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Rechtsformen von Profifußballklubs. Eine ökonomische Betrachtungsweise

Diplomarbeit 2004 143 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Themenabgrenzung

2 Rahmenbedingungen des Fußballmarkts
2.1 Übersicht zum europäischen Fußballmarkt
2.2 Rechtliche Historie in Deutschland
2.3 Aktuelle wirtschaftliche Situation der Fußballklubs in Deutschland
2.4 Probleme der Fußballklubs
2.4.1 Überinvestitionen
2.4.2 Rechtliche Veränderungen am Beispiel des „Bosman-Urteils“
2.4.3 Spezielle Risiken von Fußballunternehmen
2.4.3.1 Verletzungsgefahr
2.4.3.2 Kurze Nutzungsdauer von Fußballspielern
2.4.3.3 Qualitätsschwankungen
2.4.4 Kospezifität

3 Vergleich von Fußballvereinen und Fußballkapitalgesellschaften anhand ausgewählter Kriterien
3.1 Zielsystem
3.1.1 Finanzwirtschaftliche und Leistungswirtschaftliche Ziele
3.1.2 Zielkomplementarität
3.1.3 Zielkonflikt
3.1.4 Rangordnung der Ziele bei Fußballvereinen und Fußballkapital-gesellschaften
3.1.5 Auswirkungen des Zielsystems auf Fußballvereine und Fußballkapitalgesellschaften
3.2 Finanzierung
3.2.1 Innenfinanzierung der deutschen Clubs
3.2.1.1 Zuschauereinnahmen
3.2.1.2 TV-Übetragungsrechte
3.2.1.3 Merchandising-Erlöse
3.2.1.4 Sponsoringerlöse
3.2.1.5 Zwischenfazit
3.2.2 Außenfinanzierung deutscher Klubs
3.2.2.1 Ausschluss bestimmter Finanzinvestoren
3.2.2.2 Mittelzufluss durch neue Eigenkapitalgeber
3.2.2.3 Fan-Investoren als Eigenkapitalgeber
3.2.2.4 Aufnahme von Fremdkapital
3.2.2.4.1 Bankkredite
3.2.2.4.2 „Fan-Kredite“
3.2.2.4.3 Ausgabe von Anleihen
3.2.3 Zusammenfassung: Auswirkungen der Finanzierungsmöglichkeiten auf Vereine und Kapitalgesellschaften
3.3 Haftung
3.3.1 Funktion des Mindestkapitals bei Kapitalgesellschaften
3.3.2 Principal-Agent-Theorie und „Moral Hazard“
3.3.3 Haftung der Geschäftsführung bei Vereinen und Kapitalgesellschaften
3.3.4 Haftung von Mitgliedern eines Vereins und Gesellschaftern einer Kapitalgesellschaft
3.3.5 Zwischenfazit
3.4 Organisation
3.4.1 Organisationsstruktur eines Fußballvereins
3.4.2 Struktur eines modernen Bundesligavereins
3.4.3 Probleme ehrenamtlicher Führungsarbeit
3.4.4 Defizite der Vereinsstruktur
3.4.5 Struktur einer Fußballkapitalgesellschaft
3.4.6 Aufbau eines strategischen Risikomanagementsystems
3.4.6.1 Risikoanalyse
3.4.6.2 Risikoabsicherung
3.5 Zusammenfassende Beurteilung

4 Untersuchung und Bewertung der verschiedenen Klubverfassungen
4.1 Derzeitige Verteilung der Rechtsformen in der Fußball-Bundesliga
4.2 Vergleich der nicht börsennotierten Kapitalgesellschaftsformen
4.2.1 GmbH
4.2.2 AG
4.2.3 KGaA
4.2.4 GmbH & Co. KGaA
4.2.5 Zusammenfassende Beurteilung
4.3 Börsennotierte Fußballkapitalgesellschaften
4.3.1 Börsenreife
4.3.2 Vorteile eines Börsengangs
4.3.2.1 Ausbau der Wettbewerbspostion
4.3.2.2 Verbreiterung der Eigenkapitalbasis
4.3.2.3 Image und Marketing - Vorteile durch ein Going Public?
4.3.2.4 Aufbau eines Aktienoptionsprogramms
4.3.2.4.1 Voraussetzung für Aktienoptionsprogramme
4.3.2.4.2 Stock Options für Führungskräften
4.3.2.4.3 Stock Options für Spieler
4.3.3 Nachteile eines Börsengangs
4.3.3.1 Identitätsverlust bzw. Entfernung von der Fanbasis
4.3.3.1.1 Fan-Spieler vs. Söldner-Spieler
4.3.3.1.2 Söldner-Geschäftsführung
4.3.3.2 Einflussverlust des Muttervereins
4.3.3.3 Die Offenlegungspflichten börsennotierter Klubs – ein Nachteil?
4.3.3.4 Einmalige und laufende Kosten durch einen Börsengang
4.3.3.5 Verlust der sportlichen Ausgeglichenheit der Liga?
4.3.4 Beurteilung der Vor- und Nachteile eines Going Public

5 Ausblick

Anhang
I Lizenzierungsverfahren der DFL für die Saison 2003/
II Vergleich der Kursentwicklung von Manchester United und des Euro STOXX
III UEFA-Fünf-Jahres-Wertung
IV Rekordablösesummen im Weltfußball
V Zuschauerstatistik der ersten Bundesliga in der Saison 2002/
VI Zuschauerentwicklung in der ersten Bundesliga seit Einführung
VII Rechtsformen der Bundesligaklubs Stand
VIII Typische ABS-Struktur bei Besicherung mit stadionnahen Einnahmen
IX Stadiongröße und Besitzverhältnisse der Klubs aus der ersten Bundesliga
X Stadiongröße und Besitzverhältnisse der Klubs aus der zweiten Bundesliga

Quellenverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellungsverzeichnis

Abbildung 1: Spezielle Risiken auf dem Fußballmarkt

Abbildung 2: Wichtige Finanzierungsmöglichkeiten von Fußballklubs

Abbildung 3: Hauptsäulen der Innenfinanzierung

Abbildung 4: Umsatzerlöse der Klubs der ersten Fußball-Bundesliga in der Saison 1999/2000

Abbildung 5: Zuschauerstatistik der ersten Fußball-Bundesliga von 1993 – 2003

Abbildung 6: TV-Gelder pro Tabellenplatz in der Saison 2003/2004

Abbildung 7: Innerbetriebliche Aufbauorganisation eines Gesamtvereins

Abbildung 8: Kompetenzregelung innerhalb der Aufbau- und Ablauforganisation eines Modell-Fußballvereins mit Lizenzspielerabteilung

Abbildung 9: Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung in eine neue Fußballkapitalgesellschaft

Abbildung 10: Ausgewählte Versicherungsoptionen von Bundesligaklubs

Abbildung 11: Verteilung der Rechtsformen unter den 36 Profiklubs in Deutschland

Abbildung 12: Verteilung der Rechtsformen in der ersten Bundesliga

Abbildung 13: Verteilung der Rechtsformen in der zweiten Bundesliga

Abbildung 14: Aufbauorganisation und Beteiligungsstruktur der GmbH & Co. KGaA

Abbildung 15: Ablauforganisation einer Fußball-GmbH & Co. KGaA

Tabelle 1: Mögliche finanzwirtschaftliche und leistungswirtschaftliche Ziele einer Lizenzspielerfußballabteilung

Tabelle 2: Hauptsponsoren in der Fußball-Bundesliga Saison 2003/2004

Tabelle 3: Grundlegende Unterschiede zwischen Profifußballvereinen und Fußballkapitalgesellschaften

Tabelle 4: Vergleich der Fußballkapitalgesellschaftsformen aus Sicht des Kapitalmarkts

Tabelle 5: Vergleich der Fußballkapitalgesellschaftsformen aus Sicht der Bundesligaklubs

Tabelle 6: Bewertung der Vorteile eines Börsengangs

Tabelle 7: Bewertung der Nachteile eines Börsengangs

1 Einleitung

Während der letzten 40 Jahre hat sich der professionelle Fußballsport zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Derweil Eintracht Braunschweig 1973 als erster Fußballklub durch die Firma „Jägermeister“ als Trikotsponsor 150.000 Euro einnahm und damit „Ligakrösus“ war,[1] erhält der FC Bayern München in der Saison 2003/2004 ca. 16 Mio. Euro von seinem Hauptsponsor „Telekom AG“.[2] Trotz dieser enormen Einnahmesteigerungen hört man aus der Fußballbranche immer wieder erschreckende Meldungen. Viele Fußballprofiklubs befinden sich wirtschaftlich gesehen in einer Art Dauerkrise.[3] Dabei bilden Meldungen wie die Fast-Pleite Kaiserslauterns und die drohende Insolvenz Lazio Roms nur die Spitze des Eisbergs. Der Finanzbedarf deutscher Profiklubs ist durch hohe Personalausgaben, insbesondere Spielergehälter und Ablösesummen für Spieler, enorm angestiegen. Trotz dieser stark gestiegenen wirtschaftlichen Tätigkeit der Profiklubs firmieren viele Klubs noch immer als eingetragene Vereine (e. V.).

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Die Klubs der Fußball-Bundesliga haben Probleme bei der Finanzierung von guten Spielern, weil sie mit finanzkräftigeren Klubs aus Spanien, England, Italien konkurrieren müssen. Außerdem verschlechtert sich die Eigenkapitalquote durch die Aufnahme von Fremdkapital. Die Ursache für diese Probleme liegt zum einen in dem branchentypischen Problem, vornehmlich mit risikobehafteten Humankapital zu arbeiten. Eine zweite Ursache ist oftmals aber auch in Verfassungsdefiziten der Klubs, sprich ihrer Rechts- und Wirtschaftsform, begründet. Diese daraus resultierenden verhaltensbedingten Risiken sind verantwortlich für extrem hohe (Spieler-)Ausgaben und Vorbehalte der Investoren, Kapital für eine Spielerinvestition aufzubringen.

Ziel dieser Arbeit ist es daher, die Klubverfassungen auf ihren wirtschaftlichen Nutzen hin zu überprüfen und darauf aufbauend sollen den Klubs Lösungsvorschläge unterbreitet werden. Mit Hilfe der unterschiedlichen Rechtsformen lassen sich Lösungskonzepte für die angesprochenen Defizite erarbeiten, die allerdings auch ihrerseits Probleme aufwerfen können. Daher ist es notwendig, die Risiken und Chancen der rechtlichen und wirtschaftlichen Gestaltungsformen gegeneinander abzuwägen.

1.2 Gang der Untersuchung

Nach dem einleitenden Kapitel befasst sich das zweite Kapitel mit der Ausgangslage der Profiklubs in Deutschland. Des Weiteren werden einige Probleme der Fußballunternehmen und ihre Folgen vorgestellt, welche die Grundlage für die weiteren Untersuchungen bilden. Im dritten Kapitel folgt der Vergleich des eingetragenen Vereins mit einer Fußballkapitalgesellschaft. Dabei werden exemplarisch vier entscheidende Kriterien untersucht. Den Schwerpunkt nimmt hierbei gemäß der bereits erläuterten Problemstellung das Merkmal der Finanzierung ein. In diesem Kapitel wird, um die Übersicht zu wahren, noch nicht auf die spezifischen Kennzeichen der einzelnen Rechtsformen eingegangen. Im vierten Kapitel werden dann Besonderheiten sowohl der einzelnen Rechtsformen als auch eines Börsengangs erörtert. Hierbei werden die Vor- und Nachteile bewertet und Lösungsvorschläge für die Fußballunternehmen unterbreitet. Dies geschieht unter anderem mit der Hilfe standardisierter Interviews, die mit Klubvertretern geführt wurden. Schließlich folgt im letzten Kapitel ein Ausblick, in dem eine alternative Finanzierungsquelle, in Form der ABS-Transaktion, vorgestellt wird.

Um die Begriffe des „Fußballvereins“, der „Fußballkapitalgesellschaft“, des „Fußballunternehmens“ und des „Fußballklubs“ eindeutig abzugrenzen, gilt in dieser Arbeit folgendes Prinzip: Der Begriff des „Fußballvereins“ wird im herkömmlichen und nicht im volkstümlichen Sinn verwendet. Er kennzeichnet also die Rechtsform des eingetragenen Vereins (e. V.). Genauso wird der Begriff Fußballkapitalgesellschaft nur für eine Kapitalgesellschaft verwandt. Falls keine ausdrückliche Unterscheidung gewollt ist, wird auf die Begriffe Fußballklub und Fußballunternehmen zurückgegriffen.

1.3 Themenabgrenzung

Obwohl es neben der Rechtsformwahl der Klubs noch andere Kriterien gibt (z. B. Aufbau der Liga, Transferentschädigungssystem), die ein erfolgreiches Fußballunternehmen ausmachen, beschränkt sich diese Arbeit angesichts der besonderen Relevanz auf die Analyse der Gesellschaftsformen.

Außerdem wird nur der deutsche Berufsfußball untersucht. Ein Vergleich mit anderen europäischen Ligen und Klubs dient der besseren Einordnung der deutschen Klubs.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der wirtschaftlichen Betrachtungsweise. Rechtliche Fragen werden nur in den Punkten (z. B. Bosman-Urteil) behandelt, wo sie die ökonomischen Gebiete tangieren. Die „abwicklungstechnischen“ Fragen der Ausgliederung einer Fußballkapitalgesellschaft sowie das Emissionskonzept eines Börsengangs werden dagegen nicht untersucht. Vielmehr konzentriert sich die Arbeit auf die Frage, welches Verfassungsdesign überhaupt sinnvoll erscheint.

2 Rahmenbedingungen des Fußballmarkts

Im Folgenden wird sowohl das rechtliche als auch das wirtschaftliche Umfeld auf dem europäischen Fußballmarkt betrachtet. Dies dient zur Einordnung des deutschen Fußballmarkts innerhalb Europas. Auch werden einige unterschiedliche, spezifische Problemfelder von Fußballklubs angesprochen. Damit wird deutlich, dass Fußballklubs spezielle Risiken tragen, die eine branchenspezifische Betrachtungsweise notwendig machen. So können Fußballunternehmen nur in Kooperation miteinander überleben, weil sie über einem Ligawettbewerb ihre Erlöse generieren. Dennoch stehen sie gleichzeitig in einem Konkurrenzkampf, der kaum in einer anderen Branche erreicht wird.

2.1 Übersicht zum europäischen Fußballmarkt

Derzeit werden 36 Aktien von Fußballunternehmen aus sieben Ländern - Großbritannien, Italien, Dänemark, Niederlande, Portugal, Türkei und Deutschland - an den Börsen Europas gehandelt.[4] Von diesen Unternehmen notieren aktuell nur drei Aktien über ihrem Ausgabepreis - eine bedenkliche Negativbilanz. Die jüngsten Fußballkapitalgesellschaften, die den Schritt an die Börse trotz eines immer noch schwierigen Marktumfeldes gewagt haben, sind mit Juventus Turin, Besiktas und Galatasaray Istanbul bekannte Marken im Fußballgeschäft.[5] Weitere bekannte börsennotierte Klubs, auf die im weiteren Verlauf der Arbeit nicht genauer eingegangen wird, sind z. B. Celtic Glasgow, Bröndby Kopenhagen, Ajax Amsterdam oder der FC Porto. Im Folgenden werden die drei Topligen des europäischen Auslands - England, Italien und Spanien - ausführlich vorgestellt:

In England, sind alle Profiklubs der ersten drei Ligen als Kapitalgesellschaften entweder in der Form der „Private Limited Company (Ltd.)“ - gleichzusetzen einer deutschen GmbH - oder in der Form der „Public Limited Company (PLC)“, dem Pendant zur deutschen AG, organisiert. Auch in Sachen Going Public ist England Spitzenreiter. Derzeit sind 21 Fußballunternehmen in England börsennotiert und natürlich stammt auch der erste Börsengang einer Fußballkapitalgesellschaft aus dem Mutterland des Fußballs.[6] Im Oktober 1983 betrat Tottenham Hotspur das Parkett der Londoner Börse.[7] Auch der mit Abstand größte Erfolg eines Going Public`s von Fußballunternehmen ist in England zu finden. Sowohl wirtschaftlich, sportlich als auch in der Aktienkursentwicklung ist Manchester United das herausragende Beispiel für einen erfolgreichen Börsengang. So kann der Klub wirtschaftlich eindrucksvolle Bilanzen vorzeigen, die globale Verzweigungen bis in den asiatischen Markt nachweisen. Sportlich gesehen ist Manchester United mit 9 nationalen Titeln in den letzten 10 Jahren und dem Gewinn der Champions League ebenfalls eine renommierte Adresse in Europa. Die Aktienkursentwicklung ist die Erfolgreichste eines Fußballklubs und übertrifft auch den Euro Stoxx 50 klar.[8]

In Italien sind die Klubs bereits seit 1966 Kapitalgesellschaften. Auch die Pläne für ein Going Public existieren bereits seit einigen Jahren. Schließlich betrat Lazio Rom im Mai 1998 als erster italienischer Fußballklub das Mailänder Parkett. Insgesamt sind drei Klubs aus der Serie A, der höchsten Spielklasse Italiens, börsennotiert, neben Lazio Rom sind das der AS Rom und Juventus Turin.[9] Die Börsengänge beider römischen Klubs sind differenziert zu bewerten. Sportlich gesehen haben sich beide Vereine durch teure, namhafte Spielerzugänge in der Spitze etablieren können. Wirtschaftlich gesehen stehen aber beide Klubs vor dem Ruin. Dies wurde im Lizenzierungsverfahren 2002/2003 deutlich, als beiden Klubs die Lizenz entzogen wurde und erst im letzten Moment die Spielgenehmigung wieder erteilt wurde. Insgesamt muss dem italienischen Profifußball wirtschaftlich ein schlechtes Zeugnis ausgestellt werden. Durch die höchste Personalaufwandsquote aller Topligen Europas von durchschnittlich 75 % steht die Liga vor dem finanziellen Kollaps.[10] Mit dem AC Florenz musste im Jahr 2002 eine „Topadresse“ des italienischen Fußballs Insolvenz anmelden.[11] Darüber hinaus verzögerte sich der Ligastart in der laufenden Spielzeit 2003/2004 aufgrund eines Streiks wegen der Verteilung der dezentral vermarkteten Fernsehrechte um einige Wochen. Es sind also einschneidende Restrukturierungsmaßnahmen dringend notwendig.

In Spanien sind die meisten Fußballklubs aufgrund einer staatlichen Verordnung in Kapitalgesellschaften umgewandelt worden. Voraussetzung für einen Börsengang ist aber, dass mindestens drei Jahresabschlüsse offengelegt werden müssen, bevor ein IPO möglich ist. Da dies bisher kein Klub gemacht hat, ist auch in naher Zukunft nicht mit einem Börsengang einer spanischen Fußballkapitalgesellschaft zu rechnen. Wirtschaftlich gesehen stellt die hohe Verschuldungsquote der etablierten Fußballklubs, wie Real Madrid oder FC Barcelona, ein Problem dar.[12]

2.2 Rechtliche Historie in Deutschland

Während im europäischen Ausland, insbesondere im Mutterland des Fußballs England zahlreiche Fußballklubs den Schritt in neue rechtliche Organisationsformen längst vollzogen haben und seit langem die Wertentwicklung von Fußballunternehmen auf Kurszetteln ablesbar ist, hielt man in Deutschland bis 1998 am Idealbild aktiver, sportlich interessierter Menschen - dem eingetragenen gemeinnützigen Verein - als einzig zulässiger Organisationsform für das „Unternehmen Fußball“ fest.[13]

Sowohl der wirtschaftliche Druck - der deutsche Vereinsfußball verlor zusehends an Einfluss im europäischen Vergleich[14] und der Schuldenberg der Bundesligisten wuchs ständig - als auch die juristische Kommentierung, die bereits seit langem von einer Rechtsformverfehlung der Bundesligavereine als gemeinnützige, eingetragene Vereine sprach, ließen den DFB im Oktober 1998 handeln. Auf seinem Bundestag[15] veränderte der DFB seine Statuten für den lizenzierten Profi-Fußball weitreichend. Seitdem dürfen neben den eingetragenen Vereinen auch Kapitalgesellschaften in der Fußball-Bundesliga spielen und damit eine Fußballlizenz des DFB erwerben.[16] Zu den Kapitalgesellschaften zählen gemäß HGB die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die Aktiengesellschaft (AG) und die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Auch die Sonderformen der KGaA – die GmbH & Co. KGaA und die AG & Co. KGaA - sind als Rechtsformen für den Träger einer Fußball-Bundesliga-Lizenz zugelassen. Als Einschränkung hat der DFB in seinem „Eckwertpapier“ beschlossen, dass der Mindestanteil der Stimmrechte des Muttervereins grundsätzlich 50 % plus eine Stimme betragen muss. Der Mutterverein muss also eine beherrschende Stellung in der Fußballkapitalgesellschaft einnehmen.[17]

Bei einer KGaA muss der Mutterverein zur Sicherung seines Einflusses selbst der Komplementär oder der 100 % Eigentümer einer zwischengeschalteten GmbH sein.[18] Eine Minderheitsbeteiligung des Altvereins an der ausgegliederten Kapitalgesellschaft wird bei der KGaA gestattet, weil der Komplementär unabhängig von der Höhe der Kapitalanteile der Kommanditisten die Stimmrechte in der ausgegliederten Lizenzspieler-Fußballabteilung innehat.[19]

Eine weitere Ausnahme wird vom DFB zugelassen, wenn eine mindestens zwanzigjährige Vertragsbeziehung zwischen Klub und Sponsor besteht. In diesem Fall darf der Sponsor die beherrschende Stellung einnehmen. Dies ermöglicht der Bayer AG, 100% an der Bayer Leverkusen GmbH zu halten.[20] Auch die Volkswagen AG ist zu 50% an der VFL Wolfsburg Fußball-GmbH beteiligt.[21]

2.3 Aktuelle wirtschaftliche Situation der Fußballklubs in Deutschland

Während in der Vergangenheit der deutsche Fußballmarkt häufig als ein boomender Markt mit steigenden Einnahmen charakterisiert werden konnte, hat sich auch der Fußballmarkt der schlechten wirtschaftlichen Gesamtlage nicht entziehen können. Vor allem die Pleite der Kirch-Gruppe und die damit verbundene Neuaushandlung der Fernsehverträge hat ein großes Loch in die Etats vieler Bundesligaklubs gerissen. Anstatt der ehemals vertraglich vereinbarten 360 Mio. Euro für die Bundesliga-Saison 2003/2004 erhalten die 36 Profivereine nur noch 290 Mio. Euro.[22] Während dies bei den großen Vereinen nur einen kleinen Prozentsatz der Einnahmen ausmacht, weil sie mit Einnahmen aus den europäischen Wettbewerben, Sponsoring und Merchandising bis zu 80 - 90 % ihres Etats verdienen, trifft es die kleinen und mittleren Profiklubs besonders hart und erhöht die wirtschaftliche Schieflage in der Liga. Klubs wie etwa Freiburg oder 1860 München erwirtschaften aus den oben genannten Kategorien nur etwa 20 % ihres Etats. Den Hauptanteil machen bei diesen Fußballunternehmen die Einnahmen aus TV-Rechten der Bundesliga aus.[23]

Deshalb geht zum ersten Mal in der 40-jährigen Geschichte der Bundesliga eine Sparwelle durch die Vereine. Sowohl Manager und sportliche Leiter (z. B. in Schalke, Hamburg und Dortmund) als auch Spieler wie etwa in Dortmund oder bei Union Berlin wurden aufgefordert, auf vertraglich vereinbarte Zahlungen zugunsten der wirtschaftlichen Lage der Vereine zu verzichten. Teilweise werden auch die erfolgsabhängigen Teile des Gehalts, wie z. B. beim VfB Stuttgart in der Saison 2002/2003 zu sehen war, eingefroren und nur bei Erreichung des Saisonziels an die Mannschaft ausbezahlt.

Auf dem Spielermarkt zeigen sich die Auswirkungen der Krise insbesondere bei den durchschnittlichen Spielern. So werden bei Neuverträgen wesentlich geringere Gagen bezahlt und bis zu 40 % des Gehalts als Leistungsprämien in Form von Auflaufprämien vereinbart. Andere Fußballspieler erhalten gar keinen Profivertrag mehr und werden somit arbeitslos.[24] Aufgrund der Reduzierung der Spielerkader der Klubs sind derzeit ca. 200 Profifußballer arbeitslos. Dies ist ein Rekordstand. Nur die Spitzenspieler einer Mannschaft müssen aufgrund der Konkurrenzsituation der Klubs im In- und Ausland nicht auf Gehalt verzichten.

Auch die Ablösesummen sind in der laufenden Saison 2003/2004 aufgrund des Überangebots an Spielern leicht zurückgegangen. Damit wurde die nach oben offene Spirale der Ablösezahlungen nach langer Zeit gestoppt. Selbst Starspieler wie David Beckham (für 25 Mio. Euro von Manchester United zu Real Madrid) und Roy Makkay (für ca. 20 Mio. Euro von La Coruna zu Bayern München) wechselten für ein geringeres Entgelt den Klub als in den Vorjahren. So musste Real Madrid für den Wechsel von Zinedine Zidane vor zwei Jahren 75 Mio. Euro und für den Transfer von Ronaldo im letzten Jahr 45 Mio. Euro zahlen.[25]

2.4 Probleme der Fußballklubs

Die Fußballklubs sind unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Die folgende Abbildung 1 zeigt die wichtigsten Risiken, aufgeteilt nach von außen bestimmten Risiken und Risiken, die im eigenen Verhalten des Klubs oder der angestellten Fußballspieler begründet sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Spezielle Risiken auf dem Fußballmarkt[26]

Bei den externen Risiken spielen neben rechtlichen Veränderungen, vor allem die Risiken aufgrund der Nutzung von Humankapital eine große Rolle. Bei den verhaltensbedingten Risiken sind Fehlverhalten von Managern und Spielern ausschlaggebend. Hierbei ist zu prüfen, ob die Rechtsform Einfluss auf das Fehlverhalten hat und ob bei einer anderen Rechtsform die Risiken minimiert werden könnten.

2.4.1 Überinvestitionen

Das Bestreben aller Fußballklubs der Fußball-Bundesliga möglichst hohe Einnahmen durch überdurchschnittlichen sportlichen Erfolg zu erzielen, führt zu einer Investitionshyperaktivität. Die theoretische Begründung für die Überinvestition in Fußballspieler liefert hierbei die Metapher des ökonomischen Rattenrennens.[27] Hierbei rennen mehrere Ratten (analog: Fußballklubs) in einem leicht zu beobachtenden Turnierwettbewerb (analog: Bundesligabetrieb) um ein Stück Käse (analog: zu verteilende Preisgelder). Die Aussicht aller Ratten, als schnellste in den Genuss des größten, möglicherweise einzigen Stücks Käse zu kommen, führt zu einer Erhöhung des Anstrengungsniveaus (analog: Investition in Fußballspieler). Eine Temposteigerung einer Ratte löst dabei eine Kettenreaktion aus, es kommt zur Investitionshyperaktivität. Alle anderen Ratten werden im Rahmen ihrer Möglichkeit ebenfalls das Tempo erhöhen, um den Output für sich zu vereinnahmen. Die zusätzliche Tempoverschärfung führt zu einem höheren Kalorienverbrauch bei den Ratten (analog: höhere Investitionsausgaben bei Fußballklubs), wobei der zu verteilende Käse fix bleibt.[28]

Ökonomische Rattenrennen sind im Fußballsport dadurch gekennzeichnet, dass bei steigenden Investitionskosten und gleich bleibender bzw. nur unterproportional ansteigender Preisgeldhöhe sich die insgesamt zu verteilenden Nettoerlöse verringern. Jedoch trifft die Prämisse des Rattenrennens, dass der zu verteilende Output nur unterproportional zum Einsatz steigt, im Fußballsport nicht immer zu. So kann eine große Anzahl an Starspielern durchaus die bereitgestellten Preisgelder beeinflussen, was z. B. am Marktwert von Manchester United oder Real Madrid zu erkennen ist.

Mit dem Rattenrennen verbunden ist das Problem der Inflationierung der Spielerausgaben. Bei einer Investitionssteigerung eines Klubs reagieren alle anderen Klubs ebenfalls mit weiteren Investitionsaktivitäten.[29] Das Problem besteht darin, dass kein Klub bereit ist, aus dem Rattenrennen auszusteigen. Manager Calmund vom Bundesligisten Bayer Leverkusen sagt hierzu in einem Interview: “Wer als erster bremst, der verliert.“[30] und noch treffsicherer ergänzt der kaufmännische Leiter von Bayer Leverkusen, Wolfgang Holzhäuser: „Und wer zuletzt bremst, ist tot.“[31]. Verstärkt werden die Überinvestitionsanreize durch die großen absoluten Belohnungssprünge zwischen den Tabellenplätzen und vor allem durch Konzentration der zu verteilenden Erlöse auf die Tabellenspitze bedingt durch das erhöhte Interesse der Medien.[32] Empirische Daten aus der Bundesliga belegen diesen Trend: Ein Klub der Ersten Fußball-Bundesliga hat in der Saison 1998/1999 durchschnittlich 36,50 Mio. Euro an Einnahmen erwirtschaftet, während ein Klub aus der Zweiten Fußball-Bundesliga nur 8,95 Mio. Euro einnahm.[33]

Diese geschilderte Problematik hat Auswirkungen auf das Verhalten der Manager. Durch die hohen Belohnungsaussichten und großen Erlössprüngen bei gleichzeitig geringen Chancen den angestrebten Tabellenplatz zu erreichen, setzen kognitive Verdrängungen, auch Dissonanzen genannt, ein. Sie überschätzen ihre eigenen Erfolgsaussichten und unterschätzen die Risiken. Analoge Wahrnehmungs- und Verarbeitungsdefizite sind auch auf anderen Winner-take-it-all-Märkten wie z. B. auf Börsen oder im Lotto zu beobachten.[34] So steigt die Nachfrage mit einem höheren Jackpot, obwohl die Gewinnwahrscheinlichkeit pro Teilnehmer gleich bleibt. Die Aussicht vieler Klubmanager, in den Genuss höherer Einnahmen zu gelangen, verleitet sie dazu, statistisch negative Erwartungswerte zu ignorieren und hohe Ausgaben in teure Spieler zu tätigen. Klubs, denen im Abstiegsfall hohe finanzielle Einbußen drohen, handeln, wie viele Kapitalanleger an der Börse auch, nach dem Casino-Tunnel-Syndrom. Sie steigern wiederum spekulativ ihre Investitionstätigkeit und können gleichzeitig die realistischen Gewinn- und Verlustmöglichkeiten nicht mehr rational einschätzen.[35]

Es scheint eine berechtigte Annahme zu sein, dass sich der Kampf um die Tabellenspitze und die höchsten Einnahmen mit der Einführung von Kapitalgesellschaften und dem damit ausgelösten Kapitalmarktdruck verstärkt. Die Möglichkeit, höhere Gewinne zu erzielen, während eventuelle Verluste auf die Einlage beschränkt bleiben, verstärken bei risikofreudigen Kapitalgebern und Managern die Anreize, durch riskante (Spieler-)Investitionen einen möglichst guten Tabellenplatz zu erreichen. Andererseits zeigen die hier beschriebenen Verhaltensweisen von Managern, wie wichtig es für einen Fußballklub ist, ein gutes, professionelles Management zu beschäftigen.

2.4.2 Rechtliche Veränderungen am Beispiel des „Bosman-Urteils“

Stellvertretend für viele Eingriffe des Gesetzgebers in das Management von Fußballklubs wird hier das „Bosman-Urteil“ und seine schwerwiegenden Folgen für die Klubs dargestellt.

Jean-Marc Bosman war bis zum Jahr 1990 ein eher unbekannter Profi des belgischen Vereins RC Lüttich. Da er das neue Vertragsangebot mit umgerechnet 750 Euro monatlich nicht annehmen wollte, suchte er nach einem neuen Arbeitgeber.[36] Da der RC Lüttich die Zahlungsfähigkeit des französischen Klubs US Dünkirchen, dem potentiellen neuen Arbeitgeber Bosmans, anzweifelte und seine Transferentschädigung in Gefahr sah, verweigerte er die Freigabe für Bosman. Vor diesem Hintergrund zog Bosman vor den europäischen Gerichtshof. Dieser stellte in seinem Urteil am 15.12.1995 fest, dass kein Lizenzspieler eines Klubs in der freien Wahl des Arbeitsplatzes beschränkt werden darf.[37] Das Urteil hatte zwei entscheidende Konsequenzen für die Klubs. Zum einen wurde die Ausländerklausel (max. drei Ausländer pro Team auf dem Platz) für Spieler anderer Staatsangehörigkeiten als der des Klubs verboten.[38] Weitaus größeren wirtschaftlichen Einfluss hatte die Regelung, dass die Ablösesummen der Spieler unterschiedlicher Staaten der Europäischen Gemeinschaft bei auslaufenden Verträgen verboten wurden.[39]

Durch das „Bosman-Urteil“ hat sich das Transferentschädigungssystem drastisch verändert. Da die Vermögenswerte des Humankapitals am Ende der Vertragslaufzeit wertlos, da ablösefrei, sind, bemühen sich die Klubs, die Spieler mit langfristigen Verträgen zu binden. Die fehlende Ablösesumme versickert in den Spielergehältern, entweder als Handgeld und/oder in höheren Gagen. Ausbildungsstarke Fußballunternehmen, die nicht in der Lage sind, ihre Talente zu halten, werden durch die Abschaffung der Transferentschädigung stark benachteiligt. Selbst wenn ein Spitzenspieler aus dem Nachwuchsbereich hervorgeht, kann es dem Klub passieren, dass er für den Spieler keinen Cent sieht.[40] Die Klubs investieren nun vermehrt in Spielergehälter und vernachlässigen den Nachwuchs. Die Schere zwischen kleinen und großen Klubs wurde durch das Urteil größer. Auch ist der Kapitalbedarf durch die in die Höhe getriebenen Spielergehälter und die zum Teil fehlenden Transferentschädigungen gestiegen.[41] Die Sicherheiten (Spielerwerte) der Klubs für eine Kreditaufnahme sind dagegen unsicherer geworden.[42]

An diesen Folgen einer Veränderung einer Rechtssituation lässt sich erahnen, wie wichtig es für die Klubs ist, eine möglichst effiziente Klubverfassung zu besitzen, die schnell und kompetent auf Veränderungen am Markt reagieren kann.

Jean-Marc Bosman übrigens brachte das Urteil persönlich nicht viel Glück. Er wurde von vielen Klubs boykottiert und hatte so keine Chance mehr auf eine erfolgreiche Karriere.[43] Ein 1997 ausgetragenes Benefizspiel zu seinen Gunsten brachte nichts ein. Selbst seine Berufskollegen, die durch seinen Rechtsstreit Reichtum anhäufen konnten, zeigten sich unbeeindruckt. Auf ein Hilfeschreiben Bosmans an 400 Topverdiener der europäischen Ligen reagierte nur ein Spieler und bot Bosman finanzielle Hilfe an.[44] Wenigstens musste der belgische Fußballverband 380.000 Euro als Entschädigung für sein vorzeitiges Karriereende an Bosman bezahlen.[45]

2.4.3 Spezielle Risiken von Fußballunternehmen

Fußballunternehmen sind als Arbeitgeber von Fußballspielern erheblichen Risiken ausgesetzt. All diese Risiken sind darauf zurückzuführen, dass der Fußballmarkt vom Humankapital abhängig ist. Im Folgenden werden einige dieser Risiken und mögliche Absicherungen vorgestellt. Gemeinsam haben alle Risiken, dass sie unabhängig von der Rechtsform auftreten und nur indirekt durch ein gutes Management minimiert werden können.

2.4.3.1 Verletzungsgefahr

Qualitätsunterschiede von Fußballspielern beziehen sich nicht nur auf die Spielstärke und die Motivation des Spielers, sondern auch auf seine körperliche Verfassung und sein voraussichtliches Verhalten, was das Vermeiden von verletzungsbedingten Ausfällen einschließt.[46] Das Verletzungsrisiko von Fußballspielern gehört zum allgemeinen Branchenrisiko des Fußballsports und ist in den großen körperlichen Belastungen im Spiel, dem internen Konkurrenzkampf im Training und den Reisestrapazen begründet.

Auch sind Fußballspieler auf ihren Dienstreisen weiteren externen Risiken ausgesetzt. Diese äußern sich z. B. in Form spezifischer Gesundheitsrisiken in bestimmten Ländern[47] und dem Risiko des Totalausfalls durch einen Reiseunfall, wie die Flugzeugabstürze von Manchester United im Jahr 1958 und der Nationalmannschaft Sambias 1993 belegen.

Zur Minimierung dieser Gefahren werden auf monetärer Basis Berufsunfähigkeitsversicherungen abgeschlossen, im sportlichen Bereich kann ein größerer, aber auch teurerer Kader Spielerausfälle kompensieren. Des Weiteren kann vor Vertragsabschluss eine Gesundheitsprüfung vorgenommen werden und durch vorherige Beobachtung die körperliche Verfassung und die Verletzungsanfälligkeit eines Spielers besser eingeschätzt und eventuell auf einen Transfer verzichtet werden.

2.4.3.2 Kurze Nutzungsdauer von Fußballspielern

Ein weiteres spezielles Risiko des Fußballsports stellt für die Klubs die relativ kurze Nutzungsdauer des Humankapitals und die damit verbundene Planungsunsicherheit dar. Aufgrund der hohen körperlichen Belastungen kann ein Fußballspieler nur ca. 12 – 17 Jahre professionell Fußball spielen. Bei Spielern, die über 30 Jahre alt sind, entwickeln sich zudem normalerweise die physischen Fähigkeiten wie Sprintvermögen oder Ausdauer zurück, was jedoch durch eine größere Routine ausgeglichen werden kann. Mit zunehmendem Alter sinkt in der Regel der Marktwert eines Spielers, da sich die Restnutzungsdauer verkürzt und von einer geringeren Leistungsfähigkeit ausgegangen wird.

Zur Vermeidung dieser Gefahr muss der Spielerkader so ausgewählt werden, dass sowohl hoffnungsvolle junge Spieler als auch erfahrene Routiniers im Kader sind, die sich optimal ergänzen. Sinnvoll erscheint dem Verfasser hierbei die Variante, die Position eines Routiniers mit einem jungen Spieler doppelt zu besetzen, so dass der junge Spieler die Abgeklärtheit des älteren Spielers erlernt und nach dem Rücktritt bzw. Verkauf des älteren Spielers die Position übernimmt, ohne dass hierbei das Spielsystem der gesamten Mannschaft verändert werden muss.

2.4.3.3 Qualitätsschwankungen

Besonders signifikant ist das Merkmal der Qualitäts- und Leistungsschwankungen von Fußballspielern. Die Leistung eines Spielers bzw. einer ganzen Mannschaft wird neben dem eigenen Leistungswillen und Leistungsvermögen auch maßgeblich von exogenen Faktoren, wie der Stärke des Gegners, beeinflusst. Zu hohe Qualitätsunsicherheiten bzw. Qualitätsschwankungen der spielerischen Leistungen führen zu hohen Überwachungskosten. Diese können zum Vertragsversagen führen. Bei standardisierten Gütern, wie Autos, bestehen daher vertraglich festgelegte Qualitäts- und Garantieansprüche.[48] Dies ist bei Fußballspielern nicht möglich. Es gibt keine Reklamationsansprüche oder gerichtlich festsetzbare Mindestqualitätsnormen von Fußballspielern. Die Akteure auf dem Fußballmarkt ähneln Erfahrungsgütern, deren spielerische Qualität erst nach Vertragsabschluss für Kunden und Investoren sichtbar wird.[49] Vor Vertragsabschluss können nur Indizien mittels Beobachtung oder eines Probetrainings gesammelt werden. Dabei soll die Qualität eines Spielers für den neuen Klub eingeschätzt werden. Da dies sehr schwierig ist, setzen alle Profiklubs hauptamtliche Spielerbeobachter, auch Scouts genannt, ein.

2.4.4 Kospezifität

Ferner sind Qualitätsschwankungen im Teamsport Fußball durch die Kospezifität zu erklären.[50] Dabei bezeichnet man wechselseitig voneinander abhängige Ressourcen und Informationen als kospezifisch.[51] Einige Fußballspieler harmonieren mit bestimmten Mitspielern besser als mit anderen Mannschaftsspielern bzw. sind wechselseitig aufeinander angewiesen. Als bekanntestes Beispiel in Deutschland gelten zwei Spieler des HSV in den 80er Jahren. Dort schlug Manfred Kaltz seine bekannten, angeschnittenen Flankenbälle (Bananenflanken), die das „Kopfball-ungeheuer“ Horst Hrubesch zumeist erfolgreich verwertete.[52] Die Kospezifität muss sich aber nicht zwangsläufig auf zwei Spieler beziehen. Sie kann sich auf alle Beteiligten eines Profiklubs wie Spieler, Manager, Trainer oder Co-Trainer beziehen.

Aufgrund der Tatsache, dass ein Fußballspieler in verschiedenen Teams einen unterschiedlich großen Beitrag zum sportlichen Erfolg einer Mannschaft leistet, bestehen unterschiedliche Meinungen bezüglich der Qualität und dem Marktwert einzelner Fußballspieler. Die Beobachtung der Leistung eines Spielers oder Trainers vor Vertragsabschluss beim neuen Arbeitgeber können zwar individuelle spielerische Qualitäten und verhaltensbedingte Risiken zum Teil offenbaren, geben aber noch wenig Aufschluss über dessen Teamfähigkeit.[53] Dies erklärt unter anderem auch, warum viele teure und hoffnungsvolle Spieler- und Trainertransfers einiger Klubs gescheitert sind, oder warum es immer wieder Überraschungserfolge von scheinbar unterlegenen Mannschaften auch in kompletten Meisterschaftsrunden gibt. Eine der größten Überraschungen in den letzten Jahren war hierbei der Gewinn der deutschen Meisterschaft des Aufsteigers 1.FC Kaiserslautern unter dem Trainer Otto Rehhagel in der Saison 1997/1998. Das Budget des Aufsteigers war hierbei wesentlich geringer als das der Favoriten Bayern München und Borussia Dortmund.

3 Vergleich von Fußballvereinen und Fußballkapitalgesellschaften anhand ausgewählter Kriterien

Nachfolgend werden unterschiedliche Kriterien bezüglich der Leistungsfähigkeit eines Fußballklubs untersucht. Dabei sollen jeweils Vor- und Nachteile von Fußballvereinen und Fußballkapitalgesellschaften aufgedeckt werden. Ausführlich werden die Punkte Ziele, Finanzierung, Haftung und Organisation diskutiert. Ein weiteres Merkmal, das üblicherweise für die Rechtsformwahl mitentscheidend ist, die Steuerbelastung, wird nicht genauer beleuchtet. Dies begründet sich dadurch, dass sowohl Vereine als auch Kapitalgesellschaften zu den Körperschaften zählen und somit die Steuerbelastung - unabhängig von der Rechtsform - nur marginale Unterschiede bei Fußballvereinen und Fußballkapitalgesellschaften aufweist.[54] Eventuelle Freigrenzen und Freibeträge für gemeinnützige Vereine mit wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb spielen bei einem Profifußballklub aufgrund der Höhe der Einkünfte de facto keine Rolle bzw. sind zu vernachlässigen. Sowohl Vereine als auch ausgegliederte Kapitalgesellschaften haben hauptsächlich steuerpflichtige Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Die Einkünfte aus dem gemeinnützig ideellen Bereich bleiben sowohl bei Vereinen als auch bei Fußballkapitalgesellschaften steuerbefreit, da der (Mutter-)Verein aufgrund der Förderung des Sports als gemeinnützig gilt. Zu diesen Einnahmen zählen echte Mitgliedsbeiträge, Aufnahmegebühren, Spenden sowie Zuschüsse der öffentlichen Hand oder der Verbände.[55]

Auch beim Merkmal des externen Rechnungswesens ergeben sich keine Unterschiede innerhalb der Bundesliga zwischen Vereinen und Kapitalgesellschaften. Grund hierfür sind die national und international beachteten verbandsrechtlichen Bestimmungen der DFL.[56] Dabei fordert die DFL im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens neben den gängigen Rechnungsunterlagen, die auch das HGB verlangt (Bilanz, Anhang, GuV), darüber hinaus eine Halbjahresplanrechnung sowie einen Finanzplan für die kommende Spielzeit.[57] Ferner müssen neu abgeschlossene Verträge, bei denen Rechte des Klubs an Dritte abgetreten werden, ab einem Volumen von 500.000 Euro in der ersten Liga und 100.000 Euro in der zweiten Liga im Anhang erläutert werden.[58] Somit sind diese Anforderungen höher als die gesetzlichen Mindestanforderungen einer Kapitalgesellschaft. Negativ zu bewerten ist allerdings, dass die DFL keine Veröffentlichung der Bilanzen und GuV`s verlangt.

3.1 Zielsystem

Die Darstellung des Zielsystems der Klubs der Fußball-Bundesliga ist erforderlich, um beurteilen zu können, ob die Entscheidungen des Klubmanagements zweckmäßig sind und wirtschaftlich verfolgt werden. Dabei kann die Rechtsform mitentscheidend für eventuelle Schwachstellen sein.

3.1.1 Finanzwirtschaftliche und Leistungswirtschaftliche Ziele

Das Zielsystem der Klubs der Fußball-Bundesliga lässt sich in finanzwirtschaftliche Formalziele sowie leistungswirtschaftliche Sachziele unterteilen.[59] Umseitig sind einige mögliche finanzwirtschaftliche und leistungswirtschaftliche Ziele aufgelistet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Mögliche finanzwirtschaftliche und leistungswirtschaftliche Ziele einer Lizenzspielerfußballabteilung[60]

Diese Ziele können sowohl von der Lizenzspielerabteilung eines Bundesligaklubs als auch von ausgegliederten Organisationsbereichen, wie z. B. dem Fanartikelgeschäft verfolgt werden. Organisatorisch gesehen, ist das kaufmännische Management für die finanzwirtschaftlichen Ziele und das sporttechnische Management für die leistungswirtschaftlichen Ziele verantwortlich. Bei diesem Zielsystem können folgende Probleme auftauchen:[61]

- Ziele müssen messbar sein. Während finanzwirtschaftliche Ziele in der Regel leichter und genauer definierbar sind, fällt dies bei einigen leistungswirtschaftlichen Zielen wie z. B. einer hohen Spielkultur schwer, da diese zum größten Teil subjektiv beurteilt wird. Aus diesem Grund ist das sporttechnische Management schwerer zu überwachen als das kaufmännische Management.
- Ziele müssen zeitlich definiert sein. Sowohl für leistungswirtschaftliche Ziele als auch finanzwirtschaftliche Ziele muss ein Zeitraum angegeben werden. Je länger der Zeitraum gefasst wird, desto schwieriger lässt sich dieser überwachen. Ist ein Klub trotz eines schlechten aktuellen Tabellenplatzes auf dem richtigen Weg, weil er vor allem junge hoffnungsvolle Talente einsetzt, oder ist deshalb sogar die Gefahr eines Abstieges gegeben?
- Risiken müssen berücksichtigt werden. Erschwert wird die Festlegung des Zielsystems zusätzlich durch die extremen Umweltunsicherheiten in der Fußball-Bundesliga (Abstieg, Spielerverletzungen). Des Weiteren treten Schwierigkeiten bei der Identifizierung und Steuerung der Probleme auf.

Auf eines der Hauptprobleme des Zielsystems, dem Zielkonflikt, wird ausführlich in Abschnitt 3.1.3: Zielkonflikt (S. 23) eingegangen.

3.1.2 Zielkomplementarität

Oftmals stehen finanzwirtschaftliche Ziele und leistungswirtschaftliche Ziele in einer komplementären Beziehung.[62] Die finanzkräftigsten Klubs ziehen in der Regel die besten Spieler an. Deshalb steigt die Wahrscheinlichkeit, die meisten Spiele zu gewinnen.[63] Die daraus resultierenden guten Leistungen im sportlichen Bereich führen zu höheren Einnahmen. Diese können wieder in Spieler investiert werden. Diese sich selbst verstärkenden Pfadabhängigkeiten bzw. Zementierungen sportlicher und wirtschaftlicher Erfolge sind umso signifikanter, je länger man den Untersuchungszeit-raum wählt.[64] Sportlich und wirtschaftlich erfolgreiche Klubs, wie der FC Bayern München oder Manchester United, haben sich durch permanente Reinvestition ihrer stetig steigenden Überschüsse über einen langen Zeitraum regelmäßig an der Tabellenspitze der obersten Spielklasse sowie auch in der Spitze der europäischen Wettbewerbe etabliert.[65]

Jedoch sind diese oben genannten Beispiele eher selten. Immer wieder gelingt es so genannten kleinen Klubs mit relativ geringem finanziellen Aufwand und geschickter Investitionspolitik sportlich erfolgreich zu sein, auch wenn dies in der Regel nicht längerfristig umgesetzt werden kann. Das zweite Phänomen ist bei erfolgreichen großen Klubs wie z. B. FC Barcelona, AS und Lazio Rom zu beobachten. Trotz herausragender sportlicher Erfolge stehen sie wirtschaftlich vor dem Bankrott.[66]

3.1.3 Zielkonflikt

Diese praktischen Erkenntnisse zeigen, dass nicht nur komplementäre Beziehungen sondern auch Zielkonflikte zwischen den finanzwirtschaftlichen und leistungswirtschaftlichen Erfolgsgrößen bestehen müssen.[67] Eine übermäßige Betonung der sportlichen Leistungsdimension gefährdet nicht nur den gesamten sportlichen Ligawettbewerb, der damit der Gefahr der Langeweile ausgesetzt ist, sondern auch die Realisierung ökonomischer Zielen innerhalb des Klubs. So sind die Mehreinnahmen aus sportlichen Erfolgen begrenzt. Durch die wiederholte Teilnahme an internationalen Wettbewerben wie z. B. die Champions League ergeben sich keine zusätzlichen Einnahmen und auch eine signifikante Erhöhung der Zuschauerzahlen ist durch die Stadionkapazität, die oftmals bereits voll ausgelastet ist,[68] begrenzt. Dennoch erhöhten diese Klubs ihre Ausgaben überproportional, um ihre sportlichen Ziele zu erreichen und schwächten somit extrem die finanzwirtschaftliche Situation.

Darüber hinaus sind auch Zielkonflikte zwischen einzelnen sportlichen Zielen sowie zwischen einzelnen wirtschaftlichen Zielen einzukalkulieren. Das leistungswirtschaft-liche Hauptziel „sportlicher Erfolg“ kann in Konflikt mit dem Nebenziel „künstlerisch schöne Spielweise“ stehen, das die Zuschauer einfordern.[69] Außerdem ist in Folge einer erhöhten Belastung durch das Spielen aller Wettbewerbe in der Hoffnung auf größtmöglichen sportlichen Erfolg ein außerordentlich hoher Substanzverlust verbunden. Dies kann dazu führen, dass keines der sportlichen Einzelziele erreicht wird und damit die Saisonbilanz unbefriedigend ist.[70]

Beim finanzwirtschaftlichen Zielsystem sind ebenfalls konkurrierende Teilziele zu berücksichtigen.[71] Im Folgenden werden exemplarisch drei Konflikte wirtschaftlicher Teilziele aufgezeigt:

- Rentabilität vs. Liquidität: Zwischen den beiden zentralen finanzwirtschaftlichen Teilzielen besteht auch bei Fußballklubs der bekannte Zielkonflikt. Die hohe Planungsunsicherheit im Fußballsport erfordert eine hohe Liquiditätsreserve, damit die Klubs flexibel auf eventuell notwendige Spielerverstärkungen reagieren können. Diese Liquiditätsreserven können aber naturgemäß nicht rentabel angelegt werden. Sind sie nicht vorhanden, muss wiederum eine teure Refinanzierung gewählt werden.
- Rentabilität vs. Risiko/Sicherheit: Die hohen exogenen und verhaltensbedingten Risiken im Fußballgeschäft erfordern vom Klubmanagement zumindest eine Teilabsicherung dieser Risiken. Die dazu aufgewandten finanziellen Mittel, z. B. ein großer Spielerkader zur Begrenzung der Verletzungsgefahr, verringern natürlich die Rentabilität eines Fußballklubs. Andererseits minimiert das Klubmanagement damit weitere Risiken wie z. B. den Abstieg aus der entsprechenden Liga, was wiederum noch gravierendere finanzielle Einbußen zur Folge hätte.
- Rentabilität/Liquidität vs. finanzwirtschaftliche Unabhängigkeit: Ein großes Portfolio von unterschiedlichen Geldgebern bzw. der Ausschluss der Mitspracherechte von Großinvestoren ermöglicht eine hohe finanzwirtschaftliche Unabhängigkeit. Aufgrund der Defizite der Vereinsstruktur sind diese Möglichkeiten den Vereinen oftmals nicht geboten, so dass sie sich in Abhängigkeiten begeben müssen, um (günstig) Kapital zu beschaffen. Besonders groß ist der Einfluss von Vermarktungsgesellschaften, wenn sie sich bei Klubs engagieren, aber auch Einzelinvestoren können einen großen Einfluss auf die Geschäfte nehmen, je größer die Abhängigkeit ist.

3.1.4 Rangordnung der Ziele bei Fußballvereinen und Fußballkapital-gesellschaften

Um Unterschiede von Vereinen und Fußballkapitalgesellschaften aufdecken zu können, muss man die Rangordnung der finanzwirtschaftlichen und leistungswirtschaftlichen Ziele untersuchen. Bei Fußball-Bundesligavereinen sind die leistungswirtschaftlichen Sachziele die Oberziele und die finanzwirtschaftlichen Ziele die Unter- bzw. Nebenziele. So ist in den Satzungen der Vereine festgelegt, dass die körperliche Ertüchtigung und sportliche Förderung der Vereinsmitglieder, die Pflege von Sportgemeinschaften und Geselligkeit der Zweck des Vereins ist.[72] Die Ziele werden idealtypisch von den Vereinsmitgliedern beschlossen. Allerdings werden finanzwirtschaftliche Teilziele von den Investoren und auch vom DFB, z. B. beim Lizenzierungsverfahren, vorgegeben.

Bei Fußballkapitalgesellschaften haben die finanzwirtschaftlichen Ziele formal Priorität, auch wenn die leistungswirtschaftlichen Zielsetzungen aufgrund des starken Medieninteresses und ihrer Auswirkungen auf die Finanzebene ebenfalls sehr wichtig für eine Fußballkapitalgesellschaft sind.[73] Auch „Fanaktionäre“ haben eine Präferenz für sportliche Ziele, so dass die formale Vorherrschaft der ökonomischen Ziele teilweise nicht durchsetzbar ist. Dennoch spielen die finanzwirtschaftlichen Ziele bei Fußballkapitalgesellschaften schon aufgrund der Veröffentlichungen der Bilanzen eine wesentlich größere Rolle und sorgen so für eine gleichmäßigere Verteilung der sportlichen und ökonomischen Ziele der Klubs.

3.1.5 Auswirkungen des Zielsystems auf Fußballvereine und Fußballkapitalgesellschaften

Durch die unterschiedliche Rangordnung von Ober- und Unterzielen bei Bundesligavereinen und Kapitalgesellschaften leiten sich Implikationen für die Governance-Qualität des Klubmanagements ab.[74]

Das Gemeinnützigkeitsprinzip der Vereine führt zu Effizienznachteilen. Es reduziert die Selbstfinanzierungsmöglichkeiten sowie vor allem die Sparanreize. Die Vereinsmitglieder sind keine Eigenkapitalgeber, weil mit den Vereinsbeiträgen keine Gewinn- und Veräußerungsrechte verbunden sind.[75] Eine externe Beteiligungs-finanzierung und damit auch die Disziplinierung des Managements über die Eigenkapitalgeber ist ausgeschlossen.[76] Da die finanzwirtschaftlichen Formalziele nicht im Vordergrund stehen, wird das Vereinsmanagement daher auch nicht in erster Linie danach beurteilt, ob es effizient wirtschaftet oder Gewinne erzielt.[77] An Stelle eines dauerhaften soliden Managements rücken in den Bundesligavereinen deshalb spektakuläre Transaktionen in den Vordergrund. Teure und bekannte Spielertransfers oder repräsentative Stadienbauten erhöhen im medienpräsenten Fußballgeschäft den Bekanntheitsgrad der Präsidenten und Manager. Deshalb fehlt oftmals das Interesse an der aufwendigen Suche nach preisgünstigen Fußballspielern, weil der Öffentlichkeit die Qualität der Spieler über die Ablösesummen und Gehälter suggeriert wird.[78] Der Prestigewert aus einem Spielerkauf bzw. -verkauf fällt dem Manager oder Präsidenten dabei wesentlich schneller zu als durch organisatorische Reformen oder durch langfristige Stadionprojekte. Ein weiterer Aspekt ist, dass zwischen einer Spielerinvestition und ihren Investitionserträgen ein relativ kurzer Zeitraum besteht, wenn ein teurer, aber bereits „fertiger“ Spieler gekauft wird. Die Kosten einer teuren Transferpolitik bzw. die Folgen einer unterlassenen Jugendförderung im eigenen Verein lassen sich indessen möglicherweise auf den Amtsnachfolger abwälzen. In der Vergangenheit haben bereits einige Präsidenten und Manager Fußballunternehmen durch eine überzogene, aber prestigeträchtige Ausgabenpolitik an den Rand oder in den finanziellen Ruin getrieben, wie z. B. im Falle von Günther Eichberg Anfang der 90er Jahre auf Schalke.[79]

Bei Fußballkapitalgesellschaften haben die finanzwirtschaftlichen Ziele zumindest formal Priorität. Auch wenn die sportlichen Ziele aufgrund des Medieninteresses, aber auch aufgrund der Beeinflussung der finanziellen Ziele ebenfalls sehr stark betont werden, so begibt sich das Management unter den Druck des Kapitalmarkts. Dieser interessiert sich naturgemäß für die Erreichung der finanzwirtschaftlichen Ziele wie Umsatz, Gewinn und Rendite. Sobald eine Fußballkapitalgesellschaft an der Börse gelistet ist, wird das Management nicht mehr nur am sportlich Erreichten gemessen, sondern vor allem auch am Börsenkurs. Jedoch ergeben sich auch hier Kritikpunkte. Durch die Vorschriften des DFB - mindestens 50 % plus eine Stimme der ausgegliederten Fußball-AG müssen im Altverein verbleiben[80] - wird der Druck des Kapitalmarkts z. B. durch eine feindliche Übernahme gemindert. Bei Fußball-KGaA`s entziehen sich die Manager dem Kapitalmarktdruck, weil die Einflussmöglichkeiten und Kontrollrechte der Kommanditisten und des Aufsichtsrates beschnitten werden.[81] Dadurch entstehen auch bei den Kapitalgesellschaften die bereits bei den Vereinen beschriebenen Governance-Probleme, wenn gleich in einem geringeren Ausmaß.

3.2 Finanzierung

Folgende Abbildung 2 gibt einen Überblick über einige Alternativen der Kapitalbeschaffung von professionellen Fußballklubs, aufgegliedert in Innen- und Außenfinanzierung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Wichtige Finanzierungsmöglichkeiten von Fußballklubs[82]

Einige dieser Optionen sind nur (börsenfähigen) Kapitalgesellschaften vorbehalten. Konzepte zur Verbesserung der Finanzierungsstruktur müssen daher bei Vereinen zunächst Eingriffe in die vorgelagerte Verfassungsstruktur beinhalten.

Aufgrund mangelnder Informationen bezüglich der Verteilung von Innen- und Außenfinanzierung in den deutschen Ligen sei hier ein Verweis auf die englische Premier League gestattet: In der englischen Profiliga machte in der Saison 1999/2000 die Eigenkapitalfinanzierung der Klubs 66,7 %, die Fremdkapitalfinanzierung 33,7 % aus.[83]

Im Profifußball sind Finanzbeziehungen oftmals verknüpft mit Leistungsbeziehungen. So kann ein Investor z. B. gleichzeitig als Vermarkter, Sponsor, Aktionär und Fremdkapitalgeber auftreten. Die Kapitalbeschaffungsoptionen lassen sich grundsätzlich miteinander kombinieren. So ist eine genaue Zuordnung nicht immer möglich.

Im Folgenden werden ausführlich die Chancen der Innenfinanzierung diskutiert, die für alle Rechtsformen aufgrund der Gesamtmarktsituation ähnlich sind. Außerdem werden rechtsformspezifisch die Chancen und Risiken anderer Außenfinanzierungsquellen erörtert.

3.2.1 Innenfinanzierung der deutschen Clubs

Abbildung 3 verdeutlicht sehr gut die Hauptsäulen der Selbstfinanzierung professioneller deutscher Fußballklubs.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Hauptsäulen der Innenfinanzierung[84]

In der Fußball-Bundesliga können die Klubs die Umsatzerlöse aus Ticketverkäufen, Spielerverkäufen, Merchandising und Sponsoring selbst vereinnahmen. Nur die TV-Erlöse werden vom Ligaverband (DFL) zentral vermarktet und die Erlöse an die Klubs verteilt. Bei den dezentral vermarkteten Säulen kann jeder Klub individuelle komparative Vorteile bei der Selbstvermarktung einsetzen.[85]

Die Umsatzerlöse der achtzehn Klubs der ersten Fußball-Bundesliga sind von 665 Mio. Euro in der Saison 1998/99 auf 803 Mio. Euro in der Spielzeit 1999/2000 angestiegen.[86] In der Saison 2001/2002 wurde erstmals die Schallmauer von einer Milliarde Euro durchbrochen.[87] Dabei teilten sich die Erlöse im Durchschnitt in der Saison 1999/2000 gemäß Abbildung 4 wie folgt auf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Umsatzerlöse der Klubs der ersten Fußball-Bundesliga in der Saison 1999/2000[88]

3.2.1.1 Zuschauereinnahmen

Ticketerlöse sind die „fußballnächsten“ Einnahmen, weil sie unmittelbar beim Kerngeschäft eines Fußballklubs, beim Fußballspiel, entstehen.[89] Bis zu Beginn der 80er Jahre hatten die Ticket-Einnahmen aus Stadionbesuchen noch nahezu 100 % der Umsatzeinnahmen eines Fußballklubs ausgemacht. Bei den weniger diversifizierten, umsatzschwächeren Klubs, ist der relative Anteil der Ticketerlöse an den Gesamterlösen immer noch vergleichsweise groß.[90]

Zuschauereinnahmen verlieren aber im Vergleich zu den anderen Erlösquellen zunehmend an Bedeutung. Erlöse aus dem Verkauf von Stadiontickets können nur begrenzt ansteigen, weil die Stadionkapazitäten begrenzt sind.[91] Außerdem sind die Spielräume der Erhöhung der Ticketpreise relativ gering, da die meisten Fußballfans über eher geringe Einkommen verfügen.[92] Da hohe Ticketpreise viele Fußballfans von einem Stadionbesuch abhalten würden, ginge damit auch ein Teil der notwendigen und für Investoren interessanten „Zuschaueratmosphäre“ verloren. Eine aufgeheizte Atmosphäre rivalisierender Zuschauerparteien in einem vollen Stadion spornt nicht nur die Leistung der Heimmannschaft an,[93] sondern ist auch Grundlage dafür, dass weitere Verträge abgeschlossen werden können, wie z. B. Sponsorenverträge, TV-Verträge, Verkauf von Merchandising-Artikeln.

Ticketerlöse sind relativ unsichere Einnahmequellen, da sie von der Leistung eines Klubs, vom Wetter oder von alternativen Ereignissen kurzfristig beeinflusst werden können.[94] Stadionzuschauer können flexibel auf Qualitätsänderungen reagieren. Mit der relativ kurzfristigen Entscheidung vor jedem Spiel, Eintrittskarten an der Stadionkasse oder im Vorverkauf zu erwerben, haben die Zuschauer Möglichkeiten, das Verhalten von Spielern und Managern zu disziplinieren. Sportliche Misserfolge schlagen sich damit auf die Erlösströme aus kurzfristigen Ticketverkäufen schneller aus als auf die Erlöse aus langfristigen Vertragsabschlüssen (beispielsweise Fernseheinnahmen, Sponsorenverträge), insofern letztere nicht überwiegend leistungsabhängige Komponenten oder Ausstiegsklauseln beinhalten.

Die meisten Klubs der Fußball-Bundesliga haben Einkommensschwankungen dadurch reduziert, dass diese Klubs fast nur noch Dauerkarten ausgeben.[95] Dauerkarten sind gültig für die Heimspiele des Klubs für eine Saison. Bei Dauerkarten wälzt ein Klub das leistungswirtschaftliche Risiko während einer Saison auf die Dauerkartenkäufer ab. Wegen der großen Ticketnachfrage und Wartelisten für Dauerkarteninteressenten müssen diese in der Regel den vollen Preis für die Dauerkarten gleich beim Erwerb entrichten. Erlöse aus Dauerkarten stellen daher sofort liquiditätswirksame Kreditleistungen dar, die die Fans gegen eine Risikoprämie (Rabatt auf die Ticketpreise) an den Klub leisten.[96] Darüber hinaus binden Dauerkarten die Fans an den Klub und „garantieren“ eine „Mindest-Zuschaueratmosphäre“.

In der abgelaufenen Saison 2002 / 2003 konnte ein neuer Zuschauerrekord aufgestellt werden. Pro Spiel waren durchschnittlich 31911 zahlende Besucher bei den Spielen der ersten Fußball-Bundesliga zu verzeichnen.[97]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Zuschauerstatistik der ersten Fußball-Bundesliga von 1993 – 2003[98]

Jedoch sind die Steigerungsraten bei den Zuschauererlösen gering und begrenzt, da die Stadionkapazitäten bei den meisten nationalen Spitzenklubs bereits weitgehend ausgelastet sind, wie der Anhang V: Zuschauerstatistik der ersten Bundesliga in der Saison 2002/2003 (S. 118) beweist.

Nichtsdestotrotz konnte dieser Zuschauerrekord in der Saison 2002/2003 unter anderem auch durch die Stadionneubauten und –umbauten im Zuge der Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland erreicht werden. Da dieser Prozess noch nicht beendet ist, werden einigen Klubs in der Zukunft noch größere und vor allem modernere Stadien zur Verfügung stehen.[99] Dadurch können die Klubs mit Hilfe des Verkaufs von Business-Seats und Logen ihre Einnahmen steigern. Für einen Business-Seat mit Verpflegung verlangen die Klubs zwischen 2500 Euro und 5500 Euro pro Saison, für eine Loge (ab 4 Personen) müssen Besucher mindestens 50000 Euro pro Saison bezahlen.[100]

3.2.1.2 TV-Übetragungsrechte

Die Fernsehverträge der Fußball-Bundesliga werden bei zentraler Vermarktung durch den Ligaverband mit den nachfragenden Fernsehanstalten ausgehandelt. Hierbei werden die sowohl die Pay-TV-Rechte als auch die Free-TV-Rechte veräußert. Die Erlöse aus dem Verkauf der Übertragungslizenzen werden zentral vom Ligaverband eingenommen und dann vom Ligaverband nach einem Verteilungsschlüssel an die einzelnen Klubs verteilt. Dabei werden in regelmäßigen Abständen anfallende Raten aus dem Verkauf der Fernsehrechte an die Klubs weitergeleitet, was für die Klubs kontinuierliche und langfristige Einnahmen und damit eine größere Cash Flow-Stabilität mit sich bringt.

Das TV-Modell der Fußball-Bundesliga ist eine Mischung aus Solidaritätsprinzip mit garantierter Mindestverteilung und Leistungsprinzip.[101] Jeder Klub erhält unabhängig von seiner sportlichen und wirtschaftlichen Leistungskraft einen bestimmten Sockelbetrag (Solidaritätsprinzip).

Die Zentralvermarktung steht jedoch unter scharfer Kritik des deutschen und europäischen Kartellamtes. Das Kartellamt sieht den DFB bzw. nun die DFL als Angebotsmonopolisten, der die Höhe der Erlöse künstlich in die Höhe treibt.[102] Im Urteil des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vom 11.12.1997 im Streitfall des DFB gegen das Bundeskartellamt um die Vermarktung der Fernsehübertragungsrechte wurde festgelegt, dass die Klubs die Preise für die Übertragungen mit den nachfragenden Fernsehanstalten selbst (dezentral) aushandeln müssen. Als Reaktion auf das Urteil hat der Bundestag am 07.05.1998 eine Kartellrechtsnovelle verabschiedet, welche dem Ligaverband weiterhin gestattet, die Fernseh- und Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga zentral zu vermarkten.[103] Bis zum jetzigen Zeitpunkt dauern die Rechtsstreitigkeiten an und eine endgültige Lösung des rechtlichen Problems ist bisher nicht in Sicht.

Bei der Selbstvermarktung (dezentrale Vermarktung) der Free TV-Übertragungsrechte und dem damit verbundenen höheren Anteil leistungsabhängiger Entlohnung in der Fußball-Bundesliga, ließen sich für die Big Market Clubs höhere Einnahmen erzielen.[104] Allerdings werden bei der dezentralen Vermarktung die Verträge kurzfristig in Abhängigkeit von der aktuellen sportlichen Performance eines Klubs abgeschlossen.

Des Weiteren haben auch die großen Klubs das Anliegen eines spannenden Ligawettbewerbs, um sich weiterhin hohe Erlöse aufgrund spannender TV-Übertragungen zu sichern. Da Fußballspiele Erfahrungsgüter sind, deren Qualität vor Vertragsabschluss nicht vorhergesagt werden kann, können die Erwerber von Fußballübertragungsrechten in einem System der zentralen TV-Vermarktung ihre Absatz- und Finanzierungsrisiken besser poolen.[105] Für den Rechtekäufer ist es sehr wahrscheinlich, dass sich einige qualitativ sehr hochwertige und spannende Spiele im Pool befinden.

Die TV-Erlöse waren bis ins Jahr 2002 von allen Umsatzquellen am schnellsten gestiegen.[106] Durch die ständig gestiegenen Preise für TV-Übertragungsrechte sehen sich Medienunternehmen allerdings zunehmend größeren Schwierigkeiten bei der Refinanzierung ausgesetzt. Die meisten privaten Fernsehsender erwirtschaften aus dem Fußballgeschäft nur betriebliche Verluste. Um Kunden für die nachfolgenden Programme zu gewinnen und aus Imagegründen der TV-Sender werden die Fußballübertragungen dennoch angeboten.

Wegen der Insolvenz der Kirch-Gruppe im März 2002 konnte die letzte TV-Rate der Saison 2002 nicht an die Klubs ausbezahlt werden und die TV-Verträge mussten neu ausgehandelt werden, obwohl der Vertrag mit der Kirch-Gruppe eigentlich bis 2004 lief.[107] Der Ausfall der TV-Gelder traf die Klubs in der zweiten Fußball-Bundesliga vergleichsweise härter, da sie im Durchschnitt ca. die Hälfte der Gesamteinnahmen aus Fernsehgeldern erhalten. In der ersten Fußball-Bundesliga machen die TV-Gelder im Durchschnitt über 30 % der gesamten Umsatzerlöse aus.[108]

Während der „alte“ Vertrag mit der Kirch-Gruppe der Bundesliga insgesamt 360 Mio. Euro eingebracht hätte, sieht der neue TV-Rechtevertrag mit dem Vermarkter Infront für die Bundesligavereine der ersten und zweiten Bundesliga für die Saison 2003/2004 ein Gesamtvolumen von 290 Mio. Euro vor.[109] Dies verteilt sich wie folgt: Die Klubs der zweiten Bundesliga erhalten 27,5 %, also 79,75 Mio. Euro, das Oberhaus bekommt 210,25 Mio. Euro.[110] Hierbei wird folgender Schlüssel für die Verteilung der Gelder auf jeden Erstligaklub genutzt: Alle 18 Klubs erhalten garantiert 50 % der gesamten Summe für die erste Bundesliga, also pro Verein 5,84 Mio. Euro. Weitere 33,3 % werden über eine Drei-Jahres-Wertung verteilt.[111] Die verbleibenden 16,7 % werden entsprechend der jeweiligen Platzierung pro Spieltag verteilt. Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die jeweiligen Unterschiede pro Tabellenplatz.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbbildung 6: TV-Gelder pro Tabellenplatz in der Saison 2003/2004[112]

Obwohl das Image des Produkts Fußball durch die Kirch-Krise und die langwierige Diskussion um die Werthaltigkeit des Fußballs negativ belastet wurde, unterstreicht der neue Fernsehvertrag, dass Fußball weiterhin der wichtigste sportliche Inhalt für die deutsche Fernsehlandschaft ist. Dazu leistete auch das gute Abschneiden der Nationalmannschaft und die damit einhergehenden hohen Einschaltquoten bei der WM 2002 in Korea und Japan ihren Beitrag.[113]

[...]


[1] Vgl. Fisch (2001), S. 21.

[2] Vgl. Tabelle 2: Hauptsponsoren in der Fußball-Bundesliga Saison 2003/2004 , S. 40.

[3] Vgl. Anhang I: Lizenzierungsverfahren der DFL für die Saison 2003/2004 S. 113: Im Lizenzierungsverfahren 2003/2004 hat die zuständige DFL der Hälfte der 36 deutschen Profiklubs aufgrund wirtschaftlicher Probleme Auflagen erteilt.

[4] Vgl. Süßmilch & Co (2002), S. 7 f.

[5] Vgl. Süßmilch & Co (2002), S. 7 f.

[6] Vgl. Süßmilch & Co (2001), S. 6.

[7] Vgl. Süßmilch & Co (2001), S. 6.

[8] Vgl. Anhang II: Vergleich der Kursentwicklung von Manchester United und des Euro STOXX 50 S. 115.

[9] Vgl. Süßmilch & Co (2002), S. 24.

[10] Vgl. Süßmilch & Co (2002), S. 24.

[11] Vgl. Süßmilch & Co (2002), S. 24.

[12] Vgl. Süßmilch & Co (2001), S. 6.

[13] Vgl. Zacharias (1999), S. 54.

[14] Vgl. Anhang III: UEFA-Fünf-Jahres-Wertung, S. 116: Durch das kontinuierliche Abrutschen in der UEFA-Fünf-Jahres-Wertung verlor Deutschland im Jahre 2001 einen internationalen Startplatz im UEFA-Cup sowie in der UEFA-Champions League, da Deutschland nicht mehr zu den führenden drei Nationen gehört.

[15] Vgl. Haas (2002), S. 13: Der Bundestag ist das oberste Organ des DFB und trifft sich jedes dritte Kalenderjahr. Hauptaufgaben sind die Wahl des Vorstands und Satzungsänderungsbeschlüsse.

[16] Vgl. DFB (1998), S. 3.

[17] Vgl. DFB (1998), S. 3.

[18] Vgl. DFB (1998), S. 3.

[19] Vgl. Hertha BSC (2000), S. 18.

[20] Vgl. Süßmilch & Co (2001), S. 51.

[21] Vgl. Kreutzer (2001), S. 48.

[22] Vgl. Kowalewsky/Schneider (2003), S. 38.

[23] Vgl. Kowalewsky/Schneider (2003), S. 38.

[24] Vgl. Kowalewsky/Schneider (2003), S. 38.

[25] Vgl. Kowalewsky/Schneider (2003), S. 38; Anhang IV: Rekordablösesummen im Weltfußball, S. 117.

[26] Vgl. Schwendowius (2002), S. 109.

[27] Vgl. hierzu und im Folgenden Franck/Müller (2000a), S. 3 - 26.

[28] Vgl. Nahrwold (2003), S. 19: Dieser beschreibt das gleiche Phänomen mit dem „typischen Tribüneneffekt“.

[29] Vgl. Franck/Müller (2000a), S. 11; Franck/Müller (2000b), S. 10 f.

[30] Selldorf (1997), S. 17.

[31] Selldorf (1997), S. 17.

[32] Vgl. Franck/Müller (2000b), S. 10 f.

[33] Vgl. Dietl/Pauli (2001), S. 92 - 95.

[34] Vgl. Szymanski/Kuypers (2000), S. 117 - 122; Franck/Müller (2000b), S. 10 f.

[35] Vgl. Kipker (2000a), S. 57.

[36] Vgl. Haas (2002), S. 6.

[37] Vgl. Haas (2002), S. 6.

[38] Vgl. Büch (1998), S. 285: Dies galt zunächst nur für EU-Ausländer, wurde aber später auf alle Ausländer ausgedehnt.

[39] Vgl. Büch (1998), S. 285: Auch dies gilt mittlerweile innerhalb der Bundesliga sowie in allen anderen europäischen Ligen.

[40] Vgl. Haas (2002), S. 45.

[41] Vgl. Lehmann/Weigand (1998), S. 102.

[42] Vgl. Abschnitt 3.2.2.4.1: Bankkredite, S. 47.

[43] Vgl. Franzke (1998), S. 14.

[44] Vgl. Blanpain (1996), S. 16.

[45] Vgl. Franzke (1998), S. 14.

[46] Vgl. Frick/Wagner (1996), S. 613.

[47] So kommt es häufiger vor, dass vor allem afrikanische Spieler nach der Rückkehr von Einsätzen ihrer Nationalmannschaft schwere Erkrankungen wie z. B. Malaria aufweisen.

[48] Vgl. Akerlof (1970), S. 499 f.

[49] Vgl. Frick/Wagner (1998), S. 328 - 343.

[50] Vgl. Szymanski/Kuypers (2000), S. 177 - 180.

[51] Vgl. Vogt (1997), S. 227 f.

[52] Als weiteres Beispiel dient das „magische Dreieck“ des VFB Stuttgart mit den Spielern Balakov, Bobic und Elber in den 90er Jahren. Nach Verkauf der Spieler Elber und Bobic verschwand der VFB Stuttgart von der Tabellenspitze und Balakov konnte an seine überragenden Leistungen nicht anknüpfen.

[53] Vgl. Frick/Prinz (2000), S. 20 f.

[54] Vgl. dazu ausführlich Zacharias (1999), S. 248 - 255.

[55] Vgl. Reddmann (2000), S. 50 f.

[56] Vgl. Galli (1998), S. 56.

[57] Vgl. dazu ausführlich Galli (1998), S. 56 – 63.

[58] Vgl. Brast/Littkemann/Stübinger (2002), S. 1203.

[59] Vgl. Rösen (1990), S. 20 f; Schwendowius (2002), S. 111.

[60] Vgl. Schwendowius (2002), S. 112.

[61] Vgl. Schwendowius (2002), S. 111 f.

[62] Vgl. Szymanski/Kuypers (2000), S. 20 - 23; KPMG (2000), S. 1 - 6.

[63] Vgl. Gillmann (2000), S. 8.

[64] Vgl. Kipker (2000b), S. 17 f.

[65] Vgl. Szymanski/Kuypers (2000), S. 35.

[66] Vgl. Irnberger (2003), S. 47: Der FC Barcelona hat das Geschäftsjahr 2003 mit einem Verlust von ca. 150 Mio. Euro abgeschlossen. Der Schuldenstand klettert damit auf mindestens 245 Mio. Euro.

[67] Vgl. Szymanski/Kuypers (2000), S. 20; KPMG (2000), S. 1-3.

[68] Vgl. Anhang V: Zuschauerstatistik der ersten Bundesliga in der Saison 2002/2003 S. 118.

[69] Vgl. Clarke/Madden (1988), S. 67.

[70] So wurde Bayer Leverkusen in der Saison 2001/2002 in allen Wettbewerben – Champions League, DFB-Pokal und Deutsche Meisterschaft - jeweils Zweiter und erlang somit keinen der angestrebten Titel.

[71] Vgl. hierzu und im Folgenden: Schwendowius (2002), S. 115 - 117.

[72] Vgl. z. B. VfB Stuttgart (1996), § 2, Absatz 1 - 4.

[73] Vgl. Schwendowius (2002), S. 113.

[74] Vgl. Schwendowius (2002), S. 117.

[75] Vgl. Franck (1995), S. 144, S. 204 f.

[76] Vgl. Franck (1995), S. 214.

[77] Vgl. Dietl/Franck (1999), S. 1 f; Franck (2000), S. 13 f.

[78] Vgl. Schwendowius (2002), S. 118.

[79] Vgl. o. V. (1993), S. 288 f.

[80] Vgl. DFB (1998), S. 3.

[81] Vgl. Borussia Dortmund (2000), S. 51 f.

[82] Vgl. Schwendowius (2002), S. 168.

[83] Vgl. Deloitte & Touche (2001), S. 39.

[84] Vgl. Süßmilch & Co (2002), S. 58.

[85] Vgl. Schellhaaß/Enderle (2000), S. 43.

[86] Vgl. Hertha BSC (2000), S. 12.

[87] Vgl. Deloitte & Touche (2003), S. 1.

[88] Vgl. Schulze (2000), S. 59.

[89] Vgl. Daferner (2000), S. 18.

[90] Vgl. Deloitte & Touche (2000), S. 63.

[91] Vgl. Anhang V: Zuschauerstatistik der ersten Bundesliga in der Saison 2002/2003 S. 118: In einigen Stadien beträgt die Auslastung nahezu 100 %.

[92] Vgl. Väth (1994), S. 74 - 77.

[93] Vgl. Väth (1994), S. 148, S. 156.

[94] Vgl. Parlasca (1993), S. 93 f.

[95] Vgl. Borussia Dortmund (2000), S. 4.

[96] Vgl. Michie (1999), S. 9.

[97] Vgl. o.V. (2003a).

[98] Vgl. o.V. (2003a).

[99] Der Umbau z. B. des Berliner Olympiastadions, des Frankfurter Waldstadions und der KölnArena ist in vollem Gange. Diesen Klubs stehen derzeit nicht die volle Stadionkapazität zur Verfügung. In München wird gegenwärtig ein komplett neues, hochmodernes Stadien gebaut.

[100] Vgl. Süßmilch & Co (2002), S. 58 f.

[101] Vgl. Prinz/Vogel (2001), S. 238 - 240.

[102] Vgl. Schellhaaß/Enderle (1998), S. 294; Schellhaaß/Enderle (2000), S. 46.

[103] Vgl. Schellhaaß/Enderle (1998), S. 295.

[104] Vgl. Herden (2003), S. 40: Dazu der Manager des FC Bayern München, Uli Hoeneß in einem Interview: „Mit der jetzigen Umverteilung haben wir bereits das größte Sozialsystem der Welt. Ein Verein wie Bochum erhält ungefähr 10 Mio. Euro aus dem Topf, der FC Bayern als Spitzenteam 15 Mio. Euro. Würde sich EU-Wettbewerbskommissar Monti mit dem Ruf nach selbständiger TV-Vermarktung durchsetzen, erhielte Bochum vielleicht noch 3 Mio. und Bayern 100 Mio. Euro.“

[105] Vgl. Hübl/Swieter (2000), S. 306.

[106] Vgl. Süßmilch & Co (2002), S. 52; Kern (2002), S. 694 f.

[107] Vgl. Kern (2002a), S. 694 f.

[108] Vgl. Kern (2002a), S. 695.

[109] Vgl. o. V. (2003b), S. 23.

[110] Vgl. o. V. (2003b), S. 23.

[111] Vgl. o. V. (2003b), S. 23.

[112] Vgl. o. V. (2003b), S. 23.

[113] Vgl. Süßmilch & Co (2002), S. 53.

Details

Seiten
143
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638266116
ISBN (Buch)
9783638701679
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v23498
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin – FHTW
Note
1,7
Schlagworte
Rechtsformen Profifußballklubs Eine Betrachtungsweise

Autor

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Titel: Rechtsformen von Profifußballklubs. Eine ökonomische Betrachtungsweise