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Eine Gegenüberstellung klassischer und moderner Formen der langfristigen Finanzierung von Unternehmen

Seminararbeit 2013 17 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

1. Einblick in langfristig klassische und moderne Unternehmensfinanzierungen

2. Die traditionellen Finanzierungsformen
2.1 Das klassische Bankdarlehen
2.2 Kapitalbeschaffung durch Corporate Bonds

3. Moderne Finanzierungsformen erobern die Finanzwelt
3.1 Finanzierung durch Leasing
3.2 Alternative Finanzierungen durch Mezzanine Capital

4. Langfristige Finanzierungsformen im Vergleich
4.1 Die Bedeutung für Kreditinstitute
4.2 Die Applizierung der Finanzierungsformen für Unternehmen

5. Status Quo und die Trends zukünftiger Unternehmensfinanzierungen

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Formen der Fremdfinanzierung, In Anlehnung an Olfert/ Reichel (2008) S. 323

Abbildung 2: Finanzierungsanlässe, In Anlehnung an Betsch/ Groh/ Lohmann (2000) S. 311.

Tabelle 1: Unterscheidungsmerkmale von Eigen,- Mezzanine- und Fremdkapital, Vgl. Wöhe/ Bilstein/ Ernst/ Häcker (2009) S. 174.

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einblick in langfristig klassische und moderne Unternehmensfinanzierungen

Jedes Unternehmen benötigt Kapital. Da zwischen der Beschaffung und dem Absatz von Produktionsfaktoren eine zu überbrückende Zeitspanne liegt, benötigen die Unternehmen Kapitalgeber oder Kapitalmärkte um diesen Finanzierungsbedarf zu decken.[1]

Seit Ende des zwanzigsten Jahrhunderts ist auf dem globalen Finanz- und Kapitalmarkt ein enormer Veränderungsprozess zu beobachten. Zunächst waren nur wenige spezialisierte Bereiche betroffen, jedoch wirkt sich seither die Veränderung des Umfeldes auch auf klassische Unternehmensfinanzierungen aus[2] Die Veränderungen in der weltweiten Kreditwirtschaft wurden durch die Resultate der Finanz- und Staatsschuldenkriese beschleunigt und auch teilweise in andere Spuren gelenkt.[3]

In dieser Seminararbeit werden langfristig klassische und moderne Unternehmensfinanzierungen beleuchtet und gegenübergestellt. Als grundsätzliche Perspektive ist die Sicht aus der Bankenwelt gewählt worden.

In dem Kapitel „Die traditionellen Finanzierungsformen“ werden diese zunächst erläutert, darauf folgend wird im Kapitel „Moderne Finanzierungsformen erobern die Finanzwelt“ eben jene beschrieben. In beiden werden die Themen anhand der jeweils zwei bedeutendsten Varianten genauer dargestellt. Die Gegenüberstellung erfolgt in dem Kapitel „Langfristige Finanzierungsformen im Vergleich“ zunächst unter den Gesichtspunkten Bedeutung und Auswirkung auf die Banken. Anschließend wird aus Unternehmenssicht erläutert welche Finanzierungsformen in bestimmten Lebensphasen ideal sind. Zum Schluss wird in dem Kapitel „Status Quo und die Trends zukünftiger Unternehmensfinanzierungen“ dargestellt welchen Anteil bestimmte Finanzierungsformen in Deutschland ausmachen, wie sich die bisherigen Entwicklungen abgezeichnet haben und welche zukünftigen Trends prognostiziert werden.

2. Die traditionellen Finanzierungsformen

Der ursprüngliche Finanzierungsbedarf ergab sich aus der Entwicklung der industriellen Revolution. Die klassischen Finanzierungsformen übernehmen die Aufgaben der grundsätzlichen Kapitalbeschaffung und der Ausgleichsfunktion liquider Engpässe. Weil Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zu Beginn der Betriebswirtschaftslehre die wichtigsten Informationselemente waren, sind die klassischen Finanzierungsformen stark durch bilanzorientierte Denkweisen geprägt.[4]

Jegliche Finanzierungsformen lassen sich unter dem Gesichtspunkt der Mittelherkunft in interne und externe Finanzierungen einteilen. Interne Finanzierung bedeutet, dass das benötigte Kapital aus internen Vorgängen gewonnen wird. Da diese Arbeit die Perspektive der Banken einnimmt, wird hier auf die Erläuterung der internen Finanzierung verzichtet.[5] Im Folgenden werden die bedeutendsten externen Finanzierungen vorgestellt.

Dazu ist u.a. die Form des Schuldscheindarlehens zu erwähnen. Weil hierbei jedoch regelmäßig statt Banken Institutionen wie Lebensversicherungen als Kapitalgeber auftreten, wird hier auf eine tiefergehende Erläuterung verzichtet.[6]

2.1 Das klassische Bankdarlehen

Grundlage eines jeden langfristigen Darlehens ist der Darlehensvertrag. In diesem wird vereinbart, dass der Darlehensgeber dem Darlehensnehmer eine festgeschriebene Geldsumme zur Verfügung stellt. Im Gegenzug hat der Darlehensnehmer die Pflicht das Geld bei Fälligkeit wieder zurück an den Darlehensgeber zu entrichten und darüber hinaus, für die zeitliche Überlassung des Geldes, einen Darlehenszins zu zahlen. Langfristige Darlehen werden im Unternehmensbereich insbesondere zur Finanzierung von Investitionen eingesetzt.[7] Darlehen werden als langfristig bezeichnet, wenn die Laufzeit mehr als fünf Jahre beträgt.[8]

Zu Beginn jeder Kreditvergabe steht die Kreditentscheidung der Bank. Dazu muss diese zuerst prüfen, welche rechtlichen Regelungen die Bank selbst einzuhalten hat. Dies umfasst die nationale Gesetzgebung und im Besonderen die Vorgaben von Basel II.[9] Zunächst wird eine Bank die quantitativen Faktoren des Unternehmens analysieren, dazu gehört im besonderen die Auswertung von Jahresabschlüssen. Hiermit möchte sich das Kreditinstitut einen Überblick über die Ertragslage, Vermögens- und Finanzsituation verschaffen. Zusätzlich wird regelmäßig ein Vergleich des Unternehmens mit dem Durchschnitt seiner eigenen Branche erstellt. Weil diese Daten nur die bisherige Vergangenheit widerspiegeln, das Darlehen jedoch in Zukunft zurückgezahlt werden soll, erfolgt eine Ergänzung der Unterlagen um aktuelle Auswertungen und Planzahlen. Die qualitativen Faktoren der Kreditentscheidung sind nicht eindeutig formulierbar. Hierbei handelt es sich um bonitätsrelevante Aspekte, wie z.B. die Einschätzung zur Qualität der Unternehmensführung, aber auch Verhaltensweisen wie Kontoführung und die Informations- und Auskunftsbereitschaft des Unternehmers. Zusätzlich macht einen Großteil der qualitativen Faktoren das marktwirtschaftliche Umfeld der Unternehmen aus.

Um das Risiko der Bank im Notfall zu begrenzen wird i.d.R eine Sicherheitsleistung vereinbart.[10] Die Bonitätseinschätzung und die Besicherung sind substitutive Faktoren. Zuletzt werden die Einflussfaktoren der Kreditentscheidung um die Profitabilitätsaussichten des Kreditgebers ergänzt, um anschließend dem Kunden eine Kreditentscheidung unter Nennung eines Zinssatzes zu kommunizieren.[11]

Die klassischen Darlehensarten zeichnen sich durch die beiden Merkmale Tilgung und Zinsen aus. Die Tilgung wird in drei Formen unterschieden. Das Annuitätendarlehen wird vom Kapitalnehmer regelmäßig in gleichen Annuitäten zurückgezahlt. Dies bedeutet im Zeitablauf, dass die Tilgungsanteile zunehmen und die Zinsanteile dementsprechend abnehmen. Bei einem Abzahlungsdarlehen hingegen werden die regelmäßigen Zahlungsbeträge geringer, da die Tilgungsanteile gleich bleiben, die Zinsanteile jedoch sinken. Bei einem Festdarlehen werden während der Laufzeit eines Darlehens nur die Zinsen gezahlt, sodass die Tilgung in einer Summe zum Ende der vereinbarten Laufzeit erfolgt.

Auch bei der Verzinsung gibt es zu beachtende Details. So können Darlehen mit einer festen und mit einer variablen Verzinsung ausgestaltet werden. Bei Festzinsdarlehen wird ein nicht veränderbarer Zinssatz für einen vorher festgelegten Zeitraum fixiert. Dies macht die Zinsbelastung für das Unternehmen planbar.[12] Langfristige Darlehen können aber auch mit einem variablen Zinssatz vergeben werden. Diese Darlehen werden Roll-over-Kredite genannt. Hierbei ist der Zins an einen Geldmarktzins gekoppelt um willkürliche Änderungen zu vermeiden.[13]

2.2 Kapitalbeschaffung durch Corporate Bonds

Unternehmen können sich langfristiges Fremdkapital auch durch die Emission von Corporate Bonds beschaffen.[14] Im folgenden Unterkapitel sollen diese im Bereich der langfristigen Fremdfinanzierungen eingeordnet und beschrieben werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Formen der Fremdfinanzierung, In Anlehnung an Olfert/ Reichel (2008) S. 323

Abbildung 1 stellt grundsätzlich dar welche weiteren Unterarten von Bonds bestehen. Da Corporate Bonds als die klassischste Art langfristiger Unternehmensfinanzierungen gelten werden hier nur die Eigenschaften dieser Form beschrieben.[15]

Corporate Bonds sind verbriefte, zum Börsenhandel zugelassene Teilschuldverschreibungen.[16] Diese Verbriefung ermöglicht es einem Unternehmen Großbeträge bei vielen diversen Kapitalgebern zu beschaffen.[17] Die Kapitalgeber erwerben diese in Form von Urkunden, welche ein Forderungsrecht verbriefen. Der Kapitalnehmer hingegen verpflichtet sich zur Zahlung der Zinsen und zur Rückzahlung des Kapitals. Die Zinsen orientieren sich grundsätzlich am Kapitalmarktniveau. Jedes börsenfähige Unternehmen kann Corporate Bonds herausgeben, da die Emittierung jedoch hohe Kosten verursacht erfolgt diese erst ab einem Gesamtvolumen von etwa fünf Millionen Euro.[18] Die Bonität des Unternehmens ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Platzierung. Banken werden bei der Begebung von Corporate Bonds für die Zulassung und Platzierung am Börsenhandel eingeschaltet.[19]

[...]


[1] Vgl. Schmidt/ Terberger (1997) S. 14.

[2] Vgl. Grunow/ Figgener (2005) S. 2.

[3] Vgl. Grandke (2013) S. 460.

[4] Vgl. Schmidt/ Terberger (1997) S. 36.

[5] Vgl. Süchting (1995) S. 22 f.

[6] Vgl. Brost (2012) S. 240.

[7] Vgl. Wöhe/Bilstein/Ernst/Häcker (2009) S. 225 f.

[8] Vgl. Olfert/ Reichel (2008) S. 324.

[9] Vgl. Zantow (2007) S.140 ff.

[10] Auf die Möglichkeiten der Besicherung wird auf Grund des Umfangs der Arbeit nicht eingegangen. Vgl. hierzu Wöhe/Bilstein/Ernst/Häcker (2009) S. 193 ff.

[11] Vgl. Zantow (2007) S.143 ff.

[12] Vgl. Olfert/ Reichel (2008) S. 326 ff.

[13] Vgl. Zantow (2007) S. 201 f.

[14] Vgl. Olfert/ Reichel (2008) S. 336.

[15] Vgl. Wöhe/Bilstein/Ernst/Häcker (2009) S. 274 ff.

[16] Vgl. Brost (2012) S. 237.

[17] Vgl. Süchting (1995) S. 150.

[18] Vgl. Olfert/Reichel S. 337 f.

[19] Vgl. Brost (2012) S. 237.

Details

Seiten
17
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656500759
ISBN (Buch)
9783656501848
Dateigröße
602 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v233434
Institution / Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
98%
Schlagworte
eine gegenüberstellung formen finanzierung unternehmen

Autor

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