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Interkulturelle Begegnungen in der Migrationsliteratur

Geschichte der Migrationsliteratur in Deutschland und Feridun Zaimoglus "Kanak Sprak" in der Didaktik

Hausarbeit 2011 16 Seiten

Didaktik - Germanistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Migrationsliteratur

3. Türkische Migrationsliteratur
3.1 Geschichte der deutsch-türkischen Literatur
3.1.1. Anfang der Siebziger bis Anfang der Achtziger
3.1.2. Ende der Achtziger bis Mitte der Neunziger
3.1.3. Das einundzwanzigste Jahrhundert

4. Feridun Zaimoglu – Eine kurze Biographie

5. „Kanak Sprak“ (1995) in der interkulturellen Didaktik

6. Geld oder Gurgel (S.87)

7. Nimm den Sonntag (S.123)

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Durch den Bedarf der deutschen Wirtschaft an „Gastarbeitern“ kam in den Sechzigern in Deutschland eine Bewegung ins Rollen, deren Größe damals noch nicht abzuschätzen war. Zunächst kamen Arbeiter aus Italien (1955), Spanien und Griechenland (1960), ab 1961 dann auch aus der Türkei, aus Portugal, Marokko und Jugoslawien.

Heute leben insgesamt etwa sieben Millionen Ausländer in Deutschland, weitere sieben Millionen besitzen einen Migrationshintergrund. Die größte Gruppe sind Türken: über anderthalb Millionen leben in Deutschland.

Anhand dieser Zahlen soll deutlich werden, dass sich das Leben der Migranten in Deutschland nicht auf die bloße Existenz beschränken kann, sondern dass sich, spätestens nach einer gewissen Zeit, auch die Kultur der Herkunftsländer in der deutschen Kultur wiederfinden muss. Türkische Migrationsliteratur in Deutschland stellt ein gutes Beispiel dar, diese These zu illustrieren: zuerst auf Türkisch verfasst, wurde sie später als Nischenliteratur angesehen und nach über zwanzig Jahren langsam aber sicher in die „deutsche“ Literatur und Kultur integriert.

Diese enormen sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen, die im Laufe der letzten Jahrzehnte nicht nur in Deutschland sondern weltweit stattfanden, offenbaren, dass es absolut notwendig geworden ist, bei der Erziehung und Weiterbildung auch interkulturelles Wissen zu fördern. Die Rolle der interkulturellen Didaktik wird immer wichtiger, und die deutsch-türkische Literatur ist zum „zentrale[n] Begegnungsraum des Interkulturellen in Deutschland“[1] geworden. Auf dieser Grundlage soll analysiert werden, wie „Kanak Sprak“ von Feridun Zaimoglu für den Deutsch- und Fremdsprachenunterricht fruchtbar gemacht werden kann. Bevor wir uns allerdings dieser Analyse zuwenden, erfolgt ein kurzer Überblick über Migrationsliteratur sowie deutsch-türkische Literatur im Besonderen.

2. Migrationsliteratur

Als die ersten Gastarbeiter anfingen zu schreiben, musste für diese Bewegung erst noch eine Bezeichnung gefunden werden. Zuerst redete man von „Gastarbeiterliteratur“, was jedoch spätestens bei der zweiten Generation nicht mehr zutraf – die Kinder waren keine Gastarbeiter und auch keine Gäste mehr, sie waren in Deutschland geboren und aufgewachsen. „Ausländerliteratur“ war auch unpassend geworden – die ehemaligen Gastarbeiter hatten sich in Deutschland eingelebt, sie waren de facto Deutsche und hatten nicht vor, dem Land in nächster Zukunft den Rücken zu kehren. Weitere Bezeichnungen waren und sind „Minderheitenliteratur“, „Literatur von Außen“, Migrantenliteratur“ sowie „Migrationsliteratur“. Heute hat sich im wissenschaftlichen Bereich allgemein das Begriffspaar „Migrantenliteratur“/“Migrationsliteratur“ durchgesetzt.

3. Türkische Migrationsliteratur

Die türkische Minderheit stellt seit dem Beginn der Einwanderung in den Sechzigern die zahlenmäßig stärkste dar. Somit erscheint es sinnvoll, sich Migrationsliteratur in Deutschland am Beispiel der türkischen Migrationsliteratur beziehungsweise der deutsch-türkischen Literatur zu nähern.

3.1 Geschichte der deutsch-türkischen Literatur

Die Anfänge der deutsch-türkischen Literatur lassen sich in den Siebzigern finden, als im Kontext einer „Literatur der Arbeitswelt“, die auch für die deutschsprachige Literatur eine wichtige Strömung dieser Epoche darstellte, die ersten Werke von türkischen Autoren entstanden. Interessant ist dabei, dass zwar das Leben und die Probleme der türkischen Gastarbeiter beschrieben wurden, es aber meist professionelle türkische, in Deutschland lebende Schriftsteller waren, die die Werke verfassten und sich als Vermittler versuchten. Schreibende Arbeiter waren die Ausnahme, es gibt jedoch einige Beispiele dokumentarischer, auf Türkisch verfasster Werke von Gastarbeitern.

[...]


[1] Hofmann 2006, S.195.

Details

Seiten
16
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656487081
ISBN (Buch)
9783656491248
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v232069
Institution / Hochschule
Universität Trier
Note
2,3
Schlagworte
interkulturelle begegnungen migrationsliteratur geschichte deutschland feridun zaimoglus kanak sprak didaktik

Autor

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Titel: Interkulturelle Begegnungen in der Migrationsliteratur