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Edouard Manet’s "Im Wintergarten": Bildbeschreibung & Forschungsstand

Essay 2013 8 Seiten

Kunst - Malerei

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bildbeschreibung

2. Forschungsfrage

3. Forschungsstand

1. Bildbeschreibung

Edouard Manet’s ‚Im Wintergarten’, zu betrachten in der Alten Nationalgalerie in Berlin, befindet sich in einem grau-blau ausgehangenem Raum mit weiteren französischen Künstlern.

Es hängt sehr präsent an der Frontseite und ist schon in der Vorhalle durch den Türrahmen in einem schweren goldenen Rahmen zu erblicken.

Bei diesem Werk handelt es sich um ein querrechteckiges Bild im Format 115 x 150cm, gemalt mit Öl auf Leinwand. Manet datierte sein Kunstwerk gemeinsam mit seiner Signatur direkt im Bild auf das Jahr 1879, also eine sichere Datierung durch den Künstler selbst.

Der Künstler hat bei seinem Doppelportrait die Zentralperspektive gewählt, der Betrachter nimmt das Geschehen auf Augenhöhe wahr.

Beim ersten Blick auf das Bild, fällt sofort der in verschiedenen Grüntönen gehaltene Raum auf. Das Grün reicht vom hellen Gelb-Grün bis zu einem sehr dunklen Waldgrün, gemischt mit Brauntönen und formt sich zu den verschiedenartigsten Blättern tropischer Gewächse. In einigen Blättern findet sich aber auch ein kühler Blauton wieder. Die Farben wirken entsättigt und nicht sehr kräftig.

Der Hintergrund wird bestimmt durch allerlei unterschiedlicher Pflanzen, die in beigen Blumenkübeln, vermutlich Terracottatöpfe, eingepflanzt sind. Man kann 4 Töpfe klar erkennen und erahnt weitere dahinter. Die Baume und Pflanzen sind gekennzeichnet durch ihre reiche Vielfalt an Variationen, es scheint so, als sehe man keine Art ein zweites Mal im dargestellten Bildausschnitt.

Einige wenige Pflanzen werden ergänzt durch feine Blüten, so befindet sich eine einzige rote Blüte rechts, ganz im Anschnitt, über einem riesigen fahnenartigen Blatt. Weitere Blüten entdeckt man etwas weiter links in einem der sichtbaren Töpfe. In ihm befindet sich ein Gewächs mit schmalen länglichen Blättern, welches gekrönt wird durch 5 violett-blaue kelchartige Blüten.

Im Anschnitt zur linken Seite erblickt man einen Blumentopf, der besonders auffällt, geschwungen ist er in einer antik anmutenden Form und mit blauer und weißer Farbe gemustert. Er steht er auf einem kleinen Sockel am äußersten Bildrand und beinhaltet eine Pflanze mit hellrosa gefärbten Blüten.

Im Vordergrund sieht der Betrachter eine ebenfalls dunkelgrüne Bank, die Halt durch einfache Streben bietet, die den Sitzbereich bilden. Außerdem befindet sich an der Rücklehne ebenfalls eine hohe Anzahl an kunstvoll geformten Streben, die zum Anlehnen einladen. Die Bank steht parallel zu den äußeren Bildkanten und deutet somit eine Horizontale durch das Bild an. Diese sichtbare Horizontale endet kurz vor dem blau-weißen Blumentopf.

Auf der Bank sitzt eine junge Frau und hinter der Bank steht ein bedeutend älterer Mann, der sich auf der Rückenlehne entspannt abstützt. Beide sind beinah lebensgroß dargestellt.

Die sitzende Frau lehnt ebenso entspannt an der Seitenlehne der Bank, sie hat ihr Knie auf der Sitzfläche abgelegt, man nimmt es nur leicht unter dem Faltenwurf ihres bodenlangen Kleides wahr. Das Kleid hat eine blaue Farbe und eine lange dunkelblaue Knopfleiste, deren Ende man nicht deutlich sehen kann. In der Taille wird die Kopfleiste unterbrochen durch ein ebenfalls dunkelblaues Band. Der Hals wird geschmückt durch eine dunkelblaue Schleife am Kragen des Kleides. Ihr braunes hochgestecktes Haar verbirgt sie unter einem gelben aufgebauschten Hut, der so wirkt, als bestehe er aus hunderten feinen gelben Federn. Gehalten wird der Hut durch eine am Hals gebundene ebenfalls gelbe Schleife.

Die langen Arme des Kleides enden in weißen Rüschen, die das Handgelenk elegant umspielen. An der rechten Hand trägt sie einen metallenen Armreif über einen gelben Handschuh. Außerdem greift sie in dieser Hand fest nach einem feinen weißen Sonnenschirm mit einer großen Spitze. Diesen hat sie auf ihren Oberschenkel abgelegt.

Auf der Lehne der Bank ruht ihre Hand elegant und entspannt, ihr Handgelenk ist leicht nach oben gespitzt, gerahmt durch die Rüschen des Kleides. Da sie an dieser Hand keinen Handschuh trägt, sieht man einen doppelten goldenen Ring, der an ihrem Ringfinger steckt.

Ihr Gesicht ist sehr bleich, im Kontrast dazu stehen ihre rosigen Wangen, ihre kleinen Lippen sind leicht rund gespitzt und ihr Blick scheint erschöpft, freudlos und beinah starr. Ihre grünen Augen schauen ins Leere.

Durch den abgelegten Arm wird der Mann auf Distanz gehalten. Er steht dicht hinter der Bank und lehnt seine Unterarme an die Rückenlehne der Bank an, seine linke Hand liegt einige Zentimeter links von der der Frau. Er beugt sich leicht nach unten. Dennoch sind die beiden nicht auf einer Augenhöhe. Er trägt ein beiges Beinkleid und kreuzt seine Beine übereinander, dazu ein weißes Hemd, das leicht unter dem Ärmel der schwarzen Jacke herausblitzt. Auch die Stofflichkeit der dargestellten Materialen wird durch den Duktus nicht eindeutig herausgearbeitet. Der Strich wirkt flüchtig. Das Gesicht ist bis zu den Wangenknochen bedeckt, so auch der Mund, durch seinen dichten braunen Vollbart, der an der Nase in einem helleren Ton zum wilden Schnauzer wächst. Seine Haare trägt er nach hinten gekämmt und seine Geheimratsecken werden sichtbar. Die Augen sind zusammengezogen und wirken dadurch sehr klein, die Augenbrauen geben einen ernsten Eindruck. Sein Blick schaut ebenfalls ins Leere, er wirkt nachdenklich, aber die Blicke der Beiden treffen sich nicht, sie schauen in unterschiedliche Richtungen. Er schaut in die untere linke Bildecke und sie frontal aus dem Bildausschnitt nach rechts raus. Sie nehmen also unterschiedliche Bilder wahr. Auch der Betrachter wird nicht angeschaut und findet sich so ebenfalls in der Distanz zu den abgebildeten Personen wieder.

Die über die Lehne der Bank gestreckte linke Hand des Herrn hält zwischen zwei Fingern eine Zigarre, die noch angezündet wirkt, da weder Glut noch Qualm zu erkennen ist. Der Zeigefinger, der auch die Zigarre hält, zeigt auf die linke Hand der Frau, welche nur wenige Zentimeter entfernt zu seien scheint. Sie berühren sich aber nicht. Außerdem trägt er, im Gegensatz zur Frau, einen einfachen goldenen Ring am Finger der linken Hand.

[...]

Details

Seiten
8
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656487449
ISBN (Buch)
9783656490074
Dateigröße
736 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v232155
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,7
Schlagworte
edouard manet’s wintergarten bildbeschreibung forschungsstand

Autor

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Titel: Edouard Manet’s "Im Wintergarten": Bildbeschreibung & Forschungsstand