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Grundlagen empirischer Forschung / Experteninterview

Objektivität, Reliabilität, Validität

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 13 Seiten

Organisation und Verwaltung - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Aufgabe 1
1. Grundlagen
1.1. Definition Experte
1.2 Aspekte des Interviews
1.3. Weiterführende Gedanken

Aufgabe 2
2.1 Allgemeines
2.2 Objektivität
2.3 Validität
2.4 Reliabilität

Aufgabe 3
3.1 Berechnung der Laboruntersuchungen
3.2 Berechnung der Laboruntersuchungen
3.3 Kommentierung der Ergebnisse

4. Quellenverzeichnis

Aufgabe 1

Erläutern Sie die 3 aus Ihrer Sicht wichtigsten Punkte, die bei einem mündlichen Experteninterview zu beachten sind, begründen Sie Ihre Auswahl und benennen Sie weitere wichtige Gesichtspunkte.

1. Grundlagen

Die Befragung ist die am häufigsten verwendete Erhebungsmethode in der Sozialforschung[1]. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass eine direkte Kommunikation mit der Untersuchungsperson besteht. Dies bedeutet, dass die Datensammlung mit einem unverfälschten „Originalton“ beginnt, und nicht – wie z. B. bei einer Beobachtung – schon eine Interpretation menschlichen Handelns darstellt.[2]

Die persönliche Befragung mit einem Interviewer gilt unter Experten als das vielseitigste der drei vorgestellten Erhebungsmethoden.[3] Es können hierbei z.B. deutlich mehr Fragen gestellt werden als bei telefonischen Umfragen, da die Situation Nachfragen ermöglicht.

Problematische Faktoren dieser Erhebungsart sind die vergleichsweise schwierige administrative Planung der Erhebungsaktion, die Gewährleistung der Kontrolle der Befragung und schließlich die mögliche Suggestivwirkung des Interviewers. Ein weiterer gravierender Nachteil sind die vergleichsweise hohen Kosten.

1.1 Definition Experte

Als spezielle Form der Befragung gilt das sog. Experteninterview[4]. Als Experte bezeichnet man in diesem Fall jemanden, welcher über technisches, Prozess- und/oder Deutungswissen, welches sich auf sein spezifisches oder berufliches Handlungsfeld bezieht, verfügt.[5]

1.2 Aspekte des Interviews

Hierin liegt seitens des Verfassers auch der erste zu beachtende Aspekt bei einem Experteninterview – die Auswahl des Experten. Die Definition eines Experten soll helfen, einen häufigen Fehler beim Experteninterview zu vermeiden: nämlich als Experten Personen zu befragen, die zu einem bestimmten Problem zwar eine Meinung, aber keine Erfahrung haben.[6]

Dies kann dazu führen, dass zwar ein Sachproblem und einen Experten vorhanden ist, das Problem jedoch nicht zum spezifischen Wissen des Experten passt und somit keine spezifische Antwort/Lösung für dieses Problem bekommen, da der falsche Adressat für dieses Interview gewählt wurde. Dies führt zu verfälschten Ergebnissen und somit führt die Auswertung zu keinem Nutzen.

Der nächste Punkt, welcher besonders wichtig bei Experteninterviews scheint, ist die Sachkompetenz des Interviewers, sowie das allgemeine Frageverhalten und die sich daraus ergebenden Folgen.

Bei inkompetenten Fragestellern wechseln Experten in eine Art didaktische Rolle und versuchen, dem Fragesteller – dem "Laien" – die fachlichen Grundzüge in vereinfachter Form darzustellen. Damit wird die Möglichkeit verschenkt, mit dem Experteninterview spezifische Fragen sachgerecht zu klären. Somit soll sich der Interviewer auch in dem zu befragenden Themengebiet auskennen, um nicht mit verallgemeinernden Antworten oder unnötig ausschweifenden Erklärungen das Interview zu verlängern, ohne spezifische Nach-Fragen stellen zu können.[7]

Bei Experteninterviews stellt das Frageverhalten des Interviewers ein Risiko für die Qualität der Antworten dar.

Empfohlen werden daher folgende Vorgehensweisen[8]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Als dritter wichtiger Punkt bei einer mündlichen Befragung sieht der Verfasser die Konzeption des Fragebogens.

Wenn die Daten nicht möglichst gut erhoben sind, kann selbst die beste statistische Auswertung keine verlässlichen Ergebnisse bringen. Daher sind einige wichtige Regeln[9] zu nennen, die es zu beachten gilt, um ein möglichst umfassendes und gut auswertbares Interview führen zu können:

1) Rangfolge der wichtigsten Informationen erstellen:
In einer Befragung ist es nie möglich, alle interessierenden Fragen abzudecken. Es besteht die Gefahr, dass der Fragebogen zu lang wird
Um einen Abbruch des Interviews zu vermeiden, ist es notwendig, die Informationen nach ihrer Bedeutung zu ordnen
2) Den Fragebogen logisch gliedern:
Die einzelnen Abschnitte des Fragebogens sollten logisch aufeinander aufbauen. Für die Umfrageteilnehmer wird die Erhebung so leichter nachvollziehbar und die Motivation bleibt möglichst hoch. Zu Beginn eines neuen Themenblocks sind ggf. kurze Einleitungen sinnvoll
3) Klare und präzise Fragen und Antwortmöglichkeiten:
Der Aufbau und die Formulierung der Fragen und vorgegebenen Antworten müssen selbsterklärend sein. Bei einem Interview kann bei Unklarheit nachgefragt werden, bei einem schriftlichen Fragebogen ist dies nicht der Fall. Neutralität und Eindeutigkeit sind die wichtigsten Orientierungsmaßstäbe bei der Formulierung.

[...]


[1] Vgl. Scholl, S. 17 f.

[2] Vgl. Kilian, Dr. Werner, S. 4

[3] Vgl. Kilian, Dr. Werner a.a.O. S. 5

[4] Vgl. Bogner / Menz S. 23

[5] Vgl. Bogner / Menz S. 46

[6] Vgl. Schnell, Rainer S. 51

[7] Vgl. Diekmann, A. S. 23 ff.

[8] Vgl. Bogner / Menz, S. 66

[9] Vgl. Kilian, Dr. Werner, S. 4

Details

Seiten
13
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656489955
ISBN (Buch)
9783656490272
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v232906
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
1,0
Schlagworte
grundlagen forschung experteninterview objektivität reliabilität validität

Autor

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