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Rom und Italien bis zum Ausbruch des 1. Punischen Krieges

Die Eroberung Italiens

Hausarbeit 2011 16 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Vorgeschichte

3. Latinerkriege

4. Samnitenkriege

5. Pyrrhischer Krieg

6. Das Bundesgenossensystem

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Die Spinnen die Römer!“[1] Ein Ausruf, den viele Menschen noch aus ihrer Kindheit und dem damit verbundenen Konsum der Asterix-Comics kennen werden. Asterix‘ Kumpane Obelix verwendet diesen Ausspruch oft, um seine Verwunderung über das Verhalten der Römer zu beschreiben.

Doch nicht nur in Comics auch in Romanen, Filmen und Musik wurde das Thema des römischen Imperiums oft behandelt. Es übt seit langer Zeit eine gewisse Faszination auf die Menschen aus.

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass solch ein riesiges Reich, dass so lang existierte, entstehen konnte. Rom, dessen eigentliche Gründung im 8. Jahrhundert vor Christus stattfand, hat üblich wie andere antike Städte, zum Beispiel Sparta, eine mythische Gründungsgeschichte. Durch die Gestalt des Romulus, der in der Mythologie der Sohn des Kriegsgottes Mars gewesen sein soll, hat Rom ebenfalls seinen sagenumwobenen Namenspatron erhalten. Romulus, der durch ein Vorzeichen zum Herrscher der neu zu gründenden Stadt auserkoren wurde, tötete seinen Bruder Remus, als selbiger die Stadt verspottete.

Soweit zu der mythologischen Seite Roms, doch braucht man keinen Gottessohn als Erklärung um den Aufstieg der Siedlung zur Weltmacht zu erklären, zieht man doch die politische und militärische Raffinesse der Römer herbei. In folgendem Aufsatz soll geklärt werden wie es Rom, als eine von vielen Städten der italienischen Halbinsel geschafft hat, durch geschicktes einbinden besiegter Widersacher zu einer Macht aufzusteigen, die mit dem damals starken Karthago konkurrieren konnte und schließlich zu einer der größten Weltmächte der Geschichte aufsteigen konnte.

Eine Erklärung des ganzen römischen Aufstiegs füllt bereits diverse Bücher, daher soll hier das Augenmerk gezielt auf die Zeit zwischen 365 v. Chr. Und 264 v. Chr., also dem Beginn des ersten punischen Krieges gelegt werden. Insbesondere eben auf die Frage wie Rom es schaffte seine Konkurrenten in ihren eigenen Regierungsapparat zu integrieren und sich dadurch zu einer immer größeren Macht aufschwingen konnte.

2. Vorgeschichte

Gerade im fünften Jahrhundert vor Christus führten die Römer hauptsächlich Kriege um Land zu gewinnen. Die steigenden Bevölkerungszahlen und das dadurch benötigte Ackerland und Siedlungsgebiet war wohl der Hauptgrund der frühen römischen Expansion. Erste militärische Aktionen dienten wahrscheinlich jedoch eher dem Schutz und der Verteidigung der eigenen Gebiete.[2]

Im frühen 5. Jahrhundert rückte Rom, nach dem Zusammenbruch der etruskischen Herrschaft in Latium, mehr mit den Latinern zusammen. Das Rom zu Beginn des 5. Jahrhunderts vor Christus dem Latinerbund beitrat hatte nicht unbedingt den Wunsch eines guten Verhältnisses mit den anderen latinischen Städten zur Grundlage, sondern viel eher den eigennützigen Gedanken sich so besser gegen die umliegenden Völker, wie zum Beispiel, die Sabiner zu schützen. Rom und die anderen Mitglieder des Bundes hatten jedoch auch den Kult des Iupiter Latiaris als Gemeinsamkeit.[3] Die Römer hatten immer wieder Auseinandersetzungen und Kriege mit den Latinern, welche schlussendlich aber positiv für Rom ausgingen und sie somit zu der Führungsmacht im Latinerbund werden ließ.

In dieser Zeit sollte man schon Vorboten der späteren römischen Bündner-Politik sehen, wurde Tusculum doch ein anderer Status gewährt, welcher den Bürgern neben ihrem eigenen Recht auch das römische Bürgerrecht zusprach.

Trotz, oder gerade wegen ihrer Vormachtstellung in selbigem Bund gab es andauernde Spannungen mit den Latinern. In Mittelitalien herrschte, unter anderem dadurch, ein gestörtes Machtverhältnis.

3. Latinerkriege

Es gab im 4. Jahrhundert dann drei wichtige, große Parteien in Mittelitalien: Die Samniten, den Latinerbund und Rom. Wobei letzteres noch Mitglied im Latinerbund war. Es gab dennoch einen Krieg zwischen Rom und den Latinern, da Rom eine Gleichberechtigung aller Bundes-Mitglieder ablehnte und seine Vormachtstellung beibehalten wollte. Ein weiterer Auslöser war die Übertragung einiger Gebiete in Kampanien an die Samniten und das in Anspruch Nehmen anderer Teile für sich selbst. Rom konnte die Aufständischen mit schwerem Kraftaufwand und mit Hilfe der Samnite besiegen und so wurde nahezu allen Latinischen Städten der Souveränitätsanspruch genommen. Der Latinerbund wollte durch gegenseitige Hilfe, im Falle eines Angriffs der Römer deren Expansion verhindern, doch da die Römer an mehreren Fronten des latinischen Bundes angriffen konnte sich diese Strategie nicht behaupten.

Die überlegene Kriegsführung der Römer, die von einem festen Staatsapparat organisiert war gewann also gegen den nur lose organisierten Bund.

Heinz Bellen beschreibt das nachfolgende Verhalten der Römer so:

Bei der Neuordnung der Verhältnisse in Latium und Kampanien zeigten die Römer erstmals in großem Stil das politische Geschick, mit dem sie sich in den nächsten Jahrzehnten die Wehrkraft ganz Italiens dienstbar machten und eine `Konföderation´ zustande brachten, die das politische Gewicht Roms vervielfachte.[4]

Es erfolgte also eine Integration der Bürger in das römische Staatswesen. Unüblich an diesem Verhalten war für die damalige Zeit, dass Rom die latinischen Städte mit kleineren Aufgaben, wie der Versorgung der Stadt mit Nahrung betraute.[5] Es gab jedoch auch Differenzen in der Behandlung der einzelnen Städte. Latinische Städte wie Antium und Tarracina wurden als Kleinausgaben Roms gehandhabt und waren in etwa vergleichbar mit militärischen Vorposten gelegen am Tyrrhenischen Meer. Gesonderte Behandlung erfuhren auch Capua und andere Städte wie Fundi, Formiae und Cumae. Ihnen wurde kein Stimmrecht gegeben, jedoch durften sie sich weiterhin selbst verwalten.[6] Tibur war mit Praeneste eine der wenigen Städte, denen diese Maßnahmen durch ihre Treue zu Rom erspart blieben. Sie behielten einen Großteil ihrer Gebiete und ihnen wurde ihre Selbständigkeit gewährt. Sie waren nur auf vertragliche Weise an Rom gebunden. In diesen Verträgen verpflichteten sie sich zur Heeresfolge und verzichteten auf eine von Rom separierte Außenpolitik.[7]

Durch die Einverleibung der Städte soll sich die römische Kampfkraft und die Armee verdoppelt haben und das, nun unter römischer Herrschaft stehende Gebiet, wurde auf über 6000 qkm ausgeweitet.

4. Samnitenkriege

Nach dem Sieg über den Latinerbund stieg Rom dadurch bedingt zur größten und stärksten Macht in Mittelitalien auf. Die andere, den Römern noch Konkurrenz machende Macht war der Samnitenbund. Kleinere Städte wurden durch die weitergehende Expansion des samnitischen Bundes auf der einen und der Römer auf der anderen Seite zu einem Anschluss an eine der beiden führenden Parteien gezwungen, was Ihnen wiederum Schutz vor der anderen gab. Der Konflikt zwischen Rom und den Samniten war ein Konflikt ,bei dem der Sieger die Herrschaft Italiens gewann.

328 v. Chr. errichteten die Römer am Ufer des Liris (heute: Garigliano) eine Kolonie. Die Samniten sahen dies als Akt der Provokation an. Samnitische Truppen bedrängten Neapel, welches Rom um Hilfe bat. Diese zwei Punkte führten dann zu der ersten Phase dieses Krieges, dessen Kampfhandlungen sich zu Anfang eher auf die Kämpfe am Liris beschränkten.

Als die Samniten den Römern allerdings bei Caudium eine Falle stellten mussten diese sich geschlagen geben. Die Schlacht an den kaudinischen Pässen 321 v. Chr. war eine große Demütigung für die Römer, wurden die Soldaten doch eingekesselt und mussten dann ohne Waffen abziehen. Es war dadurch nicht nur eine militärische Niederlage sondern eine Blamage vor der italienischen Welt.

[...]


[1] Goscinny, René. Asterix und der Kupferkessel. S. 32

[2] Baker, Simon. Rom – Aufstieg und Untergang einer Weltmacht. S. 39

[3] Bringmann Klaus. Römische Geschichte. S. 15

[4] Bellen, Heinz. Grundzüge der Römischen Geschichte. S. 41

[5] Bleicken, Jochen. Geschichte der Römischen Republik. S. 21

[6] Bellen Hein. Grundzüge der Römischen Geschichte. S.42

[7] Ebenda. S.43

Details

Seiten
16
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656478096
ISBN (Buch)
9783656479390
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v231634
Institution / Hochschule
Universität Stuttgart
Note
2,0
Schlagworte
Rom Italien Punische Kriege Eroberung Romulus Latiner Sabiner

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Titel: Rom und Italien bis zum Ausbruch des 1. Punischen Krieges