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Auswirkungen berufsbedingter psychischer Erkrankungen auf Mitarbeiter und Unternehmen

Hausarbeit 2013 15 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Ziel dieser Arbeit und Weg der Darstellung

2. Begriffliche Grundlagen
2.1. Berufskrankheit und arbeitsbedingte Krankheit
2.2. Psychische Erkrankung und Belastung
2.3. Aktuelle Zahlen im Vergleich

3. Ursachen, Arten und Auswirkungen
3.1. Ursachen
3.2. Arten und Auswirkungen auf den Arbeitnehmer
3.2.1. Burnout
3.2.2. Depressive Störungen
3.2.3. Angststörungen
3.3. Auswirkungen auf das Unternehmen

4. Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Zunahme der psychischen Erkrankungen von 1998 bis 2011 (Arbeitsunfähigkeitstage je 1.000 Krankenversicherungsmitglieder)

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

Dass psychische Erkrankungen unsere Gesellschaft seit Jahren zunehmend mehr betreffen ist nicht zuletzt durch die tägliche Konfrontation in diversen Medien oder sogar durch persönlichen Kontakt zu Betroffenen bekannt. Auffällig in dem Zusammenhang ist, dass die Stimmen, die die Ursachen für diese Krankheiten schwerpunktmäßig in berufsbedingten Gegebenheiten suchen in den letzten Jahren immer lauter wurden: „Erschöpft, müde, ausgebrannt: Burnout“, „Wenn der Job krank macht“, „Raus aus der Stressfalle“ – so oder ähnlich klingen die Schlagzeilen. Tatsächlich ist der Anstieg der berufsbedingten psychischen Erkrankungen erschreckend. Automatisch stellt sich die Frage nach den Ursachen dieser Tatsache. Und vor allem: mit welchen daraus resultierenden Folgen muss die Gesellschaft rechnen? Wie wirken sich diese Krankheiten auf Unternehmen und Arbeitnehmer aus?

1.2. Ziel dieser Arbeit und Weg der Darstellung

Bestreben dieser Arbeit soll es sein, die Folgen berufsbedingter psychischer Erkrankungen für den Arbeitnehmer einerseits und für die Unternehmen andererseits herauszuarbeiten.

Dazu soll im folgenden zweiten Kapitel dieser Arbeit zunächst ein fundiertes Grundlagenwissen vermittelt werden, indem die Begriffe Berufskrankheit und arbeitsbedingte Krankheit voneinander abgetrennt und die Ausdrücke psychische Erkrankung und Belastung definiert werden. Anhand von aktuellen Zahlen soll die Aktualität des Themas unterstrichen werden.

Der dritte Teil der Arbeit soll, auf den Grundlagen des zweiten Kapitels aufbauend, anschließend die Ursachen differenziert beleuchten sowie Arten und vor allem Auswirkungen dieser berufsbedingten Erkrankungen – sowohl für Arbeitnehmer als auch für Unternehmen – herausarbeiten.

Schluss bildet eine Zusammenfassung und kritische Betrachtung dieser Arbeit.

2. Begriffliche Grundlagen

2.1. Berufskrankheit und arbeitsbedingte Krankheit

Das Gesetz schreibt für den Begriff der Berufskrankheit folgende Definition vor:

„Berufskrankheiten sind Krankheiten, die die Bundesregierung durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates als Berufskrankheiten bezeichnet und die Versicherte infolge einer den Versicherungsschutz nach § 2, 3 oder 6 des Siebten Buches Sozialgesetzbuch begründenden Tätigkeit erleiden. Die Bundesregierung wird ermächtigt, in der Rechtsverordnung solche Krankheiten als Berufskrankheiten zu bezeichnen, die nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind. […]“.[1]

Demnach wird eine Berufskrankheit grundsätzlich als solche anerkannt, wenn sie in der „Liste der Berufskrankheiten“[2] aufgezählt ist. Auffällig hierbei ist, dass psychische Erkrankungen in dieser Liste nicht erwähnt sind.

Eine psychische Erkrankung als Berufskrankheit anzuerkennen ist demnach nur möglich, sofern zum Zeitpunkt der Entscheidung nach neuen Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft die Voraussetzungen für eine Bezeichnung nach der oben zitierten Gesetzesquelle erfüllt sind.[3]

Ist dies nicht der Fall, kann sie lediglich als „arbeitsbedingte Krankheit“ erklärt werden. Hierzu existiert im Gesetz keine offizielle Definition. Im Allgemeinen versteht man darunter aber Krankheiten, die unter anderem durch die berufliche Belastung gefördert werden, bei denen aber kein direkter Kausalzusammenhang zum Arbeitsplatz erkennbar ist.[4] Des Weiteren sind arbeitsbedingte Krankheiten versicherungstechnisch nicht anerkannt.

2.2. Psychische Erkrankung und Belastung

In der Literatur existieren eine Vielzahl verschiedener Begriffe und Definitionen, wie „psychische Erkrankung“, „psychische Störung“, „psychische Fehlbelastung“ etc. Diese werden in dieser Arbeit synonym verwendet und wie folgt definiert:

In der Wissenschaft dominieren zwei Klassifikationssysteme: das „Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen (DSM-IV)“ der amerikanischen psychiatrischen Gesellschaft, bei der die Patienten auf fünf verschiedenen Achsen eingeschätzt werden und die „Internationale Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10)“, die von der Weltgesundheitsorganisation herausgegeben wird. Da Letzteres hierzulande das verbindliche Diagnosesystem ist,[5] soll es dieser Arbeit auch als begriffliche Grundlage dienen. Dem ICD-10 nach müssen für die Diagnose einer psychischen Erkrankung unter anderem folgende Merkmale erfüllt sein:

- die Verhaltensmuster der Betroffenen (in Kognition, Affektivität, Impulskontrolle und Art des Umgangs mit anderen) weichen deutlich von der Norm ab,
- es besteht ein persönlicher Leidensdruck
- die Erkrankung hat erst in der Adoleszenz begonnen und
- eine organische Erkrankung kann als Ursache ausgeschlossen werden.[6]

In dem Zusammenhang sei an dieser Stelle auch noch der Begriff der „psychischen Belastung“ erklärt: „Psychische Belastung ist die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken.“[7] Psychische Belastungen können als gegebene Rahmenbedingungen, im vorliegenden Fall also als Arbeitsplatz und –umfeld, verstanden werden.

2.3. Aktuelle Zahlen im Vergleich

Unumstritten ist die Tatsache, dass die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Störungen in den letzten Jahren sowohl bei Männern als auch bei Frauen stetig zugenommen haben. So waren laut Fehlzeitenbericht des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen (BKK) im Jahr 1998 insgesamt 1.748 Fehltage aufgrund von psychischer Störungen zu verzeichnen, 2004 waren es bereits 2.253 und im Jahr 2011 4.175. Seit dem Jahr 1998 ist also eine Verdopplung zu verzeichnen.[8] Folgendes Diagramm hilft zur Veranschaulichung dieser Zahlen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Zunahme der psychischen Erkrankungen von 1998 bis 2011 (Arbeitsunfähigkeitstage je 1.000 Krankenversicherungsmitglieder)[9]

Laut BKK Gesundheitsreport 2012 bilden die häufigsten Einzeldiagnosen zur Arbeitsunfähigkeit aus dem Jahr 2011 bilden die Rubriken „Depressive Episode“ sowie „Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen“ zusammen 160.632 von insgesamt 3.387.465 Fällen[10] und machen somit einen Anteil von ca. 4,7% aus.

Laut Auswertungen des statistischen Bundesamtes beliefen sich die Kosten aufgrund psychischer Krankheiten und Verhaltensstörungen im Jahr 2002 noch auf 23.318€ und hatten somit einen Anteil von 10,7% an den Gesamtkosten im Gesundheitswesen in ganz Deutschland, 2008 waren es schon 28.654€ mit einem Anteil von 11,3%.[11]

[...]


[1] SGB VII (in der Fassung vom 7.8.1996) §9 Abs. 1

[2] Vgl. BKV (in der Fassung vom 11.6.2009) §1

[3] Vgl. SGB VII (in der Fassung vom 7.8.1996) §9 Absatz 2

[4] Vgl. Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, URL: http://www.gesundheitsamt-bw.de/oegd/Netzwerke/Infektionsfrei/Gesundheitsdienst/Medizin/BerufskrankheitenBK-Verfahren/Seiten/default.aspx, mit Abruf vom 25.04.2013

[5] Vgl. Hautzinger, Thies (2009), S. 14-17

[6] Vgl. Dilling, Mombour, Schmidt, Schulte-Markwort (2007), S. 151

[7] DIN EN ISO 10075-1 (in der Fassung von 2000), S. 3

[8] Vgl. Bauer, Bungard, Hertle, Kliner, Tewes, Trümner (2012), S. 41

[9] Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Bauer, Bungard, Hertle, Kliner, Tewes, Trümner (2012), S. 41

[10] Vgl. Bauer, Bungard, Hertle, Kliner, Tewes, Trümner (2012), S. 104

[11] Vgl. Statistisches Bundesamt (2010), S. 13, URL: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Gesundheit/Krankheitskosten/Krankheitskosten2120720089004.pdf?__blob=publicationFile, mit Abruf vom 25.04.2013

Details

Seiten
15
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656498346
ISBN (Buch)
9783656499725
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v233279
Institution / Hochschule
AKAD-Fachhochschule Pinneberg (ehem. Rendsburg)
Note
1,7
Schlagworte
Psychische Erkrankungen Berufsbedingte Erkrankungen Burnout BWL55 Personalmanagement Auswirkungen Arbeitnehmer Auswirkungen Unternehmen

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