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Alternative Trainingsmethoden: Ein Überblick

Hausarbeit 2013 22 Seiten

Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung: konventionell versus alternativ

3. Alternative Trainingmethoden
3.1 Vibrationstraining
3.2 Elektromyostimulation (EMS)
3.3 Sling Training
3.4 Life Kinetik

4. Die Diskussion: Der Fall Mario Götze

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorgelegte Arbeit bildet die Ausarbeitung eines Referats im Rahmen des Seminars Sportartspezifische Aspekte der Trainingslehre. Der Schwerpunkt wurde hierbei auf „Alternative Trainingsmethoden“ gelegt, die bereits seit einigen Jahren Sportlern sowie Trainern geläufig sind. Die Ausarbeitung hat sich zum Ziel gesetzt, grundlegende Inhalte des Referats aufzunehmen und durch weiterführende Aspekte zu ergänzen

Zunächst werden hierfür die theoretischen Grundlagen genauer dargelegt. Um deutlich zu machen, auf welches Verständnis sich diese Arbeit stützt, werden die Termini konventionell und alternativ voneinander abgegrenzt.

Anschließend werden die alternativen Trainingsmethoden Vibrationstraining, Elektromyostimulation (EMS ), Sling Training und Life Kinetik genauer beleuchtet. Im vorgegebenen Rahmen dieser Arbeit ist es realisierbar, auf Beispiele von alternativen Trainingsmethoden einzugehen, nicht aber die Gesamtheit alternativer Trainingsformen aufzuzeigen.

Im Zusammenhang mit den vorgestellten Beispielen erfolgt schlussendlich eine Diskussion, die versucht zu klären, ob eine alternative Trainingsmethode sich heilsam auf eine Verletzung des deutschen Fußballspielers Mario Götze hätte auswirken können.

2. Begriffsklärung: konventionell versus alternativ

Um herauszustellen, welche Bedeutung dem Adjektiv alternativ im Zusammenhang mit Trainingsmethoden zukommt, werden im Folgenden die Wortbedeutungen von konventionell und alternativ dargestellt.

konventionell:"herkömmlich" oder "in bewährter Art und Weise"[1]

alternativ: „eine andere, zweite Möglichkeit darstellend“; „im Gegensatz zum Herkömmlichen stehend“[2]

3. Alternative Trainingmethoden

3.1 Vibrationstraining

Vibrationstraining erfreut sich immer mehr wachsender Beliebtheit und hat sich sowohl im medizinischen Bereich als auch im Breitensport zu einem Trend entwickelt.

Die Geschichte des Vibrationstrainings beginnt schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als der französische Arzt Abbé de Saint-Pierre feststellte, dass sich u.a. Melancholiekranke nach einer längeren Kutschfahrt besser fühlten. Durch die unebenen Straßen wurden die Insassen der Kutsche in Schwingung gebracht und verspürten eine deutliche Linderung ihrer Krankheitssymptome (Beutler, 2011). Daraufhin entwickelte de Saint-Pierre einen mechanischen Wackelstuhl, den Vorreiter der heutigen Vibrationsplatten.

Vibrationstraining kann einem unter folgenden Bezeichnungen noch begegnen: Whole Body Vibration (WBV), Biomechanische Stimulation (BMS), Rhythmische Neuromuskuläre Stimulation (RNS) oder Hypergravity Training (HT). Für das Vibrationstraining sind spezielle Geräte erforderlich, die bei bestimmten Frequenzen schwingen.

Meist wird ein Vibrationstraining mittels Vibrationsplattformen durchgeführt, die vorwiegend die Muskulatur der unteren Extremitäten sowie des Rumpfes stimulieren (vgl. Rittweger et al. 2002, S. 1829). Auf der Platte kann der Sportler hierfür eine Vielzahl verschiedener Übungen machen, die darüber hinaus mit weiteren Trainingsgeräten wie zum Beispiel Hanteln erweitert werden können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 http://community.powerplate.com/?p=4210

Das Prinzip der überlagernden Vibrationsbelastung basiert auf einer gesteigerten Rekrutierung und Aktivierung von motorischen Einheiten, die durch die Auslösung eines zyklischen Muskeldehnungsreflexes hervorgerufen wird (vgl. Luo et al. 2005, S. 28; vgl. Jordan et al. 2005, S. 460; vgl. Kardinale & Wakeling 2005, S. 586). Resultierend aus der Abfolge von Dehnung und Verkürzung wird der Muskeldehnungsreflex überlagert und führt so zu einer anhaltenden Kontraktion eines Muskels, dem so genannten „tonischen Vibrationsreflex“ (vgl. Luo et al. 2005, S. 28; vgl. Jordan et al. 2005, S. 460; vgl. Kardinale & Wakeling 2005, S. 586).

Die mechanische Übertragung der Vibrationen über eine Vibrationsplattform wird dabei mit einer bestimmten Amplitude, die meist zwischen einem und fünf Millimeter liegt und einer Frequenz zwischen 20 und 50 Hertz durchgeführt (vgl. Luo et al. 2005, S. 28; vgl. Jordan et al. 2005, S. 460; vgl. Kardinale & Wakeling 2005, S. 586). Durch die Anwendung eines Vibrationstrainings wird in der angespannten Muskulatur eine gesteigerte Aktivierung und eine hohe Ausbelastung erreicht (vgl. Luo et al. 2005, S. 28; vgl. Jordan et al. 2005, S. 460; vgl. Kardinale & Wakeling 2005, S. 586). Infolgedessen können Kraftzuwächse realisiert werden, die denen eines klassischen Krafttrainings entsprechen (vgl. Luo et al. 2005, S. 28; vgl. Jordan et al. 2005, S. 460).

Im Gegensatz zu klassischen Methoden des Krafttrainings besteht bei der Durchführung eines Vibrationstrainings kein erhöhtes Verletzungsrisiko, darüber hinaus wurden in bisherigen Studien keine nennenswerten Nebenwirkungen im Rahmen eines solchen Trainings beobachtet. Die Intervention und die Art Ihrer Anwendung weist folglich keine erhöhte Gefahr für das Auftreten von Nebenwirkungen auf. Lediglich ein kurz anhaltendes Gefühl von Schwindel im Rahmen der ersten Trainingseinheiten, eine Rötung von Teilen der unteren Extremitäten sowie ein Gefühl von „Kribbeln“ in den trainierten Körperregionen wird selten von Trainierenden berichtet (vgl. Kerschan-Schindl et al. 2001, S. 379; vgl. Rittweger et al. 2002, S. 137 ).

Ein weiterer Vorteil des Vibrationstrainings ist, dass nur ein Bruchteil des Zeitaufwandes, der für ein klassisches Krafttraining notwendig wäre, erforderlich ist. Signifikante Effekte können schon mit dem Absolvieren von zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche mit je drei bis vier Sätzen à 30 bis 120 Sekunden (etwa 10-15 Minuten pro Trainingseinheit) erreicht werden, während ein klassisches Krafttraining mindestens zwei Trainingseinheiten à 30 bis 45 Minuten verlangt.

Bei der Durchführung eines Vibrationstrainings findet die Stimulierung der Muskulatur jedoch reflektorisch und damit unabhängig von Willkür und Motivation statt, wodurch ein Mindestmaß an Effektivität gewährleistet werden kann.

Es kann ein positiver Einfluss auf regenerative Prozesse erwartet werden, wenn ein Vibrationstraining, Bruttotrainingszeit 5 bis 10 Minuten, direkt im Anschluss an einem Wettkampf oder eine Trainingseinheit durchgeführt wird. So kann beispielsweise ein aufgrund von intensiver körperlicher Belastung auftretender Muskelkater, mit den üblichen Symptomen wie Schmerzen, Schwellungen, erhöhter Druckempfindlichkeit oder muskulärer Steifheit, deutlich in seiner Intensität reduziert werden

Grundsätzlich ist das Training auf einer Vibrationsplatte für den menschlichen Körper nicht schädlich. In einigen Fällen ist von Vibrationstraining grundsätzlich abzuraten. Diese sind:

- Akute Entzündungen oder Infektionen
- Akute Gelenkerkrankungen, sowie Arthrose und akute rheumatolde Arthritis
- Schwere Diabetes
- Epilepsie
- Gallensteine
- Gelenkimplantate
- Herzklappenkrankheiten
- Herz- und Gefäßkrankheiten
- Herzrhytmusstörungen
- Herzschrittmacher oder Spirale
- Nierensteine
- Bandscheibenschaden (Diskopathie) und Spondylolyse
- Tumore
- Frische Infektionen
- Schwangerschaft
- Schwere Migräne
- Frische Operations- und offene Wunden

(http://www.powrx-fastfit.de/index.php/35.html)

[...]


[1] http://flexikon.doccheck.com/de/Konventionell

[2] http://www.duden.de/rechtschreibung/alternativ

Details

Seiten
22
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656505631
ISBN (Buch)
9783656507185
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v231951
Institution / Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
Schlagworte
Vibrationstraining EMS Sling Training Life Kinetik Der Fall Mario Götze

Autor

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