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Die Rolle Moskaus für den Untergang der DDR

Eine Analyse im Spiegel der Memoiren Michail Gorbatschows und Valentin Falins

Hausarbeit 2013 16 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung ... 3

2 Gorbatschow in der UdSSR und der DDR ... 4
2.1 Perestroika und Glasnost sowie ihre Folgen ... 4
2.2 Reaktion der SED–Führung auf die Gorbatschows Reformen ... 6

3 Zusammenbruch der UdSSR und das Ende der DDR ... 9

4 Fazit ... 12

5 Literaturverzeichnis ... 15

1 Einleitung

„Die DDR ist ohne die Sowjetunion nicht denkbar. Als Hegemonialmacht hatte sich diese mit der Konstituierung ihres westlichen Vorpostens zur DDR im Jahr 1949 für eine „kleindeutsche“ Lösung entschieden. Die SED, dessen Staatspartei, blieb seitdem eng mit der Sowjetunion verklammert.“1 Aber mit der Zeit haben sich die Verhältnisse der DDR mit dem „Großen Bruder“ Sowjetunion verschlechtert. Auch das Propaganda-Motto „von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen“, was Jahre lang als ein Zeichen für die Freundschaft der DDR und der UdSSR galt, wurde von der SED–Führung nicht mehr als Vorbild angesehen.

Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Fragestellung zu beantworten, welche Rolle Moskau bei dem Untergang der DDR spielte. Hier wird zunächst ein Überblick über die Reformpolitik, und zwar Perestroika und Glasnost in der UdSSR gegeben und es wird gezeigt, welche Reaktion Honecker auf Gorbatschows Reformkurs hatte. Anschließend wird auf den Zusammenbruch und das Ende der DDR eingegangen, dabei werden die Ansichten Moskaus gegenüber der DDR dargestellt.

In dieser Ausarbeitung werden die Ereignisse der damaligen Zeit im Spiegel der Memoiren Michail Gorbatschows und teilweise Valentin Falins beschrieben. Es werden außerdem russischsprachige Quellen verwendet, die von mir selbst übersetzt wurden.

2 Gorbatschow in der UdSSR und der DDR

2.1 Perestroika und Glasnost sowie ihre Folgen

Am 11. März 1985 wurde Gorbatschow zum Generalsekretär in der Sowjetunion gewählt. Schon in dieser Zeit spürte man, dass das sowjetische System irgendwann zusammenbrechen wird. Gorbatschow bekam die Aufgabe, die Erosion des Systems und den Zerfall des Staates zu lösen. Das Politbüro wusste, dass es handeln musste und möglichst schnell. Unter Gorbatschows Regierungszeit begann der Reformkurs in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Sowjetunion. Er proklamierte ein „Neues Denken“, bei dem es sich nicht um eine neue Ideologie bzw. Denkweise handelte. Es ging mehr um die Außen- und Sicherheitspolitik der Sowjetunion. „Das «neue Denken» wird also als Appell an die gesamte Menschheit bertachtetet, an alle Staaten, ungeachtet ihrer unterschiedlichen kulturellen, philosophischen und politischen Strömungen. Sein Wesen soll es gerade sein, als gemeinsamer Nenner für das Zusammenleben unterschiedliche ethnischer, sozialer und anderer Gruppen zu dienen.“2 Gorbatschows Meinung nach, „ohne Änderung der Ansichten auf die Weltpolitik und ohne Verbesserung der Beziehungen zwischen der UdSSR und dem Westen, war es unmöglich Perestroika bzw. den Umbau innerhalb des Landes durchzuführen, das heißt, zunächst hatte Gorbatschow das pragmatische Ziel vor sich, und zwar, vorteilhafte außenpolitische Bedingungen für innerstaatliche Reformen im Land zu schaffen.“3 Gorbatschows sogenannte „Revolution von oben“ hat auch in Westeuropa, vor allem in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) Einfluss gehabt. Mit der neuen Politik der Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) wollte Gorbatschow eine politische Veränderung erreichen, und zwar eine „Demokratisierung des sozialistischen Systems.“4 Eines seiner Ziele war es, die Hegemonialmacht der UdSSR wieder zu stärken und aktiver in den internationalen Beziehungen zu werden, denn die Führungsstärke der UdSSR war seit Ende der siebziger Jahre in der Regierungsphase Breschnews sowie unter den Generalsekretären Andropow und Tschernenko immer inaktiver geworden.5 Glasnost und Perestroika sollten den Menschen Augen öffnen sowie ihnen die Wahrheit zeigen. Zum Beispiel werden die Zahlen über Produktion und Fehler der vorherigen Führung, die lange Zeit vertuscht wurden, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass der Sozialismus erfolgreich ist, mit Gorbatschows Amtsantritt öffentlich dargestellt und kritisiert. Gorbatschows Reformideen haben sich auf den Umbau der Wirtschaft und gleichzeitig der Gesellschaft bezogen. Außerdem war es für ihn wichtig die internationalen Spannungen abzubauen und neue internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit auszubauen. Glasnost sollte den Menschen und auch den Medien die Möglichkeit geben, sich offen zu politischen und gesellschaftlichen Themen zu äußern und am politischen Leben teilzunehmen.

Ursprünglich richtete sich Gorbatschows Perestroika allein auf das sowjetische Wirtschaftssystem. Nach einiger Zeit wurde klar, dass die Außenwirtschaft, vor allem die Ost–West Beziehungen neu strukturiert werden sollten, um die Entwicklung der sowjetischen Wirtschaft zu verbessern und zu modernisieren. Gorbatschow war bewusst, dass als erstes die Außenwirtschaftsbeziehungen zu den kapitalistischen Ländern ausgebaut werden müssen, um mit Hilfe technologischer Mittel die sowjetische Wirtschaft ankurbeln zu können.6 Er versuchte so gut wie es ging, die Situation in der UdSSR zu verbessern. Nur mit der Zeit verlor der sowjetische Führer die Kontrolle über das eigene Land, denn die Ereignisse verliefen sehr schnell, dass es selbst für ihn unerwartet war und er hatte keinen bereitgestellten Plan, um auf diese Situation zu reagieren.

[...]


[1] Franzke, J.: Die DDR und die Perestroika: Hoffnung und Syndrom, in: Bollinger, Stefan (Hrsg.): Das letzte Jahr der DDR. Zwischen Revolution und Selbstaufgabe, Berlin 2004, S. 55.

[2] Primakov, E., Martynov V., Diligenskij, G.: Nekotorye problemy novogo myslenija, in: Mirovaja ekonomika i mezdunarodnye otnoshenija (MEIMO), 6/1989, S. 5 – 18, in: Adomeit, H., Höhmann, H-H., Wagenlehner, G. (Hrsg.): Die Sowjetunion unter Gorbatschow. Stand, Probleme und Perspektiven der Perestrojka, Stuttgart 1990, S. 269.

[3] „без пересмотра взглядов на мировую политику, без улучшения отношений СССР с Западом невозможно было проводить перестройку внутри страны, то есть первоначально ставилась прагматическая цель: создать благоприятные внешнеполитические условия для внутренних реформ в стране“ von Polinov, B.: M.S. Gorbatschow i nowoe politicheskoe mishlenie:istoki, osnovnie idei, rezultati, in: Noweyshaja istoria Rossii/ Modern history of Russian № 2, St. – Peterburg 2012, S. 136.

[4] Franzke, J.: Die DDR und die Perestroika: Hoffnung und Syndrom, S. 60.

[5] Vgl. ebd., S. 56.

[6] Vgl. Druwe, U: Das Ende der Sowjetunion. Krise und Auflösung einer Weltmacht, Weinheim 1991, S. 126f.

Details

Seiten
16
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668194151
ISBN (Buch)
9783668194168
Dateigröße
645 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v232967
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,3
Schlagworte
Moskau; Untergang der DDR; Gorbatschow und die DDR

Autor

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