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Strukturbilanzen als Basis der Analyse

Grundlagen und ausgewählte Problemfelder

Seminararbeit 2013 21 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der Bilanzanalyse
2.1 Begriffsbestimmung und Ziele der Bilanzanalyse
2.2 Adressaten der Bilanzanalyse

3 Aufbereitungsmaßnahmen im Rahmen der Bilanzanalyse
3.1 Strukturbilanz
3.2 Aufbau der Strukturbilanz
3.2.1 Aufbereitungsmaßnahmen der Aktivseite
3.2.1.1 Selbst geschaffene immaterielle
Vermögensgegenstände
3.2.1.2 Ausstehende Einlagen auf das
gezeichnete Kapital
3.2.1.3 Anteile an einem herrschenden oder
mit Mehrheit beteiligten Unternehmen
3.2.1.4 Erhaltene Anzahlungen auf
Bestellungen
3.2.1.5 Aktivische Rechnungs-
abgrenzungsposten
3.2.1.6 Aktivische latente Steuern
3.2.1.7 Aktivischer Unterschiedsbetrag aus der
Vermögensrechnung
3.2.2 Aufbereitungsmaßnahmen der Passivseite
3.2.2.1 Bilanzgewinn
3.2.2.2 Baukostenzuschüsse
3.2.2.3 Sonstige Zuschüsse und Zulagen
3.2.2.4 Pensionsrückstellungen
3.2.2.5 Passivische Rechnungs-
abgrenzungsposten
3.2.2.6 Passivische latente Steuern
3.3 Ausgewählte Problemfelder bei der Erstellung einer
Strukturbilanz für einen IFRS-Abschluss
3.3.1 Korrektur der latenten Steuern
3.3.2 Korrektur von aktivierten Fremdkapitalkosten

4 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die sechs Schritte der Bilanzanalyse

Abbildung 2: Adressaten der Bilanzanalyse

Abbildung 3: Aufbereitungsmaßnahmen im Rahmen der Bilanzanalyse

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Jedes Unternehmen muss über die wirtschaftliche Entwicklung seiner Geschäftstätigkeit jährlich Rechenschaft ablegen.

So müssen Kaufleute gemäß § 242 Abs. 2 HGB eine Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge zum Schluss des Geschäftsjahres aufstellen.

Bei Kapitalgesellschaften hingegen muss der Jahresabschluss nach § 264 Abs. 1 HGB aus den Bestandteilen Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang bestehen. Er muss eine Übersicht über sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten sowie Aufwendungen und Erträge enthalten. So haben nach § 264 Abs. 1 Satz 2 HGB die Vertreter von kapitalmarktorientierten Kapitalgesellschaften, die nicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet sind, den Jahresabschluss um die Bestandteile Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel und Segmentberichterstattung zu erweitern. Der Jahresabschluss wird um einen Lagebericht nach § 289 HGB ergänzt.

Zusammenfassend soll der Jahresabschluss unter Beachtung des Grundsatzes der ordnungsgemäßen Buchführung einen Überblick über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermitteln. Hierbei spielt die Bilanzanalyse eine wichtige Rolle.

Die hier vorliegende Seminararbeit soll verdeutlichen, welche Daten des Jahresabschlusses in einer sogenannten Strukturbilanz aufbereitet werden müssen.

Der erste Teil der Seminararbeit befasst sich mit den Grundlagen der Bilanzanalyse.

Im zweiten Teil wird auf den Aufbau der Strukturbilanz eingegangen. Die Frage wird geklärt, welche Aufbereitungsmaßnahmen im Rahmen der Bilanzanalyse zur Erstellung der Strukturbilanz notwendig sind. Im Anschluss soll auf die Problemfelder bei der Erstellung einer Strukturbilanz für den IFRS-Abschluss eingegangen werden.

Im abschließenden Teil der vorliegenden Arbeit sollen diese ausgewählten Problemfelder kritisch betrachtet werden.

2 Grundlagen der Bilanzanalyse

2.1 Begriffsbestimmung und Ziele der Bilanzanalyse

„Mit Bilanzanalyse werden Verfahren der Informationsgewinnung bezeichnet, mit deren Hilfe aus den Angaben des Jahresabschlusses Informationen über die monetär-wirtschaftliche Lage und Entwicklung der Unternehmen gewonnen werden. Damit deckt die Bilanzanalyse den quantitativen Bereich der umfassenderen Unternehmensanalyse ab, die auch qualitative Sachverhalte einbezieht und zusammen mit den quantitativen Analyseergebnissen ein Gesamturteil über die Lage und Entwicklung der Unternehmen anstrebt.“[1]

Somit wird als Bilanzanalyse die systematische Auswertung des Jahresabschlusses (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung inklusive Anhang) und des Lageberichtes zur Informationsgewinnung über das zu untersuchende Unternehmen verstanden. Das wichtigste Instrument der Bilanzanalyse ist dabei die Analyse mit Hilfe von Kennzahlen und Kennzahlensystemen. Kennzahlen stellen betriebswirtschaftliche Sachverhalte (Fremd- / Eigenkapital, Betriebsergebnis) in konzentrierter Form und vergleichbar dar. Somit wäre ohne Kennzahlen keine Analyse einer Bilanz möglich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die sechs Schritte der Bilanzanalyse[2]

Als Ziel der Bilanzanalyse kann die gegenwärtige wirtschaftliche Beurteilung und die künftige wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens verstanden werden.[3] Hierbei müssen die internen Informationen dem Jahresabschluss und dem Lagebericht entnommen werden und mit externen Informationen aufbereitet werden. Interne Informationen unterteilen sich in Informationen auf gesetzlicher Basis (Jahresabschluss, Lagebericht, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalspiegel) und auf freiwilliger Basis, wie Reden einer Hauptversammlung, Aktionärsbriefe und Werkszeitungen. Externe Informationsquellen können Publikationen von Wirtschafts- und Fachverbänden, Börsenmitteilungen oder Informationen von Banken sein.[4]

Der Bilanzanalytiker verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele:

- Erfolgswirtschaftliche Analyse: Informationen über die Ertragslage
- Finanzwirtschaftliche Analyse: Informationen über die Finanz- und Vermögenslage.[5]

Weiterhin kann die Bilanzanalyse eine Einschätzung der unternehmerischen Schwächen und Stärken im Wettbewerb und der Risiken und Chancen, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, liefern. Man spricht hier von der strategischen Analyse (z.B. Risikosteuerung, Investitionspolitik, Wachstumschancen) die eher eine qualitative Analyse des Erfolgspotenziales ist und sich grundsätzlich eigener Instrumente zur Analyse bedient.[6]

2.2 Adressaten der Bilanzanalyse

Die Zielgruppe des Jahresabschlusses bestimmt sich meist nach dem Unternehmenskonzept. Daher kann die Bilanzanalyse als ein zweck- und adressatenspezifisches Auswertungssystem verstanden werden.

Wie in nachfolgender Übersicht gezeigt, unterscheiden wir in interne und externe Adressaten. Dabei unterscheiden sich auch die Interessen der Adressaten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Adressaten der Bilanzanalyse[7]

Bei der externen Bilanzanalyse wird der primäre Fokus auf die finanzielle Stabilität (Bonitätsrisiko) und auf die Ertragskraft (Ertragsrisiko) gelegt.[8]

Die interne Bilanzanalyse ist dagegen eine wesentliche Quelle zur Selbstinformation für den Unternehmer, die bei Bedarf zur Entscheidungsfindung und Verhaltenssteuerung genutzt werden kann.[9]

3 Aufbereitungsmaßnahmen im Rahmen der Bilanzanalyse

An der Vollständigkeit der veröffentlichten Jahresabschlüsse kann gezweifelt werden.[10] So lassen die erheblichen Gestaltungsspielräume und Wahlrechte eine Verfälschung des Jahresabschlusses zu. Es fehlen bspw. relevante Daten für eine Unternehmensbeurteilung der offenlegungspflichtigen Jahresabschlussbestandteile.[11]

Um Vergleiche von Jahresabschlüssen verschiedener Unternehmen durchführen zu können, bedarf es der Tatsache, dass die Daten der Jahresabschlüsse nach einem einheitlichen Gliederungs- und Erfassungsschema aufbereitet werden müssen.[12]

Die Aufbereitungsmaßnahmen gliedern sich in folgende zwei Arbeitsschritte:

(1) Umbewertung einzelner Abschlussposten – Aufstellung von einheitlichen Erfassungsschemata für die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung sowie für Anlagengitter, Haftungsverhältnisse und sonstige Angaben.
(2) Umgliederung – Bildung von einheitlichen/vergleichbaren Kennzahlen durch Umstrukturierung von Jahresabschlüssen.[13]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Aufbereitungsmaßnahmen im Rahmen der Bilanzanalyse[14]

Durch die in Abbildung 3 genannten Aufbereitungsmaßnahmen des Einzelabschlusses eines Unternehmens wird durch Umgruppierung, Neubildung und Aufspaltung die Bilanzsumme nicht verändert. Jedoch ändern sich im Zuge der Umbewertung sowohl die Wertansätze einzelner Abschlussposten, als auch die Bilanzsumme im Vergleich zur Originärbilanz.[15]

- Umgruppierung: Ein bestehender Posten wird einem anderen bereits bestehenden Posten auf der gleichen Bilanzseite zugeordnet.
(Bsp.: Umgruppierung der passiven Rechnungsabgrenzungsposten in die Schulden)
- Neubildung: Bereits existierende Posten werden einer neu hinzugefügten Kategorie der gleichen Bilanzseite zugerechnet.
(Bsp.: Zusammenfassung verschiedener Verbindlichkeiten zu einem Posten kurz- / langfristige Verbindlichkeiten)
- Aufspaltung: Ein bestehender Posten wird mehr als einer Abschlusskategorie zugeordnet.
(Bsp.: Zuordnung von 2/3 der Baukostenzuschüsse zum Eigenkapital und von 1/3 zum langfristigen Fremdkapital)
- Saldierung: Aufrechnung eines Postens oder von Teilen davon mit einer Bilanzkategorie der anderen Bilanzseite.
(Bsp.: Aufrechnung der aktivischen latenten Steuern mit dem Eigenkapital)
- Erweiterung: Aufschlüsselung von saldierten Posten und Transferierung auf die andere Bilanzseite.
(Bsp.: Ausweisung der abgesetzten erhaltenen Anzahlungen von Vorräten auf der Passivseite)[16]

[...]


[1] Schierenbeck (1998), S. 58ff..

[2] In Anlehnung an: Baetge (1998), S. 17.

[3] Vgl. Baetge (1998), S. 1f..

[4] Vgl. Küting/Weber (2012), S. 3ff..

[5] Vgl. Baetge (1998), S. 2.

[6] Vgl. Coenenberg (2003), S. 919.

[7] Küting/Weber (2012), S. 8.

[8] Vgl. Küting/Weber (2012), S. 8ff..

[9] Vgl. Küting/Weber (2012), S. 10ff..

[10] Vgl. Baetge (1998), S. 73.

[11] Vgl. Coenenberg (2003), S. 923.

[12] Vgl. Baetge (1998), S. 77f.; Küting/Weber (2012), S. 81f..

[13] Vgl. Küting/Weber (2012), S. 81; Baetge (1998), S. 79f..

[14] Küting/Weber (2012), S. 82.

[15] Vgl. Küting/Weber (2012), S. 81f..

[16] Vgl. Küting/Weber (2012), S. 82.

Details

Seiten
21
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656495376
ISBN (Buch)
9783656572824
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v233278
Institution / Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Meschede
Note
1,7
Schlagworte
strukturbilanzen basis analyse grundlagen problemfelder

Autor

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