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E-Procurement. Ziele und Potenziale dieser Beschaffungsstrategie

Seminararbeit 2012 16 Seiten

VWL - Wettbewerbstheorie, Wettbewerbspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition E-Procurement

3 Ziele des E-Procurement
3.1 Optimierung von Routineaufgaben
3.2 Optimierung der Beschaffungszeit
3.3 Optimierung der Beschaffungskosten
3.4 Optimierung der Zusammenarbeit mit den Lieferanten

4 Systemlösungen des E-Procurement
4.1 Sell-Side-Lösung
4.2 Buy-Side-Lösung
4.3 E-Marketplace-Lösung

5 Potenziale eines erfolgreichen E-Procurement

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Überblick E-Business

Abbildung 2: Sell-Side-Lösung

Abbildung 3: Buy-Side-Lösung

Abbildung 4: E-Marketplace-Lösung

1 Einleitung

Wegen der steigenden Sättigung der Märkte, die Internationalisierung des Wettbewerbs, sowie die verkürzten Produktlebenszyklen wird die Wettbewerbssituation für Unternehmen immer angespannter. Um auf dem Markt bestehen zu können, sind die Unternehmen gezwungen, neue Wege zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zu gehen.[1] Unternehmen benötigen eine funktionierende Supply Chain um auf die vielseitigen Anforderungen der Kunden eingehen zu können. Der Mehrwert daraus zeigt sich in schnelleren Prozesszeiten der Planung, der Informationsflüsse sowie der Produktions- und Entwicklungszeiten.[2]

Durch die steigende Komplexität der Produktions- und Logistikplanung wenden viele Unternehmen Software Systeme zum Management der Supply Chain an. Diese Systeme können gleichzeitig auch die Geschäftsprozesse analysieren und optimieren.[3]

Diese beiden Konzepte ergänzen und optimieren sich gegenseitig. Das daraus entstehende E-Supply Chain Management vereint alle Methoden und Instrumente zur Steuerung und Verbesserung von unternehmensinternen wie auch –übergreifenden Prozessen. Durch E-Business Technologien verbessern die Unternehmen die Performance der Prozesse, senken die Kosten und erhöhen die Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit.[4]

Da die Einsparpotentiale von Produktion und Vertrieb jedoch meist ausgereizt sind, verbleibt der Einkauf als letzter Kostenreduktionshebel mit großem Potential.[5] Des Weiteren soll den Einkäufern die Möglichkeit wiedergegeben werden, sich mehr auf die strategischen und wertschöpfenden Arbeiten zu konzentrieren und zeitaufwändige Tätigkeiten der Sachbearbeitung zu vereinfachen. Viele Unternehmen konnten das daraus entstandene E-Procurement jedoch nicht gewinnbringend einsetzten. Vor allem Kompatibilitätsprobleme bei der Software sowie mangelnde Lieferanten auf den gewählten elektronischen Marktplätzen wurden als Grund für den Misserfolg genannt.[6]

Unternehmen mit Erfolgen durch das E-Procurement sind aber auch häufig zu finden. So hat z. B. die Daimler AG durch den Einsatz von E-Procurement die Durchlaufzeiten im Einkauf um 80% reduzieren können und die SAP Deutschland AG & Co. KG die Prozesskosten pro Beschaffungsvorgang von 166,- € auf 29,60 € senken können. Der Großkonzern General Electric spart z. B. durch die elektronische Beschaffung von 30% des Einkaufsvolumens, jährlich ca. 600 Mio. USD. E-Procurement stiftet dabei sowohl strategischen also auch operativen Nutzen.[7]

2 Definition E-Procurement

Der Begriff E-Procurement wird im allgemeinen, für den elektronischen Einkauf eines Unternehmens, über digitale Netzwerke verwendet. Der Beschaffungsbereich wird dabei durch die Verwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützt. Die Abwicklung von operativen, strategischen und taktischen Tätigkeiten, erfolgt über die technologische Ebene und unterstützt somit die Mitarbeiter.[8] Ermöglicht wird diese Entwicklung hauptsächlich durch die Internettechnologie.[9]

In der Literatur wird der Begriff E-Purchasing häufig als Pseudonym für E-Procurement verwendet. E-Procurement ist als Teil vom E-Business einzugliedern, welches außerdem noch E-Commerce beinhaltet. E-Business ist eine durch elektronische Medien wirkende Unterstützung von Geschäftsprozessen und Beziehungen, sowie Mitarbeitern und Kunden eines Unternehmens.[10] Es geht dabei also nicht bloß um die Einrichtung einer Einkaufs-Webseite, sondern um den Austausch von Wissen, Produkten und Dienstleistungen mit Lieferanten und Kunden.[11] Als Anwendungsbeispiele für E-Business kann Online-Banking oder Online-Recruiting genannt werden. Eine weitere Aufteilung von E-Business kann wiederum in eine strategische und operative Richtung vorgenommen werden, in das so genannte E-Sourcing und in das E-Ordering.[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Überblick E-Business[13]

3 Ziele des E-Procurement

Ein erfolgreiches E-Procurement kann von Unternehmen nicht von einem Tag auf den anderen eingeführt werden. Um ein solches System optimal und auch effizient einsetzen zu können, müssen die betroffenen Abteilungen (IT, Einkauf und Buchhaltung) die Prozesse und Abläufe ggf. umstrukturieren und optimieren um diese in eine IT Plattform zu übergeben.

Da in der klassischen Beschaffung zahlreiche Probleme fortwährend Bestand hatten oder einen erheblichen Teil der Arbeitszeit kosteten, sollte durch die Einführung von E-Procurement eine Lösung gefunden werden. Folgende Aspekte oder Problemfelder sind dabei hervorzuheben.

3.1 Optimierung von Routineaufgaben

Im klassischen Einkauf muss sehr viel Zeit für wiederkehrende Aufgaben wie z. B. die Verbuchung von Aufträgen, die Kontrolle von Lieferterminen oder die Suche von neuen Lieferanten und Produkten etc. aufgewendet werden. Studien belegen, dass bis zu 70% der Arbeiten in diesen Bereich fallen.[14] Für die, für die Wertschöpfung wichtigen Aufgaben, der Lieferantenverhandlung oder der Erstellung von Ausschreibungen bleibt somit nur wenig Zeit.[15]

Einkaufsregularien: Bis zu 33% der Güter und Dienstleistungen werden außerhalb von gesetzten Regularien beschafft. Dies führt zu einer Häufung von Einzelfallentscheidungen und ermöglicht keine klare Einkaufsstruktur. Durch das E-Procurement soll die elektronische Bestellung bei den Vertragslieferanten eingehen und dadurch eine komfortable und einfache Bestellabwicklung ermöglicht werden. Das Treffen von Einzelfallentscheidungen des Einkäufers soll somit vermindert werden.

3.2 Optimierung der Beschaffungszeit

Die reale Beschaffung erfordert hohe Zeit- und Mitarbeiterressourcen. Es müssen Bedarfe formuliert, genehmigt und abgewickelt werden. Studien haben ermittelt, dass dieser Vorgang bis zu neun Tage dauern kann. Durch das E-Procurement können Fehler, wie diese bei der papierbasierten Bestellung häufig geschehen, ausgeschlossen werden. Diese Fehler verursachten häufige Verzögerungen und führten zu einer ineffizienten Kommunikation mit den Lieferanten.[16]

3.3 Optimierung der Beschaffungskosten

Der klassische Beschaffungsprozess ist durch die nötige Personalressource, das eingesetzte Papier und die benötigte Zeit äußerst kostspielig. Internationale Studien haben ergeben, dass die Beschaffungskosten eines 5 USD Artikels und eines 4000 USD Artikels nahezu identisch sind und sich auf ca. 70 - 300 USD belaufen.

Das E-Procurement soll bei den genannten Problemfeldern zu deutlichen Verbesserungen und Einsparungen führen. Insbesondere sollen jedoch die Prozess und Transaktionskosten minimiert werden.[17] Durch den Einsatz von DPS (Desktop Purchasing Systems) konnten die Beschaffungskosten pro Vorgang auf ca. 25 – 35 USD gesenkt werden, sowie die Ausfallzeiten minimiert werden.[18]

[...]


[1] Vgl. Wannenwetsch, H. H. / Nicolai, S. (2004), S. 1

[2] Vgl. Hompel, M. (2006), S. 3

[3] Vgl. Kuhn, A. / Helligrath, B. (2002), S. 156

[4] Vgl. Kollmann, T. (2009), S. 137

[5] Vgl. Stoll, P. P. (2007), S.1

[6] Vgl. Preißner, A. (2002), im Vorwort

[7] Vgl. Wannenwetsch, H. H. / Nicolai, S. (2004), S. 102

[8] Vgl. Kollmann, T. (2009), S. 85

[9] Vgl. Wannenwetsch, H. H. / Nicolai, S. (2004), S. 45

[10] Vgl. Schubert, P. / Selz, D. / Haertsch, P. (2003), S. 14

[11] Vgl. Pfützenreuter, J. (2009), S. 199

[12] Vgl. Stoll, P. P. (2007), S. 17

[13] Vgl. Pfützenreuter, J. (2009), S. 199

[14] Vgl. Dolmetsch, R. (2000), S. 11

[15] Vgl. Kollmann, T. (2009), S. 85

[16] Vgl. Kluck, D. (2002), S. 241

[17] Vgl. Kollmann, T. (2009), S. 86

[18] Vgl. Wannenwetsch H. H. / Nicolai S. (2004), S. 103

Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656485254
ISBN (Buch)
9783656486152
Dateigröße
629 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v232142
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,7
Schlagworte
E-Procurement Sell-Side Buy-Side E-Marketplace

Autor

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