trotz allem bald von den Ländern des Ostblocks als rechtsverbindlich und endgültig angesehen wurden.

3.) Die Kriegsverbrecherprozesse von Nürnberg

Die Kriegsverbrecherprozesse sind die, die auf der Konferenz von Potsdam beschlossenen, im Londoner Vertrag vom 08.08.1945 präzisierten und ab dem 20.11.1945 durchgeführten Prozesse gegen die für die Kriegsführung und die dabei begangenen Verbrechen gegen den Frieden, das Kriegsrecht und die Menschenrechte verantwortlichen Personen des NS - Regimes. Die Allierten machten auch keine Unterschiede zwischen ortsgebundenen Kriegsverbrechern ( NS-Führungsspitze) und den Gauleitern, KZ-Personal etc., also Personen welche Verbrechen in bestimmte Regionen begangen haben.

Der eigentliche Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher fand vor einem internationalen Militärtribunal statt. 22 Nazi – Größen, darunter Bormann (abwesend), Dönitz, Frank, Frick, Göring, Heß, Jodl, Kaltenbrunner, Keitel, Ribbentrop, Rosenberg, Sauckel, Seyß-Inquart und Speer waren angeklagt. Zu entscheiden hatte das Gericht über vier Anklagepunkte:

Teilnahme an einer Verschwörung oder einer gemeinsamen Planung von Verbrechen gegen den Frieden

Bestimmte Verbrechen gegen den Frieden

Kriegsverbrechen und

Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die Schwierigkeit an diesen Hauptanklagepunkten war, dass hierfür bis zum damaligen Zeitpunkt keine gesetzliche Grundlage existierte.

Zwölf der Angeklagten wurde zum Tode durch den Strang verurteilt, u.a. Frank, Frick, Göring, Jodl, Kaltenbrunner, Keitel, Ribbentrop, Rosenberg, Sauckel und Seyß-Inquart, bei den anderen Angeklagten wurden zum Teil lebenslängliche Freiheitsstrafen ausgesprochen, u.a. Heß. Der Wunsch Görings, Keitels und Jodls erschossen zu werden , wurde abgelehnt und die Todesurteile wurden am 16.10.1946 vollstreckt, allerdings gelang es Göring, sich vorher zu vergiften.

Weitere Nürnberger Prozesse gab es bis 1949, u.a. den Ärzteprozess, den Juristenprozess und den Krupp-Prozess. Diese Prozesse wurden aber nicht mehr vor einem internationalen Tribunal, sondern von den amerikanischen, französischen, britischen und sowjetischen Militärgerichten, durchgeführt. In diesen nachfolgenden Prozessen, welche sich bis in die heutige Zeit hingezogen haben, wurden von den Besatzungsgerichten 5025 Personen verurteilt und davon 486 Personen hingerichtet.

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Details

Seiten
19
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638114646
ISBN (Buch)
9783640462889
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v2403
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – FB Politikwissenschaften
Schlagworte
Jahre Prozeß Teilung

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