Lade Inhalt...

Bewertung von Finanzinstrumenten nach Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes

Übeschneidungen und Abweichungen zu IFRS

Bachelorarbeit 2012 59 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abstract

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. BilMoG - Internationalisierung der deutschen Rechnungslegung
1.1 Grundlegende Motive und Zielsetzung des Gesetzgebers
1.2 Spezielle Motive und Zielsetzung des Gesetzgebers bei der Bewertung von Finanzinstrumenten

2. Einführung der Fair-Value-Bewertung für Finanzinstrumente
2.1 Definition und Klassifizierung von Finanzinstrumenten nach HGB
2.2 Bewertung von Finanzinstrumenten
2.2.1 Gesetzliche Regelung vor dem BilMoG
2.2.2 Gesetzliche Neuregelung

3. Vergleich zu IFRS
3.1 Definition und Klassifizierung von Finanzinstrumenten nach IFRS
3.1.1 Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss
3.1.2 Available for Sale Financial Assets
3.1.3 Held to Maturity Investments
3.1.4 Loans and Receivables
3.2 Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS
3.3 Überschneidungen und Abweichungen zum HGB

4. Wirtschaftliche Auswirkungen der neuen Bewertungsvorschrift
4.1 Positive Auswirkungen der Fair-Value-Konzeption
4.2 Negative Auswirkungen der Fair-Value-Konzeption
4.3 Mögliche Konsequenzen in Boomzeiten der Wirtschaft
4.4 Mögliche Konsequenzen in Krisenzeiten der Wirtschaft

5. Fazit und Ausblick

5.1 Fair Value - mehr Fluch als Segen

5.2 Vorschläge für die Anwendung des Fair Value in Maßen

Literaturverzeichnis

Kurzfassung

Seit Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes zum 01.10.2010 wer- den Finanzinstrumente, die zu Handelszwecken erworben sind, mit dem Fair Va- lue (Marktwert) bewertet. Dieser Paradigmenwechsel führt zur Durchbrechung des jahrzehntelang gültigen Prinzips, dass Vermögensgegenstände maximal mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet werden können. Das den HGB- Jahresabschluss bestimmende Vorsichtsprinzip wird dadurch aufgeweicht. Dies führte bereits zu Diskussionen, bevor das Gesetz in Kraft trat. Kritisiert wird dabei, dass die an die internationale Rechnungslegung angepasste Zeitwertbilanzierung sogar mit ursächlich für Finanzkrisen sein könne. Diesem Vorwurf sowie das Ausmaß, inwieweit sich das deutsche Recht bei der Bewertung zum beizulegen- den Zeitwert an die internationale Rechnungslegung anlehnt, soll in der vorliegen- den Arbeit nachgegangen werden.

Schlagwörter: Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, Finanzinstrument, Fair Value, beizulegender Zeitwert, HGB, IFRS

Abstract

Since the introduction of the modernization of German Generally Accepted Accounting Principles in 2009, financial instruments which are acquired for trading have been measured at fair value (market value). This paradigm shift breaks the principle which determines that assets can be measured maximal at acquisition and production cost. Thus the precautionary principle is weakened that affects the HGB annual financial statement. This has already led to considerable debates before the law came into force. The fair value accounting, which is based on international accounting standards under IFRS, is even criticized to cause financial crisis. This reproach and also to which extent the German law was inspired by the fair value accounting will be analysed in the present paper.

Keywords: modernization of German Generally Accepted Accounting Principles, financial instrument, fair value, German commercial code, IFRS

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Prämissen von Finanzinstrumenten im Handelsbestand

Abb. 2: Stufenkonzept zur Bewertung von Finanzinstrumenten des Handelsbestands

Abb. 3: Bewertung von Finanzinstrumenten im Handelsbestand vor und nach dem BilMoG

Abb. 4: Vergleich von Bewertung zum Fair Value und zu Anschaffungskosten während der

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Gliederung der Finanzinstrumente

Tabelle 2: Unterschiede zwischen Banken und Nicht-Banken bei der Fair-Value-Bewertung

Tabelle 3: Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS

Tabelle 4: Gegenüberstellung von HGB und IFRS zur Bewertung von Finanzinstrumenten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. BilMoG - Internationalisierung der deutschen Rechnungslegung

Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz ist die umfangreichste Reform des deutschen Bilanzrechts seit 1985. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Gesetzgeber eine Modernisierung des Handelsbilanzrechts für zeitlich angemessen hielt, die mit vielen Entlastungen und Erleichterungen einhergeht. Im Zuge der Reform erfolgte eine Umgestaltung diverser Ansatz-, Bewertungs- und Ausweiswahlrechte des Handelsrechts. Die Reduktion von Kosten und Bürokratie sowie die Steigerung von Transparenz sind Ziele der Neugestaltung.1

1.1 Grundlegende Motive und Zielsetzung des Gesetzgebers

Die Grundidee des Gesetzes besteht darin, das HGB-Bilanzrecht weiterhin als vollwertige, einfachere und kostengünstigere Alternative im Vergleich zur IFRS beizubehalten, indem das Handelsgesetz beispielsweise von überholten Wahl- rechten (z. B. Abschreibungswahlrechte von Vermögenswerten von Nichtkapital- gesellschaften) bereinigt wird. Besonders für deutsche mittelständische Unter- nehmen ergeben sich z. B. durch Erhöhung der Schwellenwerte, die die Pflicht zur Jahresabschlusserstellung bestimmen, erhebliche Einsparungen.2 Eine verstärkte Anlehnung an die IFRS und die Implementierung von EU-Richtlinien in das deutsche Recht sollen gewährleisten, dass die Jahresabschlüsse - sowohl Einzel- als auch Konzernabschlüsse - der Firmen in Deutschland an Aussagekraft gewin- nen. Um dieses Ziel zu realisieren, sind einerseits Informationspflichten ausgebaut und andererseits Wahlrechte von Bewertungs-, Ansatz- und Ausweisvorschriften abgeschafft worden. Eine erhöhte Informationsfunktion der Unternehmensab- schlüsse begünstigt somit die zwischenbetriebliche Vergleichbarkeit auf interna- tionaler Ebene. Hierbei sollen Kosten und Nutzen der Rechnungslegung nach HGB weiterhin im Verhältnis zueinander stehen.3 Die Vereinfachung der Buchführungs- und Bilanzierungsvorschriften für Einzelkaufleute und kleine Betriebe garantieren, dass auch die Bedürfnisse des deutschen Mittelstands berücksichtigt werden.4 Dies wird beispielsweise gewährleistet durch den Wegfall der Rechnungslegungspflicht für bestimmte Kleinstunternehmen. Einzelkaufleute, die weniger als 500.000 € Umsatzerlöse und weniger als 50.000 € Jahresüberschuss haben, sind von der Buchführungs- und Bilanzierungspflicht befreit.5

Die fortschreitende Internationalisierung erfordert zunehmend eine informations- orientierte Bilanzierung, die global agierende Unternehmen in ihrer Wettbewerbs- fähigkeit unterstützt. Die Globalisierung verlangt von Unternehmen nicht nur sich verstärkt international anerkannter Rechnungslegungsstandards zu bedienen, sondern steigert auch den Wettbewerb um kostengünstige Finanzierungsmöglich- keiten. Ungeachtet dessen ist noch nicht bewiesen, ob sich die IFRS als eine Norm international akzeptierter Rechnungslegung, auch für den Mittelstand, be- hauptet. Der Gedanke, das deutsche Handelsrecht vollkommen durch die IFRS zu ersetzen, erscheint für kleine bis mittelgroße Betriebe wenig sinnvoll, da sich durch die Pflicht zur Angabe umfangreicher Daten im Anhang vermehrt Kosten ergeben würden. Das neue HGB erfordert neue Anhangangaben, die Bilanzposten näher erläutern, wie z. B. der Ausweis aktivierter immaterieller Vermögensgegens- tände in einem neuen Posten.6 Ebenso sind beispielsweise ergänzende Angaben als Davonvermerk zu den Laufzeiten bei Verbindlichkeiten zu machen.7 Des Wei- teren würde das im HGB gewichtige Vorsichtsprinzip aufgrund der Veröffentli- chung detaillierter, wettbewerbsentscheidender Informationen an Bedeutung ver- lieren. Nicht in der Bilanz ersichtliche Geschäfte (bspw. Factoring als eine Art der Betriebsmittelfinanzierung) sind im Anhang anzugeben8 und im Lagebericht sind z. B. das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem zu beschreiben9. Somit ist die Integration der IFRS-Regelungen in den HGB mit Bedacht zu begutachten.10

Trotz der Modernisierung sollen die Eckpfeiler des deutschen Bilanzrechts und das bislang geltende System der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung be- stehen bleiben. Die handelsrechtliche Gewinnermittlung basiert auch künftig auf dem HGB-Abschluss und ist maßgeblich für die Steuerbilanz. Zugleich wird von den handelsrechtlichen Bilanzierungsprinzipien nicht abgewichen und sämtliche neu implementierte Regelungen haben keine Auswirkung auf das steuerliche Er- gebnis.11

1.2 Spezielle Motive und Zielsetzung des Gesetzgebers bei der Bewertung von Finanzinstrumenten

Mit Inkrafttreten des BilMoG ist die Fair-Value-Bewertung für -„zu Handelszwecken erworbene Finanzinstrumente“ durch § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB geregelt. Die Regelung besagt, dass Wertänderungen des beizulegenden Zeitwerts auch dann ergebniswirksam zu verbuchen sind, wenn der beizulegende Zeitwert größer als die Anschaffungskosten ist.

Der Handel mit Finanzinstrumenten stellt heutzutage bereits einen festen Bestand- teil des wirtschaftlichen Tagesgeschäfts dar. Bereits im Jahr 2005 hat die Deutsche Bank laut Geschäftsbericht zum Fair Value bilanziert. Die Bewertung des Handelsbestandes zum Fair Value wird bisweilen schon anerkannt und zum Teil als ein Grundsatz ordnungsgemäßer Buchführung deklariert.12 So war es le- diglich eine Frage der Zeit die Bewertung der Finanzinstrumente gesetzlich festzu- legen.13

Allerdings hat die Einführung der Zeitwertbilanzierung die Durchbrechung des An- schaffungswertprinzips als Konsequenz. Der Gesetzgeber hat sich nach langwie- rigen Auseinandersetzungen schlussendlich von seinem ursprünglichen Vorha- ben, die Zeitwertbilanzierung für alle Unternehmen einzuführen, teilweise abbringen lassen und ist aus verschiedenen Beweggründen einen Kompromiss eingegangen. Die Finanzmarktkrise ist unumstritten einer der Beweggründe für den Meinungsumschwung, bei der die Fair-Value-Bewertung durch fallende Kurse und Rückgang von aktiven Märkten mitverantwortlich für die Insolvenz von Unter- nehmen war. Eine andere Ursache ist eine von Saarbrücker Professoren gegrün- dete Fair-Value-Initiative. Diese Initiative hat mit der Begründung, dass z. B. die neue Wertkategorie die traditionellen Bewertungsgrundsätzen des HGB verletzt und die Jahresabschlusserstellung verkompliziert, erfolgreich gegen dieses Be- wertungskonzept argumentiert.14 Statt einer allgemeinen Fair-Value-Bewertung wird die Gesetzesmodernisierung nur in HGB-Bilanzen bestimmter Unternehmen eingeführt. Auf der einen Seite ist die Regelung bei Vermögensgegenständen an- zuwenden, die allein den Zweck der Schuldenbegleichung aus Altersversorgungs- verpflichtungen oder ähnlichen langfristig fälligen Verpflichtungen erfüllen.15 Auf der anderen Seite gilt die Vorschrift nur für zu Handelszwecken erworbene Finanz- instrumente bei Kredit- und Finanzdienstleistungsinstituten.16

Ziel der Zeitwertbewertung ist es, Vermögen und Verbindlichkeiten möglichst zeit- nah zu bewerten.17 In Bezug auf die Vergangenheitswerte der Anschaffungs- und Herstellungskosten sind marktorientierte Werte aufgrund ihrer Aktualität von be- deutsamerer Signifikanz.18 Der Ausweis des „realen“ Wertes der Finanzinstrumen- te soll die Entscheidungsfindung der potenziellen Investoren bzw. Aktionäre er- leichtern. Somit erweise sich die Neugestaltung für die Zielgruppen des Jahresabschlusses als aussagekräftigerer Indikator für die Prognose der zukünfti- gen Unternehmensentwicklung.19

2. Einführung der Fair-Value-Bewertung für Finanzinstrumente

Die bereits international gängige Bewertung zu Zeitwerten ist nun gesetzlich im HGB unter § 253 Abs. 1 Satz 3 bei den nach § 246 Abs. 2 Satz 2 zu verrechnenden Vermögensgegenständen (zur Erfüllung von Schulden aus Altersversor- gungsverpflichtungen) und nach § 340e Abs. 3 HGB bei den Finanzinstrumenten des Handelsbestands von Kreditinstituten kodifiziert. Letztere sind dem Bestand des Umlaufvermögens zuzuordnen.

2.1 Definition und Klassifizierung von Finanzinstrumenten nach HGB

Zunächst ist zu definieren, für welche Vermögensgegenstände konkret die Pflicht zur Fair-Value-Bewertung gilt. Hierfür werden die wie in Punkt 1.2. bereits erwähnten Begriffe der „zu Handelszwecken erworbenen Finanzinstrumente“ abgegrenzt. Im Voraus lässt sich behaupten, dass sich die Bestimmung der Termini in der Praxis als recht komplex herausstellt.

Anfänglich wurde der Vorschlag sich bezüglich der Definition der Finanzinstrumen- te auf die IFRS zu stützen, in Betracht gezogen.20 Dieses Vorhaben wurde aber letztendlich verworfen. Der Gesetzgeber sieht nun bewusst von einer Begriffsbe- stimmung der Finanzinstrumente ab, da gemäß der Begründung des Gesetzes- entwurfs der Bundesregierung bezüglich des BilMoG „aufgrund der Vielfalt und ständigen Weiterentwicklung eine abschließende inhaltliche Ausfüllung des Be- griffs `Finanzinstrument´ nicht möglich ist“. Stattdessen ist in der Gesetzesbegrün- dung einzig vermerkt, dass Derivate unter die Kategorie der Finanzinstrumente fallen.21 Ein Derivat ist ein Finanzinstrument, dessen Wert an einem anderen Ver- mögensgegenstand, Handelsgut oder anderen marktbezogenen Referenzgrößen gekoppelt ist und das erst in der Zukunft erfüllt wird (z. B. Swaps, Optionen und weitere Derivate siehe Tabelle 1). Der Erwerb eines Derivats ist mit keinen oder sehr geringen Anschaffungskosten verbunden. Devisen, Fondsanteile, kurzfristig gehandelte Verbindlichkeiten sowie Edelmetalle werden ebenso unter dem Terminus „Finanzinstrumente“ aufgelistet.22

Ein Finanzinstrument zählt als zu Handelszwecken erworben, „wenn im Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes in der Bilanz (Zugangszeitpunkt) die Absicht besteht, aus kurzfristigen Preisschwankungen Gewinne zu erzielen. Davon ist regelmäßig auszugehen, wenn Finanzinstrumente zum Zweck der Spekulation erworben wer- den.“23 Auf die spekulative Bedeutung wurde nicht näher eingegangen und wirft somit einige Unklarheiten hinsichtlich des Spekulationszwecks auf. Als Spekulati- on kann auch das Geschäft verstanden werden, bei dem das Unternehmen z. B. auf einen Zinsanstieg „spekuliert“ und daher einen Zinsswap zu einer variabel ver- zinslichen Verbindlichkeit erwirbt, um künstlich eine Festverzinsung zu bewirken.24 Die kurzfristige Gewinnrealisationsabsicht ist gegeben, wenn Finanzinstrumente auf einem aktiven Markt laut § 255 Abs. 4 Satz 1 HGB gehandelt werden können, da der Fair Value dem Marktpreis entspricht, der auf einem aktiven Markt be- stimmt wird.25

Ein aktiver Markt ist beispielsweise der Börsenmarkt, der durch aktuelle Transak- tionen zwischen unabhängigen Dritten charakterisiert wird. Öffentlich notierte Marktpreise, wie z. B. Aktien, deuten klar auf einen aktiven Markt hin. Außerbörs- lich erfüllt ebenfalls der Over-The-Counter-Handel die Voraussetzungen eines ak- tiven Marktes. Wenn der Marktpreis „von einem Händler, von einem Broker, von einer Branchengruppe, von einem Preisberechnungsservice oder von einer Auf- sichtsbehörde leicht und regelmäßig erhältlich ist“, so spricht man ebenfalls von einem aktiven Markt.26 Ein aktiver Markt als solcher grenzt den unbestimmten Rechtsbegriff des Finanzinstruments noch einmal enger ein, obgleich darunter nicht zwangsläufig der organisierte Markt zu verstehen ist.27 Sollte zum Erwerbs- zeitpunkt zwar ein aktiver Markt bestehen, der aber mit hoher Wahrscheinlichkeit wegfallen könnte, wurden keine Regelungen getroffen wie in dem Fall zu verfah- ren wäre. Dagegen ist ein aktiver Markt nicht vorhanden, wenn ein zu geringes Volumen an Aktien in Relation zur Gesamtmenge der emittierten Aktien gehandelt wird. Ist im Falle einer Marktenge der Marktpreis nicht zu bestimmen, so kann auch hier nicht von einem aktiven Markt ausgegangen werden.28

Infolgedessen müssen Bewertungsmethoden zur Ermittlung des Fair Values he- rangezogen werden. Erweist sich diesbezüglich jedoch das finanzmathematische Bewertungsverfahren (z. B. Discounted Cash Flow Methode) als einzige Methode, so findet die Bewertung der Finanzinstrumente zum üblichen Marktpreis keine Anwendung.29

Unter dem Ausdruck „erworben“ ist jede geschäftliche Transaktion zu verstehen. Dementsprechend gilt sowohl der Kauf von Finanzinstrumenten für Finanzierer als auch der Verkauf für Veräußerer als erworben.

In § 1a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 KWG ist eine rechtskräftige Auslegung der Handelsab- sicht niedergeschrieben. Um einen Handelserfolg zu erreichen, müssen die Fi- nanzinstrumente im Eigenhandel gehalten oder übernommen werden, so dass durch kurzfristige Käufe und Wiederverkäufe Schwankungen auf dem Markt von bspw. Preisen und Zinssätzen genutzt werden können. Diese Definition ist eindeu- tiger als die im HGB und kann rechtmäßig auf Finanzinstrumente im Handelsbe- stand übertragen werden. Darüber hinaus setzt die Handelsabsicht voraus, dass die Finanzinstrumente anhand einer Handelsstrategie aktiv bewirtschaftet wer- den.30

Eine Aufzeichnung der Handelsabsicht ist vorgeschrieben, die mit einem Vermerk des Geschäfts auf dem Händlerticket oder durch eine konkrete Zuordnung zum Portfolio von Finanzinstrumenten im Handelsbestand erfolgt.31 Hierbei kann auf das jahrelang praktizierte Verfahren der Banken verwiesen werden, die mit der Dokumentation des Handelszweckes bereits vertraut sind.32

Die Absicht, das Finanzinstrument zu Handelszwecken zu erwerben und damit zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, muss zum Zugangszeitpunkt bereits bestehen.33 Die Entscheidung, das Finanzinstrument in den Handelsbestand auf- zunehmen, obliegt zum Erwerbszeitpunkt vollständig dem Ermessen des Unter- nehmens. Eine Umklassifizierung bzw. Umwidmung, d. h. ein Wechsel zur Bewer- tung zu Anschaffungs- und Herstellungskosten, ist im Nachhinein nicht zulässig. Gleiches gilt für den Übergang von der Fair-Value-Bewertung in die Bewertung zu AHK.34 Vom Verbot der Umwidmung kann gemäß § 340e Abs. 3 Satz 3 HGB bei Kreditinstituten abgesehen werden, sobald das Ausmaß von Marktunregelmäßig- keiten derart gravierend ist, dass die Handelbarkeit der Finanzinstrumente auße- rordentlich eingeschränkt wird und eine Aufgabe der Handelsabsicht nach sich zieht. Eine daraus resultierende Umgliederung ist ordnungsgemäß nach handels- rechtlichen Vorschriften im Jahresabschluss darzulegen. Als Beispiel für solch ei- nen Ausnahmefall ist die Finanzkrise 2008/2009 zu nennen. Um eine subjektive und willkürliche Beeinflussung oder gar eine Manipulation des Jahresergebnisses zu vermeiden, ist jedoch z. B. ein Preisverfall, der im üblichen Tagesgeschäft durchaus vorkommen kann, nicht als Einschränkung der Handelbarkeit des Fi- nanzinstruments zu betrachten und stellt daher keinen Anlass zur Umwidmung dar.35

Klarstellend verschafft Abbildung 1 einen Überblick über die Prämissen der Finanzinstrumente im Handelsbestand.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Prämissen von Finanzinstrumenten im Handelsbestand36

Eine mögliche Form der Klassifizierung wäre die Einteilung in originäre und deriva- tive Finanzinstrumente. Originäre Finanzinstrumente können entweder an das Ei- genkapital oder Fremdkapital gebunden sein. Derivative Finanzinstrumente lassen sich in Finanztermingeschäften, Optionen und Swaps gruppieren. In Tabelle 1 wird die Gliederung der Finanzinstrumente verdeutlicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Gliederung der Finanzinstrumente37

2.2 Bewertung von Finanzinstrumenten

Allgemein stellt sich die Frage, warum Finanzinstrumente und deren Bewertung eine so dominante Rolle spielen. In Zeiten der Globalisierung und der steigenden Unsicherheit tritt die Risikoabsicherung für die Unternehmen immer mehr in den Vordergrund. Um finanziellen Risiken vorzubeugen und die Flexibilität des Unter- nehmens zu erhöhen, bedarf es einer Vielzahl von Finanzinstrumenten. Die ge- setzlichen Vorschriften zur Bewertung der Finanzinstrumente sind bislang in den handelsrechtlichen Normen unterrepräsentiert. Die internationale Rechnungsle- gung wird der zunehmenden Bedeutung der Finanzinstrumente gerechter.

2.2.1 Gesetzliche Regelung vor dem BilMoG

Bevor die viel diskutierte Reform eingeführt worden ist, wurde die Bewertung der Finanzanlagen nicht explizit festgelegt. Der bilanzielle Ansatz dieser Vermögens- gegenstände basierte nicht auf speziellen Bewertungsvorschriften, sondern auf verschiedenen Konzepten, die sich an die Grundsätze ordnungsgemäßer Buch- führung orientierten.38

Gemäß § 246 Abs. 1 HGB sind Finanzinstrumente Vermögensgegenstände, die zu aktivieren sind. Diese waren bisher maximal zu Anschaffungs- und Herstel- lungskosten anzusetzen und die Folgebewertung erfolgte zu fortgeführten An- schaffungskosten.

Derivative Finanzanlagen, sind schwebende Geschäfte und wurden prinzipiell nicht in der Bilanz erfasst39, da angenommen wurde, dass sich die Leistungen ausgleichen. Ein schwebendes Geschäft ist ein vertraglich vereinbartes Abkom- men, bei dem die Rechtsgeschäfte beider Vertragsparteien noch nicht erfüllt wur- den.40 Auch ohne die jeweiligen Bewertungsgrundsätze musste das schwebende Geschäft dem Imparitätsprinzip entsprechend bilanziell aufgenommen werden, wenn mit einem Verlust zur Jahresbilanz zu rechnen war. Demnach waren unter den Derivaten lediglich Margin- und Prämienzahlungen sowie Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften im Jahresabschluss einzubezie- hen.41 Auch die Folgebewertung von derivativen Finanzinstrumenten hatte zu fort- geführten Anschaffungskosten zu erfolgen. Die historischen Anschaffungskosten bildeten die Wertobergrenze.42 Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren Wert erfolgten erfolgswirksam.43

Bereits vor der gesetzlichen Neuregelung wurden teilweise zu Handelszwecken erworbene Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet. In der Praxis fand die Zeitwertbilanzierung besonders bei originären Finanzinstrumenten häufig Anwendung und wurde demnach als Teil des GoB betrachtet.44 Dies hat sich vor allem bei Kreditinstituten etabliert, die zahlreiche Finanzinstrumente zu Handels- zwecken und mit Gewinnerzielungsabsicht erwerben.45 Dabei wurden die Finanz- instrumente zu Portfolios sachgemäß zusammengefasst und als eine Einheit zum Fair Value bewertet. In diesem Zusammenhang wurde das Prinzip der Einzelbe- wertung außer Acht gelassen. Sollte der beizulegende Zeitwert unterhalb der An- schaffungskosten liegen, war der Unterschiedsbetrag ordnungsgemäß und dem Realisationsgrundsatz gebührend abzuschreiben. Falls der übliche Marktpreis aber über den Anschaffungskosten lag, waren umgekehrt Zuschreibungen ange- sichts des Imparitätsprinzips nicht gestattet.46 Einige Kredit- und Finanzdienstleis- tungsinstitute handelten sowohl entgegen des Realisations- als auch widersprüch- lich des Imparitätsprinzips und erfassten noch nicht realisierte Gewinne erfolgswirksam. Diese Vorgehensweise stieß schon vor der Einführung des Bil- MoG auf Kritik und ist heute immer noch missbilligenden Stimmen ausgesetzt.47

[...]


1 Vgl. Schmeling, Jens Ullrich (2010). Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz(BilMoG) und sei- ne Auswirkungen auf den handelsrechtlichen Einzelabschluss; Eine Annäherung an die Interna- tional Financial Reporting Standards(IFRS)?. Hamburg: Diplomica Verlag, S. 15

2 Vgl. Zülch, Henning / Hoffmann, Sebastian (2009). Praxiskommentar BilMoG. Weinheim: Wiley- VCH Verlag, S. 25

3 Vgl. Penz, Oxana (2011). Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und steuerliche Gewinnermittlung aus Sicht der Steuerplanung. Hamburg: Diplomica Verlag, S. 7

4 Vgl. Prof. Dr. Hayn, Sven / Graf Waldersee, Georg (2008). IFRS/HGB/HGB-BilMoG im Ver- gleich; Synoptische Darstellung mit Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz. Stuttgart: Schäffer- Poeschel-Verlag, S.11

5 Vgl. Buchmüller, Tatjana (2010). Das Maßgeblichkeitsprinzip vor dem Hintergrund des Bilanz- rechtsmodernisierungsgesetzes(BilMoG). Hamburg: Diplomica Verlag, S. 16

6 Vgl. § 266 Abs. 2 A. I. 1. HGB (RegE)

7 Vgl. § 285 Satz 1 Nr. 2 bzw. § 314 Abs. 1 Nr. 1 HGB

8 Vgl. § 285 Nr. 3 bzw. § 314 Abs. 1 Nr. 2 HGB

9 Vgl. § 289 Abs. 5 HGB

10 Vgl. Bieg, Hartmut / Kußmaul, Heinz / Petersen, Karl / Waschbusch, Gerd / Zwirner, Christian (2009). Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz; Bilanzierung, Berichterstattung und Prüfung nach dem BilMoG. München: Oldenburg Verlag, S. 2

11 Vgl. Fülbier, Rolf Uwe / Kuschel, Patrick / Maier, Friederike (2009). Internationalisierung Des HGB und Auswirkungen Auf Das Controlling. Weinheim: WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, S. 37

12 Vgl. Begr. RegE BilMoG, S. 116

13 Vgl. Dr. Kessler, Harald / Dr. Leinen, Markus / Dr. Strickmann, Michael (2009). Handbuch Bi- lanzrechtsmodernisierungsgesetz; Die Reform der Handelsbilanz. Freiburg: Rudolf Haufe Ver- lag GmbH & Co. KG, S.134

14 Vgl. Bieg, Hartmut / Bofinger, Peter / Küting, Karlheinz / Kußmaul, Heinz / Waschbusch, Gerd / Weber, Claus-Peter (2008). Die Saarbrücker Initiative gegen den Fair Value. In: Der Betrieb: Heft 47/2008, S. 2459 ff.

15 Vgl. § 253 Abs. 1 HGB, § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB

16 Vgl. Bieg, Hartmut / Kußmaul, Heinz / Petersen, Karl / Waschbusch, Gerd / Zwirner, Christian (2009). Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz; Bilanzierung, Berichterstattung und Prüfung nach dem BilMoG. München: Oldenburg Verlag, S. 90

17 Vgl. Kuhn, Steffen / Scharpf, Paul (2006). Rechnungslegung von Financial Instruments nach IFRS; IAS 32, IAS 39 und IFRS 7. Stuttgart: Schäffer-Poeschel-Verlag, S. 337

18 Vgl. Bundessteuerberaterkammer (2009). S. 22

19 Vgl. Kuhn, Steffen / Scharpf, Paul (2006). Rechnungslegung von Financial Instruments nach IFRS; IAS 32, IAS 39 und IFRS 7. Stuttgart: Schäffer-Poeschel-Verlag, S. 337 Vgl. Kußmaul, Heinz / Weiler, Dennis (2009). Fair Value-Bewertung im Licht aktueller Entwicklungen (Teil 1). In: Der Betrieb: Heft 1/2009, S. 1

20 Vgl. Begr. RefE BilMoG, S. 105

21 Vgl. Begr. RegE BilMoG, S. 116

22 Vgl. Beschlussempfehlung und Bericht des Rechtsausschusses zu dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung (2009). Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Bilanzrechts vom 18.03.2009. Drucksache 16/12407 des Deutschen Bundestages vom 24.03.2009, S. 122

23 Vgl. Begr. RegE BilMoG, S. 116

24 Vgl. Küting, Karlheinz / Pfitzer, Norbert / Weber, Claus-Peter (2008). Das neue deutsche Bilanz- recht; Handbuch für den Übergang auf die Rechnungslegung nach dem Bilanzrechtsmoderni- sierungsgesetz (BilMoG). Stuttgart: Schäffer-Poeschel-Verlag, S. 217

25 Vgl. Ernst, Christoph / Naumann, Klaus-Peter (2009). Das neue Bilanzrecht; Materialien und Anwendungshilfen zum BilMoG. Düsseldorf: IDW Verlag GmbH, S. 80

26 Vgl. Gesetzesentwurf der Bundesregierung (2008a). Entwurf eines Gesetzes zur Modernisie- rung des Bilanzrechts vom 21.05.2008. Drucksache 16/10067 des Deutschen Bundestages vom 30.07.2008, S. 61

27 Vgl. Schmidt, Matthias / Pittroff, Esther / Klingels, Bernd (2007). Finanzinstrumente nach IFRS; Bilanzierung, Absicherung, Publizität. München: Verlag Vahlen, S. 22

28 Vgl. Dr. Kessler, Harald / Dr. Leinen, Markus / Dr. Strickmann, Michael (2010). Handbuch Bil- MoG; Der praktische Leitfaden zum Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz. Stuttgart: Schäffer Poeschel Verlag, S. 558

29 Vgl. Gesetzesentwurf der Bundesregierung (2008a). Entwurf eines Gesetzes zur Modernisie- rung des Bilanzrechts vom 21.05.2008. Drucksache 16/10067 des Deutschen Bundestages vom 30.07.2008, S. 116

30 Vgl. Boos, Karl-Heinz / Fischer, Reinfrid / Schulte-Mattler, Prof. Dr. Hermann (2008). Kreditwe- sengesetz; Kommentar zu KWG und Ausführungsvorschriften. München: Verlag C. H. Beck, § 1a, Rz. 6

31 Die Aufzeichnung der Handelsabsicht erfolgt im Handelsbuch nach § 1a Abs. 1 KWG. Näheres zur Handelsabsicht in Artikel 11 Abs. 2 der Kapitaladäquanzrichtlinie.

32 Vgl. Dr. Kessler, Harald / Dr. Leinen, Markus / Dr. Strickmann, Michael (2010). Handbuch Bil- MoG; Der praktische Leitfaden zum Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz. Stuttgart: Schäffer Poeschel Verlag, S. 554

33 Vgl. Freidank, Carl-Christian (2009). Das Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts(BilMoG); Neue Herausforderungen für Rechnungslegung und Corporate Governance. Berlin: Erich Schmidt Verlag GmbH, S. 36

34 Vgl. Küting, Karlheinz / Pfitzer, Norbert / Weber, Claus-Peter (2008). Das neue deutsche Bilanz- recht; Handbuch für den Übergang auf die Rechnungslegung nach dem Bilanzrechtsmoderni- sierungsgesetz (BilMoG). Stuttgart: Schäffer-Poeschel-Verlag, S. 213

35 Vgl. Hahn, Prof. Dr. Klaus (2009). BilMoG Kompakt. Stuttgart: HDS-Verlag, S. 31

36 Eigene Darstellung

37 Vgl. Beyer, Stephanie (2008). IFRS: Finanzinstrumente; Bilanzierung, Darstellung, Ausweis. Berlin: Erich Schmidt Verlag GmbH, S. 28

38 Vgl. Fülbier, Rolf Uwe / Kuschel, Patrick / Maier, Friederike (2010). BilMoG; Internationalisie- rung des HGB und Auswirkungen auf das Controlling. Weinheim: WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, S. 41

39 Vgl. RegE BilMoG 2008, S. 53

40 Vgl. Bundesministerium der Justiz (2007b), S. 105

41 Vgl. Prof. Dr. Hayn, Sven / Graf Waldersee, Georg (2008). IFRS/HGB/HGB-BilMoG im Ver- gleich; Synoptische Darstellung mit Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz. Stuttgart: Schäffer- Poeschel-Verlag, S.152

42 Vgl. RefE BilMoG, Dezember 2007, S. 20

43 Vgl. Coenenberg, Adolf Gerhard (2003). Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse. Stutt- gart: Verlag Moderne Industrie, S. 240/241

44 Vgl. RegE BilMoG 2008, S. 53 Vgl. Schmidt, Martin (2008). Die BilMoG-Vorschläge zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten; Eine Revolution, die das Bilanzrecht aus den Fugen hebt?. In: Zeitschrift für internationale und kapitalmarktorientierte Rechnungslegung (KoR): Heft 01/2008, Düsseldorf: Fachverlag der Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH, S.1 f.

46 Vgl. Schwarz, Christian (2006). Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting; Bilanzie- rung nach HGB und IAS 39. Berlin: Erich Schmidt Verlag GmbH, S. 191 ff.

47 Vgl. Scheffler, Jan (1994). Hedge-Accounting; Die Darstellung des Risikos im Jahresabschluss von Banken. Wiesbaden: wiss. St. Gallen, S. 232

Details

Seiten
59
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656494478
ISBN (Buch)
9783656494119
Dateigröße
6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v232560
Institution / Hochschule
Hochschule München
Note
2,3
Schlagworte
IFRS Bilanzrechtmodernisierungsgesetz Bewertung Finanzinstrumente Fair Value HGB beizulegender Zeitwert

Autor

Zurück

Titel: Bewertung von Finanzinstrumenten nach Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes