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Gesundheit und Wohlbefinden in Sachsen-Anhalt

Kurzpapiersammlung

Seminararbeit 2006 78 Seiten

Soziologie - Methodologie und Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzpapier I
1. Einleitung
2. Vorschlage zur Operationalisierung des Gesundheitsbegriffs
3. Die graphische Darstellung des Variablenmodells und die dazugehorigen Hypothesen
4. Grundgesamtheit und Stichprobe

Kurzpapier II
1. Einleitung
2. Indikator Wohlbefinden
2.1 graphische Darstellungen der Daten
2.2 Verbalisierung der erhobenen Daten
3. Indikator Beschwerden
3.1 tabellarische Darstellungen der Daten
3.2 Verbalisierung der erhobenen Daten
4. Indikator ernsthafte Erkrankungen
4.1 tabellarische Darstellungen der Daten
4.2 Verbalisierung der erhobenen Daten
5. Interpretation der erhobenen Daten
6. Darstellung der strukturellen Zusammenhange
6.1 zwischen den diversen Beschwerden
6.2 zwischen den diversen ernsthaften Erkrankungen

Kurzpapier III
1. Einleitung
2. Die signifikanten Beziehungen des Kriterium Wohlbefinden
2.1 Die signifikante Beziehung zwischen dem Alter und dem subjektiven Wohlbefinden
2.2 Die signifikante Beziehung zwischen dem Bildungsstatus und dem subjektiven Wohlbefinden
2.3 Die signifikante Beziehung zwischen dem Berufsstatus und dem subjektiven Wohlbefinden
2.4 Die signifikante Beziehung zwischen dem Erwerbsstatus und dem subjektiven Wohlbefinden
3. Die signifikanten Beziehungen des Kriteriums Beschwerden
3.1 Die signifikante Beziehung zwischen dem Geschlecht und den Haufigkeiten von Beschwerden
3.2 Die signifikante Beziehung zwischen dem Alter und den Haufigkeiten von Beschwerden
3.3 Die signifikante Beziehung zwischen dem Bildungsstatus und den Haufigkeiten von Beschwerden
3.4 Die signifikante Beziehung zwischen dem Berufsstatus und den Haufigkeiten von Beschwerden
3.5 Die signifikante Beziehung zwischen dem Erwerbsstatus und den Haufigkeiten von Beschwerden
4. Die signifikanten Beziehungen des Kriteriums ernsthaften Erkrankungen
4.1 Die signifikante Beziehung zwischen dem Geschlecht und den Haufigkeiten von ernsthaften Erkrankungen
4.2 Die signifikante Beziehung zwischen dem Alter und den Haufigkeiten von ernsthaften Erkrankungen
4.3 Die signifikante Beziehung zwischen dem Bildungsstatus und den Haufigkeiten von ernsthaften Erkrankungen
4.4 Die signifikante Beziehung zwischen dem Berufsstatus und den Haufigkeiten von ernsthaften Erkrankungen
4.5 Die signifikante Beziehung zwischen dem Erwerbsstatus und den Haufigkeiten von ernsthaften Erkrankungen
5. Die Synopse der unabhangigen Variablen

Kurzpapier IV
1. Einleitung
2. Die signifikanten Beziehungen des Kriterium Wohlbefinden
2.1 Die signifikante Beziehung zwischen den Alltagsbelastungen und dem Wohlbefinden
2.2 Die signifikante Beziehung zwischen dem Zukunftsoptimismus und dem Wohlbefinden
3. Die signifikanten Beziehungen des Kriterium Beschwerden
3.1 Die signifikante Beziehung zwischen den Alltagsbelastungen und den Beschwerden
3.2 Die signifikante Beziehung zwischen dem Zukunftsoptimismus und den Beschwerden
4. Die signifikanten Beziehungen des Kriteriums ernsthafte Erkrankungen
4.1 Die signifikante Beziehung zwischen den Alltagsbelastungen und den ernsthaften Erkrankungen
4.2 Die signifikanten Beziehungen zwischen dem Zukunftsoptimismus und den ernsthaften Erkrankungen
5. Die Synopse der unabhangigen Variablen

Literatur

1. Einleitung

Im Kurzpapier I werde ich, die Punkte in der oben aufgefuhrten Gliederung bearbeiten. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Operationalisierung und dem Variablenmodell, durch diese beiden Arbeitsschritte wird der weitere Verlauf, in der Ausfuhrung, einer empirischen Studie festgelegt. Daher ist es von enormer Wichtigkeit in diesen Arbeitsschritten Begriffe zu definieren, sie bilden spater die Grundlage, um Fragen formulieren zu konnen. Hinzu kommt noch die Auswahl der Grundgesamtheit und der Stichprobe. In dem nun folgenden Kurzpapier werde ich genauer auf die eben angesprochenen Punkte eingehen.

2. Vorschlage zur Operationalisierung des Gesundheitsbegriffs

Jeder von uns kennt die Frage: “Wie geht es Dir?”, wenn man Freunde, Bekannte Oder Verwandte trifft, meistens antwortetjeder mit “Danke, mirgeht’s gut, und Dir?”. Diese Frage wird meistens eher als Hoflichkeitsfrage gestellt, oder um ein Gesprach zu beginnen, doch ehrliche Antworten bekommt man nur selten, und uberhaupt, auf was bezieht sich dieses “Wie geht es Dir?”? Auf den korperlichen oder seelischen Zustand oder die gesellschaftlichen Beziehungen? Was gehort alles dazu, damit es jemandem gut geht oder damit jemand sich nicht gut fuhlt?

Um dies beurteilen zu konnen benotigt man eine Definition von Gesundheit, doch leider existiert keine einheitliche Definition, was man unter “Gesundheit” versteht, die Me inungen daruber gehen auseinander.

Die Definition der WHO, von 1946, fasst den Begriff der Gesundheit als Definition wie folgt zusammen: “Gesundheit als den Zustand des volligen korperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur durch das Freisein von Krankheit und Gebrechen.”1.

Es ist eine Definition, die davon ausgeht, dass es Menschen auch aufgrund von psychischen und nicht nur durch physische Probleme schlecht gehen kann, dies ist gerade in der heutigen Zeit von enormer Wichtigkeit. Menschen, welche z.B. ohne Arbeit sind, verlieren uber lange Zeit ihr Selbstvertrauen und -wertgefuhl, dies kann zu psychischen Problemen fuhren, die jemanden genau so krank machen wie jemandem mit beispielsweise einer Herz- Kreislauferkrankung.

Die Operationalisierung des Begriffs “subjektives Gesundheitsbild” vollzieht sich wie folgt, die Grundlage bildet die Definition des Begriffs der Gesundheit, durch die WHO, des weiteren erfolgt hier die Unterteilung in drei Indikatoren. Dies sind Wohlbefinden, Beschwerden und ernsthafte Erkrankungen. Das Wohlbefinden kann an sich nicht durch irgendeine Grofte bzw. ein Kriterium gemessen werden, hier geht es allein um die subjektive Einschatzung jedes einzelnen, wie er oder sie sich im Moment gerade fuhlt, als mogliche Variablen lassen sich “schlecht”, “wenigergut”, “gut” und “ausgezeichnet” aufzeigen. Es waren die moglichen Antworten auf die alltagliche Frage “Wie geht es Dir?”.

Die Indikatoren “Beschwerden” und “ernsthafte Erkrankungen” werden durch das Kriterium “Aufsuchen eines Arztes” unterschieden, wird demnach ein Arzt aufgesucht, so handelt es sich um “ernsthafte Erkrankungen”. Hier bleibt jedoch keine Kritik an diesem Kriterium aus, denn bei Zahnschmerzen, beispielsweise bei einem Loch im Zahn, sucht man den Arzt zwar auf, doch als ernsthafte Erkrankung erscheint dies den meisten Menschen nicht, den Arzt aufzusuchen bringt eben nur die ersehnte Erlosung von den Schmerzen. Des weiteren beurteilen die Menschen die verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen auch unterschiedlich. Menschen, die auf ihre jeweilige “ernsthafte Krankheit” eingestellt sind, wie z.B. Diabetiker, sehen diese nicht mehr als solchen Einschnitt in ihre Lebensqualitat oder in ihr Wohlbefinden an, da sie gelernt haben sie als Teil ihres Lebens zu betrachten. Dagegen werden oftmals harmlose Beschwerden, wie z.B. eine harmlose Erkaltung von den meisten Mannern als lebensbedrohlich angesehen. Es kommt also auch hier wieder zu unterschiedlichen Einschatzungen von dem, was eine “Beschwerde” ist und was ernsthafte “Erkrankungen” sind.

Man kann allerdings abschlieftend festhalten, dass man immer Kriterien zu Grunde legen muss, die nicht auf jeden zutreffen, dies macht den Prozess der Operationalisierung so erheblich schwer, da man ein Mittelmaft finden muss, worunter sich die meisten Befragten der Stichprobe wieder finden.

Des weiteren hat man hier eine Auswahl an “ernsthaften Erkrankungen” in den Fragebogen aufgenommen, die auf einer internationalen Liste beruhen, es ist also auch die Moglichkeit des Landervergleichs, innerhalb Deutschlands, dadurch gegeben.

Schaubild - Operationalisierung2 :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei der Betrachtung dieser Darstellung fallt ein Aspekt ganz besonders auf, und zwar die Gleichstellung von “Verletzung” und “Vergiftung, infolge eines Unfalls”, hierwurden zwei Erscheinungen, welche die Gesundheit beeintrachtigen gleichgesetzt, welche in ihrer Art und Weise keinesfalls gleich zu bewerten sind, hinzu kommt, dass Verletzungen, sowie Vergiftungen verschiedene Schweregrade besitzen, die hier auch nicht aufgefuhrt worden sind. Bei der Auswertung des Fragebogens wurde somit ein Mensch, der einen schweren Autounfall hatte und der schwere, innere Verletzungen, in der gleichen Kategorie vorkommen, wie jemand, der sich beim Brotschneiden in die Hand schneidet, dies fuhrt zur Verzerrung des Bildes, da ein schwerer Unfall weitere Auswirkungen auf die Gesundheit, wie z.B. Spatfolgen oder irreparable Schaden mit sich bringen kann.

3. Die graphische Darstellung des Variablenmodells und die dazuqehoriqen Hypothesen

Variablenmodell:3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Hypothese: Bildungsstatus - Gesundheitsbild

In modernen Industriegesellschaften ist der Bildungsstatus von Menschen bedeutend fur die soziale Lage.

Viele Untersuchungen gehen davon aus, dass je geringer der Bildungsstatus ist, desto prekarer die Lebenssituation ist. Es ist daher anzunehmen, dass sich dies auch auf das Wohlbefinden, die Erkrankungen und auf die Beschwerden niederschlagt. Daher ist anzunehmen, dass Menschen mit geringerer Bildung einen schlechteren Gesundheitszustand haben. Diese Annahme lasst sich aufgrund der eingeschrankten Moglichkeiten auf dem gegebenen Arbeitsmarkt treffen, da Menschen mit einem niedrigen Bildungsniveau meist nur Berufe ausuben konnen, die erheblich korperlich anstrengend sind und demzufolge die allgemeine Gesundheit belasten. Haufige Erkrankungen sind Erkrankungen des Bewegungsapparates, z.B. operatives Einsetzen eines kunstlichen Huftgelenkes, Ruckenleiden, z.B. Bandscheibenvorfalle oder auch das Auftreten von Diabetes im Alter.

2. Hypothese: Berufsstatus - Gesundheitsbild

Der Berufsstatus ist in modernen Industriegesellschaften ein Indikator, um die Schichtzugehorigkeit in der Gesellschaft und die soziale Lage darzustellen.

Nach Hradil lassen sich folgende Berufstande unterscheiden: 1. Arbeiter, 2. Angestellte, 3. Beamte und 4. Selbststandige, wobei angenommen werden kann, dass je geringer die berufliche Stellung ist, desto schlechter stellt sich die soziale Lage dar. Daher ist wiederum anzunehmen, das sich dies auch auf das Wohlbefinden, die Erkrankungen und auf die Beschwerden niederschlagt, da aufgrund der niedrigen Stellung innerhalb des Arbeitsmarktes auch entsprechend niedrig der Stundenlohn bzw. das Gehalt ist, konnen kostenintensivere Behandlungen durch das Gesundheitssystem nicht in Anspruch genommen werden. Jedoch kann auch eine hohe berufliche Stellung zu den so genannten “Managerkrankheiten” fuhren, wie etwa Herz-Kreislaufprobleme, in diesem Fall ist dann nicht die Gesundheit gesichert, sondern nur eine sehr gute medizinische Versorgung.

3. Hypothese: Erwerbsstatus - Gesundheitsbild

Als ein weiterer Indikator zur Darstellung der sozialen Lage von Menschen dient der Erwerbsstatus.

Viele Untersuchungen gehen davon aus, dass je geringer der Erwerbsstatus ist desto schlechter stellt sich die Lebenssituation dar. Es ist daher anzunehmen, dass sich dies auch auf das Wohlbefinden, die Beschwerden und die Erkrankungen auswirkt. Daraus folgt die Annahme, dass Menschen mit einem niedrigen Erwerbsstatus einen schlechteren Gesundheitszustand haben. Diese Annahme lasst sich aufgrund der Einbuften im Lohn oder Gehalt, dem schwindenden Selbstwertgefuhl bzw. des Selbstbewusstseins bei Teilzeit oder im extremsten Fall bei vollstandiger Arbeitslosigkeit treffen.

Aufgrund des Einschnitts in den finanziellen Mitteln lassen sich bestimmte arztliche Versorgungen nicht mehr finanzieren. Hinzu kommt, dass die Qualitat der Ernahrung abnimmt, Obst und Gemuse sind zwar gesund, zahlen allerdings auch zu den Lebensmitteln, die teurer sind. Des weiteren kann der Zustand des Teilerwerbs bzw. Nichterwerbs sich negativ auf die Psyche niederschlagen, dies wiederum kann zu Demianz in verschiedenen Bereichen des Alltags fuhren, wie z.B. zu Alkoholismus.

4. Hypothese: Geschlechtzugehorigkeit - Gesundheitsbild

Der Zusammenhang zwischen Geschlecht und Gesundheit wurde schon zahlreich in Untersuchungen betrachtet. Dabei wurde folgende Annahme getroffen: Frauen sind aufgrund ihrer biologischen Merkmale, sie gebaren die Kinder und sehen sich mit der Menstruation konfrontiert, schmerzempfindsamer und zeigen eine intensivere Reaktionsfahigkeit auf die Signale des eigenen Korpers. Des weiteren ist die Konstitution ihrer Gesundheit sehr viel belastbarer, als die der Manner. Frauen mussen in bestimmten Momenten, z.B. bei Auftreten von eigenen Beschwerden, einfach Starke beweisen, da sie laut ihres Gesellschaftsbildes die hausliche Verantwortung tragen und daher “immer prasent sein mussen”. Manner dagegen mussen immer Starke zeigen, Beschwerden oder Krankheiten werden oft ignoriert oder aber Bagatelle-Krankheiten werden als unheilbar angesehen, im ubertriebenen Sinn.

Folgende Annahme lasst sich daher treffen, Frauen sind in Bezug auf ihre Gesundheit belastbarer, aufgrund der Menstruation und den damit verbundenen Beschwerden mussen sich Frauen mit ihrem Korper auseinander setzen und sind daher achtsamer in Bezug auf Warnsignale, die der Korper aussendet. Dies lasst sich daher auch auf das Wohlbefinden, Beschwerden und Erkrankungen ubertragen.

5. Hypothese: Alter - Gesundheitsbild

In den modernen Industriegesellschaften erreichen die Menschen, aufgrund der modernen medizinischen Versorgung und der Moglichkeit der ausgewogenen Ernahrung, ein hohes Alter. Allerdings sind mit dem Alterwerden auch Krankheitserscheinungen verbunden.

Das heiftt je alter ein Mensch ist, desto hoher sind die Risiken fur die Anfalligkeit auf bestimmte Krankheiten; oder je alter ein Mensch wird, desto hoher sind die Kosten, die dem System der medizinischen Versorgung entstehen.

Diese Annahme lasst sich auch durch die Kosten fur medizinische Praparate und die benotigten Untersuchungen durch spezielle Gerate der Medizin fundieren, da bestimmte Krankheiten erst im Alter auftauchen und dann eine spezielle Versorgung erfolgt.

6. Hypothese: Alltagsbelastungen - Gesundheitsbild

In den modernen Industrienationen sehen sich die Menschen immer mehr Stress und alltaglichen Belastungen gegenuber, dies auftert sich in der zunehmenden Arbeitszeit in den westlichen Arbeitsgesellschaften und den hinzukommenden privaten Verpflichtungen.

Das heiftt, dass Beruf und Privatleben miteinander vereinbart und auftauchende Probleme bewaltigt werden mussen.

Hinzu kommen die Probleme, die finanzieller Art sind, die den Menschen extrem stark belasten und sich auf ihre Psyche niederschlagen.

Folgende Annahme lasst sich daher treffen, je mehr sich ein Mensch Belastungen, jeglicher Art, gegenubersieht, desto grower sind die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, das heiftt auf das Wohlbefinden, die Beschwerden und die Erkrankungen.

Menschen, die einen ausgeglichenen Alltag haben und in ihrer Psyche ausgeglichen sind, fuhlen sich wohler und haben weniger Beschwerden bzw. weniger Erkrankungen.

7. Hypothese: Zukunftsoptimismus - Gesundheitsbild

Aufgrund der steigenden Belastungen, denen sich die Menschen gegenubersehen, werden die subjektiven Einschatzungen uber ihre personlichen Zukunftsperspektiven negativer eingeschatzt.

Dies lasst folgende Annahme zu: Je schlechter die Menschen ihre personlichen Zukunftsperspektiven einschatzen, desto negativer sind die Auswirkungen auf die Gesundheit, das heiftt auf das Wohlbefinden, die Beschwerden und die Erkrankungen.

Menschen, die ihre allgemeine Lage als eher positiv einschatzen, fuhlen sich in ihrer Umwelt wohler, sind ausgeglichener und daher nicht so anfallig fur Krankheiten und haben daher eine positivere Einschatzung in Bezug auf ihre Zukunftsperspektiven.

Daher lasst sich folgende Aussage treffen: Menschen, die eine positive Einstellung zum Leben und daher auch zur Zukunft besitzen, sind weniger anfallig fur Beschwerden und Krankheiten und fuhlen sich im Allgemeinen wohler.

4. Grundgesamtheit und Stichprobe4

Grundgesamtheit

Die empirische Studie „Gesundheit und Wohlbefinden in Sachsen - Anhalt wurde im Fruhjahr 2003 erhoben. Bei der Grundgesamtheit der Befragten handelt es sich um die volljahrige Burger Deutschlands, zwischen 18 und 65 Jahren, mit erstem Wohnsitz in Sachsen - Anhalt.

Es wurden die Jahrgange von 1938 bis 1985 befragt. Des weiteren sollte die Studie die Struktur der Bevolkerung und des Landes in Sachsen - Anhalt widerspiegeln, daher wurden bestimmte Landkreise (Stendal, Bitterfeld, der Saalkreis und der Burgenlandkreis) und die Landeshauptstadt Magdeburg ausgewahlt. Es waren Landkreise mit verschiedenen Attributen vertreten, mit relativ niedriger Bevolkerungsdichte, viel Industrie oder die im so genannten Speckgurtel liegen oder mit hoher Arbeitslosigkeit. Es war der Querschnitt des Landes Sachsen - Anhalt, der zur Untersuchung stand.

Stichprobe

Die Stichprobe lasst sich zunachst zwei verschiedene Formen, die der Brutto- und der Netto - Stichprobe, einteilen.

Unter die Brutto - Stichprobe werden alle ermittelten Personen gefasst, die fur die Erhebung als Probanden angeschrieben wurden.

Die Ermittlung der Probanden erfolgt erstens im Ausschlussverfahren, nach Prufung der erforderlichen Kriterien, wenn dies abgeschlossen ist, werden zweitens, die durch eine Art von Zufallsprinzip ermittelten Personen angeschrieben. Die Ermittlung erfolgt in Zusammenarbeit mit den regionalen Einwohnermeldeamtern der ausgewahlten Landkreise, die nach Prufung der Kriterien die Adressen an das Forscherteam herausgeben.

Bei der Benachrichtigung der Probanden ist lediglich die Adresse bekannt, weder das Alter noch beispielsweise der Beruf ist fur die Forschern zuganglich, die Auswahl erfolgt demnach, wie schon erwahnt nach einem Zufallsprinzip.

Nachdem die Fragebogen versandt wurden, erfolgt dann der Rucklauf, dabei ist zu beachten, dass die Rucklaufquote meistens bei 30% - 35% liegt.

Nach Abzug der Fragebogen, die nicht mit in die Erhebung mit einflieften, da sie nicht zuruck gesandt wurden oder nicht korrekt ausgefullt wurden, ergibt sich die Netto - Stichprobe. Diese Netto - Stichprobe beinhaltet die Anzahl an Fragebogen, die der Auswertung und fur die Darstellung der erhobenen Erkenntnisse zugrunde liegen.

Es wurden hier 6798 Fragebogen verschickt, von denen 2090 in die Auswertung einflieften konnten.

1. Einleitung

Es erfolgt eine Betrachtung und Analyse der erhobenen Daten, die Haufigkeiten der Variablenauspragungen der dazugehorigen Indikatoren Wohlbefinden, Beschwerden und ernsthafte Erkrankungen, des Gesundheitsberichtes 2005.

Die Darstellung erfolgt jeweils im Diagramm bzw. im Tabellat.

Abschlieftend erfolgt eine Interpretation der Daten, dabei werden die moglichen Ursachen und Praventionen aufgezeigt.

Abschlieftend werden die strukturellen Zusammenhange zwischen den diversen Beschweren und den Erkrankungen untersucht, dazu werden die jeweiligen Assoziationskoeffizienten mit einbezogen.

2. Der Indikator Wohlbefinden

2.1 graphische Darstellung der Daten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Datenquelle: Handreichung Prof. Dr. Dippelhofer-Stiem, B., 2005, S. 4

2. 2 Verbalisierung der erhobenen Daten

Die hie betrachteten Daten beziehen sich auf die Frage: ,,Ganz allgemein gesprochen: Wie wurden Sie ihren gegenwartigen Gesundheitszustand beschreiben?"5 und auf die Grundgesamtheit der Befragten von N=2090.

Dem subjektiven Wohlbefinden konnte mit folgenden Items Ausdruck verliehen werden: schlecht, weniger gut, gut und ausgezeichnet.6

Bei der Betrachtung des Diagramms fallt auf, dass etwas zwei Drittel der Befragten ihren gegenwartigen Gesundheitszustand mit gut bewerten und knapp ein Zehntel mit ausgezeichnet, des weiteren geben ein Viertel der Probanden an sich schlecht bzw. weniger gut zu fuhlen. Es lasst sich somit feststellen, das die Befragten die ihren gegenwartigen Gesundheitszustand mit gut bzw. ausgezeichnet bewertet haben somit die groftte Gruppe darstellen, es handelt sich hierbei um 75% der Befragten.

Ein Anteil von 75% der hier befragte Bevolkerung des Landes Sachsen - Anhalt, bezeichnet sich gegenwartig als gesund, lediglich 25% der Probanden fuhlen sich nicht gesund.

3. Der Indikator Beschwerden

3.1 tabellarische Darstellung

Tabelle 1:

Die Haufigkeitsverteilungen der diversen Beschwerden in der Bevolkerung von Sachsen-Anhalt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

N=2090, Haufigkeiten in %-Angaben

Datenquelle: Handreichung Prof. Dr. Dippelhofer-Stiem, B., 2005, S. 4

3.2 Die Verbalisierung der erhobenen Daten

Die hier erhobenen Daten beziehen sich auf die Frage 2: ,,Auch Menschen, die sich eigentlich wohl fuhlen, haben manchmal Beschwerden. Wie ist das bei Ihnen? Denken Sie einmal an das letzte halbe Jahr: Inwieweit sind bei Ihnen folgende Beschwerden aufgetreten?"7 des Fragebogens und gehen von einer Grundgesamtheit von N=2090 aus. Des weiteren wurden die Kategorien 2, selten, und 3, hin und wieder, und die Kategorien 4, ofter, und 5, sehr haufig, zusammengefasst, zu jeweils zwei Kategorien. Somit ist der Uberblick uber die Haufigkeiten von Beschwerden bzw. uber das nicht Vorhandensein von Beschwerden erheblich vereinfacht.

Als erstes fallen die Haufigkeiten der Beschwerden: Ruckenschmerzen und Mudigkeit auf, diese werden an erster bzw. zweiter Stelle im Auftreten von diversen Beschwerden genannt. Diese Tendenz wird auch durch den Median verstarkt zum Ausdruck gebracht. Bei einem allgemeinen Median, dieser Verteilung, von drei, der die Kategorie ,,hin und wieder"8 der Antwortmoglichkeiten darstellt und zudem die Mitte der Verteilung bildet, erkennt man fur die Auspragungen Ruckenschmerzen und Mudigkeit, dass sie sich in der zweiten Halfte der Verteilung befinden und eine schwache Tendenz zum haufigerem Auftreten aufweisen.

Die ubrigen auftretenden Beschwerden besitzen alle einen Median, welcher sich unter dem Wert von drei befindet, sie sind daher somit in der ersten Halfte der Verteilung anzuordnen und weisen eine schwache bzw. eine starke Tendenz zu den Kategorien seltenes Auftreten bzw. kein Auftreten von Beschwerden auf.

Wie folgt werden die einzelnen Beschwerden und ihre Haufigkeitsverteilungen betrachtet.

Das haufige Auftreten von Ruckenschmerzen geben zwei Funftel der Probanden an.

Die ubrigen drei Funftel der Befragten geben an eher selten unter diesen Schmerzen zu leiden, wovon 25% dieser Gruppe nie unter Ruckenschmerzen leiden.

Die Menschen, die ofter unter Mudigkeit leiden bilden auch hier wieder eher eine Minoritat, ihr Anteil liegt bei etwas mehr als einem Drittel. Ahnlich verhalt es sich auch mit den Befragten, die uberhaupt nicht unter Mudigkeit leiden, sie bilden mit knapp einem Zehntel ebenfalls eine Minderheit. Der groftte Anteil, von 58%, der Probanden befindet sich in der Kategorie, welche nur selten bzw. hin und wieder unter Mudigkeit leiden.

Die Verteilungen der Beschwerden: Kopfschmerzen und gedruckte Stimmung weisen einen identischen Median, auf und besitzen auch in den Verteilungen der Haufigkeiten der unterschiedlichen Kategorien erhebliche Ahnlichkeiten, bis auf sehr geringe Abweichungen, aus diesem Grund konnen sie nun beide zusammen betrachtet werden.

Die Minoritaten liegen wieder im Bereich von ofter/ sehr haufig, mit jeweils einen Funftel, und uberhaupt nicht, mit jeweils etwas weniger als einem Funftel.

Die Majoritat bildet die Kategorie selten/ hin und wieder mit einem Anteil von etwas mehr als drei Funfteln.

Mit einem Anteil von 70%, die hin und wieder bzw. selten an Konzentrationsschwierigkeiten leiden, bilden die Befragten hier in dieser Kategorie die Mehrheit, jeweils ein Funftel der Probanden gibt an uberhaupt nicht darunter zu leiden und etwa ein Zehntel ofter bis haufig.

Unter Schlafproblemen leidet etwas die Halfte der hier Untersuchten selten bzw. hin und wieder, sie bilden somit die Mehrheit. In den verbleibenden Kategorien: uberhaupt nicht handelt es sich um knapp 30% und ofter/ sehr haufig um ein Funftel der Befragten.

In der nun folgenden Beschwerde, Magenschmerzen, kann man einen starken Anstieg der Haufigkeit in der ersten Kategorie, uberhaupt nicht, beobachten, dieser liegt hier bei 48%.

Des weiteren ist die Anzahl der Probanden in der Kategorie selten/ hin und wieder ahnlich hoch, diese betragt 43%. In der verbleibenden Kategorie, ofter/ sehr haufig ist der Anteil der Befragten sehr gering, er betragt nur knapp ein Zehntel.

Die Haufigkeit des Auftretens von Zahnschmerzen ist auch hier wieder sehr stark in den ersten Kategorien vertreten. Etwas mehr als die Halfte der Probanden finden sich in der Gruppe derer, die uberhaupt nie bzw. nicht an Zahnschmerzen leiden, zwei Funftel gibt an selten bzw. hin und wieder diese Beschwerden zu haben. Nur ein sehr kleiner Anteil von 3% hat dagegen ofter/ sehr haufig Zahnschmerzen.

Abschlieftend lasst sich feststellen, dass die meisten, der hier zur Befragung stehenden Beschwerden entweder nur selten/ hin und wieder oder uberhaupt nicht auftreten.

Nur die Beschwerden Ruckenschmerzen und Mudigkeit besitzen eine schwache Tendenz zum haufigen Auftreten.

Somit leidet der hier befragte Teil der Bevolkerung nur selten an Beschwerden und das positive Ergebnis der ersten Frage nach dem gegenwartigen Gesundheitszustand ist dadurch ebenfalls bestatigt.

4. Der Indikator ernsthafte Erkrankungen

4. 1 tabellarische Darstellung der erhobenen Daten

Tabelle 2:

Die Haufiqkeitsverteilunqen der diversen ernsthaften Erkrankungen der Bevolkerunq in Sachsen - Anhalt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

N=2090, Haufiqkeiten in %-Anqaben

Datenquelle: Handreichunq Prof. Dr. Dippelhofer-Stiem, B., 2005, S. 4-5

4.2 Die Verbalisierunq der Daten

Die hier zur Auswertung stehenden Daten beziehen sich auf die Frage 3: “Und wie ist das mit ernsthaften Erkrankunqen? Sind Sie desweqen in arztlicher Behandlunq?

Oder war dies fruher einmal der Fall?"9 des Fraqeboqens und qehen von einer Grundqesamtheit von N=2090 aus.

Des weiteren wurden auch hier die Kateqorien 3, ja, im letzten halben Jahr, 4, ja, schon lanqer her, zusammenqefasst, zu jeweils einer Kateqorie. Somit ist der Uberblick uber die Haufiqkeiten von ernsthaften Erkrankunqen bzw. uber deren Vorhandensein erheblich vereinfacht.

Als erstes fallen die Haufiqkeiten der ernsthaften Erkrankunqen: Ruckenleiden bzw. Krankheiten des Bewequnqsapparates auf, diese werden hier an erster bzw. zweiter Stelle im Auftreten qenannt. Eine Verstarkunq durch den Median ist allerdinqs nicht qeqeben, da der allqemeine Median, der die Verteilunq in zwei qleich qrofte Gruppen teilt lieqt bei einem Wert von 2,5 und der hochste Wert fur diese Verteilung liegt bei 1,61. Das bedeutet wiederum, das sich die meisten ernsthaften Erkrankungen in Bezug auf ihre Haufigkeit in der Kategorie: „nein“ sich befinden und nur die Auspragung: Ruckenleiden/ Krankheiten des Bewegungsapparates eine leichte Tendenz zu Kategorie: ja, derzeit, besitzt.

Wie folgt werden die einzelnen ernsthaften Erkrankungen und ihre Haufigkeitsverteilungen betrachtet.

Die Auspragung Ruckenleiden/ Krankheiten des Bewegungsapparates gehort hier zu den ernsthaften Erkrankungen, die am haufigsten genannt wurde, ein Drittel der Befragten gibt an darunter zu leiden, jedoch sei es ein halbes Jahr bzw. schon langer her, dass sie aufgetreten sind. Des weiteren leidet ein Funftel der Probanden derzeit und knapp die Halfte der hier Erfassten leidet nicht darunter.

Am zweithaufigsten wurden die Herz-Kreislauferkrankungen genannt, allerdings ist hier schon sehr deutlich die Tendenz zur Kategorie: nein, keine Erkrankung, zu erkennen, verstarkt wird dies bei Betrachtung der Median-Differenz von Auspragung Ruckenleiden und Herz-Kreislauferkrankungen. Diese Tendenz bleibt in Bezug auf die ubrigen Erkrankungen erhalten.

Folgende Haufigkeiten ergeben sich fur die Erscheinung der Herz-Kreislauferkrankungen, drei Viertel geben an nicht unter dieser Erkrankung zu leiden, des weiteren besitzen zu Zeit ein Zehntel der Probanden Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufes und 15% besaften diese Gesundheitsstorung vor einem halben Jahr.

Die weit verbreitete Aussage, dass immer mehr Menschen in der Bevolkerung unter Allergien leiden, lasst sich aufgrund der vorliegenden Daten widerlegen. Es sind etwas mehr als drei Viertel der hier Erfassten, die nicht an einer Allergie erkrankt sind, lediglich knapp ein Zehntel der Probanden ist derzeit von einer Allergie betroffen und 15% der Befragten gaben an schon lange nicht mehr unter einer Allergie gelitten zu haben.

Ahnlich verhalt es sich auch mit den Erkrankungen, welche die Haut betreffen, auch hier liegt der Anteil wieder etwas uber drei Viertel der Befragten, lediglich ein Anteil, von 7%, der hier befragten und erfassten Bevolkerung Sachsen - Anhalts ist derzeit von einer Hautkrankheit betroffen und wiederum bei 15% der Probanden liegt diese Erkrankung schon langer zuruck. Das Auftreten von nervosen und emotionalen Storungen kommt zu Zeit nur bei einem kleinen Anteil der Befragten von 6% vor. Die Majoritat von vier Funfteln leidet unter dieser Krankheit uberhaupt nicht und bei etwas mehr als einem Zehntel der Probanden liegen diese Storungen schon sehr lange zuruck.

Die nun folgenden Krankheitserscheinungen weisen alle einen Median von 1,10 auf und besitzen auch in der Struktur der jeweiligen Haufigkeitsverteilung erhebliche Gemeinsamkeiten bzw. besitzen zum Teil identische Haufigkeiten. Aus diesem Grund konnen die Krankheiten: Erkrankung des Verdauungssystems, Verletzungen/ Vergiftungen und Erkrankung des Atmungssystem in Hinblick auf die Haufigkeitsverteilungen gemeinsam betrachtet werden.

Die Tendenz, das im Allgemeinen die Befragten in der Kategorie: nein, keine Erkrankung sich einordnen ist auch hier wieder deutlich erkennbar, es handelt sich jeweils um einen Anteil von 83% bzw. 84% der Befragten, die nicht unter den genannten Krankheiten leiden. Der Anteil, derer, die derzeit unter Erkrankungen des Verdauungssystems bzw. des Atmungssystems leiden, betragt 4% und etwa 1% der Probanden hat gerade eine Verletzung/ Vergiftung erlitten. In der Kategorie: ,,ja, im letzten halben Jahr/ das ist schon langer her“10 sind kleine Unterschiede in den Haufigkeitsverteilungen zu erkennen.

In diese Kategorie ordnen sich etwas 12% der Befragten mit Erkrankungen des Verdauungssystems, 15% Verletzte/ Vergiftete und 13% mit Erkrankungen des Atmungssystems ein. Diese hier auftretenden Unterschiede sind minimal, es handelt jeweils um etwas mehr als ein Zehntel der Probanden, die diese Angaben machten.

Die Erkrankung an Diabetes betrifft auch hier wiederum einen sehr kleinen Anteil, es handelt sich um lediglich 4%. Die Majoritat, mit einem Anteil von 94%, der hier erfassten Bevolkerung ordnet sich in die Kategorie der Nicht-Erkrankten ein und lediglich 2% der Probanden gaben an, dass die Erkrankung schon langer zuruckliegt.

Es folgen nun abschlieftend zwei Krankheitserscheinungen, die ebenfalls einen identischen Median, von 1,02, besitzen und des weiteren starke Gemeinsamkeiten in den Haufigkeitsverteilungen aufweisen. Es handelt sich dabei um die Krebserkrankungen und um die Bluterkrankungen/ Krankheiten des Immunsystems. Der Anteil derer, die keine Erkrankung aufweisen, liegt bei 97% bzw. 96%. Die Befragten, welche derzeit davon betroffen sind liegt jeweils fur beide Krankheitsbilder bei 1%. Der Anteil der Probanden, bei denen die Erkrankung schon langer zuruckliegt belauft sich auf 3% bzw. 2%.

Abschlieftend lasst sich folgendes Gesamtergebnis feststellen, die Erkrankung des Rucken bzw. des Bewegungsapparates ist in ihrer Haufigkeit am starksten vertreten. Jedoch lasst sich feststellen, das mit steigender Tendenz die Majoritat nicht von ernsthaften Krankheiten betroffen ist, ein relativ kleiner Teil litt vor langerem daran und nur ein verschwindend kleiner Prozentsatz der Befragten leidet augenblicklich an einer ernsthaften Krankheit. Bestatigt wird diese Ergebnis durch den Median, der ebenfalls in seiner Auspragung eine Tendenz zur Antwortkategorie: „nein“11 dokumentiert.

Das Ergebnis ist demzufolge, das die Bevolkerung Sachsen - Anhalts uberwiegend gesund ist.

5. Interpretation der Ergebnisse

Die analysierten Daten, der Fragen ein bis drei, des funften Gesundheitsbericht des Landes Sachsen - Anhalt12 zur Gesundheit und zum Wohlbefinden, erhoben durch Frau Prof. Dr. B. Dippelhofer-Stiem, lassen auf ein positives Bild, in Bezug auf die Gesundheit der Bevolkerung schlieften.

Die Mehrheit der Bevolkerung beschreibt ihren gegenwartigen Gesundheitszustand als gut/ ausgezeichnet, sie fuhlen sich wohl. Dieses Ergebnis kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, meist sind diese im privaten Bereich bzw. im professionellen Bereich zu finden. Hat man zum Beispiel eine harmonische Beziehung innerhalb der Familie bzw. Partnerschaft, so ist die Person emotional gestarkt und hat auch den benotigten Halt in kritischen Situationen, die im Leben auftauchen (konnen). Des weiteren erhoht die Anerkennung durch die Gesellschaft das Maft des Wohlfuhlens, dies geschieht uber den professionellen Bereich, durch Erfolg in der Schule, in der Uni oder im Berufsleben.

Im Bereich der hier analysierten Beschwerden ist ebenso, wie schon erwahnt, die starke Tendenz vorhanden, dass diese eher selten bzw. hin und wieder auftreten. Lediglich bei den Erscheinungen: Ruckenschmerzen und Mudigkeit ist eine leichte Tendenz zum haufigerem Auftreten gegeben. Dies lasst sich folgendermaften erklaren, die Praventionen bezuglich Ruckenschmerzen sollten schon in den ersten Lebensjahren eines Kindes vollzogen werden, doch leider ist dies nicht immer gegeben. Oft besitzen noch nicht einmal die offentlichen Einrichtungen fur Kinder, wie Kindergarten und Schule, die fur dieses Alter notigen Sitzmoglichkeiten, die Tische sind zum Teil zu niedrig, eine gebeugte, fur den Rucken schadliche Haltung ist die Folge. Des weiteren erhalten die Kinder oft keine ihrem Alter und Korper angepasste Schultasche, die Taschen sind zu schwer und die Kinder gehen in gebuckter Haltung. Da die Knochen noch im Wachstum sind, lassen sie sich somit verformen und der Korper ist in einer permanenten schlechten Haltung. Spater im Berufsleben werden dann die Folgen aus der Kindheit sichtbar, hinzukommt, dass es oft keine Aufklarung daruber vorhanden ist, wie z.B. Lasten so gehoben werden, so dass der Rucken nicht in Mitleidenschaft gerat, obwohl in vielen Branchen korperlich sehr schwer gearbeitet wird, wobei als erstes immer der Rucken an den Folgen leidet.

Des weiteren leiden die hier Befragten zunehmend an Mudigkeit. Dies ist wie folgt zu erklaren. In den westlichen Industriegesellschaften hat in den letzten Jahrzehnten die Arbeitszeit zugenommen, hinzukommt, dass aber auch das Freizeitangebot zugenommen hat, die Menschen wollen heute soviel Zeit wie moglich mit Aktivitaten in der freien Zeit verbringen und etwas erleben. Das stellt zeitlich eine Diskrepanz dar, die Folge ist, dass die Menschen ihre Ruhephase kunstlich verkurzen, sie schlafen zu wenig. Der Korper ist nun in seinen Regenerationsmoglichkeiten eingeschrankt, diese schlechte Lage wird haufig noch durch den Konsum von unausgewogner Nahrung begunstigt. Dem Korper fehlen demnach zunehmend Schlaf und Vitamine, ihre Zufuhr konnte wahrscheinlich viele von der Beschwerde der Mudigkeit befreien.

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1 Hurrelmann, K.(2000), S. 7

2 Prof. Dr. Dippelhofer-Stiem, B., 2003, Fragenbogen S.1

3 vgl. Prof. Dr. Dippelhofer - Stiem, B., 2005, S.1

4 vgl. Prof. Dr. Dippelhofer - Stiem, B., 2003, S. 9-15

5 Prof. Dr. Dippelhofer-Stiem, B., 2003, Fragenbogen S.1

6 vgl. Prof. Dr. Dippelhofer-Stiem, B., 2003, Fragenbogen S.1

7 Prof. Dr. Dippelhofer-Stiem, B., 2003, Fragenbogen S.1

8 vgl. Prof. Dr. Dippelhofer-Stiem, B., 2003, Fragenbogen S.1

9 Prof. Dr. Dippelhofer-Stiem, B., 2003, Fragenbogen S.1

10 vgl. Prof. Dr. Dippelhofer-Stiem, B., 2003, Fragenbogen S.1

11 Prof. Dr. Dippelhofer-Stiem, B., 2003, Fragenbogen S.1

12 Dippelhofer-Stiem, B./ Doll, P., 2005

Details

Seiten
78
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783656489528
ISBN (Buch)
9783656490463
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v232969
Institution / Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg – Soziologie
Note
2,0
Schlagworte
gesundheit wohlbefinden sachsen-anhalt kurzpapiersammlung

Autor

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Titel: Gesundheit und Wohlbefinden in Sachsen-Anhalt