Lade Inhalt...

Bayern unter Maximilian I. am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges

Examensarbeit 2003 110 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Zur Literatur- und Quellenlage

3. Die Erziehung Maximilians und die humanistisch-religiöse Kontinuität in seinen Testamenten
3.1. Erziehung und Ausbildung
3.1.1. Maximilians Hoflehrer und die Jahre am väterlichen Hofe
3.1.2. Das Studium an der Universität Ingolstadt
3.2. Die Testamente Maximilians - Selbstverständnis und Herrscherbild
3.2.1. Die Monita Paterna ..
3.2.2. Die Treuherzigen V ä terlichen Lehrst ü cke .

4. Innenpolitik Herzog Maximilians I. - Grundlage der bayerischen Reichspolitik
4.1. Grundlagen und landesherrliche Voraussetzungen
4.2. Schlüsselerlebnisse Maximilians
4. 3. Ausbau Bayerns zum frühabsolutistischen Territorialstaat unter Maximilian
4.3.1. Die Behördenreform - Effizienz und Sparsamkeit
4.3.2. Revitalisierung der finanziellen und ökonomischen Ressourcen
4.3.3. die Landtage von 1605 und

5. Reichspolitik Herzog Maximilians I. - Motor der konfessionspolitischen Auseinandersetzungen im Reich
5.1. Die Situation um
5.2. Grundlagen und Selbstverständnis maximilianeischer Reichspolitik
5.2.1. Ansätze und Positionen in der Literatur
5.3. Reichspolitische Unternehmungen vor 1607 und ihre Motive
5.4. Donauwörth und der Wandel zur aktiven Reichspolitik
5.4.1. Die Reichsstadt Kaufbeuren - Vorspiel zu Donauwörth
5.4.2. Motive und Verhalten Bayerns im regionalen Konfliktfall Donauwörth
5.4.3. Entwicklung zum überregionalen Konflikt
5.4.4. Veränderungen der bayrischen Motive nach der Exekution
5.5. Die Katholische Liga
5.5.1. Reichstag von 1608 und Gründung der Protestantischen Union
5.5.2. Der Ligagedanke bis 1609 - Zurückhaltung Maximilians
5.5.3. Die Gründung der Liga und das Durchsetzen bayerischer Interessen
5.5.4. Sicherung des Status quo von
5.5.5. Scheitern der Liga und Gründung eines regionalen Schutzbündnisses

6. Zusammenfassung - Erasmisch geprägter Fürst oder Bellizist? Rück- und Ausblicke der Reichspolitik Maximilians

7. Literatur- und Quellenverzeichnis

8. Anhang

1. Einleitung

Das frühe siebzehnte Jahrhundert ist der Beginn eines Zeitalters der Kriege und Krisen1 innerhalb des Heiligen Römischen Reiches und Europas. Der Dreißigjährige Krieg mit seinen verheerenden Folgen markiert den Auftakt zu diesem Zeitalter. Seine Ursachen ge-hen weit in das sechzehnte Jahrhundert zurück. Der Gegensatz zwischen Spanien und Frankreich mit ihren hegemonialen Interessen bildete die europäische Komponente der Ursachen. Im Reich begann mit der Reformation und dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 eine folgenschwere Entwicklung. Bereits am Ende des sechzehnten Jahrhunderts zeichnete sich durch die erneut einsetzenden konfessionspolitischen Spannungen im Reich ab, dass mit dem in vielen Punkten unzureichenden Religionsfrieden keine dauerhafte Lö-sung erzielt worden war. Ein Umbruch in den geistigen und politischen Strömungen am Ende des rudolfinischen Zeitalters bildete neben den politischen Ereignissen eine Voraus-setzung für die zunehmende Polarisierung der konfessionspolitischen Gegensätze innerhalb des Reiches.2 Das Resultat dieses Umbruches war eine neue Generation von politischen Entscheidungsträgern. Männer, welche an die mittelalterliche universelle Idee des Kaiser-tums glaubten und von dieser Ordnung ihre traditionellen Werte ableiteten, wurden ver-drängt von jenen, die sich von praktischen, politischen Erwägungen in ihrem Handeln lei-ten ließen. Sie waren weitaus dogmatischer und militanter als die ältere Generation, welche durch ihre Werte der Toleranz zum Augsburger Religionsfrieden beigetragen hatten.

Zu dieser neuen Generation von Entscheidungsträgern gehörte neben Ferdinand II. und Christian von Anhalt auch Maximilian von Bayern. Mit einer Reichspolitik, die dem Typ der neuen Fürstengeneration entsprach, hat Bayern unter Maximilian durch zwei folgen-schwere Ereignisse die konfessionspolitischen Auseinandersetzungen im Reich am Vor-abend des Dreißigjährigen Krieges mitbestimmt. In diesem Sinne wurde er zum Motor einer sich bereits anbahnenden Entwicklung, die auf eine militärische Lösung des Kon-flikts hinzielte. Dabei ist jedoch zu hinterfragen, inwieweit Maximilian sich als katholisch weltlicher Territorialfürst mit den gängigen Verhaltensmustern seiner Zeit in Überein-stimmung befand. Zudem stellt sich die Frage, ob Bayern durch seine Reichspolitik der alleinige Motor der konfessionspolitischen Spannungen war oder ob es nicht doch an ei-nem zwischenstaatlichen Kräftespiel teilgenommen hat, in dem es seine konfessionellen, reichsständisch libertären und dynastisch-territorialen Interessen zu wahren suchte. Gilt Letzteres, so muss weiterhin untersucht werden, in welchem Verhältnis die einzelnen Interessen der bayerischen Politik zueinander standen und ob dies eine plausible Handlungsmotivation ergeben haben könnte.

Der Zugang zur maximilianeischen Reichspolitik erschließt sich zunächst aus der Her-kunft, Erziehung und Sozialisation Maximilians. Dabei ist zu untersuchen, ob Maximilian gezielt auf die Aufgaben eines katholischen Territorialfürsten vorbereitet wurde und dies sein politisches Handeln nachhaltig beeinflusst haben kann. Maximilians späteres Denken und Handeln als amtierender Herzog von Bayern war ein Ergebnis verschiedener Umstän-de und Erfahrungen seines Lebens. Seine geistigen wie charakterlichen Anlagen verbanden sich mit einer streng katholischen und humanistisch-jesuitischen Erziehung unter Einbe-ziehung juristischer sowie staatspraktischer Kenntnisse zu jener Kompetenz, welche Ma-ximilian dazu befähigte, die anstehenden Regierungsaufgaben im Herzogtum Bayern zu bewältigen. Erklärbar wird dieser Umstand durch die Kontinuität und Intensität einer ziel-gerichteten Erziehung Maximilians.

Die Testamente der Jahre 1639 und 1651 spiegeln die Relevanz der Erziehung und Ausbildung in Bezug auf die spätere Regierung wider. Dementsprechend sind diese, auf ihre religiösen sowie gleichfalls dynastisch-territorialen Momente hin zu überprüfen. Weiterhin belegen sie, dass darüber hinaus die Erfahrungen aus der Regierungspraxis das Denken und Handeln Maximilians wesentlich beeinflusst haben. Das in den Testamenten zum Ausdruck kommende Selbstverständnis und Herrscherbild ist somit gleichzeitig ein Regierungsprogramm, welches die Brücke von der Erziehung zur Regierungspraxis schlägt und aus dem das Handeln in der Innen- und Außenpolitik erklärt werden muss.

Als weitere Variable für die maximilianeische Reichspolitik soll die innenpolitische Kon-solidierung Bayerns durch Maximilian zugrunde gelegt werden. Ausgehend von den Be-dingungen der innenpolitischen Verhältnisse im bayerischen Territorium und den Macht-grundlagen seiner Fürsten ist dabei die Weiterentwicklung durch Maximilian zum frühab-solutistischen Territorialstaat von Interesse. In diesem Sinne kommt der Behörden-, Fi-nanz- und Wirtschaftreform Maximilians besondere Bedeutung zu. Die Reichstage von 1605 und 1612 zeigen dann das Ergebnis der innenpolitischen Maßnahmen Maximilians. Die hier erreichte innenpolitische Stabilisierung und der damit einhergehende Ausbau zum frühabsolutistischen Territorialstaat bilden dann erst die Voraussetzungen für eine aktive Reichspolitik Bayerns.

Bei der Verschärfung der konfessionspolitischen Gegensätze im Reich kommen der Do-nauwörther Auseinandersetzung mit der anschließenden Exekution der Stadt sowie der Gründung und weiteren Entwicklung der Liga besondere Bedeutung zu. Maximilian war maßgeblich an diesen Ereignissen und Entwicklungen beteiligt. Zu untersuchen bleibt, inwieweit Maximilian in der Verfolgung seiner konfessionellen, reichsständisch libertären sowie dynastisch-territorialen Interessen die Konsequenzen für den konfessionellen Kon-flikt im Reich wirklich erkannte und bewusst darauf hinsteuerte. Dazu ist nötig, die gene-rellen Motive der maximilianeischen Reichspolitik darzulegen, um diese dann in Bezug auf Donauwörth und die katholische Liga vor dem politischen Hintergrund zu analysieren.

Das Interesse Maximilians an der Donauwörther Auseinandersetzung erhellt sich im Hinblick auf den vorangegangenen Fall Kaufbeuren. Hier stellt sich die Frage, ob es einen Wandel in den Motiven des bayerischen Herzogs zwischen Kaufbeuren und Donauwörth als auch während der Auseinandersetzungen um Donauwörth gab und ob dieser sich auf seine Handlungen ausgewirkt hat. Damit erhält ebenso die Betrachtung der politischen Umstände weitreichende Bedeutung. Interessant wäre dabei, die geopolitischen Zusammenhänge zu untersuchen. Leider kann sowohl auf die geopolitischen Antriebe Maximilians als auch auf die seiner reichständischen Nachbarn in dieser Arbeit nur im Ansatz hingewiesen werden. Jedoch sei gesagt, dass es relevant erscheint, diese Komponente den konfessionellen und dynastisch-territorialen Interessen hinzuzufügen.

Die Ereignisse um Donauwörth bildeten die Voraussetzung für eine erhöhte Aktivität Ma-ximilians im Zustandekommen eines katholischen Bundes. Dabei lassen sich die einzelnen Motive für die Gründung der Liga aufdecken. Da die bayerischen Zielsetzungen innerhalb der Liga durch die Bildung eines zweiten Direktoriums in einen Interessenkonflikt mit an-deren Ligaständen, vor allem Mainz, führte, wird das weitere Verhalten Maximilians zur Aufrechterhaltung der bayerischen Komponente im Bund relevant. Der innere Konflikt in der Liga verschärfte sich zunehmend mit dem Einfluss Melchior Klesls. Es ist die Frage, ob und mit welchen Mitteln sich Maximilian mit seinen Vorstellungen in der Ligapolitik durchsetzen kann. Beantwortet man die erste Frage mit Blick auf den Oktobervertrag im Herbst 1619 zwischen Ferdinand II. und Maximilian von Bayern positiv, so ist jedoch nicht zu vermuten, dass dies zwangsläufig hätte passieren müssen, da die weitere Entwick-lung der Liga nach ihrer Gründung 1609 alles andere als nach bayerischen Vorstellungen verlief. Eine Zäsur ergibt sich dann erst wieder mit der Gründung des kleineren Augsbur-ger Vereins von 1617, der letztlich die eigentliche Basis für die Umsetzung der bayeri-schen Vorstellungen für ein reichsständisch-katholisches Bündnis bildet. Der Regensbur-ger Defensionstag von 1613 markiert hingegen einen Tiefpunkt für Maximilians Bestre-bungen mit der Liga. Auf Grund dieser Entwicklung ist zu analysieren, ob die Liga wäh- rend der gesamten Zeit von ihrer Gründung bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges ein Instrument der bayerischen Politik war oder ob dies nur für bestimmte Zeitabschnitte nachweisbar ist. Entsprechend des inneren Konflikts in der Liga ist es darüber hinaus fraglich, ob die Liga noch nach ihrer Gründung einen Anteil an der Zuspitzung der konfessionspolitischen Auseinandersetzungen im Reich haben konnte.

Bei der Darlegung des inneren Konflikts der katholischen Liga und den Vorstellungen sei-tens Maximilians muss die europäische Komponente des Bundes in dieser Arbeit auf Grund des diesbezüglichen Umfangs ausgeklammert werden. Doch sei angemerkt, dass die Einstellung und Haltung Spaniens sowie des Papstes in nicht unerheblicher Weise den Gang der Entwicklungen mitbestimmt haben.3 Die zahlreichen Bemühungen Maximilians um Unterstützung dieser beiden Mächte verdeutlicht zum einen, für wie instabil er die Verhältnisse innerhalb der Liga empfand, was besonders die finanzielle Situation zum Ausdruck brachte. Die spanischen wie päpstlichen Subsidien waren für die Aufrechterhal-tung der Liga aus der Sicht Maximilians unbedingt erforderlich. Zum anderen ging es dem bayerischen Herzog um die Legitimierung der Liga gegenüber den europäisch katholischen Mächten. Er war sich bewusst, dass ein enger Zusammenhang zwischen dem Interesse der spanischen Habsburger sowie dem Papst an der konfessionspolitischen Situation im Reich und der Ausgestaltung der Liga bestand. Hier ergab sich häufig ein Interessenkonflikt mit den bayerischen Zielvorstellungen, aus dem die ambivalente Haltung Spaniens und Roms gegenüber einer Unterstützung der Liga resultierte. Es war nicht ausgeschlossen, dass der Bund ihren Interessen ebenso schaden konnte.

Wenn Maximilian durch die veränderte politische Situation ab 1619 die Möglichkeit er-hielt, die katholische Liga entsprechend seinen Vorstellungen erneut zu formieren und mit dem militärischen Einsatz des Bundes für Habsburg die Wiedererlangung der pfälzischen Kurwürde erreichte, so war sein militärisches Engagement für eine katholisch-kaiserliche Prägung des Reichssystems mit dem Jahr 1623 jedoch noch nicht beendet. Maximilian trug weiterhin zum Fortgang des Krieges bei. Den Höhepunkt markiert das Restitutionsedikt von 1629, an dessen Zustandekommen der bayerische Herzog maßgeblich mitgewirkt hat-te. Mit dem Einfall der Schweden 1632 änderte sich Maximilians Einstellung zum Krieg. Ab hier bemühte er sich aus unterschiedlichen Gründen um ein Ende des Krieges. Das ak-tive militärische Engagement Maximilians ist folglich nur für einen sehr kurzen Zeitraum seiner Regierung festzustellen. War Maximilian von Bayern also ein erasmisch geprägter Fürst, der um Frieden bemüht ist und nur gerechte Kriege mit dem Frieden als Ziel führt, oder war er, typisch für seine Zeit, ein Bellizist? Ausgehend davon, dass Maximilian am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges in keine militärische Auseinandersetzung verwickelt war, erhält die Frage für diese Zeit eine besondere Brisanz.

2. Literatur- und Quellenlage

Für die Zeit Bayerns unter Maximilian am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges besteht eine sehr günstige Literatur- und Quellenlage. Abgesehen von einer Vielzahl von Darstel-lungen über die Ursachen des Dreißigjährigen Krieges, in denen fast ohne Ausnahme Do-nauwörth und die Liga wegen ihrer Tragweite erscheinen, sind die beiden Biographien zu Maximilian von Dieter Albrecht und Andreas Kraus zu erwähnen.4 Beide zeigen deutlich die Ursachen, Auswirkungen und Zusammenhänge der Politik Maximilians für die gesam-te Regierungszeit auf. Für die Erziehung und Ausbildung Maximilians sowie den geistigen Strömungen der Zeit mit ihren Auswirkungen auf Maximilian ist immer noch die Biogra-phie von Helmut Dotterweich5 richtungsweisend, wobei dieser jedoch nur die Zeit vor der Regierungsübernahme betrachtet.

Zu den Einzeldarstellungen der maximilianeischen Innenpolitik gehören Maximilian Lanzinner6, welcher die Entstehung der Zentralbehörden unter Maximilians Vorgängern Albrecht V. und Wilhelm V. untersucht, und Heinz Dollinger7 mit seiner detaillierten Darstellung der Finanzreform Maximilians. Dollinger rundet seine Untersuchung durch die Einordnung der Ergebnisse in den frühabsolutistischen Staatsbildungsprozess ab. Ebenso hat er in einem früheren Aufsatz am Beispiel von Maximilian und Justus Lipsius die Staatstheorie eines frühabsolutistischen Herrschers betrachtet.8

Im Zuge der Analyse zur Reichspolitik Maximilians ist neben Albrecht und Kraus die grundlegende Arbeit von Felix Stieve9 zu Donauwörth bedeutsam. Ergänzend dazu ist die Untersuchung von Rudolf Breitling10 zu den Motiven der benachbarten Reichstände in der Donauwörther Auseinandersetzung. Die Thesen von Moritz Ritter, welche er in verschie denen Arbeiten darlegt und die einen Diskurs zu den Thesen von Stieve liefern, sind übernommen nach Albrecht.11

Die Gründung und die Geschichte der Liga ist zum einen in der Darstellung von Franziska Neuer-Landfried aufgearbeitet.12 Weiterhin ist hier Hugo Altmann zu nennen, der zwar erst ab dem Jahr 1613 die Reichspolitik Maximilians aufarbeitet, dafür jedoch sehr ausführ-lich.13 Im Anhang befinden sich Quellen zur bayerischen Reichspolitik, da Altmanns Dar-stellung als 12. Band zur Reihe der Briefe und Akten des Drei ß igj ä hrigen Krieges erschie-nen ist, was das Einsetzen mit dem Jahr 1613 erklärt. Dass wiederum Albrecht als auch Kraus Maximilians Ligapolitik eingehend aufdecken, muss nicht eingehender erörtert wer-den.

Neben den beiden Biographien und den Einzeldarstellungen wurde für diese Arbeit eine Vielzahl von Aufsätzen herangezogen. Für die Reformen Maximilians sind die Ausführun-gen Reinhard Heydenreuters14 unverzichtbar. Die Liga als alternativen Verfassungsentwurf sowie die Interessen Maximilians innerhalb des Bundes hat Axel Gotthard15 analysiert. Jedoch ist anzumerken, dass für Gotthard die Bewertung Maximilians als Motor des kon-fessionspolitischen Konflikts im Reich sowie für die Fortsetzung des Krieges negativ aus-fällt.

Die Quellen und Quelleneditionen zur Epoche Maximilians I. hat Gerhard Immler16 in sei-nem jüngsten Aufsatz aufgezeigt. Hier kommt zum Ausdruck, dass die Quellenlage für diese Epoche und in diesem Zusammenhang auch für Maximilian von Bayern gut aufberei-tet ist. Wenngleich viele Quelleneditionen älteren Datums sind, so mindert dies jedoch nicht ihre Qualität. In der vorliegenden Arbeit wird aufgrund des Umfangs der Themenstellung weitgehend auf eine Auswertung von Quellen verzichtet. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Quellenzitate aus der Literatur übernommen. Wo dies nicht ausreichend erscheint, sind die Originale benutzt worden. So auch zu den scheint, sind die Originale benutzt worden. So auch zu den Erziehungsinstruktionen von Wilhelm V., die von Friedrich Schmidt17 herausgegeben wurden.

Zusammenfassend lässt sich für die Literatur feststellen, dass der Forschungsstand zu Ma-ximilian am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges gut aufgearbeitet ist. Zu den Jahren vor 1598 sowie der Zeit der inneren Konsolidierung Bayerns scheint sich die Forschung weit-gehend einig zu sein. Jedoch kommen hinsichtlich der Bewertung von Maximilians Innen-politik teilweise ambivalente Sichtweisen in der Literatur vor. Dies gilt besonders für den Aspekt des Gemeinwohls. In der maximilianeischen Reichspolitik und den Motiven Ma-ximilians werden viele Fragen kontrovers diskutiert. So ist nicht ganz eindeutig, wie die außenpolitischen Interventionen Maximilians vor Donauwörth zu bewerten sind. War er sich bereits hier den reichspolitischen Realitäten bewusst und hat dementsprechend inter-veniert, ohne jedoch seine Möglichkeiten zu überschätzen oder war ihm hier noch nicht an einer Reichspolitik gelegen? Im Zuge von Donauwörth wird teilweise die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Exekution und dem Vorsatz der Einverleibung der Stadt durch den Pfandbesitz ambivalent in der Literatur diskutiert. Und auch im Zusammenhang mit der Liga ergeben sich durch die Motive Maximilians und seinem Verhalten immer noch einige Fragen. Die kontroversen Ansichten der Literatur sollen im Einzelnen in den Fußnoten der entsprechenden Kapitel aufgezeigt werden. In der Arbeit selbst wird dagegen versucht werden, eine der möglichen Betrachtungsweisen zur Handlungsmotivation Maximilians zu entwickeln.

3. Die Erziehung Maximilians und die humanistisch-religiöse Kontinuität in seinen Testamenten

Die vererbten Anlagen und eine zielgerichtete Erziehung wirkten sich in der Befähigung des Fürsten zur Regentschaft aus. In der Sozialisation des katholischen Maximilian war dieses Zusammenwirken entscheidend. Für die Anlagen konnten die engen Verflechtungen in den verwandtschaftlichen Beziehungen unter den katholischen Herrscherhäusern Euro-pas nicht unbedingt von Vorteil sein, wofür Kaiser Rudolf II. als Musterbeispiel gelten mag.18 Bei Maximilian scheint dies weit weniger Auswirkungen gehabt zu haben, was nicht zuletzt die starke und selbstbewusste Persönlichkeit ausdrückte. Zu dem starken fürstlichen Selbstbewusstsein und dem dynastischen Stolz, welches Maximilian beides von seinen unmittelbaren Vorfahren, Wilhelm V. und Albrecht V., mitbekommen haben mag, kommt noch die besonders starke Willenskraft, die mehr in der Familie der Mutter zu finden war. Ebenso war Maximilian mit großen geistigen Fähigkeiten ausgestattet.19 Und eben die Ver-bindung aus Willenskraft und geistigen Fähigkeiten ergibt die Voraussetzung für die Ab-solvierung einer intensiven geistigen und religiösen Ausbildung. Beides trug dazu bei, die neuen Aufgaben und Zielsetzungen eines Fürsten um 1600 erfolgreich zu bewältigen.

3.1. Erziehung und Ausbildung

Mehr noch als die Anlagen hatte sich die Erziehung bei Maximilian ausgewirkt. Dabei ist das Entscheidende, dass diese Erziehung einerseits aus einer humanistischen Bildung, an-dererseits aber in der Formung eines zu tiefst religiösen Menschen bestand. Das Gewicht lag dabei stärker auf der Unterweisung in religiösen Kenntnissen, wodurch der religiöse Aspekt immer wieder in die humanistische Ausbildung integriert wurde. Hierin lag kein Widerspruch, sondern die religiöse Erziehung gehörte gleichsam zum humanistischen Bil-dungsideal.20 Darüber hinaus sollte die Humanitas die Pietas fördern. Die religiösen Übun-gen und Unterweisungen seit frühester Jugend, welche nie ausgesetzt oder vernachlässigt wurden, bedingten jedoch, dass Maximilian von einem starken religiösen Gefühl durchdrungen und bestimmt war.

3.1.1. Maximilians Hoflehrer und die Jahre am väterlichen Hofe

Bis zu seinem siebenten Lebensjahr stand Maximilian unter der Obhut seiner Mutter. Seit Sommer 1580 kamen die Jahre im Alten Hof. Nun übernahm Herzog Wilhelm V. die Auf-sicht über die Erziehung seines Sohnes. Maximilian bekam einen eigenen Hofstaat, zu dem unter anderem der Hofmeister und der Praeceptor gehörten, welche für die Erziehung zu-ständig waren.21 Als Hofmeister war zuerst Ulrich von Preysing beauftragt, ein Adliger aus einer alten bayerischen Familie. Doch schon 1581 wurde dieser auf eine Empfehlung des päpstlichen Legaten Ninguarda hin durch den rheinischen Adligen Wilhelm Schlüderer von Lachen abgelöst. Seine Aufgaben als Hofmeister bestanden neben der organisatori-schen Leitung und Kontrolle des Hofhalts in der Überwachung des Tagesablaufs, der Sor-ge um die Gesundheit der Zöglinge sowie der höfischen Erziehung, den ritterlichen Übun-gen als auch der künstlerischen Betätigung.22

Die religiöse und geistige Ausbildung des Erbprinzen war dem Praeceptor anvertraut. Hierzu berief Wilhelm V. von 1580 bis 1588 den Juristen Wenceslaus Peträus. Dieser stammte aus Budweis in Böhmen, hatte in Ingolstadt studiert und war Doktor beider Rech-te.23 Zunächst stand Peträus in den Diensten des Prager Erzbischofs Anton Brus von Müglitz, welcher engagiert für die Gegenreformation eintrat. Dieser Zusammenhang könn-te auch einen Hintergrund dafür bilden, warum Wilhelm V. den Juristen als Paeceptor für seinen Sohn berufen hat.24 So befand sich Peträus auf einem Exerzierfeld der Gegenrefor-mation. Peträus wirkte an der Seite des Erzbischofs am nun wieder auflebenden Katholi-zismus in Böhmen nach den Hussitenkriegen mit. Dazu zählte auch das Niederlassen der Jesuiten in Böhmen. Die Nähe zum Prager Erzbischof und das Mitwirken an der Gegenre-formation zeigen Peträus als einen Menschen, der für die katholische Sache energisch und aus innerer Überzeugung eintrat. Die Annahme, dass der Praeceptor dies auf seinen Zög-ling überträgt, war durchaus im Sinne von Wilhelm V. Ausgehend davon, dass Peträus Böhme war und darüber hinaus in Diensten des Prager Erzbischofs stand, lässt sich noch eine weitere Schlussfolgerung für den Grund der Einstel-lung ziehen. Diese ist die Verbindung Böhmens als Wahlkönigtum mit der gleichzeitigen Kurstimme im Reich. Die bayerischen Wittelsbacher waren seit der Goldenen Bulle von 1356 nicht an der Wahl des Königs beteiligt.25 Dafür war die Kurstimme auf die Verwand-ten der pfälzischen Wittelsbacher übergegangen. Dieser Makel lastete schwer auf dem dy-nastischen Selbstverständnis der Bayern. Immer wieder waren die Bayern bemüht, diesen Makel auszugleichen, was gerade in Bezug auf Wilhelm V. noch aufzuzeigen sein wird. Es ist gut vorstellbar, dass Wilhelm V. mit Peträus als Praeceptor für Maximilian diesen Ge-sichtspunkt im Blick hatte, da dieser die böhmischen Verhältnisse kannte und seinem Zög-ling sicherlich durch einige Referenzen und Beziehungen hilfreich sein konnte.26 Dass die Bayern in Böhmen einen möglichen Ansatzpunkt zu einer Rangerhöhung gesehen haben, belegt die Tatsache, dass die bayerischen Erbprinzen die böhmische Sprache erlernen mussten. Denn für einen möglichen Anwärter auf den böhmischen Thron war die Kenntnis der Landessprache eine unbedingte Voraussetzung.27

Peträus dürfte neben dem noch später zu nennenden Johann Baptist Fickler als Praeceptor wohl den stärksten Einfluss auf die Entwicklung des jungen Maximilian ausgeübt haben, da sich dieser in einem Alter befand, in dem religiöse und geistige Einstellungen besonders fruchtbaren Boden finden. Dem entsprach nicht nur die einfühlsame Art von Peträus.28 Der Praeceptor Maximilians verband vielmehr das humanistische Bildungsideal mit einem ent-schiedenen Katholizismus, der sich nicht zuletzt in einer außerordentlichen Frömmigkeit widerspiegelte. Auch dies dürfte im Sinne Wilhelms V. gewesen sein, wenn es um die Er-ziehung seines Sohnes, des Erbprinzen, ging.

Die geistige und religiöse Einstellung des Praeceptors war um so wichtiger, da sie mit dem auf Maximilian zukommendem strengen System pädagogischer Erziehungsvorschriften übereinstimmte. Nicht der Praeceptor oder der Hofmeister entwarf ein Erziehungspro-gramm für seinen Zögling, sondern der Herzog selbst behielt sich die erzieherische Aus-gestaltung für den Erbprinzen durch die Erziehungsvorschriften an den zuständigen Lehrer vor. Damit hatte sich der Praeceptor an detaillierte Instruktionen für die geistige und religi-öse Ausbildung seines Zöglings zu halten. Dies entsprach durchaus den Tendenzen der Zeit. Seit dem Humanismus setzte sich an den Fürstenhöfen der Wille zur bewussten Men-schenbildung durch. Damit einhergehend wurden nun die Prinzipien eines christlichen Humanismus in die Instruktionen aufgenommen. Bis dahin war die Ausbildung im Sinne einer ritterlich - höfischen Erziehung vorrangig. Auf eine gelehrte Bildung wurde dabei verzichtet. In Bayern setzte der Wandel in der Erziehung mit Albrecht IV. ein. Dieser hatte eine gelehrte Erziehung allerdings nur erhalten, weil er eigentlich für den geistigen Stand bestimmt war. Albrecht IV. begründete nun die Tradition, den Prinzen eine humanistisch geprägte Ausbildung zukommen zu lassen.29

Dieser Tradition folgend hat Wilhelm V. 1581 eine Instruktion für die Ausbildung und Erziehung Maximilians an den Hofmeister und den Praeceptor erlassen.30 Die bis zum Teil ins Kleinste ausgearbeiteten Instruktionen sind getragen von der Sorge Wilhelms V. um die geistige und religiöse Erziehung der Prinzen. Dabei konnte sich der Herzog an seinen eigenen Instruktionen orientieren. Dennoch ging er den Tendenzen der Zeit entsprechend noch darüber hinaus. Im Vordergrund stand für Wilhelm V. nicht mehr der äußere Tages-ablauf, sondern die „Bestimmungen über eine vertiefte religiöse und geistige Erziehung der Prinzen“31.

Weiterhin stand dem Herzog als Orientierung für seine Instruktionen eine Vielzahl von pädagogischer Literatur des 16. Jahrhunderts, den so genannten Fürstenspiegeln, zur Ver-fügung. Hauptsächlich orientierte sich Wilhelm V. dabei an den Institutio principis christi- ani des Erasmus von Rotterdam. Die Nähe zu Erasmus ergibt sich aus der Übereinstim-mung über den Wert gelehrter Bildung bei der Erlangung christlicher Frömmigkeit.32 An-lehnend an Erasmus ging auch Wilhelm V. davon aus, dass der Weg zur Pietas über die Humanitas zu führen habe.33 Die Ansichten des Erasmus und damit der christliche Huma-nismus spielten eine wichtige Rolle in der Ausbildung und dem späteren Selbstverständnis Maximilians.

Und auch sonst sind die Instruktionen Wilhelms V. getragen von dem Bildungsideal des Humanismus, dessen Ziel es war, einen heranwachsenden Menschen bewusst auf das Ziel hin zu formen, „ein veredeltes, höheres Menschentum zu bilden, dessen Idealtypus der allseitige, gründlich ausgebildete, zur höchsten Entfaltung aller seiner individuellen Fähigkeiten und Anlagen gelangte Mensch ist“34.

Ein Blick auf die Instruktionen verdeutlicht, wie stark darin die religiösen Anschauungen sind und welch starkes Gewicht auf die Vermittlung dieser gelegt wird. Hier geht es um die Hinführung des jungen Menschen zu Gott. Gemeint ist dabei die Hinführung zu dem einzig wahren Gott, nämlich dem katholischen Gott. Die katholische Religion, ihre Dogmen und Formen sowie dem Festhalten an ihnen sind die Leitlinien der religiösen Erziehung Maxi-milians, „weil ausser der heiligen catholischen apostolischen römischen religion khain se-ligkhait, oder hail, kain rechter Tauff noch wahre Sacrament, sonder gleich wie ausser der kirchen ein lautterer Sündenfluß, ewiger Tod und verderben, auch hie in Zeiten alles gaistlichen und weltlichen wesens unchristliche zerrüttung ist“.35 Das bedeutet aber auch, dass nur die katholische Religion in der Lage ist, die Ordnung in der Welt aufrecht zu er-halten. Deshalb ist es um so wichtiger, an dieser wahren Religion festzuhalten. Diese Sichtweise sollte Maximilian in sich aufnehmen und sein späteres Denken und Handeln wesentlich beeinflussen.

Im Zentrum der religiösen Erziehung steht die Erfüllung des göttlichen Willens.36 Dieses Ziel erreicht der Fromme dadurch, dass er in den Dienst Gottes tritt. Dazu bedarf es wie-derum einer strengen religiösen Erziehung, um den richtigen Dienst für Gott zu erkennen als auch zu erfüllen und damit seinem Willen zu entsprechen. Gerade die Ansicht des Dienstes für Gott soll später für Maximilians Selbstverständnis ein zentrales Element wer-den.

Ausgangspunkt für die religiöse Erziehung ist die Gottesfurcht, welche den jungen Men-schen zu Gott führen soll. Gemäß der Anschauung, dass der Weg zu Gott mehr durch reli-giöse Übungen und Unterweisungen als durch die Religionslehre zu erreichen sei, stehen bei den Erziehungsinstruktionen die vielen Religionsübungen als Mittel zur Erlangung der Gottesfurcht im Vordergrund. Gerade dem persönlichen Gebet kommt dabei eine besonde-re Rolle zu, wenn es in den Instruktionen heißt, „das mit einpflanzung aller Gottsforcht der anfang gemacht und sie [der Hofmeister und der Praeceptor] unnsere geliebte Söne zu or-dentlichem gepett und Andacht sowol in Irem zimmer als In der Kirchen fleissig unnder-wisen und gehalten werden“.37 Über die Anleitung zum Gebet hinaus sehen die Instruktionen noch andere religiöse Übungen vor, welche über die Beichte bis zu empfohlenen Wallfahrten gehen.38

Auch der Tagesablauf ist minutiös vorgeschrieben, wobei dieser ebenso vorrangig von religiösen Übungen beherrscht wird. Schon während der Zeit bei der Mutter, also im frü-hesten Kindesalter, war die Kinderfrau angewiesen, die Kinder mit einfachen Gebeten an die Religion heranzuführen.39 Nun werden die Art und die Auswahl der religiösen Übun-gen, welche über den Tag hinweg auszuführen sind, bis in Einzelheiten angesprochen.40 Dazu wird in den Instruktionen gleichfalls die notwendige Literatur für die täglichen reli-giösen Übungen dargelegt.

Aus den Aufzeichnungen des Peträus ist ersichtlich, wie für die einzelnen Tageszeiten und verschiedenen Wochentage bestimmte religiöse Übungen vollzogen wurden. Hier ging es von auswendig gelernten Gebeten und kurzen Stoßgebeten zu bestimmten Tageszeiten über kirchliche Zeremonien und Feste als praktische Anschauung zu den religiösen Übungen bis hin zu Wallfahrten, die Maximilian unternahm.41

Bei dem starken Gewicht der religiösen Erziehung darf dennoch nicht vergessen werden, dass Maximilian auch in geistiger, in diesem Falle humanistisch gebildeter Richtung erzo-gen werden sollte. Die geistige Bildung ist von dem Grundsatz geleitet, dass der Mensch durch den Reichtum an griechisch-römischer Bildung und der Beschäftigung mit ihr, die Werte des christlichen Humanismus zu erkennen vermag sowie sein Handeln nach dieser Form der Vernunft ausrichten kann. Damit sind die Tugenden angesprochen, die ein christ-licher Fürst nach dem Verständnis der Humanisten wirklich leben sollte. Schon Wilhelm V. waren die Tugenden, welche aus der Antike abgeleitet und seit der Renaissance neu belebt sowie weiterentwickelt wurden, als Wertemaßstab des christlichen Handelns durch-aus bekannt und wichtig. Deshalb verlangte der Herzog in den Erziehungsinstruktionen, dass seine Kinder mit den besten Tugenden ausgestattet sein sollten.42 An der Spitze der geforderten Tugenden stand die Frömmigkeit. Darüber hinaus wurden die Gelehrsamkeit, die Gerechtigkeit, welche die Barmherzigkeit einschließt, sowie die Beständigkeit und Tapferkeit verlangt. Dem gegenüber sollte die Mäßigung der Begierden und Affekte er-reicht und den humanistischen Idealen untergeordnet werden. In diesem Sinne ist es zu verstehen, wie es auch in den Erziehungsinstruktionen von Wilhelm V. zum Ausdruck kommt, dass negative Charaktereigenschaften wie Stolz, Übermut, Neid, Zorn, Müßiggang und Verschwendung gegenüber den positiven wie Demut, Wahrhaftigkeit, Bescheidenheit, Gehorsam, Nüchternheit und Disziplin, welche einen wahren Christen ausmachen, zurück-treten.43 Um dieses Ziel zu erreichen, wurde dem Schüler mit den antiken Autoren ein Ge-rüst von Beispielen in die Hand gegeben, an denen er die Maßstäbe und Werte für sein Handeln in humanistischen Sinne ablesen konnte. Über diesen inhaltlichen Zweck antiker Literatur hinaus wurden so, gemäß der Einsicht von der Untrennbarkeit der Form und des Inhalts, auch die sprachlichen Fähigkeiten des Schülers gefördert, um richtiges Denken und Ausdrücken zu erreichen.44

Bei der Auswahl der klassischen Literatur wurde dennoch darauf geachtet, dass sich die gelehrte humanistische Erziehung an der religiös-sittlichen Erziehung zu orientieren hatte. Und wenn davon ausgegangen wird, dass religiös im Sinne der katholischen Religion ver-standen werden muss, so bedeutete dies die Eingrenzung auf katholisch konforme Litera-tur. Gerade diesen Aspekt findet man in den Instruktionen Wilhelms V. an den Praeceptor Peträus betont. Dieser hatte darauf zu achten, „das in unnserer Söne Schuel nit anndere als Christliche guete pücher gesehen und gebraucht werden“.45 Es geht also darum, dass kein „Autor In unnserer Söne khundtschafft und gebrauch komme, der in Religione und mori-bus das wenigest verdacht seie“.46 Um dies zu erreichen, empfiehlt Wilhelm V., sich nicht an den antiken Autoren zu orientieren, welche er als „Haydnische schwätzer und Fabel Hannsen“47 ansieht, sondern sich „mehr umb unnser Heilige Religion Hochverdienten Au-torn“48 zu bemühen.49 Die Empfehlungen Wilhelms V. drücken das Bemühen aus, die Prinzen von jeglicher Art nicht katholisch konformer Gesinnung fernzuhalten. Gleiches drückt sich in den Bestimmungen über die Kontrolle des Umgangs der Prinzen mit Perso-nen aus deren Umfeld aus.50

Peträus hat die Anweisungen auf die Auswahl der Literatur dennoch nicht einfach über-nommen, sondern diesen seine Auffassung vom Wert antiker Autoren als gebildeter Hu-manist entgegengestellt. Wilhelm V. hat sich den Auffassungen von Peträus, also den Gelehrten, die es besser wissen mussten, nicht widersetzt.51 Maximilian las nun antike Klassiker neben christlichen Humanisten. Dennoch schien das Gewicht vorwiegend auf den antiken Autoren wie Horaz, Cicero, Plutarch, Livius und Tacitus gelegen zu haben, welche zum Üben von Formulierungen und Argumentationen genutzt wurden.52

Die Bemühungen um die Auswahl der religiös richtigen Literatur zeigt hier ganz deutlich, in welchen Bahnen sich Maximilians Ausbildung bewegte. Die Orientierung dazu liefert die Religion, womit sich die Bildung innerhalb vorgefertigter Glaubenswahrheiten voll-zieht. Nicht die Freiheit des Geistes war das Ziel dieser religiös gelehrten Bildung, sondern die Wahrung der Einheit von Glauben und Wissen. Damit war Maximilians geistige Aus-bildung über die humanistische Zielsetzung hinaus geprägt durch das gesteigerte religiöse Gefühl der Zeit.

Die Stellung der konfessionellen Gesichtspunkte in der Ausbildung Maximilians hatte als Hintergrund die bereits weitläufig verbreiteten Schulordnungen und Lektürevorschriften der Jesuitenschulen. Auf diese Grundlage konnte sich Peträus stützen, wenn es um die Ausbildung und die Auswahl antiker Autoren als geeignete Lektüre ging.53 Darüber hinaus hatte sich Maximilians Unterricht während der Jahre im Alten Hof formal und inhaltlich am Vorbild der Jesuitenschulen orientiert.54 So wurde der junge Herzog schon während seiner Kinderjahre im Geiste der Jesuiten erzogen, was ganz im Sinne der angestrebten Erziehungsziele lag. Durch den Praeceptor Peträus war Maximilian also bestens auf die anschließende jesuitische Ausbildung in Ingolstadt vorbereitet.

3.1.2. Das Studium an der Universität Ingolstadt

In Ingolstadt unterzog sich der Erbprinz nun von 1587 bis 1591 konsequent den geistigen Idealen der Jesuiten, welche die Führung der Universität zu der Zeit inne hatten.55 Der Orden, welcher sich einen guten Ruf in der Erziehung von Fürstensöhnen erworben hatte und zur Zeit Maximilians regen Zulauf fand, stützte sich auf die aus Spanien gewonnen Ansätze zur Erneuerung der aristotelisch-thomistischen Scholastik. Jene Ansätze wurden nun in Bayern weiterentwickelt und vermittelt.56

Die große Leistung der Jesuiten war die Verbindung aus religiöser Erziehung und huma-nistischen Bildungsidealen. Wie schon bei der bisherigen Ausbildung Maximilians galt nun ebenso, dass nicht die uneingeschränkte Freiheit des Geistes mit metaphysischem Denken und Handeln das Ziel war, sondern eine dogmatische Bindung an die katholische Glaubenslehre. Bei aller Anleitung der Zöglinge zur Entfaltung der geistigen und morali-schen Kräfte blieb dennoch die gezielte Lenkung der Persönlichkeit in ein bestimmtes Wertesystem bestehen. Dieses Wertesystem zielte auf die Beherrschung und Unterwerfung der Umwelt im Sinne des katholischen Glaubens ab. Somit standen Wertentscheidungen für einen durch die Jesuiten erzogenen Menschen nicht zur Diskussion. Eine Alternative zu dem vorgesetzten Wertesystem gab es nicht.

Das Ergebnis der jesuitischen Erziehung war trotzdem kein verformter Mensch, welcher ein willenloses Werkzeug ohne Urteilskraft dargestellt hätte, sondern gerade die religiöse Erziehung trug neben der humanistischen dazu bei, dass die Jesuiten ihre Studenten zur „Selbstbeherrschung erzogen, damit zur Beherrschung ihrer Kraft wie zu bedingungslosem Einsatz dieser Kraft für ein jenseitiges Ideal“57. Gerade darum darf man bei der Erziehung nicht von einer geistlosen Dressur durch die Jesuiten ausgehen. Sie muss vor dem Hinter-grund des Dogmas der katholischen Kirche beurteilt werden, welches einem Auseinander-fallen der Glaubenseinheit entgegenwirken wollte. Durch die humanistischen Bildungside-ale war die jesuitische Erziehung eine Möglichkeit, die auseinander fallenden weltlichen und religiösen Bereiche wieder zusammenzuführen.58 Auch deshalb kann die jesuitische Erziehung zur Zeit Maximilians neben den Bildungsinhalten sowie -methoden als durchaus modern und fortschrittlich angesehen werden, was sich in dem Umstand ausdrückt, dass selbst protestantische Adelssöhne den Jesuiten zur Erziehung anvertraut wurden, wie dies unter anderem böhmische Adlige praktizierten.

Wenn man die Bemühungen der Jesuiten um die Glaubenseinheit vor dem Hintergrund der Dogmen der katholischen Kirche betrachtet, gewinnt noch ein weiterer Aspekt in der jesui-tischen Erziehung an Bedeutung. Mit der anerzogenen Selbstbeherrschung und dem bedin-gungslosen Einsatz der daraus gewonnen Kraft sollte der Mensch in der Lage sein, den „ Militia Christi59 zu leisten. Dieser Kriegsdienst für Gott bestand darin, „den Willen Got-tes zu erkennen und unter allen Umständen und auf jede Gefahr hin zu erfüllen“60. Damit trugen die Jesuiten der konfessionellen und politischen Situation des ausgehenden 16.

Jahrhunderts Rechnung, welche im Zeichen der gegenreformatorischen Bestrebungen durch die Katholiken sowie der zunehmend ablehnenden Haltung der Protestanten gegen-über dem Religionsfrieden stand und nun einen Konflikt zu Tage treten ließ, der bis 1618 stetig wuchs. So entstand durch Erziehung und äußere Situation in der Generation von Ma-ximilian ein neuer Fürstentyp. Diese neue Generation von Entscheidungsträgern war weit-aus dogmatischer und militanter als die ältere, welche sich im Glauben an eine universelle Ordnung, ausgedrückt in der Person des Kaisers, durch Werte der Toleranz auszeichnete.61 „Der Gegensatz zwischen den Männern einer aktiven Politik, die sich von praktischen, politischen Erwägungen leiten ließen, und jenen, deren Respekt für traditionelle Werte sich in der Regel mit dem Glauben an die alte universelle Ordnung verband, dieser Gegensatz wurde immer stärker.“62 Zu dieser neuen Generation gehörten zweifellos Entscheidungs-träger von 1618 wie Ferdinand II., Christian von Anhalt und nicht zuletzt Maximilian, wel-cher den neuen Idealen seiner Generation durch die praktische Herrschaft Ausdruck verlei-hen sollte.

Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten, welche Maximilian in den Ingolstädter Jahren be-einflusst haben, gehörten der angesehenste katholische Theologe seiner Zeit, Gregor von Valencia, und der Jurist und vorherige salzburgische Hofrat Johann Baptist Fickler. Valen-cia war ein Mann, der sich durch seine Bildung, der praktischen Umsetzung dieser als auch durch seine Lehre der Theologie in Ingolstadt von 1575 bis 1597 im Kampf um die katho-lische Sache bewährt hatte.63 In Maximilians Studienjahren wird der Theologe der geistige und geistliche Mentor, vielfache Begleiter und nicht zuletzt Beichtvater des jungen Her-zogs. Darüber hinaus wurde die Wirkung Valencias auf Maximilian noch durch ein enges persönliches Verhältnis gefördert.

Mit Valencia erhält Maximilian einen Eindruck von den Möglichkeiten des Geistes. Bei zahlreichen Gelegenheiten erlebte der zukünftige Herzog, wie Valencia seine Gegner bei Disputationen in die Knie zwang. Überhaupt dürfte die Kontroverstheologie Valencias, welche die Trennungslinien zu den reformatorischen Bekenntnissen herausarbeitete, Maximilian nachhaltig beeinflusst haben. Die religiöse Bestimmtheit eines Mannes, „dem die Alleinverbindlichkeit seiner Religion selbstverständlich war und der aus der Politik der Vorfahren die Defensio fidei et ecclesiae als seine künftige Aufgabe ableitete“64, konnte nicht ohne Auswirkung auf die spätere Herrschaft Maximilians bleiben.

Johann Baptist Fickler, der Praeceptor in den Ingolstädter Jahren, war für Maximilians Ausbildung deshalb so wichtig, weil dessen Unterrichtsinhalte mit dem Gutachten des von Wilhelm V. geschätzten Altöttinger Probst, bayerischen Agenten in Rom und späteren Erzbischof von Zara Minuccio Minucci übereinstimmten. Wie bereits an den Instruktionen Wilhelms V. festgestellt wurde, ging es hierbei vorrangig um eine religiöse und humanisti-sche Erziehung. Da dies Wilhelms V. persönlicher Neigung entsprach, wurde eine Ausbil-dung in den praktischen Kenntnissen eines Regenten nicht berücksichtigt. Gegen dieses Versäumnis wendet sich das Gutachten des Minuccio Minucci.65 Das Gutachten übt deut-lich Kritik an den Erziehungsschwerpunkten Wilhelms V. Nicht einen Gelehrten allein benötige das Herzogtum in dem zukünftigen Regenten, sondern ebenso, oder vielleicht noch mehr einen Mann, der mit den praktischen Gegebenheiten der Staatsführung vertraut ist. Um dies zu erreichen, seien drei Unterrichtsschwerpunkte wichtig, welche sich an der Praxis orientieren sollten. Erstens sollte der Erbprinz Kenntnis vom Rechtswesen erhalten, welche nicht als Vermittlung von Theorie zu verstehen sei, sondern als Empfinden von Gerechtigkeitsliebe sowie der genauen Kenntnis des bayerischen Landrechts. Zweitens sollen die inneren Kräfte des Landes verstanden werden, wozu unter anderem die Kenntnis der Bedürfnisse der Untertanen, der Staatseinkünfte, des Hofes, der Nachbarstaaten und der dynastischen Verbindungen zählen würden. Und drittens käme noch die Kenntnis des Kriegswesens hinzu. Minucci meint weiterhin, wenn diesen Kenntnissen noch die Kenntnis der Geschichte hinzugefügt werden würde, so würde Maximilian zum perfekten Regenten ausgebildet werden.66

Dem Gutachten von Minucci liegt ein modernes Fürstenbild zugrunde, in dem der Fürst auf die um 1600 erforderlichen Situationen der Staatsführung vorbereitet ist und seine herausgehobene Stellung durch Kenntnisse und Tätigkeit zu rechtfertigen weiß.67 Diese Fähigkeiten und Kenntnisse mussten für Maximilian, der, wie noch aufzuzeigen sein wird, mit der Nachfolge im Amt des Herzogs ein schweres Erbe antrat, von unschätzbarem Wert sein. Dennoch ist ungewiss, wann das Gutachten von Municci in der Erziehung von Maximilian Berücksichtigung fand, da das Gutachten undatiert ist. Es ist anzunehmen, dass das Gutachten seit der Zeit in Ingolstadt mit in die Erziehung einfloss, da diese nun mehr nach praktischen Gesichtspunkten ausgerichtet war als bisher.68

Hierbei kommt Johann Baptist Fickler eine besondere Bedeutung zu. Dieser erfüllte durch seine Persönlichkeit, seine Bildung und seiner Neigung zur Geschichte, zur Kultur der An-tike sowie zum Münzwesen die Voraussetzungen, den Erbprinzen nicht nur in die geistige Welt einzuführen, sondern mehr noch auf die praktische Welt eines Regenten vorzuberei-ten. Dass Fickler sich in der praktischen Welt des Rechts, der Verwaltung und somit auch in der Welt der Staaten und ihrer Regenten auskannte, wird aus seinen Tätigkeiten vor In-golstadt ersichtlich. Er trat 1560 nach seinem Studium der Rechte in Ingolstadt und der anschließenden Promotion in Bologna in den Dienst des Erzbischofs von Salzburg. Dort war er als Hofrat und Protonotar mit weltlichen sowie geistlichen Aufgaben des Erzstiftes betraut.69

Fickler war somit einer der neuen bürgerlichen Juristen, welche zur Ausbildung des früh-neuzeitlichen Territorialstaates unerlässlich wurden. Darüber hinaus war er der katholi-schen Sache treu ergeben, was sich in den theologischen Kontroversen widerspiegelte. In seinen zahlreichen Schriften und Manuskripten führte der Kontroverstheologe eine scharfe Abgrenzung zu Andersgläubigen, da sie ihm nicht nur die religiöse, sondern darüber hin-aus auch die staatliche Ordnung gefährdeten.70 Damit war in der Person Ficklers die kon-sequente Bindung an die katholische Religion gegeben, welche eine der Erziehungsmaxi-men bei Maximilian war, wie sie in den Instruktionen zum Ausdruck kommt.

Wie Ficklers Anschauungen im Einzelnen auf Maximilian gewirkt haben, ist nicht nach-weisbar. Trotzdem lassen sich Vermutungen über einige Einflüsse Ficklers anstellen, die in Maximilians späterer Regierungspraxis von Bedeutung waren. So hat er in seinem Buch zur Theorie der Gegenreformation, der Theologia Iuridica, die Haltung gegenüber der Glaubensspaltung zum Ausdruck gebracht. Auffassungen darin, dass die wahre Religion als wesentlicher Bestandteil der staatlichen Autorität gelte und die Protestanten ein aufrüh-rerisches Element seien, weil sie vom rechten katholischen Glauben abfielen, was wieder-um einen Aufruhr gegen die staatliche Autorität darstelle und weshalb sie demnach zur Verantwortung gezogen werden müssten, dürften Maximilian nicht nur mitgeteilt worden sein, sondern auch fruchtbaren Boden bei ihm gefunden haben.71 Ebenso dürfte die Auffas- nenswert bleibt aber dennoch, dass sich seit Johann Baptist Fickler die Ausrichtung der Erziehung an der Praxis zu orientieren scheint. Ebenso erfüllt der aus der Praxis stammende Fickler die Bedingungen zur Um-setzung der Forderungen des Gutachtens durchaus. Seine Berufung mag sich deshalb nach diesen Gesichts-punkten gerichtet haben. sung Ficklers aus seiner Schrift De iure magistratum in subditos et officio subditorium erga magistratus von der Verantwortung des Fürsten vor Gott wie gegenüber seinen Unter-tanen nicht ohne Wirkung auf den jungen Maximilian geblieben sein.72 Das sich Anneh-men des Allgemeinwohls spielte bereits in der bisherigen Erziehung eine Rolle und sollte Maximilian während seiner ganzen Regierung wichtig bleiben, wie auch die späteren Tes-tamente zeigen.

Nun hat der Praeceptor seinen Schüler nicht ausschließlich durch seine verfassten Schriften erzogen und ausgebildet. Entsprechend den Forderungen nach einer praxisnahen Ausbildung bildete das Römische Recht den Hauptgegenstand von Maximilians Jurastudium unter Fickler. Gefestigt wurde dies in Disputationen der Juristenfakultät. Daneben lernte Maximilian ebenfalls das bayerische Landrecht und die Zivilprozessordnung kennen. Ergänzt wurde der Theorieunterricht durch die Teilnahme an Ratssitzungen der Stadt, wodurch dem Anspruch auf Praxisbezug entsprochen wurde.73

Zusätzlich zum Jurastudium war der Praeceptor angehalten, seinem Schüler noch weitere Fächer zu vermitteln. Wichtig war dabei die Ausbildung in Kriegskunde und Artilleriewesen, welche gleichfalls auf die Erfordernisse des Regierens vorbereiten sollte. Darüber hinaus zählten Sprachen wie Französisch und Italienisch als auch Mathematikunterricht zu den weiteren Fächern.74 Und nicht vergessen werden darf, dass Fickler seinen Neigungen entsprechend den Erbprinzen weiterhin in klassischer Literatur unterrichtete. Zur Förderung in der Literatur zählte gleichermaßen die Förderung in der Kunst, was die persönliche Neigung Maximilians für Gemälde und Bildhauerei intensivierte.75

Über die Ausbildung bei dem Praeceptor Fickler hinaus war es ebenso im Sinne des Gut-achtens, dass Maximilian Land und Leute kennen lernte. Mit dem Lösen aus der direkteren Obhut des Vaters während der Jahre im Alten Hof trat Maximilian nun verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Ihm kamen in Ingolstadt bereits einige gesellschaftliche Pflichten eines zukünftigen Regenten zu, die von Beziehungen privater und öffentlicher Natur zu Personen als auch Korporationen getragen waren. Maximilians Radius blieb je-doch nicht nur auf die Ingolstädter Umgebung beschränkt, er besuchte ebenso benachbarte Höfe und ihre Regenten. Bemerkenswert ist, dass darunter der Besuch des protestantischen Pfalzgrafen von Neuburg war, was allerdings ohne nennenswerten Einfluss auf Maximilian blieb.76

Zu den Ingolstädter Beziehungen Maximilians zählte weiterhin die Bekanntschaft mit sei-nem Vetter Erzherzog Ferdinand von Steiermark, dem späteren Kaiser. Dieser war in die Obhut Wilhelms V. gegeben worden und studierte von 1590 bis 1595 in Ingolstadt. Es ist nicht ganz eindeutig, welche Art von Beziehung zwischen den beiden jungen Männern bestand. Statt von einer engen persönlichen Beziehung auszugehen, muss wohl eher ein höflicher und respektvoller Umgang der beiden miteinander angenommen werden. Ein Streit der beiden Prinzen um den Vortritt im Kirchenstuhl, wobei Ferdinand als Erzherzog gegenüber Maximilian als Herzog den Vorrang beanspruchte, hat mit zu der förmlichen Beziehung beigetragen. Hier spielten nicht nur charakterliche Unterschiede eine Rolle, sondern auch schon territorialpolitische Interessen und dynastisches Selbstverständnis. Den Hintergrund für den Streit der beiden jungen Männer lieferte der zu dieser Zeit geführte Konflikt zwischen Bayern und Österreich um den ersten Platz auf der weltlichen Reichs-fürstenbank. Wilhelm V. beanspruchte für die bayerischen Wittelsbacher die Ranggleich-heit mit den österreichischen Erzherzögen, was von seinem starken dynastischen Selbst-verständnis getragen war und weshalb er den Titel „Durchlaucht“ angenommen hatte.77 Der sich hier im Kleinen und Großen darstellende Gegensatz zwischen Bayern und Öster-reich war keineswegs neu. Die daraus resultierende Konkurrenz zwischen den beiden Häu-sern blieb Maximilian trotz gewisser politischer, konfessioneller und dynastischer Gemein-samkeiten stets gegenwärtig, was sich in seiner Reichspolitik zeigen sollte. Dennoch war in Ingolstadt zwischen den beiden späteren Regenten, dem Herzog von Bayern und dem Kai-ser, ein Grundstein in der Beziehung gelegt worden, der nicht ohne Einfluss auf die kom-mende Politik bleiben sollte.78

3.2. Die Testamente Maximilians - Selbstverständnis und Herrscherbild

Aus der Darlegung der Erziehungsgeschichte Maximilians wird bereits ersichtlich, dass seine intensive sowie richtungsweisende Erziehung und Ausbildung nicht ohne Einfluss auf ihn als späteren Regenten, damit aber auch auf sein Selbstverständnis sowie Herrscherbild bleiben konnte. Dennoch wäre es zu minimalistisch gedacht, dies als einzige Voraussetzung anzusehen, aus der sich eine Gestalt wie Maximilian beurteilen lässt. Nicht weniger als seine Kinder- und Jugendjahre haben den Herzog von Bayern seine praktischen Aufgaben als Regent geformt.

Die Summe beider Voraussetzungen sowie ihre Bedeutung für das Selbstverständnis und Herrscherbild Maximilians manifestiert sich in den späteren Testamenten.79 Hierzu zählen erstens die Monita Paterna von 1639, die vom Jesuitenpater und Beichtvater Maximilians Johannes Vervaux verfassten väterlichen Ratschläge an den Sohn Ferdinand Maria.80 Wei-terhin gibt es eine Serie von testamentarischen Verfügungen aus den letzten Jahren Maxi-milians, welche die Unruhe eines Regenten mit einem minderjährigen Nachfolger wider-spiegeln. Daraus sind die Treuherzigen V ä terlichen Lehrst ü cke als besonders ergiebige Quelle hervorzuheben. Diese wurden vom Hofkammerpräsidenten Johann Mandl ver-fasst.81 Ein Blick auf die Funktion und Tätigkeit der beiden Verfasser verdeutlicht die un-terschiedlichen Schwerpunkte der Testamente. Während in den Monita Paterna ein Herr-schaftsideal gezeichnet wird, wie es nicht zuletzt von Maximilian selbst empfunden wurde, sind die Treuherzigen V ä terlichen Lehrst ü cke mehr das Vermächtnis einer erfolgreichen Regierungspraxis.

Bei aller unterschiedlicher Akzentuierung sind beiden Testamenten die Anschauungen Maximilians von Staat und Gesellschaft, Fürst und Dynastie sowie Politik und Konfession zu entnehmen. Diese Anschauungen in den Testamenten sind als ein Gemisch zu verste-hen, welches sich aus den Einflüssen der Zeit als Erbprinz und der des amtierenden Her-zogs zusammensetzt. Als Beweis dafür, dass ersteres für die Testamente und damit auch für das Selbstverständnis sowie Herrscherbild Maximilians immer noch eine wesentliche Rolle gespielt hat, können die Instruktionen des späteren Kurfürsten Maximilian an den Hofmeister und den Praeceptor seines Sohnes Ferdinand Maria vom 1. Dezember 1646 gelten. In ihnen übernahm Maximilian das Grundgerüst der Erziehungsinstruktionen seines Vaters mit nur geringen Abweichungen.

[...]


1 So der Titel des Buches von Press, Volker: Kriege und Krisen. Deutschland 1600 - 1715 (Neue Deutsche Geschichte, Bd. 5). München 1991.

2 Vgl. Evans, Robert J.W.: Rudolf II. Ohnmacht und Einsamkeit. Graz, 1980, S. 15; 35 f.

3 Siehe eingehend zu den Bemühungen Maximilians um die Unterstützung Spaniens und des Papstes sowie deren Reaktionen Albrecht, Dieter: Maximilian I. von Bayern 1573-1651. München 1998, S. 419 ff.

4 Hier wird hauptsächlich Parker, Geoffrey: Der Dreissigjährige Krieg. Frankfurt a.M.; New York 1991 zugrunde gelegt, der Ursachen für den Krieg in den letzten drei Jahrzehnten davor recht ausführlich aufarbei-tet. Jedoch bleiben einige Stellen zu überprüfen, wenn er unter anderem auf S. 94 davon ausgeht, dass Maxi-milian eine Unterstützung Erzherzog Leopolds im Erbstreit von Jülich-Kleve befürwortet hätte. Auf weitere Gesamtdarstellungen zu den Ursachen des Dreißigjährigen Krieges kann aufgrund der umfangreichen Dar-stellungen in den Biographien zu Maximilian I. von Albrecht, Dieter: Maximilian I. von Bayern 1573-1651. München 1998 sowie Kraus, Andreas: Maximilian I., Bayerns großer Kurfürst. Graz, Wien, Köln 1990 ver-zichtet werden.

5 Dotterweich, Helmut: Der junge Maximilian. Biographie eines bayerischen Prinzen. München 1980.

6 Lanzinner, Maximilian: Fürst, Räte und Landstände. Die Entstehung der Zentralbehörden in Bayern 1511-1598, Göttingen 1980.

7 Dollinger, Heinz: Studien zur Finanzreform Maximilians I. von Bayern in den Jahren 1598-1618. Ein Bei-trag zur Geschichte des Frühabsolutismus, (Schriftenreihe der Historischen Kommission 8), Göttingen 1968.

8 Dollinger, Heinz: Kurfürst Maximilian I. von Bayern und Justus Lipsius. Eine Studie zur Staatstheorie eines frühabsolutistischen Herrschers, in: Archiv für Kulturgeschichte 46 (1964) S. 227-308.

9 Stieve, Felix: Der Ursprung des Dreißigjährigen Krieges 1607-1619, Bd. 1; Der Kampf um Donauwörth, München 1875.

10 Breitling, Rudolf: Der Streit um Donauwörth. in: ZBLG 2 (1919), 275-298.

11 Ritter, Moritz: Geschichte der deutschen Union 1598-1612. Bd. 2, Schaffhausen 1867-1873; Ders.: Der Ursprung des Restitutionsedikts. in: HZ 76 (1896), 62-102.

12 Neuer-Landfried, Franziska, Die katholische Liga. Gründung, Neugründung und Verfassung eines Sonderbundes 1608-1620, Kallmünz/Opf. 1968.

13 Altmann, Hugo: Die Reichspolitik Maximilians I. von Bayern 1613-1618. München, Wien 1978.

14 Heydenreuter, Reinhard: Finanz- und Verwaltungsreform unter Herzog und Kurfürst Maximilian I. In: ZBLG 65, Heft 1, (2002), S. 101- 122; Ders.: Die Behördenreform Maximilians I. In: Glaser, Hubert (Hg.): Um Glauben und Reich. Kurfürst Maximilian I., Bd. 2 (Wittelsbach und Bayern, II/1 u. 2), München, Zürich 1980.

15 Gotthard, Axel: Maximilian und das Reich. In: ZBLG 65, Heft 1, (2002), S. 35-68; Gotthard, Axel: Protestantische „Union“ und Katholische „Liga“ - Subsidiäre Strukturelemente oder Alternativentwürfe? In: Press, Volker (Hrsg.): Alternativen zur Reichsverfassung in der frühen Neuzeit? München 1995.

16 Immler, Gerhard: Quellen und Quelleneditionen zur Epoche Maximilians I. In: ZBLG 65, Heft 1, (2002), S. 25- 34.

17 Schmidt, Friedrich: Die Geschichte der Erziehung der Bayerischen Wittelsbacher von der frühesten Zeit bis 1750. In: MGP 14, Berlin 1892.

18 Zu den genealogischen Zusammenhängen zwischen den bayerischen Herzögen und anderen katholischen Geschlechtern Europas sowie den daraus resultierenden Problemen siehe ausführlicher Kraus, Andreas: Maximilian I. Bayerns großer Kurfürst. Graz, Wien, Köln 1990, S. 21 f. Vergleiche zu Anlagen und Persönlichkeit Rudolfs II. auch Evans, Robert J.W.: Rudolf II. Ohnmacht und Einsamkeit. Graz 1980.

19 Siehe zu den Anlagen Kraus: Maximilian I., S. 23.

20 Ebenda 27.

21 Zu den Umständen und Dienern im Alten Hof siehe Dotterweich, Helmut: Der junge Maximilian. Biographie eines bayerischen Prinzen, München 1980, S. 44 f.

22 Ebenda S. 45.

23 Zu Peträus siehe auch Albrecht, Dieter: Maximilian I. von Bayern 1573-1651. München 1998, S. 92 f sowie Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 45 ff.

24 Albrecht: Maximilian, S. 93 hält die Gründe Wilhelms V. für die Einstellung Peträus für nicht nachweisbar. Dagegen geht Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 45 f davon aus, dass ein Grund in der Verbindung Peträus zum Prager Erzbischof und damit zu einem energischen Kämpfer für die Gegenreformation liegt. Dotterweich legt weiterhin auf S. 149 Anm. 16 dar, wie Wilhelm V. Peträus kennen gelernt haben könnte.

25 So schreibt selbst Maximilian noch im Testament von 1641, dass die Pfälzer die Kurwürde „durch unzimbliche gewaltettige anmaßung“ von Karl IV. erhalten hätten. Siehe dazu Albrecht: Maximilian, S. 43.

26 Um diese Schlussfolgerung zu belegen, bedarf es allerdings einer eingehenderen Untersuchung zur Person des Peträus, die weder von Dotterweich noch von Albrecht geleistet wird.

27 Siehe zum Zusammenhang des Erlernens der böhmischen Sprache und einer möglichen Rangerhöhung Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 90 f.

28 Ebenda S. 45 f.

29 Siehe dazu Albrecht: Maximilian, S. 93.

30 Siehe dazu Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 50 sowie Albrecht: Maximilian, S. 93. 1584 wurde die Instruktion erneuert und überarbeitet, da nun Maximilians Bruder Philipp, welcher für den geistigen Stand bestimmt war, ebenso der Erziehung und Ausbildung von Peträus und Schlüderer von Lachen übergeben wurde. Zusätzlich zu einer gemeinsamen Instruktion für den Hofmeister und den Praeceptor verfasste Wilhelm V. jeweils eine gesonderte Instruktion für beide. Die gemeinsamen und gesonderten Instruktionen von 1584 sind zu finden bei Schmidt, Friedrich: Die Geschichte der Erziehung der Bayerischen Wittelsbacher von der frühesten Zeit bis 1750. In: MGP 14, Berlin 1892, S. 27 - 52.

31 Albrecht: Maximilian, S.93.

32 Zur Übereinstimmung mit Erasmus von Rotterdam als auch anderen Pädagogen der Zeit siehe Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 53 f.

33 Ebenda S. 55 f.

34 Ebenda S. 52.

35 Schmidt: Erziehung, S. 41.

36 Siehe Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 66.

37 Schmidt: Erziehung, S.28.

38 Ebenda 30; 32.

39 Siehe Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 67.

40 Zum vorgeschriebenen Tagesablauf siehe Schmidt: Erziehung, S. 34 ff.

41 Siehe zum Tagesablauf Maximilians, den einzelnen religiösen Übungen als auch der verwendeten religiösen Literatur ausführlich Albrecht: Maximilian, S. 95 ff und Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 67 ff.

42 Vgl. Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 54 f.

43 Siehe dazu Albrecht: Maximilian, S. 99 sowie Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 55. Dotterweich geht dann weiterhin auf den Widerspruch zwischen Gelehrsamkeit und Frömmigkeit ein, wobei er zu dem Schluss kommt, dass der Widerspruch dadurch aufgehoben wird, indem die Gelehrsamkeit zur Frömmigkeit führt.

44 Siehe zu den humanistischen Bildungszielen Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 76.

45 Schmidt: Erziehung, S. 37.

46 Ebenda 36.

47 Ebenda 37.

48 Ebenda 37.

49 Vgl. zu den von Wilhelm V. gemeinten Autoren auch Dotterweich: Der junge Maximilian, S.78 f.

50 Schmidt: Erziehung, S. 48.

51 Vgl. zur Position Wilhelms V. die Instruktionen bei Schmidt: Erziehung, S. 52, Anm. 1.

52 Vgl. zur gelesenen klassischen Literatur Albrecht: Maximilian, S. 99.

53 Ebenda 98.

54 Siehe zur Anlehnung Maximilians Unterricht an die Jesuitenschulen Dotterweich: Der junge Maximilian,

S. 80. Zur Darlegung des unteren Schulsystems der Jesuiten siehe Dotterweich, S. 76 f.

55 Zu einer kurzen Geschichte Universität Ingolstadt und der Rolle der Jesuiten siehe Albrecht: Maximilian, S. 102 f sowie Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 108 f.

56 Vgl. Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 110.

57 Kraus: Maximilian I., S. 28.

58 Siehe Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 77.

59 Kraus: Maximilian I., S. 27.

60 Ebenda S. 27.

61 Siehe Evans: Rudolf II., S. 35 f.

62 Ebenda S. 15.

63 Siehe zur Biographie und Bedeutung Gregor von Valencias Albrecht: Maximilian, S. 104 und Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 111 ff.

64 Albrecht: Maximilian, S. 104.

65 Zu Minuccio Minucci und zur Entstehung sowie den Inhalten des Gutachtens siehe Albrecht: Maximilian, S. 101 f, Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 60 und Kraus: Maximilian I., S. 25 f.

66 Siehe zu den Forderungen von Minucci detailliert Albrecht: Maximilian, S 101 f.

67 Ebenda 102.

68 Albrecht: Maximilian, S. 102 geht davon aus, dass es ungewiss ist, ob das Gutachten überhaupt Beachtung fand und nicht derartige Unterrichtsgegenstände ohnehin ins Programm genommen worden wären. Erwäh-

69 Zu Herkunft und Lebensweg Johann Baptist Ficklers siehe Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 116 ff und Albrecht: Maximilian, S.104 f.

70 Siehe zur Kontroverstheologie Ficklers Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 120 ff und Albrecht: Maximilian, S. 105. Dotterweich geht dabei weiterhin auf die Gründe von Ficklers Auffassungen ein, welche wohl in Jungenderlebnissen zu suchen sind.

71 Siehe dazu Kraus: Maximilian I., S. 28.

72 Siehe zum Einfluss der Schrift Ficklers Albrecht: Maximilian, S. 105.

73 Siehe zur Juraausbildung Maximilians Albrecht: Maximilian, S. 106 sowie Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 114 f.

74 Siehe Albrecht: Maximilian, S. 107.

75 Ebenda 107.

76 Zu den gesellschaftlichen Pflichten und den Reisen Maximilians in der Ingolstädter Zeit siehe Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 97-102.

77 Zur Beziehung der Prinzen in Ingolstadt und den Umständen des Streits siehe Albrecht: Maximilian, S. 108 f und Dotterweich: Der junge Maximilian, S. 95 ff.

78 Von einem späteren Einfluss geht Kraus: Maximilian I., S. 29 aus. Albrecht und Dotterweich sehen diese Vermutung ebenfalls, obwohl auch sie diese nicht explizit nachweisen.

79 Zu den Testamenten siehe unter anderem Albrecht, Dieter: Die Testamente Kurfürst Maximilians I. von Bayern. In: ZLBG 58 (1995), S.235-260. Der Aufsatz ist ebenfalls gedruckt in der bereits erwähnten Biogra-phie zu Maximilian von Dieter Albrecht. Weiterhin geht Kraus: Maximilian I. in seinem Kapitel zum Regie-rungsprogramm Maximilians auf die Testamente ein, wobei dies wesentlich themenorientierter ist als bei Albrecht. Zu den Monita Paterna und den Treuherzigen V ä terlichen Lehrst ü cken im Wortlaut siehe Schmidt: Erziehung, S. 102-150.

80 Zur Entstehungsgeschichte der Monita Paterna und ihrer Verbreitung siehe Albrecht: Testamente, S. 242 f.

81 Siehe zu den verschiedenen Testamenten der letzten Jahre Albrecht: Testamente, S. 255 ff.

Details

Seiten
110
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638268837
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v23857
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Historisches Institut
Note
1,8
Schlagworte
Bayern Maximilian Vorabend Dreißigjährigen Krieges

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Bayern unter Maximilian I. am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges